RE: Optische Verbesserungen an der Trix 120.1

#1 von Münch ( gelöscht ) , 03.12.2008 14:48

Umbau der Trix 120.1

Nachdem die neue Trix 120.1 wegen der optischen Ausführung zu heftigen Diskussionen
geführt hat (über die tadellose Technik gibt es nichts zu mäkeln), habe ich mal einige
optische Verbesserungen durchgeführt, die noch in erträglichem finanziellen Rahmen möglich waren.

Folgende Felder habe ich beackert:

1.Dach : Leitungen, Stromabnehmer
2.Pufferbohle .einseitig komplette Aufrüstung ;
einseitig Funktionskupplung 3.Fahrwerk /Unterboden Trafo und Behälter
4.Umlaufende Kante Sandkasten/ Pufferbohle
5.Räder
6.Lüftergitter

als Informationsquellen standen mir zur Verfügung:

Obermayer BR 120 , EJ- Sonderheft 4/2004
Hehl/Wagner Das große Album der DB-Triebfahrzeuge EK-Verlag 2000
Ich erhebe natürlich keinen Anspruch auf absolut getreue Wiedergabe der konkreten Vorbildlok , insbesondere bei der Dachausrüstung .Dafür kenne ich mich viel zu wenig aus.
Es ging mir lediglich um eine (allgemein)deutliche Verbesserung der Optik.


gekaufte Zusatzteile: 2 Roco Stromabnehmer (30 € Nr. 85279
2 Pufferbohlen der Fleischmann(GFN) 120.1
1 Trafoteil der GFN 120.1
GFN-Teile zusammen 20 €

Aus der Bastelkiste: Teile davon müssten ggf. zusätzlich gekauft werden
8 Isolatoren
0,4mm Federstahldraht
Flachmetallstreifen aus einer alten Ätzplatte
(beides zur Komplettierung der Dachleitungen)
Roco-Steckteile für die Pufferbohle
1 Weinert Kupplungsatrappe
2 Befestigungsschrauben
Kugelschreibermine
Kabel für neu verlegte Leitungen
1 Symoba KK
Die durchgeführten Änderungen können zum Teil auch mit anderem „Rohmaterial“ erfolgen;
Auch die einseitig eingebaute Symoba –KK war nur ein „Versuch“ und ist im Prinzip nicht erforderlich

Farben
:besonders erwähnen möchte Humbrol metallic 191 (für die Dachleitungen)
und den Silber-Lackstift von Staedler (für die Lüfter);
alle anderen Farbtöne (rot , braun,
schmutzig-grau) ergaben sich durch Benutzung/Mischen von Farben aus meinem Bestand
nach optischem Eindruck(so z.B. passte das Santa Fe rot von Modellflex exakt zur roten Dachfarbe der Lok)



Durchführung der Arbeiten:


Zum Dach:
Fehlende Leitungsteile wurden ergänzt, alle Leitungen und Isolatoren überlackiert, Roco Stromabnehmer montiert:
Original Teile(Stromabnehmer, Tragisolatorteil) entfernt,
Roco Stromabnehmer mit den Isolatoren zu einem Teil zusammengeklebt. (Bild)
Auf Roco-Modellen werden die Isolatoren mittels Rastnasen im Lokdach separat fixiert. Diese Rastnasen werden abgeschnitten.
Die Randleisten auf dem Dach des Trix -Modells , die die innen nur glatt ausgeführten original Isolatoren begrenzen, werden abgeschnitten.(Bild)
Bei großer Sorgfalt braucht man später am Dach nichts nachlackieren, da die betreffenden Stellen von den neuen Isolatoren komplett abgedeckt werden.(Bild)
Ein einfacheres Vorgehen ist leider nicht möglich, weil die Isolatoren genau dort platziert werden müssen, wo sich die Leisten auf dem Trix Lokdach befinden .



Die Befestigungsschrauben für Roco Stromabnehmer sind etwas dünner als die der Konkurrenzprodukte .Entweder die original Schrauben zusätzlich bestellen oder(wie ich es mache)
die Bohröffnungen mit einer Reibahle vorsichtig leicht aufweiten. Dann kann man auch etwas dickere Schrauben verwenden .
Aus der Kugelschreibermine werden zwei „Ringe“ abgeschnitten , die als Distanzhalter für den Stromabnehmer und zur Kaschierung der Befestigungsschrauben dienen.
Das oben erwähnte Santa Fe Rot hat genau den richtigen Farbton passend zum Rot des Daches, um diese Distanzstücke zu lackieren
(Bild)





Fahrwerk:
Die (falsche)umlaufende Kante vom Sandkasten zur Pufferbohle wurde abgeschnitten .
Ich nehme mal an, dass
Trix diese Kante zur Kaschierung der Befestigungsschrauben für das Kupplungs-und Pufferbohlenteil (ist ein Teil)angebracht hat.
Es geht auch anders.2 unterschiedliche Lösungsansätze sind möglich(beide ausprobiert):
Ich habe die Schrauböffnungen im Kunststoff mit einem kugelförmigen Bohrer erweitert
und die Köpfe der vorhandenen Schrauben soweit abgeschliffen, dass gerade noch der Kreuzschlitz deutlich sichtbar ist.
(Bild)
Alternativ kann man auch Senkkopfschrauben einsetzen.
Letztere werden quasi mit der Lok mitgeliefert : die Drehgestellblenden sind von oben auf dem Drehgestell mit Senkkopfschrauben fixiert .Dort könnte man genauso gut auch normale Rundkopf-Schrauben verwenden ,da durch das Drehgestell die Schrauben auch bei seitlicher Betrachtung komplett „unsichtbar“ sind.



Die abgeschnittene/gekürzte Form der Schienenräumer am Trix Modell ist der Funktion der Kulissenmechanik geschuldet.
Auch in S-Kurven muss der Schienenräumer unter dem Kupplungsschacht ausschwenken können. Das funktioniert nur mit den gekürzten Schienenräumern oder diese müssten am Kupplungsschacht statt am Drehgestell befestigt sein.
Dafür habe ich eine Lokseite mit Symoba-KK und am Kupplungsschacht befestigten (verlängerten)Schienenräumern umgebaut.
Das Bauteil mit den Schienenräumern wurde am Drehgestell abgezogen(ist von unten mit 2 Rastnasen fixiert) und entsprechend zurechtgeschnitten und mit Plastikresten als Distanzstück für höhenrichtige Montage am NEM-Schacht befestigt.
Auch die Drehgestellblende selbst muss dann passend zur Symoba -KK gekürzt werden.
Da Kulisse und Pufferbohle am Trix Modell ein Bauteil sind ,habe ich die GFN -Pufferbohlen nicht komplett eingebaut, sondern nur als Teilelieferant verwendet .
Die Schienenräumer auf der Seite mit der Symoba-KK habe ich zum Lokkasten hin mit einer dünnen ,aufgeklebten Folie verlängert und entsprechend nachlackiert.
Da an den original Steckteilen(Bremsleitungen) von Trix weder die Stellgriffe, noch die Haltestangen
nachgebildet sind, habe ich die Bohrlöcher an der Pufferbohle vorsichtig geweitet und entsprechende Roco Steckteile verwendet.
Diese wurden nur gesteckt und nicht geklebt, um mir die
Möglichkeit zu erhalten, beide Lokseiten für unterschiedliche Anforderungen (Aufrüstungen je nachdem, ob eine Modellkupplung eingesetzt wird oder nicht ) auszurüsten.
Die von Trix gewählte Form der Pufferhülsen ist ungewöhnlich , aber nicht grundsätzlich falsch. Das ist im EJ-Heft fotographisch belegt(120 131-8).Allerdings erscheinen sie mir deutlich zu kurz, v.a. im Vergleich mit den Puffern anderer Modelle der 120.
Ich habe an den GFN-Pufferbohlen die benötigten Teile(Griffe,Puffer) vorsichtig abgeschnitten bzw. herausgezogen.
Während die GFN-Griffe angeklebt wurden,habe ich die Rastnasen der GFN-Pufferhülsen soweit
reduziert, dass sie in die Öffnungen der Trix Pufferbohle hineinpassen und anschl. ebenfalls angeklebt.

Um den Trafo richtig plastisch nachzubilden, muss am Trix Modell vom bodenseitigen Metallblock beidseits jeweils ca. 4mm abgefräst und die Enden in Längsrichtung leicht angeschrägt werden,damit der GFN-Trafo darübergestülpt werden kann.
Außerdem muss die seitliche Vertiefung des Bodens neben dem Metallblock plan geschliffen werden.
. Um keine Späne später im Getriebe
zu haben(ist allerdings nach unten komplett abgedeckt),habe ich zuvor die beiden Drehgestelle ausgebaut.
Dafür muss die Platine abgeschraubt und der Getriebedeckel und die Getriebeschnecke entfernt werden .
Um die Handhabung bei Wartungsarbeiten zu erleichtern , habe ,habe ich bei dieser Gelegenheit auch beide Kabel vom Motor zur Platine und einseitig beide Kabel vom Drehgestell zur Platine durch längere Kabel ersetzt.
Die Länge der original Kabel lässt es nicht zu , die Drehgestelle nach unten komplett
herauszunehmen , ohne die Kabel an der Platine abzulöten.
Bei dieser Gelegenheit habe ich dann auch die „Entdeckung“ zu den Befestigungsschrauben
(siehe oben)gemacht.
Die Räder wurden mit einem matten schmutzig grau-braunen Farbton lackiert.
Dadurch sieht man von der unstrukturierten Oberfläche der Räder nichts mehr.


Von einer Veränderung der Gehäuse-Stirnfront (falscher Latz, überflüssiger Griff) habe ich abgesehen, weil ich keine Neulackierung vornehmen wollte.
Übrigens ist mir aufgefallen, dass auf allen Bildern ,wo eine 120.1 mit 2 UIC-Steckdosen abgebildet war, dennoch nur ein (!)Handgriff angebracht war .Experten mögen hier besser
Bescheid wissen, ob das tatsächlich generell so war oder nur zufällig auf den Bildern meiner
Quellen.
Die Ränder der seitlichen Lüfter habe ich mit einem Lackstift nachgezogen. Das war wegen der wenig scharfkantigen Gravur der Lüfter sehr schwierig und das Waschbenzin rege im Einsatz.
Das hat dem Lok- lack aber nicht geschadet .

Herstellung der Unterbodenteile:
Bei Fleischmann reicht das Trafoteil viel weiter unter die Karosserie als bei Trix.
(vergleichendes Bild der Bauteiledicke)
Auch müssen am Trix Modell die Zugänge zu den Befestigungsschrauben der Motorhalterung erreichbar bleiben.
Daher müssen Trix-und GFN- Teile passend miteinander kombiniert werden.
Vom Trix Unterbodenteil bleiben nur zwei flache seitliche Teile, die weiterhin verschraubt werden können(Bild).
Aus dem GFN Unterbodenteil wird der Trafo so beschnitten , dass seine Unterkante später in richtiger Höhenposition zu liegen kommt.
(Bild)
Die Schrauböffnung des GFN Trafos wird weiterhin genutzt , um dort mittels einer zusätzlichen Bohrung in den Trix-Metallblock das neue Teil anschrauben zu können


Einige Bilder zeigen die auseinander geschnittenen Unterbodenteile sowie die Anordnung
auf dem Boden des Modells .
Einer der GFN- Rundbehälter muss vor dem Verkleben mit dem übrigen Plastikteil von innen so ausgeschnitten werden, dass man genügend Platz hat, um die dort darunter „versteckte“ Befestigungsschraube noch ein -und abschrauben zu können.
(siehe Bild des Teiles, aufgehängt an einer Klemme)
Ist der Unterbodenbereich fertig, besteht er aus drei separat angeschraubten Teilen.

Bilder der Unterbodenteile bei Herstellung und an der Lok

Die Qualität der Bilder bitte zu entschuldigen, besser geht’s leider nicht.
Sollte der Eindruck schief eingesetzter Teile (z.B. Puffer)entstehen,so ist das
fotografiertechnisch bedingt.
Für mich insgesamt eine lohnende Prozedur, zumal ein Wochenende für den den gesamten
Umbau ausgereicht hätte,wenn nicht die Teilebestellungen unterschiedlichen lang gedauert hätten.


Die original Stromabnehmer habe ich für die Verbesserung eines älteren Modells wieder verwendet .Berücksichtigt man die dafür eingesparten Kosten komme ich auf einen Gesamtpreis(Modell und Zusatzteile)von etwas unter 210 €.
Mit freundlichen Grüßen
Bilder:

http://img201.imageshack.us/my.php?image...nahmerscip6.jpg
http://img70.imageshack.us/my.php?image=...nittenedjo7.jpg
http://img111.imageshack.us/my.php?image...abnehmerwu3.jpg
http://img70.imageshack.us/my.php?image=...nehmerditt0.jpg
http://img201.imageshack.us/my.php?image...liffenerso6.jpg
http://img201.imageshack.us/my.php?image...ertesradaf4.jpg
http://img513.imageshack.us/my.php?image...emitsymoup4.jpg
http://img513.imageshack.us/my.php?image...pelseitezc3.jpg
http://img513.imageshack.us/my.php?image...ohlekompya8.jpg
http://img300.imageshack.us/my.php?image...gfnundtrkx1.jpg
http://img223.imageshack.us/my.php?image...gfntrafocn3.jpg
http://img201.imageshack.us/my.php?image...endteilemm2.jpg
http://img201.imageshack.us/my.php?image...gfntrafoiv7.jpg
http://img353.imageshack.us/my.php?image...bodenseiaw7.jpg
http://img100.imageshack.us/my.php?image...gfnbehlthr0.jpg
http://img100.imageshack.us/my.php?image...fertigermb6.jpg
http://img100.imageshack.us/my.php?image...ngruppe1lp6.jpg
http://img149.imageshack.us/my.php?image...ngruppe2wo1.jpg
http://img149.imageshack.us/my.php?image...ergitterlp7.jpg


Münch

RE: Optische Verbesserungen an der Trix 120.1

#2 von fuesssteller , 03.12.2008 16:05

schön schön doch dieses blöde imageshack nervt

http://www.directupload.net/

hier kannst du auch die vergrößerbare Vorschau verlinken


Gruß Ralf

letztes Umbauprojekt

Roco E80 DC > AC Umbau
ESU Decoder > warmweise LEDs + rote Schlusslichter


 
fuesssteller
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RE: Optische Verbesserungen an der Trix 120.1

#3 von scotti , 03.12.2008 16:58

Zitat von fuesssteller
doch dieses blöde imageshack nervt



Warum? Einfach nur den richtigen Link nehmen...


Fahrdienstliche Grüße Scotti


 
scotti
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Steuerung CS 2


RE: Optische Verbesserungen an der Trix 120.1

#4 von Bimmelbahn , 03.12.2008 18:15

Hallo,

Zitat von scotti

Zitat von fuesssteller
doch dieses blöde imageshack nervt



Warum? Einfach nur den richtigen Link nehmen...




Ausserdem blendet sich auch bei directupload.net sofort ein formatfüllendes Werbefenster ein .

Gruß,
Jochen

P.S. Danke für den interessanten Bericht, das soll ja bei der Diskussion, wo man am besten Bilder einstellt nicht untergehen


 
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Spurweite H0
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Stromart AC


RE: Optische Verbesserungen an der Trix 120.1

#5 von Litra_EG , 03.12.2008 18:47

Moin Olaf,

Vielen Dank für die Mühe, die Du Dir mit Deinem tollen und ausführlichen Umbaubericht gemacht hast!

Mal sehen, ob, was und wann ich selber davon umsetze.


Jeder liebt,
jeder kennt
Heribert Pilch
Präsident


Litra_EG  
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Beiträge: 1.547
Registriert am: 14.01.2007


RE: Optische Verbesserungen an der Trix 120.1

#6 von Boomel ( gelöscht ) , 04.12.2008 13:39

Hallo!

Ein Klasse Bericht,

Ich haette ein paar kleinigkeiten zur Optimierung :

Kannst -wie ich- im Internet oder im Fachhandel auch M1,6-Schrauben und entsprechende Unterlegscheiben besorgen.

In das Dach - wo Isolatoren hinkommen - Loecher bohren und
Fleischmann Art. Nr. 17 4351 (Isolatoren mit Halteplatte) besorgen.

Bei mir werden die Isolatoren ans Gehaeuse geklebt und so koennen
Stromabnehmer gewechselt werden.

Viele Gruesse
Jochen


Boomel

RE: Optische Verbesserungen an der Trix 120.1

#7 von Münch ( gelöscht ) , 04.12.2008 16:21

Hallo
@ Jochen
danke für die Blumen... und die Ergänzungen!
Ich habe ja nicht ohne Grund geschrieben,daß bei den Teilen aus der Bastelkiste auch andere Lösungen infrage kommen.
Da ich oft umbaue,ist meine Bastelkiste mit möglichst wenigen "Standardteilen"(z.B bei Schrauben ,Isolatoren,Kardanwellen u.ä.)
gefüllt,um nicht den Überblick zu verlieren.
Die Methode mit den Isolatoren mache ich standardmässig so,weil auch schon mehrere Eloks mit Metallgehäuse derart umgerüstet wurden(z.B. auch die neue Trix 120.0 )und dort das Bohren extrem schwierig wäre!
Für ein optimales Ergebnis muß man wirklich 10tel-mm genau bohren.
Das ist nur etwas für fortgeschrittene!
Auch muß ich zugeben,dass ich das Weiten der Bohröffnung für die
Befestigungsschraube nur
einmal mit Reibale (aus Vorsichtsgründen) gemacht habe.
Es gibt auch eine nur wenige Sekunden dauernde Methode.Für die braucht man aber erhebliches Feingefühl,um den Stromabnahmer nicht unbrauchbar zu machen.Ich habe dieses Feingefühl berufsbedingt ,wollte diese Methode aber bewußt hier nicht so beschreiben,bevor es bei weniger versierten
Nachahmern zum(teuren!) Verlust kommt.
Bei einem Wechsel würde halt nur der Stromabnahmer einschl. der isolatoren abgeschraubt.
mfg


Münch

   


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