Umbau GFN 98.8

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Michael K.
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Umbau GFN 98.8

#1

Beitrag von Michael K. » Do 4. Mär 2010, 22:01

Guten Abend,

ich habe derzeit eine 98 812 unterm Messer, die am Ende auch 98 812 bleiben soll, also eine Lok der ersten Serie. Das gute Stück hat heute auf der Fräse gelegen, um die Rahmenwangen von Udo Boehnlein einbauen zu können. Das ganze ist erst mal die Vorbereitung für den Einbau der Radsätze, wobei die letzte Achse um 1,45 mm nach vorne rutschen soll, um näher am Vorbildmaß zu sein. Für die Fräsarbeiten an der Stelle habe ich das Getriebe vorsichtshalber entfernt, sonst wären die Zahnräder in Mitleidenschaft gezogen worden:

Bild

Auch am Heck der 98 muss einiges weggefräst werden; die Bodenplatte muss völlig glatt sein, damit die neuen Rahmenwangen passen:

Bild

Anschließend habe ich den Lack auf dem GFN-Rahmen entfernt und Messingflachprofile 3 x 1,5 mm aufgeklebt, um die Lücke zwischen dem 11 mm breiten GFN-Rahmen und den aussen 14,4 mm breiten neuen Rahmenwangen auszugleichen und das ganze etwas stabiler zu bekommen:

Bild

Die Ecke auf der linken Seite des Messingprofils wurde noch etwas ausgefräst, da dort ein Loch in den Rahmenwangen ist, das Messing wäre dort teilweise sichtbar. Nach der Fräsorgie habe ich den Rahmen erst mal provisorisch befestigt, um zu sehen, ob alles passt:

Bild

Bild

Bild

Bild

Soweit sieht es erst mal gut aus, aber wie bei jedem Umbau ergeben sich neue Probleme: Bei GFN sind Radschleifer und Bremsen am Kunststoff-Unterteil befestigt, beides passt nicht mehr an den neuen Rahmenwangen vorbei. Die Radschleifer werden aus Phosphorbronzedraht neu gemacht.
Der Rahmen ist erst mal so weit, dass die Radsätze eingebaut werden können, wobei ich den oberen Luftkessel noch mal nachschleifen muss. Insgesamt muss ich sagen, dass die 98.8 durch Udo Boehnleins Rahmen eine völlig andere Charekteristik erhält, das ist wirklich erstaunlich:

Bild

Weiter gehts am Gehäuse: Umbauwilligen möchte ich hier noch mal den Tip geben, auch wenn sie Ep. III haben, für den Umbau die Ep. II Version zu nehmen - zumindest muss man dann nur 2 der 3 hässlichen Lampengnubbel am Heck entfernen. Um das zu spachteln und anschließend wieder glatt zu bekommen, musste dann leider auch alles runter, inklusive Leitungen und Niete. Entsprechend ist das Heck eine, sagen wir mal, "kontemplative" Baustelle...

Bild

Die Teile sind noch nicht ausgerichtet und festgeklebt, ich bin beim Spitzenlicht noch nicht ganz sicher, das es in der richtigen Höhe sitzt.
Bei der Rekonstruktion habe ich mich an einem Foto aus der frühen Ep. IV orientiert, weil es keine wirklich gut erkennbaren Bilder des Hecks aus den 50er Jahren gibt; dieser Bauzustand ist für die ´50er Jahre sicher falsch, zumindest gab es ein recht brachial angebrachtes Zugnummernschild, auf das ich hier verzichtet habe:

Bild

Bis denn
Michael

Edit: Bilder wieder eingefügt
Edit2: Bilder via abload eingefügt
Zuletzt geändert von Michael K. am Mo 3. Sep 2018, 10:11, insgesamt 2-mal geändert.

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Uwe der Oegerjung
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#2

Beitrag von Uwe der Oegerjung » Fr 5. Mär 2010, 18:23

Moin Michael

Ein schöner Umbau :!: 8)

MfG von Uwe aus Oege
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Re: Umbau GFN 98.8

#3

Beitrag von Michael K. » Mi 11. Apr 2018, 11:05

Tag auch,

hat etwas länger gedauert, bis ich mich dem wieder widmen konnte - jetzt ist das Fahrwerk mit neuen Radsätzen zurück und zu Hause ist die Suche nach den bereits vor langem beschafften Teilen für den Weiterbau losgegangen.
Zunächst mal ein Foto vom Original-GFN Fahrwerk mit dem Rappelmotor und den Originalradsätzen:

Bild

....und so sieht das ganze mit neuen Radsätzen aus:

Bild

Als nächstes werde ich versuchen, hier wieder Stromabnehmer einzubauen, allerdings finde ich den dafür bereits angeschafften Phosphorbronzedraht nicht wieder- 2 Umzüge seit Baubeginn fordern offenbar ihren Tribut :fool:
Naja, in 2 Wochen ist Intermodellbau, dort wird sich sicher welcher auftreiben lassen.

Bis denn
Michael

Edit: Bilder via Abload neu eingefügt
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Re: Umbau GFN 98.8, Pannen

#4

Beitrag von Michael K. » Mo 3. Sep 2018, 10:48

Tag auch,

ein wenig gings neben der Gleisbaustelle weiter - leider etwas erfolglos. Den Umbauwilligen trotzdem hier zur Warnung die Baufehler. Aus Phosphorbronzedraht habe ich versucht, neue Stromabnehmer zu biegen und einzubauen. Zunächst habe ich die an der Bodenplatte befestigten Radschleifer abgeknipst und den Draht dort aufgelötet:

Bild

Bild

ein Stück der Radschleifer habe ich stehen gelassen, um "Lötfahnen" zu bekommen, in die die Drähte eingewickelt werden:

Bild

Bild

Bild

Dann wurde der Spaß verlötet, anschließend habe ich die Drähte gebogen und das Ganze versucht, wieder ins Fahrwerk einzusetzen:

Bild

So weit sah es noch ganz gut aus, in der Praxis aber leider untauglich: Die Drähte habe ich am Rand der Bodenplatte festgeklebt, damit sie stabil in Position bleiben. Entsprechend ist die einzige Federung der Stromabnehmer die, die in den Bögen direkt am Rad vorhanden ist. Leider ist Phosphorbronze ziemlich hart - die Räder bewegen sich nur noch widerwillig bis gar nicht mehr. Der zweite Haken liegt in den Lötungen: Die habe ich zwar gegenüber den Knubbeln in Bild 2 noch deutlich runtergefeilt, trotzdem waren sie an 1-2 Stellen noch so dick, dass sie die Bodenplatte leicht vom Fahrwerk wegdrücken. Das hatte 2 unschöne Effekte: Passt nicht und Kurzschluss.
Die Bodenplatte habe ich mittlerweile als Ersatzteil neu geordert, im nächsten Versuch werde ich folgende Änderungen vornehmen:
- der Draht wird ausserhalb der Platte mit Resten der Radschleifer verlötet
- der Draht wird nicht an der Platte verklebt
- die neu gebogenen Radschleifer werden etwas schmaler gehalten als der innere Achsstand, der Draht wird dann etwas abgeknickt, damit die gebogenen Enden am Rad anliegen
Ich erhoffe mir so hinreichend Federwirkung für eine sichere Stromabnahme einerseits und leicht laufende Räder andererseits.

Bis denn
Michael
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Re: Umbau GFN 98.8

#5

Beitrag von Dave81 » Fr 7. Sep 2018, 15:58

:gfm: :gfm:

Sehr schöne arbeit!

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trashmaster
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Re: Umbau GFN 98.8

#6

Beitrag von trashmaster » Fr 7. Sep 2018, 23:13

Servus Michael!
Was für eine Drahtdicke hast du hier verwendet? Ich suche schon länger nach sinnvollen Drähten für einfache Stromabnehmer...
Grüße Georg

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Re: Umbau GFN 98.8

#7

Beitrag von Michael K. » Sa 8. Sep 2018, 16:42

Hallo Georg,

die Drähte sind nur 0,3 mm dick, trotzdem extrem hart. Die Phosphorbronze schien mir deutlich geeigneter als Messing, das ist dann vielleicht doch etwas weich mit dem Durchmesser. Allerdings habe ich bei dem ersten Test auch gesehen, dass das Drahtende, das am Rad schleift, entweder nicht der abgekniffene Teil sein sollte (also etwas weiter rund biegen) oder das sehr sauber gratfrei geschliffen werden muss - auf Dauer ritzt Dir das sonst eine Rille in die Radinnenseite.

Bis denn
Michael
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Re: Umbau GFN 98.8

#8

Beitrag von Michael K. » Mo 24. Jun 2019, 10:35

Guten Morgen,

der Fluch der langen Pause - nachdem ich die 2. DW für Nordhalben weitgehend fertiggestellt habe und damit 4 der 7 Weichen schon mal da sind, wollte ich mich der 98.8 mal wieder widmen. Die ersten Beiträge sind ja schon von 2010 und außer den Versuchen mit neuen Stromabnehmern ist da auch nicht viel passiert.
Zuerst ging es mal ans Sichten der vorhandenen Teile, was dann wiederum in eine umfassende Literaturrecherche ausartete, um alles wieder zuordnen zu können.
Etwas voreilig war ich bei der Bestellung der Ätzschilder bzw. der Festlegung auf 98., die in Pressig-Rothenkirchen stationiert war und zumindest potentiell auch auf der Strecke Kronach-Nordhalben zum Einsatz hätte kommen können.
Dummerweise gibt es zu der Lok ziemlich unterschiedliche Angaben über deren Lebensdauer, die verlässlichste scheint mir aber Steffen Lüdecke: In "Die Baureihe 98", Band 2, heißt es: 1947 wegen schwerer Kriegsschäden ausgemustert und als Ersatzteilspender verwendet.
Nach weitergehender Recherche stellte sich dann heraus, dass die auch aus anderen Gründen nicht passend ist: Hier und da die Nummern 98.801-853 der ersten Bauserie zugeschrieben, ab da wird dann von der verstärkten Ausführung gesprochen. Die Einteilung ist leider etwas grob: Tatsächlich gibt es wesentliche Änderungen ab 98.814, die zum Teil schon mehr mit der verstärkten Serie zu tun haben, wobei da bis 98.854 noch einiges wild durcheinander gebaut wurde. Die Dachaufbauten entsprechen bspw. bereits der verstärkten Serie, die Wasserkästen sind von 5 auf 5,3 Kubikmeter vergrößert, an der Seite finden sich 5 statt 4 Prüfhähne, einige der Loks haben bereits die Aufsätze auf den Zylindern, die Sicherheitsventile waren nicht mehr ummantelt, sondern beide auf dem Dampfdom angebracht und noch einiges mehr.
Genau festgelegt auf eine Betriebsnummer habe ich mich noch nicht, aber es soll auf jeden Fall eine Lok der ersten Serie werden, also zwischen 801 und 813, sonst müsste die bisher gemachten Umbauten nochmal komplett korrigieren.
Und damit ich am Wochenende wenigstens noch ein bisschen vorwärtskomme, habe ich mir die vordere Pufferbohle vorgenommen, hier schienen mir die Änderungen am einfachsten: Puffer und Leitungen einsetzen, Haken rein, fertig - denkste.
Zunächst mal hat GFN, wie auch von Udo Boehnlein in Hp1 4+5 beschrieben, die Pufferbohle deutlich zu breit gemacht und lässt die zur Mitte hin auch noch schräg zulaufen. Ein aus der Zeichnung abgenommenes Maß ergibt 2,45 mm Breite für die Pufferbohle, die GFN-Version hat 3,7 außen und knapp 4,1 mm innen, dass musste also erst mal weg:

Bild

Die ursprüngliche Blechabdeckung stimmt dann natürlich auch nicht mehr:

Bild

Bevor die aber auf das korrekte Maß gebracht wird, muss die Pufferbohle mit PS aufgefüttert werden und die Tritte dran, um ein Maß zu haben; die Lichtleiterlöcher werden verspachtelt, hier kommen DRG-Laternen von Reitz zum Einsatz. Die Zylinder sind außerdem deutlich zu weit außen - bei jedem Zylinder und den Rastnasen dafür müssen 1,2 mm weg, links bereits weitgehend befeilt, rechts noch original:

Bild

Auf die Pufferbohle aufgesteckt sieht man den Unterschied recht deutlich:

Bild

Hierbei sind mir noch andere Details aufgefallen, die korrigiert werden könnten: Zum einen fehlen dem Zylinder auf der Kolbenabdeckung 15 Schrauben - 14 im Kreis angeordnet, eine in der Mitte. Zum anderen sitzt meine Bohrung für den Bremsschlauch falsch: Um die korrekte Position zu ermitteln, habe ich die Niete am Vorbild abgezählt und entsprechend die Bohrung gesetzt. Leider hat GFN nur 5 statt der 6 Niete nachgebildet, so dass die Bohrung viel zu weit in der Mitte gelandet ist. Hier bin ich mir noch nicht sicher, ob ich die Pufferbohle erst mal blank mache und mit der korrekten Anzahl ausstatte oder nur die Bohrung verspachtele und etwas versetze, aber ich spüre da so eine innere Tendenz... :roll: :lol:

Bis denn und schönen Start in die Woche!
Michael
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Re: Umbau GFN 98.8

#9

Beitrag von Michael K. » Mi 17. Jul 2019, 13:40

Hallo Allerseits,

hin und wieder geht ja doch was neben den Projekten in 1:1 :wink:
Die Suche nach der geeigneten 98.8 der ersten Serie für Nordhalben hat leider nur ein Teilergebnis gebracht; Von den 13 Maschinen war keine dauerhaft in Pressig-Rothenkirchen, lediglich 98.801 war mit Unterbrechung zwischen 1946 - 48 aushilfsweise dort.
Also baue ich sozusagen eine "Phantasielok", da ich mich jetzt auf diese Nummer festlege, sie aber im für Nordhalben passenden BW beheimate.
Bei der 98.801 taucht das übliche Problem auf: Es gibt leider wenig Bildmaterial. Also orientiere ich mich weitgehend an vorhandenen Bildern von allen Loks der ersten Serie und baue "interpretativ" .
Zunächst mal kamen weitere Teile von der GFN-Lok ab, der Schlot von Gebhard Reitz gefällt mir einfach besser, die Glocke entfällt bei 98.801 vollständig, zumindest bis 1956 hatte sie keine, da meine Anlage 1954 spielt, passt das:

Bild

Stehkessel und Kohlekasten wurden ebenfalls angebaut, wobei ich den Kohlekasten noch mal mit der Fräse bearbeiten muss, dort soll Echtkohle statt Weißmetall drauf:

Bild

Ein kleines Problem gibt es auch noch mit den Betätigungen für die Sandfallrohre und das Sicherheitsventil auf dem Dampfdom, hier mal die provisorisch eingesetzte Stellstange für die Besandung:

Bild

Nicht ganz klar ist mir, wie die am Stehkessel befestigt waren und wie das Ende im Führerstand aussah, weil ich leider kein Bild des Stehkessels habe. Auf Seite 17 des EJ-Sonderheftes von Horst Obermayer ist zumindest auf einem Bild der Blick durch das vordere Fenster ins Innere zu sehen. Darauf meine ich zu erkennen, dass das Ende der Stange, ähnlich wie bei Bremslösezügen, einfach zu einer Grifföse gebogen war:

Bild
(EJ Sonderausgabe "Die Baureihen 98.8-11", Horst J. Obermayer, S. 16, Ausschnittsfotografie)

Auch hier die Bitte in die Runde: Falls jemand eine Innenaufnahme hat oder genaueres weiß, würde ich mich über Infos freuen.
Am Modell geht's weiter mit der Messingoperation: Lichtmaschine und Luftpumpe werden ebenfalls durch entsprechende Teile ersetzt, die Aufstiegstritte am Wasserkasten sind schon mal dran:

Bild

Bild

(Irgendwie hat mein Telefon heute ein Schärfenproblem)
Auch hier gibt's etliche Unterschiede, die am Modell verewigt werden könnten: Bei manchen Loks der ersten Serie waren die Wasserkästen mit genieteten Blechen hinter den Tritten verstärkt, bei manchen offenbar mit geschweißten, manche Bilder zeigen auch gar keine Verstärkung. Die Tritte hinten am Führerhaus kommen auch noch ab, auch dort habe ich passenden Ersatz.

Bis denn
Michael
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Umbau GFN 98.812 zu 98.801

#10

Beitrag von Michael K. » Fr 9. Aug 2019, 12:46

Guten Tag Zusammen,

Zunächst eine Warnung an den geneigten Rezipienten: Zu viel Recherche schadet dem Modell, weil man bereits fertig gebautes garantiert wieder abreissen muss... lol:
Nachdem, wie oben beschrieben, die Wahl auf 98.801 fiel, ging die Bildsuche noch mal los. Viel ist dazu in der Literatur, vor allem im Zeitraum Mitte der 1950er Jahre, nicht zu finden; ein Bild hat mir ein Bekannter zur Verfügung gestellt, ein weiteres habe ich im DSO-HiFo gefunden, letzten Endes das Einzige, das die Lok im richtigen Zeitraum zeigt und damit sozusagen Grundlage des weiteren Umbaus.
Als erstes sprang mir das Heckbrett hinter dem Tenderaufbau ins Auge - das muss noch gewechselt werden, allerdings sieht hier der Tenderaufsatz auch etwas anders aus als bei der 98.812. Anstelle der Rundung nach hinten hat dieser Tender einen hölzernen Aufsatz, also musste das Weißmetallteil etwas bearbeitet werden. So sah das Original aus....

Bild

...das dann mit einer Schleifscheibe auf der Minibohrmaschine bearbeitet wurde:

Bild

Das Teil ist allerdings innen hohl, beim glattschleifen gibts eine Öffnung:

Bild

...das Material wird sauber rausgenommen....

Bild

...abgeklebt...

Bild

...und mit Epoxy gefüllt:

Bild

Das Epoxi ist so durchsichtig, dass es auf dem Bild nur zu erahnen ist.
Die Holzverkleidung folgt noch, zunächst ging es nochmal an die Sandfallrohre. Bei den Teilen für die 98.8 von Gebhard Reitz sind die Hebel für die Betätigung in der Ausführung der verstärkten Serie, d.h., beide Hebel sitzen auf der rechten Seite der Lok. Bei Loks der ersten Serie waren noch je ein Hebel rechts und links des Sanddoms. Also musste der Doppel-Hebel auseinandergeschnitten werden, dann weist allerdings einer in die falsche Richtung. Auch das lässt sich korrigieren, mit etwas Fummelei; hier der Hebel im "Normalzustand" nach der Trennung des Doppelhebels:

Bild

Bild

Ungefähr an der Stelle, auf die der Bohrer zeigt, muss abgesägt und das Gelenkteil anschließend um 180° gedreht wieder angelötet werden:

Bild

...nach der OP:

Bild

...und dann wieder drangebraten und testhalber an den Sanddom gesetzt...

Bild

Auch am Dach wurde etwas korrigiert; die Pfeife stammt - wie fast alle Bauteile - von Reitz-Modellbau, aber auch hier musste der Hebel umgelötet werden. Ausserdem ergeben einige der Bilder, das 98.801 nur eine Dachverstärkung mittig auf dem Führerhaus hat, nicht deren drei wie das GFN-Modell. Das könnte man auch am Ursprungsmodell korrigieren, auch 98.812 hat nur die eine mittige Verstärkung.

Bild

Bis denn
Michael
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noch mehr Kleinkram für 98.801

#11

Beitrag von Michael K. » Mo 12. Aug 2019, 10:28

Guten Tag zusammen,

der Tenderaufsatz für 98.801 hat seinen Holzaufsatz bekommen. Um grob die Länge der Bretter (verwendet wurden Northeastern Holzprofile 1x4; das ist kein Millimetermaß, sondern Inch, die haben ungefähr 0,5 x 2 mm) zu bekommen, habe ich den Tender mit dem Bleistift nachgezeichnet, dann die Linien verlängert, und die Holzleisten grob mit dem Skalpell zugeschnitten. Die Nietbänder sind von Bavaria und lagen noch in der Bastelkiste; tatsächlich habe ich keine Ahnung, wie die Verschalung wirklich befestigt war, das ist auf dem Hifo-Bild nicht erkennbar. Auf Bildern aus den 1930er Jahren war der komplette Tenderaufsatz noch aus Holz, daran konnte ich mich also nicht orientieren. Zunächst wurden Profile und Nietbänder grob zugeschnitten....

Bild

...mit den Nietbändern verklebt....

Bild

...auch an den Seiten;

Bild

Die Teile wurden erst nur grob abgeschnitten, lediglich bei den Seitenteilen musste der Winkel zur Rückwand stimmen:

Bild

Die Ecken wurden, nachdem alle Teile dran waren, mit der Feile vorsichtig bearbeitet, um die Ecken sauber zu bekommen. Das rückwärtige Brett blieb bis zu diesem Arbeitsschritt etwas breiter. Dann wurden die Aussparungen für das Dach vorsichtig mit einer Mini-Feile eingefeilt:

Bild

Bei der Gelegenheit kam auch das falsche Heckbrett wieder ab und nach langsamem Herantasten passt es:

Bild

Dann kam das richtige Heckbrett dran, nächste Baustelle werden die Griffstangen am Führerhaus und die Tritte am Tenderunterbau.
Nächste Baustelle werden die Griffstangen: Die des GFN-Originals stimmen leider weder für die ersten noch für spätere Baulose der 98.8, deshalb wurden die beiden Löcher rechts der Tür verspachtelt, das Loch direkt neben der Tür wurde neu gebohrt, das unter dem Fenster entfällt vollständig.

Bild


Bis denn
Michael
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Re: Umbau GFN 98.8

#12

Beitrag von Michael K. » Do 15. Aug 2019, 09:44

Hallo Zusammen,

Die alte Dame von GFN legt nochmal an Gewicht zu. Das ist keineswegs despektierlich gemeint, lediglich wird aus Plastik (eh schlecht für die Meere) Messing (vermutlich auch giftig in der Herstellung).
Außer den Griffstangen am Führerhaus waren auch die Luftpumpe nebst Gestell und die Stellstangen für Sand und Dampfdom an der Reihe, ausserdem musste das Ventil auf dem Dampfdom dran glauben.
An die Stellstangen sollten im Führerstand auch die entsprechenden Griffe angebracht werden; Die Stellstangen des Sanddoms bekamen runde Griffe, für den Dampfdom musste allerdings ein Handrad her. Irgendwo im Fundus fand sich auch eines....

Bild

...das ich allerdings nicht einfach stumpf auflöten wollte. Deshalb wurde zuerst das Gestänge eingelötet, der Messingstift am Handrad wurde mit einem 0,4mm Bohrer aufgebohrt...

Bild

...und auf die Stange aufgesetzt, hier nur gesteckt, nicht geklebt - passt:

Bild

Dann ging es an das Ventil: Von Reitz-Modellbau gibt es das als Ventil für die spätere Serie, also als Doppelventil.

Bild

Für das erste Baulos passt das allerdings nicht, wie bereits erwähnt, saß dort ein Ventil unter dem Rohr direkt vor dem Führerhaus und eines auf dem Dampfdom. Also wurde das Doppelventil halbiert...

Bild

...und wieder auf den Stift aufgelötet - na gut, hat nicht ganz mittig geklappt, was aber nicht weiter störend war...

Bild

Beim Bohren kann man dann entweder einen größeren Bohrer nehmen oder aussermittig bohren, ich habe letzteres gemacht. Auch die Griffstangen am Führerhaus wurden korrigiert und wieder angebaut, auch, wenn das nicht ganz wie geplant geklappt hat: Beim Vorbild hat die horiztontale Stange eine Öse, die auf der senkrechten Stange sitzt; die wollte ich eigentlich nachbilden, indem ich den Draht plattgedrückt habe und dann aufbohren wollte. Dabei ist das Messing aber ständig gebrochen, also wurde stumpf angeklebt. Ebenso bekommt hat die Leitung vom Dampfdom eine Halterung zwischen den Sandfallrohren bekommen, wo sie auch hingehört. Beim Ursprungsmodell ist dieser Halter zu nah am Führerhaus, diese Position habe ich auf keinem Bild einer 98.8er gefunden:

Bild

Nochmal mit Dach und Tender:

Bild

Auf der linken Seite ist es etwas weniger - hier sitzt nur das Gestänge des Sanddomes:

Bild

Einiges fehlt noch: Die Lichtmaschine nebst zugehörigen Leitungen, an der Luftpumpe habe ich ein Teil vergessen, vor der Luftpumpe müssen ebenfalls noch Leitungen ersetzt werden - und, was noch etwas fummelig wird - die vordere Griffstange, die eine Rundung hat, die der Rauchkammer folgt.

Bis denn
Michael
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Re: Umbau GFN 98.8

#13

Beitrag von Bockerl » Do 15. Aug 2019, 19:40

Hallo Michael,

vielen Dank, dass Du den Umbau und die Superung der GtL4/4 dokumentierst und uns zeigst.

Die GtL4/4 alias 98.8 ist meine Lieblingslok. Was hab ich mich gefreut, als Fleischmann die 98 811 Anfang der Neunziger im Neuheitenprospekt hatte. Ich hab es gleich gar nicht glauben können. Wurde doch genau von der 98 811 eine ganze Fotoserie aufgenommen, nachdem sie von Tieffliegern 1943 im 3-Weichen-Bahnhof meines Heimatortes Haag mit Maschinengewehren durchlöchert wurde. Die 98.8 und 98.10 waren lange Zeit die Haus- und Hoflokomotiven auf der Hallertauer Lokalbahn.

Es stimmt, die Loks weichen in Details ganz schön voneinander ab. Allerdings hab ich mich noch nicht an einen Umbau getraut. Und wenn ich Deinen Bericht so verfolge, habe ich eine gehörige Hochachtung vor Deinem Können. :shock: :D
:gfm: sehr!

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Re: Umbau GFN 98.8

#14

Beitrag von Michael K. » Fr 16. Aug 2019, 19:16

Hallo Alois,

wenn ich mir Eure Module so ansehe, kann ich das Lob nur zurückgeben :wink:
Ich bastelt das so vor mich hin, mit manchen Sachen bin ich auch manchmal nicht zufrieden, da hilft nur noch mal von vorne. Das mache ich aber auch nicht bei jeder Lok, sonst wird das ja nie was..

Danke noch mal!
Michael
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Re: Umbau GFN 98.8

#15

Beitrag von Bockerl » Sa 17. Aug 2019, 07:28

Hallo Michael,

vielen Dank für das Lob. Gemeinsam sind wir stark. :redzwinker:

Du schreibst, daß es die 98 801 werden soll. Das Fenster der Führerhaustür hat aber oben keinen Rundbogen, sondern einen eckigen Ausschnitt. Ich habe bis jetzt kein einziges Foto von einer Lok gefunden mit einem eckigen Fenster in der Tür - außer bei der 98 812. Hast Du da andere Infos? :?:

Hab grad festgestellt, daß meine Signatur gut zu Deinem Thread paßt :fool:

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Michael K.
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Re: Umbau GFN 98.8

#16

Beitrag von Michael K. » Sa 17. Aug 2019, 08:53

Hallo Alois,

mach mich nicht schwach, auf die Tür habe ich bislang noch nicht geachtet :shock:
Das einzige Bild aus den 1950er Jahren, das ich kenne, hatte ich weiter oben verlinkt, da siehst für mich nach eckiger Tür aus - bin aber gerade im Urlaub und sehe mir das zu Hause noch mal genau an. Zumindest gibts im EK-Buch ein Bild aus den 1930er Jahren und eines von der Verschrottung 1962, da müsste das erkennbar sein.....ich hoffe, das ich da nicht auch noch dran muss :wink:

Danke für den Hinweis!
Michael
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Re: Umbau GFN 98.8

#17

Beitrag von Bockerl » Sa 17. Aug 2019, 14:36

Hallo Michael,

wir liegen beide falsch. Das scheint ein ganz spezielles Kapitel zu sein mit den Fenstern in der Tür.

Es gibt nicht nur die 98 812 mit den eckigen Fenstern. Zumindest hab ich eindeutige Fotos mit eckigen Ausschnitten von der 98 823, 839, 856, 885, 886 (hat jetzt aber wieder runde!), 897 - alle haben aber das Führerhaus mit dem Lüfteraufsatz längs. Ausnahme ist die 98 810, die stammt von der ersten Serie. Im besagten Buch sind Fotos von beiden Seiten auf Seite 109 und 110. Ganz interessant ist das Bild der 98 813 auf Seite 113: Die rechte Tür hatte einen Bogen, die linke war eckig. Zur selben Zeit. Man sieht die linke Tür durch die Öffnung der rechten im Hintergrund.
Bei manchen Loks scheinen die Ausschnitte nachträglich begradigt worden zu sein. Oder es fand auch ein reger Türentausch statt, was die 98 886 erklären würde.

Im Buch des EK ist auf Seite 98 die 98 801 im Jahre 1961 abgebildet. Zumindest die Tür auf der linken Seite hatte einen Bogen. Das Bild von der Verschrottung ist im Bayern-Report. Es ist hier aber nutzlos, weil die Tür offen steht oder bereits abgebaut wurde. Vielleicht ist der Aufwand geringer, eine 98 810 daraus zu machen, als die Fenster anzupassen. Die 810 hätte auch 4 Wasserhähne, einen Tritt auf der Stirnseite des Wasserkastens, Schornstein etc.. Was leider nicht passt, ist der Tenderaufsatz. Und die Glocke bräuchtest wieder. :wink:

Trotzdem schönen Urlaub noch 8)

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Re: Umbau GFN 98.8

#18

Beitrag von Michael K. » So 18. Aug 2019, 09:12

Hallo Alois,

das mit der Glocke ist so eine Sache - auf Bildern aus den 1960ern ist das "Läutewerk Bauart Knorr" auf vielen 98.8ern zu sehen, in den frühen 1950ern nur vereinzelt. Da mein Bahnhof 1954 angesiedelt ist und 98.801 auf dem Bild von 1956 keine Glocke hat, lass ich die mal weg - das mit der Tür werde ich mir aber noch genauer ansehen :wink:

Bis denn
Michael
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Re: Umbau GFN 98.8

#19

Beitrag von Michael K. » Di 27. Aug 2019, 11:43

Guten Tag zusammen,

@Alois: Habe das Bild gefunden, noch eine Baustelle :wink:
Das Fenster in der Tür hat eine Rundung, da muss ich noch mal was aus Polystyrol basteln. Ich hoffe, die Maße kann ich einigermaßen aus den Zeichnungen im Buch entnehmen.
Kessel und Führerstand kommen so langsam in die Schlußphase - es fehlen noch einige Leitungen, die Ausrundung im Türfenster, die Lichtmaschine muss noch platziert werden, ebenso das Rohr, das von der Lichtmaschine ausgehend entlang des Schlotes läuft (hier kann ich über die Funktion nur spekulieren - ich nehme an, es ist eine Art Dampfüberstromrohr?)
Die Griffstange vorne über der Rauchkammer habe ich mittlerweile hinbekommen, vor allem die Rundung; der 0,3 mm Messingdraht war etwas sperrig, deshalb habe ich den einmal durchgeglüht. Das macht den Draht zwar sehr anfällig für Verformung, dafür ließ sich die Rundung einfach über den Daumen biegen und anpassen:

Bild

Mal sehen, ob das Fremo-treffentauglich ist oder ob der Draht leidet...
Dann wollte ich die Stromabnahme noch mal angehen: Es ist mir nicht gelungen, die weiter oben schon mal gezeigte Lösung mit dem Phosphorbronzedraht auch nur ansatzweise sauber an den GFN-Kunststoffunterboden zu bekommen. Letzten Endes habe ich es mir leichter gemacht und als Träger für die Kontakte kupferkaschiertes Pertinax genommen. Dafür musste aber noch mal am Rahmen gefräst werden - der Halter für den GFN-Pilzkontakt war im Weg....

Bild

...dann wurde das Pertinax und die Drahtstücke entsprechend angepasst; das ist tatsächlich wesentlich unkomplizierter als das Gebiege mit dem Plastikunterboden, weil die Stellen besser erreichbar sind:

Bild

Das Kupfer wurde mittig getrennt, rechts und links des Getriebes kamen kleinere Stücke zum Einsatz:

Bild

Bild

Die Räder können sich frei drehen, die am Rad anliegenden Drähte sind so weit gekürzt, dass sie am Rahmen vorbei gehen: So bleibt das ohnehin geringe Seitenspiel erhalten. Die Pertinaxplatten werden noch mit Kupferlackdraht durchverbunden. Die Plastikabdeckung passt auch wieder drauf, wenn man die Halter der ehemaligen Kontaktbleche abfeilt. Allerdings spiele ich mit dem Gedanken, evtl. noch die Blattfedern und das Bremsgestänge nachzubilden, allerdings nur, wenn das nicht mit den Kontakten kollidiert. Mal sehen, Versuch macht kluch :mrgreen:

Bis denn
Michael
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Re: Umbau GFN 98.8

#20

Beitrag von aftpriv » Di 27. Aug 2019, 13:31

Servus Michael
Michael K. hat geschrieben:
Di 27. Aug 2019, 11:43
.. die Lichtmaschine muss noch platziert werden, ebenso das Rohr, das von der Lichtmaschine ausgehend entlang des Schlotes läuft (hier kann ich über die Funktion nur spekulieren - ich nehme an, es ist eine Art Dampfüberstromrohr?)
Da wird der Abdampf von der Lichtmaschine abgeleitet
Gruß
Alf
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Re: Umbau GFN 98.8

#21

Beitrag von Michael K. » Di 3. Sep 2019, 10:57

Hallo Allerseits,

die Türbaustelle ist bearbeitet; zunächst habe ich den ungefähren Radius des Bogens in der Tür aus der Zeichnung ermittelt, was zu ulkigen Ergebnissen führte - alleine durch die Strichstärken in den Zeichnungen war da alles zwischen 6 und 8 mm möglich :roll:; die Lösung war aber auch hier recht simpel, der Radius des Fensters vor der Tür sollte der gleiche sein, zumindest nach Fotos und den spekulativen Messergebnissen. Also wurde ein Kunststoffstreifen in der Breite der Türöffnung (4,5mm) geschnitten und bearbeitet
Nach einigen Fehlversuchen mit Fräse und Bohrer gings dann ganz konventionell mit der Feile am besten:

Bild

Eingebaut wurde das dann mit Abklebetape und Sekundenkleber, anschließend mit Graviersticheln und 1000er Schmirgelpapier geglättet:

Bild

ich hoffe, das passt so, Alois :lol: ..allerdings hat das noch nicht ganz geklappt, dazu unten aber mehr. Der Aufbau wurde mit letzten Messingteilen vervollständigt, ein paar kleinere Korrekturen vorgenommen:

Bild

Bild

Bild

Bild

...und dann lackiert. Leider ist die Lackierung gnadenlos - plötzlich wurde sichtbar, wo ich doch noch nicht so sauber gearbeitet hatte wie gedacht, speziell über der Tür. Ob ich das lasse oder noch mal nacharbeite, mal schauen:

Bild

Weiter geht es mit Fahrwerk und Umlauf, wobei ich hier noch etwas rumprobieren muss: Aufgrund der Teile für den Umlauf wäre es am besten, den Umlauf mit dem Fahrwerk zu verkleben, dabei befürchte ich aber Probleme mit den Rastnasen zwischen Umlauf und Aufbau. Eigentlich hängen die Teile zusammen, also muss ich mal testen, ob Führerhaus und Kessel auch fugenfrei aufsetzbar sind, wenn die Rastnasen ab sind. Ihr werdet das Ergebnis sehen :wink:

Bis denn
Michael
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Re: Umbau GFN 98.8

#22

Beitrag von Bockerl » Do 5. Sep 2019, 20:09

Hallo Michael,

schön, Deine Fortschritte zu sehen. :D :gfm:
Michael K. hat geschrieben:
Di 3. Sep 2019, 10:57
ich hoffe, das passt so, Alois :lol: ..allerdings hat das noch nicht ganz geklappt, dazu unten aber mehr.
Korinthenkackermodus ein.
Fast. Naja, wenn man es ganz genau nimmt, hätten es nur die ausgerundeten Ecken sein müssen. In der Mitte hat das Fenster mit dem Bogen so ziemlich die gleiche Höhe, wie mit dem eckigen Ausschnitt. Der Bogen der Tür ist auf allen Vorbildfotos deutlich weiter oben angesiedelt, als der Bogen vom Seitenfenster. Vielleicht helfen schon ein paar vorsichtige Feilstriche, dann ist die unsaubere Stelle auch gleich eliminiert. Aber wer sieht das schon. :wink:
Korinthenkackermodus aus :redzwinker:

Ich bin schon gespannt, wie das Gestänge geändert werden muss, damit es zum verkürzten Achsstand wieder passt. Und natürlich auf die Fahreigenschaften der Lok. 8)

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Re: Umbau GFN 98.8

#23

Beitrag von Michael K. » Fr 6. Sep 2019, 08:00

Hallo Alois,

Erwischt :mrgreen:
Wobei ich da auch sagen muss, dass ich mich bei der Fotodurchsicht gefragt habe, ob es auch da Unterschiede gibt bei den Türen: Auf manchen Bildern wirkt es so, als hätten Tür- und Fensterbogen die gleiche Höhe, trotzdem haben die Türen dann einen deutlich schmaleren Rand nach oben. Das kann natürlich auch perspektivische Verzerrung auf den Bildern sein. Ich erlaube mir jedenfalls, das mal so zu lassen :wink:
Es sind ja auch noch andere Unstimmigkeiten da, aber ich würde sagen, jetzt habe ich 90-95% erreicht und der Rest würde ein unverhältnismäßige Aufwand, zumal ja auch noch einiges zu tun ist - vom Umlauf ist ja auch nur noch der Rahmen übrig, Tritte, Leitungen, Schwingenträger und Wasserkastenstützen wollen neu angebaut werden und dann gibts ja noch die spannende Frage, ob die Steuerung mit den gemachten Änderungen rund läuft...


Bis denn
Michael
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Re: Umbau GFN 98.8

#24

Beitrag von Michael K. » Mo 16. Sep 2019, 12:17

Schönen Montag Allerseits!

Eigentlich wollte ich ja noch mal an die Tür - die Bildrecherche hat ergeben, dass es mindestens 3 Varianten davon bei den 98.8ern gibt, unabhängig vom Baujahr. dabei bin ich dann allerdings noch über ein anderes Detail gestolpert, das bei GFN in anderer Form umgesetzt wurde als beim Vorbild: Während GFN vorne zwischen den Schienenräumern einen "Querbalken" eingebaut hat, hat das Vorbild hier - nix. hier mal im Bild, die Querverbindung mit den schwarzen Strichen:

Bild

Ein Stück weiter hinten sitzt beim Vorbild allerdings ein Querblech des Rahmens, den ich dann kurzerhand aus Polystyrol nachgebaut, gebohrt, mit Nieten versehen und eingepasst habe (die Einpassung erfolgte bei angebauter Pufferbohle, hier das Bauteil mal separat):

Bild

mit Lack und eingebaut sieht das dann so aus:

Bild

und nochmal wie schon im Mitmach-Thread gepostet, auch mit lackierter und angebauter Steuerung:

Bild

Bis denn
Michael
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Re: Umbau GFN 98.8

#25

Beitrag von Bockerl » Sa 21. Sep 2019, 21:30

Hallo Michael,
Michael K. hat geschrieben:
Mo 16. Sep 2019, 12:17
Bild
:bigeek: Ui, scheeeeee! :D :gfm:

Auf die Fahreigenschaften mit dem umgebauten Achsstand bin ich auch gespannt. :wink:

Und wenn ich mir das so anschaue, beginne ich mich langsam zu fragen, wie groß denn der Aufwand eines Umbaues auf verstärkte Ausführung, also die höheren Betriebsnummern wäre. Denn die waren bei uns weitaus häufiger unterwegs... :redzwinker:

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