Moin,
tschuldigung, wenn ich nach über 2 Jahren den Fred nochmal hoch hole.
Ich habe die Elektronik von 39081 günstig ergattert und wollte damit meinen Insiderzug 39080 ein wenig "aufhübschen".
Auch ich bin vom Klackern betroffen, habe aber wohl auch eine Ahnung, woran es liegen könnte:
Da wurde schlichtweg ein falsches Relais eingebaut. Nichts anderes.
Es gibt monostabile und bistabile Relais. Der Unterschied ist der, dass monostabile nur solange den Arbeitsstromkreis schließen, wie sie selber mit Strom versorgt werden. Sobald der Strom wegfällt, fällt auch das Relais wieder ab. Sozusagen wie ein Klingelknopf, der ständig gedrückt werden muss, damit es klingelt.
Ein bistabiles Relais ist wie ein Umschalter. Es bekommt einen kurzen Impuls in die gewünschte Richtung und schaltet dann um. Der Impuls kann auch stehen bleiben, das Relais nimmt einem das nicht krumm. Es sollten nur nicht beide Richtungen gleichzeitig geschaltet werden. Es bleibt auch in der letzten gestellten Position und benötigt hierfür keinen Strom.
Für eine Schleiferumschaltung benötigt man demzufolge ein bistabiles Relais.
Im 39081 ist fälschlicherweise ein monostabiles verbaut. Ich habe (noch) nicht nachgeschaut, aber ich bin so sicher, dass ich es gar nicht brauche.
Beim Umschalten passiert folgendes: Der Decoder zieht eine Leitung (z.B. Aux3) und das Relais schaltet auf den hinteren Schleifer um. Kennt man vom VT 11, wenn man den Triebwagen allein aufgleist. Man hört es klacken und die Lok ist stromtechnisch tot und ohne zweiten Triebkopf auch erst mal nicht zum Leben zu erwecken, weil kein Strom mehr an die Elektronik kommt. SO ist es korrekt.
Gleisen wir jetzt nur den Triebkopf vom 39081 auf und schalten denn die Richtung um, hört man es klacken. Der Zug schaltet auf den - nicht vorhandenen - Schleifer um und bekommt keinen Stom mehr. Das hat zur Folge, dass auch das Relais abfällt, weil es ebenfalls keinen Strom mehr bekommt. Dadurch, dass es abfällt und damit auf den Schleifer des Triebkopfes umschaltet, bekommt der Decoder (und das Relais) wieder Strom und schaltet sich sofort wieder um, um sich selber den Strom abzuschalten. Es fällt wieder ab usw.
Ergebnis: Das Relais klackert, weil es sich selber ständig den Strom wegschaltet und wieder einschaltet und dabei jedesmal natürlich auch umschaltet.
Kann man einfach prüfen: Den Zug aufgleisen MIT Steuerwagen, Fahrrichtung so schalten, dass der Steuerwagen "vorne" ist. Das Relais klackt einmal. Dann einfach mal den Strom wegnehmen. Was hören wir? Richtig. Das Relais klackt wieder. Ohne Strom? Jau, weil es ein monostabiles Relais ist und einfach hörbar abfällt.
Macht das gleicht mit dem VT11 oder einem vergleichbaren Zug. Da klackt beim Wegnehmen des Stroms nix, weil das bistabile Relais einfach in seiner letzten Position bleibt.
Es gibt jetzt eine erstaunliche Auskunft von einem autorisierten Märklin Reparaturservice:
Zitat "Das ist so und auch nicht zu beheben"
Zweiter Reparaturservice
Zitat "Wir können einen Puffer einbauen und das Problem damit in den Griff bekommen. Machen wir auch kostenlos auf Garantie"
Das ist zumindest Service, der sich sehen lassen kann.
Aber keine Info über ein evtl. falsches Relais.
Meine Vermutung: Der Lieferant, der für Märklin die Platinen gebaut und bestückt hat, hat sich schlichtweg vertan und den falschen Relaistyp montiert. Märklin ist quasi selber verarscht worden. Das kann man natürlich nicht zugeben und behoben wird das Problem auch nur, wenn jemand meckert. Warum der autorisierte Reparaturservice im Regen stehen gelassen wird, ist mir schleierhaft, aber anhand der Informationspolitik von M. auch nicht unbekannt.
Wenn meine Vermutung stimmt, müsste durch den Einbau eines bistabilen Relais der Zug genau so fahren, wie es sein sollte. Ich werde es in den nächsten Tagen testen und nochmal berichten.
In diesem Sinne noch viel Spaß mit der MoBa
Michael