RE: Module/Segmente für die Bodenbahn?

#1 von Barmer Bergbahn , 23.08.2012 07:57

Guten Morgen,

mein Thema hat eigentlich nicht direkt etwas mit Anlagenbau zu tun, da es nicht um eine "Anlage" im Wortsinn geht. Da es sich aber auch um einen Holzbau handelt, stelle ich das Thema einfach mal hier hinein.

Kurz zum Hintergrund: Wer nicht den Platz für eine raumfüllende Anlage hat, denkt alsbald über entsprechende Alternativen nach. Oft sind dann Kleinst- und Rangieranlagen das Produkt dieser Überlegungen. Doch was tun, wenn man dennoch auch mal einen längeren Zug auf die Reise schicken will? Ganz klar, die Lösung heißt hier Teppichbahning, wobei der Teppich gar nicht mal zwingend vorhanden sein muss... Was bereits Generationen vor unserer Zeit erfolgreich praktizierten, kann gar nicht so schlecht sein. Der Vorteil: Durch vergleichsweise kurze Auf- und Abbauzeiten lässt sich zumeist auch der Hausvorstand auf größere Arrangements ein. Also los!

Doch halt, mancherorts stellt sich da jetzt ein weiteres Problem und zwar in Form des vierbeinigen Mitbewohners. Bei mir ist es ein Hundemädchen, anderswo vielleicht eine Katze. Letztes Wochenende machte ich also die Erfahrung, dass sich Haustier und Teppichbahn (bei mir wäre es eine Laminatbahn) irgendwie nicht verträgt. Es ist nicht etwas so, als würden wir unser Heim nicht pflegen, nein, bei uns ist es sauber und ordentlich. Dennoch stellte ich fest, dass man mit einem Hund (der auch Hund sein darf und deshalb auch regelmäßig Wald und Wiese sieht) eigentlich keine Chance auf eine Teppichbahn hat, insofern diese auch mal 3-4 Tage liegen bleiben soll.

In diesem Kontext kam mir die Idee, dass man doch kleine Holzkästen in der bewährten Bauform der bekannten Modulkästen bauen könnte, nur eben schmaler (Landschaftsgestaltung ist hier nachrangig) und natürlich flacher. Bahnhöfe und andere Gleisgruppen müssten natürlich schon entsprechend der eigenen Bedürfnisse breiter angelegt werden.
Da man nur den unmittelbaren Bereich des Fußbodens verlassen möchte, benötigt man auch keine Beine, zumal man ja auch noch wegen der schmalen Bauweise auf die Statik achten muss. Nein, Beine brauchen wir also nicht, aber Vierkanthölzer in den Ecken sind dennoch von Vorteil, so die Überlegung, denn dann kann man trotzdem die praktischen Schraubfüße zum Niveauausgleich verwenden, was gerade Bewohner von Altbauwohnungen freuen dürfte.

An anderer Stelle hatte ich im Zusammenhang mit dem echten Modulbau und der Nutzung des C-Gleises gelernt, dass man wohl gerne eine 77er-Gerade als Übergangsstück und zur Überbrückung der Modulübergänge nutzt. Das scheint mir praktisch und das würde ich auch so probieren. Damit wäre die elektrische Verbindung auch sichergestellt. Sollte zusätzlich noch eine mechanische Fixierung notwendig sein, könnte man das auch hier in bewährter Form mittels Flügelschrauben realisieren.

So, viel Text, aber hoffentlich konnte ich mich halbwegs verständlich machen. Mich würde nun interessieren, was Ihr von so einer Sache haltet. Besonders die Meinung der erfahreneren Teppichbahner und Modulbauer ist für mich von Interesse. Als Zusammenfassung kann man mein Anliegen vielleicht wie folgt konkretisieren:
1. Schneller Auf- und Abbau der Gleisanlage
2. Schutz vor Schmutz etc. durch Verlassen der unmittelbaren Bodenfläche.

Bin gespannt auf Eure Meinung!

P.S. Der Vollständigkeit halber: Bei mir geht es um H0 und dem Märklin-C-Gleis. Das Konzept ist aber sicherlich übergreifend anwendbar.


Liebe Grüße
Christian



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RE: Module/Segmente für die Bodenbahn?

#2 von fantux , 23.08.2012 08:35

Hallo,

Zitat von Barmer Bergbahn
In diesem Kontext kam mir die Idee, dass man doch kleine Holzkästen in der bewährten Bauform der bekannten Modulkästen bauen könnte, nur eben schmaler (Landschaftsgestaltung ist hier nachrangig) und natürlich flacher. Bahnhöfe und andere Gleisgruppen müssten natürlich schon entsprechend der eigenen Bedürfnisse breiter angelegt werden.
Da man nur den unmittelbaren Bereich des Fußbodens verlassen möchte, benötigt man auch keine Beine, zumal man ja auch noch wegen der schmalen Bauweise auf die Statik achten muss. Nein, Beine brauchen wir also nicht, aber Vierkanthölzer in den Ecken sind dennoch von Vorteil, so die Überlegung, denn dann kann man trotzdem die praktischen Schraubfüße zum Niveauausgleich verwenden, was gerade Bewohner von Altbauwohnungen freuen dürfte.



es gibt noch einen Zusammenhang zwischen Füßen und mechanischer Verbindung, den ich beim Baubeginn meiner eigenen Module nicht bedacht hatte. "Typischerweise" ist die Verbindungsschraube bei Modulen mittig unter den Gleisen, d.h. innerhalb des Modulkastens. Wenn der Kasten dann von oben geschlossen bzw. ohnehin nur so breit wie die Trasse ist, muss man das Modul so weit aufständern, dass man mit der Hand noch drunterkommt. Da man die Hand auch noch unter dem Modul verrenken können muss, ist das gar nicht mal so wenig Abstand - geschätzt 15-20cm bei Nürnberger-Bratwurst-Fingern, bei Weisswurst-Fingern tendentiell noch mehr

Die Alternative ist, die Befestigung ausserhalb des Modulkörpers zu machen. Das wird allerdings schwierig, wenn deine Module alle eine unterschiedliche Breite haben. Beim Übergang Trasse<->Bahnhof ist dann mindestens eine Seite der Schraube innerhalb des Modulkastens. Wenn deine Module allerdings eine feste Zusammenstellung haben (d.h. eigentlch Segmente sind), ist das wohl ein gangbarer Weg.

Abraten kann ich von "offenen" Modulkästen. Ich habe mir mal als Quick-and-Dirty-Lösung einen Bahnhof auf eine OSB-Platte mit einzelnem Mittelspant darunter gezimmert. Mechanisch super stabil (und tonnenschwer - nimm bloß klein Preßspan!), man kommt immer an die Verbindungsschraube, aber wenn man das Modul herumträgt läuft man immer massiv Gefahr, irgend wo in die daruntergeschraubte Elektronik zu greifen und Teile zu zerquetschen.

Ebenfalls zu bedenken bei den Stützen: Wenn die Module platzsparend gelagert werden sollen, musst du die Stützen abmachen oder einklappen. Meine Lösung ist, die Beine mit zwei Schlossschrauben zu befestigen und bei Demontage in einen separaten Karton zu lagern. Eine Lösung zum Einklappen, bei der die Beine im Modul gelagert werden, fände ich wesentlich schöner, habe aber noch keine Realisierungsmöglchkeit gefunden.

Vor allem ist ein Problem, dass die Beine ja nicht einknicken dürfen. Bei meinen Modulen (FREMOdul) habe ich in der Höhe ausreichend Fleisch um zwei Schrauben übereinander zu platzieren. Je nach dem wie hoch deine Module werden, musst du Querstützen zu den Vierhanthölzern der Stützen einplanen.

Wenn du deine Module mal konstruierst hast, poste doch mal wie die Aussehen und gebaut werden. Ich würde meine Techniken gerne weiter optimieren.

Gruß,
fantux


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RE: Module/Segmente für die Bodenbahn?

#3 von Barmer Bergbahn , 23.08.2012 09:01

Danke für Deinen Beitrag!

Mir ist gerade noch eine Seite eingefallen, wo mal ein ähnlicher Ansatz verfolgt wurde...

http://www.kazmedia.de/bahn/teppichbahn-gleisverlegung.html

Ist zwar Spur 0 und zudem aufwändiger konstruiert, die Ausgangslage (weg vom Fußboden) ist aber identisch.


Liebe Grüße
Christian



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RE: Module/Segmente für die Bodenbahn?

#4 von Jürgen , 23.08.2012 12:30

Ich habe vor vielen Jahren in einer Zeitschrift einen interessanten Beitrag über Teppichbahner gesehen, der Segmente, ähnlich wie Du sie favorisierst, gebaut hat, diese aber nicht direkt miteinander verbunden, sondern "fliegend" ohne weiteren Unterbau.

Vorteil: schneller Auf- und Abbau, da komplexe Teile wie ein Bahnhof auf einem oder mehreren Segmenten liegen, die Verbindungen aber mit losen Gleisstücken realisiert wurden.

Grüße
Jürgen


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RE: Module/Segmente für die Bodenbahn?

#5 von Barmer Bergbahn , 23.08.2012 14:25

Das scheint mir in der Tat eine Lösung zu sein, Jürgen. Wenn wir mal vom C-Gleis ausgehen, dann schafft dieses ja durch das angesprochene Zwischenstück schon eine relativ stabile Verbindung. An eine zusätzliche Verbindung (z.B. via Flügelschrauben) dachte ich auch nur, wenn es gar nicht gehen sollte. Dann wäre freilich aber wieder das Argument Deines Vorredners zu berücksichtigen.


Liebe Grüße
Christian



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RE: Module/Segmente für die Bodenbahn?

#6 von DeMorpheus , 23.08.2012 15:30

Hallo Christian,

ich hätte jetzt vorgeschlagen, die Module an den Enden wie Puzzleteile zuzuschneiden (lasern lassen). Das Zusammenstecken der Schienen wird dann allerdings ein Problem. Vielleicht fällt mir da noch was ein ...

Schöne Grüße,
Moritz


Viele Grüße,
Moritz

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RE: Module/Segmente für die Bodenbahn?

#7 von Frenzelopa ( gelöscht ) , 26.08.2012 14:35

Hallo Christian,

mein Vorschlag: unter die Platten der Länge nach an den Rändern gehobelte Dachlatten und an jedem Ende zwei Einschlagmuttern mit Schloßschrauben zum Höhenausgleich.
Die Schlo0schrauben haben halbrunde Köpfe und zerkratzen Teppich/Laminat/Parkett nicht-

Gruß
FOW


Frenzelopa

RE: Module/Segmente für die Bodenbahn?

#8 von Peter Müller , 26.08.2012 15:30

Ein Frage des Aufwandes. Die aller-einfachste Variante ist ein Brett, auf dem die C-Gleise befestigt werden:

*klickmich*
Sorgt natürlich unverzüglich dafür, dass sogleich landschaftliche Elemente Verwendung finden .

Die nächste Stufe ist, aus dem Brett einen nach unten offenen Kasten zu machen:

*klickmich*
In der Mitte des Bildes unter der Brücke. Dann ist Platz für Unterflur-Weichenantriebe und die ganze Verkabelung.

Die Vereinfachte Form, irgendetwas als Unterlage nehmen, was zehn Zentimeter hoch vom Boden steht:

*klickmich*
In diesem Fall waren es zusammengeklappte Tische.

Ich glaube, wenn man einfach mal mit einem Brett anfängt, kommen einem schon die Ideen. Möglichkeiten und Varianten gibt es unendlich viele.


Grüße, Peter

Bei campact.de per E-Mail abstimmen: 49-Euro-Ticket retten! ... das haben Stand 25.08.2023 um 20:45 Uhr schon 115.000 Menschen getan.

Und Aktionen bei campact.de wirken, siehe Wikipedia, da wird darüber berichtet.


 
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RE: Module/Segmente für die Bodenbahn?

#9 von Barmer Bergbahn , 26.08.2012 15:49

Vielen Dank für Eure Antworten. Mir scheint nun sicher, dass es gar nicht "flache Segmente/Modeule" sein müssen. Ein verwindungssteifes Brett (Tischlerplatte) mit entsprechenden Stellfüßen für die Niveauanpassung reicht womöglich schon aus... Ich werde das wohl in jedem Fall mal ausprobieren.


Liebe Grüße
Christian



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