Leider macht mir der Umbau meiner Bemo Ge 4/4 I erster Generation immer noch kleinere Probleme. Mit dem Antrieb funktioniert es jetzt soweit gut in eine Richtung. In die andere Richtung gibt es jedoch Geräusche welche sich wie ein "Schienenstoss" anhören, jedoch von der Lok kommen müssen. Wenn dieses schienenstossartiges Geräusch ertönt, verlangsamt die Lok kurz, dann fährt sie wieder normal dann wieder das Geräusch und so weiter.
Erkennt jemand das Problem?
Zur Veranschaulichung hier ein Video, in welchem die Lok in die Richtung fährt ohne das Problem:
Hier das Video mit dem schienenstossartigen Geräusch:
Für mich sieht das sehr nach einem Getriebeproblem aus und würde auf Zahnradschaden oder mit Glück vielleicht auch nur einem Fremdkörper im Getriebe tippen.
Grüße von Markus
Man muß im Leben für seine Erfahrungen bezahlen, wenn man Glück hat bekommt man manchmal Rabatt (Oskar Kokoschka)
Hallo @Rhb02 ...das hört sich in beide Richtungen nicht gut an! Die Bemo's brauchen zwingend Fett im Getriebe und kein Öl. Meine Empfehlung wäre die Getriebe in den Drehgestellen auszuwaschen und auszublasen, um auch eventuelle Partikel herauszubekommen, und dann mit dem passenden Fett neu abzuschließen. Sobald man in die Getriebe Öl gibt wird das Fett von den Zahnräder und der Schnecke verdrängt und die Loks werden sehr viel lauter.
Nicht nur auswaschen und ausblasen sondern anschließend noch alle Zahnzwischenräume einzeln penibel auf Fremdkörper absuchen. Auch kleinste Partikel die ganz tief zwischen zwei Zähnen stecken können eine solche, im Takt der Radumdrehung ruckende Fahrweise begründen. Im Gegensatz zu Dir halte ich hingegen überhaupt nichts von handelsüblichen Schmierfetten im Modellbaubereich. Entweder nutzt man das von Kollegen Stahlblauberlin empfohlene Robbe Teflonfett oder so wie ich seit Jahrzehnten das OKS450 Haftschmieröl weil nur diese nicht abgeschleudert werden.
Grüße von Markus
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Zitat von Petz1 im Beitrag #2Für mich sieht das sehr nach einem Getriebeproblem aus und würde auf Zahnradschaden oder mit Glück vielleicht auch nur einem Fremdkörper im Getriebe tippen.
Nach Fremdkörper habe ich eigentlich bereits abgesucht.
Zitat von sbbfan im Beitrag #3 ...das hört sich in beide Richtungen nicht gut an! Die Bemo's brauchen zwingend Fett im Getriebe und kein Öl. Meine Empfehlung wäre die Getriebe in den Drehgestellen auszuwaschen und auszublasen, um auch eventuelle Partikel herauszubekommen, und dann mit dem passenden Fett neu abzuschließen.
Leider habe ich Öl in das Getriebe gegeben. Ich versuchte es noch mit nachfetten, jedoch hat das keinen Geräuschunterschied gemacht. Würdest Du das Drehgestell mit normalem Leitungswasser auswaschen oder destilliertes Wasser nehmen? Was ist mit ausblasen gemeint?
Zitat von Petz1 im Beitrag #4Nicht nur auswaschen und ausblasen sondern anschließend noch alle Zahnzwischenräume einzeln penibel auf Fremdkörper absuchen. Auch kleinste Partikel die ganz tief zwischen zwei Zähnen stecken können eine solche, im Takt der Radumdrehung ruckende Fahrweise begründen. Im Gegensatz zu Dir halte ich hingegen überhaupt nichts von handelsüblichen Schmierfetten im Modellbaubereich. Entweder nutzt man das von Kollegen Stahlblauberlin empfohlene Robbe Teflonfett oder so wie ich seit Jahrzehnten das OKS450 Haftschmieröl weil nur diese nicht abgeschleudert werden.
Ich verwende das Gear-flon Hochleistungsfett mit Teflon. Welches speziell für den Modellflugbereich gemacht wurde. Ist dieses Fett gut genug?
Ich denke das Gear-flon hat dieselben guten Eigenschaften wie das von Stahlblauberlin genutzte Teflonfett.
Ich würde die Drehgestelle komplett zerlegen und sie mit Pinsel und Benzin auswaschen. Mit Ausblasen wäre sicher Druckluft gemeint falls vorhanden.
Aufgrund des ruckenden Laufes muß aber auf alle Fälle irgendeine Art Getriebeschaden vorliegen (aufgeplatztes Zahnrad, beschädigter Zahn durch unzureichenden Schneckeneingriff, loses Schneckenlager etc.) nachdem Du keine Fremdkörper entdecken konntest denn anders ist die Fahrweise für mich einfach nicht erklärlich.
Grüße von Markus
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Zum auswaschen nur Wundbenzin aus der Apotheke oder dieses SR24 auf Petroliumbasis verwenden. Vermutlich wirst du um die komplette Zerlegung nicht herumkommen. Das passende Fett hast du ja dann schon zur Hand. Nachfetten bringt nix weil das Fett sich auf dem öligen Kunststoff nicht festhalten kann. Ist so ein Fehler den man einmal macht 😉👍... So richtig leise werden Bemo's eh nicht aber so eine Kaffeemühle wie es sich bei dir anhört killt dann schon den Spaß an den tollen Modellen. Das mit dem Lärmpegel ist bei Bemo wie Lotto, ich habe drei absolut identische Ge4/4 ll (Farbe und Wappen sollten darauf eigentlich keinen Einfluss haben ... 👀) und drei total unterschiedlich laute Loks.
Dann komme ich leider nicht um den kompletten Auseinanderbau herum. Wie kann ich jedoch das Getriebe ganz öffnen? Kann man die Drehgestelle irgendwie aushängen?
Um vollständig an die Zahnräder zu kommen, muss man dieses Teil entlang der Zahnräder (auf Foto mit Pfeil markiert) abnehmen. Auf der Vorderseite und auf der Rückseite hat es je eine Klippnase welche man aushängen kann, jedoch ist damit dieses Teil noch nicht gelöst. Weiss jemand, wie man es ganz abnehmen kann?
Ohne selbst jemals eine Bemolok unter den Finger gehabt zu haben sieht das für mich nach jenem System aus das Liliput bei der 2095er Schmalspurlok nutzte. Nach Ablöten der Radschleiferkabel sollte sich der Messingstift (Pos. 51 im Ersatzteilblatt) seitlich rausschieben lassen (wird in seiner Mittelposition nur durch das aufgesetzte Gehäuse gehalten); dann müsste Drehgestell und das, auch durch den Stift in Position gehaltene mittlere Zahnrad rausfallen.
Moin @Rhb02 Wenn du die Drehgestelle in dieser Baustufe komplett in SR24 einlegst und die Zahnräder bewegst. Anschließend mit Druckluft ausbläßt sollte das genügen. Bei den Bemo's kann dann gerne auch mal am Kunststoff was abbrechen wenn die Kameraden schon etwas in die Jahre gekommen sind... (... ist aber nicht nur bei Bemo so...) Am besten geht das wenn du die Achsen mit den Rädern wieder montiert, ein Stück Schiene in eine flache Wanne und diese mit dem Mittel ca 1 cm füllst. Einweichen lassen und dann die ganze Einheit auf dem Gleisstück hin und her bewegst.... Nicht erschrecken... was da für ein Siff rauskommt! Bevor du dann neu fettest schau dir in dem Zustand die Zähne der Zahnrädchen an, vielleicht hat da ja einer eine Macke! Das würde auch zu so einem Fahrverhalten führen.
Viel Erfolg und bin gespannt was du schlussendlich als Ursache herausfindest.
Bei den Fusseln und sonstigen Ablagerungen die ich auf des TE´s Foto sehe, würde ich doch eine Komplettzerlegung des Drehgestells nahelegen weil ich fürchte das beim "Baden" nicht alles rausgeschwemmt würde. Außerdem kann man nur so den Zustand einzelner Zähne und deren Zwischenräume vor allem an den tiefer im DG liegenden Rädern wirklich abschätzen; auch ein geplatztes aber nur auf einem Stift laufendes und nicht achsaufgepreßtes Zahnrad lässt sich ohne Zerlegung eher nicht detektieren...
Grüße von Markus
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@Petz1 Moin Marcus, aus meinen Erfahrungen kann ich berichten dass nach dem "Baden" jede Menge Fusseln und Partikel in der "Suppe" schwimmen. Für meine Auftragsreparaturen in Z verwende ich schon länger nur noch diese Methode. Natürlich ist eine Komplettzerlegung immer die 100% Lösung aber wie gesagt: Risiko mit abbrechendem Kunststoff. Die Ge4/4 l wird seit 1978 gebaut, keine Ahnung was für ein Bj die Lok von @Rhb02 hat. Wenn das mit der "Badewanne" nicht zum gewünschten Erfolg führt, kann noch immer die Totaldemontage durchgeführt werden.
Ich bezweifle auch nicht das Deine Methode auch schon zum Erfolg führen könnte. Aber aufgrund der Schadensbeschreibung mit Ruckeln "nur" in einer Fahrtrichtung würde ich doch eher an einen Getriebeschaden denken und hab deshalb die Komplettzerlegung ins Auge gefasst. Gerissenes Zahnrad oder ein z. B. durch Schneckenübersprung lädierter Zahn kann sich durchaus auch nur in einer Fahrtrichtung bemerkbar machen; auch hatte ich schon Streumaterialbrösel die es praktisch unsichtbar so in die Vertiefung zwischen zwei Zähnen reingepreßt hatte das sie nur durch kräftiges Kratzen mit einer zahnärztlichen Sonde überhaupt zu entfernen waren...
Grüße von Markus
Man muß im Leben für seine Erfahrungen bezahlen, wenn man Glück hat bekommt man manchmal Rabatt (Oskar Kokoschka)
Zitat von sbbfan im Beitrag #10Moin @Rhb02 Wenn du die Drehgestelle in dieser Baustufe komplett in SR24 einlegst und die Zahnräder bewegst. Anschließend mit Druckluft ausbläßt sollte das genügen.
Zitat von sbbfan im Beitrag #12@Petz1 Die Ge4/4 l wird seit 1978 gebaut, keine Ahnung was für ein Bj die Lok von @Rhb02 hat.
Das genaue Baujahr weiss ich auch nicht, aber auf der Verpackung steht "1.Version", das müsste dann wahrscheinlich um 1978 sein.
Zitat von Petz1 im Beitrag #13 Gerissenes Zahnrad oder ein z. B. durch Schneckenübersprung lädierter Zahn kann sich durchaus auch nur in einer Fahrtrichtung bemerkbar machen; auch hatte ich schon Streumaterialbrösel die es praktisch unsichtbar so in die Vertiefung zwischen zwei Zähnen reingepreßt hatte das sie nur durch kräftiges Kratzen mit einer zahnärztlichen Sonde überhaupt zu entfernen waren...
Die Zahnräder werde ich sicher auch ganz genau anschauen, die sind Glücklicherweise von unten und oben einigermassen sichtbar.
Zitat von sbbfan im Beitrag #10 Viel Erfolg und bin gespannt was du schlussendlich als Ursache herausfindest. Gruß Uwe
Leider werde ich die Reinigung wohl erst in ca. einer Woche machen können, werde dann aber ganz bestimmt wieder hier berichten!
Vielen Dank für Eure sehr hilfreichen Antworten! Gruss Rhb02
@Rhb02 ... genau dieses... Und falls du mal digitalisieren willst, geht bei den alten Bemo's wunderbar und du wirst staunen was die kleinen Dreipoler da drauf haben! Hier mit einem D&H, 1cm/min kriechen. ... jetzt machen die Dinger erst so richtig Spaß!
Zitat von sbbfan im Beitrag #15@Rhb02 ... genau dieses... Und falls du mal digitalisieren willst, geht bei den alten Bemo's wunderbar und du wirst staunen was die kleinen Dreipoler da drauf haben! Hier mit einem D&H, 1cm/min kriechen. ... jetzt machen die Dinger erst so richtig Spaß!
Gruß Uwe
Die Lok wird Digitalisiert. Ich freue mich jetzt schon riesig, wenn die Lok dann wieder gut fährt
Dann werde ich nun die Lok reinigen (werde wahrscheinlich leider erst in etwa einer Woche dazu kommen) und wieder hier berichten, wie das Ergebnis aussieht.
... mir ist gerade ein Bild über den Weg gelaufen zum Thema "reinigen" mit SR24: Das sind zwei Drehgestelle einer Spur Z Lok. Nur eingelegt... ja vorher war das Mittel glasklar. In einem zweiten Durchgang den Becher in ein Ultraschallbad gestellt... da kam nochmal die gleiche "Wolke" raus!
Nun ist das SR24 angekommen. Da ich kein passendes Gefäss zum Einweichen des Fahrgestells gefunden habe, ohne das viel SR24 verloren geht, habe ich eine Reinigungsschale für H0m-Fahrzeuge zum 3d-drucken erstellt. Die STL-Datei ist unten verlinkt.
Über die letzte Nacht habe ich nun das Fahrgestell mit Getriebe und ausgebauten Schnecken (ohne Lichtleiter, damit diese nicht milchig werden) in SR24 eingelegt. Nun habe ich auch alles mit einem Pinsel gereinigt. Zur Reinigung habe ich auch die Drehgestellsblenden und die Räder entfernt, auf einen Ausbau aller Zahnräder habe ich jedoch verzichtet. Da kam einiges an Schmutz aus dem Fahrgestell. Nach der Reinigung habe ich alle Zahnräder gründlich nach Defekten bei den Zahnrädern abgesucht und glücklicherweise nichts gefunden.
Nun werde ich dass Fahrgestell über die Nacht trocknen lassen, dann hoffe ich, dass ich morgen wieder alles einbauen kann. Leider habe ich noch nicht so viel Erfahrung wie viel Fett man in das Getriebe/Zahnräder geben sollte.
Wie viel Fett würdet Ihr pro Drehgestell verwenden? Eine Fingerkuppe voll?
Wenn ich das richtig verstanden habe, muss man nur fetten und gar nichts ölen?
Besten Dank für Eure Antworten!
Frohe Ostern! Rhb02
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@Rhb02 ... du musst mit dem Fett die Oberfläche nur benetzen. Am Besten geht das mit einem kleinen Pinsel wie man ihn für Wasserfarben nimmt. Alles was mehr ist wird durch die Zahnräder einfach wieder verdrängt. Ja, und das berühmte "Muggaseggele" Öl ist nur für die Sinterlager der Motorwelle! Wenn Öl auf das Fett kommt verliert das Fett die Haftung auf den Zahnrädern!
Na dann hoffe ich mal dass das "Rheumabad" dem betagten Mädchen wieder die nötige Fitness gebracht hat!
Hallo Rhb02, dein Bild zeigt die Antriebswelle, ob da auch Sinterlager drin sind weiß ich nicht auswendig. Die Motorlager sind direkt am Motor, da wo die Ankerwelle an den Stirnseiten herauskommt.
Ich melde mich kurz zurück. Nun habe ich alles gereinigt mit einem SR24-Bad und wieder alles eingefettet. Das Fahrverhalten ist besser geworden, jedoch immer noch ziemlich laut (im Vergleich zu neuen Bemo Loks). Besonders wenn die Lok über beide Wellen angetrieben wird, ist es ziemlich laut. Wenn jedoch eine Welle auf einer bestimmten Seite ausgebaut ist, ist die Lok ein bisschen weniger laut. Mir ist dabei nicht klar, ob es am Motor liegt oder doch am Getriebe. Jedoch habe ich die Zahnräder alle gut angeschaut und keine Fehler gefunden (Die Drehgestelle kann man ausbauen, indem man den silbernen Stift aus der Seite herausschiebt.) Also gab es insgesamt nur eine leichte Verbesserung, obwohl jetzt kein Öl mehr im Getriebe ist.
Muss ich mich mit dem lauten Fahrgeräusch abfinden oder gibt es noch eine Lösungsmöglichkeit?
Leider hat der Decoder noch einen Defekt, diesen muss ich somit erstmals ersetzen. Vielen Dank für Eure Antworten! Gruss Rhb02
Ich melde mich zurück. Leider lief die Lok einfach nicht rund. Das Projekt wollte ich trotzdem zu Ende bringen. Deshalb ging ich zum meinem Fachhändler und schaute mir drei verschiedene Occasions-Modelle des Typs Ge 4/4 I an und wählte die Lok mit den besten Fahreigenschaften aus. Das Modell mit den besten Fahreigebschaften fiel trotz seinem Alter (oranger Karton) mit seidenweichem Anfahren und Abbremsen auf. Ebenso fiel mir auf, dass alle drei mehr oder weniger ein gleichlautes Fahrgeräusch haben, das nicht mit dem heutigen leisen Antrieb mithalten kann. Als ich die Lok für die Digitalisierung öffnete, erklärte sich auch, warum die Lok so seidenweich anfahren/abbremsen kann. Es wurden zwei Schwungmassen verbaut:
Spannend wäre zu wissen, ob dieser von Bemo serienmässig verbaut wurde oder nicht? Es sieht auf jeden Fall professionnell verbaut aus.
Die Lok habe ich dann digitalisert mit einem Esu Lokpilot 5 micro mit Next18 Schnittstelle. Die Schnittstelle konnte ziemlich problemlos verbaut werden, es war nur eine Durchtrennung auf der Lokplatine nötig. Das Getriebe wurde auch noch geputzt und neu gefettet. Auch wenn, wie oben erwähnt, das Getriebe im Vergleich zu heutigen Bemo Loks laut ist, fährt die Lok seidenweich und absolut ohne Stromabnahneprobleme. Auch wenn insgesamt viel Aufwand mit diesem Projekt verbunden war, bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden.
Ich danke allen herzlich, welche mir geholfen haben. Gruss Rhb02