RE: Brawa 199 H0m - Umbau auf Faulhaber und Zimo Sound (auch für DR 110 Besitzer interessant)

#1 von Sentinel , 20.05.2018 16:02

Hallo zusammen,

eigentlich bin ich ja kein Freund von Soundloks in H0. Alles ein bisschen fiepsig und spielzeughaft.

Jedoch inspiriert durch diverse Umbauaktionen, diue in Foren vorgerstellt wurden, wollte ich mich auch einmal versuchen. Opfer war meine Brawa 199, die bisher einige Schwachpunkte hatte.
Die Fahreigenschaften selber waren ganz in Ordnung, die Stromaufnahme jedoch eine Katastrophe (und das bei einer 6 achsigen Drehgestellok!), dazu war durch die Führerstandsfenster keine Nachbildung des Führerstandes zu sehen, anstatt dessen sehr prominent die Platine mit Bauteilen und der Motor.
Dazu liegt die Lok zu tief auf den Drehgestellen. Im Original und im Modell ist das sehr gut am Abstand Tank / Schienenoberkannte zu erkennen, die Höhe der Brawa 199 ist die gleiche wie bei der 110, müsste aber um 1,1 mm höher liegen.

Erster Schritt war der Einbau eines Faulhabers, der Umbausatz von SB war zwar nur für die Normalspurvarianten vorgesehen, passste jedoch ohne Probleme in die Schmalspurvariante. Entgegen der Anleitung war kein Fräsen an den Gewichten notwendig. Es musste nur ein Motorhalter aus Messing und der Motor eingeklebt werden. Nach dem Einbau der Kardanwellen und dem Anlöten der Kabel war der Umbau fertig. Ohne große Worte: Fahreigenschaften sind perfekt.

Auf dem Bild erkennt man den eingebauten Fh Motor, man sieht direkt den Platzgewinn. Der Originalmotor war noch höher als die Platine.



Parallel dazu habe ich die Drehgestelle höher gesetzt, es wurden dafür am Rahmen an der Drehgestellauflage ein 1mm Kunststoffstreifen untergelegt, die Drehgestellhalter wurden angepasst.

Zum Einbau des Sounds: Zwar wäre es möglich gewesen, die vorhandene Schnittstelle zu verwenden, dann hätte ich aber die Platine beibehalten müssen, die aber im Führerhaus ja mächtig störte. Also raus damit und einen Decoder mit Kabeln bestellt. Die Wahl fiel auf den MX 648 von Zimo mit dem Henning Soundprojekt für die DR 110. Der Decoder wanderte neben den Motor ins Führerhaus.

Als Lautsprecher wählte ich das größt mögliche, den Zimo LS40X20X9. Dazu musste das hintere Gewicht abgesägt werden, jedoch hält sicher der Gewichtsverlust mit -10g in engen Grenzen.
Der LS wurde an den Rest des Gewichtes angeklebt. Wichtig ist, das der LS so weit wie möglich nach oben gesetzt wird, sonst wir das Drehgestell in seiner Bewegung eingeschränkt.
Verkabelung erfolgte dann fliegend, deswegen die leichte Unordnung in der Lok. Der Schall kann ungehindert nach unten zwischen Tank und Dreggestell entweichen, hier ist eine ausreichend große Öffnung.






Dann kam der spannenste Punkt: Probelauf mit Sound. Ich weiß jetzt nicht, wei das bei euch am Endgerät ankommt, aber im Original muss ich sagen: Ich bin wiklich, also wirklich, beeindruckt!! Gute Arbeit von Zimo und Henning! Ich hoffe es kommt auf dem Video halbwegs rüber.

https://youtu.be/Ddr4FpzKhhE

Noch eine Bemerkung zum Soundprojekt von Henning: Die Cvs sind abgestimmt auf die Roco 110, passen aber auch sehr gut für den geschilderten Umbau. Ich musste bis auf die Adresse nichts anpassen, Fahreigenschaften waren sofort perfekt.

Zum Problem der Stromaufnahme: Die Stromaufnahme erfolgt schleiferlos über entsprechende Bleche an den geteilten Achsen. Die Konstruktion ist von älteren Brawa und Life Like Modellen bekannt. Bei amerikanischen 700g EMD E-Units funktioniert das Ganze auch gut, bei dem Leichtgewicht der 199 eher weniger. Ich habe also an die Bleche ganz klassisch Schleifer aus Kupferblech angelötet, die von hinten an den Radscheiben anliegen. Dazu kommen noch zwei Kondensatoren mit 470µF, die parallel im Vorbau über der Kardanwelle liegen. Damit ist das Problem der Stromaufnahme erledigt.

Als letztes ging es and die Führerstandsnachbildung, mit etwas Plastikkarte und Farbe habe ich anfangen, ist aber noch nicht fertig. Vielleicht hätte auch ein Roco Ersatzteil funktioniert. Auf dem Foto schlecht zu erkennen, die Platine hätte man aber sofort erkannt.





Was ist noch zu tun:
- Weitere Detailierung des Füherstandes
- Anpassen der Drehgestellauflagennachbildungen am Drehgestellrahmen. Beim Original ist dort eine starke Platte zu sehen, die im Modell fehlt.
- Farbliche Anpassung und Alterung

Ich hoffe, der Bericht ist halbwegs interessant.

Andreas


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