Test verschiedener H0-Kupplungen

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Kehrdiannix
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Test verschiedener H0-Kupplungen

#1

Beitrag von Kehrdiannix »

Hallo zusammen,

in diesem kleinen Bericht möchte ich einige verbreitete und weniger verbreitete H0-Kupplungen vorstellen.
Die meisten werden wohl sagen: "Kennen wir schon." Daher habe ich versucht, praktische Betriebserfahrungen etwas genauer zu beschreiben. Außerdem sind zwei eher weniger verbreitete Typen von Ribu und Piko aufgeführt.



1. Bügelkupplung nach Norm NEM 360 (diverse Hersteller)

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Dieser Kupplungstyp ist sehr weit verbreitet. Früher war er Standard, heutzutage wird er seltener benutzt, da er kein Puffer-an-Puffer-Fahren ermöglicht. Ein Vorteil ist, dass die Kupplung beim Kuppeln Höhenunterschiede ausgleichen kann und sich mit einem Entkupplungsgleis leicht trennen lässt. Beim Schieben des Zuges kann es jedoch zum Einknicken der Kupplungen und somit zum Überpuffern kommen. Die Kupplungen sind recht auffällig, auch wegen des großen Pufferabstandes.



2. Relexkupplung von Märklin

Bild

Die meisten alten Märklinmodelle besitzen diesen Kupplungstyp. Es handelt sich um eine Abwandlung der Standardbügelkupplung, die ein Vorentkuppeln ermöglichen soll. Ansonsten wie die Bügelkupplung.




3. Märklin-Kurzkupplung

Bild

Alle modernen Märklin- oder Trixmodelle sind mit dieser Kupplung ausgestattet.
Sie kuppelt leicht ein und lässt sich per Entkupplungsgleis trennen. Außerdem kann sie mit anderen Bügelkupplungen kuppeln und vorentkuppeln.
Sie baut allerdings sehr hoch, weshalb bei vielen Fahrzeugen (vornehmlich von anderen Herstellern als Märklin/Trix) der Bügel von einer der beiden Kupplungen entfernt werden muss. Am Zugende ist sie weniger Auffällig als die Bügelkupplungen.



4. Universalkupplung von Roco

Bild

Diese Kupplung funktioniert ähnlich wie die Märklin-Kurzkupplung. Sie lässt sich ebenfalls mit anderen Bügelkupplungen kuppeln, neigt aber in Kombination mit der NEM-Kupplung in engen Kurven zur Zugtrennung (durch den offenen Bügel). Sie kuppelt gut ein und löst sich auch nicht bei Höhenunterschieden in den Gleisen. Der Kuppelabstand ist ein klein wenig größer als bei anderen Kurzkupplungen. Vorentkuppeln ist möglich. Fürs Rangieren ist sie gut geeignet. Am Zugende sticht sie wenig hervor.



5. Profikupplung von Fleischmann

Bild

An sich eine sehr ausgereifte Kupplung, lässt sie sich doch mit keinem anderen Kupplungskopf kuppeln. Sie verbindet die Wagen sicher und sehr kurz und knickt beim Schieben nicht weg. Man kann sie vorentkuppeln und mit Entkupplungsgleisen trennen, genauso wie man die Fahrzeuge nach oben aus dem Zug herausnehmen kann. Fürs Rangieren ist sie weniger empfehlenswert, da sie nicht so leicht einkuppelt und sehr genau am Fahrzeug justiert sein muss. Außerdem neigt sie auf "welligen" Gleisen zum Entkuppeln. Optisch ist sie unauffällig.



6. Kurzkupplung von Roco

Bild

Die Kupplung funktioniert ähnlich der Fleischmann-Kupplung, ist jedoch etwas länger ausgeführt. Sie neigt auch dazu, bei Unebenheiten im Gleis zu entkuppeln. Einkuppeln lässt sie sich sehr weich und gleicht dabei auch kleinere Ungenauigkeiten in der Position aus. Sie lässt sich allerdings nicht mit anderen Kupplungstypen kombinieren. Ein Vorentkuppeln ist möglich. Da der Kupplungskopf recht lang ist, fällt er am Zugende ein wenig unangenehm auf.



7. Kurzkupplung von Ribu

Bild

Die Kupplung wird am Spritzling im Zweierpack geliefert. Allein das Einsetzen der Einzelteile in den Normschacht des Wagens ist eine sehr pfriemelige Arbeit. Unter Last dehnt sich die Verbindung recht stark, was zu unschönen Pufferabständen führt. Außerdem wirkt sie sehr klobig.



8 Ganzzugkurzkupplung von Piko

Bild

Diese Kupplung lässt sich nur per Hand kuppeln und entkuppeln, indem man die Fahrzeuge von oben in den Zug "hereinstellt" oder hinausnimmt. Sie bildet eine recht starre Verbindung, knickt aber beim Schieben ein wenig ein, was zum Überpuffern führen kann. Bei starken Unebenheiten im Gleis kann es zum Entkuppeln kommen. Allerdings ist sie mit einem Preis von ca. 50 Cent / Stück (im Sechserpack) sehr preisgünstig. Sie ist recht unauffällig.



Die Kupplungen sind allesamt in Radien bis 360 mm getestet worden, die Rahmenbedingungen: Märklin-M-Gleis, schlecht verlegt, Teppichbahn.



Vielleicht war ja die eine oder andere Information hilfreich.


Gruß,
David
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Alex Modellbahn
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Re: Test verschiedener H0-Kupplungen

#2

Beitrag von Alex Modellbahn »

Moin David,

Tolle Übersicht der Kupplungen. Ungelogen, nach sowas habe ich schn eine Zeitlauf gesucht. Spannend wäre noch, wie ich diese einzelnen Kupplungen an den Waggons befestigen kann. Ich bin hier komplett unbedarft. :roll:
nordische Grüße
Alex


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Peter Müller
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Re: Test verschiedener H0-Kupplungen

#3

Beitrag von Peter Müller »

Alex Modellbahn hat geschrieben:Spannend wäre noch, wie ich diese einzelnen Kupplungen an den Waggons befestigen kann.
Du steckst sie in den NEM-Schacht - fertig.
Grüße, Peter

klein.uhu
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Re: Test verschiedener H0-Kupplungen

#4

Beitrag von klein.uhu »

Moin,

Noch eine Übersicht über Kupplungen:
http://hpw-modellbahn.de/eisenbahntechnik/kupplung.htm

Auf weiteren Unterseiten dieser privaten Seite finden sich noch eine ganze Menge an Themen und Informationen über fast alles, was mit Modelleisenbahn und auch Vorbild zu tun hat.

Gruß klein.uhu
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Gruß von Bild klein.uhu
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Verkehrsrot
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Re: Test verschiedener H0-Kupplungen

#5

Beitrag von Verkehrsrot »

Hallo David,

danke für den tollen Bericht :wink: Schöne Fotos und informativer Text.
Ich hätte gleich auch mal eine Frage:
Ich habe drei Roco Waggons auf meiner Anlage laufen (Eanos und zwei Nahverkehrswagen). Alle haben einen NEM-Schacht und ab Werk diese Bügelkupplung. ABER meine Märklin-Kurzkupplung und meine Fleischmann-Profikupplung wollen einfach nicht ganz rein in den Schacht. Da diese Kupplungen aber eh keine Kurzkupplungen sind, wollte ich testen, ob diese Waggons mit Märklin-Kurzkupplung oder Fleischmann-Profikupplung fahren. Diese beiden Kuppplungen wollen aer nicht ganz in den Schacht rein. Muss ich jetzt extra Roco-Kurzkupplungen (Universalkupplung) kaufen oder kann ich das Geld sparen? Danke schon mal im Voraus.
Ich hoffe es ist OK, dass ich jetzt dafür deinen Thread benutzt habe (wenn nicht mache ich es wieder raus :redzwinker: )

Schönen Sonntag noch
Julius
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Peter Müller
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Re: Test verschiedener H0-Kupplungen

#6

Beitrag von Peter Müller »

Verkehrsrot hat geschrieben:Muss ich jetzt extra Roco-Kurzkupplungen (Universalkupplung) kaufen oder kann ich das Geld sparen?
NEM-Schacht ist NEM-Schacht, die Kupplungen müssen da rein passen. Irgendwelche Fertigungstoleranzen oder Grate von der Produktion stehen dem wahrscheinlich im Wege. Also dosierte Gewalt, eine Kupplungsdeichsel im Austausch wenn es noch Gewährleistung gibt oder die Feile - wenn es sich definitiv um einen NEM-Schacht handelt.
Grüße, Peter
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Kehrdiannix
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Re: Test verschiedener H0-Kupplungen

#7

Beitrag von Kehrdiannix »

Hallo Julius,

dreh mal die Wagen um, dann siehst Du die Normschächte besser. Manche Rocoschächte sind unten oder oben offen, dann verkantet sich die Kupplung im Schacht und lässt sich nicht mehr weiter einschieben. Bei meinem Roco-IC-Wagen war das gar kein Problem.
Die Roco-Kupplungen haben eigentlich die gleichen Zapfen wie die anderen. Mit der Märklin-Kupplung könnte es bei Roco aber wegen der großen Bauhöhe Probleme geben.


Gruß,
David

P.S.: Wenn die Kupplung weniger als 0,5 mm rausragt, würe ich sagen, das ist toleranzbedingt und passt.
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Verkehrsrot
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Re: Test verschiedener H0-Kupplungen

#8

Beitrag von Verkehrsrot »

Hallo Peter, hallo David,

danke für eure schnelle Hilfe :wink: Ich kann mich nur wiederholen, auf Stummis ist immer Verlass. Ja die Wagen haben einen NEM-Schacht. Ich habe es mit sanfter Gewalt versucht und es hat geklappt :lol: Bis jetzt habe ich mich nicht getraut, es mit (sanfter) Gewalt zu versuchen

Dankende Grüße
Julius
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Re: Test verschiedener H0-Kupplungen

#9

Beitrag von kalle.wiealle »

Hallo David...

Mal was anderes...
Kannst du mal etwas zur dem Gleis sagen / schreiben...

Bild


Grüsse, Kalle
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Kehrdiannix
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Re: Test verschiedener H0-Kupplungen

#10

Beitrag von Kehrdiannix »

Hallo Kalle,

Neusilbergleis aus einer Mehano-Startpackung auf ein Brett genagelt, auf die Nägel Mittelleiterdrähte gelötet. Das war's.


Gruß,
David
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kalle.wiealle
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Re: Test verschiedener H0-Kupplungen

#11

Beitrag von kalle.wiealle »

Hallo David...

Danke für die Info...


Grüsse, Kalle

berndm
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Re: Test verschiedener H0-Kupplungen

#12

Beitrag von berndm »

Alex Modellbahn hat geschrieben:Moin David,

Tolle Übersicht der Kupplungen. Ungelogen, nach sowas habe ich schn eine Zeitlauf gesucht. Spannend wäre noch, wie ich diese einzelnen Kupplungen an den Waggons befestigen kann. Ich bin hier komplett unbedarft. :roll:
Eigentlich bietet das Forum schon reichlich Futter:
Kupplungen
Verhakeln von Kupplungen, Puffern vor allem bei Güterwagen
Welche Kupplung in diesem Fall die beste?
Kompatibilität

Trotzdem eine gute Zusammenfassung.

berndm
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Re: Test verschiedener H0-Kupplungen

#13

Beitrag von berndm »

Peter Müller hat geschrieben:
Verkehrsrot hat geschrieben:Muss ich jetzt extra Roco-Kurzkupplungen (Universalkupplung) kaufen oder kann ich das Geld sparen?
NEM-Schacht ist NEM-Schacht, die Kupplungen müssen da rein passen. Irgendwelche Fertigungstoleranzen oder Grate von der Produktion stehen dem wahrscheinlich im Wege. Also dosierte Gewalt, eine Kupplungsdeichsel im Austausch wenn es noch Gewährleistung gibt oder die Feile - wenn es sich definitiv um einen NEM-Schacht handelt.
Im Falle der Märklin Kurzkupplung würde ich mir diese Märklin Kurzkupplung sparen.
Die macht Ärger als Kupplung von nicht-Märklin Wagen, siehe Links im Beitrag oben.

feti
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Re: Test verschiedener H0-Kupplungen

#14

Beitrag von feti »

Bei meinen Güterwagen sind ausschließlich Bügelkupplungen verbaut, vorzugsweise die von Fleischmann, das sie relativ zierlich ausfällt und absolut leicht kuppelt. Die Liliput Standardkupplung ist zwar ebenso zierlich, aber kuppelt ohne Befeilen der Stoßplatte noch nicht einmal untereinander zuverlässig!
Die eigentlich geniale (weil vorentkuppelbare) Relexkupplung von Märklin ist in der Normschachtversion viel zu lang!
Bei den Personenwagen untereinander verwende ich Roco-Universal.
An den Lokomotiven sitzt immer der kurze Kupplungshaken von Märklin.

feti
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Friedrich
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Re: Test verschiedener H0-Kupplungen

#15

Beitrag von Friedrich »

Hallo Julius,

daß Flm-KK nur schlecht in die Roco-NEM-Schächte passen ist richtig (ausgerechnet; ist doch mittlerweile ein Laden). Ich feile die Schwalbenschwänze der FlmKK vorher ein wenig mit der Nagelfeile an; dann gehen sie leicht rein und wieder raus.

Liebe Güsse,
Friedrich
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Peter Müller
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Re: Test verschiedener H0-Kupplungen

#16

Beitrag von Peter Müller »

Friedrich hat geschrieben:Ich feile die Schwalbenschwänze der FlmKK vorher ein wenig mit der Nagelfeile an; dann gehen sie leicht [...] wieder raus.
Es ist aber nicht gut, wenn sie leicht raus gehen :wink:.
Grüße, Peter
Joerg_B
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Re: Test verschiedener H0-Kupplungen

#17

Beitrag von Joerg_B »

Kuppel roco Universal Kupplungen auch mit Märklin kurzkupplungen?

Gruß Jörg
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Peter Müller
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Re: Test verschiedener H0-Kupplungen

#18

Beitrag von Peter Müller »

Joerg_B hat geschrieben:Kuppel roco Universal Kupplungen auch mit Märklin kurzkupplungen?
Ja.
Grüße, Peter
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Re: Test verschiedener H0-Kupplungen

#19

Beitrag von Baureihe 103 »

Hallo,

das Problem mit der Fleischmann-KK in Roco-Schacht hatte ich auch, die gehen zwar oft nicht schwer rein aber kaum wieder raus ohne den Kupplungsschacht abzureißen, da habe ich einfach mit einem Messer die Innenseite des Schwalbenschwanzes etwas abgetragen das die Hakenkraft nicht so stark ist.

Bei mir wird alles Kurzgekuppelt, dafür verwende ich überwiegend Roco-Kurzkupplung, Roco-Universalkupplung und die Fleischmann-Kurzkupplung.

Die Roco-Kurzkupplung nehme ich für die meisten Personenzüge, für Roco-Speisewagen mit 316mm länge nehme ich jedoch die Roco-Universalkupplung da diese bei leichten höhenschwankungen mit der Roco-KK oft auskuppeln (z.B. bei schnelleren Weichenüberfahrungen).

Die Fleischmann-Kurzkupplung verwende ich meißt für längere Wendezüge da sie etwas starrer kuppeln als die Roco-KK und somit den Zug in Schiebeposition stabiler halten.

Die Roco-Universalkupplung nehme ich für die meisten Güterzüge da sie eine Starke Zugbelastung und Seiten- sowie Höhenstabilität hat, so kommen Züge mit über 4m Länge problemlos durch den Weichenpark und die Wendel rauf und runter, außerdem sind sie ideal für Rangierdienst da sie vorentkuppelt noch stabil schiebbar sind (auch in Kurven) und auch mit Telex-/Digitalkupplungen kompatibel sind, ich nehme sie daher auch bei Personenzügen an der Lok und dem ersten und letzten Wagen für Zug-Bereitstellung per Rangierlok mit Digitalkupplung.
Gruss Matthias
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klein.uhu
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Re: Test verschiedener H0-Kupplungen

#20

Beitrag von klein.uhu »

Moin,

Bei allen Kurzkupplungen sollte man beachten, dass diese nur mit Kupplungsdeichseln und Kulissenführung einwandfrei funktionieren.

Alle Kurzkupplungen bilden eine (mehr oder wenige) starre Verbindung. Ohne Kulisse hebeln sie die Wagen in der Kurve oder beim Schiebebetrieb aus dem Gleis.

Zum Beispiel macht es wenig Sinn, eine Märklin Relex-Kupplung mit festen Drehpunkt statt Kulisse durch eine Kurzkupplung zu ersetzen. Die Roco-Universalkupplung entspricht von der Funktion her der Relex-Kupplung, benötigt aber unbedingt eine Kulissenführung.

Gruß klein.uhu
Zuletzt geändert von klein.uhu am Fr 28. Sep 2018, 16:14, insgesamt 1-mal geändert.
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Gruß von Bild klein.uhu
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Balde99
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Re: Test verschiedener H0-Kupplungen

#21

Beitrag von Balde99 »

berndm hat geschrieben: Eigentlich bietet das Forum schon reichlich Futter:
Kupplungen
Verhakeln von Kupplungen, Puffern vor allem bei Güterwagen
Welche Kupplung in diesem Fall die beste?
Kompatibilität

Trotzdem eine gute Zusammenfassung.
Klar ist "Futter" da, aber diese Übersicht finde ich trotzdem echt Super, weil man da sehr schnell die Kupplungen direkt vergleichen kann ohne sich Seitenlang durch einen Thread zu lesen!

berndm
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Re: Test verschiedener H0-Kupplungen

#22

Beitrag von berndm »

klein.uhu hat geschrieben:Moin,

Bei allen Kurzkupplungen sollte man beachten, dass diese nur mit Kupplungsdeichseln und Kullissenführung einwandfrei funktionieren.

Alle Kurzkupplungen bilden eine (mehr oder wenige) starre Verbindung. Ohne Kullisse hebeln sie die Wagen in der Kurve oder beim Schiebebetrieb aus dem Gleis.

Zum Beispiel macht es wenig Sinn, eine Märklin Relex-Kupplung mit festen Drehpunkt statt Kullisse durch eine Kurzkupplung zu ersetzen. Die Roco-Universalkupplung entspricht von der Funktion her der Relex-Kupplung, benötigt aber unbedingt eine Kullissenführung.

Gruß klein.uhu
Allerdings gibt es auch hier Ausnahmen: Viele / einige Roco Modelle bieten nur eine einfache Deichsel. Dieses sind beispielsweise die Modelle von E10/110 und E40/140. Trotzdem lohnt hier eine Roco Kurzkupplung (Universal oder spezielle Roco Kurzkupplung).

Ich zitiere hier mal den Spezialisten aus dem Thread Kupplungen bei Roco Lok umrüsten:
Der Krümel hat geschrieben:Hallo Bernd,

es gibt bisher auch keine Roco 110/140 mit kulissengeführten Kupplungsschächten.
Das hat man bei all den Modellpflegen und Überabeitungen dieser Modelle vergessen ...
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Kehrdiannix
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Re: Test verschiedener H0-Kupplungen

#23

Beitrag von Kehrdiannix »

Hallo,
klein.uhu hat geschrieben:Bei allen Kurzkupplungen sollte man beachten, dass diese nur mit Kupplungsdeichseln und Kullissenführung einwandfrei funktionieren.
Dem ist nicht so.

Fast alle Lokomotiven der Firma Märklin/Trix besitzen keine Kurzkupplungskulisse und verursachen dennoch keine Entgleisungen beim Einsatz von Kurzkupplungsköpfen (egal, welche). Es handelt sich um drehpunktgelagerte Normschächte, dadurch ist sicher kein Puffer-an-Puffer-Fahren möglich, die Betriebsfähigkeit und -sicherheit ist aber nicht eingeschränkt; im Gegenteil, meistens verringert sich das Entgleisungsrisiko noch, da auch größere Toleranzen wie z.B. eine nicht sehr starre Verbindung nicht sofort zum Verhaken der Puffer führen.
Was nicht möglich ist (oder nur bei extrem kurzen Fahrzeugen), ist, den Normschacht ohne Drehpunkt zu lagern. Das findet man aber kaum noch - aus gutem Grund.
Ein Beispiel für den sehr kleinen seitlichen Ausschwenkbereich der drehpunktgelagerten Deichsel findet man hier. Mehr ist nicht erforderlich.


Gruß,
David
P.S.: Bernd war schneller.
Habe ich Kupplungsdeichsel eventuell falsch interpretiert?

berndm
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Re: Test verschiedener H0-Kupplungen

#24

Beitrag von berndm »

Dabei fällt mir noch was ein:
Es macht Sinn, auch in den einfachen drehpunktgelagerten Deichseln von Loks Kurzkupplungen zu verwenden.
Nur so bekomme ich geschobene Züge hin. Mit Relex oder anderen "normalen" Bügelkupplungen geht das nicht. Da die Kupplungen in der Modellbahn auch als Puffer wirken, verrutschen die Kupplungen und es kommt zur Entgleisung.

klein.uhu
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Re: Test verschiedener H0-Kupplungen

#25

Beitrag von klein.uhu »

Kehrdiannix hat geschrieben:Hallo,
klein.uhu hat geschrieben:Bei allen Kurzkupplungen sollte man beachten, dass diese nur mit Kupplungsdeichseln und Kullissenführung einwandfrei funktionieren.
Dem ist nicht so. ...
Moin,

wenn nur eine Seite (z.B. Lok) keine Kulisse hat, dann klappt das mit Kurzkupplungen auch noch. Aber dann stehen die Kupplungsköpfe auf der Drehpunktseite meist weiter über die Pufferteller hinaus als bei Kulissenführung. Der Pufferabstand ist dort 2-3 mm größer. Bei manchen Loks (z.B. Piko Hobby) muss der NEM-Schacht dann verlängert werden.

Diese Verlängerungen gibt es bei Piko, dazu einen Tipp auf der Internetseite.

Kurzkupplungen und auf beiden Seiten keine Kullissenführung würde ich nicht einsetzen.

Gruß klein.uhu
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Gruß von Bild klein.uhu
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