Umsatzsteuergesetz und seine Folgen

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Jandrosch
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Re: Umsatzsteuergesetz und seine Folgen

#76

Beitrag von Jandrosch » So 3. Feb 2019, 17:48

Mornsgrans hat geschrieben:
So 3. Feb 2019, 17:05
Jandrosch: Du must nur oben lesen - wenn Du die OT-Vertragsrecht-Diskussion ausblendest, fällt es wie Schuppen aus den Haaren ;)

Tipp:
Beitrag #56
Danke für den Hinweis - war mir schon bekannt.
Ein jeder muss mit seiner eingeholten Auskunft zurecht kommen.
Grüße von Jandrosch
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E95
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Haftung von DHL

#77

Beitrag von E95 » Sa 9. Feb 2019, 19:27

Hallo allerseits,

bitte beachtet, dass es bei DHL unterschiedliche Geschäftsbereiche gibt. Wenn Ihr ein Paket an die Deutsche Post/DHL übergebt, dann gelten die AGB, die DHL für diesen Bereich hat. (Höchsthaftung bis zu € 500 pro Sendung bei nachgewiesenem entsprechendem Schaden).
Bei Päckchen gibt es gar keine Haftung, weil Ihr keinen Versendungsnachweis habt.

Wenn DHL als Spediteur tätig wird, im sogenannten Freight-Bereich, dann gelten ganz andere Bedingungen. Die AGB des Speditionsgewerbes, die ADSp,
gelten nicht bei Aufträgen von natürlichen Personen. Somit gilt die Haftung gemäß HGB, maximal € 8,33 SZR pro kg Rohgewicht. Der Abschluss einer Transportversicherung ist also beim Versand von Modellbahn-Artikeln dringend anzuraten.
Gruß

Peter

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Sebastian Woelk
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Re: Umsatzsteuergesetz und seine Folgen

#78

Beitrag von Sebastian Woelk » Fr 15. Feb 2019, 15:42


Schlicht: Falsch

Ein Blick in § 2 UStG sagt was ganz anderes.
... jede nachhaltige Tätigkeit zur Erzielung von Einnahmen

Guido
Ich habe jetzt nur die erste Seite der Beiträge durchgesehen, jedoch nicht alles gelesen...

Beruflich habe ich mehr als mir lieb ist mit Umsatzsteuer, Gewerbesteuer, Einkommensteuer und (Lohnsteuer) zu tun. Mein Wissen entspricht bei Weitem nicht dem eines Steuerfachanwaltes oder eines Steuerberaters.

Auch habe ich mit Käufen via eBay schon einige, auch negative, Erfahrungen sammeln können.

Die Politik will schlicht die ausländischen Anbieter die nichts zahlen, notfalls über den Käufer. Das geht aber nur wenn der Verkäufer ehrlich ist. Ich habe mir mal eine super Kopflampe mit Akkus bestellt. Lieferung aus China, bei der Kaufabwicklung keine Steuerzahlung. Der Verkäufer war ehrlich und hat auf dem entsprechenden Formular angekreuzt "Warenlieferung", die Post hat die Sendung beim zuständigen Hauptzollamt abgegeben und mich informiert. Also dort hingefahren, dort wurde die Sendung geöffnet und gemäß beiliegender Rechnung geprüft ob da nicht noch mehr drin ist, dann wurden die 19% Einfuhrumsatzsteuer berechnet und ich durfte sie bezahlen.

Da das Arbeitsausrüstung war konnte ich die Steuer im Rahmen der Voranmeldung als Vorsteuer geltend machen. Somit war ich wieder beim Nettopreis. Die Steuer wurde aber berechnet und erhoben und dann verrechnet, somit alles in Ordnung. Ich habe die Steuer zwar nicht direkt abrechnen können aber via Barkassenerstattung durch meinen damaligen Arbeitgeber. Er hat mir den Nettobetrag lt. Rechnung und den Steuerbetrag lt. Quittung Zoll erstattet und die Vorsteuer im Rahmen der Umsatzsteuervoranmeldung erstattet bekommen.

Aus dem Fernsehen kenne ich einen Fall in welchem jemand etwas hochpreisiges im Internet bestellt hat, hat via PayPal gezahlt und bekam die Lieferung mit dem Vermerk "Gift" was die englische Übersetzung für "Geschenk" ist. Diese Sendungen werden unmittelbar zugestellt. Da es keine Gegenleistung gibt kann auch keine Steuer berechnetbwerden denn es fehlt ja der Warenwert. Wenn nun aber "Gift" angekreuzt wird obwohl es vom Kunden bezahlt wurde ist dies schlicht ein Steuerbetrug. Der Verkäufer aus China oder sonstwo erzählt seiner Steuerbehörde "Export" und braucht keine Umsatzsteuer entrichten. Der z.B. deutsche Käufer kennt die Regelung u.U. nicht weil er ein solches Geschäftbdas erste Mal tätigt und begeht damit durchaus unwissentlich eine Steuergefährdung oder Steuerminderung, in schwerwiegenden Fällen eine Steuerhinterziehung. Diese 3 Bezeichnungen sind übrigens Abstufungen der Finanzbehörden. Nur Steuerhinterziehung ist strafbar. Bei den beiden vorhergehenden wird das Problem behoben wenn die geminderte oder gefährdete Steuer nachgezahlt wird. Da wird auch keine Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Bei Steuerhinterziehung hingegen wird grundsätzlich die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Es handelt sich übrigens nicht um ein sog. Antragsteller, ein Strafantrag ist somit nicht erforderlich.

Im Rahmen der ganzen Bank-CD die gekauft wurden hat man übrigens festgelegt ab welchen Beträgen der hinterzogenen Steuern zwingend eine Haftstrafe Folgen muss. Das ist eine sog. "ermessenslenkende Weisung" in diesem Fall an die Richterschaft. Deswegen jstauch el Präsidente Uli abgewandert. Er hat den Mangel versucht zu heilen und die hinterzogene Steuer nachgezahlt, r hat auch Selbstanzeige erstattet die i.d.R. Straffreiheit garantiert. In der Regel gilt aber nur wenn nicht bereits ermittelt wird. Und das war bei Uli Hoeneß aber bereits der Fall. Da kann man keine Straffreiheit mehr erlangen in dem man sich selbst anzeigt.

Zurück zum Thema...

Eine geiler Nebeneffekt für die Finanzbehörden sind die ganzen gewerblichen Privatverkäufer. Das sind Menschen die durchaus einer geregelten Arbeit nachgehen, aber in ihrer Freizeit irgendwas verkaufen was sie entweder einkaufen oder herstellen.

Wenn ich eine eigene Modellbhnsammlung verkaufe weil ich das Hobby aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr machen kann oder in Folge einer Scheidung eine deutlich kleinere Wohnung habe dann sollte man mit dem Steuerberater oder mit dem Finanzamt reden. Das verhindert schon Mal ein Prüf- ggf. Ermittlungsverfahren.

Ein Stummianer hat eine richtig zündende Idee zum Umbau eines Fahrzeuges und entwickelt sichhierzu einen Teilesatz. Stellt das Ergebnis hier vor. Dann rufen auf einmal 50 andere "auchhabenwill" und der Kerle beginnt das Zeug zu fertigen. Aufgrund der Komplexität des Teilesatzes braucht der 10 Stunden um einen Teilesatz zu produzieren und sagt ganz plötzlich "45 Euro Material" - ich will noch 100 Euro für die Zeit und die Energie wie Licht im Bastelkeller, Heizkosten etc. Der "Lohn"liegt dann zwar nur irgendwo im Bereich Mindestlohn, im Hauptjob hat der vielleicht Bruttomdas doppelte - das ist ja egal.

Wir reden hier aber nicht mehr von gelegentlich und Privatverkauf. Es liegt im Ermessen des zuständigen Finanzämter und dort eventuell vorliegender ermessenslenkende Weisungen wie das ganze eingestuft wird wenn man in 7 Jahren 5 Teilesätze oder jedes Jahr 2 verkauft. Der erste kann in Meck-Pomm als Gewerbe eigestut werden, der zweite in Bayern als private Tätigkeit. Vergleiche oder Klagen gegen solche Entscheidungen geben keine Garantie darauf des es für den plötzlich Steuerpflichtigen dann besser wird.

Ich habe bei eBay mal einen wahrlichen Schrott gekauft, erkannt habe ich es aber erst als ich das Zeug in Händen hielt. Dieser Verkäufer hat alles als "gebraucht und "von privat" verkauft. Den gleichen Artikel hat er aber auch vorher schon mehrfach verkauft u d danachauch wieder. Hier ist das ganze schon sehr sehr gefährlich. Bekommt das Finanzamt das mit dann prüfen die ganz schnell. Vielleicht wird ein Teil des Materials was für die Herstellung gebraucht wird ja auch auf Arbeit geklaut? Dann wird da ja auch Steuer gemindert. Nämlich Körperschaftssteuer und Umsatzsteuer. Der Arbeitgeber könnte damit ja Gewinne erwirtschaften.

Auch die in anderen Beiträgen erwähnten ständigen Börsenverkäufern kommt man so ein Stück weit nach. Da werden ganze Sammlungen aus Haushaltsauflösungen gekauft, das Material gesichtet und nach Zustandseinschätzung wird es wieder verkauft. Der zahlt an die Erben u.U. 100 Euro pro Lok und verkauft einzelne seltene gut erhaltene Stücke für 250 Eurooder sogar mehr. Da ist der Verlust weil er 30 Euro pro Wagen bezahlt hat und mal einen für 25 abgegeben hat locker wieder drin. Möglich das dieser Börsenverkäufer auch Hartz IV Empfänger ist. Staatliche Stütze kassieren. Auf der Börse an einem WE 500 Euro Umsatz machen und das ein ganzes Jahr lang an z.B. 30 Wochenenden. Dann noch einen ebay-Shop und schwupp hat der mehr als ein Arbeitnehmer der sich 40 Stunden Woche pro Woche abrackert. Für solche Leute möchte ich auch keine Stütze finanzieren. Wieso sollte ich dem die Grundversorgung sichern? Er verdient doch selbst Geld. Jeder darf das Thema gerne auch aus der Sicht des Steuerzahlers und der Verwendung seiner Steuergroschen betrachten. Denn die Gemeinde bekommt ja einen Teil des Lohn- bzw. Einkommensteueraufkommens vom Bund zugewiesen. Unter Umständen spart sich Henner eine teure Autoreparatur weil Ludwig seine Börsenverkäufe ordentlich anmeldet und 5000 Euro Einkommensteuer zahlt, Jürgen seine Einkünfte ungehindert angibtund die Gemeinde deswegen eine kaputte Straße ein Jahr eher sanieren kann.

Es ist alles ein Kreislauf...

Ein Bekannter hat vor über 15 Jahren mal eine Haushaltshilfe gesucht. Anzeige im örtlichen Gemeindeblatt "ich suche..." - eine "Bewerbung" habe ich selbst gesehen. "Bin 45 Jahre habe 3 Kinder und will 6 Euro die Stunde. Ich wünsche keine Anmeldung für ein bisschen putzen da mir sonst mein Hartz IV gestrichen wird." Diese besondere Bewerbung jedenfalls flog ohne weitere Bearbeitung in den funktionstüchtigen und gerade heiß arbeitenden Kamin im Wohnzimmer meines Bekannten... Das ist die beste Bearbeitung für so einen geistigen Müll.

Das könnte man jetzt noch weiter ausufern, ich lasse es, ich bekomme nämlich Hunger, Mittag war bisher im Ausfall.


Viele Grüße
Sebastian Woelk
St. Galenit?

- nicht realen Namen
- Liste von Städten bei wikipedia durchgegangen...
- Eisenerz in Österreich... klingt gut.
- Ein Bleierz heisst wissenschaftlich Galenit...
- Heiligensud drüber und heraus kam St. Galenit...

https://de.wikipedia.org/wiki/Galenit

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