Spur 1 Märklin (Maxi) - Anfängerfragen zur Digitalisierung

#1 von Marty51 , 06.01.2022 17:17

Hallo zusammen,

als frischgebackener Spur 1 Neuling habe ich einige Fragen in Bezug auf Wechselstrom und die Verwendung vorhandener Digitalsteuerungen bzw. passende Digitaldecoder.

Konkret: Man hat mir eine kleine Sammlung mit Spur 1-Teilen der Firma Märklin vermacht. Vieles konnte ich bereits restaurieren. Zwei Lokomotiven stammen aus der alten Maxi-Produktlinie, eine dritte aus dem alten Märklin Spur 1 Programm - eine BR 80. Dazu ein Delta-Steuergerät und ein Märklin 32 VA Regeltransformator. Das Anschließen war nicht das Problem, nach etwas Einfahrzeit liefen dann auch die Loks rund. Die BR 80 fährt allerdings nur analog, weil die keinen Delta-Decoder an Bord hat. Allerdings fahren die im Rangierbetrieb einfach nur grauslich, nämlich analoges Digital: AN / AUS. Dazwischen gibt es so gut wie nichts zu regeln. Kein Auslauf, keine vernünftige Anfahrt, keine ordentliche Schleichfahrt. Da bin selbst in Analog von meiner H0 wirklich besseres gewohnt. Nun habe ich in meinem Fundus einen alten Roco-Digitalverstärker mit Lokmaus 2 und einem 40 VA Trafo. Zwecks Programmierung kann da auch eine Multimaus genommen werden. Ich hab zwar für meine H0 die Roco z21 start, aber die soll da erst mal nicht für verwendet werden.
Ich weiß nicht, ob das leistungsmäßig ausreicht, da die schweren Kisten wohl etwas mehr Strom brauchen.

Frage 1: Kann ich sowas nehmen? Ich will wirklich nur mit maximal zwei Loks fahren. Mir gehts da eher um bessere Schleichfahrten.
Frage 2: Die Loks fahren auf Wechselstrom. Was muss ich machen, wenn ich die auf Zweileiter umrüsten will?
Frage 3: Kann ich Decoder aus dem Spur H0 Sektor nehmen, weil da hätte ich noch zwei ältere übrig. Sind beides Lenz Standard V2.

Das Ganze soll auch nur eine Art Teststrecke sein, ich will mich da herantasten. Nicht nur Modellbaumäßig, sondern auch von der Technik her. Deswegen die Frage, ob ich die Sachen aus meinem Fundus verwenden kann, weil ich erst mal nichts extra dazukaufen wollte.

Wäre nett, wenn mir da jemand ein wenig unter die Arme greift und mir diese Fragen beantworten kann.

Viele Grüße
Markus


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RE: Spur 1 Märklin (Maxi) - Anfängerfragen zur Digitalisierung

#2 von supermoee , 06.01.2022 17:29

Hallo

zur FRage 2: Märklin Spur 1 fährt genauso auf 2 Leiter. Die Loks fahren nicht auf Wechselstrom, sondern Digital, da sie Delta Dekoder haben. Diese haben MM Protokoll. Ob die Lokmaus 2 das MM Protokoll beherrscht lässt sich aus der BDA nicht entnehmen. Vermutlich nicht, dann musst du die Dekoder/Module der Loks mit DCC Dekoder austauschen. Oder du nimmst eine Zentrale, die das MM Protokoll beherrscht, dann können die Dekoder bleiben.

Einen besseren Langsamlauf bekommst du durch den Wechsel der Zentrale nicht, solange du die (schrott) Deltadekoder rin hast.

Gruss

Stephan


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RE: Spur 1 Märklin (Maxi) - Anfängerfragen zur Digitalisierung

#3 von Marty51 , 06.01.2022 17:38

Hallo, Stephan,

so ähnlich habe ich mir das schon gedacht. Ich habe hier noch zwei Lenz Standard V2 Decoder liegen, vielleicht sind die für solch einen Testlauf geeignet? Oder erweisen die sich als zu schwach und gehen in Rauch auf, wenn ich eine damit ausgerüstete Lok aufs Gleis stelle? Ich habe irgendwo im Hinterkopf, dass hier wesentlich mehr Strom als bei H0 benötigt wird.

Gruß
Markus


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RE: Spur 1 Märklin (Maxi) - Anfängerfragen zur Digitalisierung

#4 von MU5T4N6 , 06.01.2022 17:55

Zu Frage 1: Die Digitalzentrale muss in der Lage sein, genug Strom (Ampere) für die Loks bereitzustellen.

Zu Frage 2: Bitte nicht die Stromzuführung mit der Art des Stroms verwechseln. Wie Stephan schon schrieb fährt Spur 1 auf Außenleiter, kann aber mit Gleichstrom, Wechselstrom oder Digitalstrom betrieben werden (mit entsprechenden Elektronikbausteinen/Decodern).

Zu Frage 3: Solange der Motor der Spur 1 Lok nicht mehr Strom zieht als der Decoder bereitstellen kann, kannst du auch Decoder für H0 verwenden. Und ein guter H0 Decoder schaltet bei Überlast automatisch ab, um Schaden abzuwenden. Ob deine Lenz Decoder das können, weiß ich nicht. In meine Maxi T3 kann ich locker einen normalen H0 Decoder einbauen, da die Lok mit ca 450 mA Stromverbrauch deutlich unter der Leistungsgrenze des Decoders von 1A liegt. Bei einer größeren Lok wie meiner V 100 wird das schon kritischer, da wäre ein ESU LokPilot L oder XL angebrachter.

Mal als Beispiel, ich kann meine Maxi T3 Lok problemlos mit nur einer Märklin Mobile Station 2 betreiben, da die Lok deutlich weniger Strom braucht als die MS2 (bzw die Gleisbox und ihr Netzteil) bereitstellen kann.


Gruß, Max
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RE: Spur 1 Märklin (Maxi) - Anfängerfragen zur Digitalisierung

#5 von supermoee , 06.01.2022 18:03

Hallo Markus

ich habe online nur den Standard+ V2 gefunden. ICh weiss nicht ob das der gleiche ist, wie du hast.

Der hat eine Dauerbelastbarkeit von 1A. Ist nicht wenig. Ich kann dir aber nicht sagen, ob das für eine Maxi Lok reicht.

Märklin bot früher die Elektronik 60955 für Maxi Loks Umbauten an. Da konnte ich aber auch keine Angaben über die Belastbarkeit finden. Nur die Funktionen durften max. 200mA verbrauchen

Gruss

Stephan


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RE: Spur 1 Märklin (Maxi) - Anfängerfragen zur Digitalisierung

#6 von Marty51 , 06.01.2022 18:13

Hallo,

ja, das ist der Standard+ V2. Hab grad mal nachgelesen, der verkraftet 1A unter Dauerbelastung. Ich müsste mal messen, wieviel mA die T3, bzw. BR 80. In der Betriebsanweisung steht was über diese Gleichstromplatinen, muss ich mal weiter recherchieren. Aber so habe ich dann schon mal ein paar Ansatzpunkte. Wie sich das alles noch entwickeln wird, kann ich nicht sagen. Zunächst ist Testen und Ausprobieren angesagt. Wenn das alles zu meiner Zufriedenheit funktioniert, wird zunächst in Gleismaterial investiert, da ich hier aus dem Grundstock nur 600 mm Radien habe und die entsprechend kleinen Weichen dazu.

Vielen Dank für die bisherigen Infos,

Markus


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RE: Spur 1 Märklin (Maxi) - Anfängerfragen zur Digitalisierung

#7 von Pirat-Kapitan , 06.01.2022 22:54

Moin,
ich habe in einem C-Kuppler von LGB mit schwarzem Gehäuse (Spreewald) jahrelang einen Lenz gold (noch nicht die plus-Version) gefahren, Gleisspannung 22,0V.
Erst an einem heißen Sommertag hat der Decoder in einer Steigungsstrecke wegen Überlast abgeschaltet, war aber nicht defekt sondern nach Abkühlung wieder voll einsatzfähig.
Ich meine daher, dass für Deine Testzwecke die vorhandenen Lenz Standard+ V2 ausreichen sollten. Für Deinen Einsatzzweck sollte auch die z21 ausreichen, wobei ich eher das Problem bei der abgegebenen Schienenspannung als bei der Leistung (Ampere) sehe.

Schöne Grüße
johannes


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RE: Spur 1 Märklin (Maxi) - Anfängerfragen zur Digitalisierung

#8 von 8erberg , 09.01.2022 18:57

Hallo,

die Maxi-Loks haben wirklich gute Mabuchi-Motoren die ziehen ca. 400 mA bei Anfahrt.
Die Motoren funktionieren mit guten Decodern hervorragend. Umbaubeispiel: http://www.robkruijt.net/Maxi/pages/Digital.htm

Peter


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RE: Spur 1 Märklin (Maxi) - Anfängerfragen zur Digitalisierung

#9 von SiKZorro , 10.01.2022 09:18

Hallo,

als günstigen, kleinen Decoder kann ich dir den LD-G-34 plus von tams empfehlen.
Der kann bis 3A, das sollte für deine Loks reichen.
Ich verbaue den in alle "kleinen" LGB Loks und hatte bisher keine Probleme.
Der Decoder kann Motorola und DCC, läuft auch mit einer z21 Start und Lokmaus problemlos.

Grüße

Zvoni


http://www.zvonis-bahn.de


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RE: Spur 1 Märklin (Maxi) - Anfängerfragen zur Digitalisierung

#10 von guido , 10.01.2022 11:57

Hallo,

falls erforderlich, hier ein Website für die Verkabelungsinfo von Maxi-Loks, denn die Kabelfarben sind nicht intuitiv den Verbrauchern zuzuweisen.
Diese Seite beschäftigt sich auch mit einigen alten Maxi-Decodern:
http://www5a.biglobe.ne.jp/~popi/gauge1/digital/digital.htm

Viele Grüße,
Guido


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RE: Spur 1 Märklin (Maxi) - Anfängerfragen zur Digitalisierung

#11 von guido , 10.01.2022 14:23

Hallo nochmal Markus,

ich habe hier auch noch eine Datei in meinem Archiv gefunden, die die Verkabelung in der Lok "Max" zeigt. Die gilt natürlich so auch für alle anderen Maxis mit dem einfachen Delta-Decoder.

Da die Maxis wegen der vielen Schraubverbindungen nicht immer so ganz leicht zu zerlegen sind, ist es vielleicht ganz hilfreich für Dich, wenn Du die Kabelfarben zuordnen kannst, ohne gleich das komplette Gehäuse auf der Suche nach den Verbraucherzuordnungen auseinanderzunehmen.

Falls Du, wie in anderen Posts angedacht, einen leistungsfähigen H0 oder 0-Decoder verwendest, wird der auch unten in die Fahrwerke passen, wo sonst der Delta-Decoder sitzt. Nur der Umbau mit den voluminösen Decodern von ESU & Co. wird es erfordern, das Ding woanders unterzubringen - z.B. im Kessel oder Führerhaus.

Edit: Diese Homepage
https://www.spur1-mel.de/index.php/fahrzeuge/max-supermax
beschäftigt sich mit dem Umbau einer solchen einfach Max-T3. Velleicht auch von Interesse.

Viele Grüße,
Guido


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RE: Spur 1 Märklin (Maxi) - Anfängerfragen zur Digitalisierung

#12 von Claus60 , 15.02.2022 09:17

Hi,
Nur mal ein kleiner Hinweis zur z21 Start. Die Gleisspannung ist direkt abhängig von der Einspeisung. Sie verträgt locker auch 24 Volt, so das man auf eine Gleisspannung von etwa 23 Volt (Eingangsspannung - 1 Volt) kommen kann. Ich nutze dazu ein stabilisiertes Universal- Laptop Netzteil mit 4,5 Ampere. Da lässt sich die Spannung von 12 bis 24 Volt einstellen. Somit kann ich 11 - 23 Volt Gleisspannung erzeugen. Obendrein kostet so ein Netzteil nur etwa ein viertel des nicht einstellbaren und nicht stabilisierten "Original" Roco Netzteils.

Da ich in Spur 0e in aller Regel mit normalen H0 Decodern fahre (wenn ich nicht sowieso schon auf RC und Akku umgerüstet habe), habe ich die Eingangsspannung auf 16 Volt gestellt und fahre somit mit 15 Volt Gleisspannung. Ob das mit dem alten Lokmaus- Verstärker auch so funktioniert, entzieht sich meiner Kenntnis, wäre aber fast zu vermuten. Wenn die Maxi Motoren eher unter 500 mA bleiben, wären "große" Decoder Verschwendung, imho. Und dann sollten etwa 16 Volt Gleisspannung optimal sein.


Danke fürs Lesen, Claus

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RE: Spur 1 Märklin (Maxi) - Anfängerfragen zur Digitalisierung

#13 von Marty51 , 09.03.2022 16:35

Hallo, zusammen.

Zunächst einmal, vielen Dank für die zahlreichen Tips und Hinweise, die ich von Euch erhalten habe.

Der Umbau der alten Märklin Br 80 ging eigentlich relativ problemlos, der Permanentmagnet passte gut und liess sich auch ohne nennenswerte Pannen einbauen. Den Motor habe ich, weil der einmal zerlegt war, komplett überholt. Danach habe ich auch die alten Funzeln gegen LEDs warmweiß ersetzt. Noch nicht digitalisiert aber fertig umgebaut auf Gleichstrom fuhr die Lok mit einem kleinen Gleichstromtrafo von Roco relativ gut. Mit relativ meine ich, zufriedenstellende Regelung, ab und an Aussetzer auf den alten Weichen. Aber kein Hoppeln mehr wie unter Wechselstrom, wenn die Fahrtrichtung umgeschaltet wurde. So, wie ich es von analogen H0-Loks gewohnt bin. Vor und zurück, ganz geschmeidig. Davon angetan, ging es nun daran den Decoder einzubauen. Ich hatte mir, Euren Tipps folgend, den TAMS LD-G-34 plus besorgt, da kam ich ganz günstig ran. Eingebaut und Testfahrt gemacht. Dazu hatte ich eine etwa ältere Roco Box mit Multimaus genommen, was von der Leistung her gut funktioniert hat. Aber es ist mir selbst nach zwei Tagen (!) nicht gelungen, passende CV Einstellungen zu finden, die den Motor vernünftig regeln. Und ich behaupte mal, dass ich in all den Jahren, in denen ich Loks in H0 erfolgreich umgebaut habe, genügend Erfahrung in der Programmierung besitze….

In der Baugrösse sollte eine Schleichfahrt, wie ich es selbst bei alten H0-Loks hinbekommen habe, kein Problem sein. Aber nein. Ständige Aussetzer, Ruckeln im unteren Drehzahlbereich haben mir den Spaß an der Sache genommen. In weiteren Ausbauten wie zusätzliche Schleifer oder einen gänzlich neuen Motor wollte ich nicht mehr investieren. Nach ein paar weiteren Tagen habe ich dann alles wieder zurückgebaut, die Lok aber in Gleichstrom belassen. So fährt sie halbwegs vernünftig, der Decoder werkelt jetzt als Lichtdecoder in einem H0-Steuerwagen… naja, wenigsten kein totaler finanzieller Verlust. Fazit dieser Umbauaktion: der Umbau der Uralt Spur 1 Loks lohnt sich nicht und geht nur mit hohem Aufwand, wenn man denn eine brauchbare gut fahrende Digital-Lok erhalten will. Für dass, was dabei investiert werden muss, kann man besser eine neuere fertige digitale gebrauchte Lok kaufen und hat von Anfang an vollen Spaß daran.

Ich für meinen Teil habe mich entschieden, alles wieder zu verkaufen und mich lieber wieder intensiv mit der Spur H0 zu beschäftigen. Da sehe ich das Geld besser angelegt und hab meinen Spaß daran.

Die Maxi-Sachen, die ich geschenkt bekommen habe, werden aber weiter in meinem Bestand bleiben und später für die Enkelkinder zu den Festen aufgebaut.

Viele Grüße
Markus


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RE: Spur 1 Märklin (Maxi) - Anfängerfragen zur Digitalisierung

#14 von guido , 10.03.2022 14:29

Zitat von Marty51 im Beitrag #13
Aber es ist mir selbst nach zwei Tagen (!) nicht gelungen, passende CV Einstellungen zu finden, die den Motor vernünftig regeln. Und ich behaupte mal, dass ich in all den Jahren, in denen ich Loks in H0 erfolgreich umgebaut habe, genügend Erfahrung in der Programmierung besitze….

In der Baugrösse sollte eine Schleichfahrt, wie ich es selbst bei alten H0-Loks hinbekommen habe, kein Problem sein. Aber nein. Ständige Aussetzer, Ruckeln im unteren Drehzahlbereich haben mir den Spaß an der Sache genommen. In weiteren Ausbauten wie zusätzliche Schleifer oder einen gänzlich neuen Motor wollte ich nicht mehr investieren.


Hallo Markus,

ach Mensch, hätte ich von diesen Problemen schon vorher gewusst.
Denn dieses Phänomen kenne ich auch von meinen alten Loks, die ich digitalisiert habe.

Das Problem ist letztlich die Lastregelung. Der Decoder misst ständig am Motorausgang, was da "anliegt". Nun können aber die alten Trommelkollektormotoren nicht so wie neue Gleichstrommotoren. Abgesehen davon, dass ihr eigener Widerstandswert ein ganz anderer ist, produzieren sie ohne Last wie ein Generator Ströme, die die Messung vollkommen durcheinander bringen.

Bei den von mir umgebauten Loks mit ESU-Decoder war die einzige Lösung, die Lastregelung komplett abzuschalten und auch noch andere Werte komplett anzupassen. Es funktioniert dann ohne Ruckeln, aber ohne Lastregelung und auch sonst am Limit macht das trotzdem keinen Spaß - abgesehen davon konstatierte ich bei allen betroffenen Loks einen massiven Leistungsabfall.

Somit habe ich begonnen, die Motoren auszubauen und stattdessen günstige Gleichstrommotoren einzusetzen. Auf meiner Umbauseite (siehe Link unten) siehst Du dazu ein paar Vorschläge.

Jedenfalls musst Du nicht an Deinen Digitalisierungs- oder Programmierkünsten zweifeln. Ich habe das auch erst nach vielem Probieren herausbekommen und die Fehlerquelle erkannt - es bringt eben tatsächlich nichts, die alten Motoren mit neuen Decodern betreiben zu wollen. Ist nunmal so.

Viele Grüße und trotzdem weiterhin viel Spaß mit dem Hobby,
Guido


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zuletzt bearbeitet 10.03.2022 | Top

RE: Spur 1 Märklin (Maxi) - Anfängerfragen zur Digitalisierung

#15 von guido , 10.03.2022 16:20

Hallo nochmal,

was mir bei der Diskussion in den Sinn kommt, ist noch eine ganz andere Idee, von der ich aber nicht weiß, ob sie funktionieren kann. Jedenfalls - Platz dafür wäre in den Spur 1-Loks ja...

Also, am Gleis liegt ja Wechselstrom bei Digital.
Jeder Decoder hat reichlich Funktionsausgänge.
Die Frage ist, kann Folgendes funktionieren:

-An den Motorausgang des Decoders gibt man einen Spannungsregler, der mit Gleichstrom (Motorstrom) betrieben wird, aber Wechselspannung (Gleisstrom) für den Märklin-Trommelkollektormotor regelt. Schließlich kann man auch andere Verbraucher (z.B. Beleuchtungen) direkt vom Gleis speisen. Es wäre wie eine Art Poti zwischen Gleis und Motor.
-An einen Funktionsausgang kommt ein digitaler Umschalter, der wie der weiland alte mechanische Umschalter den Motor umsteuert. Also Fahrtrichtungswechsel nicht per Druckknopf an der Zentrale, der dafür vorgesehen ist, sondern, sagen wir, über F10 (eingestellt für Momentkontakt). Klick, schon ist der Strom umgesteuert. Das könnte theoretisch, meine ich, schon ein H0-Umschalter sein. Der mechanische Umschalter verbietet sich denke ich wegen der hohen erforderlichen Schaltströme.

OK, klingt erstmal umständlich, wäre aber doch vielleicht die Möglichkeit, den Motor weiterzubetreiben. Klar wäre auch hier die Lastregelung weg, aber dafür könnte man durch den Spannungsregler die Lok wieder ruckelfrei fahren... so schlecht sind die Eigenschaften der alten Märklin-Motoren im Analogmodus ja wirklich nicht, wenn alles schön gepflegt ist.

...wenn's denn tatsächlich so ginge...
das würde mich mal interessieren.
Weiß jemand etwas dazu?

Viele Grüße,
Guido


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RE: Spur 1 Märklin (Maxi) - Anfängerfragen zur Digitalisierung

#16 von Pirat-Kapitan , 10.03.2022 20:04

Zitat von guido im Beitrag #15

Also, am Gleis liegt ja Wechselstrom bei Digital.


Moin,

NEIN !

Wechselstrom ist nach üblichem Verständnis ein mit Sinuswellen schwingender Strom mit in der Regel 50Hz (Europa) oder 60Hz (USA). An Bord habe ich auch schon Wechselstrom mit 400Hz gehabt.
Digitalstrom ist ein Strom mit möglichst senkrechten Flanken und einer Frequenz von ca. 8kHz. Ob das ein für den "üblichen" Wechselstrom konzipierter Motor verkraftet, erlaube ich mir anzuzweifeln. Glockenankermotoren (Faulhaber und Co.) lehnen ihn ab!

Du solltest daher biite bei Deinen Überlegungen die zugrunde gelegten Voraussetzungen verifizieren.

Schöne Grüße
Johannes

PS: ob es einen Wechselrichter für 24VDC in der hier benötigten "Schwäche" (ca. 3A / 60VA) gibt, habe ich nicht geprüft.


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