Österreich 1955 - Die Görtschitztalbahn

Bereich zur Vorstellung der eigenen Modellbahnanlage.

Gewünscht sind insbesondere Fotos, technische Daten, Gleispläne und evtl. auch Berichte über die Entstehung. Die Anlage sollte in einem "vorzeigbaren Zustand" sein, für reine Rohbauberichte ist das Forum "Anlagenbau".

Bitte startet in diesem Bereich für jede Anlage einen eigenen Thread!
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ardez09
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Re: Winkelwerk, Staub und teuflische Raumnot

#501

Beitrag von ardez09 »

notbremse hat geschrieben:Besonders staubempfindliches Inventar muss
daher staubdicht abgedeckt werden:
Bild
So bewahrst Du Dein Rollmaterial auf :?: :?:
Ich bin entsetzt :shock:

:fool: :fool:

Wenn Du weiter so sauber arbeitest darf da gar keine Landschaft drauf ... :wink:

Viele Grüße
Volker
Einladung nach Guardez ... für alle, die Alpen und Schmalspurbahnen mögen:
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notbremse
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Re: Österreich 1955 - Die Görtschitztalbahn

#502

Beitrag von notbremse »

@ Sebastian: Natürlich ist die Kappsäge benutzt - die sieht nur so blank aus, weil ihr der Staubsauger nicht von den Fersen weicht. Im Moment bereitet sie mir sogar Abnutzungsprobleme, weil ihr gerade ein Sägezahn ausgebrochen ist... :cry: :cry: :cry:

@ Norman: Der "blutige Laie" ist buchstäblich so zu verstehen, dass ich vieles von dem, was ich hier zeige, in dieser Form tatsächlich zum ersten Mal mache. Vielleicht helfen diese Erfahrungen auch anderen. Unabhängig davon muss eine Menge Zeit überbrückt werden, denn es sind jetzt insgesamt 13 Segmente und zwei abnehmbare Teile zu bauen... :roll: - Bloß ein paar Fotos vom fertigen Unterbau wollte ich Euch nicht zumuten.

@ Ralf: Gute Idee... Ich könnte im Winter den Keller fluten und die Fenster offen stehen lassen. Dann streue ich die Sägespäne aufs Eis - und schon ist der verdammte Laminatboden nicht mehr so rutschig!

:fool:

@ Volker: Rollmaterial? Nein! SCHÜTTGUT!!!

:fool:

Spaß beiseite:

Vielen Dank Euch allen für Eure netten Kommentare!

Liebe Grüße

Karl
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Ralf Franke
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Re: Österreich 1955 - Die Görtschitztalbahn

#503

Beitrag von Ralf Franke »

Hallo Karl,
so war das nicht gemeint, mit der Sägespäne :fool: , ich wollte nur darauf hinweisen weil der eine oder andere das vielleicht kennt, im Winter Sägespäne zu streuen um das Eis ab zu stumpfen und da funkts ja auch.

Aber wenn dir dein Laminat zu rutschig ist, kann ich die eine Schleifmaschine mit 60er Schleifpapier empfehlen und damit gründlich anschleifen :fool: :fool: :fool:

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notbremse
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Re: Österreich 1955 - Die Görtschitztalbahn

#504

Beitrag von notbremse »

.
KARLOLD NOTBREMSENEGGER, DER KAMMSCHLITZERATOR


Segment 3 steht jetzt und ist probeweise mit den beiden (niedrigeren) Brückensegmenten verbunden:

Bild

Für die Verbindung der Segmente habe ich die Modulverschraubung 40mm 00629 der Hobbyecke Schuhmacher genommen, wie Josef Brandl es empfahl. Drei je Verbindung. Mit Euro 8,50 das Stück ist das ein Posten, der nachdenklich stimmt. Das Produkt überzeugt jedoch auf der ganzen Linie und ich habe keine Alternative gefunden, die diese Bezeichnung verdient.
Einmal sorgfältig eingebaut, gibt es keinerlei Probleme mit dem Auseinandernehmen und mit dem Zusammenfügen der Segmente.

Bild


Die Holzvorräte schwinden. Die Kammschlitzerei wird allmählich zur Routine.


Kreuzüberplattung die Wasweißichwievielte - Zu den Belastungsdiskussionen etwas weiter vorn im Thread

Irgendwie geht mir das Problem der Zugbelastung bei einem unten liegenden Kammschlitz nicht aus dem Kopf. Ich denke mir, die Zugbelastung eines unten eingesägten Brettes spielt wohl eher keine Rolle, denn die Bretter stützen sich quasi gegeneinander ab. Der Obere Pfeil stellt eine von oben einwirkende Kraft dar, der untere soll zeigen, wie diese Kraft meiner Meinung nach auf das zweite, normal dazu eingesetzte Brett umgeleitet wird, sodass dieses Brett eine Stützfunktion ausüben dürfte:

Bild


Dann dürfte es auch kein Problem sein, wenn nicht die langen Bretter die kurzen tragen, sondern umgekehrt. Ich meine jetzt, dass kurze Spannweiten eigentlich ein Vorteil sein müssten?

Außerdem werden die beiden Bretter ja miteinander verleimt. Man hat auf diese Weise an der Verbindung sozusagen einen 8 cm hohen "Leimbinder".

Wie auch immer das statisch korrekt zu rechnen ist, die Konstruktion trägt nicht nur mich anstandslos, sondern sie ist auch im Handling außerordentlich robust. In diesem Punkt geht ein Chapeau an Meister Brandl.

Und schließlich, wie schon weiter vorne erwähnt, hält sich die Konstruktion geradezu von selbst exakt im rechten Winkel.


Wer fürchtet sich vorm kammigen Schlitz? - Niiiieemaaaaand!!!

Anfänglich habe ich mich, ich gebe es zu, fast ein wenig vor der Kammschlitzerei gefürchtet. Ich bin aber Gott sei Dank nicht auf die Idee verfallen, auf eine vermeintlich einfachere Methode auszuweichen. Also schlitze ich emsig weiter.

Da mein Hobbykeller genug andere sportliche Aktivitäten bietet, habe ich die Handsäge beiseite gelegt und bin euren Hinweisen nachgegangen, dass es mit der Stichsäge auch gehen muss.

Hier mein allererster Versuch – noch nicht ganz gerade, aber dennoch völlig ausreichend genau innen die Bleistiftlinien entlang:

Bild


Kammschlitze mit der Stichsäge

Ich habe mir die zweitbilligste Hobbystichsäge eines Markenherstellers gekauft. Das billigste Modell kennt nur EINE Geschwindigkeit. Das etwas teurere Modell verfügt über eine stufenlose, recht feinfühlige Geschwindigkeitsregelung.

Im Vergleich mit meiner 15 Jahre alten Stichsäge, die ich nun nur noch für gröbste Arbeiten verwende, ist mein neues Gerät ein phantastisch präzises Teil.

Ich habe zunächst ein Testbrett besägt und habe rasch folgende Erfahrungen gemacht:
  • Die Säge darf nicht gaaaanz laaaaangsam bewegt werden, denn sonst wird das Sägemehl nicht ausreichend weggeblasen und man sieht die Bleistiftlinie nicht. Also arbeite ich ausnahmsweise einmal nicht gaaaaaanz laaaaangsam, sondern mit einer mittleren Geschwindigkeit.
  • Man sollte den Winkel des Sägeblattes von Zeit zu Zeit überprüfen. Mein nagelneues Sägeblatt stand schon bei den ersten Versuchen nicht mehr völlig exakt im rechten Winkel. Es stellte sich heraus, dass das Metall der Fußplatte ein wenig verbogen war. Woher diese Schiefstellung bei einer eben erst erworbenen Stichsäge kam, konnte ich nicht klären. Ich konnte die Fußplatte aber mit der bloßen Hand in die richtige Position zurückbiegen. Möglicherweise habe ich selbst gleich nach dem Auspacken die Säge zu unsanft abgelegt. Seither behandle ich sie vorsichtshalber nur noch wie ein rohes Ei.
Hier ein Foto des etwas schräg stehenden Sägeblattes:

Bild


Zum Anzeichnen verwende ich einen harten Druckbleistift, der eine entsprechend saubere, dünne Linie erzeugt. Der rechte Winkel wird immer wieder von beiden Seiten kontrolliert. Was weggeschnitten werden soll, wird nach der ersten Bleistiftlinie sofort mit einem „X“ markiert, um zu verhindern, dass man die nächste Linie irrtümlich in der falschen Richtung aufträgt.

Man wird ja immer wieder unterbrochen, da kann das schon einmal passieren. Bei mir z.B. kommen immer wieder attraktive Damen vorbei und möchten wissen, was ich mit dem Sofa gemacht habe…

:fool:


Die Kammschlitze zeichne ich nun immer auf beiden Seiten des Brettes an. Klingt wie eine mühevolle Fleißaufgabe, ist aber schnell gemacht. Das beidseitige Anzeichnen hat zwei Vorteile:
  • Man kann das Holz um 180° drehen und muss dennoch nicht die eigene Position wechseln
  • Man hat eine gute Kontrolle, ob der Schnitt auch auf der Rückseite gelungen ist, oder ob die Säge „ausgewandert“ ist.
Auf die Stichsäge übe ich nur ganz sanften Druck in Schnittrichtung aus, keinesfalls seitlich.

Alles in allem funktioniert das Schneiden der Kammschlitze mit einer zeitgemäßen Stichsäge völlig klaglos. In weniger als einer Stunde sind alle Kammschlitze eines Segmentes gesägt und mit dem Stechbeitel nachbearbeitet.

Die Royba wird weggelegt, sie erledigt nun nur noch Spezialaufgaben.

- - -

Nächste Woche mehr aus der Serie "In der Hölle des Sägemehlwurms".

Schönes Wochenende euch allen

Karl
Zuletzt geändert von notbremse am Fr 1. Mai 2015, 15:59, insgesamt 1-mal geändert.
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399.03
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Re: Österreich 1955 - Die Görtschitztalbahn

#505

Beitrag von 399.03 »

Hallo Karl,

schön zu sehen, wie jetzt Stück für Stück Deine Anlagen-Segmente entstehen. MartiN hätte seine helle Freude, obwohl: Da wird nichts mit "halbgaren Modulen", das wird ein mustergültiger Anlagenunterbau. Auch die gezeigten Verbindungselemente sind ihr Geld wert.

Mit der Stichsäge hast Du zweifellos auch die richtige Maschine für Deine Schlitzereien. Handsägen verwendet heutzutage nur noch, wer keine Maschine hat. Oder wer sie verwenden muss, etwa Lehrlinge in der Berufsschule. Dort sind sie auch nützlich, denn wer damit ordentliche Ergebnisse erzielt, weiß anschließend worum es geht. Aber das erfordert immer viel Übung. Ich bin übrigens kein Tischler, und ich habe überhaupt kein Handwerk erlernt. Aber ich habe Spaß an handwerklicher Arbeit und verfüge auch über einige Erfahrung und über eine sehr gut ausgestattete Werkstatt für Holz- und Metallarbeiten.

Deine statischen Überlegungen muss ich ein wenig korrigieren, wenn eine Kraft von oben auf Deine Konstruktion wirkt, dann sollten die unteren Pfeile nicht in Richtung des Querholzes zeigen, sondern von diesem weg. Das ist aber bei den gewählten Dimensionen so gut wie bedeutungslos. Wie Du richtig schreibst, ergibt die Verleimung eine mehr als ausreichende Stabilität für die Segment-Rahmen. Und das ist ausschlaggebend für den vorgesehenen Verwendungszweck. Ich habe übrigens auch zurfrieden zur Kenntnis genommen, dass Du nicht nur rechtwinkelige Rahmen sauber anfertigst, sondern auch die mit den "krummen" Winkeln. Tadellose Arbeit.

Vor einiger Zeit hast Du hier gezeigt, wie Du Sekundenkleber mit einem Drahtstück an die Klebestellen bringst. Da hätte ich noch einen Verbesserungsvorschlag: Für wenig Geld gibt es im Uhrmacherbedarf sogenannte "Ölgeber", die sind nicht nur für Öl, sondern auch für die Applikation von Klebern und dergleichen bestens geeignet. Der Trick ist, dass die am Ende eine Erweiterung haben, die die aufgenommene Flüssigkeit an der Spitze hält. Bei dem Drahstück neigt der Kleber oder Leim dazu, ein Stück nach oben zu wandern.

Ich hoffe, Du wertest meine Ausführungen nicht als "Besserwisserei". Aber nachdem Du Deine Arbeit hier so ausführlich beschreibst, möchte ich schon darauf antworten.

Weiterhin gutes Gelingen und herzliche Grüße, Willi

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SpaceRambler
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Re: Österreich 1955 - Die Görtschitztalbahn

#506

Beitrag von SpaceRambler »

... oha, jetzt wird's ernst! Jetzt baut er eine Moba-Folterkammer!!! :bigeek:

Nachdem ich jetzt zwei Monate Thread-Abstinenz aufgearbeitet habe, ist mir natürlich Dein Finger ... Dingens ... Absäg ... Zurüstsatz nicht verborgen geblieben. Au Backe, da bahnt sich ja was an :fool: Jedenfalls hat es meiner ältesten Tochter, die mir zufällig über die Schulter schaute, kalte Schauer über den Rücken gejagt! Da hättest Du mal besser das Sofa unten stehen lassen, als Erstversorgungs-Einrichtung für medizinische Notfälle :lol: :fool:

Im Ernst: wer solche Brückenbausätze zusammenlötet, wie wir dies hier verfolgen durften, der überlässt natürlich beim Rohbau ebenso nichts dem Zufall. Rahmen aus "Yellow Poplar" (kannte ich auch noch nicht!), die mit ähnlicher Akribie vorbereitet und zusammengeleimt/geschraubt werden wie zuvor die Brücke, sind natürlich beste Voraussetzungen für ein Ärger-freies Fahrerlebnis auf der Anlage, die da entsteht. Und wenn die beiden Herren auch in schwindelerregender Höhe über dem Kellerboden weiterhin assistieren, dann ist die Qualität des Baufortschritts ganz klar sichergestellt.

In diesem Sinne: klapp' den Deckel auf staubempfindliche Güter - und :prost: auf das Gelingen der Görtschitztalbahn!

Grüße, Randolf
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Re: Österreich 1955 - Die Görtschitztalbahn

#507

Beitrag von Guppy6660 »

Servus Karl,

Es ist unglaublich, mit welcher Akribie du "deine" Görtschitztalbahn" entstehen lässt, und wie ausführlich du das für alle Mitleser hier dokumentierst! 8) Ich ziehe meinen Hut! :prost:
:shock: Und nebenbei findest du sogar noch die Zeit, dich mit feinem Besuch auf Couch- Suche zu begeben... :fool:

Bitte mach weiter so, ich verfolge deine Berichte immer mit Hochgenuss! :sabber:

Schönes Wochenende an den Wörthersee, mein Bester! :prost: :prost: :prost:

PS: Ich würde mir künftig noch wünschen, wie viel Gramm Holzleim du pro Klebestelle verwendest... :fool:
bin ja schon weg.... :pflaster:
Viele Grüße,

Richard

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Das Tragische an jeder Erfahrung ist, dass man sie erst macht, nachdem man sie gebraucht hätte.
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Ralf Franke
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Re: Österreich 1955 - Die Görtschitztalbahn

#508

Beitrag von Ralf Franke »

Hallo Karl,
Willi hat mit seiner Aussage bezüglich der Belastung recht, durch das nach unten Durchbigen würden die Flanken deiner Kreuzüberblattungen eigentlich aufgehen.
Aber darüber brauchst du dir bei deinen doch absolut sauber hergestellten Verbindungen keine Gedanken zu machen.
Da unsere heutigen Leime im Gegensatz zu den schon seit Ewigkeiten nicht mehr verwendeten Glutinleimen eine ganz andere Festigkeit erreichen.
Unsere heutigen Leime dringen in die Holzpohren ein und werden somit zu einer Art Miniverdübelung, ähnlich eines kleinen Sinnennetzes.
Wenn du eine sauber verleimte Ecke versuchst auseinander zu brechen wirst du feststellen das das Material nicht an der Verleimung sondern daneben bricht.

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Belastung auf ZUG

#509

Beitrag von notbremse »

.
BELASTUNG AUF ZUG
Deine statischen Überlegungen muss ich ein wenig korrigieren, wenn eine Kraft von oben auf Deine Konstruktion wirkt, dann sollten die unteren Pfeile nicht in Richtung des Querholzes zeigen, sondern von diesem weg.

Willi hat mit seiner Aussage bezüglich der Belastung recht, durch das nach unten Durchbigen würden die Flanken deiner Kreuzüberblattungen eigentlich aufgehen.
Liebe Stummis, es ehrt Euch, dass Ihr als Moba-Freunde grundsätzlich einmal eine Belastung auf ZUG vermutet.

Vermutung und Glaube sind enge Verwandte, wie auch Glaube und Gebet. Gebete, die jemand vorbetet, und alle anderen nachbeten, haben zweifellos eine wichtige Funktion. Wenn jemand im Sterben liegt, zum Beispiel.

Da ich aber im Moment gerade wieder einmal nicht im Sterben liege, sondern in meinem Moba-Keller eine relativ aufwändige Unterkonstruktion baue, möchte ich natürlich schon wissen, ob sich dieser Aufwand überhaupt lohnt.

Ich habe mich daher entschlossen, das Thema zur technischen Prüfung an die Bauleitung weiterzugeben.

- - - - - - - - - - - - - - -

„Glabst du dos?“ hat der Toni gefragt. „Mein lieber Toni“, erwiderte der Professor etwas ungehalten, „das ist keine Glaubensfrage. Wir sind hier nicht im Stephansdom, sondern im Stummiforum. Wir probieren es ganz einfach aus.“

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„Wir brauchen zunächst einen Werkstoff, der sich ähnlich wie Holz verhält, also beispielsweise ein Blatt Papier, das ja bekanntlich ursprünglich nichts anderes ist als ein Holz-Leimgemisch.“

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„In dieses Papier schneiden wir zwei Kammschlitze ein.“

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„Da wir zeigen wollen, wie sich die Kräfte bei einer Beanspruchung verteilen, verleihen wir diesem dünnen Holz-Leimgemisch eine höhere Elastizität, indem wir es von unten her einschneiden. Es geht ja offenbar um die an der Unterkante wirkenden Kräfte. Damit man später das Biegeverhalten visuell nachvollziehen kann, machen wir die Einschnitte mit einem schwarzen Filzstift gut sichtbar.“

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„Anschließend fixieren wir das Blatt mit Klebestreifen dort, wo das Brett in unserer Unterkonstruktion auch fixiert ist, nämlich bei den Kammschlitzen.“

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„So, und nun belasten wir das Ganze auf Biegung.“

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„Es zeigt sich nun, dass die linken Streifen sich unten nach links zusammenschieben und gegen den Kammschlitz drücken. Ebenso drücken die rechten Streifen gegen den rechten Kammschlitz. Die Konstruktion stützt sich am Rand also eindeutig gegen das Querbrett ab. Eine Zugbelastung tritt dort nicht auf, es ist vielmehr Druck gegen den Kammschlitz bzw. das Querbrett gerichtet."

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"In der Mitte des Brettes hingegen entsteht – wie bei einer Brückenkonstruktion – unten eine starke Beanspruchung auf Zug, die dazu führt, dass die Streifen in unserer Simulation dort auseinander gezogen werden.

Das Holzbrett unserer Unterkonstruktion hält dem Zug in der Mitte aber ohne weiteres stand, denn dort hat es die volle Materialstärke von 8 cm.“

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Soweit die Prüfung durch die Bauleitung.

- - - - - - - - - -

Alles Weitere später. - Ich muss mich jetzt dringend in den Moba-Keller zurückziehen, denn bei uns herrscht erstklassiges Bastelwetter.

>>> duck und weg <<< :twisted:

Liebe Grüße

Euer Karl
Zuletzt geändert von notbremse am Fr 1. Mai 2015, 16:02, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Österreich 1955 - Die Görtschitztalbahn

#510

Beitrag von St. Goar »

Hallo Karl,

als alter Techniker ist Dein Versuchsaufbau zum Zug- und Druckverhalten von Bauteilen so richtig nach meinem Geschmack. Deine Gewissenhaftigkeit und Deine Vorüberlegungen beim Bau des Gestells sind begeisternd. Ich habe bei mir ebenfalls eine Rahmenkonstruktion gewählt. Bei der Querschnitten und Deiner Verarbeitungsgüte werden die Modellbahnbelastungen eher zu vernachlässigen sein. Ich kann bei Arbeitern im nicht sichtbaren Bereich mein Gewicht auf die Streben bringen - auch wenn nicht die ganzen 83 Kilogramm wirksam werden - ohne das sich etwas durchbiegt.
Nutz das fiese Wetter. :wink:
Gruß aus Bielefeld

Gerhard

In Stummis Modellbahnforum: viewtopic.php?f=51&t=42457

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399.03
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Re: Österreich 1955 - Die Görtschitztalbahn

#511

Beitrag von 399.03 »

Hallo Karl,

Losgelöst von Glaubensfragen, meine Empfehlung: Mach es so wie ich. Wenn man sich in einer Problemstellung festgefahren hat, hilft oft ein Schritt zurück. Du steigst damit von der Leitung, auf der Du momentan stehst, und die größere Entfernung vom Problem schafft Überblick.

Dein letztes Bild mit dem eingedrückten Papierstreifen ist dazu gut brauchbar. Du hast die beiden Bretter links und rechts auf der Unterlage fixiert. Das Beispiel gilt daher (annähernd) für einen einfachen Rahmen, der nur außen herum Bretter hat, es gibt keine Querbretter mit Überblattung dazwischen, die beiden Außenbretter links und rechts sind durch Modulbeine unterstützt. Denk Dir jetzt einfach an der Stelle, wo Du jetzt die Spreizung direkt unter der Kraft von oben hast, ein Querbrett (und den Schlitz für die Überblattung mit diesem Querbrett) und Du siehst, was ich meine.

Herzliche Grüße, Willi

... duck und wech ...

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Re: Österreich 1955 - Die Görtschitztalbahn

#512

Beitrag von MicroBahner »

Hallo Karl und alle anderen Statiker :D
Dein Fred zeigt deutlich dass sich Akribie und Humor nicht ausschliessen - im Gegenteil.
Nach dem akribischen Bau der Stahl-Fachwerkbrücke werden hier nun auch die Details der Statik akribisch untersucht und diskutiert (der Unterbau ist ja letztendlich auch nichts anderes als eine Brücke und ist deshalb genauso exakt zu konstruieren :mrgreen: :fool: ).

Das erinnert mich lebhaft an mein Studium - auch als Elektrotechniker mussten wir ein paar Vorlesungen 'Statik' belegen. Mein Gott - ist das lange her :roll: . Die Begeisterung war damals riesig :( :? . Schließlich hatten wir bewusst Elektrotechnik :D und nicht Bauingenieurwesen :mad: belegt. Aber ein paar Dinge zu Zug- und Druckspannungen sind noch hängengeblieben :wink: .
Willi hat da natürlich recht - das Problem bei deinem Versuchsaufbau ist, dass du die 'Schlitze' links und rechts an der Unterlage festgeklebt hast. Das funktioniert bei den Brettern deiner Module halt nicht wirklich :mrgreen: . Aber es entspricht am ehesten noch den Stellen, wo du die Beine befestigt hast. Dein Papierstreifen zeigt es ja: im freihängenden Bereich entsteht in deinem Brett oben Druck- und unten Zugspannung ( Ich glaube, wie man berechnet, wo im Brett dann die 'neutrale' Zone ist haben wir damals auch gelernt.....Schwamm drüber :zahnlos: ). Und was passiert, wenn man ein auf Zug gespanntes Seil durchschneidet ( sprich unten ins Brett Schlitze reinsägt :redzwinker: ) .... :baeh: :shock: .
Aufgrund der hohen Sicherheitsreserven und den 'wieder verknoteten Seilstücken' - sprich der Verleimung - spielt es aber kein Rolle.

Sorry für den vielen Text - aber für irgendwas musste die Vorlesung damals ja endlich mal gut sein :aetsch: :pflaster: :pflaster: :fool:

Ich hatte in deinem Fred viel nachzuholen - aber es war sehr kurzweilig zu lesen :D :D - und jetzt sind auch noch die Smilies alle......

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Re: Österreich 1955 - Die Görtschitztalbahn

#513

Beitrag von notbremse »

@ Willi und Franz-Peter:

Ich sitze hier auf einem meiner Segmente (das Sofa ist ja weg) und bin am Boden zerstört. Ihr habt mein Weltbild völlig ausgehebelt. :cry: :cry: :cry:

Das bedeutet nämlich erstens, dass die Bauleitung fortan nicht mehr unser uneingeschränktes Vertrauen genießt. :banghead:

Und zweitens bedeutet das, dass Meister Brandl in seinen Publikationen ungestraft eine Methode des Unterbau-Baus empfiehlt, die offenbar nur funktioniert, weil er massenhaft Leim draufpappt??? Bin ich ihm buchstäblich auf den Leim gegangen???????

:bigeek: :bigeek: :bigeek:

>>> PANIK!!!!!!!! <<<

Andererseits… Ich sitze eigentlich recht komfortabel auf meiner Leim-Burg und sie macht keinen Mucks. Trotz 75 Kilo + Werkzeugkiste + Stichsäge + 1 Bier. :twisted:

@ Willi:
399.03 hat geschrieben:Vor einiger Zeit hast Du hier gezeigt, wie Du Sekundenkleber mit einem Drahtstück an die Klebestellen bringst. Da hätte ich noch einen Verbesserungsvorschlag: Für wenig Geld gibt es im Uhrmacherbedarf sogenannte "Ölgeber", die sind nicht nur für Öl, sondern auch für die Applikation von Klebern und dergleichen bestens geeignet. Der Trick ist, dass die am Ende eine Erweiterung haben, die die aufgenommene Flüssigkeit an der Spitze hält. Bei dem Drahstück neigt der Kleber oder Leim dazu, ein Stück nach oben zu wandern.
Vielen Dank für den prima Tipp!

Ganz im Ernst jetzt - dieses Detail habe ich euch schamhaft vorenthalten: Ich hatte tatsächlich Mühe, den Kleber vorne am Draht aufzunehmen. Das funktionierte nur, wenn ich den Draht nicht senkrecht in den Kleber eintauchte, sondern ganz flach. Leimgeber kannte ich bislang überhaupt nicht. Dieses Werkzeug ist offenbar auch noch relativ preiswert, wie ich eben "in der Bucht" gesehen habe, und selbst für die schmale Brieftasche erschwinglich. Wird natürlich in Kürze getestet.

@Randolf, Thema Erstversorgung: Du hast recht, das Sofa ist weg und einen Hubschrauberlandeplatz habe ich auch nicht. Aber wenn Du das erste Foto im gestrigen Beitrag genauer ansiehst, wirst Du feststellen, dass ich – links von der roten Werkzeugschale – immerhin zwei Packungen Pflaster hergerichtet habe.
Ich bin mir allerdings offen gestanden nicht sicher, ob Pflaster auch gegen Schauer in der Rückengegend junger Damen helfen…
:fool:
Vielen Dank für Deinen netten Kommentar und auch Dir ein herzliches :prost: :prost: :prost: mit dem staubempfindlichen Schüttgut!

@ Richard:
Guppy6660 hat geschrieben:PS: Ich würde mir künftig noch wünschen, wie viel Gramm Holzleim du pro Klebestelle verwendest... :fool:
bin ja schon weg.... :pflaster:
Mein lieber Richard, geh‘ in dich und schäm dich! Was traust du mir da an Genauigkeit zu? GRAMM??? Zehntelgramm sind da schon viel zu viel!!!
:fool:
Spaß beiseite: Ein schönes Wochenende auch dir! :prost: :prost: :prost:

@ Ralf: Ich gucke mir mein Spiegelbild in meinem staubempfindlichen Schüttgut an und fühle mich nach deinen Ausführungen EINFACH PRÄCHTIG.
DEMNACH BIN ICH JETZT DER SPIDERMAN MEINES MOBAKELLERS!!!!
JIPPPPIIIIIIIEEEEEH!


@ Gerhard: Vielen Dank für Deinen netten Besuch und deinen beruhigenden Kommentar. Das fiese Wetter wird natürlich ausgiebig genutzt.

Liebe Grüße nach Bielefeld!

-----------------

So, jetzt mache ich Schluss und verzieh' mich besser in meinen Mobakeller, bevor Ralf Stumm herausfindet, dass wir ihm heute fast alle Smilies verbraucht haben...

:fool:

Euer Karl

P.S.: Zu spät - ich bin ertappt!!!

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Schlanke Weiche
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Re: Österreich 1955 - Die Görtschitztalbahn

#514

Beitrag von Schlanke Weiche »

Guten Abend die Herren Hilfs-Statiker,
Guten Abend Karl,

ich hatte schon mehrfach überlegt ob ich mich bei dem Thema Unterkonstruktion einhaken soll, was ich an dieser Stelle nachholen möchte!

Ich (Bau-Ing - Tragwerksplanung/Statiker) möchte an dieser stelle lösen:

Die Längsbretter tragen im unteren Bereich, wie auch schon mehrfach erwähnt auf Zug. Demzufolge ist der Querschnitt in diesem Bereich geschwächt und weniger tragfähig.
Die Last wird jedoch wie schon von Karl vermutet zum größeren Teil über die Querriegel abgetragen, welche jedoch ebenfalls geschwächt (im Bereich der Druckzone (oben)sind).
Ich würde mal behaupten das die Restquerschnitte ausreichend tragfähig sind, da kaum Lasten vorhanden sind und du sicher keine Tanzveranstaltung auf den Segmenten durchführen möchtest.

Die Konstruktion bietet außerdem noch Reserven. Die Längsbretter werden vollflächig mit den Querbrettern verleimt, wodurch ein Teil der Biegespannungen über die verleimte Fläche übertragen wird. Der Anteil ist leider gering, da die Querhölzer in diesem Teil auf Querzug belastet werden (90° zur Längsrichtung der Fasern) und Holz auf Querzug nur geringfügig tragfähig ist.
Ähnlich verhält es sich für die Querhölzer, wobei hier Querdruck in den Längshölzern übertragen wird. Holz ist auf Querdruck aber um einiges tragfähiger als auf Querzug.

Ich hoffe ich habe euch alle endgültig verwirrt! konnte aber Karls Bedenken wegen der Segmente verwerfen.

Grüße
Josef

Ps: Der Versuchsaufbau ist klasse und gibt die Gesetzte der technischen Mechanik wieder!

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Re: Österreich 1955 - Die Görtschitztalbahn

#515

Beitrag von MicroBahner »

Schlanke Weiche hat geschrieben:Ps: Der Versuchsaufbau ist klasse und gibt die Gesetzte der technischen Mechanik wieder!
Und jetzt weis der elektrisierte Hilfs-hilfsstatiker :fool: auch wieder, wie die Vorlesung damals hies :idea:
notbremse hat geschrieben:>>> PANIK!!!!!!!! <<<
ist bei Karl als absolut unangebracht :D :D 8)

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Ralf Franke
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Re: Österreich 1955 - Die Görtschitztalbahn

#516

Beitrag von Ralf Franke »

Hallo Karl,
mach dir doch nicht solchen Sorgen, dein Konstruktion wird mit Sicherheit nicht brechen.
Bei deinem Papiermodell ist einfach der Fehler das du dieses unten eingeschnitten hast.
Nimm einen Binfaden, dieser entspricht Ehr den Holzfasern, und schiebe diesen mittig nach unten, dann wirst du merken, das der Faden sich von den Endpunkten entfernt.
Aber wie gesagt, bei den bei einer Modellbahn entstehenden Gewicht, zumal du ja nicht genau in der Mitte auf kleiner Fläche extremes Gewicht bringen wirst, hält das mit absoluter Sicherheit.

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michl080
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Re: Österreich 1955 - Die Görtschitztalbahn

#517

Beitrag von michl080 »

moinmoin,

ich möchte mich höflich entschuldigen, dass ich vor längerer Zeit diese kleine harmlose Bemerkung gemacht habe:
Da die langen eine grössere Biegelast aufnehmen, hätte ich die kurzen von unten und die langen von oben eingeschnitten. So wäre die Faser mit der höchsten Zugbelastung ( die am unteren Rand) intakt geblieben.
:oops: :oops:

Aber eines kann man schon mal sagen: Nicht jeder Disput hier im Forum entgleist in wüste Beschimpfungen. Josefs Ausführungen bilden doch einen schönen Abschluss, jetzt können wir uns ja wieder Karls Baubeschrebungen widmen ...

schönen Tag noch an Karl und alle anderen Diskutanten,

Michael

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notbremse
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Re: Österreich 1955 - Die Görtschitztalbahn

#518

Beitrag von notbremse »

@ Josef:

Lieber Josef, herzlichen Dank. Zunächst einmal für deine ausführliche und durchaus sehr verständlich formulierte Expertise, die das Thema nun wirklich gründlich be- und erleuchtet. :prost:
Und dann bewundere ich auch dein diplomatisches Geschick, denn du hast, wenn ich deinen Befund richtig interpretiere, plausibel dargelegt, dass jeder von uns auf seine Weise irgendwie Recht hat. SOGAR ICH!!! :prost:

So kann ein jeder von uns hoch erhobenen Hauptes aus der Diskussion aussteigen. - Ich LIEBE solche Win-Win-Situationen. :hearts:

@ Ralf:
mach dir doch nicht solchen Sorgen, dein Konstruktion wird mit Sicherheit nicht brechen.
Hallo Ralf, ich mache mir ja nicht wirklich Sorgen. Ich klettere ja mit meinen 75 Kilo drauf herum und habe eine Werkzeugkiste mit. Die Konstruktion hält bombenfest. Sogar, wenn manchmal auch noch ein Bier mit obenauf ist. :hammer:

Da aber in der Diskussion mehrfach von einer entscheidenden Schwächung der langen Träger durch den Kammschlitz von unten her die Rede war, hat mich natürlich interessiert, ob man da nicht den langen Träger zu isoliert betrachtet und habe zugegebenermaßen etwas heftig provoziert, um das herauszufinden. Ich hoffe, ich habe damit speziell Willi und Dich nicht zu sehr genervt. :?:

Josef hat nun die ganze Konstruktion vom Tischbein über die unten eingeschlitzten Längsträger und die oben eingeschlitzten Querträger bis hin zur Leimverbindung perfekt beschrieben und nun weiß ich nicht nur, DASS es hält, sondern auch, WARUM es hält. Jetzt hocke ich noch viel gemütlicher obenauf...
:fool:
An dieser Stelle vielleicht noch ein paar Zeilen als Erklärung, warum ich mich in dieses Thema so heftig verbissen habe:
Wenn man über viele Monate eine Brücke von den Dimensionen des Taggenbrunn-Viadukts baut, wird man notgedrungen mit statischen Fragen und Erkenntnissen konfrontiert, wenn auch bruchstückhaft und anlassbezogen. Man wird bei einem Projekt dieser räumlichen und zeitlichen Dimension irgendwie ganz automatisch zum Amateur-Dilletanten-Aushilfs-Statiker-Aspiranten. In der Folge interessieren natürlich statische Zusammenhänge auch bei anderen Objekten, die irgendeine tragende Funktion haben.

Wehmütig stimmt in diesem Zusammenhang übrigens, dass nicht mehr Steinzeit ist. Damals hätte ich mit meinen "herausragenden" Erkenntnissen ohne weiteres ein Statik-Büro erfolgreich betreiben können...
:fool:

@ Franz-Peter: Danke für deinen netten Kommentar!

Schönen Sonntag euch allen und nochmals vielen Dank an Josef!

Euer Karl

P.S: MICHAEL!!!! Gut, dass du dich just in dem Moment meldest, da ich diesen Post abschließen will: Auch dir natürlich herzlichen Dank, denn du hast zweifellos die Initialzündung für diese durchaus erfrischende und von Josef nun zu einem wunderschönen Ende gebrachte Diskussion gelegt!
Wer schnell fertig werden will, sollte nicht Modellbau betreiben, sondern sich mit losen Damen vergnügen...

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Ralf Franke
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Re: Österreich 1955 - Die Görtschitztalbahn

#519

Beitrag von Ralf Franke »

Hallo Karl,
ich bin auf garkeinen Fall genervt, ganz im Gegenteil find ich deine Herangehensweise äußerst interessant.
Ich hoffe ja auch darauf, wenn ich erst soweit bin, meinen eigenen Baubericht hier einzustellen, das man mich auch auf meine nicht ganz korrekten Gedankengänge hinweist und korrigiert.

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Re: Österreich 1955 - Die Görtschitztalbahn

#520

Beitrag von 399.03 »

notbremse hat geschrieben:@ Willi und Franz-Peter:

Ich sitze hier auf einem meiner Segmente (das Sofa ist ja weg) und bin am Boden zerstört. Ihr habt mein Weltbild völlig ausgehebelt. :cry: :cry: :cry:
Hallo Karl,

nach ausgiebigen Familienfeiern bin ich jetzt wieder in der Lage, Deinem Thread zu folgen. Ich hoffe, Dein Weltbild hängt inzwischen wieder gerade. So gut wie alle Poster hier waren sich ja darin einig, dass Deine Segmente vorbildlich gebaut sind und mehr als ausreichende statische Sicherheit für den Modellbahnbetrieb bieten. Unsere "akademische Diskussion" lief dann sozusagen außer Konkurrenz und hat mit Josefs Beitrag einen souveränen Abschluss gefunden.
Ralf Franke hat geschrieben: ich bin auf garkeinen Fall genervt, ganz im Gegenteil find ich deine Herangehensweise äußerst interessant.
Rralf
Genauso sehe ich das auch. Und wie bereits Michael "michl080" feststellte, Dein Thread hier bei stummi ist ein Ort, wo man bestens diskutieren kann, ohne sich gleich gegenseitig in die Haare zu geraten. Ein Grund mehr, sich hier wohlzufühlen.

Ich habe im übrigen mehr als ausreichend Erfahrung damit, wie man nach reichlicher Überlegung eine Sache als "geklärt" bewerten und sich dann festlegen kann. In den letzten Tagen musste ich auch mehrfach diesen "Schritt zurück" machen, um ein Problem von vorn anzugehen. Mehrere Male war ich zuvor bereits überzeugt gewesen, wie die Lösung nur aussehen kann. Es ging um einen Stellmotor für einen Heizungsmischer bzw. die korrekte Einstellung seiner drei Nockenscheiben. Aber jetzt macht das Mistvieh, was es soll.

Weil Du meinen Vorschlag zum Einsatz von Ölgebern aufgegriffen hast, hier noch ein Beispiel aus dem Angebot von zuJeddeloh (Der Link zu diesem Versandhändler ist für Leute wie mich - und möglicherweise auch für Dich - allerdings eine gefährliche Sache, weil der unglaublich viele Artikel für den feinen Job im Sortiment hat).

http://www.zujeddeloh.de/produkte/uhrma ... _2834.html

Herzliche Grüße, Willi

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FarFarAway
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Re: Kreuzüberblattung und Werkzeug

#521

Beitrag von FarFarAway »

na herzlichen dank fuer den aerger, den du mir gestern abend an den hals gedichtet hast, karl !!!

da lieg ich mit dem ipad schon im bett und lese mir deinen thread durch. die gemahlin säuselt schon neben mir als ich über diese zeile stolperte und in herzhaftes gelächter ausbrach:
notbremse hat geschrieben:(manchen von Euch schon bekannt aus dem volkstümlichen japanischen Holzfällerlied „Im Wald, da sind die Royba…“ :D )
daraufhin brach meine Gattin dann in ein weniger säuselndes gewitter aus und machte ihrem unmut weitreichend platz. :roll:

dennoch dank an dich fuer all die präzisen beiträge über deine vorgehensweise. auch wenn vieles davon weitaus bekannt ist, ist eine auffrischung des grauen speichers zumindest fuer mich sehr wohlwollend aufgenommen worden.

cheers,
klaus
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Re: Österreich 1955 - Die Görtschitztalbahn

#522

Beitrag von notbremse »

@ Ralf: Ich werde bei deinem Baubericht natürlich gaaaanz genau gucken, ob da vielleicht irgendwas nicht ganz korrekt ist... :twisted: :twisted: :twisted:

:fool:

@ Willi: Vielen Dank für die Blumen und für den Tipp mit dem Ölgeber! Der Hinweis auf diesen Shop kam allerdings zu spät, denn ich habe ihn SOFORT anderweitig bestellt.

@ Klaus: Sorry für das erlittene Ungemach. Ich hatte diese Passage natürlich vorab meiner Frau zur Prüfung vorgelegt. Sie fand das witzig und erhob auch sonst keinen Einwand gegen die Veröffentlichung. Seltsam, wie unterschiedlich die Frauen sind...

:fool:
...auch wenn vieles davon weitaus bekannt ist,...
Mein lieber Klaus aus Farewe, bist du dir ganz sicher, dass ein SPITZEN-MODELLBAUER WIE DU die richtige Zielgruppe ist für einen Bericht, der sich erklärtermaßen an blutige Laien wendet??? (Wenn man einmal davon absieht, dass einer allein sowieso keine Gruppe ist...)

:fool:

Ich wünsche euch allen - und auch allen stillen Mitlesern - eine angenehme Woche.

Euer Karl
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Re: Österreich 1955 - Die Görtschitztalbahn

#523

Beitrag von FarFarAway »

notbremse hat geschrieben:dass ein SPITZEN-MODELLBAUER WIE DU
wer soll das sein? ich???
ich hab doch auch nur als blutiger laie mal nen paar messingbleche und profile aneinandergebraten und dann meinen ersten versuch per airbrush vollzogen.

nein, nein oder ja, ja wir sind doch alle blutig (zumindest innerlich)

cheers,
klaus
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Re: Österreich 1955 - Die Görtschitztalbahn

#524

Beitrag von notbremse »

Hallo Klaus,

wenn du INNERLICH blutig bist, dann bist du kein blutiger Laie, sondern eher sowas wie eine Blutwurst.

:fool:

Liebe Grüße nach Farewe

Karl
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Re: Österreich 1955 - Die Görtschitztalbahn

#525

Beitrag von notbremse »

399.03 hat geschrieben:... schön zu sehen, wie jetzt Stück für Stück Deine Anlagen-Segmente entstehen. MartiN hätte seine helle Freude, obwohl: Da wird nichts mit "halbgaren Modulen"...
Der nämliche martiN hat sich per Mail dazu wie folgt geäußert:
...Nachdem du im Thread schon eine Fingerabsägevorrichtung vorgestellt hast, hier noch ein heimlicher Einblick in die Modulbauwerkstatt. Wenn man schon schändlicherweise neues Holz verbaut, so ist eine Fischkiste doch eine nützliche Anschaffungs fürs ganze Leben!
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Cartoon: martiN

:fool:

Liebe Grüße

Euer Karl
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