Märklin Gleise sind nicht wirklich so prickelnd und überlege ich, ob ich für meinen Neubau Tillig Elite oder Peco Code 100 mit Mittelleiter ausstatten will. Peco Code 100 ist eine sichere Nummer, Tillig Elite (Code 83) hat super Weichen, aber:
Erste Versuche ergeben: 70 % der Loks rattern auf Code 83 Gleis. Die Ursache ist klar: Die Radsätze habe mit NEM nicht so viel zu tun. Das gleiche gilt übrigens für 100 % der Wagons, aber da gibt es ja NEM 3L Radsätze von Tillig. Also bleiben die Loks übrig.
Wer hat Erfahrung mit dem Abdrehen von Märklin Radsätzen bzw. gibt es einen Dienstleister, der das macht?
ich habe auch schon Versuche mit dem Tillig Elite Gleis und Märklin Loks und Wagen gemacht.
Mein erster Gedanke war auch bei den Wagen die Radsätze tauschen und bei den Loks die Spurkränze abzudrehen. Weil ich niemanden gefunden hatte, der mir das machen konnte bzw. wollte und das Abdrehen mit Bohrmaschine und Feile nicht gut klappte habe ich dann, wie Railion das auch schon vorgeschlagen hat, die inneren Schraubenköpfe von den Kleineisen mit einen Skalpel abgeschnitten.
Das Rattern war bei den Gleisen weg. Lediglich bei den Weichen ratterte ab und zu mal ein Wagen oder eine Lok. Ich hatte das aber nur mal testweise ausprobiert, deswegen denke ich, dass man das Rattern auf den Weichen auch noch ganz weg bekommt, wenn man etwas sorgfältiger arbeitet.
Es gibt hier im Forum viele kreative Köpfe, die schönes Gleis und schöne Weichen für den 3-Leiter Betrieb tauglich machen. Auch Code 83er sind da dabei. Ich selbst beschäftige mich jetzt seit rund 2 Jahren mit dem Thema Tillig-Elite und habe den Großteil meiner Gleisanlagen jetzt fertig verlegt. Aus Erfahrung kann ich sagen, das Entfernen der Mutternköpfe auf der Innenseite der Kleineisen reicht zumindest bei Rollmaterial neueren Konstruktionsdatums (ab ca. 2005) völlig aus. Abdrehen der Spurkränze sollte eigentlich die letzte Lösung sein. Das ist ja auch nicht gerade billig, da gerade bei Dampfloks das Gestänge demontiert und nach Abziehen der Räder auch die Kurbelzapfen wieder neu winklig ausgerichtet werden müssen. Wer das nicht selber kann... ....wird sicher ein Vermögen los. Dann lieber von einigen Loks verabschieden, evtl. das Pendant von Trix kaufen und umrüsten.
Schau doch mal in meinem Baubericht vorbei(Link in meiner Signatur).
Meine Reaktionen auf Bohrmaschine und Schleifen war spontan > geht gar nicht.
Das mit den Schraubenköpfen kappen gefiel mir im ersten Moment auch nicht besonders, aber der Hinweis dass das besonders bei Dampfloks echt aufwendig wird, hat mich jetzt doch zum Einlenken bewegt. Ist wohl das pragmatischste. Und ggf ein paar Oldies ausmustern, ist wahrscheinlich auch kein Fehler. Also ich probier das mal an einem längeren Stück und berichte dann wieder. Dauert aber ein paar Tage.
Bei so einem Vorhaben würde ich gleich auf 2leiter umsteigen . ( Neue Gleise , Wagen andere Radsätze , neue Loks kaufen , etc . ) Und der Zeitliche Aufwand .
Muß es unbedingt Tillig Elite sein? Ja, durchgehende Weichenzunge ok, aber sonst? Man holt sich sonst nur unnötige Arbeit an Bord.
Mein Favorit bei AC ist Peco Code100. Peco hat wie ich finde auch eine ganz andere Qualität als Tillig, das beginnt schon wenn man beide Weichen nur in die Hand nimmt.
Wobei Peco Code 75(siehe 1.Bild) auch geht, ohne rattern und klemmen, ich war damals selbst sprachlos!
Oben Tillig Elite Code 83, unten Peco Code 75:
Obwohl ich schon länger überwiegend DC-fahre, komm ich von Märklin nicht weg. (hab dort schließlich meine Gesellenprüfung zum Werkzeugmacher gemacht ) Wenns mal eine Anlage gibt, dann AC mit Peco-Code100.
vor dem gleichen Problem (Märklin und Tillig Code83) stand ich vor Jahren auch. Meine Lösung: Code100 Profile in die Roste der Code83-Weichen einziehen! Das ist etwa eine Stunde Arbeit je Weiche, aber so können auch älteste Märklin-Fahrzeueg (mein ältestes ist von 194 problemlos darüber fahren. Einziger Nachteil, das will ich nicht verschweigen: Weil die Radlänger letztlich zu niedrig sind, kann man nicht mit RP25-Radsätzen und ähnlichen die Weichen befahren. Der Radlenker erwischt den Spurkranz nicht mehr. Da dies aber ganz genau eine Lok bei mir betrifft, kann ich damit sehr gut leben. Und wenn eines Tages dann doch einmal ALLES fahren soll, dann muß ich halt irgendwie höhere Radlenker einbauen. Das ist auch nicht unmöglich.
das Einziehen von 100er Profilen ist ja nur die halbe Wahrheit. Du musst ja auch das Herzstück fräsen und die Zungen. Stell' ich mir nicht so einfach vor. Kann man denn mal Bilder von Deinen Weichen sehen?
es geht doch hier nicht ums letzte Zehntel Wenn Tillig die Elite-Geometrie auf Code 100 bringen würde wär's auch OK, tun sie aber (bis jetzt) nicht. Ich möchte diese Freiheit jedenfalls nicht mehr missen! Und das den Kleineisen innen ein Mutterkopf fehlt, naja... ...RocoLine hat gar keinen
Mir hat es das Tillig Elite C83 angetan, da es dort sehr schöne Weichen gibt. Profil und Brünierung sind für mich eher der Bonus. Wenn die anderen Problemchen zu klären sind, will ich am liebsten auf einer 5 m breiten Anlage nur etwa 10 Weichen #5 und/oder #6 verbauen und auch das Stammgleis dann schön in den sonstigen Bogen > 500 cm integrieren. Da nehme ich auch die geköpften Schrauben in Kauf.
Peko kommt da leider nicht ganz dran, ob mit Code 100 oder Code 75, aber es ist auf jeden Fall ein sehr schönes Gleis und ein guter Plan B. Dass Code 75 überhaupt geht, wusste ich nicht, da muss ich mir mal ein paar Musterteile kaufen.
Plan C wäre dann noch Tillig C83 Schwellenroste mit Tillig C100 Profil ausstatten. Das könnte mir Weichen Walter machen - 3L incl. oder eben die Radsätze abdrehen. Ich glaub, dann wird´s aufwendig.
Demnächst stelle ich mal den Gleisplan vor. Vorher will ich noch ein paar Fotos vom Original machen. Geplant ist ein Teil von Bahnhof Calw (Bereich des Wärter-Stellwerks, also Ausfahrt Richtung Nagold).
Auf dem Tillig Elite rattern sogar alte Gleichstrom Radsätze z.B. von Märklin Hamo, Lima etc. Auch die Weichen sind definitiv nicht für 14mm Innenmass gemacht! Ich kann mir beim besten willen nicht vorstellen wie man darauf problemlos mit WS Radsätzen fahren kann. Das funktioniert nie problemlos. Meine Meinung: Vergiss es!!
Zitat von ruferAuf dem Tillig Elite rattern sogar alte Gleichstrom Radsätze z.B. von Märklin Hamo, Lima etc. Auch die Weichen sind definitiv nicht für 14mm Innenmass gemacht! Ich kann mir beim besten willen nicht vorstellen wie man darauf problemlos mit WS Radsätzen fahren kann. Das funktioniert nie problemlos. Meine Meinung: Vergiss es!!
Grüsse Rufer
Ich probiere es in jedem Fall mal aus und werde dann das Ergebnis hier veröffentlichen
leider bin ich zurzeit 90% offline, daher immer etwas hinter der Diskussion hinterher. Natürlich mussen auch die Herzstücke angefertigt werden. Das ist aber überhaupt kein Problem. Die Herstückspitze bilden die beiden weiterlaufenden Schienen. Diese werden entsprechend zurecht gefeilt bzw. gefräst. Die Flügelschienen werden mittels Isolierverbinder (!) an der Weichenzunge befestigt. Die Weichenzunge als solche wird im kreuzenden Fall auf Mittelleiter-Potential geschaltet, sodaß es zu keinem Kurzschluß mit dem Mittelschleifer kommt, sondern stattdessen sogar als Mittelleuiter genutzt werden kann. Die Gesamtbauzeit des Schienenteils einer Weiche liegt damit so etwa bei 60Minuten.
Fotos kommen Ende der Woche, wenn wieder etwas mehr Zeit ist. Ich bitte um etwas Geduld.
Zitat von catlighterWas sich der Eine nicht vorstellen kann , erleben andere jeden Tag MIT GENUSS in der Realität
Natürlich habe ich es probiert Mit entsprechendem Aufwand kann man alles passend machen, aber einfach so geht es NICHT. Das wollte ich damit deutlich schreiben.
Hallo Armin, ich verwende auf meiner Anlage fast nur Peco Code 100 Weichen, dazu das Piko-A Gleis mit dem vergleichsweise recht schlanken Profil. Da fahren auch alle meine Oldies drüber, genauso problemlos wie umgebaute 2L Fahrzeuge. Bei Code 83 fallen doch schon viele Fahrzeuge heraus, teilweise auch neueren Datums. Aber da du noch nicht angefangen hast: Warum nicht gleich 2L=? Ich habe es damals nicht getan und bereue es inzwischen sehr. Der Aufwand zum VerPuko-isieren ist schon beachtlich - was könnte man in der Zeit schon alles andere tun Wie auch immer du dich entscheidest - gutes Gelingen! Grüße Daniel
ZitatNatürlich habe ich es probiert Mit entsprechendem Aufwand kann man alles passend machen, aber einfach so geht es NICHT. Das wollte ich damit deutlich schreiben.
Das hast Du also als DC-Analog-Fahrer probiert... Der entsprechende Aufwand sieht bei mir, mal abgesehen von der Verlegung der Puko's, wie folgt aus: Teppichmesser mit der Spitze an jedem Kleineisen entlang führen und Mutter kappen -- dauert unter 10 Minuten für 900mm Flexgleis! An den achso kritischen Weichen wird im Bereich Radlenker/Herzstück nichts verändert. Lediglich die steilen 12°/15° Weichen und insbesondere die 800mm Bogenweichen brauchen von Fall zu Fall etwas Nacharbeit in diesem Bereich. Das kann einem aber sogar bei Märklinweichen passieren. Gefahren wird mit Märklin-Standardmaterial, gekauft ab 2005.
Ich werde manchmal den Eindruck nicht los, das manche Zweileiterfans es gar nicht gerne sehen, wenn "Märklinisten" ihr schönes Gleis vergewaltigen
Nein das stört mich überhaupt nicht. Aber ich habs mit älterem Rollmaterial probiert (Märklin ca 1.5mm hoher Spurkranz) und dort kannst du noch lange Kleineisen abflachen, die Spurkränze stehen immer auf und über die Weichen funktioniert es auch nicht vernünftig.
Grüsse Rufer (der sich erlaubt, auch mal einen WS Wagen über die Anlage zu schieben )