LUXON "selbst gemacht"

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Jens Merte
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Deutschland

LUXON "selbst gemacht"

#1

Beitrag von Jens Merte » Di 28. Aug 2018, 09:05

Moin Moin!

Über den Einsatz des Railadventure LUXON habe ich vor kurzem eine kleine Geschichte in "Nachbar-Modellbahnforum" erzählt. Hier nun ein Blick in die Entstehung dieses Wagens. Zum Vorbild-Fahrzeug gibt es die folgende Seite vom Betreiber des LUXON: https://www.luxon-rail-ad.ventures/

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Als Grundlage dient dieser Rheingold-Panoramawagen der ersten Bauserie (erkennbar an der Kuppel mit 8 Fensterreihen) von Lima mit Kurzkupplungskulisse, allerdings die Länge in 1:100.


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Die Lackierung wird mit den von RailAdventure vorgegeben Farben nach RAL ausgeführt, wobei auf Sprühdosen aus dem Kfz-Bereich zurück gegriffen wurde (günstig trotz hoher Qualität). Die Beschriftung, hier die für die parallel zum LUXON lackierten RADVE Habfis, kommt von Andreas Nothaft ( http://www.modellbahndecals.de/ ).

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Alle Anbauteile inklusive Fenster, Kurzkupplung, Drehgestelle, Inneneinrichtung und Dach sind entfernt und der Wagenkasten wurde ordentlich gereinigt. Eine Vorbehandlung mit Primer zur Aktivierung der Oberflächen wurde nicht ausgeführt, der Autolack hält auch so schon sehr gut auf dem Plastik. Die Flächen sollten aber Fettfrei sein (anders herum kann man Fett dazu benutzen um sehr kleine Details, die nicht mit lackiert werden sollen, damit abzudecken). Der schwarze Rahmen unten ist abgeklebt, die Grundlackierung wird in Verkehrsgrau B ausgeführt.

Wenn man die Verarbeitungshinweise auf den Sprühdosen einhält (ordentlich schütteln - 3 min..., im Abstand von mind. 25 cm kreuzweise Schicht für Schicht gleichmäßig "einsprühen", bis der Farbton decken, jedoch die Farbschicht dennoch sehr dünn, ist), dann erhält man eine sehr gleichmäßige Lackierung - das kann etwas dauern und der meiste Lack "verfliegt", schneller und "Materialausnutzender" geht es wenn man deutlich näher ran geht, aber das Ergebnis ist dann eher "miserabel" (ungleichmäßige Oberfläche, z.T. Farbansammlung... )

Auch sollte man die Trocknungszeit beachten. Zwar ist der Lack oberflächlich schon nach einer Stunde in der Sonne "griff fest" und nach weiteren zwei Stunden kann man auch schon mit dem Wagen weiter arbeiten, richtig "durchgehärtet" und unempfindlich ist der von mir verwendete Lack gefühlt nach 48 Stunden.

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Beim Dach wurde die Glaskuppel abgeklebt (auch innen, da sonst hier Farbspray anhaften kann) und in Papyrus Weiß lackiert.

Das Abkleben ist eigentlich kein Problem, ein Problem kann das verwendete Klebeband sein. Gerade bei Hochglanzlackierung hinterlässt das (falsche) Klebeband unschöne Oberflächenfehler (die man dann aufwändig polieren oder mit Klarlack nacharbeiten muss...).
Und um Sicken und kleine Erhebungen sicher abzudecken, sollte das Klebeband auch elastisch sein, nach Misserfolgen mit dem "Marktführer" ist es am Ende ein Klebeband aus dem Kfz-Bereich geworden, welches es auch gleich für Zierstreifen in diversen Breiten zugeschnitten gibt.

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Die Inneneinrichtung wird in dem Verkehrsgrau lackiert.

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Zwischenstand mit lackiertem Dach und Wagenkasten im Grundlack.

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Der graue Streifen wurde mit 6 mm breiten Klebeband abgeklebt und der Wagen dann weiß lackiert. Die Rahmen der Kuppelfenster wurden entsprechend dem Vorbild mit einem permanent-Edding schwarz gefärbt.

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Die Fenster sind wieder eingesetzt, wobei die Rahmen ebenfalls wieder mit Edding entsprechend dem Vorbild schwarz gefärbt wurden. Die Fenster wie auch die Kuppel wurden mit blauer Selbstklebefolie hinterklebt, welche aus dem Showcar-Bereich stammt (wird z.B. für Scheinwerfer verwendet - flexibel, klebend und ohne Rückstände entfernbar).
Die kleinen Fenster in der Mitte sind entsprechend dem Vorbild weiß bzw. eines ist Schwarz hinterlegt.

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Die erste Beschriftung ist gerade aufgebracht und liegt noch auf einem Wasserfilm, so dass die Position noch genau ausgerichtet werden kann. Die Zuschnittkanten sind jetzt noch sehr deutlich zu sehen.

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Nach dem vollständigen Trocknen der Beschriftung sind die Zuschnittkanten auf der lackierten Fläche kaum noch zu erkennen.

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Auslieferung der neuen Wagen vom lokalen Lokhändler in Runterfeld - dazu gab es auch ein Video von Rentner Rüdiger, welcher diese zufällig mit verfolgen konnte.


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Es ist dies übrigens, zusammen mit den beiden Habfis-Wagen, der erste von mir selbst lackierte und auch selbst beschriftete Wagen überhaupt. Bei weitem nicht perfekt (es gibt diverse Feinheiten, die noch nachgerabreitet und geändert werden könnten/müssten) - dennoch, beim ersten öffentlichen Einsatz in Schwarzenbek ein paar Tage später ist die 103 222 mit dem LUXON, sehr simpel aber vorbildgerecht, ein Hingucker der sogar die Loco Buggy mit den oben schon angesprochenen, ebenfalls selbst erstellten Habfis "in den Schatten" stellt...

Was so alles nicht geklappt hat und beim nächsten Wagen dann zu beachten wäre:
Beim LUXON wurden Fenster verschlossen, dies wäre für das Modell wichtig (den RailAdventure-Schriftzug bekommt man so jedenfalls nicht auf den Wagen).
Die Türen an den Übergängen sind grau, nicht weiß.
Die Fenster haben keine Oberfenster, die kleinen Viereckigen "Fenster" sind beim LUXON mit Lammelen verschlossen.
Die Ambilight-LED-Beleuchtung wartet noch auf den Einbau...
Die Halterung für das Zuglaufschild hätte man wegschleifen können.
... usw.

Soweit mein erster Ausflug in die eigene Wagenlackierung und Beschriftung - hat Spaß gemacht und die nächsten Ideen für eigene Lackierungen stehen schon länger im Regal, Stichwort zweiteiliger VT 08...


Beste Grüße
Jens
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Loco Buggy für RailAdventure Schienenfahrzeugtransporte in 1:87 und 1:120

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