Umbau GFN 98.8

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Michael K.
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Umbau GFN 98.8

#1

Beitrag von Michael K. » Do 4. Mär 2010, 22:01

Guten Abend,

ich habe derzeit eine 98 812 unterm Messer, die am Ende auch 98 812 bleiben soll, also eine Lok der ersten Serie. Das gute Stück hat heute auf der Fräse gelegen, um die Rahmenwangen von Udo Boehnlein einbauen zu können. Das ganze ist erst mal die Vorbereitung für den Einbau der Radsätze, wobei die letzte Achse um 1,45 mm nach vorne rutschen soll, um näher am Vorbildmaß zu sein. Für die Fräsarbeiten an der Stelle habe ich das Getriebe vorsichtshalber entfernt, sonst wären die Zahnräder in Mitleidenschaft gezogen worden:

Bild

Auch am Heck der 98 muss einiges weggefräst werden; die Bodenplatte muss völlig glatt sein, damit die neuen Rahmenwangen passen:

Bild

Anschließend habe ich den Lack auf dem GFN-Rahmen entfernt und Messingflachprofile 3 x 1,5 mm aufgeklebt, um die Lücke zwischen dem 11 mm breiten GFN-Rahmen und den aussen 14,4 mm breiten neuen Rahmenwangen auszugleichen und das ganze etwas stabiler zu bekommen:

Bild

Die Ecke auf der linken Seite des Messingprofils wurde noch etwas ausgefräst, da dort ein Loch in den Rahmenwangen ist, das Messing wäre dort teilweise sichtbar. Nach der Fräsorgie habe ich den Rahmen erst mal provisorisch befestigt, um zu sehen, ob alles passt:

Bild

Bild

Bild

Bild

Soweit sieht es erst mal gut aus, aber wie bei jedem Umbau ergeben sich neue Probleme: Bei GFN sind Radschleifer und Bremsen am Kunststoff-Unterteil befestigt, beides passt nicht mehr an den neuen Rahmenwangen vorbei. Die Radschleifer werden aus Phosphorbronzedraht neu gemacht.
Der Rahmen ist erst mal so weit, dass die Radsätze eingebaut werden können, wobei ich den oberen Luftkessel noch mal nachschleifen muss. Insgesamt muss ich sagen, dass die 98.8 durch Udo Boehnleins Rahmen eine völlig andere Charekteristik erhält, das ist wirklich erstaunlich:

Bild

Weiter gehts am Gehäuse: Umbauwilligen möchte ich hier noch mal den Tip geben, auch wenn sie Ep. III haben, für den Umbau die Ep. II Version zu nehmen - zumindest muss man dann nur 2 der 3 hässlichen Lampengnubbel am Heck entfernen. Um das zu spachteln und anschließend wieder glatt zu bekommen, musste dann leider auch alles runter, inklusive Leitungen und Niete. Entsprechend ist das Heck eine, sagen wir mal, "kontemplative" Baustelle...

Bild

Die Teile sind noch nicht ausgerichtet und festgeklebt, ich bin beim Spitzenlicht noch nicht ganz sicher, das es in der richtigen Höhe sitzt.
Bei der Rekonstruktion habe ich mich an einem Foto aus der frühen Ep. IV orientiert, weil es keine wirklich gut erkennbaren Bilder des Hecks aus den 50er Jahren gibt; dieser Bauzustand ist für die ´50er Jahre sicher falsch, zumindest gab es ein recht brachial angebrachtes Zugnummernschild, auf das ich hier verzichtet habe:

Bild

Bis denn
Michael

Edit: Bilder wieder eingefügt
Edit2: Bilder via abload eingefügt
Zuletzt geändert von Michael K. am Mo 3. Sep 2018, 10:11, insgesamt 2-mal geändert.

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Uwe der Oegerjung
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#2

Beitrag von Uwe der Oegerjung » Fr 5. Mär 2010, 18:23

Moin Michael

Ein schöner Umbau :!: 8)

MfG von Uwe aus Oege
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Michael K.
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Re: Umbau GFN 98.8

#3

Beitrag von Michael K. » Mi 11. Apr 2018, 11:05

Tag auch,

hat etwas länger gedauert, bis ich mich dem wieder widmen konnte - jetzt ist das Fahrwerk mit neuen Radsätzen zurück und zu Hause ist die Suche nach den bereits vor langem beschafften Teilen für den Weiterbau losgegangen.
Zunächst mal ein Foto vom Original-GFN Fahrwerk mit dem Rappelmotor und den Originalradsätzen:

Bild

....und so sieht das ganze mit neuen Radsätzen aus:

Bild

Als nächstes werde ich versuchen, hier wieder Stromabnehmer einzubauen, allerdings finde ich den dafür bereits angeschafften Phosphorbronzedraht nicht wieder- 2 Umzüge seit Baubeginn fordern offenbar ihren Tribut :fool:
Naja, in 2 Wochen ist Intermodellbau, dort wird sich sicher welcher auftreiben lassen.

Bis denn
Michael

Edit: Bilder via Abload neu eingefügt
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Re: Umbau GFN 98.8, Pannen

#4

Beitrag von Michael K. » Mo 3. Sep 2018, 10:48

Tag auch,

ein wenig gings neben der Gleisbaustelle weiter - leider etwas erfolglos. Den Umbauwilligen trotzdem hier zur Warnung die Baufehler. Aus Phosphorbronzedraht habe ich versucht, neue Stromabnehmer zu biegen und einzubauen. Zunächst habe ich die an der Bodenplatte befestigten Radschleifer abgeknipst und den Draht dort aufgelötet:

Bild

Bild

ein Stück der Radschleifer habe ich stehen gelassen, um "Lötfahnen" zu bekommen, in die die Drähte eingewickelt werden:

Bild

Bild

Bild

Dann wurde der Spaß verlötet, anschließend habe ich die Drähte gebogen und das Ganze versucht, wieder ins Fahrwerk einzusetzen:

Bild

So weit sah es noch ganz gut aus, in der Praxis aber leider untauglich: Die Drähte habe ich am Rand der Bodenplatte festgeklebt, damit sie stabil in Position bleiben. Entsprechend ist die einzige Federung der Stromabnehmer die, die in den Bögen direkt am Rad vorhanden ist. Leider ist Phosphorbronze ziemlich hart - die Räder bewegen sich nur noch widerwillig bis gar nicht mehr. Der zweite Haken liegt in den Lötungen: Die habe ich zwar gegenüber den Knubbeln in Bild 2 noch deutlich runtergefeilt, trotzdem waren sie an 1-2 Stellen noch so dick, dass sie die Bodenplatte leicht vom Fahrwerk wegdrücken. Das hatte 2 unschöne Effekte: Passt nicht und Kurzschluss.
Die Bodenplatte habe ich mittlerweile als Ersatzteil neu geordert, im nächsten Versuch werde ich folgende Änderungen vornehmen:
- der Draht wird ausserhalb der Platte mit Resten der Radschleifer verlötet
- der Draht wird nicht an der Platte verklebt
- die neu gebogenen Radschleifer werden etwas schmaler gehalten als der innere Achsstand, der Draht wird dann etwas abgeknickt, damit die gebogenen Enden am Rad anliegen
Ich erhoffe mir so hinreichend Federwirkung für eine sichere Stromabnahme einerseits und leicht laufende Räder andererseits.

Bis denn
Michael
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Re: Umbau GFN 98.8

#5

Beitrag von Dave81 » Fr 7. Sep 2018, 15:58

:gfm: :gfm:

Sehr schöne arbeit!

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trashmaster
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Re: Umbau GFN 98.8

#6

Beitrag von trashmaster » Fr 7. Sep 2018, 23:13

Servus Michael!
Was für eine Drahtdicke hast du hier verwendet? Ich suche schon länger nach sinnvollen Drähten für einfache Stromabnehmer...
Grüße Georg

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Michael K.
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Re: Umbau GFN 98.8

#7

Beitrag von Michael K. » Sa 8. Sep 2018, 16:42

Hallo Georg,

die Drähte sind nur 0,3 mm dick, trotzdem extrem hart. Die Phosphorbronze schien mir deutlich geeigneter als Messing, das ist dann vielleicht doch etwas weich mit dem Durchmesser. Allerdings habe ich bei dem ersten Test auch gesehen, dass das Drahtende, das am Rad schleift, entweder nicht der abgekniffene Teil sein sollte (also etwas weiter rund biegen) oder das sehr sauber gratfrei geschliffen werden muss - auf Dauer ritzt Dir das sonst eine Rille in die Radinnenseite.

Bis denn
Michael
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Re: Umbau GFN 98.8

#8

Beitrag von Michael K. » Mo 24. Jun 2019, 10:35

Guten Morgen,

der Fluch der langen Pause - nachdem ich die 2. DW für Nordhalben weitgehend fertiggestellt habe und damit 4 der 7 Weichen schon mal da sind, wollte ich mich der 98.8 mal wieder widmen. Die ersten Beiträge sind ja schon von 2010 und außer den Versuchen mit neuen Stromabnehmern ist da auch nicht viel passiert.
Zuerst ging es mal ans Sichten der vorhandenen Teile, was dann wiederum in eine umfassende Literaturrecherche ausartete, um alles wieder zuordnen zu können.
Etwas voreilig war ich bei der Bestellung der Ätzschilder bzw. der Festlegung auf 98., die in Pressig-Rothenkirchen stationiert war und zumindest potentiell auch auf der Strecke Kronach-Nordhalben zum Einsatz hätte kommen können.
Dummerweise gibt es zu der Lok ziemlich unterschiedliche Angaben über deren Lebensdauer, die verlässlichste scheint mir aber Steffen Lüdecke: In "Die Baureihe 98", Band 2, heißt es: 1947 wegen schwerer Kriegsschäden ausgemustert und als Ersatzteilspender verwendet.
Nach weitergehender Recherche stellte sich dann heraus, dass die auch aus anderen Gründen nicht passend ist: Hier und da die Nummern 98.801-853 der ersten Bauserie zugeschrieben, ab da wird dann von der verstärkten Ausführung gesprochen. Die Einteilung ist leider etwas grob: Tatsächlich gibt es wesentliche Änderungen ab 98.814, die zum Teil schon mehr mit der verstärkten Serie zu tun haben, wobei da bis 98.854 noch einiges wild durcheinander gebaut wurde. Die Dachaufbauten entsprechen bspw. bereits der verstärkten Serie, die Wasserkästen sind von 5 auf 5,3 Kubikmeter vergrößert, an der Seite finden sich 5 statt 4 Prüfhähne, einige der Loks haben bereits die Aufsätze auf den Zylindern, die Sicherheitsventile waren nicht mehr ummantelt, sondern beide auf dem Dampfdom angebracht und noch einiges mehr.
Genau festgelegt auf eine Betriebsnummer habe ich mich noch nicht, aber es soll auf jeden Fall eine Lok der ersten Serie werden, also zwischen 801 und 813, sonst müsste die bisher gemachten Umbauten nochmal komplett korrigieren.
Und damit ich am Wochenende wenigstens noch ein bisschen vorwärtskomme, habe ich mir die vordere Pufferbohle vorgenommen, hier schienen mir die Änderungen am einfachsten: Puffer und Leitungen einsetzen, Haken rein, fertig - denkste.
Zunächst mal hat GFN, wie auch von Udo Boehnlein in Hp1 4+5 beschrieben, die Pufferbohle deutlich zu breit gemacht und lässt die zur Mitte hin auch noch schräg zulaufen. Ein aus der Zeichnung abgenommenes Maß ergibt 2,45 mm Breite für die Pufferbohle, die GFN-Version hat 3,7 außen und knapp 4,1 mm innen, dass musste also erst mal weg:

Bild

Die ursprüngliche Blechabdeckung stimmt dann natürlich auch nicht mehr:

Bild

Bevor die aber auf das korrekte Maß gebracht wird, muss die Pufferbohle mit PS aufgefüttert werden und die Tritte dran, um ein Maß zu haben; die Lichtleiterlöcher werden verspachtelt, hier kommen DRG-Laternen von Reitz zum Einsatz. Die Zylinder sind außerdem deutlich zu weit außen - bei jedem Zylinder und den Rastnasen dafür müssen 1,2 mm weg, links bereits weitgehend befeilt, rechts noch original:

Bild

Auf die Pufferbohle aufgesteckt sieht man den Unterschied recht deutlich:

Bild

Hierbei sind mir noch andere Details aufgefallen, die korrigiert werden könnten: Zum einen fehlen dem Zylinder auf der Kolbenabdeckung 15 Schrauben - 14 im Kreis angeordnet, eine in der Mitte. Zum anderen sitzt meine Bohrung für den Bremsschlauch falsch: Um die korrekte Position zu ermitteln, habe ich die Niete am Vorbild abgezählt und entsprechend die Bohrung gesetzt. Leider hat GFN nur 5 statt der 6 Niete nachgebildet, so dass die Bohrung viel zu weit in der Mitte gelandet ist. Hier bin ich mir noch nicht sicher, ob ich die Pufferbohle erst mal blank mache und mit der korrekten Anzahl ausstatte oder nur die Bohrung verspachtele und etwas versetze, aber ich spüre da so eine innere Tendenz... :roll: :lol:

Bis denn und schönen Start in die Woche!
Michael
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