meine Bahn befindet sich auf dem Dachboden, da wird's im Winter schonmal kalt. Nun ist mir bei meiner Märklin-Ludmilla 36420, also einer Hobby-Lok mit dem einfachen PIC-Decoder, aufgefallen, dass sie unter Last sehr langsam wird, wenn es kalt ist. Da reichen zum Teil schon eine Handvoll Wagen, damit die Lok nur noch halbe Geschwindigkeit erreicht. Wenn es warm ist, hält sie die Geschwindigkeit auch unter Last deutlich besser.
Ich habe mal gelesen, dass Delta-Decoder erst nach Erreichen einer bestimmten Temperatur genügend Spannung/Strom zur Verfügung stellen, die Loks also beim Warmfahren langsamer sind. Ist Euch etwas darüber bekannt, ob das vielleicht auch bei den PIC-Decodern so ist? Ich bin auf Erklärungsansätze gespannt!
Noch eine Systeminformation: Wechselstrom-Analogbetrieb.
die einfachste Erklärung ist das Schmiermittel fürs Getriebe bzw. für den Motor: Je niedriger die Temperatur, desto exponentiell größer die Viskosität. Damit verbunden: größere Widerstandskraft gegen die Bewegung =größere Belastung für den Motor = kleinere Drehzahl.
Die Älteren mögen sich noch daran erinnern, dass bis vor ca. 25 Jahren Automotoren im Winter ein "dünneres" Motoröl benötigten, als im Sommer. Das Sommeröl war im Winter zu "fest", das Winteröl im Sommer so dünnflüssig, dass der Ölfilm reißen konnte.
Die Öle und Fette für Loks sind i.d.R für den Betrieb bei Zimmertemperatur (15-25°C) ausgelegt. Bei Kälte wird es, wie oben schon geschrieben, sehr zäh.
Die eine oder andere Lok kann daher auch eine (Zwischen-)Lagerung bei Zimmertemperatur gut vertragen, bevor es auf den Dachboden geht...
Zusätzlich zu den bereits genannten Problemen mit zähen Ölen, Fetten kommt noch, das die Deltadecoder keine Lastregelung haben. D. h. je schlechter der Motor läuft, umso langsamer.
Eine Temperaturabhängigkeit der Deltadecoder kann ich nicht bestätigen.
Auch würde eine Lastregelung im analog Betrieb nicht ganz so gut funktionieren.
Und ich bin Teppichbahner auf M-Gleis im Dachboden.
Alexander aus dem südlichsten Allgäu Digital mit altem Blechgleis auf dem Boden TamsMC, Booster B4, alte Digitalkisten Bekennender ATF-Öl Anwender
danke für Eure Antworten. An zähe Schmiermittel hatte ich gar nicht gedacht. Interessant ist dabei, dass sich der Effekt vor allem bei schweren Zügen zeigt, alleine fährt die Lok so schnell wie gewohnt. Eine grobe Reinigung des Getriebes hat aber schon Verbesserung gebracht.
Wenn mir recht ist hat die Ludmilla keinen Delta Decoder sondern einen PIC Decoder. Dieser sollte doch geregelt sein?
Zähes Getriebefett ist durchaus eine Erklärung. Mach mal folgendes: nimm die Lok mal einen Tag lang an die Wärme, also in die Gute Stube. Danach, wenn alles eben auf Zimmertemperatur ist, ab auf die Modellbahn und hopp. Berichte mal wie sich die Lok dann verhällt. Auch einfach mal eine Zeitlang fahren lassen. Verschwindet dann der Effeckt. Vieleicht simuliert aber auch der Decoder einen kalten Dieselmotor, der, solange er kalt ist, nicht voll belastet werden darf. Das würde auch erklären weshalb die Lok ohne Last normal schnell fährt.
Zitat von Kehrdiannix im Beitrag #7....... Eine grobe Reinigung des Getriebes hat aber schon Verbesserung gebracht........
Nimm aber nicht zu viel Fett raus. Das hat beim Schneckenrad schon seine Berechtigung.
Das kann man so nicht verallgemeinern... Bei den Schmierstoffen ist die Dosierung das Maß aller Dinge. Zu viel Fett im Getriebe kann auch schnell zum "ausbremsen" führen, vor allem wenn es zähes Fett ist. Kälte tut ihr übriges.
Bei den Decodern habe ich das Phänomen auch das manche Loks sich nicht gut Regeln lassen was Geschwindigkeit und Gleichlauf angehen. Bei meiner Ludmilla ist es auch so das sie nicht wirklich fein fahrbar ist egal bei welcher Temperatur. Es scheint das manche Decoder- /Motorkombinationen nicht so ganz ideal sind. Ein Modell hatte ich deshalb mal eingesendet und bekam es mit dem Hinweis nicht defekt sondern Stand der Technik zurück...