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RE: Welches Bahnsteigzubehör für Ende Ep. IIIb?

#1 von floete100 , 24.11.2020 18:41

Guten Abend,

nach längerem Vor-mir-her-Schieben ops: habe ich jetzt mit der weiteren Ausgestaltung meiner Anlage begonnen (werde demnächst auch im Thread darüber berichten). Als erstes habe ich mit dem Bahnsteigbau angefangen. Und da Bahnsteige nicht nur aus öden Flächen bestehen (sollten), stellt sich die Frage nach dem passenden Zubehör. Meine Anlage spielt 1968, also exakt am Übergang von Ep. III zu Ep. IV.

Im Forum gefunden habe ich diesen wunderbaren Thread, der mir schon einige gute Ideen und Hinweise geliefert hat. Allerdings geht es da um Ep. IIIa (Eric baut 1954). Daher passt so manches für mich sicher nicht (mehr).

Z. B. Zugzielanzeiger. Ich gehe mal davon aus, dass es 1968 keine "Hampelmänner" mehr gab. Aber vermutlich auch noch keine Fallblattanzeiger wie diesen von Viessmann, richtig? Ganz abgesehen davon, dass es 1968 natürlich noch keine ICEs gab . Also bleibt nur der Rollbandanzeiger. Wobei ich da trotz reichlich Googeln nicht wirklich klar sehe: Ist das hier ein Rollbandanzeiger? Oder auch ein Fallblattanzeiger älterer Bauart?

Und wie sieht es mit Bahnsteigleuchten aus? Kann ich diese Type verwenden, oder ist die schon zu "neumodisch"?

Im oben verlinkten IIIa-Thread von Eric wird auch auf Bahnsteigsperren eingegangen. Gab es die 1968 noch?

Von diesen konkreten Fragen mal abgesehen: Was gibt es evtl. für Bahnsteige dieser Zeit an Besonderheiten, die man auch auch auf der Modellbahn beachten sollte?

Vielen Dank für Eure Hilfe!

Gruß,
Rainer


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RE: Welches Bahnsteigzubehör für Ende Ep. IIIb?

#2 von CarstenLB , 24.11.2020 21:21

Zitat

Ist das hier ein Rollbandanzeiger? Oder auch ein Fallblattanzeiger älterer Bauart?



Hallo Rainer,

also das ist ein Fallblattanzeiger. Das Foto zeigt im Hintergrund ein Schild mit weißer Schrift auf blauem Grund. Die gibt es seit Ende der 1990er Jahre sagt Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Bahnhofsschild

Soll es denn ein kleiner, mittlerer oder großer Bahnhof sein?

https://de.wikipedia.org/wiki/Bahnsteigsperre

Bei YouTube habe ich folgende Filme aus dem Zeitraum gefunden, manche mit Bahnhofsszenen:
https://www.youtube.com/watch?v=naKaQbYgUkw
https://www.youtube.com/watch?v=byYeq05eAY4
https://www.youtube.com/watch?v=wHDs9Kh0e1Y
https://www.youtube.com/watch?v=-cmbm25sgbQ
https://www.youtube.com/watch?v=Zr-Byg8S...a1KnstA&index=1


Viele Grüße

Carsten


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RE: Welches Bahnsteigzubehör für Ende Ep. IIIb?

#3 von floete100 , 24.11.2020 22:33

Vielen Dank, Carsten! Das hilft schon mal weiter.

Keine Bahnsteigsperren mehr ab 1965 - wäre bei meinem Bahnhof auch schwierig geworden mit einer glaubhaften Umsetzung.

Zitat

Soll es denn ein kleiner, mittlerer oder großer Bahnhof sein?


Ich denke mal, es ist ein mittlerer Kopfbahnhof. Hier der Gleisplan aus meinem Anlagen-Thread:

Bahnsteige gibt's an den Gleisen 1 und 3 - 5, ganz am Ende von 6 (für Schienenbus und Schi-Stra-Bus) und zwischen den Gleisen 23 und 24 (deswegen auch die Ausfahrsignale an diesen beiden Gleisen).

Die Filme werd' ich mir ganz in Ruhe ansehen - an youtube hatte ich gar nicht gedacht ...

Zitat

... also das ist ein Fallblattanzeiger.


Ich hatt's befürchtet. Wie sieht denn dann ein Rollbandanzeiger aus?

Gruß,
Rainer


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RE: Welches Bahnsteigzubehör für Ende Ep. IIIb?

#4 von Frank 72 , 24.11.2020 23:51

DB oder DR, Stadt oder Land? Da gibt es schon einige Unterschiede.

Einen typischen Rollband-Anzeiger der Bundesbahn habe ich spontan hier gefunden. Das Bild soll von 1974 sein. Passt ja fast zu deiner Vorgabe.


Gruß Frank


 
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RE: Welches Bahnsteigzubehör für Ende Ep. IIIb?

#5 von CarstenLB , 24.11.2020 23:59

Zitat

Ich hatt's befürchtet. Wie sieht denn dann ein Rollbandanzeiger aus?



So? https://youtu.be/-cmbm25sgbQ?t=150

Die Filme sind nur auf die Schnelle zusammen gesucht...

Vielleicht auch interessant, ein Friseur auf dem Bahnsteig: http://www.bahnen-wuppertal.de/html/bahnhof-vohwinkel.html


Viele Grüße

Carsten


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RE: Welches Bahnsteigzubehör für Ende Ep. IIIb?

#6 von Atlanta , 25.11.2020 04:29

Moin Rainer,

als wichtiges Bahnsteigzubehör solltest du das Gestell für Ersatzheizverbindungen für Dampfheizungen und Bremsschläuche haben, ein oder zwei ZS Laternen wurden meistens dort auch abgestellt und auch ein paar ZS Scheiben oder Hemmschuhe waren dort oft zu finden.

Mobile Schilderständer mit schwarzer Fläche wo mit Kreide Hinweise auf Zugtrennungen gegeben werden konnten, wenn z.B. auf einer der nächsten Bahnstationen eine Zugtrennung vollzogen wurde, damit die Reisenden gleich schon den richtigen Zugteil bestiegen.

Gepäckkarren und Postkarren sowie die Kofferkulis waren früher auf Bahnsteigen üblich.

Je nach größe der Bahnstationen gab es auch die mobilen Händler, bei der DR von der Mitropa betrieben, bei der DB von der DSG oder von privaten Händlern, welche Obst, Getränke und Reisebedarf auf Handwagen verkauften und beim Halt von Schnellzügen den Zug abschritten und ihre Waren verkauften, oft zu überhöhten Preisen.

Wartehallen, Bahnsteigaufsicht, Bänke und Papierkörbe sind noch zu nennen.


LG Ingo

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RE: Welches Bahnsteigzubehör für Ende Ep. IIIb?

#7 von floete100 , 25.11.2020 17:30

Das Bild wird klarer ...
[quote="Frank 72" post_id=2195738 time=1606258281 user_id=7329]
DB oder DR, Stadt oder Land? Da gibt es schon einige Unterschiede.
[/quote]
DB, (kleinere) Stadt:

Die rote Lampe gehört da hinten nicht hin ops:. Die ist noch von der Reparatur einer Lötstelle in der Oberleitung übriggeblieben ...

Rollbandanzeiger ist damit auch klar - als Modell hab ich da aber nichts passendes gefunden.

Carsten, die Filme sind super!

Zitat

... als wichtiges Bahnsteigzubehör solltest du das Gestell für Ersatzheizverbindungen für Dampfheizungen und Bremsschläuche haben, ein oder zwei ZS Laternen wurden meistens dort auch abgestellt und auch ein paar ZS Scheiben oder Hemmschuhe waren dort oft zu finden.


Ingo, wie gut, dass es Weinert gibt. Wüsste nicht, wo man sowas sonst bekommen sollte ...
Habe Deine guten Tipps schon in Erics IIIa-Thread gesehen.

Wie sieht das aus mit Wasserkränen? Die waren ja früher auch z. T. an den Bahnsteigen positioniert. Nun habe ich einen Kopfbahnhof - eine Dampflok, die einen Zug bringt, hat normalerweise erstmal Pause. Sie wird durch eine andere Lok ersetzt und kann ins BW zum Wasserholen. Anders sieht das mit Wendezügen aus. Die landen bei mir in Gleis 5 (auf dem Foto das kurze Gleis zwischen dem Schi-Stra-Bus und der 44 bzw. den Donnerbüchsen). Daher würde ich nur hier je einen Wasserkran etwa am Gleisende und vor dem Gleissperrsignal setzen - beide im Zwischenraum zwischen den Gleisen 5 und 6 (dort ist kein Bahnsteig). Wäre das korrekt?

Gruß,
Rainer


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RE: Welches Bahnsteigzubehör für Ende Ep. IIIb?

#8 von Atlanta , 26.11.2020 16:24

Moin Rainer,

bei der Positionierung von Wasserkranen bedenke bitte, daß die Rohrleitungen mit großem Rohrdurchmesser früher sehr teuer in der Verlegung gewesen sind und um frostfrei geführt zu werden sehr tief eingegraben wurden, was zusätzlicche Kosten verursachte, somit war man damals in Epoche I dabei bestrebt, die Rohrleitungen möglichst kurz zu halten.

Wenn du beim Wendezug an den Lübecker DoSto denkst, die Loks hatten eine Speisewasser Reichweite von etwa 50 Km. Kuppele die Loks so, daß sie in Richtung BW am Zug sind, dann bräuchtest du den Wasserkran im Bahnhof nicht, dann langt der in der Nähe des Sperrsignals aus.

Bei der LBE war die Speisewasser Reichweite immer schon ein Problem, die Lübecker Bahnhöfe hatten nur im zentralen Bahnhof Wassernahmemöglichkeiten.
Als 1898 der Travemünder Strandbahnhof eröffnet wurde, lag dieser außerhalb der zentralen Speisewasser Versorgung. Bis 1913 behalf man sich mit einem Regenwasserbecken.
Auf der Bahnstrecke nach Hamburg gab es nur
4 Wasserstationen in Bad Oldesloe Km 24, Bf. Bargteheide Km 35 und Bf. Ahrensburg Km 42 und Bf. Wandsbe(c)k Km 58 ab Lübeck.

Dieses verdeutlicht, daß man unterwegs auch Speisewasser aufnehmen mußte und somit auf anderen Bahnhöfen auf Wasserstationen verzichten konnte.

Wegen deines BWs ist aber dort eine Wasserstation vorhanden, somit bräuchte die Lok vom Wendezug nicht ins BW fahren und kann am Gleis versorgt werden.

Gleis 2, wo deine Rangierloks stehen, eignet sich bestens als Wartegleis für eine Streckenlok oder als Wartegleis für Kurswagen, so können Reisende immer noch die Kurswagen verlassen oder betreten, bis die Kurswagen dem abgehenden Zug beigestellt werden.


LG Ingo

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RE: Welches Bahnsteigzubehör für Ende Ep. IIIb?

#9 von floete100 , 27.11.2020 17:36

Hallo Ingo,
es ist wirklich ein Vergnügen, Deine profunden Kenntnisse anzuzapfen -

Zitat von Atlanta im Beitrag #8

Wenn du beim Wendezug an den Lübecker DoSto denkst, die Loks hatten eine Speisewasser Reichweite von etwa 50 Km. Kuppele die Loks so, daß sie in Richtung BW am Zug sind, dann bräuchtest du den Wasserkran im Bahnhof nicht, dann langt der in der Nähe des Sperrsignals aus.


Wendezug heißt konkret bei mir: Ganz klassisch 5 Donnerbüchsen (an der Spitze eine "Wendebüchse") üblicherweise mit BR 78.


Oder der erste "moderne" Wendezug: 3, gelegentlich 4 Silberlinge (an der Spitze der "Ur-Hasenkasten"), gern mit BR 65 (wenn nicht gerade eine V 100 oder E 44 Dienst hat - aber die brauchen kein Wasser ).


Das mit der Kuppelrichtung ist so eine Sache: Alle Züge, die den Bahnhof verlassen, kommen in gleicher Fahrtrichtung in den Bahnhof zurück. "Lok in Richtung BW" heißt konkret: Die Lok muss beim Verlassen des Bahnhofs führen. Bei der Rückkehr ist sie dann immer noch vorn - und der Wasserkran am Sperrsignal weit weg, wenn der Zug auf Gleis 5 eingefahren ist. Ich denke, ich werde doch zwei Wasserkräne setzen. Die dicken Rohre mit der frostsicheren Verlegung spar ich mir aber .
Zitat von Atlanta im Beitrag #8

Gleis 2, wo deine Rangierloks stehen, eignet sich bestens als Wartegleis für eine Streckenlok oder als Wartegleis für Kurswagen, so können Reisende immer noch die Kurswagen verlassen oder betreten, bis die Kurswagen dem abgehenden Zug beigestellt werden.


Das ist ein prima Hinweis, danke! Ich hatte beabsichtigt, Gleis 2 gar nicht an den Bahnsteig anzuschließen (weil ich es bisher tatsächlich nur zum Lok-Abstellen verwendet habe) - aber für Kurswagen macht das unbedingt Sinn.

Wartegleise für Streckenloks habe ich übrigens auch im Vorfeld:

Die Gleise 12, 25 und 34 sind für diesen Zweck extra mit Wartezeichen Ra 11 plus Sh 1 ausgestattet.

Inzwischen habe ich erstes Zubehör beschafft - u. a. Hemmschuhe und Heizschläuche. Und die ersten zwei Bahnhofsuhren - je eine Viessmann 50801 und Brawa 5290. Und bei beiden voll in den braunen Eimer gepackt : Die Viessmann-Uhr weigert sich zu leuchten, während die Brawa-Uhr einen veritablen Kurzschluss hat. Drückt mir mal die Däumchen, dass ich nicht noch ein SchleuderUhren-Trauma kriege ...

Gruß,
Rainer


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zuletzt bearbeitet 07.06.2021 | Top

RE: Welches Bahnsteigzubehör für Ende Ep. IIIb?

#10 von Atlanta , 28.11.2020 02:30

Moin Rainer,

verschiedene Fachbücher aus der Epoche I handeln Kurswagenverkehre ausführlich ab, ebenso die einzelnen Bahnhofsarten, wie Kopfbahnhöfe.

Mal abgesehen von Frankfurt am Main oder Dresden unterteilte man Bahnhöfe in einer Ankunft- und Abfahrseite und trennte die Ströme der Reisenden, dementsprechend.

Auf den dazwischenliegenden Zungenbahnsteigen wurden weiterführende Züge ohne ein Umsetzen der Wagen zur Abfahrseite behandelt, zum Beispiel weiterführende Züge mit Kurswagen.

Hauptblickrichtung zur Bahnhofsgestaltung ist das Empfangsgebäude am Querbahnsteig mit den dahinter von links nach rechts oder umgekehrt durchnummerierten Gleise.
Linke Seite ist die Ankunftseite.
Meistens befand sich dort zwischen zwei Gleisen auch ein Umfahrgleis zur direkten Einfahrt zum BW.
Je nach örtlichen Begebenheiten konnte dieses via Drehscheiben, früher auch Schiebebühnen oder über Weichen geschehen.
Rechte Seite ist die Abfahrseite.
Dort standen am Bahnsteigende diverse Reserve- und Verstärkerwagen, die bei Bedarf einfach mit angehängt wurden, nachdem die Wagen von der Ankunftseite umgesetzt wurden.

Die Zungenbahnsteige hatten meistens keine Umfahrmöglichkeiten, es gab aber je nach örtlichen Bedingungen einfache Gleiswechsel, so daß man das Nachbargleis, wenn es nicht belegt war, zur Umfahrung nutzen konnte.

Als man früher noch mit Schutzwagen fuhr, wurden diese unter Umständen zum Problem, wenn sie als Packwagen genutzt wurden, bei weiterführenden Zügen hätten sie zum anderen Zugende herausrangiert werden müssen, man unterließ es aber und verschloss entweder den ersten Wagen oder stellte einen anderen Wagen als Schutzwagen zu, um Zeit einzusparen.

Als Kurswagen gab es verschiedene Wagenkurse:
• Postwagen
• Packwagen
• Schlaf- und Liegewagen
• Speisewagen
• Personenwagen, auch mit Gepäckabteil
• Begleitgüterwagen für Eilgüter oder verderbliche Waren

Bei Kurswagenzügen gab es einen Stammzugteil aus nur wenigen Wagen, dem Kurswagen beigestellt und auch wieder entnommen wurden.

Wagen mit gemeinschaftlichem Ziel oder gemeinschaftlicher Teilstrecke, dazu gehörten auch Wagen die von Wagenreperaturwerstätten zurück zum Heimatbahnhof verbracht werden mußten, wurden in Kurswagenzügen vereinigt.
Eine Trennung nach Wagenklassen wurde nicht vollzogen.

Postwagen wurden seitens der Staatsbahnen immer schon etwas "stiefmütterlich" behandelt, wurde der Packwagen als "fertig" gemeldet, setzte sich der Zug in Bewegung, ganz egal ob die Postwagen ihre Be- oder Entladung abgeschlossen hatten oder nicht.

Auch in Epoche III "wuselten" unzählige Postpacker in der Nähe der Postwagen umher, um schnellstmöglich die Postsäcke zu verladen.

Gelbe Bahnsteigkarren beladen oder unbeladen mit oder ohne Postsäcken und vielen Postpackern gehörten auch auf einen Bahnsteig jener Epoche.

Bei den Gepäckbeamten ging das viel geordneter und gesittener zu als beim Bahnpostdienst.


LG Ingo

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