Feldbahn ohne "e und f "

Bereich für alle Themen rund um Schmalspur- und Feldbahnen aller Modellbahnhersteller und Spuren.
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Callmax
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Feldbahn ohne "e und f "

#1

Beitrag von Callmax »

Hallo an alle hier im Forum,

Feldbahnanlagen werden in H0"e" und H0"f" gebaut. Andere größen wie 0e und TT natürlich auch. Aber warum baut keiner eine Feldbahn nur in H0?
Beispielsweise mit einem Tenshodo Antrieb (WB31) Forex oder Balsaholz selbstbau usw. Mit H0 Gleisen kann ich ja auch einen engeren Radius erzeugen wie mit 0e Gleisen (GN15). So könnte man kleinere Loks bauen als Gn15 Loks und grössere als H0e und f.
Was meint Ihr dazu?

Callmax


md95129
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Re: Feldbahn ohne "e und f "

#2

Beitrag von md95129 »

Mir ist nicht klar, was Du willst: Welche Baugroesse und Spurweite z.B. 1:45/16,5mm oder 1:87/16,5mm?
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kartusche
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Re: Feldbahn ohne "e und f "

#3

Beitrag von kartusche »

Könnte auch daran liegen, dass es beim Vorbild kaum normalspurige Feldbahnen gab... :roll:

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B-B
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Re: Feldbahn ohne "e und f "

#4

Beitrag von B-B »

Hi,

schau mal unter GN15, ist dann halt 1:22,5 netter Maßstab und altersgerecht :-)

Parkbahnen, Feldbahn etc. http://mobazi.huebsch.at/anlagen/GN15/GN15.htm

Grüße
Bernd


HD-Mainz-MoBa
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Re: Feldbahn ohne "e und f "

#5

Beitrag von HD-Mainz-MoBa »

Hallo Callmax,
der Maßstab ist und bleibt H0! H0 Normalspur beträgt 16,5 mm, H0m (Spurweite 12 mm) bezeichnet eine Schmalspur, die im Maßstab H0 eine Meterspur verkleinert darstellt, H0e und H0f sind "Feldbahnen", also Schmalspurbahnen mit einer Spurweite von 9 mm, bzw. 6,5 mm im Modell. Nähere Informationen zu und warum Feldbahnen gebaut wurden kann man sehr gut bei Wikipedia nachlesen.
Die Spurweiten von 9 mm oder 6,5 mm sind deshalb von der Industrie so gewählt worden um auf handelsübliche Produkte anderer Maßstäbe zurückgreifen zu können und nicht noch extra Spurweiten kreieren zu müssen.
Gruß
Hans-Dieter


Claus60
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Re: Feldbahn ohne "e und f "

#6

Beitrag von Claus60 »

Hallo.
Einiges ist schon geschrieben worden. Generell gibt es halt ganz unterschiedliche Spurweiten beim Vorbild, je nach dem, für welchen Zweck die Bahn gedacht ist. In Deutschland hat die Bahn in der Regel 1435 mm Spurweite (das "krumme" Maß kommt vom Umrechnen aus dem englischen Maßsystem, da die ersten Loks und Wagen aus England kamen). Im H0 Maßstab von 1:87 entspricht das eben genau den 16,5 mm die unser Modellgleis hat. Im Maßstab 1:32 für Spur 1 ist diese Regelspurweite 45 mm, in Spur Z, 1.220 sind es 6,5 mm, in Spur N also in 1:160 sind es 9 mm. kannst du gerne selbst nachrechnen. In anderen Ländern gibt es aber noch breitere Spurweiten, etwa in Russland.

Neben der Regelspur gab es beim Vorbild schon sehr bald auch kleinere Spurweiten, die dann "Schmalspur" genannt wurden. Meist sind Schmalspurbahnen eher kleine Bahnen mit wenig Verkehrsaufkommen und entsprechend einfachem Betrieb. Aber es gibt auch sehr große Schmalspurbahnen wie etwa die Harzer Schmalspurbahn oder der größte Teil der Schweizer Bahnen, auf denen selbst Schnellzüge und internationale Verkehre unterwegs sind...
Die jeweils zu verwendende Spurweite hängt eben vom Verkehrsaufkommen und vor allem aber den räumlichen Gegebenheiten ab. Es gibt sehr viele verschiedene Schmal- Spurweiten, aber die gängigsten kann man in vier Gruppen zusammenfassen.

Zum einen ist da die Meterspur (deswegen das "m") also Spurweiten von 1000 mm. Diese Spurweite wird z.B. im Harz und oft in der Schweiz verwendet. Meterspurbahnen sind oft in bergigem Gelände zu finden und haben häufig Hauptbahn- ähnliches Verkehrsaufkommen. Meist war es einfach auf Grund der Enge der Täler und der dadurch notwendigen kleinen Radien nicht möglich, hier eine Regelspur- Bahn zu bauen... In 1.87 wäre das dann H0m mit einer Spurweite von (sieht man es eng) 13,3 mm. Aus Kostengründen wird aber meist 12 mm Spurweite genommen, was der TT Regelspur entspricht und sich somit günstiger produzieren lässt. Die "berühmte" LGB ist eigentlich auch eine "Meterspurbahn", also Spurweite 2m. Nur sehen die Hersteller das nicht sehr eng. Die Stainz z.B. ist eine Engspurlok und müsste eigentlich auf engeren Schienen fahren. Daneben gibt es auch viele Regelspur- Fahrzeuge, die einfach aus Spaß an der Gartenbahn zu Schmalspur- Fahrzeugen umgemodelt wurden...

Somit kommen wir direkt zur nächsten Gruppe, der Engspur (daher das "e"). Die Engspur hat meist eine Spurweite von 750 - 760 mm was in 1:87 (also H0e) als 9 mm Spurweite interpretiert wird, um Spur N- ähnlich zu sein. in Spur 0, also in 0e sind das dann "zufälligerweise" 16,5 mm Spurweite (was auch der Grund ist, warum ich in 0e baue). Engspur wird/wurde in DE häufig in Sachsen (Preßnitztalbahn usw) verwendet, aber auch in Baden-Würtemberg (Jagsttalbahn, "Öchsle",...) oder in Norddeutschland (Bruchhausen- Vilsen,...).

Die nächste Gruppe sind dann die Feldbahnen (daher das "f"). Feldbahnen sind sehr kleine und leichte Bahnen, die oft auch mobil als "Stückelgleisen" ganz ähnlich wie eine Modellbahn, aufgebaut werden. Die Spurweiten der Feldbahn liegen meist so zwischen 500 -600 mm und benötigen damit weniger Platz als ein Weg, der von LKW befahren werden kann. Deswegen werden auch heute noch vielerorts Feldbahnen verwendet. Es gibt in DE noch jede Menge Moorbahnen in Torf- Abbaugebieten. Zum Beispiel direkt vor meiner Haustür im Südlohner Moor:

Bild

Man kann auf dem Foto sehr schön sehen, wie viel weniger Platz die Bahn im Vergleich zum Fahrweg daneben einnimmt... Die Feldbahn- Spurweiten werden aber auch beim Tunnelbau oder im Bergbau untertage eingesetzt. Also sehr vielfältige Anwendungsmöglichkeiten.
Die Feldbahn- Spurweite in 1:87 beträgt etwa 5 - 7 mm, weswegen die Busch Feldbahn auf 6,5 mm Gleis fährt. Eine weiter typischer Feldbah- Maßstab ist 1f, also 1:32 auf dann (wie praktisch) 16,5 mm Spurweite... Feldbahnen mit 750mm Spurweite waren beim Vorbild extrem selten. Deswegen sind die Eggerbahn bzw die Roco H0e Feldbahn eher "Exoten" und nur die Busch Bahn ist eine typische Feldbahn in 1:87...

Also, Feldbahn ohne "e" und "f" ist nicht möglich, zumindest dann nicht, wenn man sich einen klitzekleinen Rest an Vorbildtreue bewahren will. Eigentlich ist Feldbahn nur dann Feldbahn, wenn sie ein "f" dabei hat. Das "e" ist nur eine Randerscheinung, die aber im Modell erstaunlich oft als "Alibi" verwendet wird.....

Das andere extrem der Vorbild- Spurweiten sind dann die Betriebs- und Parkbahnen, die auf Spurweiten von etwa 400 mm unterwegs sind. Hier gibt es keinen "Buchstaben" sondern hier wird in der Regel die "amerikanische" Schreibweise (Gn15) verwendet. Dieses "Phänomen" geht auf Sir Arthur Heywood einem Briten mit zu viel Geld und zu viel Langeweile zurück, der um 1870 herum ein "Feldbahn- ähnliches" System mit 15 Zoll (381mm) Spurweite "erfunden" hat, um auf seinem (zu) großen Anwesen herum zu fahren. Diese Spurweite wurde dann später in einigen Betrieben und sogar in Krankenhäusern zur Versorgung der einzelnen Abteilungen verwendet. Diese Tatsache wird dann gerne dazu verwendet, um auf engstem Raum im ganz großen Maßstab Modellbahn betreiben zu können. Man kann also auf "H0" Gleisen herum fahren, aber die Autos, Gebäude und Figuren sind dann im "LGB" Maßstab von 1:22,5 Das ist dann Gn15 und hat durchaus seine ganz eigenen Reiz... In DE kommt der Gn15 Geschichte wohl die Killesberg- Bahn in Stuttgart am nächsten...

Man kann also auf 16,5 mm Gleis, mehr oder weniger "normalem" H0 Gleis fahren und dabei in Maßstäben von 1:87 (H0- Regelspur), 1:64 (Sm- Meterspur), 1:45 (0e- Engspur), 1:32 (1f Feldbahn) oder 1:22,5 (Gn15) bauen, ohne das es völlig aus dem Ruder läuft. Vergleichbar kann man auf 6,5 mm Gleis in 1:220 (Z- Regelspur), 1:160 (Nm - Meterspur), 1:120 (TTe - Engspur) oder 1:87 (H0f- Feldbahn) fahren...
Danke fürs Lesen, Claus

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8erberg
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Re: Feldbahn ohne "e und f "

#7

Beitrag von 8erberg »

Hallo,

ähm.... Brauchhausen-Vilsen nach Asendorf ist 1000 mm, eine damals in Nordwestdeutschland gebräuchliche Spurweite für Nebenbahnen, so war die Strecke Syke - Hoya bis zur Umspurung in den 60er Jahren komplett auf 1000 mm (Bruchhausen-Vilsen ist ja der Bahnhof wo die Strecke nach Asendorf abzweigt, diese sollte stillgelegt werden und wurde daher nicht umgespurt). In der Nähe gab es noch die Steinhuder-Meer-Bahn die auf 1000 mm unterwegs war wie die Strecke von Lathen nach Werlte, die Teutoburger Wald-Bahn und einige mehr (die Inselbahnen, bis auf Borkum die auf 900 mm fährt wie der/die/das Molli in Mecklenburg)
Die Steinhuder-Meer-Bahn wurde komplett abgebaut, im Hümeling wie auch im Teutoburger Wald fährt man heute auf Regelspur.
Anderes (wie das meterspurige Netz in Ostfriesland) wurde leider komplett abgebaut. So eine Bahn komplett durch die ganzen Sielorte wäre heute ein Touristenmagnet!

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Waldbart
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Re: Feldbahn ohne "e und f "

#8

Beitrag von Waldbart »

Callmax hat geschrieben:
Sa 16. Mai 2020, 15:41

Aber warum baut keiner eine Feldbahn nur in H0?
Hallo Callmax!

Ich weiß nicht, ob keiner sowas baut, aber selten wird es gemacht, weil es sehr wenige normalspurige Feldbahnen gab.
Feldbahnen sind ja nicht fest definiert, sondern können sehr unterschiedlich aussehen, wobei es einige typische Merkmale (wie z.B. die "Nicht-Öffentlichkeit") gibt.

Du hast aber insofern recht, daß es sich nicht an der Spurweite festmachen lässt, obgleich sehr viele der "klassischen" Feldbahnen im Bereich der 600mm (entspricht den Xf-Baugrößen) angesiedelt sind. Aber auch im 750mm Bereich (Xe-Baugrößen) gab es viele Vertreter, die identische Merkmale aufweisen (viele Rübenbahnen der norddeutsche Tiefebene oder sog. ehem. Ostgebiete, oder etwa die Waldbahnen Osteuropas (technisch als Feldbahnen für Forsterzeugnisse definiert)).
Und natürlich die klar als Feldbahnen geltenden Bauzugbahnen, die sogar sehr häufig in 900mm (Xm-Baugrößen) ausgeführt wurden.
Auch weitere Größen sind belegbar, jedoch wird es, je größer, umso seltener, weil das Kosten-Nutzen-Verhältnis dann meist gegen eine solche Feldbahn, und für eine schmalere Variante spricht.

Wenn aber mit der Frage gemeint ist, ob man H0-Gleise verwenden kann... Das wurde oben schon ausführlich erläutert (Baugröße If/1f).

Viele Grüße,
Tobias.
Zuletzt geändert von Waldbart am Fr 22. Mai 2020, 05:58, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Feldbahn ohne "e und f "

#9

Beitrag von md95129 »

Es waere vielleicht angebracht, dass sich Callmax mal zu den vielen Vorschlaegen aeussert :) .
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Claus60
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Re: Feldbahn ohne "e und f "

#10

Beitrag von Claus60 »

Hallo.
8erberg hat geschrieben:
Mi 20. Mai 2020, 12:48
Brauchhausen-Vilsen nach Asendorf ist 1000 mm,
Stimmt. ist halt schon 2 Jahre her, das ich dort das letzte Mal war. Die Bahn ist mir aber viel kleiner als z.B die HSB im Gedächtnis, na ja, man wird eben nicht jünger..
Nehmen wir halt die Rügensche Kleinbahn aka "Rasender Roland" als 750/760 mm Beispiel aus Norddeutschland (zumindest das sollte stimmen)... Oder bei mir vor der Haustür die Cloppenburger Kleinbahn, die auch auf 750 mm fuhr...

Und wer ein aktuelles Vorbild für eine 381 mm Bahn sucht, wird in Österreich fündig, im Donaupark in Wien. Dort fährt heute noch eine Bahn auf der "Gn15" Spurweite von Arthur Heywood, und zwar mit Loks, die nicht wie Modelle von Regelspur Dampfloks aussehen...

https://commons.wikimedia.org/wiki/File ... ahn_D3.jpg
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Re: Feldbahn ohne "e und f "

#11

Beitrag von md95129 »

Claus60 hat geschrieben:
Mi 20. Mai 2020, 18:36
..
Und wer ein aktuelles Vorbild für eine 381 mm Bahn sucht, wird in Österreich fündig, im Donaupark in Wien. Dort fährt heute noch eine Bahn auf der "Gn15" Spurweite von Arthur Heywood, und zwar mit Loks, die nicht wie Modelle von Regelspur Dampfloks aussehen...

https://commons.wikimedia.org/wiki/File ... ahn_D3.jpg
Die Lok ist ja spukhaesslich. Dann schon lieber ein Heywood-Nachbau z.B. Effie oder Katie (https://en.wikipedia.org/wiki/Duffield_Bank_Railway, https://www.heritagerailway.co.uk/4575/ ... avenglass/)
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Re: Feldbahn ohne "e und f "

#12

Beitrag von Atlanta »

Moin Kollegen,

Callmax meint bestimmt Regelspurbahnen mit vereinfachten Fahrzeugen und extrem engen Gleisradien und sehr steilen Weichenwinkeln oder Kreuzungen.

Ganz soweit hergeholt ist dieser Gedanke nicht.

Da gab es auch diverse Kuriositäten.

Antriebsarten:
Muskelkraft (Zugtiere)
Dampfkraft
Elektrizität

Es gab Wagen zur Güter- und Personenbeförderung.

Tram- oder Straßenbahnen gab/gibt es nicht nur im innerstädtischen Verkehr.

Vieleicht ist soetwas damit gemeint?

Extrem enge Gleisradien wären dann keine Seltenheit sondern eher die Regel.

Für die modellbahnerische Umsetzung könnte man ja die handelsüblichen Gleissysteme nutzen z.B. C-Gleise oder Roco Geoline oder von Lunatram die über Tillig vetriebenen Straßenbahngleise.
LG Ingo

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Callmax
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Re: Feldbahn ohne "e und f "

#13

Beitrag von Callmax »

Erst einmal danke für eure Kommentare!
Vor langer Zeit habe ich mal angefangen mit Gn15 und Deltang. Dann alles wieder verworfen. Überlegt was mache ich? Es soll unbedingt eine Feldbahnanlage werden. Die Loks sind teuer und so wollte ich in H0 aus Karton oder Holz Loks (Gmeinder, Jung usw.) selber bauen. Jetzt nach dem lesen hier im Forum werde ich wohl in H0e bauen mit Arduino ( siehe Beitrag Analog DC,DCC oder R/C fuer kleine Anlagen?) eine Lok habe ich von Minitrains, mit der fange ich an. Meine Tenshodo Motoren (WB31) lege ich auf Eis oder könnte ich diese umbauen für H0e?

Gruß Callmax

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Atlanta
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Re: Feldbahn ohne "e und f "

#14

Beitrag von Atlanta »

Moin Max,

Die von Minitrains oder Roco vertriebenen Loks oder von so manch anderem Hersteller haben in der Baugröße H0 eigentlich falsche Spurweite und ein f an Stelle von einem e besitzen also auf 6,5 mm anstatt auf 9 mm fahren.

Die Briten machen es sich mit der Baugröße 00-9 im Maßstab 1:76 so schön einfach und bilden selbst die 2' Fuß Spur = 610 mm mit 9mm Schmalspur nach.

Die Regelspur in der Baugröße 00 mit 1:76 ist 16,5 mm und genauso groß wie bei H0 mit 1:87.

Die im deutschen Einflußgebiet errichteten 600 mm Schmalspurbahnen werden aber unter H0f eingruppiert, die 750 mm Bahnen unter H0e.

Bei den Original Feldspurfabrikanten war es aber kein großes Problem deren Fahrzeuge in einer schmäleren Spur zu erhalten.

Es ist immer eine "Gratwanderung" was für Modelle mit guten Laufeigenschaften bekomme ich oder mache ich "Abstriche" bei der verwendeten Spurbreite, die man darstellen will.

Im Punkt der Fahrezeugbeschaffung gibt es wesentlich mehr Fahrzeuge in H0e oder H0n30 als in H0f.

Panier baut auch Fahrzeuge in H0f aber auch in H0e, deren Laufeigenschaften sind aber nicht gerade der "Hit".

Parkside Dundas in Großbritannien hat viele H0e und 00-9 Hersteller gelistet, dieSchmalspur- und Feldbahnen im Programm haben.

In Großbritannien wird gerne der sogenannte "Hütchentausch" praktiziert, die dortigen Hersteller verkaufen oftmals nur die Gehäuse und man muß sich dann selbst um die Fahrwerke von Spur N Loks der Firmen Graham Farish (vertrieben über Hornby) oder Bachmann N (USA) kümmern, für die die Lokgehäuse optimiert sind.

Einige in Deutschland erhältliche Schmalspurloks in H0e haben ebenfalls N Fahrwerke als Basis, die Hersteller geben das aber in der Produktbeschreibung nicht mit an.

1 Scalefoot (1' Fuß im Modell) in der Baugröße 00 im Maßstab 1:76 ist 4 mm, die Baugröße 00 wird auch als 4mm Scale bezeichnet.

1 Scalefoot (1' Fuß im Modell) in der Baugröße H0 im Maßstab 1:87 ist 3,5 mm, die Baugröße H0 wird auch als 3,5 mm Scale bezeichnet.

Gängige 9 mm Schmalspurbezeichnungen in H0 sind:
H0e (750 mm bis 800 mm Spuren)
H0n2½ oder H0n2.5 (2,5 Fuß Spur = 762 mm)
H0n30 (30 Zoll/Inches = 2,5 Fuß Spur =762 mm)

Gängige 6,5 mm Schmalspurbezeichnungen in H0 sind:
H0f (600 mm Spur)
H0n2 (2' Fuß Spur = 610 mm)
H0n24 (24 Zoll/Inches = 2' Fuß = 610 mm Spur)

In der Baugröße 00 im Maßstab 1:76 werden aber auch die 2 Fuß oder schmäleren Spuren in 00-9 mit abgebildet und mit 9 mm Spurbreite dargestellt.
LG Ingo

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Re: Feldbahn ohne "e und f "

#15

Beitrag von 8erberg »

Hallo,

es gibt auch die abenteuerlichsten Dinge wenn man sich auf das Thema einlässt.

Z.B. die schon ziemlich amtlich aussehende Halligbahn https://www.inselbahn.de/index.php?nav=1401001
auf 900 mm Spurweite.

Dagegen die 2. Halligbahn nach Nordstrandischmoor auf nur 600 mm Spurweite

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Waldbart
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Re: Feldbahn ohne "e und f "

#16

Beitrag von Waldbart »

Hallo Callmax!

Schön, wenn Dir unsere Kommentare geholfen haben, etwas für Dich zu finden. Die Auswahl an Vorbildern und Material ist ja sehr groß, und, wie geschrieben, sind Feldbahnen ja keineswegs auf 600mm beschränkt. Wenn man sich da vertieft, findet man viele interessante Inspirationen.

Viel Spaß beim Entdecken und beim loslegen. :).
Tobias
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Re: Feldbahn ohne "e und f "

#17

Beitrag von Atlanta »

Moin Max,

Wie wäre es mit einer Schmalspurbahn in Sachsenspur von 750 mm?

Im Jahr 1904 wurde eine Bahn mit dieser Spurweite in Deutsch Ozeanien im Bismarck Achipel in Deutsch Neu Guinea, das liegt östlich von Indonesien im Pazifik geplant.
Eine Genehmigung von der Reichsregierung sollte noch abgewartet ebenso die Zusage der Finanzierung.

Leider machte der Schmalspurerlaß von 1910 der ganzen Sache einen Strich durch die Rechnung, fortan durften im gesamten Reichsgebiet nur noch Bahnen mit 1000 mm oder 600 mm Neu gebaut werden.
Bestehende Bahnen anddrer Spurweiten durften ihre Strecken nur dann erweitern, wenn an bereits vorhandene Gleisanlagen angeschlossen wurde.

Das führte in Sachsen zu "Verbindungsbahnen" ohne sinnvollen Nutzen und erschloß auch Orte, welche sonst nie in den "Genuß" einer Bahnverbindung gekommen wären.

Im Bismarck Archipel führte es zum endgültigen Aus der bereits in Feinheiten geplanten Bahn zur Erschließung der Kolonie.

Für 1000 mm war die Topographie nicht geeignet und für 600 mm war die Effizienz zu gering, 750 mm wären Ideal gewesen, da aber vor 1910 nicht mal 10 m Gleis verlegt waren, ist das Projekt endgültig gestorben.

Bereits bei Lokomotiv- und Wagonbaufirmen und bei Gleisbaufirmen georderte und zur Auslieferung bereitstehende Materialien wurden von der Reichsregierung storniert und die Hersteller blieben auf den Aufträgen sitzen. Bereits produziertes Material mußte anderwertig verkauft werden.

Diesen Umstand könntest du dir zu Gute nehmen und einfach "frei Schnauze" eine 750 mm Schmalspurbahn bauen, wie sie dir gefällt.

Du könntest ja behaupten, ein Gleisstrang wärevbereits zur Probe verlegt worden, damit sich der dortige Gouverneur ein Bild davon machen könnte.

Baubeginn ab 1910 mit Anschluß an die bereits liegenden Gleise.

Der heutige Ort Rabaul ist das moderne Pompeji von Neu Guinea, über und über mit Ascha bedeckt von den umliegenden Vulkanen, die erst wieder seit ein paar Jahren aktiv sind.

Unter britische Mandatschaft nach 1918 wurde eine Schmalspurbahn in 762 mm gebaut, in wie weit sie sich auf Plänen von deutschen Ingenieuren stützt ist nicht nachvollziehbar aber denkbar.

Bahn unter Palmen hätte doch etwas...
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Claus60
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Re: Feldbahn ohne "e und f "

#18

Beitrag von Claus60 »

Hallo.
Bahn unter Palmen hätte doch etwas...
Oh ja...
Obendrein hört sich das sehr nach meiner "Royal Terthanian Railway" an, die zwar nicht auf Deutschen, sondern auf englischen Wurzeln völlig frei erfunden wurde...
Grade bei Schmalspur gibt es nichts, was es beim Vorbild nicht gegeben hätte... Da wird improvisiert, vereinfacht, selbst etwas zusammen geklöppelt, gebrauchtes Material von überall her zusammen geschnorrt, Fahrzeuge umgespurt,... Herrlich.
ich habe keinerlei Hemmungen, eine amerikanische Shay neben einer österreichischen Stainz, einer walisischen Manning Wardle, einer deutschen V 22 und einer völlig fiktiven "Lummerland- Emma" auf "meiner" Insel (aber nicht mit zwei Bergen, sondern nur mit Einem) zu stationieren... Besser geht es doch gar nicht, oder?
Danke fürs Lesen, Claus

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