Die Ratzeburger Kleinbahn als Anlagenidee

Bereich für alle Themen rund um die Planung von Modellbahnanlagen und Dioramen (alles, was in der Phase vor dem Rohbau an Themen anfällt).
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hjkoenig
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Die Ratzeburger Kleinbahn als Anlagenidee

#1

Beitrag von hjkoenig » Do 4. Dez 2014, 19:01

Hallo,
Noch vor 130 Jahren galt die Stadt Ratzeburg im Südosten Schleswig-Holsteins als "nicht entwicklungsfähig". Die brandneuen Eisenbahnlinien gingen an der Stadt vorbei und die Stadtväter wollten sich der bedrohlichen Entwicklung entgegenstemmen. Alle Hoffnungen ruhten auf der künftigen normalspurigen Kleinbahn. Sie ging von 1902 bis 1933 in Betrieb.

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Diese Kleinbahn war mein Vorbild, obwohl man von Vorbild eigentlich nicht sprechen kann, weil ich sie auch nicht annähernd modellgetreu nachbauen kann. Immerhin stammt die Betriebsidee von ihr. Sie verband die tiefgelegene Stadt, sowie das östliche Hinterland mit dem höher gelegenen Bahnhof der Staatsbahn. Einen Gleisanschluss zu diesem Bahnhof gab es zwar, aber den Fahrgästen nützte das nichts. Sie mussten 100 Meter entfernt vorher aussteigen und zum Fernzug zu Fuß gehen.
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- Gefahren wurde mit zwei B-Naßdampf Tenderlokomotiven (später mit dreiachsigen T3 ähnlichen Lokomotiven), 6 Personenwagen und 13 Güterwagen. Es gab einen regelmäßigen Personenverkehr (20 Züge am Tag) und Stückgut Güterverkehr, sowie einen Transport landwirtschaftlicher Erzeugnisse. Im Norden und im Süden der Stadt musste ein Höhenunterschied von ca 40m überwunden werden. Die gesamte Streckenlänge betrug etwa 20 Km.

Wirklich rentabel war die Bahn nie, zumal der Erste Weltkrieg und seine Folgen alle hochfliegenden Zukunftspläne zunichte machten. So konnte man sich weder modernere Zugsysteme (z.B. Schienenbus) leisten noch einen Anschluss nach Mecklenburg hinein verwirklichen.

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- Das Betriebszentrum lag am Stadtbahnhof auf der Altstadtinsel, dessen Empfangsgebäude, eine kleine Bahnbrücke, sowie einige Haltepunktbauten im Umland bis heute erhalten sind. Von der Endstation beim jetzigen Bahnhof Ratzeburg sieht man nichts mehr. Auf einem Teil der Trasse kann man jetzt Fahrrad fahren oder spazieren gehen.

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Der Stadtbahnhof Ratzeburg 1902 - im Hintergrund sind Güter- und Lokschuppen zu sehen.
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... und 2014

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Dieses Foto ist leider nur getürkt. Landschaft und Brücke sind echt (und von heute), die Lok nicht. Aber so hätte es aussehen können. Die Bahn fuhr über diese Brücke. Die Altstadt Ratzeburg liegt sozusagen im Rücken des Betrachters

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Die echte Ratzeburger Kleinbahn, beim 25 jährigen Jubiläum 1927

Betrieb im Kleinen:
So sieht mein Gleisplan aus:
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Ich benutze Märklin C-Gleise. Der Gleisplan ist so gestaltet, dass er ein bißchen Strecke bietet. Die Streckenlänge bis zum Haltepunkt würde bei 2,5% Steigung ausreichen, um eine zweite Ebene in 11 cm Höhe zu erreichen.
Für den Spielbetrieb mit den Enkeln können die stumpfen Schlussgleise problemlos mit der Strecke verbunden werden. Dann hat man zwei Kehrschleifen und kann die Züge ein paar Runden drehen lassen. (Dann ist es mit der zweiten Ebene natürlich nichts mehr.)
Der Bahnhofsbreich ist etwas üppiger ausgefallen, als er beim Vorbild war. Die Ratzeburger Kleinbahn hatte nie eine Dieselrangierlok und und auch keinen Schienenbus. Der Bahnhof war ein Durchgangsbahnhof; die Güterabfertigung nicht sehr umfangreich, die Zahl der Weichen war wahrscheinlich geringer als bei mir (ich habe leider keinen Original-Gleisplan), und ein extra Stellwerk gab es vermutlich auch nicht. Zwischen dem Empfangsgebäude und dem Ratzeburger Küchensee lagen keine fünfzig Meter (weniger als heute). Dazwischen musste sich der Bahnbetrieb abspielen.
Vielleicht wäre alles einmal üppiger geworden, hätten sich die Hoffnungen der Kleinbahnaktionäre erfüllt. Die erfüllen sich nun im Kleinen. Glücklicherweise bin ich der einzige Aktionär und mein Fahrbetrieb muss nicht rentabel sein.

Rollendes Material:
- Mein Lokpark besteht aus drei dreiachsigen Dampfloks Typ Märklin 3029 und verwandte Modelle, einer BR 81, einer dreiachsigen Diesellok (Typ DHG 500), sowie einem Primex Schienenbus - alles Märklin Produkte älteren Datums und alle analog. Das soll sich nach und nach ändern.
Die BR 81 und die DHG 500 haben da eigentlich nichts zu suchen, aber die Diesellok ist mir zugelaufen und die BR 81 ist ein Jugendtraum, den ich mir damals nicht erfüllen konnte.
- Da kurze Züge geplant sind, wie sie auf Kleinbahnen üblich waren, gibt es nur ein paar zweiachsige Personenwagen, sowie zwei geschlossene und einige offene Güterwagen, die sich beim Spielen mit den Enkeln mit allem möglichen und unmöglichen Zeug beladen lassen.

Zum elektrischen System:
- Bisher fahre ich analog mit einem weißen Märklin 32VA Trafo (6647). In der Kiste stecken noch ein Trafo 6002 und ein Control f. Außerdem möchte ich künftig bei Bedarf mit dem Märklin IR System fahren und meine Enkel bestehen darauf, dass sie die beiden MyWorld Batteriezüge auf der Anlage fahren dürfen. Weichen wurden bis auf eine von Hand oder gar nicht gestellt.

Zum Unterbau:
Mein Problem: alles, was ich aufbaue, hat eine Verweildauer von zwei bis vier Wochen. Danach muss es wieder verschwinden und zwar in möglichst kleinste Einzelteile verpackt, denn Stellfläche ist rar bei uns. Das macht kein Problem bei Gleisen und rollendem Material - aber sehr wohl beim Unterbau.
- Die Lösung wäre: Teppichbahn - und die finde ich genauso reizvoll wie früher auch schon. Beim ersten Versuch nach langer Zeit habe ich allerdings gemerkt, dass mein Rücken und meine Knie vor sechzig Jahren um einiges flexibler waren. Ich muss also den Teppich auf Tischhöhe heben.

- Meine bisherige Idee:
Steckbare Fußbodenlaminatteile, mit denen ich eine Fläche von 1,30 x 3,40 erzeugen kann (mehr lässt sich im Wohnzimmer nicht freischaufeln). Die Fläche wäre von allen Seiten zugänglich, so dass ich nicht auf bewährte L oder U Konstruktionen angewiesen bin. Allerdings bräuchte ich dazu wohl auch einen stabilen und in meinem Fall auch demontierbaren Leistenrahmen und ebensolche Ständer.

- Genau wie bei einer Teppichbahn kann nichts in den Untergrund verlegt werden. Jedes Kabel und jeder Antrieb ist also sichtbar, soweit sie nicht im Gleis versteckt werden können. Für den Teppichbetrieb hatte ich mir aus Sperrholz und Leisten eine Million kleine Gleisböcke gebaut, die unter die Schienenstöße geschoben werden und das Gleisniveau um 2cm anheben. Darunter können Kabelstränge verlaufen. Es sieht aus, als würde eine Moorbahn auf Stelzen fahren.
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So und nun zu meinen Fragen:
1) Gibt es bessere Lösungen, mit denen man die ganze Modellbahn samt Unterbau in eine Streichholzschachtel packen kann?
2) Hat der Gleisplan Fehler, bei denen man sagen muss: das würde in der Realität nie gehen!?
Gruß, Hajo König
Zuletzt geändert von hjkoenig am Do 8. Jan 2015, 20:14, insgesamt 1-mal geändert.


michael_borgert
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Re: Die Ratzeburger Kleinbahn als Anlagenidee

#2

Beitrag von michael_borgert » Do 4. Dez 2014, 19:43

Hallo Hajo
Deine Idee fasziniert mich. Zumal ich Parallelen zur Süd-Stormansche Kreisbahn in Trittau sehe, die ich ein wenig in die Hommage genommen habe.

Zum Unterbau: Es gibt bei Amazon so ein Set mit drei höhenverstellbaren Klapptischen für billig Geld. Wenn Du die als Unterbau verwendest und evtl. mit einer Flügelschraube noch an dem Unterbau befestigst dann Deine Anlage in drei miteinander verschraubte Teile organisierst, dann kannst Du immer schnell auf und abbauen.

Ich fahre auch noch analog und M-Gleis und überlege mir ernsthaft, ob ich auf Digital umstellen soll. Es geht auch so ganz gut.

Ich bin gespannt, wie es bei Dir weitergeht.

Gruß,
Michael

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Re: Die Ratzeburger Kleinbahn als Anlagenidee

#3

Beitrag von hjkoenig » Do 4. Dez 2014, 20:00

Hallo Michael,
das mit den Tischen ist eine gute Idee, die ich mal in die Liste der Möglichkeiten aufnehme - vielen Dank!
Gruß, Hajo König

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Re: Die Ratzeburger Kleinbahn als Anlagenidee

#4

Beitrag von rainerwahnsinn » Do 4. Dez 2014, 21:52

Hallo Hajo,

deine Einleitung und die Bilder finde ich einfach super. Aber dieser Gleisplan darunter... :shock:

Für eine temporären Aufbau und bald wieder was Neues fallen mir 2 Lösungen ein: Tapeziertische oder flache Stellregale, beide sind schnell aufgebaut und nehmen abgebaut wenig Platz weg. Wichtig ist nur, das du sie so stellen kannst, das mal ein paar Meter (mind. 5m) für eine Strecke zusammenkommen.

Das C-Gleis ist für fliegenden Aufbau natürlich ungeschlagen, damit vergleichbar aber platz- und preisgünstiger ist das Tomix Gleissystem. Falls dir die Spur N nicht zu klein ist, sonst schon das C-Gleis.

Viele Grüße
Rainer...w
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Die Wahrheit musst du nicht suchen, sie verbirgt sich nicht.

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Re: Die Ratzeburger Kleinbahn als Anlagenidee

#5

Beitrag von hjkoenig » Do 4. Dez 2014, 23:27

Hallo Rainer,
ja - der Kontrast ist schon groß. Vom Modellbahnstandpunkt aus ist der Gleisplan natürlich ernüchternd. Aber ich musste einfach einen Kompromiss zwischen verschiedenen Wünschen und Anforderungen finden.

- Der Platz ist begrenzt auf eine Länge von 3,40m und kann nicht dauernd benutzt werden.

- Baugröße N ist mir zu klein, und ich müsste auch die gesamte Ausrüstung von Anfang an neu erwerben. Abgesehen davon ist sie auch für Kinderhände nicht geeignet.

- Und das ist schon die nächste Anforderung: Was Kinder interessiert, ist nicht das Gleiche, was einen Erwachsenen interessiert. Da müssen die Züge fahren, und wenn das alles nicht so richtig zusammenpasst, stört sie das gar nicht. Andererseits sollen sie auch allmählich da hin geführt werden, dass die Eisenbahn eine eigene Welt ist, die bestimmte Arbeitsabläufe und Gesetze hat und dass darin eine faszinierende Geschichte von Technik und Kultur steckt. Etwas davon soll in der kleinen Eisenbahn erkennbar sein. Deswegen auch in einem anderen Zusammenhang meine Fragen nach einem BW und was dort so abläuft.

So unterschiedlichen Anforderungen in den Grenzen der vorhandenen Möglichkeiten zu genügen, ist schon fast eine Kunst, und ich will nicht behaupten, dass ich die beherrsche.
Klar - bei so einer Schleife, wie ich sie in die Mitte der Fläche gelegt habe, bekommt jeder Modellbahner das kalte Grausen, und wenn ich 5m Länge zur Verfügung hätte, sähe der Plan gleich ganz anders aus.

Mich hat an der Ratzeburger Kleinbahn gereizt, dass dort mit begrenzten finanziellen Mitteln und einem durch die Natur begrenzten Raum (Insellage zwischen See und Höhenzügen) versucht wurde, eine Eisenbahnlinie zu erstellen, die den wirtschaftlichen Fortschritt sichern sollte. Etwas davon wollte ich auf die mir zur Verfügung stehende Fläche bannen.

Übrigens, die Sache mit den Tapeziertischen ist gar nicht so übel, ich fürchte nur, dass die Maße nicht passen. Mal sehen, was sich da zurecht sägen lässt.
Gruß, Hajo König

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Re: Die Ratzeburger Kleinbahn als Anlagenidee

#6

Beitrag von lernkern » Fr 5. Dez 2014, 11:32

Hallo Hajo.

Oh, eine Modell- oder Spielbahn mit einem Vorbild, das ist toll!
hjkoenig hat geschrieben:Ich muss also den Teppich auf Tischhöhe heben.
Hmm, da wäre dir mit einem fliegenden Teppich wohl am besten geholfen, was? :D

Ich war als Kind/Jugendlicher im Lauf der 80ger einige Male mit meinem Eltern am Ratzeburger See im Urlaub. Damals habe ich nicht drüber nachgedacht, dass die Dämme für eine Bahn genutzt wurden. Das ist ja interessant. Kleine Eisenbahnen mit einem Vorbild finde ich immer toll. Schwierig an deiner Idee ist, das Vorbild erkennen zu lassen, aber da ist ja auch noch eine Weile hin...
Das schöne an diesem Hobby ist doch, dass man eigentlich machen kann, was man will. Für den Schienenbus und anderen Fuhrpark, der zur Ratzeburger Kleinbahn nicht passt, lassen sich daher bestimmt schlüssige Erklärungen finden, z.B. nach dem Aus für die Kleinbahn wurde die Strecke vom Staatsbahnhof aus eine Weile lang von der DB bedient.
Zum Stellwerk: Ich kann am EG aber auch keinen Stellwerksanbau entdecken. Der einzige Punkt mit Überblick über den ganzen Bahnhof ist die große Terasse im ersten Stock.

Du hast Recht: Alle zu bedienen, Erwachsene und Kinder, ist fast unmöglich. Für sich selbst würde man so nah wie möglich am Vorbild bleiben, die Kinder wollen Spielen. Daher finde ich deinen Ansatz erstmal gut. Ich persönlich baue an Gleichstrom-Modulen in H0 (Meterspur) und hoffe, dass meine Tochter irgendwannmal sagt, sie mag Eisenbahnspielen, dann bekommt sie eine C-Gleis-Teppichbahn aufgebaut (von mir aus auch auf dem Tisch).
Meine bisher 4 Module baue ich in etwa 30-45 Minuten auf und etwas schneller wieder ab. Ich lagere sie in der obersten Etage meines Regals, da sind noch 30cm Luft bis zur Decke. Die Füße dafür lagern im Keller. Die Schienenoberkante liegt bei etwa 130cm, so dass ich alles bequem im Stehen machen kann. Und zum Bastlen lege ich mir ein Modul (90x30cm) einfach vor mich auf den Tisch. Für Arbeiten unter Tage drehe ich sie auf die Seite, da entfällt viel "Bückerei" mit krummem Rücken. Gebäude bleiben abnehmbar, die höchste fest verbaute Erhebung werden die Masten der Oberleitung sein.

Mit ein bisschen Grübelei und Information kannst du deine Anlage bestimmt sinnvoll in handliche Segmentkästen unterteilt, die du ebenso lagern kannst, wie ich meine Module. Bei sinnvoller Planung kann man dann später auch noch über Erweiterungssegmente nachdenken. Habe ich's eigentlich überlesen: Wie viel Platz nimmt dein Plan denn in Anspruch?

Viele Grüße

Jörg
Es war mir eine Ehre, Mike.


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Re: Die Ratzeburger Kleinbahn als Anlagenidee

#7

Beitrag von BernhardI » Fr 5. Dez 2014, 12:29

Hallo Hajo,

wenn das ganze sowieso nur temporär aufgebaut werden kann, kannst Du doch gleich Segmente an der Wand entlang machen. Den Betriebsmittelunkt vielleicht dort wo Du jetzt die ganze Anlage vorgesehen hast, Tiefe nicht mehr als 60 bis 80 cm, und dazu ein wenig Strecke (mit oder ohne Wendeschleifen/Fiddleyards, evtl. mit einer weiteren kleinen Betriebsstelle) auf schmalen Segmenten, die nur für den Betrieb angebaut werden. Die Streckensegmente können dort verlaufen wo Platz ist, weil sie nach Betriebsschluß innerhalb einer Minute oder so wieder weg sind. Für Streckensegmente reicht übrigens eine Tiefe von 15 bis 20 cm.

Grüße
Bernhard
Früher waren die Klagen über die verlorene gute alte Zeit viel intelligenter.

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Re: Die Ratzeburger Kleinbahn als Anlagenidee

#8

Beitrag von hjkoenig » Fr 5. Dez 2014, 19:50

Hallo Jörg, hallo Bernhard,
so, wie der Gleisplan jetzt aussieht, brauche ich eine Fläche von 1,30x3,40m. Das ist die Größe, die ich mir erkämpft habe. Und auch wenn es merkwürdig klingt, ich habe praktisch keine Wand frei. Was nicht Fenster und Tür ist, ist belegt mit Bücheregalen, Bildern und Schränken. Das liegt an der besonderen Konstruktion des Hauses, in dem wir wohnen. Ich muss also mehr oder weniger mitten im Raum bauen, und dabei soll der auch noch nutzbar bleiben - wenn auch etwas eingeschränkt.

Die verschiedenen Vorschläge haben mich allerdings auf die Idee gebracht, statt einer größeren Platte drei kleiner dimensionierte zu nehmen, die durch eine abnehmbare "Brücke" miteinander verbunden werden. Dann kann man die beiden Kehrschleifen auslagern, und der Bahnhof bekommt eine eigene Platte, die nur halb so tief sein muss, wie jetzt. Solche "Klappbrücken" habe ich hier im Forum schon mal gesehen. Hmmm ... Man darf wohl nur nicht vergessen, dass Gebilde dieser Art einen stabilen Stand brauchen, und im Dreieck: stabil, demontierbar und preiswert kommt in der Regel eine Ecke zu kurz.

Von einem Stellwerk sagen die Quellen, die ich benutzt habe, auch nichts. Es ist also eine Erfindung von mir. Der Schienenbus war aber tatsächlich mal im Gespräch. Sogar ein Probeexemplar wurde der Gesellschaft einmal vorgestellt. Man konnte es sich nur nicht leisten. Die Ratzeburger Kleinbahn existierte ab 1932 praktisch nicht mehr. Sie hat also nicht einmal die Reichsbahnzeit erlebt - von der DB ganz zu schweigen. Alles, was sich verkaufen ließ, inclusive Schienen wurde abgebaut. Den Lokschuppen allerdings gab es, ebenso wie die Bahnsteigkante an der Endhaltestelle Staatsbahnhof noch bis in die 70 Jahre.
Gruß, Hajo König


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Re: Die Ratzeburger Kleinbahn als Anlagenidee

#9

Beitrag von michael_borgert » Sa 6. Dez 2014, 15:24

Hallo Hajo
Sieh es einmal so: Es ist Deine Ratzeburger Kleinbahn und Deine Phantasie und Interpretation dessen, wie es vielleicht heute oder zu einem anderen Zeitpunkt (50ger, 60ger oder 70ger Jahre)aussehen könnte, wenn man die Kreisbahn nicht eingestellt hätte.
Ich habe aus Deinen Zeilen verstanden, dass Du nicht getreu der Historie bauen willst sondern getreu Deiner Phatasie und Deinen Träumen von einer heutigen Ratzeburger Kleinbahn.
Vielleicht hätte man dann noch andere Loks angeschafft, ein anderes Stellwerk oder Lokschuppen gebaut und vielleicht hätte sich auch die Wurstfabrik der super schmackhaften Ratzeburger Bockwürstchen einen Gleisanschluß geleistet und vielleicht wären auch viel mehr Touristen gekommen, um in Biergärten zu speisen und in romatischen Ferienhotels zu wohnen. Lass Deiner Phantasie freien Lauf und erschaffe Dir Deine Welt, so wie es Dir am Besten gefällt und lass uns gerne als Zuschauer an Deinen Ideen teilhaben.
Das ist die Wurzel dessen, was zumindest mich an unserem Hobby fasziniert.

Gruß,
Michael

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Re: Die Ratzeburger Kleinbahn als Anlagenidee

#10

Beitrag von hjkoenig » Sa 6. Dez 2014, 20:53

Hallo Michael,
so in etwa hatte ich mir das vorgestellt, also nach dem Muster klassischer Science Fiction Romane der besseren Sorte: Was wäre, wenn ...
Mit der Bezeichnung Vorbild meinte ich weniger das daran ausgerichtete, historisch getreue Nachbauen einer Bahnanlage. So gut kann man das Vorbild auch gar nicht belegen, denn nach den Quellen, die ich kenne, lässt sich der z.B. Stadtbahnhof nicht mehr genau rekonstruieren, während die Trasse an vielen Stellen noch erkennbar ist. Mir geht es mehr um einen Kleinbahnbetrieb, den es in dieser Gegend wirklich einmal gegeben hat.

Deshalb bin ich auch am Suchen, was davon unter den gegebenen Umständen auf meiner Anlage sichtbar werden kann. (Sonst bräuchte ich ja gar kein Vorbild.) Der Stadtbahnhof Ratzeburg ist das Zweitinteressanteste an dieser Bahn. Er musste zwei Personenzugpaare mit je 20 Fahrten am Tag abfertigen, einen bescheidenen aber immerhin vorhandenen Güterverkehr zur Versorgung der Bevölkerung und der Militärgarnison abwickeln und ein kleines BW zur Lokversorgung und zur Wartung des Wagenparks vorhalten - von den Räumen für das Personal ganz zu schweigen.

Nun ist mein Ziel ja nicht ein Diorama. Wenn da also auch noch etwas fahren soll, müssen die Züge aus dem Bahnhof ja irgendwohin verschwinden - und schon beginnen meine Platzprobleme. Deswegen sieht der erste Entwurf ja auch nach allem möglichen aus - nur nicht nach Ratzeburg, Stadtbahnhof.

Und dann ist da ja auch noch die Enkelbahn. Dieser Aspekt meiner Spielerei hat die volle Unterstützung meiner Frau, die die kleine Eisenbahn geradezu als therapeutische Maßnahme ansieht. Eine derartige Unterstützung kann man gar nicht überschätzen!

Das heißt für mich allerdings, dass alles ziemlich lange dauert und dass die wirklich faszinierenden Bilder gekonnter Anlagengestaltung bei mir kaum anfallen werden. Na- mal sehen; ein pfiffiger Unterbau scheint das grundlegende Problem zu sein - wie in der Realität ja auch: von der Bahn ist fast nichts mehr zu sehen, aber von der Trasse ist noch viel da. Da haben die Ingenieure vor mehr als hundertzehn Jahren ganze Arbeit geleistet (und die Leute, die alles in 15 Monaten von Hand geschaufelt haben, auch ...)
Gruß, Hajo König

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Re: Die Ratzeburger Kleinbahn als Anlagenidee

#11

Beitrag von hjkoenig » Do 11. Dez 2014, 21:40

Hallo,
hier ist eine neue Überlegung für einen Gleisplankompromiss:

Bild

Dies hier ist inzwischen aus der Planung genommen. Es wirkt doch allzu unbeholfen
Gruß, Hajo König
Zuletzt geändert von hjkoenig am Fr 12. Dez 2014, 21:22, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Die Ratzeburger Kleinbahn als Anlagenidee - neue Gleispl

#12

Beitrag von hjkoenig » Fr 12. Dez 2014, 00:08

Hallo,
noch ein Abendpuzzle (inzwischen das zweite Update):

Bild

Hat den Vorteil, dass die Fläche nur noch links und von vorn begehbar sein muss, schon ein bißchen mehr nach Modellbahn aussieht (für mich jedenfalls) und abgesehen von der noch zu planenden freien Strecke in den gesteckten Platzrahmen passt.
Ich hoffe, dass ich für die freie Strecke quer durchs Wohnzimmer meine Frau begeistern kann, die Tischlerarbeiten zu machen (sie ist bei uns die Fachfrau dafür - ich bin eher für die Elektrik zuständig). Da sie darauf besteht, auch in der Eisenbahnzeit das Zimmer zu benutzen, ist extra eine Klappbrücke vorgesehen.

Ich gebe zu, dass alles etwas steif und gerade wirkt, aber dass ist wohl der Preis, den man bei einem fliegenden Aufbau mit einem Baukastengleissystem zahlen muss (jedenfalls bei dem vorhandenen Platz).

An der linken Seite würde die Strecke zum Ratzeburger Staatsbahnhof weitergehen. Die Strecke ist mangels Ausbau bei meiner "RKB" natürlich nicht befahrbar. Außerdem haben die Betreiber beschlossen, nicht nur einen Damm durch den See zu bauen, sondern auch eine künstliche Landnase aufzuschütten, um dort das Betriebswerk unterzubringen. Der Schienenbusunterstand samt Tankstelle musste auf die andere Seite des Bahnhofs umziehen, und der Güterschuppen wurde auf das freiwerdende Stumpfgleis verlegt. Sein Standort entspricht jetzt in etwa auch dem Vorbild.

Das BW wurde beim zweiten Update verändert. Meine Ratzeburger Kleinbahn hat sich eine damals hochmoderne Mittenschlackengrube und doppelte Ausrüstung des Bw geleistet, die auch bei begrenztem Platz zwei Loks gleichzeitig zu versorgen kann. Die Besandung wird allerdings immer noch per Handarbeit mit Eimer und Leiter erledigt.

Zum BW eine Frage: Die Gleise laufen ja in sehr spitzem Winkel aufeinander zu. Gibt oder gab es im Betrieb Markierungen, die den Rangierern und Lokführern sagten, bis wohin sie fahren oder Waggons abstellen durften, ohne das Lichtraumprofil zu verletzen?
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Re: Die Ratzeburger Kleinbahn als Anlagenidee

#13

Beitrag von lernkern » So 14. Dez 2014, 11:15

Moin Hajo.

Leider kann ich nur kurz antworten:

Wenn die Anlage frei im Raum steht (so wie in deinem vorletzten Entwurf), dann ist das doch eigentlich nicht schlecht, denn du kannst die volle Breite von 140cm nutzen und kommst überall ran. In dem Fall könntest du in der Mitte der Anlage eine Trennkulisse als "Scenic Divider" einplanen. So lassen sich auf beiden Seiten der Anlage unterschiedliche Szenen darstellen.

Bezüglich des Baukastensystems C-Gleis: Es gibt auch die Möglichkeit, die C-Gleise an der Seite einzuschneiden. So kann man ihnen doch einen kleinen Radisu geben ähnlich einem Flexgleis. Ansonsten kannst du ja auch mal über das K-Gleis nachdenken.

Ich setze mir jetzt mal ein Lesezeichen für deinen Thread;-)

Viele Grüße

Jörg
Es war mir eine Ehre, Mike.

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Re: Die Ratzeburger Kleinbahn als Anlagenidee

#14

Beitrag von hjkoenig » So 14. Dez 2014, 18:32

Hallo Jörg,
eine Trennwand spukte mir auch schon mal im Kopf herum. Ich wollte damit aber eher eine Art Hinterhof schaffen, in den keiner gucken soll. Auf die Idee mit den zwei Szenen (je eine vorn und hinten) bin ich dabei gar nicht gekommen. Das ist bestimmt ein paar Überlegungen wert.

Über die Möglichkeit, ein C-Gleis in nicht vorgesehene Radien zu zwingen, hatte ich schon mal gelesen. Es schien mir aber ziemlich schwierig zu sein. Wenn ich das packen könnte, müsste so ein Gleis dann aber einen eigenen festen Unterbau bekommen, was ich mir aber vorstellen kann.

Die Voraussetzungen: "abbaubar und klein verpackbar" machen die Planungen so schwierig; deshalb existiert alles bis jetzt nur auf dem Bildschirm.

Gruß, Hajo König

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Re: Die Ratzeburger Kleinbahn als Anlagenidee

#15

Beitrag von lernkern » So 14. Dez 2014, 22:12

Moin Hajo.

Ich war heute mal auf der Suche im Netz nach Informationen zur Ratzburger Kleinbahn, in der Hoffnung einen Gleisplan des Ratzburger Stadtbahnhofs zu finden. Fehlanzeige. Hast du einen, den du mir mal mailen könntest? Ansonsten frage ich mal einen Freund.

Aber etwas anderes habe ich dabei gefunden: Den Hafen von Schalsee-Kanal, der wohl von Ziethen aus über einen Abzwieg von der Strecke erreicht wurde. Das wäre doch etwas für die andere Seite der Kulisse.
Der von dir erwähnte versteckte Bereich (quasi ein offener Schattenbahnhof) hat natürlich auch seine Vorteile.

Wenn ich Zeit finde, würde ich dazu gern mal was entwerfen, aber ich hätte halt gern einen Gleisplan des Bahnhofs vor Augen...
hjkoenig hat geschrieben:Die Voraussetzungen: "abbaubar und klein verpackbar" machen die Planungen so schwierig; deshalb existiert alles bis jetzt nur auf dem Bildschirm.
Das ist lösbar. Segmente bauen viele. Der Auf- und Abbau musst durchdacht sein, damit er möglichst wenig Zeit kostet. Wenn deine Frau gern Holzarbeiten macht, ist das doch schonmal super. Du musst bei der Planung dann auch drauf achten, dass keine Weichen auf den Trennstellen liegen.

Und nun fragt Edit nochmal nach, ob das K-Gleis nicht in Betracht kommt?

Viele Grüße

Jörg
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Re: Die Ratzeburger Kleinbahn als Anlagenidee

#16

Beitrag von hjkoenig » Mo 15. Dez 2014, 00:21

Hallo Jörg,
das finde ich sehr nett, dass du dir diese Mühe machen willst. Ich habe bei meinen Beschreibungen der Ratzeburger Kleinbahn auf einen Vortrag zurückgegriffen, der mir in einer Brochurenform zur Verfügung steht. Darin werdem andere Quellen benutzt, in denen aber offensichtlich kein Gleisplan des Ratzeburger Stadtbahnhofs zu finden ist. Der wäre sicherlich mit abgedruckt worden.

Vom Staatsbahnhof Ratzeburg gibt es einen Gleisplan. Dieser Bahnhof ist für eine größere Anlage der Epoche II/III sehr interessant, weil die Strecke Berlin - Kiel der KPEV, die Strecke Lübeck-Lüneburg der Lübeck-Büchener Eisenbahn Gesellschaft und die Ratzeburger Kleinbahn dort zusammentrafen. Aber das wäre eine Nummer zu groß für mich.

In den Segmentbau versuche ich mich einzulesen. Aber auch Segmente müssen irgendwo aufbewahrt werden, und bei mir sind die Platzverhältnisse so, dass ich auch die zerlegbar konstruieren müsste (- die Segmente). Und wegen dieses fliegenden Aufbaus werde ich wohl beim C-Gleis bleiben müssen, von dem ich außerdem schon sehr viele Teile habe.

Ich habe mal zusammengepuzzlet, wie sich ein "Schalseekanalabzweiger integrieren ließe:

Bild

So richtig zufrieden bin ich mit dem Ganzen noch nicht, der Stadtbahnhof war ein Durchgangsbahnhof und keine Endstation, aber es würde auf diese Weise funktionieren. Die blaue Linie soll die Kulissentrennung sein.
Gruß, Hajo König

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Re: Die Ratzeburger Kleinbahn als Anlagenidee

#17

Beitrag von lernkern » Mo 15. Dez 2014, 10:38

Moin Hajo.

Ich hatte meinen Freund mal angeschrieben - ein wandelndes Gleisplanlexikon, sozusagen. Immerhin kannte er einen schematischen Gleisplan des Ratzburger Stadtbahnhofs im Netz: Link.

Auch bei Segmenten empfiehlt es sich, die Gleise fest zu installieren und da sind K-Gleise m.E. auch besser geeignet. Ein Kollege aus dem Nachbarforum hat seinen Segmentbau ganz gut dokumentiert: Noch ein Link. Wenn du runterscrollst, dann siehst du auch, wie die Gleise an den Segmentübergängen fixiert werden. Edit: Blättere den Thread doch mal durch, er setzt auch eine Kulisse ein, um seinen Abstellbahnhof zu verstecken. Dabei führt er die Gleise durch die Kulisse und tarnt die Durchfahrten weg, so gut es eben geht.

Wie groß könnte ein Segment denn bei dir maximal sein, damit du es noch verstauen kannst?

Willst du eigentlich digital fahren oder analog?

Viele Grüße

Jörg
Es war mir eine Ehre, Mike.

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Re: Die Ratzeburger Kleinbahn als Anlagenidee

#18

Beitrag von hjkoenig » Mo 15. Dez 2014, 13:06

Hallo Jörg,
das sind zwei sehr interessante Links, vielen Dank! An die Existenz wenigstens eines schematischen Gleisplans des Ratzeburger Stadtbahnhofs hatte ich schon nicht mehr geglaubt.

An dem anderen Link habe ich gemerkt, dass ich wohl doch etwas zu große Rosinen im Kopf (und nur wenig Ahnung vom Aufwand) hatte. Da werd ich noch mal ganz von Anfang planen müssen. Entweder brauche ich nur wenige Segmente, dann werden sie groß, oder sie bleiben kleiner und dann werden es viele. So oder so entsteht ein Aufbewahrungsproblem.

Dazu kommt, dass ich ein Eisenbahn Spielvogel bin, als Modellbauer mich aber durch viel Ungeduld, dafür aber wenig Begabung auszeichne. Das ist einer der Gründe warum ich bei K-Gleis zögere. Blank liegendes K-Gleis ist auch keine Augenfreude. Ein anderer Grund ist, dass ich alle K-Gleisstücke neu besorgen müsste, während vom C-Gleis schon viel vorhanden ist.
Gruß, Hajo König

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Re: Die Ratzeburger Kleinbahn als Anlagenidee

#19

Beitrag von hjkoenig » Mo 15. Dez 2014, 16:56

Hallo Jörg,
ich habe nun mit Hilfe des original Bahnhofsgleisschemas:

Bild

versucht, meine Planung anzupassen:

Bild

Irgendwo muss der Bahnbetrieb den nagelneuen Schienenbus einbeziehen. Da ich nicht in die Länge bauen kann, kam beim Bahnhof eben ein drittes Gleis dazu. Auch der Abzweiger am Schalseekanal entwickelte sich in der besseren Miniaturwelt zu einem wirtschaftlichen Renner und konnte etwas üppiger ausfallen.

Auf der linken Seite komme ich aus Platzgründen nicht von der Fläche. Also muss ich um die Kurve bauen, um auf der rechten Seite mit waghalsigen Konstruktionen eine Kehrschleifenstrecke durchs Wohnzimmer anschließen zu können. Aus dem gleichen Grund sind der Güterschuppen und der Wagenschuppen anders auf die Fläche gestellt als der Originalplan es zeigt

Zu deinen anderen Fragen: ich fahre bisher analog. Allerdings soll nach und nach der Lokpark auf einfache Weise digitalisiert werden (mehr als fahren und leuchten müssen Loks und Wagen nicht können.) Beim Unterbau bin ich noch am Grübeln.
Gruß, Hajo König

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Re: Die Ratzeburger Kleinbahn als Anlagenidee

#20

Beitrag von lernkern » Mi 17. Dez 2014, 13:10

Moin.

Ich glaube, bis 1903 oder 1908 endete die Strecke im Ratzeburger Stadtbahnhof? Das modellbahnerische "Was wäre, wenn..." würde also auch einen Endbahnhof ermöglichen.

Jetzt habe ich mich auch mal drüber hergemacht. Leider kann ich mit meiner Anyrail-Trialversion nur bis zu 50 Gleiselemente verplanen. Daher habe ich in allen längeren graden Stücken die C-Gleise durch K-Flexgleise ersetzt. Der Plan funktioniert aber mit Märklin C-Gleisen. Beim Schalsee-Kanalhafen war dann aber Schluss mit meinen Gleiselementen.

Bild
Edit: Das Rastermaß ist 50cm.

Am Kanalhafen würde ich das grade Gleis der Weiche grade weiterführen und stumpf enden lassen. Hier werden Güter aufs Schiff umgeschlagen. Am abzweigenden Weichenstrang würde ich parallel zum anderen Gleis noch eine Umsetzmöglichkeit einplanen. Dort gab es wohl auch Personenverkehr, also braucht es auch noch einen Bahnsteig und ein Wartehäuschen. Einen schematische Gleisplan des Kanalhafens habe ich hier gefunden, ich würde nur ein Stumpfgleis einplanen, statt zwei wie im Original, ansonsten würde ich den so lassen.

Beim Bahnhof habe ich mich so weit wie möglich ans Vorbild gehalten, die Bahnsteige werden mit einem Meter Länge trotzdem nich ausreichend sein. Man kann hier noch Spielraum in der Länge herausholen, indem man auf die Gleisverbindung vor dem Güterschuppen (ups, den habe ich vergessen, einzuzeichnen) oder eines der Abstellgleise verzichtet. Würde ich aber nicht machen, denn Ratzburg Stadt war ja der Betriebsmittelpunkt der RKlB, alles was an Rollmaterial nicht unterwegs war, wurde hier dann wohl geparkt. Viel kanns nicht gewesen sein.

Die kräftigblauen Linien sind Kulissen. Da habe ich rechts oben eine Weiche versteckt. Über das abgehende Gleis kannst du die Strecke verlängern oder auch Rollmaterial aufgleisen (beispielsweise einen Schienenbuss).

Ich wollte dir einfach mal eine alternative Planung vorstellen, evtl. liefert es dir ja neue Denkanstöße. Ich werde aus deiner bisherigen Planung nicht so recht schlau, auf der einen Seite recherchierst du intensiv über ein Vorbild, deine Planung sieht aber trotzdem sehr nach Spielbahn aus.

Vor etwa acht Jahren bin ich zur Moba zurückgekehrt, da ging es mir anfangs wie dir: ich musste einen schnellen Erfolg sehen und Züge fahren lassen. Inzwischen baue ich still vor mich hin und nur wenn ich Lust habe, das dauert dann alles ewig. Fahren tue ich sehr selten und dann aber dafür so, dass es wieder für eine Weile vorhält. Bei mir muss die Moba aber auch nicht mich und Kinder/Enkel befriedigen sondern nur mich...

Zwei Literaturtipps:
Kleine Anlage Schritt für Schritt
Aufbau einer kleinen Märklin-Anlage (allerdings mit K-Gleis)

Anlagen-Planung für vorbildgerechten Modellbahn-Betrieb
Empfehle ich immer wieder. Man findet darin überraschend wenig Gleispläne, aber der Autor hilft eindeutig bei der Entwicklung eines Betriebskonzepts (Und geht dabei immer von einer Vorbildsituation aus, so wie du). Vor allem, das was er über die Weihnachtsanlage schreibt (die unterm Baum ihre Kreise dreht) und wie er das Beispiel entwickelt, ist sehr lesenswert.

Viele Grüße

Jörg
Es war mir eine Ehre, Mike.

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Re: Die Ratzeburger Kleinbahn als Anlagenidee

#21

Beitrag von hjkoenig » So 21. Dez 2014, 15:21

Hallo Jörg,
ich komme jetzt erst dazu, ein Dankeschön für deine Mühe zu sagen. Deinen Plan finde ich sehr gut. Er berücksichtigt die Begeisterung der jüngeren Kinder, einen Zug hundert Runden drehen zu lassen und setzt den Bahnhof besser in den kleinen Maßstab um, als es mir vorher gelungen ist. Außerdem ist ein Seepanorama für die Kulisse wahrscheinlich leichter herzustellen als eine Stadtansicht.

Die Idee, nicht mehr mit den Füßen im Wasser zu stehen, wenn man auf die Anlage schaut, sondern in der Altstadt, habe ich bisher immer beiseite gelassen. Wird man nicht durch die Gebäude an der Handarbeit beim Rangieren gehindert? (Entkupplunsgleise haben mich früher schon nicht begeistert.)

Immerhin braucht man auf diese Weise für die Lokwartungsgleise und den Lokschuppen nicht in die Kurve zu gehen, was ich sonst wegen der Längenbegrenzung immer musste. Dabei war es für die Ratzeburger Kleinbahn ja typisch, dass sie am Stadbahnhof wegen der örtlichen Lage in die Länge bauen musste.

Ich habe deinen Plan mal mit den C-Gleisen nachgeplant und ihn auf meine Breite von 1,30m gestaucht. (Wenn ich noch mehr Raum in dieser Richtung beanspruche, gibt´s Einsprüche von der genehmigenden Behörde). Auch die kleine Teichbrücke habe ich versucht einzuplanen. Außerdem ist der Bahnhof noch etwas kürzer geworden. Für die drei bis vier Wagen, die in der Regel auf der Strecke liefen, reichen 4x 18cm Gleise aus - dazu kommt noch der Platz für die Lokomotive, das muss reichen. Für einen Bahnhof, der die Längenverhältnisse besser wiedergibt, bräuchte ich wahrscheinlich vier bis fünf Meter.

Bild

Dass du dir nicht genau vorstellen kannst, was ich eigentlich will, ist nicht verwunderlich. Ich bin in dieser Hinsicht mit mir selbst noch nicht ganz im Reinen. Bisher war es meine Vorstellung, alles beim Abbauen in allerkleinste Einheiten verpacken zu können (zu müssen). Ob das wirklich geht und wie lange das Material so was wohl mitmacht, weiß ich noch nicht.

Mein nächster Schritt soll sein, ein Segment als Probe zu bauen, aber schon so, dass es bei Gelingen später auch verwendet werden kann.
Gruß, Hajo König

PS: Das Buch von Kurbjuweit habe ich mir schon mal bestellt.

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Re: Die Ratzeburger Kleinbahn als Anlagenidee

#22

Beitrag von lernkern » So 21. Dez 2014, 20:27

Hallo Hajo.

Schön, dass dir mein Plan gefällt. Mir gefällt auch vieles daran, vor allem, dass man ein Stückchen Deich nachbilden kann (hast du ja auch mit der Teichbrücke bereits übernommen.
hjkoenig hat geschrieben:Wird man nicht durch die Gebäude an der Handarbeit beim Rangieren gehindert? (Entkupplunsgleise haben mich früher schon nicht begeistert.)
Doch, wird man... Mit entsprechend langen und gewinkelten "Entkupplungstäbchen" kann man dem aber entgegenwirken. Richtig eng wird's vermutlich nur am Güterschuppen und dort würde ein Entkupplungsgleis ja vermutlich nicht so auffallen (ich mag die auch nicht...).

Dein neuer Plan gefällt mir auch sehr gut. Ich würde die Gleise rechts vorn zwar nicht so bauen, aber ich bin ja auch nicht du;-)
Warum planst du nicht mit Bogenweichen? Es sind ja nur zwei und du gewinnst nochmal an Länge.

Auf deinen ersten Segmentbau bin ich schon neugierig. Magst du den hier zeigen oder verlinken? Nicht, dass ich was verpasse;-)

Viele Grüße

Jörg
Es war mir eine Ehre, Mike.

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Re: Die Ratzeburger Kleinbahn als Anlagenidee

#23

Beitrag von hjkoenig » So 21. Dez 2014, 21:28

Hallo Jörg,
beim Segmentbau geht es mir erst mal darum, überhaupt ein Unterbauteil sauber hinzubekommen. So etwas habe ich bisher nicht gemacht, und die Reaktion meiner angetrauten Tischlerin war eher zurückhaltend. Ich vermute mal, so ein Segmentunterbau ist hier nicht wirklich interessant.

Die Gleise rechts vorn sind optisch in der Tat keine Augenweide. Sie sehen etwas nach Fischgräten aus. Wahrscheinlich werde ich das abändern. Andererseits will ich gern noch den Schienenbus unterbringen, den sich die RKlb nie leisten konnte...

Mein etwas überspitzt formuliertes Problem: Wie packe ich das alles in eine Streichholzschachtel? ist allerdings immer noch nicht gelöst. Ich fürchte, eine Modellbahn wird das nie werden.

Ich habe in früheren Planungen viel mit Bogenweichen gearbeitet, aber dann festgestellt, dass die sich mit den R2-Weichen nicht so richtig vertragen, was die Gleisabstände angeht. *
Gruß, Hajo König

PS: * - jedenfalls wenn man weniger als eine 90° Kurve baut.
Zuletzt geändert von hjkoenig am Di 23. Dez 2014, 15:43, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Die Ratzeburger Kleinbahn als Anlagenidee

#24

Beitrag von hjkoenig » Mo 22. Dez 2014, 15:58

Hallo,
hier ist die nächste Bildschirmspielerei. Ganz unten ist das um 180° gedrehte Original Gleisplanschema.

Bild

Die Breite konnte noch mal auf 1,20m verringert werden, die Fischgräten sind beseitigt und der Kanalhafen ist auf der linken Seite angebunden. Das entspricht, vom Bahnhof aus gesehen den tatsächlichen früheren Fahrtrichtungen. Als Alternative für den Schaalseekanalhafen ist ein offener Schattenbahnhof hinzugefügt(, der hinter der Kulisse verschwinden würde). Auch das Lageverhältnis von Güter- und Wagenschuppen entspricht etwas mehr dem Vorbild.

Außerdem wollte ich erreichen, dass man rechts von der Platte weg kommen kann, egal in welcher Richtung man aus dem Bahnhof fährt. Das hat etwas mit dem Raum zu tun, in dem das Ganze stehen soll. Leider ist mir nichts Besseres eingefallen als eine Doppelkreuzungsweiche. Die finde ich nicht so toll, zumal es sie im Original nicht gegeben hat. Besser ist wahrscheinlich eine einfache Weiche, aber dann hat der "Knochen" ein Loch.
Gruß, Hajo König

PS: Wozu diente eigentlich ein Wagenschuppen? Nur als Regenschutz und im Winter gegen das Auskühlen oder auch zur Reparatur?

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Re: Die Ratzeburger Kleinbahn als Anlagenidee

#25

Beitrag von hjkoenig » Mo 29. Dez 2014, 01:02

Hallo,
ich habe mal - hätte ich schon längst machen müssen - das Zimmer genauer ausgemessen, in dem die Anlage stehen soll, und das ist das Ergebnis (die 3,20m sind natürlich die Gesamtlänge):

Bild

Leider kann ich nur noch den Stuhl zwischen Esstisch und Anlage wegstellen. Alles andere ist tabu. Betriebsfremde Personen bestehen auf einem freien Zugang von der Zimmertür zur Sofagarnitur und der Schiebetür am oberen Fenster. Da sie 50% der Aktien an der Kleinbahn AG halten, muss dieser Wunsch berücksichtigt werden. Das schwarz gezeichnete Mauerwerk springt in Hüft- und Schulterhöhe zurück, so dass der Durchgang etwas breiter wird, als die Zentimeterzahlen vermuten lassen.

Der Kanalhafen ist bei diesem Entwurf mit Bedauern aufgegeben worden, um einem Fummelhof Platz zu machen. Meine Enkel werden sich über den Hundeknochen freuen, weil sie ihre Züge kreisen lassen können. Wieso es bei der Eisenbahn so gut wie nie vorkommt, dass ein Zug in die eine Richtung fährt und aus der anderen wiederkommt, werde ich ihnen noch beibringen müssen. Nun ja -

Wirklich nach etwas aussehen soll nur der vordere Teil. Die geniale Idee von Jörg (lernkern), den Ratzeburger Küchensee vor die Kulisse zu setzen und die meisten Betriebsgebäude an den Rand, habe ich beibehalten, auch wenn es die Entkuppelei etwas schwieriger macht. Dass alles so gerade an der Kante entlang läuft, ist nicht meine Schuld. Die Ratzeburger Kleinbahn war nun mal so gerade ...

Auf der linken Seite fährt der Zug über ein Stück des (heute noch vorhandenen) Dammes im Küchensee, bevor er in der Kulisse (rote Linie) verschwindet. Auf der rechten Seite überquert er die Engstelle des Schwanenteiches (auch da ist die Brücke noch vorhanden).

Bei diesem Gleisplan komme ich mit drei Segmenten aus, die ich nicht wieder in Kleinstteile demontieren muss, sondern als ganze Stücke aufbewahren kann. Die unter dem Fummelhof müssen allerdings zwischendurch immer wieder in eine Nußschale passen, bzw die Gleise mehr oder weniger fliegend aufgebaut werden. Ich hoffe, dass das machbar ist.

Der Stadtbahnhof Ratzeburg hat bei diesem Entwurf einen enormen Aufschwung genommen, seit sich die örtliche Brauerei für ein Anschlussgleis entschlossen hat. (Die Brauerei hat es wirklich gegeben, leider auf der linken Seite.) Das bedeutet für den Betrieb mindestens zwei bis drei Güterwagen mehr am Tag zum Be- und Entladen, zusätzlich zum gestiegenen Stückgutverkehr. Ratzeburg war schon immer für seine Biere berühmt (auch das ist historisch). Steigender Umfang von Holzlieferungen aus dem östlichen Lauenburg, sowie saisonales Transportaufkommen (Rübenladungen und die gelungene Maränenzucht im Ratzeburger See tragen ebenfalls zum Aufblühen der Kleinbahn bei.

Die Ratzeburger Kleinbahn hat also die Wirren der Zeit hervorragend überstanden, die Zusammenarbeit mit der Reichsbahn hat sich vom schon bei der KPEV bewährten Einstellen der Güterwagen (historisch!) auf die Wartung der Personenwagen erweitert (nicht historisch).

Nachdem die beiden zweiachsigen Nassdampf Tenderlokomotiven aus Altersgründen verschrottet werden mussten, blieb nur noch eine dreiachsige Lok vom Typ T3 übrig (auch das wiederum historisch). Der Lokschuppen wurde zurückgebaut, und die Gesellschaft entschloss sich zur Anschaffung zweier Dieseltriebwagen Garnituren (was sie in der Zeit ihrer realen Existenz nie geschafft hat).

Für die Zukunft gibt es Überlegungen, die Strecke zu elektrifizieren, um den Personen- und Stückgutverkehr per Überland-Straßenbahn abzuwickeln. Die Dampflok und einige Personenwagen sollen erhalten bleiben, da sie sich bei den Touristen, von denen die Stadt zunehmend profitiert, großer Beliebtheit erfreuen. Vor allem die Ausflüge zum Kanalhafen mit anschließender Bootsfahrt zum Schaalsee haben im zweistelligen Prozentbereich zugenommen. Die für die Dampflok nötigen Untersuchungen und Erhaltungsarbeiten wird das BW der Reichsbahn am Ratzeburger Staatsbahnhof durchführen. Durch die günstige wirtschaftliche Entwicklung ist die Stadt Ratzeburg in der Lage, die Kosten dafür zu übernehmen. Beim Bw Stadtbahnhof verbleiben nur die täglichen Rüstarbeiten und die Nachschau.

Der "Verein der Freunde der Kleinbahn Ratzeburg" (einer der ältesten im Land) bietet interessierten Zuschauern einen Einblick in die täglichen Verrichtungen an einer Dampflok (die dreckigsten Arbeiten sind allerdings ausgelagert). Das hat sich inzwischen zu einem touristischen Renner entwickelt, zumal das Empfangsgebäude zusätzlich Restuaration mit Seeblick bietet (was es heute noch tut).

Gruß, Hajo König
Zuletzt geändert von hjkoenig am So 18. Jan 2015, 22:17, insgesamt 2-mal geändert.

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