RE: Regal-Anlage: Kleines Bahnbetriebswerk / Epoche VI

#1 von Pixelexpress , 10.05.2020 19:39

Hallo Stummiforum,

nach einer sehr sehr langen Zeit werde ich auch wieder hier im Forum aktiv. In meinem Letzten Beitrag habe ich schon erwähnt, dass ich schon beim Bau meiner kleinen Anlage bin und diese möchte ich euch hier und jetzt präsentieren.

Idee und Aufbau

Erst einmal kurz zur entstehenden Anlage, wie schon im Titel erwähnt wird es keine richtige Anlage in dem Sinn wo richtige Züge fahren werden. Aus Platzgründen habe ich mich für eine Art Regal-Anlage entschieden, das Thema spiegelt hier ein Kleines Bahnbetriebswerk wieder, der Epoche VI, als Vorbild habe ich mir die FIBA in Ulm genommen. Die FIBA bedeutet übrigens Fahrzeuginstandhaltungsanlage.
Dieses Bahnbetriebswerk soll für mich nicht nur irgendeine Anlage werden bei denen Loks vor und zurück fahren, sondern auch als Präsentationsmodul. Das heißt, dass ich sehr auf die Details eingehen werden, sodass es auch der Realität nahe kommt und ich möchte mein Wissen zur Digitaltechnik durch eine Kleinstanlage wieder aufbauen.

Der Aufbau sieht vor drei Hauptgleise zu haben, die von einem E-Lokschuppen aus gehen, davon gehen zwei Gleise in die Triebwagen oder Personenwagen-Abstellung, diese dienen auch zum Gleiswechsel der Loks vor, ein weiteres Gleis wird die neue Zugwaschanlage von Faller integriert und zu guter Letzt geht ein Stumpflgleis zur Dieselloktankstelle, dass auch nicht elektrische betriebene Loks im Nachteil sind. Hier im Gleisplan die Aufteilung schon zu sehen:

Gleisplan_Aufbau by William Christian Saller, auf Flickr

Maße und Gleise

Nun die Fakten zur Anlage, diese hat eine Länge von 230cm und eine Breite von 30cm. Gefahren wird natürlich in der Spurweite H0, als Gleissystem verwende ich zwei verschiedene Gleisbauhersteller, zu einem die Firma Piko mit den A-Gleis Weichen in der Ausführung mit Betonschwellen und seit Längerem liegen bei mir schon Roco Line Flexgleise rum, auch in der Ausführung mit Betonschwellen, diese werden über Nivauausgleich-Verbinder angeschlossen und so entsteht ein gleichmäßiges Gleisfeld aus Betonschwellen. Die Anlage wird momentan noch analog betrieben, da alle meine Fahrzeuge noch über keinen Decoder verfügen, später soll natürlich alles digital betrieben werden und auch vollautomatisch über ein PC-Steuerungsprogramm. Denn als Zentrale steht die schwarze Z21 (Artikel-Nr. 10820) schon zur Verfügung.

Anlagenplanung und Rohbau

Jetzt gehe ich aber mehr auf das Thema diesen ersten Beitrags ein und das ist natürlich der Rohbau bis hin zum Gleisbau. Und da fangen wir natürlich ganz vorne an und zwar mit der Anlagenplanung, diese habe ich über die Planungssoftware WinTrack erstellt. Hier der fertige Gleisplan, der auch schon teilweise bei der Idee zu sehen ist:

Gleisplan by William Christian Saller, auf Flickr

Was ich oben noch nicht hinzugefügt habe, ist auf dem dritten Gleis (das Unterste), eine Weichenverbindung eingebaut worden, dass darstellen soll, von hier aus geht es zum Bahnhof/Strecke etc. Also eine Ausfahrt vom Bahnbetriebswerk, dass natürlich nicht genutzt wird.

Anhand diesen fertigen Gleisplans ging es also in den Baumarkt um das nötige Baumaterial zu holen. Entschieden habe ich mich für diese fertigen eingepackten Leimholzplatten mit einer Dicke von 18mm. Als Größen wurden zwei Platten á 120cm Länge und 30cm Breite genommen und für Anlagenrand habe ich dieselbe Länge gewählt, aber mit einer kleineren Breite von 20cm. Zuhause mit der Tischkreissäge alles passgenau zugeschnitten, sodass die Länge von 230cm erreicht wird und der Anlagenrand wurde auf eine Breite von 10cm runter geschnitten. Alles verleimt und zusätzlich mit Schrauben in der Größe 4,5x35 aus dem Haus Spax verschraubt. Den Übergang zwischen den zwei Holzplatten wurden mit den Holzresten vom Zuschnitt auch verleimt und verschraubt, daraus ergibt sich eine ganze Platte in der Anlagenlänge. Aus Fotografischer Seite konnte ich nur eine Seite zeigen, nicht die ganze Anlagenplatte, diese habe ich beschriftet als West- und Ostkopf. So sieht jetzt der Holzbau aus:

Ostkopf_Holz by William Christian Saller, auf Flickr

Westkopf_Holz by William Christian Saller, auf Flickr

Da unterhalb der Anlage auch noch mein Schreibtisch steht und auch andere Sachen, konnte ich nicht die Variante mit Füßen wählen. Die Lösung waren dann Regalträger, die dann an der Wand verschraubt werden. Somit "schwebt" die Anlage.
In den nächsten zwei Bildern kann man dann die Regalträger sehen die an der Wand mit der Anlage befestigt sind und auch die Übergangslösung zwischen den zwei Holzplatten mit den Holzresten:

Ostkopf_unter_Platte by William Christian Saller, auf Flickr

Westkopf_unter_Platte by William Christian Saller, auf Flickr

Der nächste Schritt war dann die Dämmung für die Gleise. Für mich kam nur Kork in Frage, nur da war anfangs mein Problem, ob ich von Noch/Faller oder Auhagen diese Streifen holen sollte, nur für die Gleise oder ganze Platten die ich dann zuschneide und alles eben aussieht. Bloß wo finde ich solche Platten, im Internet mehrere Seiten verglichen und auch in jedem Baumarkt gefragt, aber keiner hat etwas passendes da. Bis ich beim Obi auf einem im letzten Eck fast passgenaue Korkplatten gefunden habe. Für 8€ die Platte, auf einer Größe von 150x50cm, habe ich mal gleich zwei mitgehen lassen und dann hieß es wieder zuschneiden, kleben, austrocknen und dann das optimale Ergebnis:

Ostkopf_Kork by William Christian Saller, auf Flickr

Westkopf_Kork by William Christian Saller, auf Flickr

Nun habe ich das Rohbau-Technische abgeschlossen, jetzt kann man so langsam an die Gleisverlegung gehen. Da alles aus Flexgleisen entsteht und auch noch in einem etwas breiten Abstand als Normal, sollte der Gleisplan am Besten 1:1 vorliegen. Problem hier, wir befinden uns ja alle in der Situation, dass Corona uns alles etwas erschwert. Somit waren auch die Copyshops zu. Also den Gleisplan 1:1 exportieren und über A4 Papier ausdrucken, alles fein säuberlich zuschneiden und verkleben und dann gefühlte 1000 Blätter später habe ich es auch über Umwege geschafft:

Ostkopf_Gleisplan by William Christian Saller, auf Flickr

Westkopf_Gleisplan by William Christian Saller, auf Flickr

Jetzt sind alle Vorbereitungen getan um endlich mit dem Gleisbau starten zu können.

Es war nicht die beste Idee zwei verschiedene Gleissysteme zu verbauen, da ich aber schon Roco Line Betonschwellen Zuhause hatte und momentan nur Piko, Weichen mit Betonschwellen im Sortiment hat, musste halt improvisiert werden. Hilfe gab es von Piko mit den Nivausausgleich-Verbinder, dass ich die Gleise untereinander überhaupt verbinden konnte und auch eine Schienensäge von Roco, hat es ermöglicht, die entsprechenden Länge herzustellen. Somit liegen alle Gleise wie geplant an seinem Platz. Die Weichenverbindung ins "Nichts" ist auch hergestellt worden, da muss ich später mal mit einer Dremel ran und den Überhang absägen. Beim Stumpfgleis zur Dieselloktankstelle musste ich das Gleis doch noch etwas erweitern als Gedacht, da sonst auch die Triebwagen, wie mein Desiro, nicht Grenzzeichenfrei reingepasst hätten.
Zu sehen ist auch schon der Anfang der Zugwaschanlage, diese befindet sich schon im Bau, aber die Gleise liegen schon mal.

Ostkopf_Gleis by William Christian Saller, auf Flickr

Westkopf_Gleis by William Christian Saller, auf Flickr

Sodele das wars jetzt fürs Erste von meiner Seite aus, viel Text und auch mit vielen Bildern, aber ich möchte euch ja nichts vorenthalten.
Als nächsten Schritt geht es jetzt an den Gebäudebau, wie oben schon gesehen bin ich gerade dabei die Zugwaschanlage aufzubauen. Im Karton wartet ja noch die Dieselloktankstelle und der E-Lokschuppen aus dem Hause Faller.

Ich hoffe euch hat mein Beitrag zu meiner Anlage gefallen, ich freue mich natürlich über jedes einzelne Kommentar. Fragen dürfen gerne immer gestellt werden, ich werde es versuchen zeitnah zu beantworten. Bis dahin wünsche ich euch allen eine schöne Zeit, passt auf euch auf und bleibt natürlich alle Gesund.

Viele Grüße William


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RE: Regal-Anlage: Kleines Bahnbetriebswerk / Epoche VI

#2 von Lukas Lokführer , 11.05.2020 19:32

Prima , bleibe ich auf alle Fälle dran, wenn ich die Wahl hätte würde ich heute auch eine kleinere Anlage, Rangierbahnhof oder BW oder kleiner Nebenbahn-Bahnhof bauen, da halten sich die Kosten für Detailarbeiten in Grenzen...

Grüße

Lukas


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RE: Regal-Anlage: Kleines Bahnbetriebswerk / Epoche VI

#3 von Volvivo , 11.05.2020 19:47

Servus William,

da bleib ich dran, gefällt mir schon mal ganz gut.


Gruß aus Niederbayern
Michael

Die gute alte Bundesbahn in den 70igern und 80igern ... schön war's in der Epoche IV


 
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RE: Regal-Anlage: Kleines Bahnbetriebswerk / Epoche VI

#4 von N-BahNer , 12.07.2020 10:39

Hallo William,

nettes Konzept auf dem engen Raum, gerade um deinen Fuhrpark zu präsentieren. Besonders bin ich auf die Details gespannt, welche du angesprochen hast. Gerade kleinere Anlagen sind besonders Detailliert.

Was ich mich jedoch frage, aus welchem Winkel man auf die Anlage blickt, wenn du sagst, dass dein Schreibtisch noch unter der Anlage steht?
So auf kopf-/blickhöhe hätte den interessanten Effekt, dass man sich als Zuschauer vermutlich wie mitten im Geschehen fühlt.

Ich bleib definitiv hier dabei.


LG Fabian

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RE: Regal-Anlage: Kleines Bahnbetriebswerk / Epoche VI

#5 von RobertM , 15.04.2022 13:15

Hallo William (@Pixelexpress ),

zufällig über deinen Beitrag von 2020 gestolpert. Hast du weitergebaut?
Ich finde das Thema sehr interessant. Auch die gering Tiefe ist klasse.

Grüße
Robert


https://anlage.meine-modelleisenbahn.de | https://www.meine-modelleisenbahn.de


Pieper hat sich bedankt!
RobertM  
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