Was macht man mit...

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Bacchus
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Was macht man mit...

#1

Beitrag von Bacchus »

Hallo zusammen,

über drei Ecken habe ich vor kurzem eine fertige Modelleisenbahn gekauft. Eigentlich wollte ich das nicht, aber es war mehr oder weniger eine Hilfsaktion: das ursprünglich extra gebaute Modellbahn-Zimmer wird aus persönlichen Gründen dringend benötigt und der Verkauf einer so großen Anlage ist nicht ganz einfach.
Kurze Vorgeschichte dazu: Die Verkäuferin konnte sich lange nicht von der Anlage ihres 1998 verstorbenen Vaters trennen. Die Anlage ist quasi ihre Kindheit: sie wurde über Jahrzehnte gebaut und besteht dementsprechend aus einem Mix aus M-Gleis und K-Gleis. Von beidem sind auch noch unverbaute Vorräte dabei. Aber lassen wir Bilder sprechen:

Übersicht:
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Das BW:
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Der "Schweizer Teil":
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Die drei Fahrpulte:
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Von den drei großen Schattenbahnhöfen gibt es keine Bilder. Sie sind mit M-Gleis gebaut und nur erreichbar, wenn man sich unter die Anlage legt. Das ist definitiv das größte Manko an der Anlage. Bei den beiden Wendeln (in den Bergen des "schweizer" Teils) wiederum kommt man gut dran und die Bergkuppen sind abnehmbar. Ebenso gab es dort wohl eine Einlegeplatte mit einem See, die herausnehmbar ist um an weitere Anlagenteile zu kommen.

Die Anlage ist eigentlich zu schade, um sie komplett zu zerlegen. Alle Gleise und der Unterbau sind sehr akkurat gebaut, fast alles mit selbst gebauter Oberleitung versehen. Dabei sind Unmengen an Waggons, ca 35 Loks/Triebwagen, leider teilweise unvollständig (wie zum Beispiel der Roco TEE oder der ICE). Geländegestaltung ist aber eher mau: entweder Pappe (bedruckt und unbedruckt) oder die alten Grasmatten. Viele Ideen sind zwar vorbereitet, aber nicht umgesetzt: kein einziges Haus ist beleuchtet (manche vorbereitet), funktionale Komponenten wie Rauchgeneratoren (zum Beispiel in einem der Fabrikschornsteine), eine Schranke etc pp sind nicht angeschlossen. Realistisch ist auch eher anders: der Erbauer hat mehr Gleiswüste gebaut als zum Beispiel darauf geachtet, dass zum Bahnwerk auch eine Straße gehen sollte.

Das Zimmer hat 5,20m x 8,90m, den Platz um die Anlage bei mir aufzustellen hätte ich, Transportmöglichkeit ebenfalls. Allerdings bin ich eigentlich in Spur N unterwegs und will nicht unbedingt wechseln. Und der Aufwand ist nicht gering:
- Anlage sehr sorgfältig trennen. Maximale Transportgröße: 1,70m x 5m
- Schaltpulte müssen abgebaut werden, ich würde sie so auch nicht verwenden wollen. Also Neubau auf eine Weise angesagt, daß sich jeder schnell zurecht findet
- sämtliche Verkabelung muss neu gemacht werden: die ist nicht besonders gut umgesetzt und wo Kabel zu kurz waren kamen die alten Märklin Stecker zum Einsatz. Außerdem fehlt einiges.
- Geländebau muss vollkommen überdacht werden. Plastik-Fantastik Optik und Grasmatten sind nicht so prickelnd. Generell ist die Ausgestaltung mit Details extrem mager.

Hier ergibt sich aber die Chance, sehr viel gestalterisch tun zu können. Ob die Anlage digitalisierbar ist stelle ich mal ganz in Frage (M-Gleis!). Zumindest zwei der Loks sind digital, der Erbauer hatte wohl vor zu digitalisieren.

Jetzt habe ich also folgende Optionen:
- kompletter Abriss der Anlage und was ganz neues daraus bauen (oder alles verkaufen und bei Spur N bleiben)
- Teilabriss, einzelne Abschnitte erhalten und daraus etwas neues bauen
- Anlage so abbauen, daß sie wieder exakt so bei mir aufbaubar ist und damit weiter machen

Was würdet ihr tun? Ist es die Anlage wert? Oder besser gefragt: ist es die Arbeit wert die Anlage so wie sie ist auch wieder aufzubauen?

Ich bin im Moment etwas ratlos.

Gruß,
Markus.
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SAH
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Re: Was macht man mit...

#2

Beitrag von SAH »

Moin Markus,

einen Fehler hat Deine Beschreibung: M-Gleis ist sehr wohl Digital nutzbar (mache ich schließlich auch).

Ansonsten: wenn sich die Anlage tatsächlich abbauen und transportieren lässt, warum nicht. Bei einem Verkauf wird die Anlage eher als Schrott angesehen, so liebevoll und detailreich sie auch immer sein mag.

mit freundlichen Grüßen,
Stephan-Alexander Heyn
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HB-Mann
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Re: Was macht man mit...

#3

Beitrag von HB-Mann »

Hallo Markus,

Herzlichen Glückwunsch zum Erwerb der Anlage. Zu Deinen Fragen:

Die Anlage scheint vom Gleismaterial mit schlanken Weichen gebaut zu sein. Das würde mir gefallen. Auf den Bildern stören mich die Stützmauern, aber sonst... Grasflächen und Gleis Schotter nachbessern - gut ist. Ich hätte mich gefreut wenn ich solch eine Möglichkeit gehabt hätte.

Ferner würde ich beim Wiederaufbau die M-Gleise gegen C-Gleis ersetzen und die Schattenbahnhöfe mit digitaler Steuerung versehen. Beim Abbau alle Steuerkabel sorgfältig beschriften und trennen. Viel Arbeit, aber wird sich lohnen.

Ich Club haben wir Spur N komplett abgeben. Es kommen jedoch gefühlt immer mehr die selber einfache Wartungsarbeiten nicht mehr durchführen können. Ich hoffe das es hier keinem so ergeht, aber die Betroffenen können es aufgrund der kleinen Größe nicht mehr selber. Ich will sagen, vielleicht ist die H0-Anlage ja eine glücklich Fügung für Dich.....
beste Grüße

Heiko
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T13
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Re: Was macht man mit...

#4

Beitrag von T13 »

Hallo Markus,

was soll ich Dir raten?

Ich hätte die Anlage gar nicht erst gekauft :fool: Aber die Gründe für den Kauf hast Du ja dargelegt.

Da kann ich Dir nur sagen, gehe nach Deinem Bauchgefühl, kannst Du es Dir vorstellen mit der Anlage glücklich zu werden, ob in Teilen oder ganz?

Der hier schon beschriebene Gedanke zu Deiner jetzigen Spurweite ist nicht abwegig :wink:
Zuletzt geändert von T13 am Mi 20. Jan 2021, 15:27, insgesamt 1-mal geändert.
MiniMax-Grüße
Tjark

bleudeur
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Re: Was macht man mit...

#5

Beitrag von bleudeur »

Boah, ein echter Kindheitstraum.. So richtig Märklin, und Gleise Gleise Gleise, wohin das Auge blickt :)

BernhardB
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Re: Was macht man mit...

#6

Beitrag von BernhardB »

Hallo Markus,

der Kopfbahnhof mit Vorfeld sieht gut aus. Den würde ich behalten, bis hin zum BW, und an einen zeitgemäßen, gut zugänglichen Zugspeicher anschließen. Bei den Landschaftsteilen lohnt sich eine Überarbeitung und Modernisierung nicht, meiner Meinung nach, die würde ich abbauen/entsorgen. Mit dem großen Bahnhof hättest Du schon genug zu tun, bis er wieder läuft. Eine komplette Neuverkabelung ist sicher nötig, und eine Digitalsteuerung besser als die vorhandene, die wahrscheinlich nicht mehr betriebsfähig zu machen ist.

Grüße,
Bernhard

Quox
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Re: Was macht man mit...

#7

Beitrag von Quox »

Ob Du bei Spur N bleibst ist erst mal die Grundsatzfrage. Dann fragt man sich warum Du gekauft hast ? BWs und Bahnhof behalten, Rest neu.
Alles gleich neu verkabeln. Auch wenn Du verkaufst wird ein neuer Besitzer das wahrscheinlich auch so machen.
Peter
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caseyjones
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Re: Was macht man mit...

#8

Beitrag von caseyjones »

Hallo Markus, ich hatte soeben einen längeren Beitrag getippt, um Dich zu dem Riesen-Projekt zu ermutigen.
Leider habe ich "schlecht geklickt", und der komplette Text mit konkreten Vorschlägen, Ratschlägen, Erfahrungen ist weg. :bigeek:

Resumée war:

- wer, wenn nicht Du, kann und will im konkreten Fall dieses Projekt übernehmen? Platz, Transport von-Tür-zu-Tür, Wertschätzung für den Erbauer?
- Überlegt vorgehen, bevor Du zum ersten Werkzeug greifst! Wer solche Schaltpulte gebaut hat, hat solide gearbeitet. Zuerst Segemente als wiederverwendbar definieren. Nichts überstürzt abreißen, abschneiden, zerstören. Kein Zeitdruck, evtl. Zwischenlager organisieren.
- Die Wiederaufbau-Anlage arbeitsfreundlich und professionell nach heutigem Stand ausführen: Zugänglichkeit bei Aufbauarbeit und späterem Service, möglichst keine über-Kopf-Arbeiten unter der Anlage, professionellen (Metall-) Unterbau, Kabeltrassen in Kabelkanälen,
- Probeaufbauten (Arrangements der Segmente) mit fliegendem C-Gleis-Aufbau der Verbindungen zwischen den vorhandenen Segmenten: macht Spaß, schafft Kreativität, vermeidet Fehler
- PLANUNG vor Beginn ist der halbe Erfolg: Gleisplan IST-Zustand wäre hilfreich; maßstäbliche Skizzen mit Papier und Bleistift sind viel besser als gar nix, es geht auch ohne SCARM.
- Freunde gewinnen für mehr Spaß; vielleicht verständige, heranwachsende Kinder: die Gleiswüsten eignen sich für gehobenes Spielbahning (digital mit robustem Märklin-Material der 90er Jahre).

Ich gebe zu, daß obiges Vorgehen aus meiner beruflichen Vergangnenheit (Industrie im Maßstab 1:1) resultiert. Aber auch aus meinen Erfahrungen mit meiner Märklin-Anlage (4,10 x 1,10 m, Digital 6021). - Professionelle Modellbahner arbeiten ohnehin so. Und Du hast ja ohnehin das "Problem erkannt": Verschrotten (realistische Einschätzung von SAH) definitiv zu schade!

Ratlosigkeit läßt sich beheben - dafür bist Du ja auch hier im Forum. - Du hast eine Riesen Chance! Möge Dir die Puste nicht ausgehen.

Glück auf! Uli
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Bacchus
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Re: Was macht man mit...

#9

Beitrag von Bacchus »

Hallo an alle und erst mal danke für das Feedback.

Ich grübel und grübel und grübel und :charles: aufmerksam auf alles, was ihr dazu beitragt. Doch bevor ich meine weiteren Gedanken erzähle, erst mal zur Post:
SAH hat geschrieben: Di 19. Jan 2021, 16:02 einen Fehler hat Deine Beschreibung: M-Gleis ist sehr wohl Digital nutzbar (mache ich schließlich auch).
Ansonsten: wenn sich die Anlage tatsächlich abbauen und transportieren lässt, warum nicht. Bei einem Verkauf wird die Anlage eher als Schrott angesehen, so liebevoll und detailreich sie auch immer sein mag.
Ok, ich hatte hier in diversen Beiträgen gelesen, dass das wohl zumindest dann ginge, wenn es einen kleineren Masstab betrifft. Bei der Anlage sind grob geschätzt 70% M-Gleis. Wenn damit Digitalisierung funktionieren würde, wäre es natürlich ein Traum. Dass der Wert der Anlage im Prinzip nur aus Loks/Waggons und ein paar besonderen Highlights (z.B. ein voll funktionsfähiger Portalkran noch aus Blech statt Plastik - trotzdem schön detailliert, die wirklich riesige Burg etc pp) besteht, ist mir auch klar. Und wenn ich andere Verkäufe in dem Umfang sehe, habe ich eigentlich zu viel dafür bezahlt. Aber ich bin kein Händler sondern Liebhab-Bär :fool:
HB-Mann hat geschrieben: Di 19. Jan 2021, 20:58 Herzlichen Glückwunsch zum Erwerb der Anlage. Zu Deinen Fragen:

Die Anlage scheint vom Gleismaterial mit schlanken Weichen gebaut zu sein. Das würde mir gefallen. Auf den Bildern stören mich die Stützmauern, aber sonst... Grasflächen und Gleis Schotter nachbessern - gut ist. Ich hätte mich gefreut wenn ich solch eine Möglichkeit gehabt hätte.
Ferner würde ich beim Wiederaufbau die M-Gleise gegen C-Gleis ersetzen und die Schattenbahnhöfe mit digitaler Steuerung versehen. Beim Abbau alle Steuerkabel sorgfältig beschriften und trennen. Viel Arbeit, aber wird sich lohnen.
Ich Club haben wir Spur N komplett abgeben. Es kommen jedoch gefühlt immer mehr die selber einfache Wartungsarbeiten nicht mehr durchführen können. Ich hoffe das es hier keinem so ergeht, aber die Betroffenen können es aufgrund der kleinen Größe nicht mehr selber. Ich will sagen, vielleicht ist die H0-Anlage ja eine glücklich Fügung für Dich.....
Danke für die Glückwünsche, ich hatte auch schon Leute, die mich dafür herzlich bemitleidet haben. Vor allem wegen dem Arbeitsaufwand... :mrgreen:
Stüzumauern, Gestein, Grasmatten, Strassen, die komplette Geländegestaltung ist nicht das, was zu einer vernünftigen Anlage passt. Hier ist eher sehr lieblos gearbeitet worden. Im Prinzip müsste ich 100% Geländegestaltung neu machen. Und die Verkabelung ist halt analog. Ob man da wirklich was von behält... Ich denke eher an abreissen und komplett neu verkabeln. Das dürfte weniger Aufwand sein.

Zum Thema Spur N:
ich habe eine recht ruhige Hand, liebe es, in winzigen Masstäben zum Beispiel mit meiner Uhrmacherdrehbank zu arbeiten und meine Augen spielen mit 49 auch noch recht gut mit. Im Moment sieht es halt so aus: ich habe in Spur N bei weiten nicht so viel Gleismaterial, dafür ca 150 Loks (gegenüber 30 in HO, von denen die Hälfte nicht funktioniert!), etwa gleich viel Waggons, dafür unendlich viel mehr Häuser, Preiserlein, Schilder und sonstiges Zubehör. Demnächst bekomme ich noch das seltene Modell der Dresdener Frauenkirche in N. Limitierte Auflage und nur einmal bei einer Messe verkauft. Laternen, Signale, einen ganzen Rummelplatz, einige Module, die ich in mein Projekt integrieren wollte.
Dazu kommt: meine Anfänge waren Roco im Kreis mit einer BR80 um den Weihnachtsbaum. Gleichstrom war mir immer sympathischer (ich weiss immer, in welche Richtung eine Lok losfahren wird!) und die komischen Pickel im Gleis sind mir auch schon immer höchst unsympathisch gewesen.
T13 hat geschrieben: Di 19. Jan 2021, 23:19 was soll ich Dir raten?
Ich hätte die Anlage gar nicht erst gekauft :fool: Aber die Gründe für den Kauf hast Du ja dargelegt.
Da kann ich Dir nur sagen, gehe nach Deinem Bauchgefühl, kannst Du es Dir vorstellen mit der Anlage glücklich zu werden, ob in Teilen oder ganz?
Der hier schon beschriebene Gedanke zu Deiner jetzigen Spurweite ist nicht abwegig :wink:
Bauchgefühl ist vielleicht wirklich ganz gut. im Moment rät mir mein Bauchgefühl zu einer ganz anderen Lösung. Aber dazu später...
bleudeur hat geschrieben: Mi 20. Jan 2021, 00:07 Boah, ein echter Kindheitstraum.. So richtig Märklin, und Gleise Gleise Gleise, wohin das Auge blickt :)
Den Satz habe ich öfter gehört. In meiner Kindheit wäre es das vielleicht auch gewesen: Gleise ohne Ende. Dank intensivem Stummiforumskonsum bin ich davon aber ein Stück weg gekommen. Ich mag detailreich gestaltete Anlagen mit einem stimmigen Konzept (auch wenn es mal ganz und gar nicht um Realistik geht). Liebevoll gestaltete Besenszenen, die eine Geschichte erzählen. Da gibt es hier ja wahre Wunderwerke! Sowas ist definitiv mein Vorbild, dahin will ich mit einer eigenen Anlage einmal kommen.
BernhardB hat geschrieben: Mi 20. Jan 2021, 17:14 der Kopfbahnhof mit Vorfeld sieht gut aus. Den würde ich behalten, bis hin zum BW, und an einen zeitgemäßen, gut zugänglichen Zugspeicher anschließen. Bei den Landschaftsteilen lohnt sich eine Überarbeitung und Modernisierung nicht, meiner Meinung nach, die würde ich abbauen/entsorgen. Mit dem großen Bahnhof hättest Du schon genug zu tun, bis er wieder läuft. Eine komplette Neuverkabelung ist sicher nötig, und eine Digitalsteuerung besser als die vorhandene, die wahrscheinlich nicht mehr betriebsfähig zu machen ist.
So in etwa sehe ich das mittlerweile auch: Teile der Anlage erhalten, Elektrik komplett neu und vollständig auf digital setzen. Wermutstropfen: alleine die Digitalisierung dürfte ziemlich viel verschlingen. Aber darauf wird es wahrscheinlich hinauslaufen.
Noch ist alles betriebsfähig: einschalten, Zug drauf setzen und Spass haben. Wobei: alles lose ist mittlerweile abgebaut und zu mir verfrachtet. Kein Haus, Auto, Preiserlein mehr zu sehen. Schaut recht öde aus....
Wenn ich das nächste Mal runterfahre (südlich von München, ca 1,5 Stunden weg von mir) schiesse ich ein paar Fotos und stelle sie mal hier rein. Den Abbau werde ich auf jeden Fall dokumentieren.
Quox hat geschrieben: Mi 20. Jan 2021, 17:31 Ob Du bei Spur N bleibst ist erst mal die Grundsatzfrage. Dann fragt man sich warum Du gekauft hast ? BWs und Bahnhof behalten, Rest neu.
Alles gleich neu verkabeln. Auch wenn Du verkaufst wird ein neuer Besitzer das wahrscheinlich auch so machen.
Grundsatzfrage - hmmmm. Irgendwie hängt ein bisschen mein Herz daran. Ausserdem waren die "Erfinder" der Spur N (Arnold) quasi meine Nachbarn. Alleine was hier auf Flohmärkten noch rumgeistert ... *träum*
Warum ich gekauft habe, hatte ich oben geschrieben. Kurz gesagt: Helfersyndrom.
caseyjones hat geschrieben: Mi 20. Jan 2021, 18:57 Hallo Markus, ich hatte soeben einen längeren Beitrag getippt, um Dich zu dem Riesen-Projekt zu ermutigen.
Leider habe ich "schlecht geklickt", und der komplette Text mit konkreten Vorschlägen, Ratschlägen, Erfahrungen ist weg. :bigeek:
Ja, das kenne ich. ging mir auch schon manchmal so. Ich nutze deswegen mittlerweile einen Editor und kopiere dann hier rein.
caseyjones hat geschrieben: Mi 20. Jan 2021, 18:57 Resumée war:

- wer, wenn nicht Du, kann und will im konkreten Fall dieses Projekt übernehmen? Platz, Transport von-Tür-zu-Tür, Wertschätzung für den Erbauer?
- Überlegt vorgehen, bevor Du zum ersten Werkzeug greifst! Wer solche Schaltpulte gebaut hat, hat solide gearbeitet. Zuerst Segemente als wiederverwendbar definieren. Nichts überstürzt abreißen, abschneiden, zerstören. Kein Zeitdruck, evtl. Zwischenlager organisieren.
- Die Wiederaufbau-Anlage arbeitsfreundlich und professionell nach heutigem Stand ausführen: Zugänglichkeit bei Aufbauarbeit und späterem Service, möglichst keine über-Kopf-Arbeiten unter der Anlage, professionellen (Metall-) Unterbau, Kabeltrassen in Kabelkanälen,
- Probeaufbauten (Arrangements der Segmente) mit fliegendem C-Gleis-Aufbau der Verbindungen zwischen den vorhandenen Segmenten: macht Spaß, schafft Kreativität, vermeidet Fehler
- PLANUNG vor Beginn ist der halbe Erfolg: Gleisplan IST-Zustand wäre hilfreich; maßstäbliche Skizzen mit Papier und Bleistift sind viel besser als gar nix, es geht auch ohne SCARM.
- Freunde gewinnen für mehr Spaß; vielleicht verständige, heranwachsende Kinder: die Gleiswüsten eignen sich für gehobenes Spielbahning (digital mit robustem Märklin-Material der 90er Jahre).

Ich gebe zu, daß obiges Vorgehen aus meiner beruflichen Vergangenheit (Industrie im Maßstab 1:1) resultiert. Aber auch aus meinen Erfahrungen mit meiner Märklin-Anlage (4,10 x 1,10 m, Digital 6021). - Professionelle Modellbahner arbeiten ohnehin so. Und Du hast ja ohnehin das "Problem erkannt": Verschrotten (realistische Einschätzung von SAH) definitiv zu schade!

Ratlosigkeit läßt sich beheben - dafür bist Du ja auch hier im Forum. - Du hast eine Riesen Chance! Möge Dir die Puste nicht ausgehen.
Bisher habe ich nur die losen Dinge mitgenommen. 4 Tage war ich vor Ort: erst alles sortieren, dann Bestandsaufnahme und Preisverhandlung. Zwei Tage habe ich nur gepackt und jeweils mein Auto plus Hänger voll gemacht. Alles habe ich noch nicht: da sind noch ein paar Jahrgänge MIBA, die beim letzten Mal nicht rein gepasst haben.

Deine Gedanken sind sehr nahe an meinen. SCARM habe ich mir vor ca 2 Jahren eh gekauft, also werde ich die Abbau-Tage nutzen und den original Gleisplan nach und nach in SCARM übernehmen. Danach werde ich wohl "Teilverschrotten" und aus den bleibenden Teilen eine neue Anlage entstehen lassen. Soweit bin ich jetzt mit meinen Gedanken.

@all:

ich möchte folgende Wünsche als Aufhänger für weitere Gedanken nutzen:
caseyjones hat geschrieben: Mi 20. Jan 2021, 18:57 Du hast eine Riesen Chance! Möge Dir die Puste nicht ausgehen.
Mein Problem ist derzeit definitiv meine Puste. 2019 habe ich meine beiden Eltern verloren. Jetzt ist aus einem Drei-Generationen-Haus mit 300qm Wohnfläche eher eine Belastung für mich entstanden. Meine Geschwister wollen natürlich ausbezahlt werden, ich muss umbauen (das EG wird eine behindertengerechte Ferienwohnung), dazu kommt einiges an Renovierungen. Und mein Vater hat uns ca 600 Radios aus der Zeit von 1912 bis 1970 hinterlassen. Ein riesiger Akt, das alles zu bewältigen, der mich auch ganz schön schlaucht. Ansonsten wäre ich mit meiner eigenen Anlage bereits viel weiter. Trotzdem wird der Reiz immer größer.
Bevor mir die Puste also ausgeht, denke ich über eine ganz andere Lösung nach: Gründung einer Modellbahngruppe. Der Altmühltal-Stammtisch ist nicht weit weg von mir, hier in der Region gibt es einige Modellbahner (auch wenn der Oberpfälzer an sich eher scheu gegenüber "zuagroasten" ist), ein guter Freund von mir wäre der erste, der dabei wäre. Anbieten kann ich dazu eine Halle, in der 40qm von 120qm bereits ausgebaut sind. Früher war das eine Lagerhalle für eine Zimmerei, die im ersten Stock über drei Doppelgaragen liegt. Das Nebengebäude gehört mir auch.

Um junge Leute zu begeistern muss ich dann sowieso konsequent auf digital setzen. Aber: ich könnte meine N-Anlage nach wie vor in den 40qm belassen, den Rest ausbauen und dort eine neue grosse Anlage mit den Teilen der gekauften aufstellen. Eigentlich ideal, oder was denkt ihr?

Grüblerische Grüße aus dem Altmühltal,
Markus,
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Re: Was macht man mit...

#10

Beitrag von Elokfahrer160 »

Guten Abend , Markus

prüfe mal, ob es in deiner räumlichen Nähe einen AC - Märklin lastigen Modellbahnverein gibt und wenn ja, biete dem Club und seinen
Mitgliedern dann Teile deiner M-Gleis lastigen Anlage an z.B. das Bw oder den Schweizer Teil. So könntest du einen Teil der Anlage weiter-
geben, zu welchen finanziellen Konditionen auch immer.

Ab und zu landen auch Teile von solchen Anlagen - gerade mit altem M-Gleis - auch bei Geschäftsleuten, so durfte ich einmal vor 2 Jahren
ein Bw mit M-Gleis aus Restbeständen bauen , der Auftraggeber war mein Apotheker, dieses Schaustück steht immer im Dez./Januar in
seiner Apotheke im Schaufenster. Limitiert war nur der Platz im Schaufensters - hier ca. 250cm x 80cm. Dafür gibt es weniger eine Ver-
gütung, es ist eher eine Aufwandsentschädigung

Viel Erfolg wünscht - Elokfahrer160 / Rainer

BernhardB
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Re: Was macht man mit...

#11

Beitrag von BernhardB »

Die Idee finde ich grundsätzlich sehr gut.
Bacchus hat geschrieben: Mi 20. Jan 2021, 20:12Um junge Leute zu begeistern muss ich dann sowieso konsequent auf digital setzen. Aber: ich könnte meine N-Anlage nach wie vor in den 40qm belassen, den Rest ausbauen und dort eine neue grosse Anlage mit den Teilen der gekauften aufstellen. Eigentlich ideal, oder was denkt ihr?
Eine neue Anlage würde ich wirklich neu bauen oder die jungen Leute bauen lassen. Lieber den schöneren Teil der gekauften Anlage für sich betriebsfähig machen, so daß man schonmal was zu spielen hat, während die große Anlage gebaut wird.

Die alte Anlage mit ihren optischen und sonstigen Altheiten in eine neue integrieren, das wird nicht schön aussehen und wahrscheinlich auch die Kreativität begrenzen. Aus der unzeitgemäßen Gleiswüste wird nur ein noch größeres Monstrum. Als reduzierte Nostalgieanlage ist es etwas anderes.

Die neue Anlage kann dann 2L werden, mit modernen, preiswerten Gleisen und Weichen und modernem Konzept.

Grüße,
Bernhard

bleudeur
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Re: Was macht man mit...

#12

Beitrag von bleudeur »

Bacchus hat geschrieben: Mi 20. Jan 2021, 20:12
bleudeur hat geschrieben: Mi 20. Jan 2021, 00:07 Boah, ein echter Kindheitstraum.. So richtig Märklin, und Gleise Gleise Gleise, wohin das Auge blickt :)
Den Satz habe ich öfter gehört. In meiner Kindheit wäre es das vielleicht auch gewesen: Gleise ohne Ende. Dank intensivem Stummiforumskonsum bin ich davon aber ein Stück weg gekommen. Ich mag detailreich gestaltete Anlagen mit einem stimmigen Konzept (auch wenn es mal ganz und gar nicht um Realistik geht). Liebevoll gestaltete Besenszenen, die eine Geschichte erzählen. Da gibt es hier ja wahre Wunderwerke! Sowas ist definitiv mein Vorbild, dahin will ich mit einer eigenen Anlage einmal kommen.
Genau deswegen habe ich auch Kindheit geschrieben, heute würde ich das so auch nicht mehr bauen.. Es ist halt vom Stil her die typische Märklin-Anlage aus dieser Zeit, allerdings brutal hochskaliert.. Wenn man sich die alten Gleisplan-Vorschläge von Tante M nimmt und daraus die grössten Vorschläge anschaut, dann ist man so bei 1/3 dieses Monstrums mit demselben Character :lol:

Die Stellpulte finde ich übrigens beeindruckend gebaut, der wusste was er tat. Aber für einen Fremden leider sehr schwer zu bedienen.

Quox
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Re: Was macht man mit...

#13

Beitrag von Quox »

Hallo Markus,
gute Idee mit der Doppellösung. Ich kenne mehrere die zwei Lösungsansätze mit Moba haben. Ich selbst habe ein feste Anlage und ein paar Module damit ich mit Märklin Freunden zusammen fahren kann. Gebaut nach einer Norm. Ich kennen Moba Freunde die haben eine schöne Anlage und zusätzlich eine 2 Anlage mit dem Thema USA. Warum also nicht zusätzlich eine in N ? Wenn man doch den Platz hat.

Zur Digitalisierung und den Kosten: Das geht nämlich bei Märklin mit C un K Gleis für billig . Hier in meinem Video beschreibe ich es. https://www.youtube.com/watch?v=Zd0VE2FeO_E
Ich habe lange Dauerkontaktgleise eingerichtet und nur ein einziges Käbelchen zum billig gebraucht s 88 von Märklin. Der Rest macht die Ecos ( so wie CS 3 ) und der PC mit der Software. Das sind zwei notwentige teure Investitionen (Konsole braucht man eh w g den Ampere ! und die Software w g der Flesibilität !) ) der Rest ist dann günstig und vor allem in einer Woche fertig !
Danach kannst Du dich auf das Ausgestalten konzentrieren.
Gigantische Zeitersparnis. Gerade wenn man so ein großes Projekt alleine stemmt.

Kannst ja mal mit in deine Überlegung mit einfließen lassen.
Grüße Peter aus der nähe von frankfurt/ m : )
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Joak
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Re: Was macht man mit...

#14

Beitrag von Joak »

Bacchus hat geschrieben: Mi 20. Jan 2021, 20:12 Bevor mir die Puste also ausgeht, denke ich über eine ganz andere Lösung nach: Gründung einer Modellbahngruppe. Der Altmühltal-Stammtisch ist nicht weit weg von mir, hier in der Region gibt es einige Modellbahner (auch wenn der Oberpfälzer an sich eher scheu gegenüber "zuagroasten" ist), ein guter Freund von mir wäre der erste, der dabei wäre. Anbieten kann ich dazu eine Halle, in der 40qm von 120qm bereits ausgebaut sind. Früher war das eine Lagerhalle für eine Zimmerei, die im ersten Stock über drei Doppelgaragen liegt. Das Nebengebäude gehört mir auch.

Um junge Leute zu begeistern muss ich dann sowieso konsequent auf digital setzen. Aber: ich könnte meine N-Anlage nach wie vor in den 40qm belassen, den Rest ausbauen und dort eine neue grosse Anlage mit den Teilen der gekauften aufstellen. Eigentlich ideal, oder was denkt ihr?
Hallo Markus,

genau das empfinde ich auch als beste Lösung. :gfm:
Da kann man gemütlich mit mehren (jungen) Leuten an den Neuaufbau der Anlage werkeln, und so eine Anlage (Erinnerung) erhalten. Und wenn sich mehrere daran beiteiligen bleibt die finanzielle Belastung für Dich überschaubar. Du bringst für so ein Projekt ja die besten Voraussetzungen mit (Anlage, Räumlichkeiten).

Schade das Du soweit weg wohnst :wink:
Grüsse
Hauke

Platzmangel ist die Unfähigkeit aus dem Vorhandenen etwas zu erschaffen :redzwinker:

Railwolf
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Re: Was macht man mit...

#15

Beitrag von Railwolf »

Hallo Markus,

Traum und Alptraum... aber Platz hast du ja, theoretisch sogar um das Ungetüm in voller Schönheit wieder aufzustellen.

Helfen kann ich dir nicht. Nur eins möchte ich korrigieren:
Quox hat geschrieben: Do 21. Jan 2021, 03:51 Zur Digitalisierung und den Kosten: Das geht nämlich bei Märklin mit C un K Gleis für billig . Hier in meinem Video beschreibe ich es. https://www.youtube.com/watch?v=Zd0VE2FeO_E
Ich habe lange Dauerkontaktgleise eingerichtet und nur ein einziges Käbelchen zum billig gebraucht s 88 von Märklin.
Da steckt eine große Verwechslung drin. Denn Digitalisierung bedeutet entgegen einem hartnäckigen Forenmythos eben nicht notwendig Automatisierung. Ja, ich gehe den Weg der Automatisierung, aber nein, das ist nicht zwingend, und man kann sehr wohl eine große Anlage digitalisieren, ohne irgendwas an der Verkabelung zu verändern: indem man nämlich nur die Fahrtrafos durch Booster und die Umschalter in der Lok durch Decoder ersetzt und den Fahrstrom von Wechselstrom auf "Digitalstrom" umstellt. Das geht völlig unabhängig vom verwendeten Gleis und auch mit M-Gleis zum gleichen Preis wie mit K oder C, weil nur die Lokdecoder und die Booster und Zentrale auf der Rechnung stehen.
Die Ansteuerung der Weichen und Signale bleibt dabei herkömmlich.

Der nächste mögliche - aber nicht zwingende - Schritt ist, die Ansteuerung von Weichen und Signalen auf digital umzustellen; hierzu werden die Schaltpulte durch Decoder ersetzt. Immer noch ändert man nix am Gleis! Lediglich bei manchen Weichen mit eingebauten Beleuchtungen sollte man, je nach Decodertyp, die Beleuchtung vom Antrieb elektrisch trennen. Oder die Birne rausnehmen.
Bei größeren Anlagen gibt das den Vorteil, leicht eine Gleisbildsteuerung mit Fahrstraßen aufbauen zu können, die in analoger Technik gewisse Schwierigkeiten machen kann.

S88 braucht man nicht zur Digitalisierung, sondern nur zur Automatisierung einer digitalen Anlage (theoretisch auch einer analogen), und da wird es tatsächlich mit M-Gleis finnig. Dann sollte man aber m.E. überlegen, welche Rückmeldung man braucht und ob sie unbedingt über Gleisstromkreise stattfinden muß.
Mit vielen Grüßen

Wolf 🐺
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Re: Was macht man mit...

#16

Beitrag von Analogbahner »

Interessantes Problem! Mir ist nicht klar, unter welchen Bedingungen der Kauf getätigt wurde. Bist du verpflichtet ( ;) ), die Anlage denkmalsschutzmäßig zu erhalten, oder hast du nur gekauft, damit die Besitzerin etwas Geld für eine ansonsten unverkäufliche Anlage bekommen konnte? Also, kurz, welche moralische Auflage ist mit dem guten Stück verbunden?
Die Idee einer Vereinsspende finde ich auch sinnvoll, dafür braucht man aber einen Raum und die Kosten des Transports bleiben auch. Die Anlage muss in jedem Fall zerlegt werden, und das ist mehr oder weniger (falls nicht von Beginn an vorgesehen) immer mit Schäden verbunden. Zur Zeit liegen aber alle Vereinstätigkeiten flach, das heißt, man kann - bestimmt bis in den Spätsommer hinein - ohnehin keine Jugendlichen begeistern. Ob die Anlage als Projekt geeignet wäre, muss auch geklärt werden. In der Regel ist Eigenentwicklung und -aufbau für Kinder sinnvoller...
Gruß
Jochen (aka Analogbahner)

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Re: Was macht man mit...

#17

Beitrag von vikr »

Hallo Markus,
Bacchus hat geschrieben: Di 19. Jan 2021, 15:52 ...
- Teilabriss, einzelne Abschnitte erhalten und daraus etwas neues bauen
- Anlage so abbauen, daß sie wieder exakt so bei mir aufbaubar ist und damit weiter machen
... Was würdet ihr tun?
...
Ich bin im Moment etwas ratlos.
Du kannst ja noch locker für 30 Jahre planen. Ich würde bei Deiner gewachsenen N-Welt bleiben und dort aktuelle Technik einsetzen.

Die gekaufte Märklin Anlage ist ein Jugendtraum und wenn Du genügend Platz hast sie zusätzlich praktisch unverändert wiederaufzubauen und noch ein paar Märklin affine Spielbahner in der Nähe Deines Wohnortes findest, die vor 1970 geboren sind, ist das eine wunderschöne Spiel- und Bastelwiese mit viel Potential für Erfolgserlebnisse. M-Gleise sind vor allem ein Problem, wenn die Räumlichkeiten nicht trocken und gleichmäßig warm sind, unabhängig davon ob Du analog oder digital fährst. Das eigentliche Digitalisieren geht mit M-Gleis genauso gut, wie beim C-Gleis. Der Einbau von Rückmeldern, z. B. zwecks Belegtanzeige oder Automatisierung, in eine Anlage bei der die Gleise fest verlegt und z.B. eingeschottert sind, ist mit M und C im Gegensatz zu K-Gleisen knifflige, aber auch möglich.
Vielleicht habe ich es überlesen, aber
sind die Gleise fest verlegt und eingespachtelt oder eingeschottert?
Gibt es vorgesehene oder zumindest naheliegende Trennstellen in der Anlage, so dass man die geteilten Komponenten mit überschaubaren Aufwand wieder zusammen bekommt?
Gilt das auch für die Verkabelung?

Das heißt gibt es überhaupt eine Chance diese Anlage an einem anderen Ort wiederzubetreiben? Vielleicht kannst Du bei Deinem nächsten Besuch dort auch ein paar aussagekräftige Fotos (Licht!) von unterhalb der Anlage machen?

MfG

vik
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Bacchus
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Re: Was macht man mit...

#18

Beitrag von Bacchus »

Hallo zusammen und danke für eure Rückmeldungen!

Vorab und weil der Punkt angesprochen wurde: eine moralische Verpflichtung ist mit der Anlage nicht verbunden.

In letzter Zeit habe ich hier kaum etwas geschrieben. Dies liegt hauptsächlich daran, dass ich beruflich voll eingespannt bin und an den Wochenenden eben nach München fahre und den Abbau voran treibe. Also erst einmal zum Stand:
Die Verkabelung habe ich von den Schaltpulten ausgehend komplett entfernt. Bei der Untersuchung musste ich feststellen, dass hier nichts sinnvoll wiederverwertbar ist:
- keinerlei Markierungen vorhanden
- in einigen Teilen unvollständig
- Verbindungen hauptsächlich mit den alten kleinen Bananensteckern wild verteilt und unzuverlässig
- Lötstellen schlecht, sehr viele davon (vor allem in den Schaltpulten) nicht funktionsfähig (kalte Lötstellen)
- Teile der Fahrpulte noch gar nicht verkabelt (zum Beispiel kein einziges der Messgeräte!)
- die Anlage war eine AC/DC Anlage: Schiene - PuKo: AC, Schiene - Oberleitung: DC. Für DC waren alte Selengleichrichter und eine Polaritätsumschaltung hinter die Trafos gehängt. Ich habe meinen Augen kaum getraut...
Fazit dieses Teilabbaus: ich habe zwei Wäschekörbe voller Kabel, Fahrpulte sind komplett ausgeschlachtet und sämtliche wiederverwendbaren Einzelteile sorgfältig sortiert.

Der nächste Akt war der Abbau der Schattenbahnhöfe. Diese waren zweistöckig mit dem denkbar geringsten Abstand unter der Anlage. Ich möchte gar nicht wissen, wie viele Stunden ich unter der Anlage gelegen bin und kopfüber gearbeitet habe. Aber wenigstens konnte ich immer wieder große Teilstücke komplett nach unten lassen und dann zum Abbau der Gleise und Oberleitung hervorziehen. Das gewonnene Material beläuft sich jetzt auch 84 Weichen verschiedenster Ausprägung und ca 270m M-Gleis plus die dazugehörigen alten Märklin-Oberleitungen, größtenteils in Top-Zustand. Der Erbauer hatte alles verschraubt und beim Gleisbau und der Oberleitung sehr akurat gearbeitet, was mir einen sorgfältigen Abbau erleichtert.

Nächster Schritt wird jetzt sein, daß ich die eigentliche Anlage teilen muss. Damit werde ich also das kommende Wochenende verbringen. Die Planung dazu habe ich im Kopf und weiss jetzt auch, welche Teile ich retten werde und welche später noch zwecks Materialgewinnung komplett zerlegt werden. Letzten Endes werden es drei Teilstücke sein, die ich erhalten möchte und zum Grundstock einer neuen Anlage mache. Der "schweizer" Teil wird definitiv nicht dazu gehören. Damit bin ich dann "M-Gleis-frei", was für mich die vernünftigste Option ist.

Interessenten für einen Modellbahnverein gibt es auch bereits ein paar, ich bin also optimistisch, dass mit den kommenden Jahren bei mir eine schöne Anlage entstehen wird :-)
Bilder vom bisherigen Abbau waren mir etwas zu banal, zumal es unter der Anlage auf Grund der Enge kaum möglich war. Die Zerlegung der oberen Teile werde ich aber festhalten.

Bis demnächst also,
Markus
(c) bei Wein, Weib & Gesang

Mein Projekt: Grossanlage in Spur N
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