Niederflur-Beiwagen 4NBWE aus dem 3D-Drucker

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Re: Niederflur-Beiwagen 4NBWE aus dem 3D-Drucker

#51

Beitrag von Analogbahner » Fr 22. Nov 2019, 17:51

Ist die obere Hälfte vom Drehgestell nicht ohnehin später unter der Karosserie verborgen? Also, ich wär schon froh, wenn ich sowas erst hinkriegen würde!
Ich muss gestehen, dass ich meine Modelldrehgestelle selten sehe, weil ja die übliche Modellbahnerblickrichtung von schräg oben ist...
Gruß
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Re: Niederflur-Beiwagen 4NBWE aus dem 3D-Drucker

#52

Beitrag von raily74 » Fr 22. Nov 2019, 22:14

Soeben kam der fünfte Versuch aus meinem Elegoo Mars. Die Drehgestelle sind perfekt (nach insgesamt ca. 18 Stunden Druckzeit).

Damit ihr nicht dieselben Fehler macht wie ich, hier meine Erfahrungen:
Versuch 1: Druckbett nicht RICHTIG fest geschraubt, bei jeder der 750 Schichten hat es sich schiefer gedrückt, Klumpen gedruckt.
Versuch 2: Nach dem Druck zu lange im UV-Härter gehabt (180 Sekunden bei 5 Watt), die Teile wurden spröde und sind gebrochen.
Versuch 3: Mit 0,01 statt 0,02 mm Schichtdicke gedruckt => Nur Klumpen gedruckt.
Versuch 4: Acht der automatischen Stützen an den Bremsscheiben entfernt, damit sie rund werden.
=> Ohne Stütze leider auch keine Bremsscheibe :(

Man muss das zu druckende Objekt von unten nach oben betrachten! Teile, die von oben hängend konstruiert sind, werden zwar belichtet, fallen aber ins Resinbecken, wenn von unten keine Stütze da ist. Das muss man erst mal erkennen. Dadurch fehlten konstruierte Teile komplett.

Bei jedem neuen Versuch hatte ich genügend Zeit, optische Mängel zu Beseitigen. So habe ich die Blenden dem Achsspiel entsprechend 0,25 mm hoch gesetzt, Gravuren stärker gemacht, fehlende Details ergänzt, nicht druckbare Teile mit zusätzlichen Stützen konstruiert und zu feine Konstruktionen aufgefüllt.

Version 4 habe ich versuchsweise anthrazit statt schwarz lackiert und bin damit echt glücklich. Fotos folgen nach der Lackierung.

@Jochen: Gerade die technischen Komponenten müssen natürlich plan sein, da der Fahrzeugboden nur mit zwei Ringen auf den Drehgestellen aufliegt. Ist das Drehgestell dann nicht plan, steht die ganze Kiste nachher schief.

In der Zwischenzeit ist auch der Fahrzeugboden technisch konstruiert. Als nächstes versuche ich mich mal an der Inneneinrichtung.

Bild
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Re: Niederflur-Beiwagen 4NBWE aus dem 3D-Drucker

#53

Beitrag von raily74 » Fr 22. Nov 2019, 22:37

Fast wie unterm Mikroskop. Die Linien sind mit bloßem Auge und mit sehr viel Licht im Original nicht zu sehen.
Die Nabe im rechten Rad ist kreisrund, das scheint an der 30 Sekunden-Langzeit-Belichtung meiner Kamera zu liegen (Schattenwurf).

Zur Orientierung. Achsenabstand: 17,2 mm, die Muttern oberhalb der Bremssättel sind 0,4 mm stark.

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Re: Niederflur-Beiwagen 4NBWE aus dem 3D-Drucker

#54

Beitrag von raily74 » Sa 23. Nov 2019, 00:33

Fertig lackiert...

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Re: Niederflur-Beiwagen 4NBWE aus dem 3D-Drucker

#55

Beitrag von TRAXXer » Sa 23. Nov 2019, 11:14

Hallo Michael,

stark, freut mich dass es inzwischen so gut klappt mit dem Drucker! Eine gewisse Lernkurve gehört natürlich dazu, wie das mit dem Support funktioniert.
Wenn man das Modell von unten nach oben mit dem Schieberegler "durchfährt", dann muss man neu auftauchende "Inseln" stützen, wie du schon sagst. Sonst kleben sie an der Folie fest, und beim nächsten Druck hat man u.U. ein Loch in der Folie.

Ich bin auf den ersten Druck des Gehäuses gespannt.
Liebe Grüße, Niklas

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Re: Niederflur-Beiwagen 4NBWE aus dem 3D-Drucker

#56

Beitrag von Jens B » Sa 23. Nov 2019, 11:34

Hallo Michael,

das ist für meine Begriffe perfekt. Sogar perfekter als es eigentlich sein müsste, denn der Fotoapparat ist deutlich gnadenloser als ein Betrachter.

Was den Wagenboden angeht, hast du da irgendwelche strukturellen Verstärkungen vorgesehen? Oder ist der Mittelteil einfach nur eine "Platte"? Ich frage, weil lange, dünne Teile zu nachträglichen Verziehen neigen. Dieser Prozess setzt bei mir teilweise erst nach Monaten ein.
Zuletzt geändert von Jens B am Sa 23. Nov 2019, 20:39, insgesamt 1-mal geändert.
Viele Grüsse,
Jens


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Re: Niederflur-Beiwagen 4NBWE aus dem 3D-Drucker

#57

Beitrag von Analogbahner » Sa 23. Nov 2019, 14:22

Wie sieht es eigentlich mit Gestank aus (hihi, paradoxer Satz...)? Muss eine Lüftung vorhanden sein? Kann man im Wohnbereich drucken, oder muss man in den Garten..?
Gruß
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Re: Niederflur-Beiwagen 4NBWE aus dem 3D-Drucker

#58

Beitrag von charuma0 » Sa 23. Nov 2019, 15:04

Michael, dieses Drehgestell ist Dir als Erstlingswerk exzellent gelungen!

Ein paar Fragen/Bemerkungen:
  • Sind 0.02 mm notwendig? Mein RhB Traktor ist mit 0.04 gedruckt und die Schichtdicke hat sich nirgends als zu gross erwiesen.
  • 18 Stunden für dieses Drehgestell!? Für ca. 10mm Bauhöhe benötigt mein SLA Drucker (ein Kudo3D Titan) 1:30 Std. Ich vermute, das ist so weil der Laser beim Elegoo jede Ebene mit "Linien" nachzeichnen muss, während mein Beamer jeweils einen ganzen Layer mit nur 10 Sekunden Belichtungszeit härtet.
  • Persönlich habe ich aufgehört das Modell schräg auf Stützen zu stellen (zumindest beim RhB Traktor). Es war schlicht nicht nötig und reduziert die Druckzeit erheblich. Wenn alles waagrecht ist, hat dies z.B. den Vorteil, dass der obere Rand eines Fensters eine exakt waagrechte Brücke ist (sprich links und rechts aufliegt) und nicht als starker Überhang einige Schichten ins Leere gebaut wird, bevor das Material auf der anderen Seite des Fenster wieder eine Unterlage bekommt.
Analogbahner hat geschrieben:
Do 21. Nov 2019, 17:04
Auf dem Foto sieht es so aus, als hättest du das Drehgestell hochkant gedruckt.
Ich empfinde immer Unbehagen, technische Elemente, die aus senkrechten und waagerechten Formen bestehen, schräg zu drucken. Das erspart sicherlich Stützstrukturen... aber kriegt man die auffällig falsch laufenden Rillen später auch wirklich weg?
Also mit einem FDM Drucker ist das Unbehagen berechtigt. Ein so feines Modell würde mit FDM genau aus diesem Grund kaum zu realisieren sein. Beim SLA Drucker hingegen verschwinden die Rillen.
Herzliche Grüsse aus der Schweiz
Martin


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Re: Niederflur-Beiwagen 4NBWE aus dem 3D-Drucker

#59

Beitrag von Analogbahner » Sa 23. Nov 2019, 16:06

Das mit dem waagerechten Fenstersturz leuchtet ein. Genauso leuchtet mir aber auch ein, dass sich flüssiges Resin stauen und ansammeln kann. Welcher Effekt ist nun gravierender?
Gruß
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Re: Niederflur-Beiwagen 4NBWE aus dem 3D-Drucker

#60

Beitrag von raily74 » Sa 23. Nov 2019, 19:52

Vielen Dank für euer Feedback und die vielen Tipps!
  • Das mit dem Schieberegler ist eine gute Idee, so kann ich in Zukunft Fehldrucke vermeiden. Danke!
  • Sind 0.02 mm notwendig? Ich hatte anfangs fehlende Teile bemerkt und vermutet, dass es an der Schichtdicke liegt. Am Ende waren es die fehlenden Stützen an den "Inseln". Also wären 0,04 mm wahrscheinlich auch ok.
  • 18 Stunden für dieses Drehgestell!? Nein, 3:45 h beim letzten Versuch. 18 Stunden waren es insgesamt für alle fünf Versuche.
  • Der Elegoo druckt nach dem gleichen Prinzip. Das Display wird mit UV-LEDs hinterleuchtet, ich habe 8 Sekunden je Schicht belichtet.
  • Der Drucker steht im Keller in der Werkstatt und ist durch einen Windfang vom Rest des Hauses getrennt. Ich habe mit gekipptem Fenster gearbeitet. Man riecht es, aber es stinkt nicht gewaltig. Es ist aber nicht mit Raumduft zu vergleichen. :roll:
  • An die Verstrebungen des Mittelteils habe ich gestern Abend auch schon gedacht. Ich hatte überlegt, das ganze soweit hochzuziehen wie die Gänge zwischen den Sitzen. Dann hätte ich genug Platz für ein Fachwerk unten drunter (und einen Zimo MX617).
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Re: Niederflur-Beiwagen 4NBWE aus dem 3D-Drucker

#61

Beitrag von raily74 » Mo 25. Nov 2019, 10:04

Im Moment stehe ich vor der großen Frage, wo der Decoder wohl am besten platziert werden sollte. Den Fahrzeugboden habe ich jetzt 2,6 mm angehoben um zusätzliche Streben einzuziehen. Dort wäre Platz für einen Zimo MX617 (auch 2,6 mm Höhe). Nachteil: es müssen sieben Kabel über Stecker ins Dach (Rücklicht, Bremslicht, Innenbeleuchtung, Zugzielanzeiger, Blinker links und rechts, Plus). Die Stecker (2x4) könnten aber auch die Clipse bzw. die Verschraubung zwischen Gehäuse und Fahrzeugboden ersetzen.
Die Alternative wäre unters Dach. Es müssen nur zwei Kabel über Stecker ins Dach aber der Decoder klebt sichtbar im Fahrgastraum und führt die Hitze über das Dach ab.
Über die Sichtbarkeit mache ich mir weniger Gedanken als über die Wärmeableitung.
Gibt es von euch hierzu Erfahrungswerte?
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Re: Niederflur-Beiwagen 4NBWE aus dem 3D-Drucker

#62

Beitrag von raily74 » Di 26. Nov 2019, 08:42

So sähe das unten drunter aus. Aber beim Einzeichnen der Stift- und Buchsenleiste habe ich schnell gemerkt, wie wenig Platz da drin ist. Links im Bild sieht man die vier Buchsen. Spricht denn etwas gegen einen Decoder unter dem Dach? Verformt sich das Resin bei Hitzeeinwirkung?

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Re: Niederflur-Beiwagen 4NBWE aus dem 3D-Drucker

#63

Beitrag von raily74 » Mi 4. Dez 2019, 21:03

Das Thema Stift- und Buchsenleiste ist vom Tisch. Das lässt sich bei einem derart offenen Wagen nicht unsichtbar realisieren. Ich habe nun an der Einstiegsseite einen Kabelkanal konstruiert, durch den die sieben Kabel vom Dach nach unten wandern. Dort werde ich sie nach Schließen des Gehäuses anlöten.
An der Inneneinrichtung bin ich etwas weiter gekommen. Bei der Gelegenheit habe ich auch Löcher für zwei Muttern M2 konstruiert. Diese werden von oben in die Karosserie eingesteckt, sodass von unten zwei Schrauben greifen können.

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Re: Niederflur-Beiwagen 4NBWE aus dem 3D-Drucker

#64

Beitrag von raily74 » Mi 4. Dez 2019, 23:21

Jetzt lässt sich auch ein 250er Radius befahren...
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Leider fordert das seinen Tribut in den bisher freien Gängen...
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