RE: Märklins 23er und die Knickdeichsel

#1 von rwd , 27.05.2020 22:58

Hallo Stummis,
wie etliche andere schon vor mir, habe auch ich mich über die "Knickdeichsel", nicht nur bei den neueren 23ern, sondern auch bei etlichen anderen Modellen der letzten Jahre geärgert.
So habe ich schon einige meiner Loks mit den Versionen der optimierten, neueren Modelle umgerüstet, wie Loks der BR 01, 03, 03.10, 18.3, 39, 41 und 50.
Wegen der zu erwartenden größeren Änderungen am Tenderaufbau der BR 23 hatte ich mich an diese Lok noch nicht rangemacht.

Vor einigen Wochen erhielt ich eine Anfrage aus diesem Forum (der Lothar wars), ob da nicht was zu machen wäre...., so 3D-Druck etc.

Schliesslich hat Märklin bei der letzten Auflage der BR 23 (Märklin 39236) ja die Knickdeichsel schon ersetzt durch eine ebenfalls optimierte Deichsel.
In großem Optimismus hatte ich mir die Teile der neuen Deichsel auch schon bestellt und am Basteltisch liegen, aber die Lok wollte ich noch nicht am Tendergehäuse verändern, deshalb war meine Lok noch im originalen Zustand, na ja fast, das Gestänge hatte ich schon mal gegen das der neueren Loks getauscht.
Lothar schrieb mir, dass die neue Verbindung lokseitig wohl passen würde, aber auf der Tenderseite, ja da hätte Märklin nicht nur eine neue Deichsel sondern gleich im Fahrwerk eine neue Kulisse eingebaut, so dass die neue Tenderdeichsel nicht in die alten Fahrgestelle passt.
Lothar war dann so freundlich und hat mir die bei seiner Lok schon ausgebaute Knickdeichsel zugeschickt.


Die hintere ist die Knickdeichsel, die vordere ist die optimierte Deichsel der 39236.


Lokseitig wurde an dem Kulissenteil der Deichsel nichts geändert, nur der senkrecht nach unten ragende Teil der Knickdeichsel wurde deutlich verkürzt.


Auf den ersten Blick sehen die Tenderdeichseln der alten Version (rechts im Bild) und der neuen Version gar nicht so unterschiedlich aus, aber ...


... der Meßschieber bringt den Unterschied deutlich ans Licht. Der V-förmige Teil des neuen Teils ist deutlich breiter als bei der alten Ausführung.


Auch ist das neue Teil länger als das alte Teil. Das gibt schon mal einen ersten Hinweis darauf, dass der Schacht an der alten Tender-Deichsel im Verhältnis zu einem neuen Teil zu weit hinten liegt, so dass der Schacht weiter nach vorne wandern kann. Die Konsequenz daraus ist positiv überraschend gewesen, doch dazu später mehr.


Gestern kam dann per Post die inzwischen zweite Version einer neuen Tenderdeichsel bei mir an.


Von dem Teil in der Kulisse stimmen das gedruckte Teil und das originale Teil der Knickdeichsel gut überein.


Man kann erahnen, dass der Schacht am Druckteil weiter vorne liegt als bei dem alten Teil, die Gesamtlänge von Vorderkante Schacht bis Rückseite der Federn ist fast 2 mm länger geworden.


Insgesamt ist die Länge der alten Knickdeichsel und der Kombination aus original neuer Märklin-Zugstange und dem Druckteil gleich.


Jetzt geht es an den Umbau. Vom Umbau der Lok habe ich leider keine Bilder angefertigt, und die Lok will ich nicht noch einmal dafür auseinanderbauen. Am Tender habe ich noch einmal die alte Deichsel eingesetzt, der Schacht ist unterhalb des Tenderbodens.


Die neue Zugstange der Lok kommt oberhalb des Tenderbodens, das geht also nicht zusammen, war ja aber auch nicht zu erwarten....


Jetzt ist die alte Deichsel entgültig rausgeflogen und durch die neue Deichsel ersetzt worden.


Ein erster leiser Freudenruf, die Bodenplatte des Tenders muss nicht bearbeitet werden, es ist sogar noch etwas Luft nach vorne.


Und jetzt sieht man den Vorteil des nach vorne gewanderten Schachtes am Druckteil ganz deutlich. Der gesmate Schacht liegt vor dem Aufbau des Tenders. Aber eines gilt es zu beachten:
Es ist kaum Luft oberhalb der neuen Tenderdeichsel, deshalb müssen die Kabel jeweils drei rechts und drei links von der Deichsel in den Tender geführt werden. Durch die Ausgerundete Öffnung des Tenderaufbaus ist für die jeweils drei Kabel noch ausreichend Platz neben der Deichsel, ohne die Deichsel zu behindern.


Genau wie der Märklin Deichsel hat auch mein Druckteil zwei Rastpositionen. Dieses Bild ist das letzte mit der weiten Stellung der Deichsel.


Die gleiche Position mit der engen Lok-Tender-Verbindung.


Hier ist die Lok jetzt in einer Kurve mit r=360 mm, also R1.


Eben schnell die Gleise gedreht und die Lok wieder aufgegleist, also wieder R1.


Und zu guter letzt ein direkter Gegenobgen aus 2 x R1. Auch da gibt es wohl keine Probleme.

Da weder an der Lok noch am Tender irgendwelche irreversieblen Umbauten vorgenommen wurden, bin ich komplett mit dem Umbau zufrieden.

Jetzt ist mir nur noch ein Rätsel geblieben. Warum hat Märklin den Tenderaufbau und das Fahrwerk komplett überarbeitet? Aber darauf werde ich wohl keine Antwort bekommen.

Einen kleinen Nachteil der gedruckten Deichsel will ich aber nicht verheimlichen: Das Material ist spröder als die Spritzgußteile von Märklin. Deshalb müssen immer Lok und Tender gemeinsam angefasst und vom Gleis genommen werden.


Um Lok und Tender voneinander zu trennen oder den Lok-Tender-Abstand zu verstellen, sollte in der engen Stellung von unten her mit einem kleinen Schraubendreher in der Aussparung am gedruckten Schacht mit einer Drehbewegung die Rastung überwunden werden und für die zweite Stufe ein entsprechend größerer Schraubendreher verwendet werden.

So, das solls für heute erstmal gewesen sein.


Allen Lesern ein freundliches "Bleibt Gesund und habt weiter viel Freude am gemeinsamen Hobby"

Rudolf
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RE: Märklins 23er und die Knickdeichsel

#2 von WMaerker , 28.05.2020 08:15

DANKE!!!!!
Einfach nur genial!!!

Lg
Walter


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RE: Märklins 23er und die Knickdeichsel

#3 von bjb , 28.05.2020 09:19

Servus Rudolf,

vielen Dank für die ausführliche Bebilderung vom Kupplungsumbau.

Die neue Verbindung ist damit sicher stabiler wie die alte. Der Lok-Tenderabstand dürfte sich aber kaum verändert haben. Wie auch wenn beide Bauteile zusammen die gleiche Länge haben.
Wenn ich mir Deine Bilder von der fertig umgebauten Lok so anschaue, könnte der Lok-Tenderabstand auch noch kürzer ausfallen. Egal in welcher Position sich die Lok auf den R1-Gleisen befindet, es sind immer noch mindestens 3mm Platz zwischen Lok und Tender. Aber wahrscheinlich würde eine Verkürzung des Lok-Tenderabstandes nur gehen, wenn die Tenderdeichesl noch kürzer würde und dann müsste beim Tenderaufbau etwas weggefräst werden.

Die Änderung beim Tenderuntergestell ist sicher notwendig, wenn die neue originale und breitere Märklin Deichsel zum Einsatz kommt. Ich schätze mal dann sind die Aussparungen für die Deichsel größer ausgefräßt, so wie im Bild grün dargestellt.


Mit kurzen Grüßen


BJB

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RE: Märklins 23er und die Knickdeichsel

#4 von rwd , 30.05.2020 17:59

Hallo bjb,
es wurde nicht nur die Breite der Kulisse angepasst, sondern auch die Position der Kulisse im Verhältnis zur vorderen Kante des Tenders. Das hängt damit zusammen, dass die Teile der Lok-Tender-Verbindung bei der neuen BR 23 kürzer sind als bei der alten Ausfüfhrung mit Knickdeichsel.
Übrigens ist der V-förmige Teil mit den beiden Federn bei der neuen Märkliln-Tenderdeichsel für die 23er gleich der Ausführung wie bei den anderen Dampfern mit Knickdeichsel wie der 01 / 03 / 03.10 / 39 und 50. Im Bereich vom Schacht sind die Deichseln aber anders und auch auf der Lokseite bestehen erhebliche Unterschiede zwischen den Teilen der BR 23 und denen der anderen BR.


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