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RE: Schietbüttel, die zweite...

#1 von michael_borgert , 10.05.2013 22:19

Hallo liebe Kollegen,
für diejenigen, die mich noch nicht kennen:
Ich bin 59 Jahre alt und bin überzeugter Wiederholungstäter was meine Märklin M-Gleis Eisenbahn angeht.
Begonnen hat der Virus zwar schon 1957 mit Atlas und danach Fleischmann mit Batteriebetrieb begonnen aber ab 1960 war dann Märklin angesagt.

Ich habe das riesige Glück einen Dachboden mit ca. 9 x 6 Meter Fläche zur Verfügung zu haben.
Ich habe lange überlegt, ob ich auf digitale Steuerung mit Computer umsteige, aber ich denke ich bleibe bei der analogen Fahrweise. Aber die digitalisierten Lokomotiven können so toll die Fahrtrichtung umschalten ohne Hüpfer.
Also sollten die Loks schon digital aufgerüstet werden. Dann kann ich immer noch überlegen, sie auch digital anzusteuern. Aber Weichen und Signale bleiben analog. Ich habe gehört, dass man die blauen Märklin Trafos nicht für Loks mit Digitaldekoder verwenden sollte. Stimmt das? Macht mich mal schlau. Digitalmäßig bin ich ein Anfänger.

Als Themen kreisen meine Gedanken immer um den Raum in Norddeutschland, Hamburg, Schleswig Holstein, Ostsee.
Nach meiner ersten Planung habe ich viele durchwachte Nächte gehabt, um Flächen, Gleise, Bahnhöfe, Häfen und Landschaften in Gedanken zu gestalten.

Vielleicht erinnert sich der eine oder andere an meine erste Planung.

Immer wieder ging mir aber auch ein anderes Szenario aus Hamburg durch den Kopf:
Bevor man in Hamburg den Hauptbahnhof im Jahre 1906 baute, gabe es verschiedene Einzelbahnhöfe als Endbahnhöfe, die nicht gerade optimal miteinander verbunden waren. Am Ende der aus Hamburg Altona kommenden sogenannten Verbindungsbahn war ein kleiner Trennungsbahnhof - genannt Hamburg Klostert(h)or.
Die im Sand verlegten Gleise führten auf der einen Seite zu den Gleisen des Berliner Bahnhofs, der Anfang 1900 durch den Interimsbahnhof Lippeltstrasse ersetzt wurde.
Auf der anderen Seite liefen die Gleise direkt auf der Strasse zum Hannoverschen Bahnhof.
Und dann gab es da noch den Lübecker Bahnhof, der als Endpunkt der Strecke aus Lübeck mit Gleisen über einen Güterbahnhof zu den Gleisen zum Berliner Bahnhof verbunden war.

Ich werde aber das ganze locker sehen müssen - so als würde man noch in den 60gern diese Situation haben. Also keine Signale aus der Kaiserzeit und keinen reinen Epoche I oder II Fahrzeugpark. Was passt, das passt und sonst wird einfach ein Auge zugedrückt .
Und die Gleisanlagen kann und will ich auch nicht 1 zu 1 umsetzen. Das Konzept und die Idee mit reduzierten Mitteln umgesetzt muss ausreichen. Statt 6 Gleisen müssen auch 3 reichen.

Wer Lust hat kann ja einmal ein wenig in Fotos stöbern:
http://hamburg-bildarchiv.de/0330549ce20...ac50d/index.php

Ich habe im Netz zwei Karten gefunden, wo ich einmal den entsprechenden Teil ausgeschnitten habe.





Alles in Allem ein spannendes Arragement, abgerundet durch den eigentlich eher langweiligen Durchgangsbahnhof Hamburg Rahlstedt - wäre da nicht der Anschluß an die Alt-Rahlstedt - Volksdorfer Kleinbahn.
Da habe ich von BEC Kits einen offenen Strassenbahnwagen erstanden, der dann als Notlösung fungieren kann.

Auf dem Foto aus dem Internet sieht man die Gleise der Kleinbahn auf der rechten Seite an den Häsern entlang laufen.



Und dann haben wir da ja immer noch den Bahnhof Trittau mit dem Durchgangsbahnhof und dem Endbahnhof der Südstormanschen Kreisbahn. Die heissen bei mir Tüdel und Tüdelbüttel. Der Verkehr auf der Kreisbahn war geprägt durch T3 und Triebwagen. Schade, in den 50ger Jahren war schon Schluß damt.



Dazu kommen immer noch :
- ein Fährbahnhof - angelehnt an Großenbrode Sund. Genannt Spökenkiekersiel Fähre. Ideal für Triebwagen und Tenderlokomotiven mit kleinen Personen- und Güterzügen.
- ein Bahnhof mit Hafenanschluß - angeleht an Neustadt / Ostholstein oder Heiligenhafen. Genannt Schietbüttel. Ideal für Tenderlokomotiven 78ger und 86ger, 24ger und T3 und Triebwagen
- ein Hafenszenario - angelehnt an den Hafen Altona. Genannt Schmuddelbüttel. Rangierverkehr und im Hintergrund eine Hauptstrecke auf höhrem Geländenieveau.

Vom Verkehrskonzept her soll es sich wie folgt gestalten:



Ich weiss, dass man heute eher ausgiebige Schattenbahnhöfe mit tollster Steuerung hat, aber bei mir reicht es, wenn da noch ein Ausweichgleis ist und das Ding lediglich zur kurzen automatischen Fahrtunterbrechung dient.
Ich bin ja irgendwie immer noch der Meinung, dass das Blech auch auf den Gleisen sichtbar aufgestellt sein sollte (und dann einstaubt ). Und ansonsten sollte das Blech bei mir laufen und rappeln.

Und da ich ja immer noch mit dem Stift dabei bin, bevor ich mich in den Gleisplanprogrammen verliere, habe ich ein wenig gezeichnet. Der Maßstab und die Verhältnisse sind natürlich noch nicht exakt und in der Verfeinerung macht man den Durchgang sicherlich auf 80cm zugusten der Modellbahnfläche.

Da ich aus der Ära Teppichbahn und Plattenbau mit Tunnel komme versuche ich diese Gedankenkonzepte (einfache Gleisführung wegen Entgleisen, Vermeidung von steilen Steigungen) mit den modernen Ideen von Betriebskonzepten zu mischen. Man mag mir hoffentlich nachsehen, wenn ich Gleise lieber auf einer Ebene verlege und kein ausgeklügeltes Rahmenkonzept zustandebekomme.
Insgesamt habe ich einmal versucht unterschiedliche Segmente zu planen, die dann optisch und thematisch von einander abgegrenzt werden sollen.



Ich gebe zu, ich bin nicht der akribische Modellbauer. Ich freue mich wenn es ungefähr so aussieht wie in Natura und ich meinen Spaß dran habe.
In 20 Jahren bin ich eh zu alt dafür und dann schmeissen unsere Kinder das Geraffel wohl auf den Müll und ich kann dann die anderen Leute im Alterheim mit meinen Eisenbahnthemen nerven.

Ich freue mich auf Eure Kommentare, Ideen oder Anregungen.


Schöne Grüße aus der Lüneburger Heide

Michael

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RE: Schietbüttel, die zweite...

#2 von histor , 11.05.2013 00:48

Moin Michael,
Platz hast du ja - ich gehe mal davon aus, die Zahlen neben deiner Zeichnung sollen Meter bedeuten.

Interessant finde ich die Konzeption "ohne Hamburg Hbf." schon. Muss man mal in Ruhe analysieren. Auf den ersten Blick sehe ich da ein wenig die Gefahr der Verzettelung beim jetztigen Plan. Vielleicht anders gegliedert und zusammengefügt?

zur Altrahlstedter findest Du hier was = http://www.archiv-hhnv.de/wag003.htm

Der zweite Stadtplan ist aus dem Pharus-Plan von 1905. Wenn Du ihn woanders gefunden hast als in "www.archiv-hhnv.de" würde mich das durchaus interessieren.


Freundliche Grüße
Horst
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RE: Schietbüttel, die zweite...

#3 von rainerwahnsinn ( gelöscht ) , 11.05.2013 01:43

Zitat von michael_borgert
aber ich denke ich bleibe bei der analogen Fahrweise. Aber die digitalisierten Lokomotiven können so toll die Fahrtrichtung umschalten ohne Hüpfer.


Moin Michael,

dein Beitrag liest sich so schön, dass ich eilig noch was dazu schreiben möchte (das Bettchen ruft ).

Das mit dem Digitalisieren hat Zeit, und wird erst dann relevant, wenn du nach der Fertigstellung eifrig "Bahnern" möchtest. Computergestützt dann, wenn du den Anlagenbetrieb ganzheitlich managen möchtest, wie ein Bahnchef sozusagen, oder punktuell für's feinfühlige Rangieren, da hat der Digitalbetrieb echte Vorteile. Vorab aber dürfte ein einfacher Lokdekoder als Umschalterersatz völlig hinreichen, da kannst du erstmal analog fahren, ohne Hupser , und dich so auf deine aktuellen Interessen konzentrieren.

Gut und richtig finde ich auch, dass du eine Wandanlage anstrebst. Die Plattenbauweise ist doch wirklich nur was für Monsterräume, die Gänge rund um die Anlagen zulassen, aber sonst

Freue mich auf weitere Beiträge von dir

Viele 60iger Grüße
Rainer...w


rainerwahnsinn

RE: Schietbüttel, die zweite...

#4 von michael_borgert , 11.05.2013 01:54

Hallo Horst,
Vielen Dank für den Tipp und Deine Anregungen - auf Deiner Homepage habe ich ja auch schon geschmökert und - korrekt - da hatte ich die Karte her. Ich hoffe, ich trete niemandem unheberrechtlich auf die Füsse? Sonst bitte Bescheid sagen.
Ich freue mich - dann kennst Du ja auch die Hamburger Eisenbahnthemen in- und auswendig.

Dein Hampstedt und Altona haben mich übrigens dazu inspiriert, den 'groben Unfug' anzudenken.

Ich will mal gucken, ob ich im Sommer im Urlaub mal ins Staatsarchiv nach Wandsbek fahre, um da Gleispläne von Rahlstedt, Klostertor, Lübecker Bahnhof und Bahnhof Lippeltstrasse zu finden.
In der Nähe vom Bahnhof Rahlstedt bin ich übrigens aufgewachsen. Am 'Holsteinischen Haus' am Bahnübergang hing noch bis in 70ger Jahre ein Isolator von der Oberleitung der Kleinbahn.

Ich habe neulich bei BEC Kits noch eine Hamburger Strassenbahn erstanden und ich bettele Mr. Robinson von BEC Kits regelmäßig an, mir doch noch mal zwei Bausätze für die alten U-Bahn Waggons herzustellen. Dann bekommen die auch noch ein paar Meter Gleis.

Zur Konstruktion: Die Idee ist, dass man so alle 3 bis 5 Meter ein neues Szenario findet evtl. sogar durch seitlichem Sichtschutz (Brücke, Bäume, Gebäude, Hintergrundbild) abgetrennt. Dadurch wird es schön unübersichtlich und abwechselungsreich.

Ein schönes Wochenende


Schöne Grüße aus der Lüneburger Heide

Michael

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RE: Schietbüttel, die zweite...

#5 von michael_borgert , 11.05.2013 01:57

Hallo Rainer,
danke für die Anregung.

Gruß,
Michael


Schöne Grüße aus der Lüneburger Heide

Michael

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RE: Schietbüttel, die zweite...

#6 von histor , 11.05.2013 19:34

Moin Michael,
meine Frage nach dem Pharus-Plan zielte nur darauf, ob irgendwer anders sich damit schmückt. Pharus stellt sich sehr an mit dem Urheberrecht seiner Nachdrucke. Da aber der von mir ein Original von 1905 ist und kein Nachdruck, sieht es anders aus.

Das Staatsarchiv Wandsbek hat ein gutes online-Findbuch und verwaltet die Archivalien der BD Altona (jetzt Hamburg). Berücksichtige, dass Du vorher anmelden musst, was Du dir wann ansehen willst. geht auch online.

Es gibt in der Staatsbibliothek (Rotherbaum, Universität) in der Plankammer (hinter Lesesaal 1) Karten 1:1000 von etwa 1890 und 1:4000 von etwa 1895, auf der die Gleisanlagen detailliert dargestellt sind. Signatur ist "1000 k". Leider keine Kopien möglich. Kann man einfach reingehen und ansehen.

Auch im Altonaer Museum in der Bibliothek haben sie Karten des Altonaer Gebietes 1:2000 um 1900 - auf der man natürlich jede Weiche sehen kann. Vielleicht für Dich von Interesse.

"Züge und mehr" in der Altstädter Straße hat auf seiner Webseite die Ankündigung des T-Wagens der U-Bahn (150 €).

Ansonsten glaube ich wird dein Tread für mich sehr interessant.


Freundliche Grüße
Horst
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RE: Schietbüttel, die zweite...

#7 von Der Pfälzer , 14.05.2013 10:54

Hallo Michael!

Mit großem Interesse habe ich deine Planung gelesen. Hört sich echt interessant an und ich bin mal auf deine Umsetzung -weitere Planung- gespannt. Ich bin mir sicher, dass du hier auch das Interesse der Spezis geweckt hast und sie dir sicherlich mit guten Tipps zur Seite stehen werden. Ich habe auch mal ein wenig in dem Hamburger Bildarchiv gestöbert. War wirklich hoch interessant, auch die Bilder vom Dom fand ich super! Auf jeden Fall werde ich immer wieder mal hier vorbeischauen

Bis denne,

Jürgen


Gruß Jürgen
Fan des geflügelten Rades


 
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RE: Schietbüttel, die zweite...

#8 von Bluesman , 14.05.2013 12:55

Moin Michael,

auch ich werde Deinen Thread wohlmeinend im Auge behalten, klingt spannend.


MangeHIlsener fra

Kløbensiel

Aktuelle Baustelle:

Alex


 
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RE: Schietbüttel, die zweite...

#9 von michael_borgert , 17.12.2013 20:21

Neues aus Schietbüttel
Wie sagte schon Berthold Brecht in der Dreigroschenoper: ‚Ja, mach nur einen Plan, sei nur ein großes Licht. Und mach dann noch 'nen zweiten Plan, gehn tun sie beide nicht‘.
Also habe ich mir erneut Gedanken zur Planung meiner Modellbahn – oder besser meiner Spiel- oder Phantasiebahn gemacht – also einer ‚elektrische Eisenbahn‘ getreu meiner Phantasie und nicht getreu der Realität. Das bedeutet nicht, dass ich mir keine Anregungen am Konzept der jeweiligen Bahnhöfe hole. Ich lasse mir aber die Freiheit, das Arrangement zu vereinfachen und etwas wegzulassen.



Was hat sich am Plan geändert?
1. Eine klare Trennung und Struktur für das ‚Rückgrat‘ der Anlage, auf denen auch ein kontinuierlicher automatisierter Fahrbetrieb stattfinden könnte - auch ohne Computersteuerung (Klosterthor, Schmuddelbüttel, Tüdel und Rahlstedt) auf der grünen Linie.
2. Definierte Bereiche zum Rangieren (Schietbüttel, Spökenkiekersiel, Tüdelbüttel), die gelbe und blaue Linie.
3. Strassenbahn/Trambahn in Rahlstedt bleibt. Ich habe da ein motorisiertes Fahrgestell von BEC Kits und ein Gehäuse von GoTram. Das passt ohne viel Umbauten gut zur Altrahlstedter Kleinbahn.
4. Die Hamburger Strassenbahn in Schmuddelbüttel fährt jetzt im Kreisverkehr. Hamburger U-Bahn in Schmuddelbüttel fährt ebenfalls im Kreisverkehr und bekommt einen extra Bahnhof.
5. Wiederaufleben der kleinen Bergwelt für die Oberleitungsloks (das sind nur zwei). Möglichst nach einem Gleisplanklassiker oder nach jetziger ‚klassischer kontemporärer Gleisführung‘ = Kleiner Bahnhof mit ein oder zwei Anschlußgleisen und Fahrbetrieb in alle Fahrtrichtungen.
Vielleicht hat ja der eine oder andere von Euch eine ja noch gute Idee für eine 370 x 110 cm Fläche. Ich hatte auch schon an die Anlagenklassiker aus den M-Gleis Heften gedacht.
6. Wiederaufleben der Dschungelbahn. Mein 30-jähriger Sohn machte mir klar, welch aufregende Phantasien mit so einem Arrangement verbunden werden können. Baracken, Kaffee, Bananen, kubanische Rebellen, Jeeps, Bauern mit Ziegen und Strohhüten, verrottete Kähne am Fluss, Holzbrücken, etc… Er hat mich überzeugt.
7. Mehr Platz zum Sitzen. Dann kann man in dem Raum auch basteln oder mit Frau, Kindern und Freunden zusammen eine Tasse Kaffee oder eine erfrischende Kaltschale trinken. Dazu wird die Dschungelbahn auf Rollen gesetzt und mit einer Arbeitsplatte abgedeckt. Das ist mir sehr wichtig, damit man sich nicht im Hobby einigelt oder etwa vereinsamt.
8. Aus der Idee der Hamburger Bahnhöfe vor dem Hauptbahnhof im Jahre 1906 ist aus Platzgründen nur noch die Hommage an den Bahnhof Klosterthor geblieben. Er ist für einen Trennungsbahnhof vergleichsweise einfach gestrickt mit nur wenigen Gleisen und einem Mini-Betriebswerk. Also Ideal für die Umsetzung.
9. Der Hafenbereich wird etwas länger. Da kommt auch noch ein Stückchen Fleet mit Lagerhaus hinein. Insgesamt die schmuddeligen Häuser mit verwinkelten Hinterhöfen und Lager- und Industriebauten dazwischen und mit Wagendrehscheiben. Nicht fehlen darf als Abschluss das grosse Kühlhaus.

Was ist geblieben?
1. Das ungewöhnliche Konzept der Abfolge von thematisch getrennten Bahnhofsszenarien, die in modellbahnerischer Betriebssicht eine Wiederholung des Themas sind. All diese Bahnhöfe haben mich immer schon fasziniert. Eine andere Alternative wäre eine Anlage aus auswechselbaren Modulen. Ich habe mich aber eher für die Segmentierung entschieden.
2. Ja, ich weiß, dadurch fehlen auch die berühmten 3 Meter langen Paradestrecken mit Landschaft. Aber ich denke, die Züge sind bei den Streckenlängen bestimmt ausreichend zu sehen.
3. Ich kenne auch die Kritik, dass sich mein Gleisplan zu sehr am Ablauf orientiert. Man möge es mir verzeihen - ich bilde meine Phantasie ab.
4. Keine Gleiswendeln, einfache Auf- und Abfahrrampen mit gut 3-prozentiger Steigung. Früher blieben die Züge an den Rampen immer hängen und die Räder drehten durch. Das war mehr als nervig.
5. Keine aufwändigen Schattenbahnhöfe, in denen Züge ihr dunkles Dasein fristen; nur einfache Arrangements mit wenigen parallelen Gleisen als ‚unterirdische‘ Abstellmöglichkeit. Da habe ich vielleicht eine traumatische Störung aufgrund der früheren Erfahrungen mit der Fummelei mit Feuerhaken im Untergrund.
6. Und – M-Gleis. Mit allen Nachteilen. Verbogen, dreckig, mit klemmenden Weichen. Vielleicht hilft der Geschirrspüler und etwas Ballistol / Silikonspray. Gerne Eure Erafhrungswerte und Tipps.
7. Keine komplett-Digitalisierung. Maximal die Ansteuerung der Lokomotiven. Am Liebsten würde ich analog fahren aber mit Dekodern in den Loks, die das knurrende und hüpfende Umschalten der Fahrtrichtung erleichtern. Gerne lasse ich mich von Euch bei dem Thema beraten, denn digitaltechnisch bin ich nicht so erfahren. Ich habe auch gehört, es gibt Probleme, wenn man die Digitalloks analog mit den alten blauen Trafos betreibt.

Die Herausforderungen
1. Viele thematisch unterschiedliche Bahnhöfe brauchen auch eine gute optische Abgrenzung. Anfangs habe ich viele Trennkulissen geplant aber mittlerweile möchte ich nur noch zwischen
- Schietbüttel und der Berglandschaft trennen. Die beiden Landschaften scheinen mir zu unterschiedlich
- Rahlstedt und Spökenkiekersiel. Obwohl ich noch immer eine Brücke über die Gleise bei Rahlstedt im Kopfe habe, die dann mit Bäumen und Häuschen getrennt den Übergang zum Sielhafen schafft.
- der angeschnittenen Bahnhofshalle von Schmuddelbüttel und Tüdel. Da fällt mir beim besten Willen kein dekorativer Übergang ein.
Zwischen Klosterthor/Schmuddelbüttel auf der einen und Schietbüttel und dem Hafen auf der anderen Seite verläuft eine ca. 10 cm höhergelegte Strasse mit Gebäuden, die auf der Hafenseite dann einen Lagerhauscharakter haben und zwischen denen Treppen auf das Strassenniveau führen.
Zwischen Tüdel/Tüdelbüttel und Rahlstedt belasse ich es bei der Trennung durch den Höhenunterschied.
2. Die Dachschrägen. Die betragen ca. 40 Grad und erlauben keine schöne Hintergrundkulisse. Und Heizkörper unter der Anlage. Ich denke, ich werde mit Kulissenhäusern arbeiten, die kein komplettes Dach haben und damit die warme Luft herauslassen und dennoch den Abschluß zum Horizont ermöglichen.
3. Die Kriecherei unter der Anlage. Da bin ich etwas eigen, denn ich habe keine Lust auf dem Boden umher zu robben, um die Kabel zu sortieren. Ich möchte das alles oberirdisch verlegen und mit ausgeschnittenen Geländeplatten so abdecken, dass ich im Notfall an die Installation herankomme.
4. Verkabelung Stromzufuhr. Ich möchte gerne einige Leitungen verlegen, aus denen dann die Gleise in regelmäßigen Abständen für den Fahrstrom gespeist werden.
5. Zugriff auf verdeckte Gleise. Ich stelle mir vor, Geländeteile so zu gestalten, dass ich sie herausnehmen kann, um auf den darunterliegenden Gleisen manuell einzugreifen. Die geringe Tiefe von gut 110 cm ist da sicher hilfreich, obwohl es in den Ecken schon ein wenig kritisch wird. Da werde ich sicher noch ein wenig Feintuning machen müssen.
6. Die Geräuschkulisse. M-Gleis rappelt natürlich laut. Da habe ich gute Erfahrungen mit Dämmplatte gemacht. Gerne nehme ich aber auch Eure Erfahrungen und Ratschläge auf. Ich denke auch daran, es einmal mit Trittschalldämmung auszuprobieren.
7. Licht. Ich denke an LED Bänder, die nach unten strahlen und die ich hinter einen kleinen Leiste verstecken kann. Sonst ist das wirklich schwierig mit den Dachschrägen und es bleiben nur noch Strahlerleisten. Gerne lerne ich aus Euren Erfahrungen.
8. Gleisplantuning. Ich habe die Gleisführung in den Bahnhöfen an den Originalen orientiert aber ich denke, da lässt sich sicher noch das eine oder andere etwas optimieren. Gerne nehme ich Eure Erfahrungswerte und Ratschläge an.
9. Unterbau. Ich denke, dass ich im März mit dem Unterbau beginnen kann. Er soll auf Pfosten ruhen und aus Holzleisten im ‚Gehwegplatten‘ Muster bestehen.
10. Gebäude. Da hat mir Hans von der Hafenbahn Altona mit seinen Gebäuden einen Floh ins Ohr gesetzt. Warum also nicht aus Karton bauen, mit Zeigelmuster ‚tapezieren‘, Fenster, Simse, Umkleidungen und Türen von Faller, Vollmer, Kibri, Auhagen und Co. Nehmen und dann die Häuser bauen, die in eine schmuddelige Großstadt samt Hinterhöfen gehören und evtl. mit Müllers Bruchbuden ergänzen. Dachpappe mit 200er Schleifpapier simulieren? Wellpappe für Ziegeldächer ausprobieren?
11. Strassen und Gleise. Da muss ich noch in mich gehen. Das Programm von Hans kann man auch für Pflastersteine verwenden. Vielleicht auf dünnem Papier ausdrucken und dann auf eine riffelige Unterlage ‚tapezieren‘? Altes M-Gleis mit Mittelschiene verwenden und mit bedruckten Kartonstreifen füllen? Versuch macht klug. Gerne Eure Erfahrungen.
12. Gleise einschottern. Da habe ich schon viel gesehen hier im Forum und werde einfach mal ein wenig probieren. Abtönfarbe, Leim, Sägespäne, Kies und spannend wird es bei den M-Weichen. Am besten vielleicht mit Tarnanstrich verstecken?

Nun aber zu den Bildern.


http://imageshack.us/photo/my-images/62/98yh.jpg/


http://imageshack.us/photo/my-images/689/9l7r.jpg/


http://imageshack.us/photo/my-images/546/vn6q.jpg/


Schöne Grüße aus der Lüneburger Heide

Michael

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RE: Schietbüttel, die zweite...

#10 von Winterbahn ( gelöscht ) , 23.12.2013 09:49

Moin Michael,

Wow! 9 x 6 Meter sind Luxus pur! Und Deine Planung sieht sehr, sehr genial aus. Ich muss mir das alles in Ruhe noch ein, zwei weitere Male durchlesen, um alles aufzufassen, aber das sind wirklich ausführliche Gedanken zum Betriebskonzept, die Du Dir gemacht hast. Alle Achtung!

Zitat von michael_borgert
[...]Also sollten die Loks schon digital aufgerüstet werden. Dann kann ich immer noch überlegen, sie auch digital anzusteuern. Aber Weichen und Signale bleiben analog. Ich habe gehört, dass man die blauen Märklin Trafos nicht für Loks mit Digitaldekoder verwenden sollte. Stimmt das? Macht mich mal schlau. Digitalmäßig bin ich ein Anfänger.[...]


Von mir für's Erste daher nur kurz was zu dieser Frage von Dir.
Die alten blauen Trafos von Märklin waren noch für eine Netzspannung von 220 Volt ausgelegt. Mittlerweile haben wir 230 V im Netz.
Bei dem Umschalimpuls wird der maximale Strom durch die Wicklungen geschickt und heruntertransformiert.
Bei 230 Volt Netzspannung wird auch der Umschaltimpuls schließlich noch stärker (frag mich jetzt bitte nach den exakten Voltwerten, aber ich glaube, in der Spitze so um 26 Volt, wenn ich das richtig in Erinnerung habe, das kann aber jemand anderes sicher genauer beantworten). Entscheidend dabei ist, dass dieser Impuls so stark ist, dass er die Decoder beschädigen/zerstören kann.
Daher sollte man die alten blauen Trafos nicht mehr verwenden, sondern die weißen/grauen Geräte benutzen, die auf eine Netzspannung von 230 Volt ausgelegt sind und den Umschaltimpuls wieder auf kleinere Werte herunter dimensionieren...

Viele Grüße und fröhliche Weihnachten
Torsten


Winterbahn

   


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