Analog DC,DCC oder R/C fuer kleine Anlagen - Video

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md95129
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Analog DC,DCC oder R/C fuer kleine Anlagen - Video

#1

Beitrag von md95129 »

Ich poste das Thema hier, da es in diesem Forumsteil um Anlagen geht, die im Allgemeinen weniger als eine Handvoll Loks betreiben. Sammler mit dutzenden Nicht-DCC Loks werden bei analogem Betrieb bleiben, waehrend Betreiber grosser Anlagen mit DCC sicher das System ihrer Wahl schon lange festgelegt haben. Hier in diesem Thread geht es darum, mit wenigen Loks auf relativ kleinen Anlagen moeglichst naturgetreuen Betrieb zu machen. Dazu gehoert ein ruckfreies Anfahren/Fahren/Bremsen. Ich habe mich mit diesem Problem seit Jahrzehnten nicht nur theoretisch beschaeftigt, sondern auch mehrere eigene Entwicklungen betrieben. Mein Kriterium fuer gute Fahreigenschaften:
Eine Preiserfigur ohne Grundplatte auf einem Wagen muss von der Lok angekuppelt, angefahren und gebremst weden, ohne dass das Maennlein umfaellt.
Analog DC/Allgemeines
Fangen wir also mit den Grundlagen des Langsamfahrens an:
Im Gegensatz zu Booten/Flugzeugen/Drohnen ist bei Landfahrzeugen (Autos, Eisenbahnen) das Problem, dass das geforderte Drehmoment staendig wechselt (Getriebe, Kurven, Anhaengelast etc). Trotz diese wechselnden Bedingungen soll die Drehzahl moeglichst konstant bleiben. Eine Drehzahlaenderung (oder Ruckeln) ist besonders stoerend bei Langsamfahrt.
Die meisten Motore in kleinen Loks heutzutage sind Gleichstrommotore mit Permanentmagnet. Im Prinzip bestimmt die (Gleich-)Spannung am Motor die Drehzahl und der Strom das Drehmoment. Leider liegt in Serie mit der Wicklung ein inherenter Widerstand (z.B. verursacht durch den Wicklungsdraht). Dies bedeutet, dass bei Belastung die Drehzahl absinkt, um einen hoeheren Strom ziehen zu koennen. Dies wird um so stoerender, je kleiner die angelegte Spannung ist.
Nehmen wir mal einen typischen hochwertigen Motor wie den Faulhaber 1516 in 12V Ausfuehrung an. Er hat einen Innenwiderstand von 115Ohm.
Der Leerlaufstrom betraegt 11mA bei einer Drehzahl von 15000U/min. Ich will euch jetzt nicht mit endlosen Formeln langweilen, aber wenn bei 12V ploetzlich das verlangte Drehmoment soweit ansteigt, dass ein Strom von sagen wir 50mA erforderlich ist, sinkt die interne Spannung um 5.75V und damit die Drehzahl auf etwa 7200U/min ab. Dies ist zwar sichbar, aber noch nicht wirklich stoerend. Nehmen wir jetzt aber an, an der Lok liegen 1V. Selbst wenn wir den Motor komplett anhalten, ist der Maximalstrom nur noch etwa 8mA und damit das maximale Drehmoment sehr gering. Das heisst im Klartext, das bei niedrigen Spannungen/Geschwindigkeiten bei (reinem) DC-Betrieb die Lok sehr unruhig faehrt und schnell stehenbleibt. Das wird noch verstaerkt durch Probleme mit der Stromabnahme (laesst sich auch bei bester Wartung nicht ganz vermeiden). Man hat nun versucht, mit Schwungmassen die Unterbrechung in der Stromversorgung bzw. die Drehmomentspruenge "auszubuegeln". Meine Loks waren uebrigens alle bis vor ca. 2 Jahren mit Schwungmassen ausgeruestet. Warum ich diese ausgebaut habe, erklaere ich spaeter. Es gab Versuche, den Innenwiderstand des Motors durch Elektronik zu kompensieren, aber die Ergebnisse waren instabil. Ich habe dann um 1975 (ja, ich bin Urgestein) ein externes Fahrpult mit GegenEMK (BEMF) entwickelt, das die Spannung zum Motor periodisch unterbricht und in diesen Pausen die Generatorspannung misst, um dann im naechsten Zyklus die Motorspannung so anzupassen, dass die Geschwindigkeit konstant bleibt - aehnlich wie das DCC Decoder heute machen. Das funktionierte recht gut. Das Fahrpult wurde in Kleinserie gebaut. Ich habe den Schaltplan dann veroeffentlicht, nachdem die Schaltung mehrfach "geklont" wurde. Ihr koennt sie hier herunterladen https://www.dropbox.com/s/epblxse0ri57e ... 4.pdf?dl=0. Mit der (niederfrequenten) Impulsbreitensteuerung als Hilfskruecke zum Langsamfahren konnte ich mich nie anfreunden, da das fuer Praezisionsmotore toedlich ist und bei "normalen" Motoren zum "Knurren" fuehrt. Heutige DC-Fahrpulte (z.B. Heisswolf) versuchen, bei Langsamfahrt durch Ueberlagerung von Impulsen das Stehenbleiben des Motors zu verhindern, aber in meinen Augen ist das ein Heftpflaster. Es gibt allerdings einen Modellbauer, der den DC Antrieb perfektioniert hat: Sein Praezisions-Fahrgestell mit zwei dreipunktgelagerten 3-Achsigen Fahrgestellen, Schwungmasse und absolut praezisem Getriebe sind schon ein Kabinettstueckchen https://www.stummiforum.de/viewtopic.php?f=50&t=166473.
DCC:
Ende 2006 kam von Cygnal (spaeter Silabs) ein winziger leistungsfaehiger Mikroprozessor (3mm x 3mm C8051F300) heraus und gleichzeitig erschienen die ersten Doppelschichtkondnsatoren (Gold-Caps). Da ich zu dieser Zeit sehr viel beruflich unterwegs war und Zeit auf Flughaefen/Fluegen hatte, habe ich mit diesen Komponenten einen DCC-Decoder mit Gegenkopplung entwickelt, der mit nur einem dieser Kondensatoren arbeitete und auch in kleine HOe-Loks passte (z.B. Roco-Feldbahnlok) https://www.dropbox.com/s/jfiap30r2zfag ... d.zip?dl=0. Die Ergebnisse waren sehr ermutigend, die Fahreigenschaften erfuellten muehelos meine Forderungen (Preiser-Figur) und ich habe dann noch weitere Loks mit diesem Eigenbau ausgeruestet https://www.youtube.com/watch?v=mm5UCQbDH3U. Ich schweifte in den folgenden Jahren ab in den Bau von Echtdampfloks und kam erst vor etwa 2 Jahren wieder zuruck zu den kleinen Schmalspurbahnen. Inzwischen haben die Decoderhersteller grosse Fortschritte gemacht, was die Regelung kleiner Motore betrifft. Die Stromabnahme war allerdings immer noch ein gewisses Problem. Schwungmassen verschlechtern die Regeleigenschaften, die ich deswegen jetzt alle ausgebaut habe, denn die "Stay alive" Schaltungen brachten den Durchbruch. Meine Versuche mit SMD oder Tantal Kondensatoren mit bis zu 4700µF haben mich nicht begeistert. Schaltungen dagegen mit "Gold Caps" sind absolut ueberzeugend. Es gibt inzwischen auch eine von einem Stummi-Kollegen entwickelte Loesung mit einem "Gold-Cap" die so klein ist, dass sie auch in HOe Loks passthttps://www.stummiforum.de/viewtopic.php?f=21&t=171549. DCC ist inzwischen meine bei weitem bevorzugte Betriebsart, selbst fuer Mini-Anlagen. Die Kosten koennen minimal sein. Ein weiterer Stummi-Kollege https://www.stummiforum.de/viewtopic.php?f=7&t=176853 hat eine Zentrale (DCC++) fuer unter 10€ zusammengestellt. Diese Zentrale kann ohne Loeten aufgebaut werden und ist keinesfalls ein Spielzeug. Ich habe die Software noch erweitert, sodass kein Rechner zum Betrieb erforderlich ist, sondern 2 Loks mit lokalen Potis direkt gesteuert werden koennen https://www.stummiforum.de/viewtopic.php?f=5&t=158318. DCC++ und ein guter Decoder (z.B. Zimo) mit "Stay-Alive" ist fuer mich die ideale Loesung, selbst bei Mini-Anlagen mit vielleicht 2 Loks. Die Kosten fuer diese Zentrale + 2 Decoder + ein paar Kondensatoren liegt weit unter dem einer DC-Zweizuganlage mit 2 Reglern und Schaltern zur Zuweisung.
R/C:
Diese Loesung wird in letzter Zeit als das Non-Plus-Ultra angepriesen. Ich selbst bin nicht so sehr begeistert davon. Ich hatte Versuche mit einem Deltang-Empfaenger gemacht und war von den Langsamfahreigenschaften nicht so ueberzeugt. Sie sind zwar nicht schlecht, aber verglichen mit einem guten Decoder doch unbefriedigend. Der Deltang-Empfaenger beruht auf einem ziemlich veralteten Cypress-Chip, der inzwischen sogar abgekuendigt wurde. Er hat keine A/D Wandler, sodass eine BEMF Regelung nicht moeglich ist. Ich hatte zum Spass einen BEMF-Regler entwickelt, der als Servo von einem Deltang angesprochen wurde. Das funktionierte recht gut, ich habe aber nie eine Platine daraus gemacht. Wenn ich 20 Jahre juenger waere, wuerde ich vermutlich versuchen, einen "modernen" Deltang mit BEMF zu entwickeln. Aber vielleicht kommt das demnaechst von Deltang selbst. Ein anderer Nachteil der R/C Loesung zumindest in meinen Augen ist der Wartungsaufwand, den die Akkus erfordern. Ich hatte einen kleinen R/C Bus gebaut, der solch einen Lipo-Akku und meinen Fahrtregler enthaelt http://www.buntbahn.de/modellbau/viewto ... c&start=20. Ich muss ihn zumindest einmal im Monat "anfassen", um den Akku gesund zu halten.
Allerdings macht R/C im Gartenbahnbereich viel Sinn, da dort die Stromabnehmerprobleme viel gravierender sind als bei Innenanlagen. Ich hatte zusammen mit einem Kollegen einen Umsetzer entwickelt, der die R/C Signale eines Deltang in ein DCC-Signal umsetzt. Damit kann man ein batteriegespeistes Fahrzeug fernsteuern und hat als Nebeneffekt die hervorragenden Fahreigenschaften eines modernen Decoders http://www.buntbahn.de/modellbau/viewto ... c&start=50.
Zusammengefasst: Zeigt mir, dass eure Lieblingsloesung dies ermoeglicht:
Eine Preiserfigur ohne Grundplatte auf einem Wagen muss von der Lok angekuppelt, angefahren und gebremst werden, ohne dass das Maennlein umfaellt.
So, jetzt koennt ihr auf mich einstechen/einhauen!
Regards
Zuletzt geändert von md95129 am Mo 1. Jun 2020, 20:01, insgesamt 2-mal geändert.
Henner, Donkey Doktor der EDH Lumber

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martin65
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Re: Analog DC,DCC oder R/C fuer kleine Anlagen.

#2

Beitrag von martin65 »

Hallo Henner,

sehr schöner und ausführlicher Bericht Deiner Erfahrungen.

Nur eine kleine Ergänzung: Bei DCC und R/C ist zwar der Übertragungskanal ein anderer, aber die Qualität der Motorsteuerung hängt doch eher vom konkreten Dekoder ab und nicht davon, ob der Dekoder seine Fahrstufenbefehle übers Gleis oder per Funk bekommt.

md95129 hat geschrieben:
Fr 24. Apr 2020, 17:55
Zeigt mir, dass eure Lieblingsloesung dies ermoeglicht:
Eine Preiserfigur ohne Grundplatte auf einem Wagen muss von der Lok angekuppelt, angefahren und gebremst werden, ohne dass das Maennlein umfaellt.
So, jetzt koennt ihr auf mich einstechen/einhauen!
Ich habe gar keine Preiserfigur. 8)

Grüße.


volkerS
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Re: Analog DC,DCC oder R/C fuer kleine Anlagen.

#3

Beitrag von volkerS »

Hallo Martin,
den Umsetzer, den Henner angesprochen hat, ist eine durch einen Deltang Funkempfänger (10x10mm) angesteuerte DCC-Zentrale (30x15mm, 2,5A), die zusammen mit einem DCC-Decoder, der für die Fahreigenschaften der Lok veranwortlich ist mit dem Accu (irgend eine Spannung zwischen 3,6V und 18V, abhängig von der Mindestspannung des Decoders und dem Motor) in der Lok sitzt. Ein funktional gleicher Umsetzer mit 1,2A ist 15x8mm groß.
Volker

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Re: Analog DC,DCC oder R/C fuer kleine Anlagen?

#4

Beitrag von Feldbahn-Freak »

Hallo Henner,

Deinem sehr sachkundigen Bericht ist nichts hinzuzufügen. Ich erlaube mir die Ergänzung, dass es bei sehr kleinen Fahrzeugen, besonders B-Kuppler mit kurzen Achsabständen, wohl überlegt sein will, ob DCC Sinn macht. Über kurz oder lang steht man vor dem Problem eines elektrischen Energiespeichers. Die Platzprobleme lassen sich oft nicht oder nur mit ästhetischen Mängeln lösen.

Mein analoger Wackeltest: Stromversorgung TITAN. Unverantwortlich, was Opa da mit seinem Enkel macht! Es war sehr schwierig das Preiserlein überhaupt auf seine Beine zu stellen. Die Sohlen mußen hierfür plan geschliffen werden.

An- und Abkuppeln von H0f Wagons habe ich mir gespart. Die Feldbahnfreunde werden mich verstehen.




Weiter gutes Wackeln wünscht

Joachim


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md95129
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Re: Analog DC,DCC oder R/C fuer kleine Anlagen?

#5

Beitrag von md95129 »

Hallo Joachim,
Ich wusste, dass Dein Schmuckstueck den Preisertest bestehen wuerde. Aber das mit dem Enkel zu machen, ist wie Du bemerkst, doch ein wenig gewagt. Zum Thema kleine 2-achsige Loks. In der Tat laesst sich auch dort ein ordentlicher Energiespeicher unterbringen, ohne dass das Aussehen beeintraechtigt wird (ungehinderterter Fensterdurchblick), siehe:

Bild

Die Lok ist mein "Versuchstraeger", deshalb etwas mechanisch gefleddert. Es ist eine ehemalige Athearn(?) HOe Baldwin mit neuem Chassis und Glockenankermotor. Sie enthaelt meinen Eigenbaudecoder und einen 2F/3V Superkondensator 8mm x 16mm. Damit ueberbrueckt die Lok problemlos ca. 40cm(!).
Eine andere Loesung ist die Verwendung eines handelsueblichen Microdecoders und der oben erwaehnten Keep-Alive Schaltung https://www.stummiforum.de/viewtopic.php?f=21&t=171549 :

Bild

Diese Loesung wird in eine Selbstbau-Plettenberg eingebaut. Die Lok hat sehr wenig Platz und durch den kurzen Radstand ist sie anfaellig fuer Stromunterbrechungen.
Der Kondensator der neusten Bauform (1F/3V) hat einen Durchmesser von 6,3mm und ist ca. 12,5mm lang. Der Zimo Microdecoder und die (noch unbestueckte) Keep-alive Platine + Kondensator sollte sich auch in dieser sehr kleinen Lok noch unterbringen lassen. Eine R/C Loesung haette schlechtere Fahreigenschaften und wuerde kaum kleiner ausfallen.
Das fuehrt mich zu folgender Frage: Warum ist die Reaktion auf meinen Beitrag recht mau und warum nimmt niemand ausser Joachim die Herausforderung an, die Fahreigenschaften seiner DC/RC Loks mit dem Preisertest zu beweisen?
Regards
Henner, Donkey Doktor der EDH Lumber


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md95129
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Re: Analog DC,DCC oder R/C fuer kleine Anlagen?

#6

Beitrag von md95129 »

Meine Baldwin hat neue Raeder bekommen (ungefaehr nach Feldbahn-Freak) und laeuft jetzt noch besser. Das sichtbare Taumeln der bisherigen Plastikraeder ist verschwunden. Man beachte auch den freien Blick durchs Fuehrerhaus bei dieser kleinen Lok. Hier ein Video, das die hervorragenden Fahreigenschaften demonstriert:



Das Video besteht aus 4 Teilen:
1. Sanftes Anfahren/Bremsen
2. Lastregelung. Die Drehzahl bleibt auch unter Last konstant. Wichtig zum Langsamfahren.
3. Wenn die Lok zum Stillstand kommt und das DCC Signal verlorengeht, kriecht sie so lange, bis wieder ein Signal da ist.
Damit wird verhindert, dass sich die Lok in "eine Ecke pinselt". Normalerweise ca. 1..2mm notwendig.
4. Der Energiespeicher ist gross genug, um z.B. ein Plastikherzstueck zu ueberwinden :wink: .
"Natuerlich" keine Schwungmasse!
Der Decoder ist wie gesagt meine eigene Entwicklung (HW und SW).
Als Zentrale verwende ich DCC++ mit meiner eigenen Ergaenzung fuer lokale Potis ohne Computer.

Bild

Bauteile fuer den Decoder ca. 15$, fuer die Zentrale ca. 10$.
Gehaeuse fuer die Zentrale muss ich noch lasern.
Regards
Henner, Donkey Doktor der EDH Lumber

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Feldbahn-Freak
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Re: Analog DC,DCC oder R/C fuer kleine Anlagen?

#7

Beitrag von Feldbahn-Freak »

Hallo Henner,

Du zeigst als Meister der Disziplinen Hardware, Software und Mechanik, was mit Eigenentwicklungen möglich möglich ist. Das kann nicht jeder,. Wenn ich Dich recht verstanden habe, wird bei Deiner Lösung im Falle der Unterbrechung des DCC Signalen der Motor durch eine konstante Energieversorgung (Kriechfahrt) versorgt. Den Energiespeicher hattest Du ja vorgestellt, er entspricht im Wesentlichen dem, was man im Handel angeboten bekommt. Die angegebenen Preise für die Bauteile werden den einen oder anderen dazu verlocken, so etwas nachzubauen. Das Layout und die Platinen werden sicherlich die Hilfe eines Serviceproviders benötigen, das sollte man sich aber vorher klar machen.

Wenn Du an einer Weiterentwicklung Deiner Lösung arbeitest, fällt mir als erstes ein hochohmiger DCC-Eingang ein, der eine kontinuierlich Versorgung des Decoders mit dem DCC Signal durch kapazitiven Kopplung sicher stellt.

Tolle Lösung, Danke für Deinen Beitrag.


Joachim


H0feldbahner
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Re: Analog DC,DCC oder R/C fuer kleine Anlagen - Video

#8

Beitrag von H0feldbahner »

Hallo Henner

Deine Beschreibung ist absolut super, auch wenn ich viele Sachen nicht verstehe. Bin halt kein Fachelektroniker. Was ich nicht ganz herauslesen kann (vielleicht sehe ich es nur nicht) ist: Kann man so einen Regelbaustein, den man zwischen Kondensator und Decoder braucht in einbaufertigem Zustand wo kaufen? Natürlich sollte er sehr klein sein, deine gezeigte Dampflok ist bei den Feldbahnloks doch eher eine größere Maschine, die Minitrain oder Egger Loks sind da doch um einiges kleiner. So eine Lok würde ich nämlich gerne umbauen.
Auf jeden Fall sind das tolle Lösungen wie du den Maschinchen das Langsam-Fahren beibringst.

Gruß
Richard


Threadersteller
md95129
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Re: Analog DC,DCC oder R/C fuer kleine Anlagen - Video

#9

Beitrag von md95129 »

@Joachim,
Dein Lob freut mich besonders, da Du ja der unangefochtene Praezisionsmechaniker bist!
Der Kondensator arbeitet wie eine Batterie, d.h. Decoder und Motor laufen weiter, wobei der letzte Befehl vor dem Aussetzen (konstante Geschwindigkeit/Beschleunigen/Bremsen) ausgefuehrt wird. Eine kapazitive Kopplung des Signals habe ich nicht vorgesehen, da es erstens in die Lenz-Patente pfuschen wuerde und zweitens die Unterbrechungen so kurz sind, das die Lok nach vielleicht hoechstens 1/2sec wieder auf das Signal reagiert. Bei dieser Lok kommt meine Eigenentwicklung zum Einsatz, aber siehe Antwort auf Richards Frage:
@Richard,
meine Loesung passt auch in kleinere Loks z.B. einen umgebauten Roco-Diesel:

Bild

Ich wuerde heute auf eine halb-kommerzielle Loesung setzen, naemlich Microdecoder von z.B. Zimo und Keep-Alive Schaltung von unserem Stummikollegen Matthias (https://www.stummiforum.de/viewtopic.php?f=21&t=171549). Platinen bekommt man von ihm, ebenso eine "Einkaufsliste". Mehrere Modellbauer haben inzwischen seine Schaltung nachgebaut. Vielleicht findest Du ja jemand, der das fuer Dich machen kann.
Regards
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Re: Analog DC,DCC oder R/C fuer kleine Anlagen - Video

#10

Beitrag von Feldbahn-Freak »

Liebe Fangemeinde,


@Henner

die Lösung mit dem Einsatz eines kommerziellen Decoders zusammen mit einem "PowerPack" hat mich bislang immer zu 100% überzeugt. Wann immer es der Platz zuläßt und die Optik des Modells nicht zu viel Schaden nimmt ist das jedenfalls meine bevorzugte Lösung. Manchmal habe ich auch den Kondensator von der Platine getrennt untergebracht.
Der rein analoge Betrieb hat aber aus meiner Sicht seine Berechtigung und die Problematik Langsamfahrt auf real existierenden Fahrbedingungen (verschmutzte Gleisen, geringes Fahrzeuggewicht) ist hier nicht so leicht zu lösen.
Die hervorragende Beitrag Matthias ist nicht nur wegen des Kostenfaktors sondern auch wegen der nochmal etwas kleiner ausgefallenen Platine (V2) im Vergleich zu den kommerziellen Produkten (zB. ESU) interessant. Großes Lob für diesen Beitrag. Des Weiteren erhellt er uns mit Informationen zu den Anschlussvarianten, die bislang immer etwas 3-drahtiges, geheimnisvolles und undurchdringliches hatten. Obwohl ich mich lieber mit dem Bau von Modellen beschäftige und bisher immer auf die am Markt befindlichen PowerPacks zurückgegriffen habe, werde ich wohl mal wieder einen Abstecher in's Elektronische machen, so ich noch eine Platine von Matthias ergattern kann.

Viele Grüße aus Thüringen

Joachim


Fishmastr
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Re: Analog DC,DCC oder R/C fuer kleine Anlagen - Video

#11

Beitrag von Fishmastr »

Moin Freunde,

auf die Gefahr hin das ich mich als unwissend oute, aber was genau verbirgt sich hinter der "Stay Alive" Schaltung? Mein derzeit als "perfekt" angesehenes Antriebskonzept bestand aus einem Glockenankermotor mit Schwungmasse mit kommerziellem Decoder und einem PowerCap. Bisher dachte ich das für den Cap nur eine herkömmliche Ladeschaltung notwendig ist. Inwiefern ist diese "Stay Alive" anders und welche Vorteile bringt sie? Ich bin in H0 unterwegs daher ist wohl das Platzproblem bei mir nicht ganz so kritisch wie bei den Feldbahnern. Was fällt dabei an Extrakosten an?

Oder bezeichnet dieses Stay Alive gerade diese herkömmliche Ladeschaltung?

Vielen Dank für eure Antworten

Viele Grüße aus Hamburg
Planung: https://www.stummiforum.de/viewtopic.php?f=24&t=176065
Baubericht: https://www.stummiforum.de/viewtopic.php?f=15&t=181001

Neuling:
Wissen 4 - fundiertes Basiswissen
Erfahrung 1 - Kurzschlussmonteur


Threadersteller
md95129
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Re: Analog DC,DCC oder R/C fuer kleine Anlagen - Video

#12

Beitrag von md95129 »

Fishmastr,
Diese Schaltung ist im Prinzip das Gleiche, dass Du verwendest, allerdings deutlich platzsparender, sodass es auch in kleinen Fahrzeugen eingesetzt werden kann. Preislich ist kein grosser Unterschied. Trotz der verwendeten Elektronik (DC/DC Wandler von Eingangsspannung auf 2,5..3V bzw. 5,5V fuer einen einzelnen Supercap und nachfolgendem DC/DC Wandler zurueck auf ca. 10V) ist das wegen der winzigen Bauelemente platzsparender als 4..5 Supercaps. Falls ich Platz habe, nutze ich natuerlich auch die Serienschaltung von Supercaps ohne Elektronik. Uebrigens kannst Du getrost Deine Schwungmassen ausbauen, die Regelung wird verbessert und die Motoren danken es Dir. Ich verwendete Schwungmassen seit Jahrzehnten, bis ich die Stuetzung durch Supercaps einbaute.
Henner, Donkey Doktor der EDH Lumber

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