RE: Umbaubericht Märklin E10.3 (39120) auf sb-Modellbau Motor

#1 von Jörg Warrelmann , 20.08.2012 09:53

Hallo,

Meine E 10.3 (39120) hat den Dienst verweigert. Sie blieb plötzlich mit eingeschaltetem Licht stehen und bewegte sich kein Stück mehr. Es half kein Reset und auch ein anderer Dekoder liess sie nicht mehr laufen. Es musste also ein Defekt des Sinus-Motors oder seiner Steuerplatine vorliegen. Beides ist bei Märklin als nicht lieferbar markiert. Obwohl die Lok aus der letzten Serie stammt und damit eigentlich entruckelt war, war sie extrem empfindlich bezüglich verdreckter Stellen. Daher entschloss ich mich, die Lok auf einen Antrieb von sb Modellbau umzubauen. Das ist für mich Neuland gewesen und wirklich aussagefähig ist das Foto auf der Homepage von sb Modellbau nicht wirklich. Umbauberichte hierzu habe ich auch nicht gefunden, daher habe ich mal diesen Bericht erstellt. Das Ganze war einfacher als die Beschreibung (Schwierigkeitsgrad III von III) vermuten liess:

Der Motor wird zusammen mit zwei neuen Kardanwellen (eine aus Kunststoff, eine aus Metall) in einer Tüte geliefert:



Es handelt sich um einen Schweizer Maxon Motor. Hier der Vergleich zum Original C-Sinus Motor:



Die Aufsätze auf den Wellen müsen vom Original abgezogen und auf die Wellen des Maxon-Motors aufgesetzt werden. Das ging sehr einfach.

Dann habe ich das Chassis von den Drehgestellen befreit. An den roten Linien muss man laut Anleitung 9,5mm tief einfräsen sowie die mit dem Pfeil markierten Nasen entfernen (die haben den C-Sinus Motor in seiner Lage fixiert):



Die Bedienungsanleitung ist nicht besonders umfangreich: 1 kurze Beschreibung der Schritte wobei die oben erwähnten 9,5mm die einzige Massangabe ist sowie 3 Fotos. Zwei zeigen das Chassis im ausgefrästen Zustand und eines wie der Motor eingebaut ist (Foto wie im Internet).

Das Ausfräsen mit dem Dremel hat etwa eine gute Stunde gedauert und ist schon anstrengend. Auf dem Foto sieht es schlimmer aus als in echt.



Dann habe ich das Chassis erstmal ausgespült, damit auch das letzte Stückchen Metallstaub raus ist und es gut getrocknet. Die ausgefrästen Stellen habe ich schwarz gestrichen (zumindest da, wo nicht geklebt wird). Ich finde, das sieht dann besser aus.

Anschliessend werden die Drehgestelle mit den Kardanwellen wieder eingesetzt, der Motor mit UHU Hart 2 Komponentenkleber befestigt und sie hat eine erste Testrunde unter Gleichstrom betrieben einwandfrei gemeistert.



Den alten Platinenhalter mit der Schallkapsel für den Lautsprecher habe ich wieder eingesetzt. Allerdings musste ich hier (markiert durch das blaue Quadrat) einen Ausschnitt machen:

.

Als Dekoder habe ich einen msd Sounddekoder (60947) verwendet. Vorsicht ist bei den Beleuchtungsplatinen geboten. Die Vorwiderstände sitzen auf der Originalplatine. Da ich bei dieser Lok schon vorher mal die Beleuchtung gegen warmweisse LEDs mit neuer Platine ausgetauscht hatte, bei der sich die Vorwiderstände auf der Beleuchtungsplatine befinden, war dies für mich kein Problem. Ansonsten muss man noch entsprechende Vorwiderstände in den Zuleitungen einlöten. Die Beleuchtungsplatinen wurde mir von einem Freund geätzt, bestückt habe ich selber. Das machen wir aber nicht in Serie, Anfrage hierzu sind daher zwecklos, sorry….



Der Dekoder aus dem 60947 ist jetzt rot:



Die Lok hat jetzt einwandfreie Fahreigenschaften und auch die Spannungsempfindlichkeit bei verdreckten Stellen ist weg, die wohl von der Steuerplatine kamen

Die Höchstgeschwindigkeit mit diesem Motor ist geringer als mit dem Sinus-Motor aber durchaus vorbildgerecht. Traktionseigenschaften sind für mich subjektiv vergleichbar mit dem des Sinus Motors, sie zieht den gleichen Zug (7 vier-achsige D-Zug Wagen) ohne Probleme die Steigung hoch.

Es war also ein erfolgreicher Umbau, die Lok ist wieder im Betriebsdienst. Zum Schluss noch ein Bild der Lok mit der warmweissen Beleuchtung (die auf dem Foto heller wirkt als sie tatsächlich ist):



Ich bin sehr zufrieden und habe auch schon zwei Kollegen zu Umbauten mit sb Motoren angestiftet…

Schönen Gruss
Jörg


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RE: Umbaubericht Märklin E10.3 (39120) auf sb-Modellbau Motor

#2 von Berderwe , 20.08.2012 13:01

Hallo Jörg,

vielen Dank für Deinen verständlichen Umbau-Bericht.

Trotzdem seien noch Fragen erlaubt:

Wie hast Du die Aufsätze auf den Wellen abgezogen
und vor allem haltbar wiederbefestigt?

Mit freundlichen Grüßen

Reinhard Welz


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RE: Umbaubericht Märklin E10.3 (39120) auf sb-Modellbau Motor

#3 von Jörg Warrelmann , 20.08.2012 13:32

Hallo Reinhard,

die Frage habe ich mir selber gestellt, da die Anleitung sich hierzu überhaupt nicht ausliess.

Die Hülsen lassen sich einfach mit einer Spitzzange abziehen und wieder auf die Welle des neuen Motors aufsetzen. Dort sitzen sich reichlich fest, ich habe sie nicht weiter gesichert. Mir ist es nicht möglich, mit vertretbarem Kraftaufwand die Hülse auf der Welle zum Durchdrehen zu bringen. (Geht nur wenn ich die Kardanwelle einstecke und diese mit der Zange festhalte)

Daher habe ich die Idee, sie noch von innen mit einem Tropfen Sekundenkleber zu fixieren nicht weiterverfolgt.

Auch im Praxisbetrieb (gestern lief sie mal eine Stunde am Stück) mit 7 4-achsigen D-Zugwagen hat sie keinerlei Ausfälle oder Verlust von Zugkraft gezeigt.

Schönen Gruss
Jörg


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RE: Umbaubericht Märklin E10.3 (39120) auf sb-Modellbau Motor

#4 von Berderwe , 20.08.2012 15:00

Hallo Jörg,

danke für Deinen Hinweis.

Mit freundlichen Grüßen

Reinhard Welz


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RE: Umbaubericht Märklin E10.3 (39120) auf sb-Modellbau Motor

#5 von Knotenblech , 22.08.2012 19:29

Zitat von Berderwe
Hallo Jörg,

vielen Dank für Deinen verständlichen Umbau-Bericht.

Trotzdem seien noch Fragen erlaubt:

Wie hast Du die Aufsätze auf den Wellen abgezogen
und vor allem haltbar wiederbefestigt?

Mit freundlichen Grüßen

Reinhard Welz




Hallo Reinhard, Hallo Jörg,

die Kardanschalen sind für eine Presspassung konstruiert, sprich sie haben einen Innendurchmesser von ca. 1,45mm und die Welle einen Außendurchmesser von von 1,50mm. Somit ist ausreichend Halt gegeben, soviel Drehmoment, daß es die Wellen oder Kardanschalen durch drehen, bringt kein HO-Modellmotor zu Stande. Wenn man also die Schalen nicht zigmal abzieht, hält das sehr vernünftig. Normale Sekundenkleber zum Kleben dieser Materialpaarung ist ungeeignet, er ist spröde, hat die notwendige Haftung auf der Welle nicht und altert außerdem. Besser sepzielle Welle-Naben-Kleber nehmen.

Jörg, damit du lange Freude an dem Antrieb hast, regelmäßig schmieren, ich empfehle Silikonöl (altert und verdunstet nicht so schnell, normales Feinöl erfordert häufigeres Nachschmieren) oder PTFE-haltige Schmiermittel.

Grüßle von Robert


Sinus-und MFX-Verweigerer, K-Gleis, R>500mm; optimierte, schlanke Mä-K-Weichen, Fahrzeuge verschiedener Hersteller, viele auf Glockenanker umgebaut.

Decoder: Esu, Zimo und Qdecoder

Die Gesetze der Mechanik, Elektrik und Physik gelten auch bei der Modellbahn


 
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RE: Umbaubericht Märklin E10.3 (39120) auf sb-Modellbau Motor

#6 von oberlandbahn ( gelöscht ) , 04.01.2018 21:34

Hallo zusammen,

ich grabe diesen sehr alten Umbaubericht noch einmal aus. Schließlich hat er vor geraumer Zeit dafür gesorgt, daß ich mich ebenfalls mit dem Umbau meiner E 10.12 beschäftigte. Jörg war sozusagen der Initialzünder .

In 2017 habe ich die Lok dann an Achim Grob zum Umbauen geschickt. Kurz vor Weihnachten kam sie zurück - und hier ist nun mein ganz persönlicher Umbaubericht: Trix E 10.12: Vom Mauerblümchen zum Edelrenner


oberlandbahn

   


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