da ich gerade ein Schnellfahrstrecken-Diorama plane und ich die Oberleitung komplett im Eigenbau herstelle, sind einige Fragen bezügl. des Vorbilds aufgekommen.
Mir ist aufgefallen, dass in der Realität neben dem eigentlichen Fahrdraht auf der anderen Seite des Masts mindestens eine weitere Leitung aufgehangen wird. Nach langem Googlen bin ich zumindest so weit, dass es sich bei erstere um die Speiseleitung und bei zweitere um die Verstärkungsleitung handelt. Hier mal ein paar Bilder:
Doch welche ist nun oben und welchen unten? Und warum muss die obere isoliert fixiert werden und die untere (augenscheinlich mit der Metallstange) nicht? Wo genau liegt der Unterschied zwischen Speise- und Verstärkungsleitung?
Mein Plan für das Diorama ist, die obere Nebenleitung über die drei Betonmasten zu führen und dann in die Oberleitung einzuspeisen. Die untere Nebenleitung soll weiter über die H-Profilmasten und dann in den Tunnel geführt werden. Hier ein paar Skizzen mit dem Hauptaugenmerk auf die beiden Nebenleitungen in schwarz.
Seitenansicht.
Hier ist die nur linke Spur von vorne dargestellt.
Wäre die Einspeisung der oberen Nebenleitung in den Fahrdraht fachgerecht?
Hier mal Bilder, wie der Ausleger aussehen wird. Der Ausleger wird dann gleichmäßig silber lackiert, damit man die Lötstelle nicht mehr sehen kann. Der Betonmast ist hier allerdings noch von Viessmann und wird später auch selbstgebaut. Zudem werden noch blaue Isolatoren hinzugefügt. Ich finde sie farblich mal anders und moderner, vielleicht weiß ja auch jemand, was der Unterschied zu den braunen Isolatoren ist.
Das Löten funktionierte besser als ich dachte und der Ausleger aus 1,2mm und 0,8mm dicken Federstahldraht ist extrem stabil.
den Begriff "Verstärlerleitung" habe ich im Zusammenhang mit der Fahrleitung noch nie gehört - was aber nicht heißen soll, dass es das nicht gibt. Ich würde das eher als zweite Speiseleitung sehen... :
Wenn eine Leitung ohne Isolator am Mast befestigt ist, ist das definitiv ein Zeichen dafür, dass das keine 15 KV-Leitung ist, also nicht zur Spannungsversorgung der Fahrleitung dient. Welchem Sinn diese Leitung dient - da müßte ich raten....
den Begriff "Verstärlerleitung" habe ich im Zusammenhang mit der Fahrleitung noch nie gehört - was aber nicht heißen soll, dass es das nicht gibt. Ich würde das eher als zweite Speiseleitung sehen... :
Wenn eine Leitung ohne Isolator am Mast befestigt ist, ist das definitiv ein Zeichen dafür, dass das keine 15 KV-Leitung ist, also nicht zur Spannungsversorgung der Fahrleitung dient. Welchem Sinn diese Leitung dient - da müßte ich raten....
Ratlose Grüße Manni
Hallo Die Leitung direkt am Mast, ohne Isolator ist das Lufterdseil. Hier siehst du, als Beispiel, wie die Signale damit verbunden sind. https://flic.kr/p/25ajJhc Und hier auf der freien Strecke: https://flic.kr/p/Bj5RrZ
ein Verstärkerseil ist notwendig, wenn die Züge mehr als 600A Strom aus der Oberleitung "ziehen". Das ist auf vielen Strecken (zB auf denen die Erz- und Kohlebomber mit einer Last von 5000t verkehren) sowie auf den Neubau-(Schnellfahr-) strecken der Fall.
Damit addiert sich der Ol-Querschnitt und höhere Ströme sind machbar.
Quasi wie bei der Modellbahn. Da wird (berechtigt) auch immer ein größerer Leitungsquerschnitt empfolen.
das kannst Du ganz leicht rauskriegen, das Leiterseil wo direkt am Mast befestigt ist, ist die Erde, das andere isolierte ist die Speiseleitung mit 15 kV. Die Erde ist normal oben am Mast und die Speiseleitung drunter (ist auch manchmal doppelt ausgeführt, in der Nähe vom Unterwerk meistens). Hab aber leider grad kein Foto von der OL am Unterwerk hier ums Eck...
An eine Erdungsleitung an den Oberleitungsmasten habe ich gar nicht gedacht, aber ergibt im Nachhinein ohne das Isolieren dieser natürlich Sinn. Jetzt ist vieles klarer!
An meiner Eisenbahn-Strecke vor der Tür gibt es nur den einfachen Fahrdraht ohne Zusatzleitungen, deswegen war mir das alles neu. Vielen Dank noch mal!