RE: Erfahrungsaustausch: Zinkpest bei neuen Märklin-Modellen

#26 von maybreeze , 20.11.2010 12:57

Hi Michael,

wär' doch interessant, ob Herr Pluta mal eine Mängelrüge (verdeckter Mangel) anbringen würde. Ist ja heute markenschädigend, daher wäre zumindest ein Rechtstitel vorhanden (abgesehen von der offensichtlich mangelnden Qualität). Es stellt sich nur die Frage, wie aufwändig ist die WE-Kontrolle der Legierung? Das Gericht könnte ja zur Erkenntnis kommen, dass bei vertretbarem Aufwand eine Kontrolle gemacht hätte werden müssen. Dann wäre es ein Problem der "alten" Eigentümer.

taunusbahn scheint ja rechtlich "beschlagen" zu sein, was sagt er?


lg aus Wien

Klaus


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RE: Erfahrungsaustausch: Zinkpest bei neuen Märklin-Modellen

#27 von taunusbahn ( gelöscht ) , 20.11.2010 14:03

Hallo allerseits!

Beschlagen ist zuviel gesagt. Ich habe mal eine Insolvenz mitgemacht.

Deinen Gedankengang mit der Mängelrüge kann ich nachvollziehen. Allerdings wäre es mir neu, dass der Insolvenzverwalter im Namen der Gläubiger handelt. Vielmehr prüft er Forderungen der Gläubiger gegen die alten Eigentümer. Diese werden gegebenenfalls der Höhe oder auch dem Grunde nach bestritten und dann, wenn der Gläubiger dies anstrebt, auf dem Klageweg noch einmal vom Gericht geprüft. Sobald alle Forderungen feststehen, wird das Betriebsvermögen verteilt. Dabei werden zunächst die Sicherungsforderungen bedient, also z. B. unter Eigentumsvorbehalt angelieferte und unbezahlt gebliebene Warenvorräte an die Lieferanten zurückgegeben. Reicht das Betriebsvermögen dafür nicht aus, dann werden die Gläubiger anteilig ausbezahlt. Bleibt nach Befriedigung der Sicherungsgläubiger noch etwas übrig, werden die Masseforderungen bedient, oft nur anteilig, weil das Vermögen hierfür nicht mehr ausreicht. Bleibt immer noch etwas übrig, dann teilen sich zu guter Letzt die Insolvenzgläubiger den kläglichen Rest.

Wie schon in einem anderen Thread angesprochen, wird heute oft die Fortführung des Betriebs angestrebt. Diese unterliegt aus nachvollziehbaren Gründen strengen Regeln. Insbesondere soll verhindert werden, dass das Unternehmen weiter in die Miesen geritten wird. Sobald der Insolvenzverwalter eingesetzt ist, wird deshalb die bisherige Unternehmensleitung nahezu entmachtet. Vor allem die Einkäufe unterliegen nun einer strengen Budgetierung, die sich an den Zahlungseingängen bemisst. Da der Insolvenzverwalter sich jedoch nicht um jeden Handgriff persönlich kümmern kann, wird er in der Praxis Bevollmächtigte ernennen, die das auf ihren Unternehmensbereich entfallende Teilbudget verwalten und z. B. über die Freigabe oder Zurückhaltung von Bestellungen entscheiden. In erster Linie sind das die Leiter der jeweiligen Stützpunkte oder der bestehenden Einkaufsabteilungen.

Zwar sollten Rückstellungen für die Abwicklung von Gewährleistungsansprüchen vorhanden sein, aber Zinkpest nach 24,1 Monaten ist rechtlich gesehen dummer Weise nur ein Kulanzfall, wenn auch ein für das Image der Firma sehr schädlicher. Die Budgetierung sorgt dann auch dafür, dass Ersatzteile nur noch in klar ersichtlichen Gewährleistungsfällen kostenlos herausgegeben werden. Das ist ein für alle Beteiligten unbefriedigender Weg.

Theoretisch könnte ich mir folgenden Ablauf vorstellen: Märklin verschickt die Gehäuse zum Selbstkostenpreis an die Händler. Diese geben sie kostenlos an die Kunden ab und leisten damit einen Beitrag zum Ruf des Unternehmens. Die reduzierten Einkaufspreise machen sie beim Insolvenzverwalter geltend. Er prüft dann ihre Forderungen und kürzt sie im selben Verhältnis wie alle gleichrangigen Forderungen. Da die Preise reduziert sind, fällt auch die Kürzung entsprechend gering aus. Diesen Beitrag zur Entlastung der Händler hätte dann der neue Eigentümer dadurch geleistet, dass er auf den regulären Rohgewinnaufschlag verzichtet hätte.

Eventuell könnten die Händler zu diesem Zweck auch einen Fonds ins Leben rufen, was dummer Weise wiederum mit recht hohen Verwaltungskosten verbunden wäre.

Das sind jetzt aber alles nur die Ergüsse eines Laien. Ich kann weder eine auf den Einzelfall zugeschnittene Rechtsberatung anbieten noch eine Haftung übernehmen. Ich dürfte es auch gar nicht, weil nur Rechtsanwälte dazu befugt sind.

Grüße

Jimmy


taunusbahn

RE: Erfahrungsaustausch: Zinkpest bei neuen Märklin-Modellen

#28 von rolfuwe ( gelöscht ) , 20.11.2010 19:29

Mein lieber Klaus (maybreeze) aus Wien.
Da brauchst Du Dich gar nicht so aufbürschteln, da Dein Herr Klein über Jahrzehnte immer wieder die gleichen Fehler bei allen möglichen Modellen gemacht hat und ich persönlich davon mehrmals betroffen bin, muß ich noch mal betonen das es sich bei der Firma Klein nun aber wirklich um Dummheit oder Absicht handeln muß. Diese Firma kann ja nun keinen Schaden mehr anrichten und man kann nur hoffen, daß alle Formen der betroffenen Modelle auch den Besitzer gewechselt haben. Da ich die Zinkpest erst nach der Wende kennengelernt habe, gehe ich mal davon aus, das man heutzutage auf eine solide Ausbildung keinen Wert mehr legt. In der DDR war für Ingenieure, Techniker u. Facharbeiter in technischen Berufen, Konstruktionslehre u. Werkstoffkunde ein Ausbildungsfach. Da war man nicht auf “Metallurgen“ angewiesen.
Da ich die „sogenannte“ Zinkpest, bis auf den Ausrutscher bei Brawa, nur bei Klein-Modellbahn selbst, mehrmals, im Abstand von Jahrzehnten erlebt habe, ist es ja nun kein „Tobak“ sondern gerechtfertigt solche Dauerpfuscher als unseriöse Hinterhof -Firma zu bezeichnen. Und der von Dir benannte „Selbsmord“ ist ja nun als Insolvenz oder Pleite eigentlich vollzogen.


rolfuwe

RE: Erfahrungsaustausch: Zinkpest bei neuen Märklin-Modellen

#29 von maybreeze , 21.11.2010 09:24

Lieber Rolf-Uwe,

auch wenn es für Dich ärgerlich ist, dass Deine Klein-Modelle von der Zinkpest befallen sind (ich habe bislang nur 2, nämlich die 1080 und 1180 und für diese habe ich mir die Austausch-Messingrahmen besorgt, meine 77er fahren noch), es ist weder MEIN Herr Klein noch bürstle ich mich auf.

Dass die Modelle von Herrn Mag. Klein (und der Magister-Titel deutet auf ein Nicht-technisches Studium hin) eben technisch nicht die allerbesten sind, ist in diversen Beiträgen in den Moba-Foren hinlänglich diskutiert worden. In Anbetracht der Tatsache, dass die meisten Klein-Modelle eigentlich antriebslos sein könnten, weil sie ihr Dasein in den Schachteln und bestenfalls in Vitrinen fristen, fällt die schleichende Zerstörung oftmals gar nicht auf.

Als offenbar eingefleischter Gleichstromer (wie ich) ist Dir in Deiner (heftigen) Antwort aber nicht mehr die Ursprungsfrage im Sinn: denn hier ging es um Zinkpest bei neuen Märklin-Modellen! Und diese Firma ist noch immer der Marktführer bei Modellbahnen. Ist hier auch Dummheit oder Absicht im Spiel? Bei Klein-Modellbahn (bei Kleinbahn ist mir Zinkpest nicht untergekommen) war es wohl Gutgläubigkeit bezüglich der Zertifikate für die gelieferte Zamak-Legierung. Das Problem ist aber seit gestern "gelöst": http://www.kleinmb.at/homepage.htm

Als Dresdner hast Du es ja nicht weit nach Meissen - frag mal in der Burgstraße bei Herrn Lehmann nach. Er ist ein echter Experte, der (sogar noch zu DDR-Zeiten) den Zinkfraß (so heißt das Problem glaub' ich korrekt) an den Särgen der Wiener Kapuzinergruft saniert hat. Seine Dioramen (auch wenn sie nichts mit Eisenbahn zu tun haben) sind übrigens unbedingt sehenswert (im Geschäft danach fragen, sind nicht öffentlich ausgestellt).

Ein adventlicher Glühwein am Striezelmarkt (ist nicht heuer der 576. ?) bringt Deinen Blutdruck hoffentlich wieder in normale Bahnen !

lg aus Wien

Klaus


Liebe Grüße aus Wien
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RE: Erfahrungsaustausch: Zinkpest bei neuen Märklin-Modellen

#30 von rolfuwe ( gelöscht ) , 21.11.2010 11:45

Mein Blutdruck ist 80/130, ist das OK so? Und damit er so bleibt, laß es gut sein.


rolfuwe

RE: Erfahrungsaustausch: Zinkpest bei neuen Märklin-Modellen

#31 von Dölerich Hirnfiedler , 21.11.2010 12:07

Zitat von maybreeze

Als Dresdner hast Du es ja nicht weit nach Meissen - frag mal in der Burgstraße bei Herrn Lehmann nach. Er ist ein echter Experte, der (sogar noch zu DDR-Zeiten) den Zinkfraß (so heißt das Problem glaub' ich korrekt) an den Särgen der Wiener Kapuzinergruft saniert hat.




Hallo Klaus,

da die Särge in der Kapuzinergruft aus Zinn und nicht aus Zink sind, hat das Zinnfraß - Problem der Särge mit der Zinkpest nichts gemeinsam. außer vielleicht, das es sich bei beidem um Korrosion handelt.

Ich kenne keinen Großserienhersteller, der nicht irgendwann in den letzten 30 Jahren Probleme mit mit einer Zinkpestcharge hatte.

mfg

D.



Aus einem Märklin-Patentantrag von 1975.


 
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RE: Erfahrungsaustausch: Zinkpest bei neuen Märklin-Modellen

#32 von rolfuwe ( gelöscht ) , 21.11.2010 14:20

Zitat
...Ich kenne keinen Großserienhersteller, der nicht irgendwann in den letzten 30 Jahren Probleme mit mit einer Zinkpestcharge hatte...


Piko, Gützold, BTTB, Tillig, Prefo, Sachsenmodelle, Technomodell, ... ??
Meine erste Modellbahn, war eigentlich die meines Vaters, das war ca. 1955. Ich habe nie davon gehört u. es auch selbst nie erlebt, daß es seit meiner Schulzeit (1957) bei der DDR-Modellbahn die Zinkpest gab. Evtl. hat das doch etwas mit der Ausbildung zu tun.


rolfuwe

RE: Erfahrungsaustausch: Zinkpest bei neuen Märklin-Modellen

#33 von Michael Knop , 21.11.2010 19:22

Zitat von Dölerich Hirnfiedler


Hallo Klaus,

da die Särge in der Kapuzinergruft aus Zinn und nicht aus Zink sind, hat das Zinnfraß - Problem der Särge mit der Zinkpest nichts gemeinsam. außer vielleicht, das es sich bei beidem um Korrosion handelt.

Ich kenne keinen Großserienhersteller, der nicht irgendwann in den letzten 30 Jahren Probleme mit mit einer Zinkpestcharge hatte.

mfg

D.



Hi Dölerich,

mit dem Werkstoffunterschied hast Du recht, aber nicht, dass es sich bei der "Zinkpest" um einen Korrosionsvorgang handelt.
Es sind Gefügeveränderungen, der Werkststoff verändert seine Kristallstruktur. Solche Umkristallisierungen sind mit Voluminaveränderungen verbunden.
Und weil bei Zink die Änderungen groß und Zinkguß sehr spröde ist, zerbröselt der Werkstoff weil er die Spannungen der Gefügeveränderung nicht plastisch (also durch Verformung) aufnehmen kann.
Leider kenne ich mich bei Zink nicht so gut aus, um jetzt ganz detailierte Auskunft über die Gittermodifikationen von Zink referieren kann


Aber vielleicht kennen das ja einige vom Stahl, hier wird der Werkstoff z.B. zum Härten "Austenitisiert", d.h. die Kristallstuktur durch Wärme von kubischraum- in kubischflächenzentriert verändert.

Auch bei Stahl ist das mit einer Volumensänderung verbunden (ich glaub' so ca. + 5 % - Schlag mich nicht wenns falsch ist, aber ist kommt gerade alles aus dem Kopf und die Ausbildung ist schon ein paar Tage her), aber Stahl kann im weichen Zustand diese Voluminaveränderung aufnehmen.

Wenn nun das Teil abgeschreckt wird, wird es (wenn ausreichend, also > 0.2 %, Kohlenstoff vorhanden ist) hart (und spröde).
Die komplette Beschreibung was passiert schenke ich mir gerade, nur soviel, auch beim Härten kann es genau wegen der Schrumpfspannungen der Gefüge(rück)veränderungen (plus der Wärmespannungen) zu Rissen kommen, die ein Werkstück bei falscher Härtung regelrecht explodieren lassen.



Werkstoffkundliche Grüße, Michael

PS: ich meine schonmal was geschrieben zu haben, zusammen mit Hartmut


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RE: Erfahrungsaustausch: Zinkpest bei neuen Märklin-Modellen

#34 von rolfuwe ( gelöscht ) , 21.11.2010 20:42

Egal wie es heißt oder was es ist, Zinkpest ist ja eigentlich auch falsch. Aber spätestens nach dem 2. WW waren die (Zink)-Legierungen und ihre Zusammensetzungen bekannt u. definiert. Jeder Ingenieur u. Techniker wäre also in der Lage, nach Datenblättern, das richtige Material auszuwählen u. zu bestellen.
Zu meinen Literaturschätzen gehören auch einige VDI-Jahresbände aus der Zeit 1930…1945. Ich glaube, wer sich mal mit solcher 70…80 Jahre alten Fachliteratur beschäftigt, stellt fest, wie es trotz rasanter Entwicklungen in der Elektronik u. Computer-Technik mit der Technik wieder bergab geht. Das ist aber eine typische Erscheinung der jetzt aktiven, jungen, dynamischen u. flexiblen Generation. Manager-Denken kommt vor logischem Denken durch kompetente Fachleute. Entsprechende Fehler macht die Politik. Made in Germany, Made in Europa, eine Lachnummer???
Die Frage ist doch, warum wird das falsch gemacht? Weil die Hersteller wissen, daß es kein Kunde in den nächsten 6…8 Jahren bemerkt? Denkweise im Stil der Londoner City Boys? Also doch Absicht oder nur Dummheit? Oder konnte es wieder mal keiner wissen, daß es schiefgehen kann, wenn die böse Marktwirtschaft den Manager dazu zwingt, die Fachleute einzusparen?


rolfuwe

RE: Erfahrungsaustausch: Zinkpest bei neuen Märklin-Modellen

#35 von Michael Knop , 21.11.2010 21:11

Zitat von rolfuwe
Egal wie es heißt oder was es ist, Zinkpest ist ja eigentlich auch falsch. Aber spätestens nach dem 2. WW waren die (Zink)-Legierungen und ihre Zusammensetzungen bekannt u. definiert. Jeder Ingenieur u. Techniker wäre also in der Lage, nach Datenblättern, das richtige Material auszuwählen u. zu bestellen.
Zu meinen Literaturschätzen gehören auch einige VDI-Jahresbände aus der Zeit 1930…1945. Ich glaube, wer sich mal mit solcher 70…80 Jahre alten Fachliteratur beschäftigt, stellt fest, wie es trotz rasanter Entwicklungen in der Elektronik u. Computer-Technik mit der Technik wieder bergab geht. Das ist aber eine typische Erscheinung der jetzt aktiven, jungen, dynamischen u. flexiblen Generation. Manager-Denken kommt vor logischem Denken durch kompetente Fachleute. Entsprechende Fehler macht die Politik. Made in Germany, Made in Europa, eine Lachnummer???
Die Frage ist doch, warum wird das falsch gemacht? Weil die Hersteller wissen, daß es kein Kunde in den nächsten 6…8 Jahren bemerkt? Denkweise im Stil der Londoner City Boys? Also doch Absicht oder nur Dummheit? Oder konnte es wieder mal keiner wissen, daß es schiefgehen kann, wenn die böse Marktwirtschaft den Manager dazu zwingt, die Fachleute einzusparen?




Hi Rolf-Uwe,

klar wissen die Leute wie's richtig geht.

Aber Kostendruck, oder der Wille noch mehr Profit zu machen, treiben machen guten Vorsatz ins Abseits. Und das nicht nur beim Verarbeiter, sondern auch in der Metallhütte.

Außerdem wird durch eine Verunreinigung der Schmelze nur der erste Grundstein für Zinkpest gelegt, als weitere (mitbestimmende) Faktoren kommen Giessparameter und Lagerung der Produkte dazu.


Grüße, Michael


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RE: Erfahrungsaustausch: Zinkpest bei neuen Märklin-Modellen

#36 von taunusbahn ( gelöscht ) , 22.11.2010 10:39

Hallo!


Zitat von Michael Knop
mit dem Werkstoffunterschied hast Du recht, aber nicht, dass es sich bei der "Zinkpest" um einen Korrosionsvorgang handelt.


Das müsste meines Wissens genau andersherum sein. Zink korrodiert im Falle mangelnder Reinheit, wobei das Korrosionsprodukt zu porös ist, um den weiteren Luftzutritt zu stoppen. Man könnte quasi von Durchrostung sprechen.

Zinn hingegen unterliegt der Modifikation. Es gibt metallisches und nichtmetallisches Zinn. Da ersteres bei Kellertemperatur nicht sonderlich stabil ist, wird es in nichtmetallisches Zinn umgewandelt., ähnlich wie sich roter, weißer und schwarzer Phosphor ineinander umwandeln lassen.

Grüße

Jimmy


taunusbahn

RE: Erfahrungsaustausch: Zinkpest bei neuen Märklin-Modellen

#37 von train bleu , 22.11.2010 12:09

Hallo!

Zitat
In der DDR war für Ingenieure, Techniker u. Facharbeiter in technischen Berufen, Konstruktionslehre u. Werkstoffkunde ein Ausbildungsfach. Da war man nicht auf “Metallurgen“ angewiesen.


War es 1989 an der Uni Southampton auch schon. Ist also eher keine Erfindung der DDR . Wenn Ihr mich fragt, geht es hier nicht um mangelndes Fachwissen, sondern um billigendes Inkaufnehmen inakzeptabler Qualitätsmängel gepaart mit Profitgier (siehe Produktionsverlagerung). Schliesslich war für mich (mit zugegeben höchst begrenztem Fachwissen) die Zink- 'Pest' ausschliesslich ein Problem der ersten Nachkriegsjahre, wo es nicht möglich war, reines Material zu produzieren. Für meinenTeil vermeide ich mehr und mehr das 'New Märklin'-Zeugs von nach 1990. Das Geld ist mir zu schade.
Viele Grüsse
Frank


 
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RE: Erfahrungsaustausch: Zinkpest bei neuen Märklin-Modellen

#38 von Michael Knop , 22.11.2010 19:05

Zitat von taunusbahn
Hallo!


Zitat von Michael Knop
mit dem Werkstoffunterschied hast Du recht, aber nicht, dass es sich bei der "Zinkpest" um einen Korrosionsvorgang handelt.


Das müsste meines Wissens genau andersherum sein. Zink korrodiert im Falle mangelnder Reinheit, wobei das Korrosionsprodukt zu porös ist, um den weiteren Luftzutritt zu stoppen. Man könnte quasi von Durchrostung sprechen.

Zinn hingegen unterliegt der Modifikation. Es gibt metallisches und nichtmetallisches Zinn. Da ersteres bei Kellertemperatur nicht sonderlich stabil ist, wird es in nichtmetallisches Zinn umgewandelt., ähnlich wie sich roter, weißer und schwarzer Phosphor ineinander umwandeln lassen.

Grüße

Jimmy





Hi Jimmy,

Korrosion ist ein separates Problem. Das ist aber stopbar durch sorgfältige Entfernung der Korrosionsprodukte und Neulackierung.

Zinkpest (die Gitterumwandlung) dagegen ist nicht heil- oder stopbar und führt IMMER zur vollständigen Zerstörung des betroffenen Teils.


Grüße, Michael


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RE: Erfahrungsaustausch: Zinkpest bei neuen Märklin-Modellen

#39 von taunusbahn ( gelöscht ) , 23.11.2010 13:24

Das ganze Problem hätten wir gar nicht, wenn sich mal ein Hersteller zur Anfertigung von Premiumgehäusen aufraffen könnte. Die wären dann aus Chromnickelstahlguss.

Grüße

Jimmy


taunusbahn

RE: Erfahrungsaustausch: Zinkpest bei neuen Märklin-Modellen

#40 von Railion ( gelöscht ) , 23.11.2010 18:07

Moijen


HAT Märklin doch schon.... PLATIN^^ (wollte nur kaum jemand haben )


Railion

RE: Erfahrungsaustausch: Zinkpest bei neuen Märklin-Modellen

#41 von taunusbahn ( gelöscht ) , 23.11.2010 18:29

Wann war das denn?


taunusbahn

RE: Erfahrungsaustausch: Zinkpest bei neuen Märklin-Modellen

#42 von kaeselok , 23.11.2010 19:04

Zitat von taunusbahn
Wann war das denn?



Bitte schön:

http://www.maerklin.de/millennium/teil3_1.html

Viele Grüße,

Kalle


 
kaeselok
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RE: Erfahrungsaustausch: Zinkpest bei neuen Märklin-Modellen

#43 von maybreeze , 23.11.2010 22:08


Liebe Grüße aus Wien
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RE: Erfahrungsaustausch: Zinkpest bei neuen Märklin-Modellen

#44 von taunusbahn ( gelöscht ) , 24.11.2010 10:28

Hallöle allerseits!

Zitat von kaeselok

Zitat von taunusbahn
Wann war das denn?



Bitte schön:

http://www.maerklin.de/millennium/teil3_1.html

Viele Grüße,

Kalle



Vielen Dank!


Zitat von kaeselok (im verlinkten Thread auf Seite 1)
Wertes Kollegium!

Danke! Ihr habt mir die Augen geöffnet!

Statt mein Geld zu Banken zu tragen und ein paar mikrige % Zinsen zu bekommen sollte ich wohl lieber in Platin investieren?!

Ok ....


Viele Grüße,

Kalle


Das wäre nun wirklich Käse. Edelmetalle sind ausgesprochene Spekulationsgüter.

Als ich zum ersten Mal im Leben etwas über den Goldpreis in Erfahrung bringen konnte, lag er bei 37 DM/g. Das war übrigens in meiner Schulzeit. In der Folgezeit fiel er und erreichte bald 30 DM/g, lag damit aber immer noch über dem verlinkten Platinpreis. Bei Goldmünzen habe ich Kursverluste von 35-40 % mitbekommen, z. B. 980 DM im Verkauf, aus denen dann da. 600 DM im Ankauf wurden.

Kann aber auch sein, dass das für die Loks alles nicht gilt. Im Gegensatz zu Schallplatten und Gitarren kann man hier sicher sein, dass eine limitierte Auflage mangels Erschwinglichkeit in diesem Fall wirklich sehr limitiert ist. Und es werden auch nicht mehr; selbst eine Neuauflage wäre nicht dasselbe. Zudem werden funktionstüchtige Märklin-Loks nicht zum Schrottwert gehandelt.


Zitat von Klauenkupplung (im verlinkten Thread auf Seite 1)
Ich vermute, dass nur Märklin selber weiss, wieviele verkauft wurden und das auch nicht veröffentlicht, Kundschaft derartiger Objekte besteht im Normalfall auf Diskretion.


Verstehe nicht, wo da ein Problem sein soll. Die Namen werden doch nicht veröffentlicht, also ist die Diskretion gewahrt.

Grüße

Jimmy


taunusbahn

RE: Erfahrungsaustausch: Zinkpest bei neuen Märklin-Modellen

#45 von Lokwerkstatt ( gelöscht ) , 26.11.2010 20:29

Nabend zusammen,

habe aktuell eine Köf 36808 hier liegen. Der Motor blockiert. Nach Demontage der vorderen Haube dann der grosse Schreck. Komplett brüchig das ganze Teil. Eigentlich wollte ich innen etwas weg fräsen, damit der Motor wieder drehen kann. Das ist komplett in die Hose gegangen. Die Haube ist mir in der Hand auseinander gefallen.
Nach dem ersten Schreck dann eine neue Haube bei M. besorgt ( in schwarz ). Die grüne gibt es ja nicht mehr. Die hab ich dann im originalen Farbton lackieren lassen. Alle Anbauteile getauscht und die Elektrik in der Haube neu verlötet. Jetzt ist die Köf wieder wie neu. Materialwert etwa 50 Euro und die eigene Arbeitszeit.


Lokwerkstatt

   


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