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RE: Die Härte: Keine Weiche!

#1 von wulle , 06.12.2010 16:24

Eine seltsame Vision: Entspannt vor der Anlage sitzen, vielleicht ein Glas Rotwein in der Hand und den Zügen beim Fahren durch die Landschaft zuschauen.
Das Ergebnis: Bad Wulldingen an der Wullach mit Bahnhof und Wull der Stadt ohne Gleisanschluss. In der Nähe die Burg Wullenstein als Ausflugsziel.
Konzept: Ein extrem gedehnter "Hundeknochen" vom Fußboden an über mehrere Ebenen gezogen wird über vier zum Teil ineinandergeschachtelte Gleiswendeln befahren. Ohne Weiche.
System: 3-Leiter Gleichstrom mit funktionierender Oberleitung auch im nichtsichtbaren Bereich, um den Schleifereinbau unter den E-Loks zu sparen. Steuerung über einen Commodore C-64 "Computer" aus dem letzten Jahrtausend. Immerhin: Das Ganze funktioniert entgleisungssicher, unfallfrei, auch dann noch, wenn das Glas schließlich leer ist.

(Weitere Videoclips ab S.3)

Im Grunde ist es ja so wie ganz früher die allererste Eisenbahn: Nur ein Kreis.
Hier die grobe Übersicht über den Streckenverlauf. Während des Baus hatte ich das nur im Kopf. Gezeichnet habe ich es hinterher.


Gleich zu Beginn das Ganze im Überblick. (Das Fenster ist später verdunkelt und abgedeckt)


Und hier die Baugeschichte (ca. 7 Jahre) und ein paar Details:
Am Anfang war der Dachboden öd und leer unter dem Himmel. Aber der war dann schon mal da:


Dann wendeln wir mal los!




Erste Brücke:


Hundeknochenknoten:




Ab dann habe ich oft gewünscht, ich hätte es dabei belassen:


Von Elektronik keine Ahnung, daher der Drahtverhau. Funktioniert aber.


Und der "Computer": Ein musealer Commodore C-64 aus dem vorigen Jahrtausend, der immer noch treu, tapfer, unauffällig aber wirkungsvoll seinen Dienst tut.


Und es gibt noch andere Helfer, die einen ermutigen. Rosas Bruder traf ich Jahre später: Früstück in den Bergen (siehe dort).


Geisterhaft nimmt Burg Wullenstein Gestalt an


und die Förster nehmen im Bergdorf Oberwullentann ihren beschwerlichen Dienst auf


während im Dorf die ersten Gäste eingetroffen sind. Wovon sich der Schäfer nicht stören lässt. Übrigens ist das der Ort,
wo Früstück, unser Kater, Jahre später seinen Ausflug machte. Das hat den Schäfer und seine Schafe dann doch erheblich gestört. (S. Kater auf der Modellbahn).
Der Flurschaden war immens. Aber so sind Touristen eben...


[youtu-be]https://youtu.be/xVbY50iHeBc[/youtu-be]

Der Bahnhof von Bad Wulldingen hat seinen Betrieb aufgenommen


von wo aus sich während der Wanderung hoch zur Burg interessante Perspektiven ergeben




und wer den Hubschrauber nimmt...







Beim Tunnelbau haben die Herren Arbeiter in der Bretterbude gehaust. Mittlerweile sind sie ausgezogen. Der Tunnel ist fertig.


Einige von ihnen wohnen jetzt in Wull der Stadt in den günstigen Fachwerkwohnungen am Markt.


Dort ist Ullas Brötchenbude die absolute Attraktion. So mancher hat sich hier mit Senf bekleckert, weil er den Blick nicht abwenden konnte...


In der Pizzeria haben einige ehrenwerte Herren mit attraktiver Begleitung ein Geschäftstreffen offenbar soeben erfolgreich beendet


während der Markt weiter oben ungestört bleibt.




In aller Ruhe steht der Besuch von auswärts zum Gruppenfoto an.


Normaler Verkehr auf der Kreistraße


An der Kirche allerdings ist es für sie jetzt zu spät: Die ANDERE hat ihn....


... und wem rennt DER hinterher??




Aufbruch zur Hochzeitsreise.




Man muss ja nicht weit fahren, um eine schöne Aussicht zu genießen. Aber: „Haben wir eigentlich einen Regenschirm?“


Im Bahnhof herrscht weiterhin reger Betrieb






In der Bahnhofskneipe auch...


Doch Pech für den, der währenddessen an der falschen Stelle parkt. Der Bad Wulldinger Ordnungsdienst ist sehr gewissenhaft.




Und es gibt noch ganz andere Orte, an denen das Auge des Gesetzes wachet:


Wo zum Beispiel Herr Permaneder aus München sich amusiert und Toni daheim nichts von weiß...

Aber ein Glaserl Wein kann doch nicht schaden??


Doch zurück zu ernsteren Dingen:




Nebenbei: Früstück ist wieder zu Hause. Er soll erster Klasse gefahren sein.


Nette Stelle an der Wullach.




Oben verläuft die Straße.


.. und ich sach´noch: "Die Kurve krieg ich auch ohne bremsen!"...


Ziemlicher Aufstand...


Ach ja, noch ein Tipp:
Der Unfall, also das Auto, das in der Wullach liegt, kann von einem hohlen Felsstück verdeckt werden. Wenn man die beiden Bilder mit der Straßenbrücke "vor dem Unfall" und "nach dem Unfall" vergleicht, kann man das erkennen. Die Blaulichter der Einsatzfahrzeuge haben Kontaktstecker in der Fahrbahn, so dass die Krankenwagen, Feuerwehren usw. fortgeräumt und durch andere Autos ersetzt werden können. Falls ich den "Unfall" mal nicht mehr sehen mag...

Das Felsstück habe ich modelliert, indem ich das Auto mit Frischhaltefolie abgedeckt habe und dann dich Rotbandmörtel darüber gepappt habe. Modelliert, farbig angepasst und fertig. Nach dem Erhärten abnehmen - passt.

Mit derselben Methode kann man übrigens auch Häuser in einen Abhang modellieren: Häuser in Frischhaltefolie verpacken, hinstellen und den Abhang mit Mörtel darum herum modellieren. Nach dem Erhärten kann man das Haus vorsichtig aus der Folie lösen, dann die Folie vom Mörtel abziehen und das Haus in die entstandene passgenaue Lücke wieder hineinstellen. Zum Begrünen usw. kann das Haus leicht herausgenommen werden.

Ich melde mich, wenn ich hier wieder raus bin.







-------------------------------
Nachdem ich so geprotzt habe, auf einer weichenlosen Anlage gebe es keine Unfälle, bin ich glatt mit meinem roten Flitzer in die Wullach gerasselt. Zum Glück ist weniger passiert, als es aussah. Noch am Abend konnte ich entlassen werden und mit dem Taxi nach Hause fahren.


Durch das nächtliche Wull der Stadt...


Am Bahnhof entlang...






Vorbei an der nächtlichen Burg Wullenstein.


--------------------------------------------

Zwischendurch ein paar Informationen zum Geländebau:
Grundplatten (nicht zu knapp bemessen) für Häuser werden auf Holzeisten geklebt, die zwischen den Gleistrassen befestigt werden. Hier habe ich mitunter kühn improvisiert, aber es ging immer. Ebenso geht es mit den Straßen.
Die Räume zwischen den Gleiswendeln und Flächen für Gebäude, Straßen usw. sind ohne Unterbau allesamt mit dickem Pappkarton überspannt. Streifen und Platten aus Karton werden mit der Heißklebepistole aneinandergeklebt. Ansatzpunkte sind auf der einen Seite Holzklötzchen oder Leisten, die innen an die Profilplatten / Abschlussplatten der Anlage (4mm Faserplatten weiß geklebt sind und auf der anderen Seite jeweils die Gleistrassen (ggf. kleine Holzbrettchen unterkleben und diese mit Kartonstreifen verbinden) bzw. die Straßen (Pappe immer unterkleben, damit Tiefe für den Straßengraben bleibt oder anmodelliert werden kann) oder die Grundplatten der Häuser (hier kann die Pappe je nach Situation auch auf die Oberfläche geklebt werden.
Das ist einfach, billig, der Aufwand hält sich in Grenzen und es hält. Wer ganz sicher gehen will, kann zusätzlich mit dem Tacker arbeiten. Löcher werden mit dünnerer Pappe (Aktendeckel) verdeckt. Dann dick Haftputz darüber und aushärten lassen. Die Schicht ist dann selbsttragend und benötigt kein Untergerüst. Vor allen erhält man damit ein Gelände mit "natürlichen" Unregelmäßigkeiten. Ggf. trägt man weiteren Haftputz oder Modellgips auf, den man, z.B. für Felsformationen, weiter modellieren kann und, wo man es braucht, aber auch eben glattstreichen kann. In den frischen Haftputz kann man auch noch alles möglich einmodellieren. So sehen die Zubehörteile "eingebaut" und nicht "draufgesetzt" aus.



Man kann sogar recht große Zwischenräume mit Pappstreifen überbrücken. Die Entfernung vor dem Wull der Stadter Tunnel war allerdings die Größte, bei der ich diese Technik freitragend angewendet habe. Trotzdem kann man sich mit der Hand daruf abstützen. Über dem Tunnelportal kann man beispielsweise erkennen, wie der Pappstreifen freitragend verläuft.


An der Profilkante der Anlage wird der Haftputz - ruhig dick auftragen - dem Profil entsprechend verstrichen. Dabei sollte man darauf achten, dass es nach innen nicht immer nur "abwärts" geht. Hin und wieder leicht(!) ansteigendes Gelände von der Anlagenkante wirkt überzeugender. Die Anlagenkante definiert mit ihrem Profil grob den Geländeverlauf. Da kann es passieren, dass man später seine Vorstellung noch einmal verändert und die Profilplatte austauscht. Solange das Gelände nicht verklebt ist - kein Problem. Später ist es schwieriger und produziert Staub und Dreck. Auf jeden Fall wirkt eine profilierte Kante, auch wenn es nur wenig ist, besser und natürlicher als eine gerade Plattenkante und stellt trotzdem einen sauberen Abschluss dar. Wer möchte, kann die Profilplatte 3-4cm nach unten überstehen lassen und dahinter eine Vorhangschiene anbringen. Der Vorgang als unterer Abschluss verdeckt nicht nur das übliche Gerümpel unter der Anlage sondern wirkt auch sehr professionell. Einen Eindruck über die Wirkung des Profilabschlusses (allerdings ohne Vorhang) bekommt man im vorletzten Bild der Anlagenvorstellung "Überblick". Es wird auch deutlich, dass das Geländekonzept "Talüberquerungen" mit gerader Anlagenkante kaum überzeugend gewesen wäre.

Wenn Leitungen z. B. in die Häuser gelegt werden müssen, ist das bei den Grundplatten sowieso einfach. Für Kabel, die durch eine dickere Gelände (Haftputzschicht) gelegt werden müssen, bohrt man zunöchst ein Loch (3-4mm), fädelt die Kabel zunächst in einen Trinkhalm und steckt dann den Halm mitsamt den Kabeln darin durch das Loch. Anschließend zieht man den Trinkhalm von unten ab und die Kabel sind durch.


--------------------------------------------

Mittlerweile gut erholt und ausgeschlafen. Ein schöner Morgen also, um neue Eindrücke aus Wull der Stadt und Umgebung einzufangen.


Auf dem Bahnhofsvorplatz ist es noch verhältnismäßig ruhig.


Aber die Post wird schon früh abgeholt.


Der reiche Oberhof erwacht




und auf dem Einödhof muss der Knecht schon früh ran


Helle Aufregung an der Blockstelle Wullenstein!


39 103 hat HP1


Interessante Loks zischen am Trafohaus vorbei




ET 85 rattert über die Brücke über die Sägemühle an der Wullach


Der Milchwagen vom Oberhof klappert seine Tour durch die Siedlung. Die Schule beginnt.


Vorsicht!! Schulweg!


Wie immer, hat der Bus Verspätung.


Doch der Zugverkehr läuft normal. (Keine "Weichenstörung )












Plitsch!


Platsch!


Das Trafohaus ist immer für ein Treffen gut.


E 10-1311 (Alle reden vom Wetter) Am Wullensteiner Bergtunnel ohne Schnee


Es gibt übrigens auch sinnvolle Hobbies.


Oder Arbeit. "Xaver! S´ist Brotzeit!!"


Wasch und Mülltag. Immer passt er den Augenblick ab, wenn sie zur Tonne geht. Ob er bei ihr ´ne Chance hat?


Derweil herrscht in der Siedlung immer noch Aufregung. Die Aufräumarbeiten von gestern kommen nur sehr, sehr langsam voran. Immer noch Stau...


Schauen wir uns also Wull der Stadt noch einmal an.












eigentlich bleibt ja jede Anlage eine Baustelle






Damit das Ganze einstweilen mit dem Bild einer Lok aufhört:
160 003 verlässt der Wull der Stadter Tunnel.




Das war´s dann erst mal. Danke für´s Anschauen und die Kommentare!
Werner


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RE: Die Härte: Keine Weiche!

#2 von Gast ( gelöscht ) , 06.12.2010 16:31

Hallo Wulle,

sehr schöne Anlage, Kompliment.

Für den erwachsenen Betriebsbahner ist ein weichenfreie Anlage auch aus meiner Sicht grosses Wellness-Kino

Grüße Frank


Gast

RE: Die Härte: Keine Weiche!

#3 von molou , 06.12.2010 16:36

Hallo Wulle,

das ist mal was ganz anderes, so komplett ohne Weichen. Wie viele Züge kannst Du denn gleichzeitig fahren lassen?

Landschaftsbautechnisch wirklich sehr gelungen (besonders dein Viadukt finde ich richtig klasse), alles wirkt sehr stimmig und macht Laune auf mehr Bilder

Viele Grüße
Christian


 
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RE: Die Härte: Keine Weiche!

#4 von dada81 , 06.12.2010 16:43

Interessante Lösung und nicht ganz so kostspielig ohne Weichen nebst Antrieb und Decoder
Sehr schöne Idee!


Grüße aus dem Hochsauerland
Daniel


dada81  
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RE: Die Härte: Keine Weiche!

#5 von redwest ( gelöscht ) , 06.12.2010 16:55

Moin,
sehr gute Idee,wie groß
ist die Anlage?


redwest

RE: Die Härte: Keine Weiche!

#6 von Iwans Tschtschtsch ( gelöscht ) , 06.12.2010 19:47

Wau!


Iwans Tschtschtsch

RE: Die Härte: Keine Weiche!

#7 von histor , 06.12.2010 19:59

Schön gestaltete Szenen auf Deinen Photos
Und Konsequenz hat schon was. Ohne Weichen


Freundliche Grüße
Horst
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RE: Die Härte: Keine Weiche!

#8 von kaeselok , 06.12.2010 20:01

Gefällt mir auch sehr gut! Auf wenig Platz das Maximum rausgeholt!

Und da Du keine Weichen hast entgleisen bei Dir ja auch keine Züge, oder?!

Viele Grüße,

Kalle


 
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RE: Die Härte: Keine Weiche!

#9 von Chevyfahrer , 06.12.2010 21:13

Ich finde Deine Anlage wirklich sehr schön,tolle Stimmung,klasse Details.

Mehr Bilder!!!!

Jürgen


Märklin M-gleis 7qm im Aufbau (mit Elektrowinde absenkbar von der Decke):

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Fotostrecke"lange Nacht der Modellbahnen 2014"

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RE: Die Härte: Keine Weiche!

#10 von Besandungsturm , 06.12.2010 21:19

Da hast Du dir aber wirklich eine tolle Anlage zusammengebaut. Auch wenn mir von den ganzen Gleiswendeln noch ganz schwindelig ist.
Fährst Du ausschliesslich Blockbetrieb?
Da oben in dem einen Bild ist eine Strassenbrücke zu sehen. Gibt es die irgendwo als Bausatz oder wie ist die entstanden?

LG
HaPe


 
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RE: Die Härte: Keine Weiche!

#11 von Elektroveteran ( gelöscht ) , 06.12.2010 21:39

Eine Anlage, ganz nach meinem Geschmack! Auf gut Deutsch: Das kommt voll krass!
Ich sehe es auch so, einfach nur fahren und den Zügen hinter her schauen. Warum soll man sich mit Weichen herumplagen, die eh nie das tun, was man will
Auf meiner Anlage geht es ähnlich beschaulich zu, allerdings alles viel kleiner....

Gruß vom
Elektroveteran


Elektroveteran

RE: Die Härte: Keine Weiche!

#12 von Roland , 07.12.2010 11:21

Zitat von wulle
Hier die grobe Übersicht:



Mir erschließt sich dein Gleisverlauf noch nicht ganz. Könntest du den bitte noch etwas genauer erläutern?
Aber es ist echt eine geniale Idee. Ich kann da bestimmt einiges abkupfern.


Viele Grüße
Roland

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RE: Die Härte: Keine Weiche!

#13 von wulle , 07.12.2010 12:01

Gut, ich versuch´s mal:
Die Zeichnung ist, was den endgültigen Streckenverlauf angeht, nicht genau. Es geht ja nur um das Prinzip.
Beginnen wir unter der linken Wendel (das ist die unterhalb der Burg Wullenstein) ganz unten auf dem Fußboden. Geplant war ein Höhe von 20cm, gebaut habe ich dann auf einem Brett in nur 5cm Höhe. Unter dieser linken Wendel also befindet sich das eine Ende des "Hundeknochens" die erste Kehre (Theoretisch könnte hier ein Schattenbahnhof angelegt werden, aber das habe ich ja bekanntlich vermieden zugunsten des einfachen und sicheren Betriebsablaufes.). Fahren wir vor dort aus nach rechts auf dem in Fahrrichtung rechten Gleis auf die im Bild rechte untere Wendel zu. Diese fahren wir auf dem rechten (leider innen) Gleis hinauf bis auf 80cm Höhe. Wir verlassen die Wendel aus dem Tunnel unterhalb von Wull der Stadt und überqueren die Wullach. Auf dem rechten Gleis fahren wir auf den im Bild oberen Tunnel unter der Burg Wullenstein zu (wieder die linke Wendel). Die Länge dieses Abschnittes beträgt gut drei Meter. Im Tunnel beginnt der Aufstieg bis auf 140cm Höhe (geplant waren nur 120). Die Wendel verlassen wir durch das Tunnelportal unten links knapp unterhalb der Burg Wullenstein. Von dort aus überqueren wir den langen Viadukt (ebenfalls gut drei Meter lang) und fahren in den obersten Tunnel (unter dem Bergdorf) ein. Dort Abstieg im oberen Wendelteil auf 100cm, Überquerung der noch schmalen Wullach über den Bogenviadukt parallel zur im Bild rechten Anlagenkante. Weiter unter Wull der Stadt (180 Grad Kurve über der rechten Wendel - deshalb leider leider ohne weigene Wendel zur Farzeitverlängerung) durch auf die mittlere Brücke (das ist die, auf der in Teil II der ET 85 zu sehen ist). Diese Strecke führt in den Tunnel mit den beiden versetzten eingleisigen Portalen (man erkennt auf den Bildern den Loreleytunnel: Nord- und Südportal nebeneinander). Ab dort unter dem Bergdorf auf dem unteren Wendelteil Abstieg auf 70cm Höhe und wir verlassen den Berge unter dem Dorf durch das Portal ganz rechts etwa in der Mitte rechten Kante. Jetzt fahren wir an der Wullach entlang in den kleinen Durchgangsbahnhof "Bad Wulldingen" ein und überqueren dahinter den beschrankten Bahnübergang, den wir aus "Früstück in den Bergen" kennen (Länge knapp drei Meter). Kurz dahinter geht es in den unteren Tunnel unter der Burg, drehen hier um 180 Grad und fahren auf das zweite Ende des "Hundeknochen" zu. Diese Kehre befindet sich ebenfalls unter dem Bergdorf, also noch unter den beiden übereinander befindlichen Wendeln. Diese Kehre befindet sich in ca. 65cm Höhe und definiert die Kriechhöhe unter der Anlage. (Lediglich das Flussbett der Wullach ist noch einige Zentimeter tiefer).
Von der zweiten Kehre aus dann den ganzen weiten Weg auf dem Gegengleis zurück. Eine Runde dauert so zwischen zehn und fünfzehn Minuten. Aufgegleist sind je nach Länge 15-20 Züge im Blockabstand. Die meisten Wartehalte sind im nicht sichtbaren Bereich. Das kann aber frei programmiert werden.

Die (funktionsfähige) Oberleitung im nichtsichtbaren Breich habe ich übrigens aus verzinktem Weidedraht gelötet. Das geht ganz gut.
Grüße
Werner


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RE: Die Härte: Keine Weiche!

#14 von redwest ( gelöscht ) , 07.12.2010 13:46

moin ,
das Wulldingen und Wull der Nach,
erinnert mich stark an den Namen eines Bieres.


redwest

RE: Die Härte: Keine Weiche!

#15 von wulle , 07.12.2010 14:04

Aber in umgekehrter Reihenfolge. Die Anlage gehört offiziell dem Stofftier meiner Liebsten, Wulle, dem Wildschwein. Ihm musste ich alles schenken, weil sie keinen Mann wollte, der mit Spielzeugeisenbahnen spielt. Wulle herrscht seitdem als König über das H0-Reich und besteht darauf, dass alles in seinem Namen geschieht und nach ihm benannt wird (Die vorige Anlage hieß denn ja auch "Bad Wullheim (am See)" und ist mittlerweile Geschichte bzw. 1 Tonne Müll).
Jetzt also "Wull der Stadt" und "Bad Wulldingen an der Wullach" und viele finden auch die Verbindung nach Bad Wildungen ganz witzig.
Ich selbst bin lediglich Wulles verwuselter Inschenör und schuld an allem, was schief geht. Mitunter fürchte ich dann die dunklen Verliese unter Burg Wullenstein...

Wulle hat getobt, als Früstück, der Kater, in seinen Bergen hauste...


Als dies alles vor Jahrzehnten begann, war die Brauerei Wulle in Stuttgart, die zuletzt ohnehin zu Dinckelacker (Ein Bierwagen einer österreichischen Eisenbahnfirma trägt unter der Dickelacker Beschriftung noch das Wulle-Emblem) gehörte, nicht einmal dem Namen nach mehr existent. Mittlerweile gibt es aber bei Dinckelacker auch wieder das Wulle-Bier (und den entsprechenden modernisierten Bierwagen bei einer Wechselstromfirma) und es wäre sicherlich meine Hausmarke, wenn es das denn hier in der Gegend gäbe. Schade, dass nicht. Aber einen Krug "Wir wollen Wulle" habe ich immerhin. Wulle bestand darauf.

Grüße
Werner


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RE: Die Härte: Keine Weiche!

#16 von Majestix , 07.12.2010 18:06

Absolut großes Kino
Ich plädiere für Ruhmeshalle.
Und das ganz ohne Weichen! Wie kommt man auf die Idee : Eigentlich voll genial!


Viele Grüße Thomas

Frist9 der Modellbahnstammtisch von und für Franken, wir haben wieder eine Homepage!
https://frist9-stammtisch.webnode.com/


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RE: Die Härte: Keine Weiche!

#17 von Iwans Tschtschtsch ( gelöscht ) , 07.12.2010 18:10

...wieviel m Gleis sind das den ca.?


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RE: Die Härte: Keine Weiche!

#18 von Angar , 07.12.2010 18:19

Zitat von Majestix
Absolut großes Kino
Ich plädiere für Ruhmeshalle.
Und das ganz ohne Weichen! Wie kommt man auf die Idee : Eigentlich voll genial!



Eine außergewöhnliche Anlage ... die Rufe nach der Ruhmeshalle werden lauter


---
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RE: Die Härte: Keine Weiche!

#19 von wulle , 07.12.2010 18:51

Zitat von Iwans Tschtschtsch
...wieviel m Gleis sind das den ca.?



Das weiß ich einfach nicht. Hab´s nicht gemessen. Das Ganze war außer dem Plan zu Beginn nur eine Vorstellung im Kopf und die hab´ ich einfach nachgebaut ohne zu messen oder zu zeichnen. Auch der Plan ist ja nur ein Funktionsprinzip.

Gruß
Werner


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RE: Die Härte: Keine Weiche!

#20 von wulle , 07.12.2010 18:58

Zitat von Majestix
Absolut großes Kino
Ich plädiere für Ruhmeshalle.
Und das ganz ohne Weichen! Wie kommt man auf die Idee : Eigentlich voll genial!


Danke für das Lob!

Das tut mir nach über sieben Jahren mitunter elender Quälerei richtig gut.

Die vorige Anlage hatte Schattenbahnhöfe, Weichen, Nebenbahn und so weiter.Das war eine nervende Ent- und Aufgleiserei damals, weil ich auf den Schienen auch Fremdfabrikate mit untergebautem Schleifer fahren lasse. Da sind bei manchen Loks, bei denen die Bodenfreiheit sehr knapp ist, die Weichen mit den hohen Mittelkontakten ein Problem.
Als die Anlage dann wegen Umzugs in der Mulltonne der Geschichte verschwand (Tatsächlich: 1 Tonne Müll! man glaubt es nicht) habe ich mir gesagt: Ich möchte die Eisenbahn von oben sehen und nicht nur immer von unten beim Aufräumen entgleister Züge im Schattenbahnhof. Daher der Versuch, ohne Weichen zu bauen.

Jetzt ist das Ding fertig und zugegeben: Ich bin es einstweilen auch.

Gruß
Werner


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RE: Die Härte: Keine Weiche!

#21 von mobaghost ( gelöscht ) , 07.12.2010 19:59

Suuuuuper Anlage, bei sowas fällt mir jedesmal die Kinnlade bis mindestens auf den Schoss

RUHMESHALLE wär ich auch für, aber ich hab auch etwas entdeckt was mir nicht so ganz schlüssig ist:



Zu der Zeit dürfte der blaue Mercedes links im Bild wenn überhaupt nur ein Erlkönig gewesen sein


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RE: Die Härte: Keine Weiche!

#22 von mobimarkusvk , 07.12.2010 20:09

Hallo,

ich schließe mich hier den Vorrednern an - sehr sehr schöne Anlage!!!

Eine Frage habe ich allerdings auch: Du zeigst auf deinen Bildern ja `ne ganze Menge Loks und Züge - wie viele Züge kannst du denn gleichzeitig auf deiner Anlage fahren lassen? So schön ich die Idee ohne Weichen auch finde: Es müssen doch prinzipbedingt immer alle Züge gleichzeitig bewegt werden oder es müssen immer wieder Züge aufgegleist bzw. von der Anlage genommen werden - ich denke das wäre ein größerer Aufwand als die Züge auf Abstellgleise/Schattenbahnhöfe zu fahren (oder sehe ich das Falsch)?

Gruß

Mobimarkus


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RE: Die Härte: Keine Weiche!

#23 von wulle , 07.12.2010 20:14

Zitat von mobaghost
Suuuuuper Anlage, bei sowas fällt mir jedesmal die Kinnlade bis mindestens auf den Schoss

RUHMESHALLE wär ich auch für, aber ich hab auch etwas entdeckt was mir nicht so ganz schlüssig ist:



Zu der Zeit dürfte der blaue Mercedes links im Bild wenn überhaupt nur ein Erlkönig gewesen sein



Stimmt. Der Anachronismus lässt sich erklären. Das ist das einzige Auto im Maßstab 1:1 das ich habe... ops:

Gruß
Werner


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RE: Die Härte: Keine Weiche!

#24 von wulle , 07.12.2010 20:16

Zitat von mobimarkusvk
Hallo,

ich schließe mich hier den Vorrednern an - sehr sehr schöne Anlage!!!

Eine Frage habe ich allerdings auch: Du zeigst auf deinen Bildern ja `ne ganze Menge Loks und Züge - wie viele Züge kannst du denn gleichzeitig auf deiner Anlage fahren lassen? So schön ich die Idee ohne Weichen auch finde: Es müssen doch prinzipbedingt immer alle Züge gleichzeitig bewegt werden oder es müssen immer wieder Züge aufgegleist bzw. von der Anlage genommen werden - ich denke das wäre ein größerer Aufwand als die Züge auf Abstellgleise/Schattenbahnhöfe zu fahren (oder sehe ich das Falsch)?

Gruß

Mobimarkus



Ja, das stimmt. Es sind immer alle Züge im Einsatz. Bei ca. 15-20 Zügen ist die Abwechslung trotzdem ziemlich groß. Aber auch früher mit den Schattenbahnhöfen habe ich des öfteren Züge ausgewechselt. Das ist jetzt genau so.

Gruß
Werner


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RE: Die Härte: Keine Weiche!

#25 von Tramspotters ( gelöscht ) , 07.12.2010 22:41

Das ist ja echt ne tolle Anlage. Sehr schön Details und ohne Weichen sowas habe ich noch nie gesehen.


Tramspotters

   


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