Trix Traxx: Bilder des Motors von innen

Bereich für alle Themen rund um die Modellbahn-Elektronik und elektr. Umbauten für Analogbetrieb.
Antworten
Benutzeravatar

Threadersteller
DeMorpheus
Metropolitan (MET)
Beiträge: 3630
Registriert: Mi 22. Dez 2010, 13:08
Nenngröße: H0
Steuerung: MS2 Gleisbox + BPi
Gleise: C-Gleis: ML+2L-fähig
Wohnort: Aachen
Alter: 29
Kontaktdaten:

Trix Traxx: Bilder des Motors von innen

#1

Beitrag von DeMorpheus »

Hallo,

nachdem ja immer wieder über die Qualität von Büchsenmotoren/Wegwerfmotoren/Billigmotoren etc. diskutiert wird, die Trix Traxxe (Kunststoffgehäuse) aber einen solchen haben der allgemein als recht hochwertig gilt habe ich einfach mal in einen hineingeschaut.

Es ist ein Motor von Igarashi, die äußeren Abmessungen stimmen mit dieser Serie überein. Es ist aber eine Sonderanfertigung mit längerer, an beiden Seiten überstehender Welle.

Ich habe auch einige elektrische Werte gemessen, die aber ausdrücklich auch falsch sein können. Ich habe momentan nur ein billiges analoges Messgerät hier.
Der Widerstand einer Wicklung beträgt etwa 5 Ω, der Anschlusswiderstand 15 Ω.
Bei 12 V DC im Leerlauf liegt der Strom bei 80 mA. Beim Abbremsen mit der Hand schnell über 500 mA.


Ein Klick auf die Bilder führt zu einer noch größeren Version!

So sieht der Motor von vorne aus, wie viele x-beliebige Billigmotoren:
 
Bild[0007]


Die andere Seite mit den Anschlüssen sieht so aus, das macht schon einen aufwendigeren Eindruck:
 
Bild[0008]


Um den Motor zu öffnen habe ich die umgebogenen Metalllaschen abgefeilt, das klappt recht gut:
 
Bild[0009]


Die jetzt herausnehmbare Rückwand mit Bürstenträger etc. sieht komplett montiert so aus:
 
Bild[0010]


... und das sind die Einzelteile. Das schwarze Kunststoffteil ist fest um das Metallteil herumgespritzt und nicht entfernbar, auch die Bürstenführungen sind dauerhaft festgeschmolzen.
Die Bürstenführungen sind wie bei den alten Märklin-Motoren aus Blech gebogen, lassen den Bürsten aber deutlich weniger Spielraum sich zu verdrehen, verkanten o.ä.
Das hinten eingeklemmte Sinterlager ist außen ballig ausgeführt und richtet sich an der Welle aus. Dadurch wird die Montage des Motors deutlich vereinfacht, beide Lager passen gut saugend auf die Welle und lassen sich beim geringsten Verkanten nicht mehr weiterschieben.
Kohlebürste und Feder sind natürlich doppelt vorhanden.
 
Bild[0011]


Nettes Detail am Rand und für mich sehr wichtig: Eine kleine Montagehilfe in Form eines Halters für die Bürstenfeder die man bei dann erst bei schon fast ganz zusammengeschobenem Motor auf die Bürste verschiebt. So lässt sich der Motor unkompliziert wieder zusammenbauen ohne dass man die Schwungmasse abziehen oder darauf achten muss dass die Welle mit dem Kollektor nicht wieder zu weit aus dem Bürstenträger herausrutscht.
 
Bild[0012]


Eine Kohlenbürste sieht so aus. Man sieht dass die Kohle bislang nur mit zwei schmalen Graten auf dem Kollektor aufliegt wie es auch beim kritisierten Märklin-Dreipoler der Fall ist. Dabei hat dieser Motor geschätzt etwa 40 Betriebsstunden bei teils hoher Last hinter sich.
 
Bild[0013]


Auch am fünfpoligen Kollektor ist sichtbar dass die Bürste nur auf zwei schmalen Streifen aufliegt. Diese sind aber nicht eingelaufen, die Kollektorspalten frei von Abrieb und auch so tief dass wohl kaum Gefahr besteht. Die Metallauflage ist sehr dick.
Die vor dem Kollektor auf der Welle sichtbaren Scheiben dichten zum Lager hin ab. Die beiden großen stecken dabei recht fest auf der Welle, die kleinen (eine ganz dünne und eine so dick wie die großen) haben etwas Spiel.
 
Bild[0014]


Den Anker konnte ich leider nicht ausbauen, da ich kein Werkzeug zum Abziehen der Schwungmasse habe. Hier ist er so weit wie möglich herausgezogen und mit dem Schraubendreher festgeklemmt. Der Anker hat fünf Keulen und ist schräg genutet. Passend zu den fünf Keulen hat der Motor fünf Wicklungen, diese sind um jeweils zwei Keulen herumgewickelt. Der Motor hat zehn leichte, aber eindeutig feststellbare Rastpole.
 
Bild[0015]


Der Motor lässt sich problemlos wieder zusammenbauen. Der Deckel klemmt recht stramm im Gehäuse und wird im Fahrzeugrahmen noch zusätzlich festgeklemmt.
 
Bild[0016]


Edit 2015-03-22: Bilder von imageshack auf dropbox umgezogen
Zuletzt geändert von DeMorpheus am So 22. Mär 2015, 17:16, insgesamt 2-mal geändert.
Viele Grüße,
Moritz
'Nitwit! Blubber! Oddment! Tweak!'

Benutzeravatar

rmayergfx
Metropolitan (MET)
Beiträge: 4354
Registriert: Mo 7. Jul 2008, 13:42
Nenngröße: H0
Stromart: AC
Steuerung: MS2, 6021, 60213
Gleise: C-K-Flex-M-Gleis
Wohnort: Ufr.

Re: Trix Traxx: Bilder des Motors von innen

#2

Beitrag von rmayergfx »

Hallo Moritz,

danke für den tollen Bericht mit den vielen guten Bildern.
Wäre jetzt nur noch interessant zu wissen, ab welcher Temperatur
der schwarze Kunststoff weich wird, denn dann würden sich die beiden
Befestigungspunkte der Bürstenführungen verabschieden und der
Motor wäre hinüber. Wie warm wird denn der Motor wenn er einige
Zeit unter Vollast läuft ?

mfg

Ralf
Der Computer soll die Arbeit des Menschen erleichtern und nicht umgekehrt!
Neue Kupplungen für Faller OHU Selbstentladewagen: http://www.stummiforum.de/viewtopic.php?f=27&t=82863
Kein Support per PN !

Benutzeravatar

Threadersteller
DeMorpheus
Metropolitan (MET)
Beiträge: 3630
Registriert: Mi 22. Dez 2010, 13:08
Nenngröße: H0
Steuerung: MS2 Gleisbox + BPi
Gleise: C-Gleis: ML+2L-fähig
Wohnort: Aachen
Alter: 29
Kontaktdaten:

Re: Trix Traxx: Bilder des Motors von innen

#3

Beitrag von DeMorpheus »

Hallo Ralf,

zu den Temperaturen kann ich im Moment keine sonderlich genauen Angaben machen, könnte am Wochenende aber mal einen „Handtest“ machen.

Das Löten an den Anschlussfahnen hat dem Kunststoff überhaupt nichts ausgemacht.
Die Lok aus der dieser Motor ist hat auf einem Stammtisch auch schon mal über eine halbe Stunde lang einen sehr schweren Zug(*) gezogen. Danach war die Lok am Gußrahmen kaum spürbar erwärmt, direkt am Motor habe ich nicht nachgefühlt.

(*)
8 m gemischter Zug vom beleuchteten Blechwagen bis zum Plastikzweiachser; der Zug war jedenfalls so schwer dass die Lok ihn nur mit Hilfe einer zusätzlichen Köf wegbekommen hat.
Viele Grüße,
Moritz
'Nitwit! Blubber! Oddment! Tweak!'

Benutzeravatar

michl080
EuroCity (EC)
Beiträge: 1000
Registriert: So 21. Nov 2010, 20:22
Nenngröße: H0
Stromart: digital
Steuerung: DCC Multimaus & Eigenbau
Gleise: Tillig Elite
Wohnort: Ba-Wü
Alter: 59

Re: Trix Traxx: Bilder des Motors von innen

#4

Beitrag von michl080 »

DeMorpheus hat geschrieben:nachdem ja immer wieder über die Qualität von Büchsenmotoren/Wegwerfmotoren/Billigmotoren etc. diskutiert wird, die Trix Traxxe (Kunststoffgehäuse) aber einen solchen haben der allgemein als recht hochwertig gilt habe ich einfach mal in einen hineingeschaut.[...]
moinmoin,

danke für die interessanten Bilder. Das ist sicher kein Schrottmotor. Der Motor ist vielleicht nicht sehr teuer, aber bis ins Detail durchdacht. Als Feinwerktechniker bin ich immer wieder erstaunt über die sehr pfiffigen Details, die manche dieser Motoren haben. Dahinter stehen erstklassige Ingenieure, die ihr Handwerk verstehen. Der Kollektor, die Lager, der Kohlehalter, alles sehr schön gemacht.

Leider verstehe ich nicht, warum die Kohlen die zwei vorstehenden Kanten haben, allerdings bin ich mir sicher, dass sich dabei jemand was gedacht hat :-)

Michael

Benutzeravatar

Threadersteller
DeMorpheus
Metropolitan (MET)
Beiträge: 3630
Registriert: Mi 22. Dez 2010, 13:08
Nenngröße: H0
Steuerung: MS2 Gleisbox + BPi
Gleise: C-Gleis: ML+2L-fähig
Wohnort: Aachen
Alter: 29
Kontaktdaten:

Re: Trix Traxx: Bilder des Motors von innen

#5

Beitrag von DeMorpheus »

michl080 hat geschrieben:danke für die interessanten Bilder. Das ist sicher kein Schrottmotor. Der Motor ist vielleicht nicht sehr teuer, aber bis ins Detail durchdacht. Als Feinwerktechniker bin ich immer wieder erstaunt über die sehr pfiffigen Details, die manche dieser Motoren haben. Dahinter stehen erstklassige Ingenieure, die ihr Handwerk verstehen. Der Kollektor, die Lager, der Kohlehalter, alles sehr schön gemacht.
Genau das möchte ich mit dieser Bilderserie zeigen! Von außen kann man dem Motor halt nicht ansehen was er kann, als Laie schon mal gar nicht.
Viele Grüße,
Moritz
'Nitwit! Blubber! Oddment! Tweak!'


noels
InterRegio (IR)
Beiträge: 241
Registriert: Do 4. Okt 2007, 09:44
Nenngröße: H0
Stromart: DC
Steuerung: dcc
Gleise: Trix Express
Wohnort: osnabrück
Alter: 60
Kontaktdaten:

Re: Trix Traxx: Bilder des Motors von innen

#6

Beitrag von noels »

Moin,
krankheitsbedingt war ich eine Weile nicht sehr aktiv im Netz und habe diesen Beitrag erst jetzt gesehen.
Auch ich möchte mich für die klare und wertfreie Darstellung bedanken!!

Dieser Motor ist ein Beleg dafür, daß es möglich ist, für einen nicht all zu großen Aufpreis einen ordentlichen Motor zu liefern. Wenn dieser Motor dann auch in ein paar Jahren noch für einen fairen Preis als Ersatzteil lieferbar ist, um ihn bei verbrauchten Kohlen ersetzen zu können, bin ich zufrieden. Dann ist das eine brauchbare Alternative zu hochwertigen Motoren.
In Asien beherrscht man es, einen Motor mit den entscheidenden Details auszustatten und die Serienstreuung genau definiert zu begrenzen. Der Preisunterschied dabei ist relativ gering. Der Kunde (Märklin) muß nur die Anforderungen genau definieren. Offensichtlich geht das ja :wink:

VG
Heiko


SAH
Gleiswarze
Beiträge: 10358
Registriert: Mo 6. Jun 2005, 17:49
Kontaktdaten:

Re: Trix Traxx: Bilder des Motors von innen

#7

Beitrag von SAH »

Guten Tag Moritz,
DeMorpheus hat geschrieben: Der Widerstand einer Wicklung beträgt etwa 5 Ω, der Anschlusswiderstand 15 Ω.
Da stimmt was nicht:
Bei einem 5-poligen Motor mit einem Anschlusswiderstand von 15 Ohm muss jede Wicklung nach
1/Rges = 1/2R + 1/3R = 3/6R+2/6R = 5/6R haben. Folglich: R ges = 6/5*R und somit R = 5/6*Rges = 15*5/6 = 12,5 Ohm haben.
Wenn Du zwei benachbarte Wicklung abgreifst gilt:
1/Rges = 1/R + 1/4R = 5/4R; also Rges = 4/5*R und somit R = 5/4 * Rges = 18,75 Ohm.

Einen Bürstenwiderstand > 1 Ohm halte ich für unwahrscheinlich.

mit freundlichen Grüßen,
Stephan-Alexander Heyn
Stephan-Alexander Heyn
www.sheyn.de/Modellbahn/index.php

Antworten

Zurück zu „Elektrik und Elektronik“