Delta-Funktionen: Noobfragen

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Delta-Funktionen: Noobfragen

#1

Beitrag von Langbogner » Di 13. Aug 2019, 22:02

Liebe Kollegen,

ich bin totaler Anfänger in allem, was Elektro- und eben auch Digitaltechnik in Modellbahnen angeht. Habe im Zuge meines Umzugs die alte Jugendliebe namens Moba wieder rausgekramt und will die nun erstmals "richtig", also mit Segmenten und Schalt-, Fahr- etc -technik betreiben. Allerdings habe ich zum Einstieg nat. viele Fragen. Zunächst mal: kann man bei ca. 20 Jahre alten Deltaloks Dinge wie Beleuchtung oder Kupplungsmechanik (k.A., wie das Ding heißt - ich habe eine DB V60 von Märklin mit so einer Kupplungsfunktion, die je nach Fahrtrichtungswechsel einen Hebel anhebt oder senkt und damit Wagen automatisch abkuppeln kann) digital einzeln steuern? Mich macht z.B. die erwähnte Kupplungsfunktion schier wahnsinnig, weil ich irgendwie immer gefühlt 3000x vor und zurückfahren muss, bevor ich die Kupplung da hab, wo ich sie haben will. Ähnlich, wenn auch nicht ganz so schlimm, ist es bei den Frontleuchten meiner beiden Dampfloks. Die leuchten je nach Fahrtgeschwindigkeit m.o.w. stark oder fast gar nicht, was irgendwie dämlich ist.
Und falls sich das Zeugs einzeln präziser steuern lässt: was brauch ich dafür? Und muss ich die Lok dafür umbauen? Ich hab generell wenig Skrupel, was Neues zu testen und auch (erstmals) einen Lötkolben in die Hand zu nehmen. Aber solche Eingriffe sind vermutlich schon eher das größere 1x1...
Sorry, wenn ich blöd frage - für mich ist das alles Neuland.


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Re: Delta-Funktionen: Noobfragen

#2

Beitrag von SAH » Di 13. Aug 2019, 22:08

Guten Abend Langbogner,

es gab Delta-Dekoder, die hatten genau eine TELEX-Funktion. Diese wurde im Analogbetrieb durch den Fahrtrichtungswechsel ausgelöst, allerdings mit anderer Schaltfolge als die analogen Vorgänger.
Das Licht ist ab Werk am Motor angeschlossen. Mit etwas Geschick kann man die Lichtanschlüsse am Chip 70117 am Pin 6 und 7 anlöten. Dann hat man ein digital schaltbares, aber analog nicht nutzbares Licht. Schaltplan im niederländischen Forum: hier
Ansonsten bleibt nur die weite Welt der Umbauten für Dein Modell: mit/ohne Motorumbau.

edit: Anschlüsse korrigert

mit freundlichen Grüßen,
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Re: Delta-Funktionen: Noobfragen

#3

Beitrag von Langbogner » Mi 14. Aug 2019, 07:06

SAH hat geschrieben:
Di 13. Aug 2019, 22:08
Guten Abend Langbogner,

es gab Delta-Dekoder, die hatten genau eine TELEX-Funktion. Diese wurde im Analogbetrieb durch den Fahrtrichtungswechsel ausgelöst, allerdings mit anderer Schaltfolge als die analogen Vorgänger.
Das Licht ist ab Werk am Motor angeschlossen. Mit etwas Geschick kann man die Lichtanschlüsse am Chip 70117 am Pin 6 und 7 anlöten. Dann hat man ein digital schaltbares, aber analog nicht nutzbares Licht. Schaltplan im niederländischen Forum: hier
Ansonsten bleibt nur die weite Welt der Umbauten für Dein Modell: mit/ohne Motorumbau.

edit: Anschlüsse korrigert

mit freundlichen Grüßen,
Stephan-Alexander Heyn
Danke für die Aufklärung! Also wenn ich dich richtig verstehe, dann müsste sich die Kupplungs-/TELEX-Funktion über ein digitales Schaltgerät bedienen lassen. Vom Licht lasse ich nach deiner Aussage definitiv die Finger, das ist WEIT mehr, als ich mir aktuell zutraue. Schaltpläne... :shock:

Was meinst du konkret mit Motorumbauten? Meine Loks laufen soweit ja noch ordentlich, da muss ich noch nix umbauen. Oder hängen am Motor weitere Funktionen der modernen Loks?

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Re: Delta-Funktionen: Noobfragen

#4

Beitrag von rhb651 » Mi 14. Aug 2019, 08:27

Hier ein Link zu Motorumbauten
http://www.lokschuppen-dominik.de/Spur% ... /Seite.htm

Die "alten" Analogen und Delta-Loks haben i.d.R. keinen Gleichstrommotor, sondern einen Allstrommotor. Für die Digitaldecoder ist der Motor auf einen DC-Motor mit Permanentmagnet umzubauen. Bei Märklin z.B. der HLA (5poler anstatt 3poler) oder nur den Magneten einbauen und den Rotor lassen. Dann kann man verschiedene Decoder von Märklin, ESU, Uhlenbrock, Zimo, D&H einbauen.

Es gibt nur wenige Decoder, die den bekannten Allstrommotor steuern können.

Edit(h) meinte noch, du könntest in den Grundlagen schauen
https://stummiforum.de/viewforum.php?f=103
Viele Grüße,
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Re: Delta-Funktionen: Noobfragen

#5

Beitrag von Langbogner » Mi 14. Aug 2019, 14:40

rhb651 hat geschrieben:
Mi 14. Aug 2019, 08:27
Hier ein Link zu Motorumbauten
http://www.lokschuppen-dominik.de/Spur% ... /Seite.htm

Die "alten" Analogen und Delta-Loks haben i.d.R. keinen Gleichstrommotor, sondern einen Allstrommotor. Für die Digitaldecoder ist der Motor auf einen DC-Motor mit Permanentmagnet umzubauen. Bei Märklin z.B. der HLA (5poler anstatt 3poler) oder nur den Magneten einbauen und den Rotor lassen. Dann kann man verschiedene Decoder von Märklin, ESU, Uhlenbrock, Zimo, D&H einbauen.

Es gibt nur wenige Decoder, die den bekannten Allstrommotor steuern können.

Edit(h) meinte noch, du könntest in den Grundlagen schauen
https://stummiforum.de/viewforum.php?f=103
Danke. Definitiv das größere 1x1 und nix für jemanden, der noch nie gelötet hat. Da such ich mir besser nen Fachmann, der mir das macht, oder noch besser: beibringen kann. :oops:

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Re: Delta-Funktionen: Noobfragen

#6

Beitrag von Railstefan » Mi 14. Aug 2019, 15:23

Hallo Langbogner,

trag doch bitte in deinem Profil einmal dein (geplantes) Gleis- und Stromsystem sowie die Gegend ein, in der du wohnst.
Vielleicht findet sich ja ein Stummi in deiner Nähe, der persönlich "Amtshilfe" bzw Beratung leisten könnte :lol:

Alternativ schau mal bei einem MoBa-Verein oder -Stammtisch in deiner Region vorbei. Da finden sich meist auch kompetente und hilfsbereite Kollegen.

Zum Thema Motorumbau: das ist bei den älteren Märklin-Loks mit Allstrommotor (zu erkennen am silbernen Polbügel mit einer doppelten Spule drauf) kein Hexenwerk, da fast nur geschraubt und gelötet werden muss (Kabel). Mechanische Änderungen sind nur bei wenigen Modellen notwendig, aber damit muss man ja auch nicht anfangen, falls es denn solche überhaupt in deinem Fundus gibt.

Ansonsten viel Erfolg
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Re: Delta-Funktionen: Noobfragen

#7

Beitrag von Langbogner » Mi 14. Aug 2019, 17:54

Railstefan hat geschrieben:
Mi 14. Aug 2019, 15:23
Hallo Langbogner,

trag doch bitte in deinem Profil einmal dein (geplantes) Gleis- und Stromsystem sowie die Gegend ein, in der du wohnst.
Vielleicht findet sich ja ein Stummi in deiner Nähe, der persönlich "Amtshilfe" bzw Beratung leisten könnte :lol:
Wohnort trage ich nach, Gleisart steht schon dort und welche Stromsystem ich nehme, weiß ich nicht. Was hat denn welche Vor- und Nachteile bzw. bin ich bei Märklins C-Gleis auf eines festgelegt?
Railstefan hat geschrieben:
Mi 14. Aug 2019, 15:23
Alternativ schau mal bei einem MoBa-Verein oder -Stammtisch in deiner Region vorbei. Da finden sich meist auch kompetente und hilfsbereite Kollegen.
Obwohl ich die Hilfsbereitschaft der Vereine oder Stammtische zu würdigen weiß, denke ich, dass das aktuell wenig Sinn hat. Meine Zeit ist ziemlich begrenzt und ich musste schon zwangsläufig mein anderes Hobby, eben Bogenschießen im Verein, aus Zeitmangel einstellen. Ich kann das nur sporadisch verfolgen, wenn Arbeit, Familie, Haus etc. es zulassen. Fixe Stammtisch- oder Vereinstreffen sind da eher schwierig einzupassen. Würde daher eher versuchen, einen netten Stummikollegen oder sonstigen Moba-Fachmann mal zu ein, zwei individuellen "Grundlagenbesprechungen" einzuladen.
Was mich zur Frage bringt: kannst du (oder jemand anderes) mir gute Einstiegslektüre zum Thema Modellbahn oder auch zur zugrundeliegenden Elektrotechnik empfehlen? Damals im Studium hab ich mir Programmieren auch komplett aus Literatur und dem Internet beigebracht, also warum sollte das mit der Moba-Theorie (!) nicht genauso sein...? Und Bücher sind halt geduldig und können auch spät abends noch gelesen werden :)
Railstefan hat geschrieben:
Mi 14. Aug 2019, 15:23
Zum Thema Motorumbau: das ist bei den älteren Märklin-Loks mit Allstrommotor (zu erkennen am silbernen Polbügel mit einer doppelten Spule drauf) kein Hexenwerk, da fast nur geschraubt und gelötet werden muss (Kabel). Mechanische Änderungen sind nur bei wenigen Modellen notwendig, aber damit muss man ja auch nicht anfangen, falls es denn solche überhaupt in deinem Fundus gibt.
Also deiner Berschreibung nach zu urteilen hab ich solche Loks (ich sehe ein silbernes Metallstück, bogenförmig, an dessen einem Ende ich eine Spule erkennen kann. Die zweite Spule ist nicht sichtbar, wohl verdeckt). Den Umbau würde ich mir mit Übung schon zutrauen, aber aktuell hab ich noch nie was gelötet. Vor diesem Hintergrund übe ich lieder erstmal an andren Objekten...


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Re: Delta-Funktionen: Noobfragen

#8

Beitrag von Quox » Mi 14. Aug 2019, 18:48

Sehe gerade das Du hier auch eine Frage gestellt hast.
Ganz einfach bei Deinem Profil: Delta ist Mist.
Wenn Du eine teuere Lok hast z b Krokodil etc dann gibt es im Internet Adressen die bauenm Dir einen Hochleistungsantrieb und einen mld Dekoder ein und Du hast Spass an der Lok.
Kauf Dir eine neue V 60 mit Telex Kupplung und Du hast Spass am rangieren.
So ist das nur Krampf . Du programmierst ja auch nicht mehr auf Deinem alten Commodore Rechner.
Wie bei PC oder anderer Technik. Die geht auch nicht mehr kaputt sondern veralten.

Zum Glück kann man aufrüsten aber das ist nur was für Löter am Besten mit Lötstation und nicht die Aldi Kolben.

Die C- Gleise kannst Du nutzen aber dann bleibt es bei Märklin und Wechsel Strom. ( ja gibt Ausnahmen, nix für Beginner).
Du kannst aber auch den alten Kram weggeben und auf Gleichstom wechseln.
Da gibt es einen Religionskrieg was besser ist.
Märklin ist proprietär und bisschen teurer, mit Mittelleiter ( Schleifer ) und alle anderen Firmen haben Zweileiter / Gleichstrom sieht bisschen schöner aus ( kein Mittelleiter, kein Schleifer ) und bisschen billiger.
Märklin sagt man hohe Qualität, Robustheit, Kontaktstärke bei Stromabnahme nach, den anderen Gleichstomer Firmen Pico , Roco etc eigentlich das Gleiche. Stromabnahmen halt mit den beiden Rädern der Achse.

Bei Gleichstrom kannst Du vorhandenes Material von Märklin vergessen, vielleicht laufen da ein Paar Wagen mit geänderten Achsen.

Mein Tipp kauf Dir mal eine Märklin Startpackung mit einer Mobil Station 2 .Nr. 29074 und zusätzlich 2- 4 Weichen ( Deine alten C- Gleise kannst Du nutzen wenn Du sie gepflegt und gereinigt hast) dann mal üben und an funktionierendem System lernen/ üben.

Bei einen Hobby soll man sich ja auch dafür interessieren Da mußt du keine Bücher kaufen, m gibts alles im Internet

https://www.stayathome.ch/maerklin_gleise.htm
Einfach über Google im Stummi Forum das Thema finden , es ist alles schon mal gefragt und gesagt worden.
Ich lerne fast alles über you tube #
hier die Startpackung https://www.youtube.com/watch?v=bbfld6ocTIs
oder Grundkenntnisse
https://www.youtube.com/watch?v=BjUDy7ci36w
https://www.youtube.com/watch?v=U1AFcA2die8

Das funktioniert dann ruck zuck und man hat Spass
Blocksteuerung, Signale etc kommt dann alles nach und nach-
Wichtig ist, ordentlich Geld mitbringen :)


Peter

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Railstefan
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Re: Delta-Funktionen: Noobfragen

#9

Beitrag von Railstefan » Do 15. Aug 2019, 08:09

Hallo Langbogner,

du musst in keinen Verein eintreten oder regelmäßig einen Stammtisch besuchen - meine Empfehlung bezieht sich mehr darauf, dass du dort Leute triffst, die von der Materie Ahnung haben und aus deiner Gegend stammen und dir vielleicht sogar zu Hause helfen könnten, aber dein Zeitmanagement und deine Präferenzen setzt du natürlich selber. :D
Wenn du hier aus dem Großraum Düsseldorf kommen solltest, so könnten wir uns gerne mal treffen.

Die Aussage vom Kollegen Quox "Delta ist Mist" entbehrt nach meinem Dafürhalten jeder Grundlage.
Delta war eine Einsteigerversion für das Märklin-Digital-System und hatte einen abgespeckten Funktionsumfang - anders war ein geringerer Preis als beim vollwertigen Digitalsystem nicht machbar.
ABER: man kann diese Fahrzeuge ohne Probleme mit den vollwertigen Digitalsystemen von Märklin nutzen entsprechend ihrem vorgegebenen Funktionsumfang.
Und man kann, wenn man möchte, diese Fahrzeuge mit releativ wenig Aufwand (Kosten mal nicht betrachtet) zu einem vollwertigen Digitalfahrzeug aufrüsten. So gibt es Kollegen, die die alte Märklin V60/260 (Artikel 3064/3065) mit vielen Spielereien und sogar Sound aufgerüstet haben.
Wenn man aus persönlichen Gründen eine bestimmte Lok unbedingt aufrüsten möchte, so ist das eher eine Frage des Geldes, als des Machens. :D
Und neben den paar Lötstellen ist es ein rein mechanischer Umbau, der auch von Anfängern (unter "Aufsicht" bzw mit Anleitung) erledigt werden kann. :D

Den Glaubenskrieg zum Thema Mittelleiter oder Zweischeinen-Zweileiter möchte ich gar nicht lostreten, aber wenn du bereits ein System hast, mit dem du zufrieden bist und mit dem du klarkommst, so bleibe dabei. Auch hier kann natürlich der Besuch anderer Modelleisenbahner zu einem anderen Ergebnis führen, aber die Entscheidung musst du für dich in deiner aktuellen Situation treffen - das kann dir niemand abnehmen.

Dann mal erfolgreiches Planen und Überlegen :lol:

Gruß
Railstefan

EDIT hat ein paar Tippfehler beseitigt :D
Zuletzt geändert von Railstefan am Do 15. Aug 2019, 14:24, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Delta-Funktionen: Noobfragen

#10

Beitrag von Langbogner » Do 15. Aug 2019, 10:27

Danke euch beiden. :gfm: Ich denke, ich werde (bezogen rein auf das Rollmaterial) einen Reset durchführen: vermutlich die erwähnte MS2, aber da muss ich mich erst einlesen bzw. informieren. Das Deltasystem, das ich aktuell noch verwende, war auch eher als Überbrückung gedacht, bis ich mit MS oder ähnlichem weitermache; diesen Schritt werde ich vorziehen. Ist einfach sinnvoller. Meine insgesamt drei alten Deltaloks werde ich nicht weggeben, da hängt zu viel nostalgischer Wert dran - außerdem bekomme ich für die eh so gut wie nix mehr. Wie Stefan vorgeschlagen hat, werde ich mir einen hilfbereiten Foristen oder sonstigen Moba-Sachverständigen suchen, der mir irgendwann mal zeigt, wie das mit dem Umbau so funktioniert. Löten allgemein kann mir mein Schwiegervater zeigen, zumindest konnte der das früher mal ;-) Der Umbau eilt aber nicht, übergangsweise können die Dinger ja auch auf einer MS1 oder 2 fahren, soweit ich weiß - halt mir den genannten Nachteilen. Ist dann halt so.
Vom System allgemein her würde ich bei Märklin bleiben: Meine Waggons und viele Gleise (vgl. anderen Thread) könnte ich dann weiternutzen und ergänzen. Damit fühle ich mich auch vertraut und wohl.

PS: ich wohne im Osten von München, aber da gibts auch versierte Modellbahner :D

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Re: Delta-Funktionen: Noobfragen

#11

Beitrag von Railstefan » Do 15. Aug 2019, 14:29

Hallo,

ja, du kannst Delta-Loks problemlos mit einer MS2 steuern - du hast auf Grund des Dekoders halt eine gewisse Einschränkung der möglichen Adressen, aber bei nur 3 Delta-Loks sollte das ja kein Problem sein - die Dekoder können ja mehr als 10 verschiedene Adressen.

Wenn du digital aufrüsten möchtest, so bitte mit einer MS2 - die MS1 ist alt und überholt und unterstützt die vielen Funktionen moderner Lokdekoder teilweise nur eingeschränkt, wenn ich mich recht erinnere. Die MS2 findest du in der Bucht - achte nur darauf, dass sie komplett mit Trafo ist.

Viel Erfolg
Railstefan
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Re: Delta-Funktionen: Noobfragen

#12

Beitrag von Railwolf » Do 15. Aug 2019, 14:31

Hallo,

ich habe auch mal mit Delta den Einstieg ins Digitalsystem gewagt. Das ist allerdings schon einige Jahre her - hat aber auch als Provisorium einige Jahre gehalten. :lol:
Die MS2 ist sicher eine gute Wahl.
Ein "Reset" beim Rollmaterial ist aber nicht nötig: die MS2 kann alles steuern, was dein Delta-System steuern kann, und sogar noch einiges mehr. Sie ist daher eher ein Upgrade, wenn auch ein sehr umfassendes.

Was mich angeht, habe ich deshalb die Loks mit Delta-Decoder erst mal ganz hinten auf die Umbauliste gesetzt: die kann ich ja jetzt schon mit meinem Digitalsystem fahren. Umgebaut werden erst mal die Loks, die nicht digital funktionieren können und die ich gern fahren sehen möchte.
Klar, Delta-Loks fahren ungefähr wie analoge: man muß den Regler ein Stück weit aufdrehen, damit sie fahren, und wenn man voll aufdreht, rasen sie wie ICE. Aber dann dreh ich eben nicht so weit auf. ;)

Und wenn der Schwiegervater löten kann - also Elektronik, nicht Dachrinnen - dann ist doch alles in Butter!

Viel Spaß dabei.
Mit vielen Grüßen

Wolf


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Re: Delta-Funktionen: Noobfragen

#13

Beitrag von KLVM » Fr 16. Aug 2019, 23:11

Ich bin in meiner Kinder- und Jugendzeit bei Delta soweit gekommen, dass ich genau vier Loks hatte.
Es gab noch einiges an nicht umgebauten konventionellen Loks.

Beim Wiedereinstieg bin ich dann auch mit der MS2, dem quasi identischen Vorgänger der MS3 eingestiegen.

1. Protokolle
1.1 Das alte Motorola-System
Der Deltadecoder ist ein abgespeckter Märklin-Motorola-Decoder. Märklin Motorola=ursprüngliches Digitalsystem von Märklin aus den 80ern mit den schwarzweißen Kontrollgeräten mit den roten und grünen Knöpfen (6020).

Dieses System hat bestimmte Eigenschaften, die man kennen sollte.

-14 oder 28 Fahrstufen
-Decoder vergessen nach Stromlosigkeit Fahrtrichtung

-Delta-Decoder hatten zudem entweder keine oder später eine Schalt-Funktion
-Delta-Decoder sind wie der Ur-Decoder 6080 nicht Lastgeregelt.
-Bremsstrecken-Standards kamen erst später
-Die Adressen alter Deltadecoder lassen sich über Lötbrücken einstellen, neuere auch über DIP-Schalter (welche gelegentlich Kontaktprobleme haben)

-Der Adressraum von Delta ist eine Teilmenge des alten Digital-Adressraumes. Die alten Delta-Decoder können 15 Adressen, die alten Digitaldecoder 80 Adressen, in denen die Delta-Adressen enthalten sind.

Siehe hier:
https://www.stayathome.ch/Decoder-Adressen.htm

Delta 1 (Dampflok)=Digital 78
Delta 2 (Diesellok)=Digital 72
Delta 3 (Triebwagen)=Digital 60
Delta 4 (E-Lok)=Digital 24
Delta Pilot= Digtal 80

Die MS2/3 kann all diese Adressen, sowohl Delta als auch Digital, ansteuern. Zudem steuert sie auch Magnetartikel.

1.2. Der Nachfolger mfx
Das alte Märklin-System hat inzwischen einen Nachfolger namens "mfx". Es ist ein neues Protokoll für die Fahrzeugsteuerung. Magnetartikel werden nach wie vor über das alte Motorola-Protokoll geschaltet.

Die mfx-Decoder melden sich selbstständig an der Zentrale an inkl. Kennung und verfügbarer Funktionen. Es werden mehr Fahrstufen unterstützt. Zudem können die Decoder natürlich Features moderner Decoder wie eine eindeutige Fahrtrichtung, die sie sich merken, Unterstützung von Bremsstrecken usw...

Die MS2/3 kann auch mfx. :)

Mfx war lange Zeit sehr Märklin-Exclusiv. Erst jetzt kommen langsam Produkte von Alternativherstellern, welche auch mfx unterstützen.

1.3 Das nicht-Märklin-Protokoll DCC
Im Zweileiter-Bereich heißt der Standard DCC. Die Erweiterung, u.a. für bidirektionale Kommunikation heißt Railcom.
https://tams-online.de/Produkte/RailCom

Railcombzw. DCC basierte lange auf festen Adressen. Es ist gegenüber dem alten Märklin-Motorola-Standard aus den 80er Jahren deutlich fortschrittlicher und wird von vielen Dritt-Herstellern auch in für Märklin H0 gedachten Decodern angeboten, weil mfx lange für Dritthersteller nicht zugängig war.

Die MS2/3 kann auch DCC. Es ist grundsätzlich ein Multiprotokollbetrieb möglich. Bei komplexeren Setups steigt allerdings die Chance unerwünschter Wechselwirkungen, wenn mehrere Protokolle gleichzeitig auf dem Gleis laufen. Das DCC-Protokoll ist für Zweileiter im Prinzip weltweiter Standard, z.B. auch in den USA. Man bekommt sehr viel unterschiedliche Hardware dafür.

"Nicht-Märklin" ist strenggenommen falsch, da DCC aus dem alten HAMO-Digitalsystem entstand, was Märklin bei der Firma Lenz beauftragt hatte. Motorola war damals eher auf massenbasierte (z.B. Märklin M-Gleis) Anlagen und Allstrommotoren ausgerichtet, Hamo-Digital sollte eben für 2L Gleichstrom sein. Somit gehen die wichtigsten Protokolle, welche heute im weltweiten Einsatz sind, auf Märklin zurück. Daneben gibt es dann nur noch Selectrix, was von Trix in den 80ern entwickelt wurde und eine recht elegante Architektur aufweist (AFAIK von D&H entwickelt), aber heute nur noch ein Randthema ist. Die MS2/3 unterstützt bis heute kein Selectrix.

2. Hardware - Zentralen

Die MS2/3 war ursprünglich als Handregler für die große aktuelle Digitalstation CS2/3 gedacht, welche extrem viel Schnickschnack beherrscht. Für Startpackungen wurde dann die Gleisbox entwickelt. An diese können MS2/3 ohne teure CS2 angeschlossen werden, die günstige Gleisbox setzt das ganze dann als Digitalsignal um (in Motorola, DCC und mfx). Die Gleisbox ist eine simple Kiste mit Anschlussmöglichkeiten für 1x Gleis, 2x MS2/3 und das Netzteil zur Digitalstromversorgung (36 VA). Die CS2 hat dagegen einen eigenen Touchscreen, zusätzlich eigene Fahrregler, eine höhere Leistungsabgabe, ist für den Anschluss von Boostern vorgesehe sowie für Rückmeldebusse etc etc...

Genial ist das CAN Digitalbahn Projekt. Die dortigen Erweiterungsmöglichkeiten bieten zum einen eine ingenieursmäßig saubere Erweiterung eines Märklin Digital-Systems durch Verwendung des Industriestandards CAN. Das Beste ist aber, dass sich auch die primitive Gleisbox über die dortigen Produkte gut erweitern lässt. :) Schaltest du z.B. Weichen über die MS3 digital, aber hast keine Lust, dich da immer durchs Menü zu klicken? Beim Can Projekt gibt es ein Weichenstellpult mit 40 Hardwäre-Knöpfen für den Schnellzugriff, welches wie eine MS2/3 an die Gleisbox angeschlossen wird! 8)

3. Decoder
Bei Märklin war traditionell ein Allstrom-Motor verbaut. Allerdings lassen sich reine Gleichstrommotoren besser regeln. Deswegen ist es heutzutage Standard, dass man auch bei Märklin Gleichstrommotoren verwendet. Glücklicherweise lassen sich die Allstrommotoren leicht umbauen, indem die Feldspule durch einen Permanentmagneten ersetzt wird. Die Motorentypen und Teile waren hier bei Märklin recht einheitlich, sodass bei 97% der Loks irgendeiner der üblichen Umbausätze passt. Der Motor wird zerlegt, der Teil mit der Feldspule ausgebaut und durch ein passendes Teil mit Magnet ersetzt. Zudem wird bei dieser Gelegenheit ein 5-poliger Anker eingesetzt.

Dann kann man die üblichen geregelten Decoder für Gleichstrommotoren verbauen z.B.:

-Märklin mld
-ESU Lokpilot M4
-Tams LD-G irgendwas...
-Uhlenbrock 74125
-etc. etc...

Der Umbau auf Gleichstrom und der Einbau eines entsprechenden Decoders, ist bezüglich der Fahreigenschaften die empfehlenswerte Vorgehensweise. Die Motoren lassen sich somit optimal regeln.

Allerdings kann man auch den Motor auf Allstrom belassen und ihn mit folgenden Decodern ansteuern:

-Märklin C80 (Ur-Decoder, 1-4 Funktionen) (Motorola)
-Märklin Delta-Modul (abgespeckter C80, 0-1 Funktion) (Motorola)
-Neu: Märklin Allstromdecoder 60906: kann sich per mfx anmelden
-Uhlenbrock AnDi 75000 (Motorola, 1 Funktion): eine Art neuzeitliches Delta-Modul
-Tams LD-W-32.2 (DCC, Motorola)

Diese sind NICHT lastgeregelt!

-Uhlenbrock 76200 (DCC, Motorola): Einziger mir bekannter Decoder für Allstrom MIT Lastregelung. Diese ist auch gar nicht so schlecht, stößt aber eben prinzipbedingt an Grenzen. Zudem hat das Design auch schon einige Jährchen auf dem Buckel. Dennoch ist er einigermaßen konfigurierbar und hat z.B. eine SUSI-Schnittstelle. Wenn ein Motorumbau nicht in Frage kommt, eine gute Wahl.
Ich mag kein Streumaterial.


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Re: Delta-Funktionen: Noobfragen

#14

Beitrag von SAH » Sa 17. Aug 2019, 06:52

Moin KLVM,

zweite Möglichkeit für Allstrommotore mit Lastregelung ist der "LRA" (Lastregeladapter) von Tams oder die verbesserte Schaltung. Der Motor wird belassen, so wie er ist, der LRA einschließlich eines beliebigen Dekoders mit Regelung, der die Stromaufnahme des Motors bedienen kann.

mit freundlichen Grüßen,
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Re: Delta-Funktionen: Noobfragen

#15

Beitrag von volkerS » Sa 17. Aug 2019, 07:59

Hallo KLVM,
es gibt keine MS3, auch wenn dies immer wieder behauptet wird. Die ursprüngliche MS2 hatte ein graues Gehäuse, die neue Ausgabe ein schwarzes Gehäuse. Man kann graue Zentrale an grauer oder schwarzer Gleisbox und umgekehrt betreiben. Beide heißen MS2.
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Re: Delta-Funktionen: Noobfragen

#16

Beitrag von Railwolf » Sa 17. Aug 2019, 10:11

Hallo,
KLVM hat geschrieben:
Fr 16. Aug 2019, 23:11
Motorola war damals eher auf massenbasierte (z.B. Märklin M-Gleis) Anlagen und Allstrommotoren ausgerichtet, Hamo-Digital sollte eben für 2L Gleichstrom sein.
hieß Märklin Digital= wirklich mal Hamo?

Massenbasierte und Allstrommotoren waren nicht der Grund - sondern: MM ist asymmetrisch. Manche kennen noch die Probleme, wenn man B und 0 vertauscht, und die Decoder reagieren nicht mehr.
Bei Mittelleiter kein Problem, 0 ist immer außen und B immer in der Mitte. Bei Zweileiter aber wechselt die Signalorientierung mit der Aufgleisrichtung, und deshalb mußte ein Protokoll her, das symmetrisch ist und deshalb vorwärts wie rückwärts verstanden wird.

Moderne Decoder können MM auch "über Kopf" lesen, das wäre heute also kein Problem mehr.
Mit vielen Grüßen

Wolf


Schwanck
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Re: Delta-Funktionen: Noobfragen

#17

Beitrag von Schwanck » Sa 17. Aug 2019, 11:01

Moin,

das ursrüngliche Protokoll Märklin Moltorola - MM - wurde daher auch tauglich 2-Leiter Betrieb gemacht; der stagnierende Absatz bei der Spur 1 zwang Märklin dazu MM2 zu bringen und die CS 6021 gibt es auch erst seitdem. Doch auch das half bei der Spur1 nicht lange, es wurde dort das international gebräuchliche Protokoll DCC gefordert und Märklin brachte es letztendlich auch. Zu spät?
Nun hatten sie allerdings kein 'Alleinstellungsmerkmal' im Digitalbereich mehr und ließen sich mit Hilfe von ESU (Kontron) mfx entwickeln, das bei den Neuulmern den Namen M4 hatte und immer noch hat.
Tschüss

KFS

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