beim digitalen Märklin Umbauset liegen ja immer 2 Drosseln dabei. Jetzt habe ich solche auch in einer Roco-analog-Wechselstromlock entdeckt und diese natürlich jetzt beim Digitalsieren mit benutzt. Bei anderen Loks mit Gleichstrommoteren (z.B. Röwa) sind die Drosseln oft gewickelt oder auch gar nicht vorhanden.
Daher die Frage: ist es grundsätzlich empfehlenswertt, neue Drosseln einzubauen. Als Ersatzteil gibt es diese ja in der Bucht. Oder sollte man immer die alten drin lassen? Oder sind diese sowieso überflüssig.
Und: wozu sind diese Drosseln überhaupt gut.
Fragt Hans-Georg
TAMS MC2 mit BIDIB total, Märklin M-Gleis, WinDigiPet mit allerlei digitalisierten Gebrauchtloks. Und jetzt auch mit Straßenbahnen H0m.
Hallo Hans-Georg, die beiden Drosseln dienen zusammen mit dem direkt am Motor (zwischen den Anschlüssen) angeordneten Kondensator der Störunterdrückung des Bürstenfeuers am Kollektor des Motors. Diese Entstörbaugruppe reduziert unter anderem die Spannungsspitzen die durch das Bürstenfeuer entstehen können und im schlimmsten Fall die Spannungsfestigkeit der des Motortreibers im Decoder überschreiten kann, was zu einer Schädigung des Decoders (bis zum Totalausfall) führen kann. Die Modellbahnhersteller denken sich schon etwas dabei, schließlich kosten diese Bauteile ja, wie auch die Montage, Geld. Die Werte der Drosseln sind auf die Motoren abgestimmt, deshalb ist ein Austausch überflüssig, man die beiden vorhandenen Drosseln weiterverwenden. Bei Märklin liegen die Drosseln dem HLA-Umbauset bei, schließlich wird da ein Allstrommotor (mit einer Drossel) in einen Gleichstrommotor (mit 2 Drosseln) umgebaut. Die mit Draht gewickelten Ferritkerne sind mit den Märklin Drosseln identisch, sie unterscheiden sich im mechanischen Aufbau. Übrigens erkennt man Drosseln als Laie nicht unbedingt auf den ersten Blick, auch ein Draht, auf dem eine schwarze Ferrithülse (sieht aus wie Keramik) steckt, ist eine Drossel. Meine Empfehlung: Einbauen bzw. vorhandene eingebaut lassen. Volker
....wobei die Entstörmasnahmen nicht primär den Decoder schützen (dieser sollte sich eigentlich selber schützen) sondern die Aussendung von Störsignalen von der Lok auf das Geleise verhndern, welche allenfalls das Digitalsignal für andere Loks "verfälschen" können.
Hihi wenn man zählen würde, wie oft sich hier schon die Rüben zerhackt wurden ob dieser Frage….
Ganz einfach: ich habe noch nie von jemandem glaubhafte und oder stichhaltige Schilderungen vernommen, wo die Drosseln für Betriebsfehler sorgten.
Dementgegen stehen gewisse, die von „plötzlich losfahrenden Loks“ berichten. Hab ich selber auch noch nie gehabt…
Aber: je nach Reich wo du wohnst, kommst du für fehlende Entstörmittel schon fast Lebenslänglich in den Knast, wenn man einigen anderen Forumisten glauben soll… es hält sich die Meinung, das sei obligatorisch…
Folgerichtig: schaden kanns nicht - kost ja nicht die Welt ;)
Einfache Grundregel: Entstörmittel die nicht nachweislich stören bleiben an Ort und Stelle. Insbesondere der Kondensator zwischen den Motoranschlüssen dient nicht nur der Entstörung sondern dämpft auch das Bürstenfeuer und sorgt so für weniger Verschleiß an Bürsten und Kollektor sowie weniger Erwärmung. Ansonsten ist diesbezüglich auch die Anleitung des Decoderherstellers zu beachten. Bei Roco-Loks habe ich vorhandene Entstörbauteile immer belassen, wenn die Lokplatine durch eine Eigenkonstruktion ersetzt wurde sind Kondensator und Drossel(n) mit umgezogen. Sehr viel wichtiger als die leidige Diskussion um die Entstörbauteil ist das man die Lok, also Antrieb und Motor, vor der Digitalisierung in einen einwandfreien Zustand versetzt: Motor reinigen, soweit relevant neue Bürsten, Getriebe reinigen und neu Fetten (Zahnflanken/Schnecke) und Ölen (Wellen, Achsen der Zahnräder) und die Radstromabnehmer reinigen&nachjustieren. Die Lok muß vor dem Decodereinbau analog absolut einwandfrei laufen. Probleme beim Digitalisieren sind in geschätzt 90-99% aller Fälle auf einen schlechten Zustand der Lok und/oder Verdrahtungsfehler zurückzuführen, gerade bei Loks aus dem Prä-Digitalzeitalter gibt es oft eine direkte Verbindung zwischen einem der Motoranschlüsse zu einem der Gleisanschlüsse. Bei den offenen Roco-Motoren mit den gut sichbaren seitlichen Bürstenführungen z.B. wird oft übersehen das eine der Bürstenführungen direkten Kontakt mit dem Rahmen des Motors hat. Ohne Isolierplättchen ist der Decoder in Sekunden gegrillt...
Danke für die zahlreichen Antoworten. Die plötzlich losfahrende Lok habe ich im übrigen nur bei einem einzigen Decoder-Hersteller. Deshalb verbaue ich gerade nur Lenz Standard V2. Egal welche Lok, egal welcher Hersteller: läuft ohne rumkonfigurieren immer perfekt.
Grüße von Hans-Georg
TAMS MC2 mit BIDIB total, Märklin M-Gleis, WinDigiPet mit allerlei digitalisierten Gebrauchtloks. Und jetzt auch mit Straßenbahnen H0m.
Zitat von Lokidokter im Beitrag #4Dementgegen stehen gewisse, die von „plötzlich losfahrenden Loks“ berichten. Hab ich selber auch noch nie gehabt…
Ich früher reichlich, und zwar genau damit
Zitat von SpäterModelbahner im Beitrag #6Deshalb verbaue ich gerade nur Lenz
So hat wohl jeder seine eigenen Erfahrungen, die sich nicht immer auf die Allgemeinheit übertragen lassen. Jede Digitalumgebung hat wohl so ihre eigenen Flausen im Kopf.
Gruß BR180 Ich bin hier mal fast weg, bzw selten hier. Alles was ich je hier geschreiben habe, entsprach ausschließlich meiner persönlichen Meinung und Auffassung zum Zeitpunkt des Beitrages.
Zitat von SpäterModelbahner im Beitrag #6 Die plötzlich losfahrende Lok habe ich im übrigen nur bei einem einzigen Decoder-Hersteller.
Na da würde mich jetzt schon der Hersteller interessieren? Zur Not per PN.
Gruß BR180 Ich bin hier mal fast weg, bzw selten hier. Alles was ich je hier geschreiben habe, entsprach ausschließlich meiner persönlichen Meinung und Auffassung zum Zeitpunkt des Beitrages.
Zitat von Lokidokter im Beitrag #4Dementgegen stehen gewisse, die von „plötzlich losfahrenden Loks“ berichten. Hab ich selber auch noch nie gehabt…
Ich kenne es ausschließlich in der Kombination folgender Auslöser: 1. Analogerkennung im Decoder aktiv und: 2. Störungen im Gleissignal, ausgelöst u.a. durch schlecht entstörte/defekte Motoren, auch anderer Loks! 3. Stromübertragung vom Gleis bis zum Decoder unzuverlässig aus verschiedensten Gründen, von Dreck auf dem Gleis bis kalte Lötstelle 4. Verstärkt durch großzügige Pufferkondensatoren im Zusammenspiel mit 1.) Dabei konnte ich keinen Zusammenhang mit einem bestimmten Decoderhersteller ausmachen. ESU, TAMS, LENZ, Viessmann, Appel, LGB, MD-Electronics, Zimo, alle zeigen das Verhalten.
bei meinen Umbaumaßnahmen stoße ich auch immer wieder auf Loks, die die Wechselstromelektronik irgendwie kompakt in einem schwarzen Dingsda eingeschweißt haben. Da gibt es dann gar keine Drosseln und Kondensatoren (außer in dem schwarzen Dingsda drin, was sich aber nicht zerlegen und dann auch nicht identifizieren lässt). Gibt irgendwelche "Mittelwerte" für bestimmte Lokmotoren. Beispielhaft nenne ich mal ROCO 14126A, ein BR 44 Wechselstrommodel. Ähnliches ist mir aber auch schon bei Röwa-Loks untergekommen.
Grüße von Hans-Georg
TAMS MC2 mit BIDIB total, Märklin M-Gleis, WinDigiPet mit allerlei digitalisierten Gebrauchtloks. Und jetzt auch mit Straßenbahnen H0m.
Die Roco/Röwa-Motoren laufen per se schon recht störarm. Bei den Gleichstromversionen ist ein Keramik-Kondensator von 10-22 nF direkt bei den Kontaktfedern zum Motor verbaut, das reicht bei diesen Motoren völlig aus. Wichtig ist das dieser Kondensator so dicht wie irgend möglich an den Motoranschlüssen sitzt. Zusätzliche Drosseln sind normalerweise nicht erforderlich wenn die Anschlussleitungen zum Motor kurz, also möglichst kürzer als 5 cm, gehalten werden.
wenn Entstörmittel verbaut sind, belasse ich diese. Ausnahme: Kondensator vom Motorpol zur Masse bei Umbau auf Digital.
Ich habe öfter ältere Loks von Jouef, Lima etc. digitalisiert (ältere drei- und fünfpolige Motoren), die ursprünglich gar keine Entstörmittel verbaut hatten. Weder Kondensatoren, noch Drosseln. Hier habe ich zwischen den Motorpolen dann Kondensatoren mit 33nF und an den Polen Drosseln mit 3,3 uH verbaut. Hat bislang immer funktioniert, das Bürstenfeuer ist damit recht dunkel und der Decoder zeigte keine Störungen.
Viele Grüße Christian
Schwerpunkt DB und SNCF Deutsch-französischer Grenzverkehr Epoche IV und V (1976-2006)
Es bleibt einfach alles drin, außer dem berüchtigten C4 Kondesator bei Piko und ggf eben jene Kondensatoren gegen Masse, aber da ist mir noch keiner untergekommen.
Ich habe eine Hobbytrain V65, die im Original von Kato stammt und aus den späten Achtzigern ist. Die Hauptplatine hat Federzungen, die in irgendwelchen Taschen stecken und die man laut einem leidgeprüften Youtuber ohne Spezialvorrichtung niemals wieder eingefädelt bekommt: Man kann sie also nicht entnehmen, aber ohne Entnahme ist eine Digitalisierung der DC Variante eigentlich nicht so richtig möglich. Mein Plan: ich pfeiff auf die Platine und schließe den Motor einfach mit ein paar Litzen an den Decoder an. Leider ist die Enstörung nicht einsehbar auf der Unterseite dieser Platine angebracht, also habe ich sie weggelassen, denn angeblich braucht man die ja nicht, angeblich macht das ja der Decoder!
Weit gefehlt! Das Teil lief wie ein Sack Muscheln. Der Decoder und jedes Servo im Umkreis von einem halben Meter wurden massiv gestört. Die Drosseln müssen also wieder rein. Mein Nachbar hat so einen kleinen Tester, um Bauteile auszumessen, mit dem werde ich mal die verbauten Drosseln durchmessen und dann Ersatz in meine neue Zuleitung einlöten.
Entstörmitteln sind also wichtig und richtig, außer es ist der C4 von Piko, der darf gerne weg!
Hallo Thinkle, Dein letzter Beitrag ist ein wunderschönes Beispiel dafür, dass es mitunter keine allgemeinen Lösungen zu einem Problem gibt. Auch ich besitze eine V65 von Hobbytrain, habe sie digitalisiert und genau wie Du die ganze Platine samt Entstörmitteln rausgeworfen. Der Decoder ist ein Lenz Standard + (Lenz Versionscode 93) und damit läuft es so ordentlich, wie man das von der eher suboptimalen Antriebsmechanik erwarten kann. Die Lok stört nichts und niemanden. In der zugehörigen Einbauanleitung forderte Lenz übrigens dazu auf, sämtliche Entstörmittel zu entfernen. Du hast vermutlich einen anderen Dekoder verwendet, und da verhält sich offenbar anders.
@HGD Ich habe einen ESU Lopi V5 eingebaut. Motoren unterliegen ja auch nochmal Herstellungstoleranzen und Schwankungen und der Decoder ist ein anderer und reagiert anders, das stimmt auch.
Am Dienstag wieder im Club erlebt, eine alte analoge, grundsolide Fleischmann V100, Geschenk aus einem Nachlass. "Erstmal einen Decoder rein!". Auf der Anlage lief sie dann sehr schlecht. Grundidee: die muss sich erstmal frei fahren, lassen wir seie mal auf dem Rollenprüfstand orgeln! Aber auch da lief sie nicht richtig sauber, man hörte einfach, wie der Motor immer mal schneller und langsamer wurde, es klang einfach schlecht. Auch das erzwingen der Stromaufnahme durch sanften Andruck des freien Drehgestells bracht keinerlei Besserung und dann fiel mir auf: warum flackert eigentlich das Licht fast unmerklich im Takt mit dem unwillig laufenden Motor? Weil der Kollege alle Entstörmaßnahmen beim Umbau rausgeschmissen hat, "Die braucht man ja eh nicht mehr!". Er meinte dann auch, dass die Lok auf der Anlage in der Vorbeifahrt viele Servos gestört hätte. Die Original-Teile waren schon im Müll und nicht mehr auffindbar, also erstmal einen x-beliebigen, gefundenen Kondensator zwischen die Pole gelötet und es lief schon wieder ewtas besser. jetzt wird noch ermittelt, welche Drosseln da rein kommen und danach sollte sie laufen.
Der Decoder müsste auch ein Lopi V5 sein, denn den haben immer auf Vorrat im Regal rumliegen und nutzen eigentlich nur ESU, um es einheitlich zu halten. Anscheinend ist der ESU relativ Störempfindlich und kommt bloß schlecht mit fehlender Entstörung zurecht => Bei ESUs also die Entstörung immer dran lassen, außer eben den dümmlichen C4 Stör-Kondensator von Piko, der muss raus, weil der ESu recht sensible auf ihn reagiert, was ja meine These stützt.
Zitat von Thinkle im Beitrag #15eine alte analoge, grundsolide Fleischmann V100, Geschenk aus einem Nachlass.
Die läuft digital nach eigener Erfahrung (hab drei Stück davon) digital hervorragend, selbst mit Einfachstdecodern. Allerdings brauchten alle drei erstmal eine gründliche Reinigung. Analog liefen sie nämlich auch erstmal ordentlich, das tun die alten Fleischmann-Motoren aber auch noch in erbärmlichem Zustand...
es gibt soviele "es kommt drauf an". Bei Spur N-Fahrzeugen aus Japan ist garnichts an Entstörmitteln drin, daher wird ein Decoder auch so eingebaut. Beim digitalisieren von N-Loks schmeiß ich alles raus, die ziehen sehr wenig Saft und ein gepfegter (!) Motor macht keinen Ärger. Also neben Decoder ist Motorpfelge incl. Schmierdienst nötig. Damit auch nie Theater gehabt (nehm aber auch nur D&H Decoder)
Ganz anders bei Spur 1: da lass ich lieber "alles drin", selbst wenn der Hersteller schon einen hochwertigen Motor verbaut hat. Die Motoren ziehen doch erheblich mehr Strom.
Peter
Spur N Digital Selectrix/DCC Spur 1 Teppichbahning Selectrix/MM
Zitat von Thinkle im Beitrag #15eine alte analoge, grundsolide Fleischmann V100, Geschenk aus einem Nachlass.
Die läuft digital nach eigener Erfahrung (hab drei Stück davon) digital hervorragend, selbst mit Einfachstdecodern. Allerdings brauchten alle drei erstmal eine gründliche Reinigung. Analog liefen sie nämlich auch erstmal ordentlich, das tun die alten Fleischmann-Motoren aber auch noch in erbärmlichem Zustand...
Sie hat eine deutliche Vorzugsrichtung, in die sie viel sanfter, geschmeidiger und schneller läuft :D Wahrscheinlich bräuchte sie neue Motorkohlen und ggf. auch etwas Liebe für den Kollektor.
Zitat von Thinkle im Beitrag #18Sie hat eine deutliche Vorzugsrichtung, in die sie viel sanfter, geschmeidiger und schneller läuft :D Wahrscheinlich bräuchte sie neue Motorkohlen und ggf. auch etwas Liebe für den Kollektor.
Das ist leider fast normal, einmal den Kollektor einschleifen und neue Bürsten sowie eine komplette Grundreinigung bringen da oft was. Gerade bei Schlepptenderlokomotiven die praktisch nur eine Fahrtrichtung kennen ist das sehr ausgeprägt. Zum Kollektorschleifen habe ich mit ein kleines Tool mit Tinkercad zusammengeklickt, einmal mit 400er dann mit 1000er Schleifpapier belegt und den Kollektor nass schleifen bis er wieder völlig plan ist. Datei im Anhang.. Das Schleifpapier mit Kontaktkleber aufkleben, sauber innen und außen beschneiden, fertig.