Weihnachten in Spur 0 - Forget Brexit!

Bereich zur Vorstellung der eigenen Teppichbahnen oder ähnlichen "temporären" Aufbauten von Modellbahnen.

Gewünscht sind insbesondere Fotos (bitte Größenbeschränkungen beachten!) und ggf. Gleispläne der Aufbauten.

Bitte startet in diesem Bereich für jedes "Layout" einen eigenen Thread!
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shaddowcanyon
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Weihnachten in Spur 0 - Forget Brexit!

#1

Beitrag von shaddowcanyon » Mi 6. Jul 2016, 15:09

Hallo zusammen,

Spiel-Sessions mit unserer Spur-0-Blecheisenbahn haben bei meiner Frau und mir eine gewisse Tradition. Die meiste Zeit des Jahres verbringt die Blecheisenbahn, die zum größten Teil von 1931-33 stammt, in unserer Wohnzimmervitrine. Doch zu besonderen Anlässen wird sie da herausgeholt und für einen Nachmittag aufgebaut, möglichst an immer verschiedenen Orten.

*****************************************************
Eine Anmerkung (19.6.2019): Weihnachten und Ostern, oder auch mal mitten in den Sommerferien, bauen wir immer wieder etwas Temporäres auf, und zwar zu einem speziellen Thema. Dann gibt es hier einen neuen Bericht. In den vergangenen Jahren hatten wir folgende Themen auf der "Teppich"-Anlage, die einfach unten angehängt werden:

- Weihnachten ganz in Blech (2015),
- Ostern ganz in Blech (2016),
Das war noch in diesem Thread: http://www.stummiforum.de/viewtopic.php?f=64&t=132005.
Hier geht es weiter:
- Mit alter Spur 0 durch den Rasenmäherdschungel (Sommer 2016)
- Wir bauen ein Atomkraftwerk (Weihnachten 2016)
- Über den Dächern von Nizza (Weihnachten 2017)
- Forget Brexit ! (Weihnachten 2018) ***Oha! Ist da der Wunsch irgendwie in Erfüllung gegangen? :mrgreen: ***
- und Weihnachten 2019 ? Nun, demnächst hier!
*******************************************************

Auch diesmal (Sommer 2016) haben wir beide hart angepackt und weder Kilometer noch Strapazen gescheut, um mit der Blecheisenbahn zu spielen. Diesmal ging es in den Garten meines alten Papas, der Geburtstag hatte. Weitab vom Schuß draußen auf dem Lande pflegt er eine kleine stille Gartenanlage. Unter hohen Lorbeerhecken, hinter Himberen, Brennesseln und Farn, zwischen flechtenbewachsenen Brunnen und Steinskulpturen liegt dort ein selten gemähter Rasen, auf dem (und unter dem) Schnecke und Maulwurf zu Hause sind. Herrlich zum träumen und spielen.

Bild

Wir wussten, dieser Ausflug würde ein Abenteuer werden. Der Rasenmäher wurde hervorgeholt und angeworfen. Mit der Gartenschere musste ich die Trasse für die Blechgleise durch das Gestrüpp freischneiden. Über Maulwurfshügel und knorrige Baumwurzeln ging es, und die Kontaktstifte der Blechgleise wehrten sich beim Zusammenstecken wie immer standhaft gegen jeden Kontakt. Die Sonne brannte von einem stahlblauen Himmel, die Luft war drückend heiß. Dampfschwaden zogen aus dem feuchten Tal zu uns den Hügel hinauf. Schweißtreibend, aber gutes Fotowetter, sagte ich. Am Horizont wuchs eine hohe Gewitterfront, und bald, in 1 oder 2 Stunden, würde es sicher in Strömen regnen. Rumpelte es schon in der Ferne, oder war es bloß ein vorbeifahrender LKW ? Eile schien geboten, um nicht unverrichteter Dinge wieder nach Hause fahren zu müssen.

Bild

Den ersten Schienenkreis rund um ein Blumenrondell hatte ich ziemlich schnell aufgebaut. Die kleine Lok fuhr auf Anhieb. Allerdings waren die Gleise auf dem noch immer etwas feuchten, frisch geschnittenen Gras bald rutschig, und der Zug hatte auf dem welligen Terrain mit durchdrehenden Rädern zu kämpfen. Aus diesem Grund ließen wir es in Sachen Zugbildung auch mit einem leichten Güterzug aus 2 Wagons bewenden.

Bild

Ab und zu hatte ich Entgleisungen. Das lag am holprigen Untergrund, und weil kleine Grasbüschel dem Zug im Weg waren. Aus diesem Grund konnte ich auch nicht die übliche Kameramitfahrt durchführen. Der Kamerawagen wäre an der nächsten Ecke umgekippt.

Bild

Immerhin, Spur 0 ist elektrisch äußerst tolerant. Wackelkontakte gab es erstaunlich wenige. Allein die offene Bauweise des Motors der Lokomotive machte den Lokführerdienst ein wenig fummelig. Da musste ich schon mal Grasschnitt vom Motoranker abwickeln oder vom Kollektor abkratzen. Die Lok sammelte das unterwegs fleißig ein. Keine Sorge, das ist alles solide Echtblechkonstruktion aus der französischen Kolonialzeit. Sogar in den Mangrovensümpfen entlang des Mekongs, auf tropischen Vulkaninseln im Indischen Ozean und in den staubigen Tälern des Rif-Gebirges mussten sich damals Markenspielwaren aus unserem Nachbarland bewähren.

Natürlich gibt es auch wieder ein Video:



Zum Abend war nach ausgiebiger Fahrt und mancher provisorischer Bastelei - auch Brunnen und Wassermühlen entlang der Bahnstrecke haben wir zum Laufen bekommen - alles schön sauber geputzt und in der Kiste verstaut. Der Rasen gehörte wieder Regenwurm, Nacktschnecke, Amsel und Rotkehlchen. Alle Beteiligten warteten nun schweißgebadet darauf, dass die Dusche im Haus wieder frei würde. Das drohende Gewitter hat sich übrigens einfach so verzogen. Alles nur Theaterdonner. Und wenn der Abend nicht so kurz gewesen wäre, dann säßen wir noch jetzt bei unseren Weingläsern und würden die nächste Eisenbahn-Expedition planen.

Hans Martin & Manu


Edit: Keine Macht dem Fehlerteufel ! :nono: Auch dann nicht, wenn er hartnäckig ist. Wir sind hartnäckiger!
Zuletzt geändert von shaddowcanyon am Di 18. Jun 2019, 14:45, insgesamt 10-mal geändert.
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Re: Mit alter Spur-0-Blecheisenbahn durch den Rasenmäherdschungel

#2

Beitrag von Laurent » Do 7. Jul 2016, 01:09

Sieht gut aus. Ein echtes Klassiker! :D :D

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Re: Mit alter Spur-0-Blecheisenbahn durch den Rasenmäherdschungel

#3

Beitrag von doerphof » Do 7. Jul 2016, 07:43

Moin,

ein wirklich schönes Modellbahn-Abenteuer! Vielen Dank für die schönen Bilder und das Video.

Ich finde auch, daß "Oldtimer" auf die Schiene (oder Strasse) gehören, denn dafür wurden Sie ja mal gebaut.

Tolle Impressionen, Grüße

Klaus
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Re: Mit alter Spur-0-Blecheisenbahn durch den Rasenmäherdschungel

#4

Beitrag von system47 » Do 7. Jul 2016, 17:25

Hallo,
da hat sich der Herr Papa über Euren Besuch und den frisch gemähten Rasen bestimmt gefreut :D
Das :gfm: mit Euren Oldtimern. Auch die Teppichbahn von Weihnachten und Ostern ist imposant.
Lasst das Thema doch in den Bereich Teppichbahn verschieben, dann ist es auch zusammen.
Ich bin gespannt auf Eure nächste Aktion!
Viele Grüße aus dem "wilden" Süden

Tobias

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Re: Mit alter Spur-0-Blecheisenbahn durch den Rasenmäherdschungel

#5

Beitrag von shaddowcanyon » Mo 11. Jul 2016, 13:06

Hallo zusammen,

Danke für eure netten Kommentare, meine Frau und ich haben uns sehr gefreut. Auch meinem Vater hat die kurze Teppichbahning-Episode sehr gefallen. Sicherlich wird es auch einen weiteren Versuch geben, spätestens wenn der Rasen wieder 20 cm hoch ist. Rasen ? Na ja, Wiese. Auf den Bildern sieht er besser aus als er ist.

Diesmal war wetterbedingt leider nicht mehr zu machen. Wir hatten noch Einiges mehr an Gleismaterial dabei, auch Weichen und Kreuzungen. Der Garten eignet sich für manch schönes Gleisbild, ebenso wie für einen deftig beladenen Holzkohlegrill.

Grüße

Hans Martin
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Re: Mit alter Spur-0-Blecheisenbahn durch den Rasenmäherdschungel

#6

Beitrag von system47 » Mo 11. Jul 2016, 15:06

Hallo Hans Martin,
dann wünschen wir uns, dass der Rasen gut gedüngt wurde und er schnell die 20cm erreicht :D
Euch dann viel Spaß beim mähen, Gartenbahnen und guten Appetit!
Viele Grüße aus dem "wilden" Süden

Tobias

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Re: Mit alter Spur-0-Blecheisenbahn durch den Rasenmäherdschungel

#7

Beitrag von shaddowcanyon » Mo 26. Dez 2016, 18:54

Hallo und frohe Weihnachten!

Wieder einmal ist "Le Chasseur Noir", der "Schwarze Jäger", in unserem Wohnzimmer auf Spur-Null-Blechschienen unterwegs. Diesmal ließen sich meine Frau und ich bei der Gestaltung unserer Teppichbahn, des Wohnzimmers wie auch des weihnachtlichen Speiseplans durch die französische Land- bzw. Menükarte inspirieren. Schließlich war die PLM (Paris-Lyon-Marseille) keine Kleinbahn, sondern setzte hohe Maßstäbe.

Bild

Eine fotografische Gesamtaufnahme gibt es nicht, weil die Strecke hinter Tischen, Schränken und unter unserer amerikanischen H0-Eisenbahn verlaufen, die ebenfalls im Wohnzimmer steht:

Bild

Auch durch seltener besuchte Gebiete geht die Fahrt:

Bild

Klapperschlangen gibt es nicht, aber diverse Strippen müssen gebändigt werden:

Bild

Der Gleisplan:

Bild

Zum Größenvergleich habe ich in blau die Umrisse der H0-Anlage eingezeichnet.

Der Chasseur führt neuerdings einen Kurswagen, der nach Genf weiterfährt:

Bild

Der Personenwagen könnte von HAG sein, sicher bin ich mir nicht.

Zudem hat meine Frau aus der Filiale einer in Nord und Süd weithin bekannten Feinkost-Ladenkette einen Metallbaukasten mitgebracht. Ab 8, steht drauf. Natürlich konnte ich dieser großartigen Blech- und Schraub-Technologie nicht widerstehen:

Bild

Da nun der Inhalt eines gerade mal 8 Euro billigen Baukastens kaum zur Ausstattung des ganzen Wohnzimmers ausreicht, habe ich die gelochten Blechteile um Stücke von stählernem Montageband ergänzt. Das gibt es im Baumarkt als Meterware auf Rollen zu kaufen. Mit der Blechschere ist es leicht zu bearbeiten. Erst dadurch konnte ich etwas ausladendere Bauwerke realisieren. Insgesamt habe ich bisher etwa 25 m dieses Bandes und rund 250 Schrauben verbaut. Ich habe mir Mühe gegeben, verschiedene eisenbahntypische Stahlkonstruktionen zu fertigen. Eine Brücke:

Bild

Ein Muldenkippwagen für Nougatpralinen:

Bild

Nicht nur das. An Weihnachten bauen auch wir ein Atomkraftwerk. Das ist sicher:

Bild

Und unseres funktioniert sogar! Die Sache hat aber eine Vorgeschichte. Es war keinesfalls klar, was herauskommt.

Eigentlich hatte ich geplant, einen Gitarrenverstärker nachzubauen. Das Vorbild dazu stammte aus der Frühzeit der elektronischen Musik: Ein Koffer voller Röhren, der einen irren Krach macht. Solche fachmännisch restaurierten Geräte hatten meine Frau und ich im Sommer im hochinteressanten Musikinstrumenten-Museum der zentralfranzösischen Stadt Montlucon begutachten können. Wir waren von der einfachen und überaus effizienten Technik fasziniert. Übrigens, auch Eisenbahner kommen an der alten Strecke von Orleans über Vierzon hier herunter auf ihre Kosten, wo einst die schnellsten Züge der Welt fuhren.

Zu Hause, am Basteltisch, war es dann doch nicht so einfach, wie ich anfangs geglaubt habe. Genaue Schaltungsunterlagen waren nicht aufzutreiben. Also improvisieren! Mein erster Entwurf funktionierte zwar irgendwie, doch nicht als Musikverstärker (ist sicher besser so!). Er erwies sich als ein sehr effektiver, wenn auch unfreiwilliger Kurzwellensender. So hatten wohl die Agenten und Spione aus der Zeit des weniger friedlichen Zusammenlebens in Europa unter der Bettdecke ihre Radios und Volksempfänger umgearbeitet.

Nach einer Denkpause und anschließender geringfügiger Überarbeitung wurde daraus dann ein elektronischer Spannungsumrichter für eine (wenn auch sehr kleine) Elektrolokomotive. Im Prinzip funktioniert das genau so wie die Fahrstromumrichter der modernen E-Lok-Baureihen. Nur ist er eben für modellbahntypische Spannungen und Ströme bemessen, und statt Thyristoren und IGBTs ist die Technik von vor 80 Jahren drin. Ich gab dem Energieversorgungsgerät dank Metallbaukasten das Outfit eines kleinen Atommeilers, ein inspirierender Anblick, der einen an den Ufern von Rhone, Mosel und Loire immer wieder überrascht. Typisch französisch ist der Champagner-Kühlturm, selbstredend ebenfalls voll funktionstüchtig.

Es ist doch immer wieder aufregend, wenn sich aus den verschiedenen Hobbies und Interessen neue Dinge ergeben.

Grüße

Hans Martin und Manu
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Re: Weihnachten in Spur 0: Wir bauen ein Atomkraftwerk

#8

Beitrag von oberlandbahn » Mo 26. Dez 2016, 20:58

Hallo Hans Martin und Manu,

ganz großes Kino, was ihr da auf Rasen und Parkett gezaubert habt :gfm:!
VG Guido von der Oberland Parkettbahn. Und ein guter Espresso geht immer ☕️

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Re: Weihnachten in Spur 0: Wir bauen ein Atomkraftwerk

#9

Beitrag von Stoecki » Mo 26. Dez 2016, 21:48

DAS ist mal 'ne Bahn!
:bigeek: :bigeek: :bigeek:

Manu und Hans Martin - kann nur staunen und sagen
:gfm:

:hearts:
Echt schön dieser Klassiker und dass Ihr dem Leben gönnt - herrlich :hearts:

Grüsse Carsten
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Re: Weihnachten in Spur 0: Wir bauen ein Atomkraftwerk

#10

Beitrag von Laurent » Di 27. Dez 2016, 19:10

Moinmoin,

Das ist ein riesige Anlage, so mit das Spur 0. Große und schöne Technik!

LG,
Laurent
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Re: Weihnachten in Spur 0: Wir bauen ein Atomkraftwerk

#11

Beitrag von arminius88 » Di 27. Dez 2016, 21:30

Ich hoffe es hat nicht puff gemacht ;)

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Re: Weihnachten in Spur 0: Wir bauen ein Atomkraftwerk

#12

Beitrag von shaddowcanyon » Di 27. Dez 2016, 22:18

Hallo zusammen,

Danke für die netten Worte. Meine Frau und ich freuen sich, wenn unser sehr temporäres Werk gefällt, bevor es anfang Januar wieder in die Vitrine kommt (die auch immer dichter belegt ist). Demnächst mache ich wieder neue Bilder.

Doch, doch, es hat tatsächlich schon Puff gemacht! Kurz nachdem ich die Kamera ausgeschaltet hatte. Kühe sind zwar nicht umgefallen - es gibt hier gar keine - aber die Flasche Champus auf dem letzten Bild hat sich bis zur Neige in unsere Gläser geleert.

Grüße

Hans Martin & Manu
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Re: Weihnachten in Spur 0: Wir bauen ein Atomkraftwerk

#13

Beitrag von shaddowcanyon » Mo 2. Jan 2017, 22:28

Hallo zusammen,

Natürlich gibt es auch zu unserer diesjährigen (äh, der von letztem Jahr meine ich, 2016) ein kleines Video. Leider hat meine Video-Software die unvergleichliche Geräuschkulisse weggeschnitten, keine Ahnung wieso. Neues Windows, neues Glück. Jedenfalls war es in unserem Wohnzimmer während der Fahrt vollkommen aussichtslos zu telefonieren, Weihnachtslieder zu singen oder Weihnachtsansprachen aller Art anzuhören. Kein noch so funktionenreicher digitaler Sounddekoder schafft das so gründlich wie ein rasender alter Blechzug.



Viel Spaß beim Ansehen,

Hans Martin & Manu

Edit (21.2.2017): Der Video-Sound funktioniert jetzt. Habe die Datei repariert. Nicht, dass der Eindruck entsteht, Blecheisenbahn fahre lautlos...
Zuletzt geändert von shaddowcanyon am Di 21. Feb 2017, 11:45, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Weihnachten in Spur 0: Wir bauen ein Atomkraftwerk

#14

Beitrag von Stoecki » Mo 2. Jan 2017, 22:44

Faszinierend !

Grüsse Carsten
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Weihnachten 2017 in Spur 0: Phytagoras plant mit!

#15

Beitrag von shaddowcanyon » Do 7. Dez 2017, 15:41

Hallo zusammen,

Schon immer habe ich mich gewundert, dass beim Teppichbahning mit meinen uralten Spur-0-Blechgleisen ungewöhnlich viele Gleisfiguren "aufgehen", und zwar ohne die Gleise zu verklemmen oder Ausgleichsstücke einzubauen: Weichenstraßen, Parallelgleise, Ausweichgleise. Und das, obwohl es nur 4 verschiedene Typen von Gleisstücken gibt:

3 gerade Gleise: 30 cm, 26 cm, 15 cm,
1 gebogenes Gleis, 30°-Bogen mit 60 cm Radius.

Es gibt daneben auch ein gerades Gleis von 7,5 cm, aber das wird kaum je gebraucht. Einen Typ Weichen gibt es. Gerade und Abzweige entsprechen der 30-cm-Geraden und dem 30°-Bogen.

Jetzt, wo die Blecheisenbahn zu Weihnachten bald wieder aufgebaut wird, habe mir einmal die Mühe gemacht und eine Skizze mit den möglichen Weichenpositionen in den Gleisbögen gemalt und vermessen, bei 0°, 30° und 60°:

Bild

Überraschend dabei: wenn man ein Parallelgleis anlegt, sind die Gleismittenabstände, je nach dem, wieviele Bogengleise noch hinter der Weiche kommen, immer 15 cm, 26 cm und 30 cm. Genau die Längen der geraden Gleisstücke!

Hierin liegt bei näherer Betrachtung und nach der Erfahrung aus vielen Teppichbahnanlagen die Ursache dafür, dass praktisch niemals Ausgleichstücke benötigt werden und Winkel sowie Gleislängen automatisch stimmen. Aber wie ist das möglich ? Der besten Ehefrau von allen (auch im Sudoku-Zahlendschungel perfekt) ist es gleich aufgefallen. 15, 26 und 30 sind "phytagoräische" Zahlen:

26^2 + 15^2 = 30^2

Die Gleislängen entsprechen den Kanten eines rechtwinkligen Dreiecks.
(Bem.: das gilt jedenfalls mit modellbahntechnischer Genauigkeit. Wenn man es ausrechnet, steht da 901 = 900, aber die Abweichungen sind Fertigungstoleranz-Peanuts)

Besser noch: die Winkel in diesem Dreieck sind fast exakt 30°, 60° und 90°. Sie entsprechen dem Winkel des gebogenen Gleises, bzw. des gebogenen Weichenabzweigs.

sin 30° = cos 60° = 1/2
sin 60° = cos 30° = sqrt(3)/2 = 0,86...

wobei sqrt(3) = 1,732... die Quadratwurzel von 3 bedeutet. Trigonometrisch ausgedrückt:

30 cm x sin 30° = 15 cm
30 cm x cos 30° = 26 cm

Die Dreiecke habe ich in meine Zeichnung eingetragen und schraffiert. Es kommt bei meiner simplen Konstruktion von Abzweigen allein vier Mal vor.

Wer jetzt denkt, dass sei schon die ganze Magie, der wird gleich staunen. Denn auch in größeren Gleisbildern wiederholt sich dieses Phänomen, denn

(2 x 26)^2 = (30 + 15)^2 + 26^2

(in modellbahntechnischer Genauigkeit, es steht dort 2704 = 2701) was mit

52^2 = 45^2 + 26^2

identisch ist. Zwei 26-cm-Gleisstücke, ein 30-cm- mit einem 15-cm-Gleis und ein einzelnes 26-cm-Gleis bilden wiederum die Kanten eines gleichseitigen Dreiecks. Und wieder sind die Winkel im Dreieck nahezu gleich 30°, 60° und 90°. Ich habe das Dreieck für die Zeichnung verdoppelt, also (104, 90, 52) daraus gemacht, und durch ein Punktmuster gekennzeichnet.

Dabei ist das Dreieck mit den Kanten (52,45,26) zwar die Vergrößerung des Dreiecks mit (30,26,15), und zwar etwa um den Faktor 1,5. Sie sind aber keineswegs vollkommen kongruent.

Phythagoras höchst selbst scheint das Gleissystem entwickelt zu haben. Ich dachte nicht, dass auch der schon Teppichbahner war.

Grüße

Hans Martin & Manu
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Re: Weihnachten in Spur 0: Phytagoras plant mit

#16

Beitrag von Railbuzzer » Do 7. Dez 2017, 16:21

...O.K. - jetzt weiss ich auch, warum es nichts neues von der BVRL zu lesen/sehen gibt, wenn ihr euch in solchen Sphären befindet... :D

Grüße, Gert

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Re: Weihnachten in Spur 0: Phytagoras plant mit

#17

Beitrag von shaddowcanyon » Fr 8. Dez 2017, 10:45

Hallo Gert,

Das Modellbahner-Leben ist ganz schön hart, gerade jetzt vor Weihnachten. Meine Frau und ich planen diesmal ein ganz ehrgeiziges Spur-0-Teppichprojekt, für das wir sogar die Schränke in unserem Wohnzimmer verschieben und Holz- und Metallinstallationen einbauen. Es geht hoch her, im wahrsten Sinne. Doch von höhere Sphären würde ich trotzdem nicht sprechen, es sind zur Zeit eher staubdurchflutete Niederungen :) ! Und bei der BVRL ist auch schon wieder einiges los.

Wir weden berichten. Grüße

Hans Martin & Manu
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Re: Weihnachten in Spur 0: Über den Dächern von Nizza

#18

Beitrag von shaddowcanyon » So 10. Dez 2017, 22:18

Hallo, es ist soweit, an Weihnachten blickt man gern aufs Jahr zurück,

Das nasskalte Regenwetter vor der Tür hat meine Frau und mich diesmal zu einem besonderen Eisenbahnprojekt inspiriert, die klimatisch milde Cote d'Azur. Die Eisenbahn entlang der berühmten Felsenküste von Marseille über Toulon Richtung Nizza bietet faszinierende Ausblicke auf die tiefen Buchten des Mittelmeers, mit kleinen Städtchen und idyllischen Häfen. Weiße Segelboote und bunte Fischkutter kreuzen auf dem tiefblauen Wasser. Mondäne Großstädte wie Marseille, Nizza, Monte Carlo kommen uns ebenso in den Sinn, die wir von unseren Reisen unter strahlenden Sonnenschein in Erinnerung haben. Altmeister Hitchcock hat das mit Cary Grant als smartem Juwelendieb und Grace Kelly als kühler Millionenprinzessin auf so geniale Weise auf Zelluloid verewigt: "Uber den Dächern von Nizza".

Bild

Meine Frau war von unserem Weihnachtsmotto zunächst durchaus nicht begeistert. Ob auch sie nun um ihre Perlen und Juwelen fürchten müsse, fragte sie. Und außerdem, in kalter Nacht auf steilen Dächern herumzuklettern sei wohl kaum das Richtige für jemanden, der gerade erst einen Hexenschuß auskuriert hat. Ich solle mich glücklich schätzen, wenn ich am Boden auf Knien kriechend 5 Blechschienen rückfallfrei zusammenstöpseln kann.

Teppichbahning sei vorzüglichstes Rückentraining, und in der realen Welt lägen die Risiken anders als im Film, beruhigte ich sie. Gerade auch in der noch viel realeren Welt der Teppichbahn gelte das. Doch ein schleichender Wandel zwingt uns nun zum Handeln, wie wir 2017 aus den Zeitungen und dem Fernsehen erfahren haben, ein profunder Wandel von Klima und Gesellschaft, den wir nicht ignorieren können, als Teppichbahner.

Arglos spielten wir zwischen Gipfeln: Fidschi, Kyoto, Rio. Alle reden, doch der Meeresspiegel steigt. Wenn er so weiter steigt, dann findet das Leben in Nizza irgendwann wirklich nur noch über den Dächern statt. Und wer sind wohl die allerersten Leidtragenden ? Richtig: wir Teppichbahner! Sollen wir da unten auf dem Teppichflor warten, bis unseren Lokomotiven das Wasser bis zum Schornstein steht? Nein, wir wollen neue Wege aufzeigen, der Sache zu einem höheren Rang verhelfen.

In unserem Wohnzimmer sind die Voraussetzungen dafür ideal. Wir haben mehrere Möbel hier, Beistelltischchen, Einlegeböden und Regale, Lautsprecherboxen, Blumenbänkchen, die in einer Höhe zwischen 35 und 45 cm perfekte Trassen für unsere Gleise bieten. Und da meine Frau dort alljährlich ohnehin die Advents- und Weihnachtsdeko aufstellt, wäre eine Eisenbahnanlage, die das alles miteinander verbindet, ein integratives Glied. Ganz nebenbei erschließt sich dadurch ein Raum von enormer Dimension für die Anlage. Hinsichtlich der Brückenelemente, die wir zwischen den einzelnen Möbelstücken aufstellen müssen, haben wir in den vergangenen Jahren auf der Basis eines Metallbaukastens schon Vorarbeit geleistet. Das ist ja in den älteren Beiträgen zu sehen. Doch bleibt noch Einiges zu tun.

Also habe ich den Schaukasten mit den Brückenteilen, in dem unser Rollmaterial auch die Betriebspausen verbringt, ausgeräumt,

Bild

weitere Gleise aus dem Keller geholt,

Bild

und aus dem Baumarkt noch ein paar Utensilien mitgebracht:
- mehrere 10-m-Rollen gelochtes stählernes 12-mm-Montageband.
- ein paar hundert Zylinderschrauben, Größe 10 x 4 mm, mit Muttern. Kürzere Schrauben 6 x 4 oder 8 x 4 wären mit lieber gewesen, doch die gab es in keinem Sortiment.
Kein Edelstahl, sondern die normale verzinkte Qualität. Das kostete etwa 50 Euro.

Bild

Sogleich ging es ans Werk, mit Blechschere, Flach-, Spitzzange und Schraubenzieher. Die bewaldete Gebirgsstrecke durch das Esterel haben wir in unserem kleinen Wintergarten als erstes angelegt. Als Tragekonstruktion hat sich dieses einfache querverstrebte Gitterwerk unten im Bild, bestehend aus zwei parallelen Streifen Montageband, sehr gut bewährt. Es muss die Biegebelastung von den Blechschinen aufnehmen, die das an ihren Steckverbindungen nämlich gar nicht mögen. Ca. alle 10 bis 15 cm ist eine Querstrebe eingebaut, auf der auch die Schwellen des Blechgleises liegen und z.T. mit Schrauben befestigt sind. Braucht man aber mehr als 60-70 cm freitragende Länge, dann muss man schon etwas massiver konstruieren. Ich rechne mit einem Faktor 3,5 beim Montagebandbedarf: für einen Meter Gleis brauche ich 3,5 m dieses Bandes. Dazu nochmals genausoviel, wenn man mit derselben Technik 40-cm-Pfeiler baut. Alle 3 Gleisstücke gibt es eine Trennstelle, an der man die Brückenteile beim Abbau der Anlage wieder auseinandernehmen kann. Ein kleiner Nikolaus aus Blech begutachtete den Fortschritt der Bauarbeiten an einer Eisenbahn höchst selbst, die pünktlich zu Weihnachten in Betrieb gehen soll:

Bild

Übrigens, auch hier, nicht nur bei den Gleisstücken, will der gute alte Pythagoras mitspielen. Will man in einem Strebwerk aus Montageband rechte Winkel zwischen den Streben garantieren, dann braucht man Querstreben, um ein starres Dreieck zu bilden. Die Lochabstände zwischen den Schrauben müssen dazu pythagoräische Zahlen sein, zum Beispiel 3, 4 und 5. 3^2 + 4^2 = 5^2. Genau dann hat das Dreieck einen rechten Winkel:

Bild

Auch Vielfache davon, 6, 8, 10 oder 9, 12, 15 gehen, oder 5, 12, 13.

Manche Streckenabschnitte verlaufen durch Schluchten hinter Schränken und Bücherregalen, um nicht wegen der Bauhöhe von etwa 40 cm den Zugang zu den Türen und Schubladen auf der Vorderseite zu versperren.

Bild

Hier lugt schon ein Gleisstrang unter der BVRL, unserer H0-Anlage, hervor, die selbstverständlich auch zu Weihnachten uneingeschränkten Fahrbetrieb haben wird.

Bild

Inmitten von Kakteen und anderen immergrünen Überwinterungsgästen, die unser Wohnzimmer zur Zeit besiedeln, dient ein alter Samowar als provisorischer Wasserturm:

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Einer der drei oder vier geplanten Weihnachtsbahnhöfe ist schon fertig. Der dicke Zugschaffner steht schon am Abfahrsignal. Doch bis zur Fertigstellung, wenn der erste Zug abfahren kann, werden wir sicher die kommenden zwei Wochen noch brauchen.

Bild



Grüße

Hans Martin & Manu
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Re: Weihnachten in Spur 0: Über den Dächern von Nizza

#19

Beitrag von lernkern » Mo 11. Dez 2017, 02:29

Hallo Hans Martin und Manu.
shaddowcanyon hat geschrieben:
So 10. Dez 2017, 22:18

Inmitten von Kakteen und anderen immergrünen Überwinterungsgästen, die unser Wohnzimmer zur Zeit besiedeln, dient ein alter Samowar als provisorischer Wasserturm:

Bild

Ein schönes Detail und ein lauter Lacher meinerseits;-)

Ich mag Anlagen wie eure, bei denen man so richtig sieht, dass erlaubt ist, was gefällt und Spaß macht.

Viele Grüße

Jörg

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Re: Weihnachten in Spur 0: Über den Dächern von Nizza

#20

Beitrag von Railbuzzer » Di 12. Dez 2017, 13:56

Ein interessantes Thema, und die Auswahl der Roadside-Zimmerpflanzen kommt der südfranzösischen Flora schon sehr nah.

Grüße
Gert

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Re: Weihnachten in Spur 0: Über den Dächern von Nizza

#21

Beitrag von shaddowcanyon » Mi 13. Dez 2017, 11:48

Hallo Jörg, hallo Gert,

Die natürliche Bepflanzung spielt eine große Rolle. Tatsächlich passt ja Spur 0 vom Maßstab her sehr gut zu Kräutertöpfchen mit Thymian- oder Rosmarin. Meine Frau zieht den Sommer über in der Küche und auf dem Balkon einen sehr ansehnlichen Wald heran. Vor den Venus-Fliegenfallen müssen sich Zugpersonal und Fahrgäste natürlich in acht nehmen. Nicht aus dem Fenster lehnen!

Unser Samowar, einst aus dem Nahen Osten hier eingewandert, kennt das Mittelmeer bestens. Ist leider undicht geworden, so dass wir darin nicht mehr Wasser einfüllen und Tee zubereiten können. Aber hier hat er wieder eine angemessene Funktion.

Einige weitere Brückenbauten habe ich jetzt fertig. Ich muss aus dem Baumarkt nun noch ein oder zwei Rolle Montageband mitbringen. Dann geht es am Wochenende weiter. Bevor der erste Zug fährt, muss sich der Kreis, genauer gesagt die Acht, schließen.

Grüße

Hans Martin
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Re: Weihnachten in Spur 0: Über den Dächern von Nizza

#22

Beitrag von shaddowcanyon » So 17. Dez 2017, 23:49

Hallo zusammen,

Der Aufbau unserer Weihnachtsanlage geht stetig voran:

Marseille St. Charles -- Chateau d'Iff -- Nizza, Opernhaus -- Monte Carlo, Casino

Und zurück. Vier Stationen in einer geschlossenen Acht.

Heute konnten wir schon mal den streckenbaulich aufwändigen Abschnitt zwischen dem hoch über Marseille gelegenen Bahnhof St. Charles und dem Casino in Monte Carlo feierlich in Betrieb nehmen. Die 10 m Strecke legte unser Chasseur Noir in nur etwa 10 s zurück. Der "Schwarze Jäger" machte seinem Namen alle Ehre, er versetzte die Stahlkonstruktion sogleich in haarsträubende Vibrationen, die man schon aus der Entfernung hören konnte. Abfahrt am Bahnhof St. Charles. Es geht erst mal ins Hinterland:

Bild

An tropisch anmutenden Gärten geht es entlang, über hohe Brücken und durch tiefe dunkle Schluchten hinter wilden Bücherborden.

Bild

Nach dieser kühnen Eisenbrücke

Bild

erreicht der Zug hinter einer scharfen Kurve schließlich den Haltebahnhof Casino, Monte Carlo, wo der Lokführer hart in die Eisen gehen muss :

Bild

Zugegeben, wir haben uns hier ein wenig von den unterirdischen Stationen der Frankfurter S- und U-Bahn inspirieren lassen. Hier endet die Fahrt für heute, denn die Strecke Richtung Nizza zurück über das Chateau d'Iff nach Marseille endet im Augenblick noch an einem schroffen Abhang. Baustelle.

Bild

Wer den Graf von Monte Christo gelesen hat, weiß natürlich, dass das Chateau d'Iff überhaupt keinen Eisenbahnanschluß hatte, von dem aus man einfach so abreisen konnte. Es bot nur dauerhaften, eisernen Kettenanschluß. Aber das war lange vor unserer Zeit. Wir jedenfalls haben diese malerische Gegend ganz anders in Erinnerung als der Graf.

Grüße

Hans Martin & Manu
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Re: Weihnachten in Spur 0: Über den Dächern von Nizza

#23

Beitrag von KleTho » Mo 18. Dez 2017, 00:00

Hans Martin und Manu,

einfach nur köstlich.

Danke für so viel Abwechslung.

Euch noch einen schönen Endspurt zum 4. Advent.

:hearts: Grüße aus einem weißen München an die sonnige Cote d'Azur
Mit herzlichen Grüßen aus München

Thomas

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Re: Weihnachten in Spur 0: Über den Dächern von Nizza

#24

Beitrag von Laurent » Mo 18. Dez 2017, 22:35

Toll, wie du dich denn alten und neueren Techniken kombiniert in dein Spur 0 Eisenbahn. :)
Ich bin Niederländer und mein Deutsch ist ein bisschen schlecht. Tut mir leid, Danke.
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#25

Beitrag von shaddowcanyon » Do 28. Dez 2017, 12:30

Hallo Thomas und Laurent. Frohe Weihnachten wünschen wir, auch wenn es schon wieder vorbei ist.

Wie dem auch sei, über den Dächern von Nizza geht es jedenfalls jetzt erst richtig los. Die Gleise sind verlegt, wenn auch "verlegt" hier der falsche Begriff ist. Die Blecheisenbahn schwebt in halber Höhe unter unserer H0-Anlage. Hier eine paar Impressionen aus der finalen Aufbauphase:

Bild

Man beachte das Größenverhältnis zwischen den Schnellzugwagen des Chasseurs und den H0-Streamlinern, die auf der oberen Ebene bei der Benton Valley Railroad Line verkehren:

Bild

In Spur 0, Maßstab 1:43,5, müsste ein Schnellzugwagen, der im Original 26 m lang ist, etwa 60 cm lang sein. Das ist leicht nachzurechnen. Tatsächlich sind die CIWL-Wagen des Chasseurs aber nur 20 cm lang, ein Drittel des korrekten Wertes. Sogar deutlich kürzer als die verkürztesten Schnellzugwagen, die in H0 zu haben sind!

Man muss dazu bemerken, dass die Blecheisenbahn aus der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts natürlich andere Idealvorstellungen hatte als zum Beispiel die moderne Spur 0 von heute, mit ihren sehr fein detaillierten und genau nachgebildeten Fahrzeugen. Ich würde sogar bezweifeln, dass moderne Spur-0-Wagen auf den alten Blechprofil-Schienen aus den 1930-50er Jahren überhaupt fahren und im Gleis bleiben würden.

Hier ein Blick auf unsere Philharmonie bzw. auf das Opernhaus, das ebenfalls fertig geworden ist. Dazu haben wir unseren Fernseh- und Musikschrank ein wenig umgearbeitet. Auch der Röhrenverstärker muss als Balastgewicht für die Stützen des Gleises herhalten. Oben durch den "Saal" fährt nun der Zug. Die Orgel für den großen Saal fehlt noch. Sie wird aber in den nächsten Tagen fertig:

Bild

Hier trifft gerade der Chasseur an der Station "Opera" ein. Die Primiere beginnt bald:

Bild

Die Anlage bei Nacht:

Bild

Die Brücke über die Bucht von Marseille mit der Ile d'Iff. Im Licht des Leuchtturms liegen dort kleine Segelboote vor Anker, die meine Frau gefaltet hat.

Bild

Die Fahrt Richtung Nizza geht unter der BVRL hindurch und dann an der Wohnzimmer-Rückwand entlang. Abseits der Küste durchquert der Zug schneebedeckte Berge, wo sich auch nachts, im fahlen Mondlicht, begeisterte Rodler tummeln.

Bild

So, jetzt spielen wir weiter...

Grüße

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