RE: Weichendecoder auf Endabschaltung prüfen

#1 von fantux , 07.12.2012 22:20

Hallo Stummis,

ich habe heute ein bisschen an meiner Anlage gebastelt und neue Weichen verkabelt (K-Gleis-Weichen, Märklin-Antriebe mit Lamellen als Endabschalter). Dabei eine ärgerliche Entdeckung: Die neu verbauten Weichenantriebe schalten Prima, dafür schalten die bisher verbauten Antriebe nicht mehr zuverlässig. Aufschrauben und an den Lamellen herumdrücken brachte die Antriebe wieder zum funktionieren - also zumindest so lange, wie ich auf die Lamellen gedrückt habe.

Nun, wie löst man das Problem? Klassischerweise durch überbrücken der Endschalter und Einsatz eines Decoders mit eigener Endabschaltung. Das bringt mich zu einem neuen Problem: Wie finde ich heraus, ob meine Decoder eine Endabschaltung haben?

Ich verwende aktuell vier "meber-electronic WD 830". Das sind 4fach-Weichendecoder für Motorola aus der Digital-Steinzeit. Anleitungen habe ich schon lange nicht mehr, Internet war noch ein akademisches Experiment, als die Decoder verkauft wurden. Ein Multimeter ist in meiner Sammlung aber vorhanden. Wie kann ich nun sinnvoll prüfen, ob die Decoder die Weichenantriebe dauerhaft bestromen oder ob eine Endabschaltung eingebaut ist?

Grüße aus der Schneewehe,
fantux


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RE: Weichendecoder auf Endabschaltung prüfen

#2 von 95er ( gelöscht ) , 07.12.2012 22:55

dazu kannst du dein Multimeter nehmen, schließ es einfach statt der Weiche (einen Antrieb davon) an den Decoder an und teste. Das Multimeter (auf Spannungsmessung stellen) wird es dir anzeigen, ob ständig Spannung anliegt oder nur kurzzeitig. Mehrmals beide Richtungen schalten, um ganz sicher zu gehen.


95er

RE: Weichendecoder auf Endabschaltung prüfen

#3 von LDG , 08.12.2012 14:26

Hallo 95er,

mit Deiner Meßmethode wirst Du fesstellen, daß jeder Märklin 6083 eine Endabschaltung hätte

Um herauszufinden, ob ein Weichendecoder eine eingebaute Endabschaltung hat muß man der Zentrale beibringen können, daß sie den, nach einem internen Timeout (minimale Weichenschaltzeit ), automatisch generierten Abschaltbefehl für Weichen nicht sendet. Genau hier liegt das Problem. Das ist (fast) an keiner Zentrale konfigurierbar. Wenn aber auf der Anlage der Abschaltbefehl aufgrund von "Störungen auf dem Übertragungsmedium" (Mikrokurzschlüsse) nicht korrekt durchkommt, dann kann ein 6083(oder kompatibler)-Dekoder durchaus Dauerstrom an einem Ausgang "ausgeben". Genau für solche Fälle ist dann eine automatische Abschaltung (lokal im Dekoder ) sehr sinnvoll um die nicht (mehr) endabgeschalteten Antriebe zu schützen.

@fantux: ich vermute mal, daß Weichendekoder aus der "Anfangszeit" 6083-kompatibel sind und somit keine automatische Endabschaltung vorliegen dürfte.

Gruß,
Lothar


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RE: Weichendecoder auf Endabschaltung prüfen

#4 von fantux , 08.12.2012 14:44

Hallo,

Zitat von LDG
Wenn aber auf der Anlage der Abschaltbefehl aufgrund von "Störungen auf dem Übertragungsmedium" (Mikrokurzschlüsse) nicht korrekt durchkommt, dann kann ein 6083(oder kompatibler)-Dekoder durchaus Dauerstrom an einem Ausgang "ausgeben".



danke, das ist eine wertvolle Information. Bisher bin ich davon ausgegangen, dass die Decoder im Zweifelsfall immer Dauerstrom an die Schaltausgänge legen. Nach deiner Erklärung ist mir aber nun klar, dass der Normalfall ist, dass die Ausgänge auch wieder abgeschaltet werden.

Eine Begrenzung der Einschaltzeit auf dem Decoder kann nicht vorhanden sein. Neben den üblichen Leistungstreibern und Glättungs-Elkos sind nur der Motorola-Decoder-Chip (MC145027) und ein 1zu8-Demultiplexer (4051) verbaut. Da gibt es keinen Platz für eine Timer-Schaltung.

Vielen Dank für eure Hilfe!

Gruß,
fantux

PS: Wer mal mehr über das Motorola-System verstehen will: Ich fand die erste Seite des Datenblatts zum MC145027 *extrem* erhellend.


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RE: Weichendecoder auf Endabschaltung prüfen

#5 von LDG , 08.12.2012 15:33

Hallo fantux,

Zitat von fantux
Nach deiner Erklärung ist mir aber nun klar, dass der Normalfall ist, dass die Ausgänge auch wieder abgeschaltet werden.

Bevor noch ein paar "Besserwisser" kommen: Das war die vereinfachte Erklärung für p50-kompatible-Weichenschaltung im Motorola-Format. Jeder weitere (neue) Weichenschaltbefehl wird automatisch auch als Ausschaltbefehl für die vorigen Schalbefehle interpretiert, so daß beim Schalten von Weichenstraßen (im Abstand der minimalen Weichenschaltzeit ) nur nach dem letzten Schaltbefehl auch ein Abschaltbefehl kommen muß. Das ergibt etwas mehr Durchsatz auf dem "Bus". Bei Märklin 6050/5051 waren es ja nur 2400 Baud zum Interface, da war jedes eingesparte Byte wichtig

Zitat von fantux
Eine Begrenzung der Einschaltzeit auf dem Decoder kann nicht vorhanden sein. Neben den üblichen Leistungstreibern und Glättungs-Elkos sind nur der Motorola-Decoder-Chip (MC145027) und ein 1zu8-Demultiplexer (4051) verbaut. Da gibt es keinen Platz für eine Timer-Schaltung.

Dann ist der ja fast 100% 6083-kompatibel aufgebaut

Gruß,
Lothar


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