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Zugbeleuchtung Beiwagen bei Verbrennungstriebwagen?

Verfasst: Sa 6. Apr 2019, 11:01
von Domapi
Auf meiner Nebenstrecke verkehren mehrere Verbrennungstriebwagen, z.B. VT761, VT858, VT6290 usw. Manche solo, einige mit passenden Personenwagen.

Aktuell sind die Beiwagen nicht beleuchtet, im Schiebebetrieb leuchtet also kein Frontlicht; im Betrieb VT vorne auch kein Zugschlußlicht.
Das Front- und Rücklicht im Triebwagen kann ich ja über den Dekoder steuern.

Wie war das früher? Wurden die VTs im Endbahnhof umgesetzt oder gab es einen Schiebebetrieb? Hatten die Beiwagen eine weiße Frontbeleuchtung, wenn sie vorne waren? Hatten Sie ein rotes Schlußlicht?

Ich überlege, ob ich die Wagen mit Beleuchtung und einem Funktionsdekoder ausrüste, damit das Licht entsprechend geschaltet werden kann.

Re: Zugbeleuchtung Beiwagen bei Verbrennungstriebwagen?

Verfasst: Sa 6. Apr 2019, 11:24
von DerGoldi
Hallo Martin,

Ich denke es kommt darauf an, ob dein "Beiwagen" ein Beiwagen oder ein Steuerwagen ist.
Bei einem Beiwagen (VB in der Typenbezeichnung) muss der VT umgesetzt werden, da der Beiwagen über kein Steuerpult verfügt. Der Wagen führt dann im Zugbetrieb höchstens ein rotes Zugschlusssignal.

Steuerwagen (erkennbar an VS in der Typenbezeichnung) besitzen einen Steuerstand/-abteil, dort ist dann auch der Lokführer. Diese Wagen sind dann auch mit einem Spitzensignal ausgestattet. Hier entfällt das Umsetzten des VT.

Einen schönen Samstag,

Daniel

Re: Zugbeleuchtung Beiwagen bei Verbrennungstriebwagen?

Verfasst: Sa 6. Apr 2019, 14:27
von Erich Müller
Hallo,
DerGoldi hat geschrieben:
Sa 6. Apr 2019, 11:24
Der Wagen führt dann im Zugbetrieb höchstens ein rotes Zugschlusssignal.
Der letzte Wagen eines Zuges führt nicht "höchstens", sondern immer ein Zugschlusssignal. Mindestens seit der Signalordnung der Dreißiger Jahre kann dafür auch tagsüber rotes Licht gezeigt werden.

Führende Steuerwagen müssen übrigens immer das Nachtzeichen des Spitzensignals zeigen - also je nach Epoche zwei oder drei weiße Lichter. Das ist insofern amüsant, als bei Garnituren, wo sich Trieb- und Steuerwagen optisch kaum unterscheiden, der Steuerwagen immer mit Spitzenlicht gefahren werden muss, der Triebwagen dagegen nicht (bis zur Einführung des generellen Nachtzeichens in den Neunzigern).

Re: Zugbeleuchtung Beiwagen bei Verbrennungstriebwagen?

Verfasst: Mo 8. Apr 2019, 19:16
von Domapi
Besten Dank für die Rückmeldungen!

Da bin ich dann aktuell vorbildwidrig unterwegs :oops:
Meist hängen ein paar geschobene Beiwagen an den VTs.

Aber Hauptsache es macht Spaß!

Re: Zugbeleuchtung Beiwagen bei Verbrennungstriebwagen?

Verfasst: Di 9. Apr 2019, 11:26
von silz_essen
Hallo zusammen,

und um es noch komplizierter zu machen:
Es gab auch VB mit Steuerabteil, die ganz generell als VS eingesetzt wurden und deshalb auch weiße Frontbeleuchtung hatten. Beispiel: VB147 002 (Modell von Brawa erhältlich!) , der im Wuppertaler Raum als VS mit V36 lief. Bilder z.B. im franckh-Buch über die V36 und im ek-Buch über Wehrmachtsdiesel.

Gruß
Martin

Re: Zugbeleuchtung Beiwagen bei Verbrennungstriebwagen?

Verfasst: Di 9. Apr 2019, 13:39
von Andreas Poths
silz_essen hat geschrieben:
Di 9. Apr 2019, 11:26
Hallo zusammen,

und um es noch komplizierter zu machen:
Es gab auch VB mit Steuerabteil, die ganz generell als VS eingesetzt wurden und deshalb auch weiße Frontbeleuchtung hatten. Beispiel: VB147 002 (Modell von Brawa erhältlich!) , der im Wuppertaler Raum als VS mit V36 lief. Bilder z.B. im franckh-Buch über die V36 und im ek-Buch über Wehrmachtsdiesel.

Gruß
Martin
Aahh Martin Dankeschön! für den Literaturtip :wink:

Re: Zugbeleuchtung Beiwagen bei Verbrennungstriebwagen?

Verfasst: Mi 10. Apr 2019, 08:41
von Erich Müller
Hallo Martin,

der VB 147 002 ist, wenn ich die mageren Informationen zusammenfassen darf, wohl ein Sonderfall: ein VB, der mit Steuerabteil (wohl als Befehlswagen) ausgerüstet wurde, damit aber seinen ursprünglichen VT nicht steuern konnte. (Gab es überhaupt VT/VS-Gespanne mit indirekter Steuerung? Eine andere Frage, die ein eigenes Thema wert ist.)
Der VB 147 002 ist wohl nur mit Donnerbüchsen und V36 eingesetzt worden; so wäre nach meinem Verständnis auch eine Umzeichnung in C4f (später B4f) in Frage gekommen.

Der VB 147 002 fällt damit etwas aus der eigentlichen Fragestellung heraus. Was nicht heißen soll, dass es nicht andere VB gegeben hat, die zu VS aufgerüstet wurden, aber nicht umgezeichnet.