merkwürdige Beobachtungen habe ich am Wochenende gemacht: eine Hand voll Looks, die ich wiederholt auf die Anlage stellte, warmfahren ließ um sie anschließend zu vermessen waren deutlich langsamer als ein Paar Wochen zuvor. In BeidenFällen habe ich eine Digitale Steuerung mit Tams EC und B4 auf 20V benutzt. Vor ein paar Wochen war die Raumtemperatur bei ca. 15°C, am WE waren es 27°C. Der Tempounterschied (identische Fahrstufen) betrug quer Beet ca. 25-40%, die die Modelle bei 27°C langsamer waren. In diesem Ausmaß habe ich das bisher noch nicht beobachtet. Zufall oder Feature?
Brrrrrr.... Stephan-Alexander..... 15* Raumtemperatur... nun gut
Also, auch im Winter hab ich immer angenehme 20 - 22* . Im Sommer, wenn die Sonne den ganzen Tag aufs Dach knallt, können es schon mal über 30* werden. Meine Loks zeig(t)en keine unterschiedlichen Fahreigenschaften. Ich hatte mal bei Märklin angerufen (da hatte ich meine CS2 noch nicht lange und es war brütend heiß; trotzdem spiele ich auch dann.....) und nachgefragt, ob und wann die CS temperaturbedingt abschaltet. Der gute Mann konnte mich beruhigen: es sei keine Temperatur bekannt, bei welcher die Zentralen aussteigen. Wenn du bei dir die Beobachtungen gemacht hast, ist es mMn eine mechanische Sache; aber wenn das Material schon bei 15* Unterschied "muckt"......
Ich kenne diese Erscheinung nur andersrum, bei niedrigeren Temperaturen laufen, speziell Loks mit HLA ohne Kugellager, erst mal langsamer. Erst so nach 15-20min erreichen sie dann ihre normalen Geschwindigkeiten (bei derselben Fahrstufe).
P.S. Im Winter sind im Moba Dachboden bei mir 16-17 Grad normal.
Alexander aus dem südlichsten Allgäu Digital mit altem Blechgleis auf dem Boden TamsMC, Booster B4, alte Digitalkisten Bekennender ATF-Öl Anwender
hast du vielleicht ein paar Beispiel-Loks für uns?
Bei alten Loks habe ich das auch, die noch Stirnradgetriebe haben und auf Öl bzw. Fett angewiesen sind. Allerdings anders herum, wenn warm dann laufen die besser.
Es kann sein, muss nicht, das die ein oder andere Lok ihr Öl verliert. Es gibt Öle oder Fette die bei zunehmender Temperatur "flüssiger" werden (Stichwort Viskosität, siehe hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Viskosit%C3%A4t). Dadurch können diese besser fließen und verteilen sich. Das ist solange gut, bis das ganze so flüssig wird, das du das Schmiermittel verlierst. Dann wiederum wirds problematisch.
Bei den von den Lok-Herstellern empfohlenen Schmiermitteln sollte das allerdings nicht der Fall sein.
Was ich eher vermute, wenn es sehr viele oder alle deine Loks betrifft, ist deine Elektronik. Durch höhere Temperaturen werden die elektrischen Widerstände der Leitungen höher, wodurch du mehr Leistung von deiner Zentrale abgreifst. Dann werden die Themen Leitungsquerschnitt, Leitungsmaterial, Leitungslänge, Einspeisung all 2 Meter in die Schienen, usw. interessant. Ohne das jetzt detailliert auszuführen, würde ich mich freuen wenn du uns sagen kannst, in wie weit deine Züge betroffen sind.
Grüße Steffen
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Ich kenne wie @alexus höchstens das Phänomen das Loks kalt etwas träger sind, von wegen zähem Schmiermittel. Aber bei vergleichsweise moderaten 27°C schon auf verflüchtigtes Schmiermitte oder deutlich erhöhte Leiterwiderstände zu tippen halte ich für ziemlich abwegig. Da es wohl alle Modelle mit 25-40% Geschwindigkeitverlusrt treffen soll müssten sich da Leiterwiderstände schon heftig erhöhen, mit den 12°C mehr ist das nicht zu schaffen. Auch in den Loks sind 27° nix, alleine durch die Abwärme des Motors werden Loks regelmäßig noch deutlich wärmer. Hast du mal geprüft was wirklich am Gleis ankommt? Nicht das Zentrale oder deren Netzteil ein Problem haben. Ich wohne direkt unter dem Dach, da habe ich gerade gute 30° und alles fährt völlig normal.
wenn das Dampf- und Dieselloks sind, dann ist das normal. Warme Luft nimmt mehr Volumen ein. D.h. um die gleiche Menge an Sauerstoff der Verbrennung zuzuführen, muss mehr Volumen angesaugt werden, bzw. bei gleichbleibendem Volumen, weniger Menge Sauerstoff, also eine ärmere Verbrennung
So etwas ist mir nie aufgefallen, da ich meine Loks nicht dauernd einmesse. Ich habe aber praktisch keine so heftigen Temperaturschwankungen.
Hallo SAH, der ohmsche Widerstand in den Ankerwicklungen erhöht sich bei einer Temperatursteigerung um 12 grd. C aufgrund des Kupfer-Temperaturkoeffizienten (0,39 % / k) um 4,7 %. Von daher ist ein moderater Drehzahlverlust bei angenommen gleicher mittlerer Spannung zwar erwartbar, aber niemals in der von Dir genannten Größenordnung. Kabel- und Schienenverluste kann man dabei unterordnen. Die Koeffizienten bei unterschiedlichen Metallen sind sowieso nicht allzu unterschiedlich.
Ich denke mal, Du kennst diesen Zusammenhang ja auch selbst. Die Ursache dürfte also in Deiner Elektronik liegen.
vielen Dank für die vielen Beiträge! Beobachtet habe ich das bei BR 38 (37030) von 80 km/h auf 56 km/h BR 03 (37050) von 85 km/h auf 50 km/h BR 18.1 (3611 und 3614) von 120 km/h auf 80 km/h. Nicht betroffen: 18.1 (3513,3311 und 3613), E50 (29500), 45 (37450), Sowie alle Modelle mit klassischen Motoren.
Ist ja komisch, das die verschiedenen Wü C so ein unterschiedliches Verhalten an den Tag legen. Vom Antrieb und Mechanik sind die ja eigentlich identisch.
Alexander aus dem südlichsten Allgäu Digital mit altem Blechgleis auf dem Boden TamsMC, Booster B4, alte Digitalkisten Bekennender ATF-Öl Anwender
Hallo Stephan-Alexander, Hast du auch den aufgenommenen Strom gemessen? Haben die betoffenen alle Glockenankermotoren? Wenn ja, dann bau einmal einen Motor aus und prüfe ihn auf Leichtgängigkeit.
Ich wünsche allen Freude an ihrer Modellbahn Joachim
Zitat von alexus im Beitrag #10Hallo Stephan-Alexander Ist ja komisch, das die verschiedenen Wü C so ein unterschiedliches Verhalten an den Tag legen. Vom Antrieb und Mechanik sind die ja eigentlich identisch.
Die wü. C zeigen auch so unterschiedliches Verhalten beim "Stehen" mit Zug auf der Rampe. BTW: 3411 und 3711 zeigen auch keinen Unterschied. Ich warte mal ab, bis es wieder deutlich kühler ist und probiere nochmal.
Zitat von JoWild im Beitrag #11Hallo Stephan-Alexander, Hast du auch den aufgenommenen Strom gemessen? Haben die betoffenen alle Glockenankermotoren? Wenn ja, dann bau einmal einen Motor aus und prüfe ihn auf Leichtgängigkeit.
Ströme liegen zwischen 30 und 50mA, also normal. Ja, alle haben Glockenanker, aber nicht alle Glockimodelle sind betroffen. Alle Motore und Getriebe sind leichtgängig. Nur das Modell 3311 wurde vor langer Zeit getriebemäßig geölt (ohne Ölung lief damals gar Nichts).
ich glaube Dir die Beobachtung. Wenn es aber Effekte innerhalb der Lok wären, müßte sich das Warmfahren zu Einmeßzwecken oder durch langen Betrieb auf Ausstellungen ebenfalls in gleicher Weise bemerkbar machen. Davon habe ich nie gehört. Im Gegenteil, warm sind die Loks eher schneller, was seine Ursache in der höheren Geschmeidigkeit der Schmierung haben könnte. Loks können äußerlich warm werden, dann herrschen im Inneren an Bauteilen wie Decoder oder Motor bestimmt mindestens 50 °C. Dieser Wärmeeffekt müßte also noch deutlich größer sein, als der Effekt der Raumtemperatur. Was bei Dir den Unterschied macht, weiß ich nicht, aber vermutlich ist es ein Effekt außerhalb der Lok. Nur mein Gefühl.
Mal eine andere Überlegung. Wenn sich die verschiedenen Wü C Varianten (die sind doch mechanisch baugleich) unterschiedlich verhalten sehe ich die Ursache eher in den beiden „Problemloks“.
Vielleicht ist bei den beiden das Getriebespiel enger und durch minimale Wärmedehnung der Zahnräder kommt es zu erhöhter Reibung. Gerade in dem Winkeltrieb könnte ich mir das vorstellen.
Alexander aus dem südlichsten Allgäu Digital mit altem Blechgleis auf dem Boden TamsMC, Booster B4, alte Digitalkisten Bekennender ATF-Öl Anwender
Zu den Temperaturen: aufgrund der kleinen Stromaufnahme erwärmen sich die Motorrn deutlich weniger im Betrieb als die "Märklineigenen" Motoren. Im Rahmen der Loktests habe ich Übertemperaturen (*) zwischen 1,8 (37050) und 4,1°C (3513) gefunden. (*) Übertemperatur = Temperatur über der Raumtemperatur nach ca. 2h Dauerbetrieb bei 12V oder mittl. Fahrstufe. Luftdruck, Feuchtigkeit usw. kann ich leider nicht korrelieren. Ich bleibe aber dran an den Modellen.
ich habe gerade die BR38 (37030) im Digitalbetrieb wieder laufen. Raumtemperatur z.Zt. 20°C und siehe da, sie ist wieder schneller: statt 72 km/h bei 28°C fährt sie jetzt 87 km/h bei gleicher Reglerstellung (FS 7/14) mit der Tams Ec und B4 auf 20V.
Die Höchstgeschwindigkeit meiner Märklin-Loks hat mich zuletzt um 1985 interessiert. Da war ich 14 und mit der V200 Vollgas bergab und folgender enger Rechtskurve konnte schonmal die Lok mit ihrem hohen Schwerpunkt mitsamt Güterzug rausfliegen. Seither eigentlich nicht mehr.
Mir ist das Verhalten Deiner Loks ehrlich gestanden völlig unverständlich. Im Analogbetrieb habe ich wenn überhaupt dann den gegenteiligen Effekt beobachtet sprich bei Hitze laufen die Loks schneller als im Winter bei nur etwas temperiertem Raum. Und im Digitalbetrieb könnte ich mir ein negativ temperaturkorrelierendes Verhalten eigentlich nur durch temperaturbeeinflusste Parameter elektronischer Bauteile (schon vom Regelpoti angefangen) erklären.
Grüße von Markus
Man muß im Leben für seine Erfahrungen bezahlen, wenn man Glück hat bekommt man manchmal Rabatt (Oskar Kokoschka)
ich beobachte es seit einigen Tagen und bei mir ist es genau andersherum: ich muss nahezu sämtliche Loks, analog betrieben mit weißem Trafo, ein bis zwei Striche in der Skalierung herunterregeln. Meine Anlage ist unter dem Dach. Im Winter habe ich dort 17-18°C und trockene Luft. Im Sommer ist es dagegen deutlich wärmer. Derzeit sind es so um die 22°C, das Veluxfenster einen Spalt geöffnet. Ich messe hier keine Luftfeuchtigkeit, doch auch diese scheint einen nicht unwesentlichen Einfluss zu haben. Ich kann hier nur aus meinen Beobachtungen ableiten: in den letzten Tagen wird der Taupunkt sehr niedrig gewesen sein. Ich wohne direkt an einem See und es gab weder Tau auf dem Autodach, noch deutlich sichtbar auf dem Rasen. Die Luft war den ganzen Tag über sehr klar, die Konturen der Landschaft scharf gezeichnet; also keinen Dunstschleier in der Luft ... und die Lokomotiven rennen. Ich werde das weiterhin im Auge behalten und dann berichten, wie sich bei ähnlichen Temperaturen eine höhere Luftfeuchte auf das Fahrverhalten auswirkt.
Während der Heizperiode ist es, zumindest bei stirnradgetriebenen Loks so, dass diese etwa 40 bis 50m Fahrtstrecke benötigen, bis sie ihre "Normgeschwindigkeit" erreicht haben. Ich habe den Begriff in Anführungszeichen gesetzt, da hier nichts eingemessen ist, sondern frei nach Loriot verfahre: "ein guter Modellbahner hat das im Gefühl" Es sind alles nur Beobachtungen, nichts Valides.
dann geht es Dir genauso wie mir. Zu den Beobachtungen: nachdem.es gestern bei mir starke Regenfälle mit Gewitter gab, kühlte die Luft deutlich ab, weshalb ich sofort nach dem Gewitter ans experimentieren ging. Aufgleisen, einschalten, FS 7/14 (d.h. mittlere Fahrstufe) einstellen und 30 Minuten einfahren lassen. Von Beginn an fiel mir das größere Tempo auf. Nach 2h Fahrt mit unterschiedlicher Belastung kaum Änderung: von 87 auf 88 km/h Anstieg, mehr nicht. Dieser Unterschied ist trotzdem signifikant in dieser Messreihe, weil die Standardabweichung bei 0,2% liegt, m.M.n. ein indiz für sehr gute Funktion der Digitlregelung.
ich habe nun die 37030 mal auseinander genommen. Und in der Schecke im Fett jede Menge"Krümelzeugs" gefunden. Sobald ich das verflixte Ding wieder zusammen habe, Teste ich weiter.
Ich habe solche Beobachtungen bezüglich Temperatur und Geschwindigkeit noch nicht gemacht. Auch nicht bei Hundstagen mit 28 Grad Raumtemperatur und mehreren Betriebsstunden. Das heißt aber nicht das es die hier geschilderten Beobachtungen nicht gibt.
Meiner Einschätzung nach spielt hier Hersteller, Art und Menge des Schmierstoffes eine grundlegende Rolle (Viskosität etc.) Ich Öle und Fette nur mit Märklin Öl und Trix Fett. Nicht weil ich da so ein "Fan" von bin aber bisher hatte ich da noch keine Probleme mit.
Geräusche, schwergänigigkeit oder andere Probleme haben "super Wundermittel" anderer Hersteller auch nicht lösen können...
Kann es sein, dass der Themenautor nicht ganz unrecht hat? Dass es daran liegen kann, dass es Unterschiede in der gelieferten Stromqualität gibt, und deshalb, z.B., Lokmotoren, mal besser, schneller oder auch mal langsamer und unrunder laufen?
Ich glaube, dass habe ich an meinen Loks auch schon des Öfteren festgestellt.