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RE: Kleine Umbauten

#76 von guido , 31.10.2021 12:19

Hallo,

und danke für die schönen Infos und Bilder.
Mich beschäftigt bei fahrzeuggebundenen Räumhilfen im Moment vor allem die Frage der Zahnstange, die ich ja partiell verlegt habe.

Eine "Trockenübung" mit einer Piko-Pflugschar erwies, dass der Pflug so weit angehoben werden müsste, dass ca. 5mm Schnee auf den Schienen verbleiben, die Zahnstange selbst bliebe ohnedies verpappt. Ich nehme mal an, mit einem rotierenden Räumgerät mit festen Schaufeln, also etwa einer Schleuder, bliebe dieses Problem bestehen?

Auf der Basis der Kehrmaschine von Arnold Hübsch, deren Teile ich schon da habe, möchte ich ein Reinigungsgerät konstruieren, das sowohl im Herbst Blätter als auch im Winter Schnee fortschleudern kann.

Jedoch musste ich zunächst einmal feststellen, das bei allem respektablen Engagement von Herrn Hübsch diese Kehrmaschine nicht so wirklich gut durchdacht ist, oder jedenfalls die gelieferten Teile nicht genau dem entsprechen, was man auf den Abbildungen sieht. Motor und mitgelieferte Bürste ließen sich nicht so einfach nebeneinander montieren, weil die Bürste dann ständig den Motor bürstete... Um die Bürste in das Zahnrad zu bekommen hätte ich dieses erst aufbohren müssen... es sind ganz andere Zahnräder beigelegt als auf der Website ersichtlich... ach und noch so ein paar Kleinigkeiten. Eigentlich hätte ich die Teile besser selber gefertigt und damit viel Geld gespart. So weit zur Produktkritik (die ich ihm übrigens auch selbst mitgeteilt habe; vielleicht hat sich das daher schon geändert).

Mein Plan ist jetzt ein selbstfahrendes Gerät aus einer alten Stainz oder Maxi-Max, also eine Lok mit Schleifern. Alle Lerräume verfüllt mit Ballast. Die rotierende Bürste ist ersetzt durch vier kleinere Bürsten, die fest auf einem kreuzförmigen Träger montiert sind (so weit bin ich schon mal, also das mit den Bürsten hab ich schon fertig). Das Kehrgerät wäre sodann so verbaut, dass Abweiser flügelförmig rechts und links sowie oben dafür sorgen, dass das Kehrgut nicht nach hinten fliegt.

Hm, naja. Aber es ist viel zu tun und das liegt alles erst mal auf Halde. Falls jemand Erfahrungen mit der Kehrmaschine hat, würde mich ein Austausch darüber freuen. Eine vorbildgerechte Schneeschleuder wäre nicht mein Ziel, da stehe ich lieber staunend da und bewundere die tollen Modelle von Euch anderen. Ich denke nur an praktikable Reinigung.

Viele Grüße,
Guido


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Herbstliches

#77 von guido , 03.11.2021 18:02

Hallo alle,

da wir (also ich meine Gartenbahner) ja mittlerweile alle irgendwie mit dem Herbst zu tun haben, hier mal eine kleine Übersicht, wie es bei mir aussieht.

Suchbild mit Laub und: wo ist die Eisenbahn???


Das Laub unserer Kastanie ist jetzt bis auf ein, zwei Blätter unten. Die Herbstreinigung kann also beginnen...


Ungesaugt - gesaugt. Die Blattstengel lassen sich aber, vor allem bei der Nässe, so auch nicht entfernen, da muss ich fegen oder von Hand aufsammeln. Den Sand auf dem Gleis hat übrigens das Sabotage-Söhnchen aus seinem Sandkasten dahin gestreut


Den großen Bahnhof "Tomatenhaus" konnte ich reinigen, bis zur Kurve ging es weiter, aber dann kam der Regen. So nasses Laub kann man auch nicht aufsaugen, der Laubsauger verpappt vollkommen und man ist ständig nur am Reinigen des Gerätes.

Übrigens wer nun denkt, ich sei ein unökologischer Laubsaug-Fetischist hier eine kleine Erklärung: Die Kastanie hat, wie alle hier in der Stadt, die Miniermotte. Das Laub einsammeln und schreddern oder ganz abfahren lassen sind die einzigen Optionen. Es für Insekten im Winter liegen lassen geht garnicht. Also schredder ich es und es kommt erst in den Komposter und nächstes Jahr auf's Gemüsebeet...

So, und nun will der Sohn wieder Aufmerksamkeit, daher schönen Abend noch und bis demnächst!

Viele Grüße,
Guido


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RE: Herbstliches

#78 von KDW , 03.11.2021 23:38

Hallo Guido,
wir sind ganz offensichtlich Leidensgenossen, was die alljährlichen Segnungen mit den Gaben der Natur angeht. Bei dir sind es, den Bildern nach, zum großen Teil Kastanienblätter, bei mir sind es überwiegend Birkenblätter sowie Nadeln und Zapfen einer übergroßen Atlaszeder unmitelbar hinter der Grenze zum Nachbargrundstück. Für den Fahrbetrieb ist sowohl das eine wie das andere zumindest hinderlich...

Hier der kleine Berg mit der Burgruine (zu der unser Sohn, als er klein war, Burg"urine" gesagt hatte...) und der Zahnradstrecke:



und hier die Strecke am kleinen Gartenteich entlang und im Hintergrund über die Brücke:



auch der übrige Garten ist reichlich mit den Herbstgaben der Natur gesegnet:



Nebenbei bemerkt - ich habe zwischenzeitlich schon dreimal Blätter, Nadeln und Zapfen entfernt, und schon wieder sieht es so aus. Es wird so noch wenigstens ein bis zwei Wochen weitergehen, denn die Bäume in Nachbars Garten haben noch einiges drauf.

Ich selbst bin auch kein Freund von Laubsaugern (erst recht nicht von Laubbläsern, sollen die Leute doch Rechen benutzen!), jedoch habe ich mir vor einiger Zeit gerade für die Freilegung der Strecke einen einfachen Sauger zugelegt. Zuvor fege ich jedoch mit einem weichen Besen die Strecke ab, den Rest erledigt dann der Sauger.

Übrigens, was dein Söhnchen angeht - es gibt kaum etwas Wichtigeres, als sich Zeit für seine Kinder zu nehmen. Ich sage das aus eigener Erfahrung als Vater und mittlerweile auch doppelter Opa. Und wenn dein Sohn dann vielleicht auch (trotz Sabotagetätigkeiten) einmal Spaß an dem Eisenbahnhobby finden sollte (wenn nicht schon geschehen), dann kannst du dich glücklich schätzen. Ich habe das große Glück, dass unser Sohn seit frühester Kindheit mit unserem Hobby groß geworden und auch ein Modellbahner (auch Gartenbahner) geblieben ist. Und (zumindest) bei unserem ältesten Enkelsohn sieht es so aus, dass sich die Geschichte wiederholt (und vielleicht auch bei seinem kleinen Bruder, der aber erst 1 Jahr alt ist). Gibt es etwas Schöneres?

Viele Grüße
Klaus-Dieter


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RE: Herbstliches

#79 von guido , 09.11.2021 10:18

Hallo Klaus-Dieter,

oh ja, da ist noch viel zu tun, bei uns auch. Deine Zapfen und Nadeln neide ich Dir nicht; wir haben einige hohe Kiefern in der Nachbarschaft: Die Nadeln landen vorzugsweise in den Weichen zwischen den Zungen und unter den Gleitstühlen... grrrr...
Fünf (!) volle Saugbeutel gehäckselten Laubes landeten schon auf dem Kompost und immer noch ist der halbe Garten voll. Noch dazu ist zwar jetzt alles von der Kastanie unten, aber dafür kommen jetzt die Zaubernüsse, Kornelkirschen und andere buschartige Gewächse aus dem benachbarten Park. Hm, ich hatte gehofft, dass deren Blätter diesmal in die Senkrechte fallen und mich somit nicht beträfen, aber von wegen. Ein schöner kräftiger Wind am Wochenende und schon wieder ist der Rasen zu, noch dazu konnte ich noch nicht alles Laub der Kastanie häckseln, weil es natürlich regnete und nasses Laub häckseln geht nun mal nicht.

Naja, ich hab dafür meinen Bahnhof für Güterzüge auf der Kellerbahn fertig gebaut. Bilder kommen dazu natürlich auch noch, gerade sitze ich bei der Arbeit in der Pause und habe da also keinen Zugriff.

Wo ich Dir nur beipflichten kann, ist die Zeit mit den Kindern. Mein Sohn wurde gestern 20 Monate, er kann aber schon die Fernbedienung bedienen (obschon nicht immer nur produktiv...), am liebsten mit dem Piko-Schienenbus, und fährt fleißig mit seiner Holzeisenbahn. Ich werde ihm zu Weihnachten eine vorhandene alte leicht defekte Stainz mit einem einfachen Decoder zurechtmachen, mit der kann er dann Fahren üben ohne dass man um teure Modelle fürchten muss. Zum Spielen dazu gibt es ja zum Glück reichlich einfache LGB-und alte Playmobil-Modelle. Nächsten Sommer wäre das Highlight, den alten Playmobil-Bahnhof 4300-A zu aktivieren, der auf dem Dachboden schläft.

Aber bis dahin ist ja noch viel Zeit...

Viele Grüße,
Guido

PS: Apropos Bahnhof: Was ist denn mit dem Empfangsgebäude auf dem Berg? Dem armen EG scheint das Dach abhanden gekommen?


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RE: Herbstliches

#80 von KDW , 09.11.2021 23:46

Hallo Guido,
ja, wir sind schon ganz arm dran, was den Abwurf von Blättern, Nadeln, Zapfen, Birkensamen und anderen "Segnungen" von oben angeht. Und das nicht nur im Herbst, sondern auch in den Sommermonaten (insbesondere Birkensamen fällt über Wochen in Ummengen an und man schleppt sich das Zeug ins Haus hinein. Mal auf der Terasse Kaffee trinken? Gern, wenn einem das Zeug in der Tasse oder auf dem Kuchen als Garnierung nicht stört. Das Zeug sammelt sich auch zu Hauf in der Dachrinne an und verstopft die Abflüsse, also einmal im Monat muss die Dachrinne von dem Zeug befreit werden.
Was die Kiefernnadeln angeht, so kann ich dich ganz besonders bemitleiden, denn wir hatten bis vor ein paar Jahren auf dem Nachbargrundstück auch zwei hohe Schwarzkiefern stehen. Die eine ist 2008 bei einem Tornado in unserem Dorf auf unser Haus gefallen (zum Glück im spitzen Winkel, so dass der Schaden relativ gering blieb), die andere wurde dann Jahre später auf unser Drängen auf Gefahrenabwehr glücklicherweise beseitigt (bei den vorherrschenden Südwestwinden liegen wir im Fallschatten der Bäume auf dem Nachbargrundstück). Du kennst die Hinterlassenschaften dieser Kiefern, trotzdem habe ich mal ein paar Bilder davon parat:







Bäume auf dem Nachbargrundstück unmittelbar hinter dem Zaun (die hohe Kiefer ist nicht mehr da)


Guido, ich war das nicht, der das Empfangsgebäude auf dem bahnhof so zugerichtet hat, Ehrenwort (na, ja, seit Uwe Barschel und Helmut Kohl hat der Begriff "Ehrenwort" ja leider etwas von seiner Reputation verloren...).
Die "Urine" habe ich von meinem Sohn bekommen, der vor kurzem bei ebay-Kleinanzeigen für ganz kleines Geld ein Konvolut an "Schrottimmobilien" ergattert hat. Von diesem Gebäude waren zwei Stück dabei, und eines hat er mir überlassen. Das Dach ist (in Einzelteilen) noch da, und ich werde das Gebäude nächstes Jahr wieder ordentlich restaurieren als Endstation "Drachenburg" der Zahnradbahn. Auch der Bahnhofsbereich auf dem Berg wird dann noch weiter gestaltet werden.
Momentan bin ich noch mit meiner ELOISE beschäftigt; heute habe ich das Zahnrad gefräst und im Laufe der Woche werde ich es noch auf der hinteren Antriebwelle anbringen...

Es freut mich, dass dein Sohn schon Gefallen an der Eisenbahn entwickelt; wäre es nicht schön, wenn es sich bei ihm nicht auch zu einem lebenslangen Hbby manifestieren würde?

Ich selbst hatte meine erste Eisenbahn mit 1 1/2 Jahren 1956 zu Weihnachten bekommen, eine BR89 (Märklin 3000) mit ein paar Wagen (ist alles noch vorhanden und funktioniert wie eh und je):



Wie sollte es anders sein, dass unser Sohn dann auch in diesem Alter seine BR89 bekam, die er auch bis heute gepflegt hat. Und, nun schon Tradition, unser älterer Enkelsohn (inzwischen 8) hat mit 1 1/2 auch vom Christkind seine BR89 bekommen und ist begeisterter Modellbahner (auch Spur N). Du wirst wohl schon erraten können, was unser zweiter Enkelsohn, der kleine Max (17 Monate) vom Christkind bekommen wird - richtig, auf ihn wartet auch schon eine BR89. Es sind alles 3000er Loks in älteren Ausführungen, die ich auf Börsen gefunden habe, aber noch recht gut erhalten. Mal sehen, wie es weitergeht...

Viele Grüße
Klaus-Dieter


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Kellerbahn erster Bahnhof fertig!

#81 von guido , 10.11.2021 22:00

Hallo Klaus-Dieter und alle,

hui, was für ein wundervolles Weihnachtsphoto. Und übrigens die Altersangabe: mit 1 1/2 Jahren können Kinder nämlich durchaus schon mit komplexem Spielzeug umgehen, wenn man sie lässt und gut anleitet!
(Dieses Logo "Nicht für Kinder unter drei Jahren" finde ich sowieso fies, warum muss das arme Kind auch noch traurig sein...)

So, ich habe denn mittlerweile mal im Keller den aktuellen Stand photographiert. Übrigens, wer diesen Thread schon länger verfolgt, ein Wort zu allen vorherigen Planungen:

PUSTEKUCHEN!!! Und ich bin wirklich froh, kein Geld für Gleisplanungssoftware ausgegeben zu haben sondern nur die Testversion zu nutzen. Denn: Bildschirme sind geduldig, aber die Realität ist oftmals hart und unerbittlich. Was Radien, Gleisabstände usw. angeht, musste ich erkennen, dass alle Planungen reine Phantasieprodukte waren, obwohl alles genau vermessen und im Programm umgesetzt war.
Und dann hatte ich im existierenden Regal einen eigenen Lapsus begangen: Ich hatte zwar die Abstände der (fest eingebauten) Regalböden gemessen (40 cm) und wollte dann eine Zwischenenebe einziehen. Aber dann stellte ich fest, dass ich einige Querträger vollkommen ignoriert hatte. Diese reduzieren die Höhe auf 35cm. Das Regal steht unter Denkmalschutz und etwas aussägen oder verändern geht nicht (es ist ein von Paul Bode konstruiertes Einbauregal [im Plan beige]; das ganze Haus ist von ihm).

Na jedenfalls habe ich, wie schon früher bei anderen Eisenbahnanlagen, jetzt doch lieber mit Gleisauslegen und Fahrzeugaufstellen geplant und realisiert und bin zu folgendem Ergebnis gekommen, das ich jetzt hernach als Plan gezeichnet habe:



Es gibt also nun, als Endstation der Güterzüge aus dem Garten, auf Ebene -1 einen Bahnhof mit einer Umfahrmöglichkeit, mehreren Abstellgleisen und im auf dem Bild unteren Bereich jenseits der Kurve Abstellmöglichkeiten für Loks.
Die Endstation für Personenzüge wird dann auf Ebene +1 realisiert, ca. 35cm über dieser, aber nur halb so tief, so dass man hier noch überall hingreifen kann.
Die Weichen sind alle Mindestradius 900mm, einige auch 1200mm, dazu eine Piko-Bogenweiche 900/1200 und eine Bogenweiche ML-Train 1200/2100.
Der innere Bogen zum ganz linken Gleis ist allerdings ein 750er alter LGB-Radius, aber den nehmen alle meine Fahrzeuge, die hier verkehren sollen.

Hier einige Bilder vom Bahnhof, leider mit Blitz und nicht so schön ausgeleuchtet, aber die Innenbeleuchtung des Raumes ist auch noch so eine Baustelle...


Ein Blick vom oberen Bildrand über den Bahnhof. Wie man sieht, kann man auf den längsten Gleisen Züge von bis zu sechs Standardwagenlängen abstellen, auf den kurzen Gleisen immer noch vier Wagenlängen. Das reicht aus; wenn längere Züge gebildet werden sollen, reichen sie eben in die Weichenstraße; sie fahren dann ja sowieso gleich weg. Ankommende zu lange Züge werden ja auch sogleich zerlegt - also reicht vollkommen aus.
(Unter dem Bahnhof habe ich große Stiegen zur Aufbewahrung momentan überzähliger Wagen, nach Gattung geordnet, die ich wie Schubladen ausziehen kann).


Ein Blick auf die Abstellanlage (später so leider nicht mehr möglich, da sich darüber die Einfahrkurve des Personenbahnhofes befinden wird; der das Bild schneidende Metallwinkel zeigt, wo die Rampe zum P-Bahnhof ankommen wird).
Es können gern mehrere Loks hintereinander stehen, denn "blockierende" Fahrzeuge können in das Ziehgleis auf dem Plan rechts oben zurücksetzen und somit den Weg freimachen.


Der Bahnhof in die andere Richtung gesehen. Auf der Umfahranlage links können auch noch längere Garnituren stehen.


Die Rampengleise auf der im Plan unteren Seite. Die vom Ommi geführte Garnitur steht auf dem langen Abstellgleis, das leicht abfällt, so dass es gesamt unter die ansteigende Rampe passt, auf der die 18er steht. Diese und auch die 75cm-D-Zug-Wagen fahren übrigens auch noch anstandslos durch 900er-Radien.


Die Rampenkonstruktion nochmal von oben. Theoretisch würde die 18er dann in den P-Bahnhof auf Ebene +1 weiterfahren, aber den gibt es ja noch nicht. Der soll vier Gleise bekommen und diese maximal eine Lok mit drei D-Zug-Wagen aufnehmen können. Man sieht am Bild, dass die Rampen teils hängend realisiert wurden, was profileinschränkende Stützen spart, vor allem wenn unter der Rampe Weichenverbindungen liegen.

Es wird dann aus dem P-Bahnhof nochmal auf eine Ebene +2 höher gehen, diese ist dann ein Rundkurs, und von dieser oben auf die "Krone" der Konstruktion auf +3, wo dann eine ganz kleine Bahn zu einem ganz kleinen Molenbahnhof führen wird. Der große Norddeich-Plan ist auch "up the chimney", es wird wohl eher so etwas wie eine kleinere Version von Dagebüll Mole. Da kann man ja auch einzelne D-Zug-Wagen als Kurswagen hinführen.
Jedenfalls wird ausschließlich dort oben dann auch ein wenig Landschaft realisiert und modelliert. Wer also meine Bahn sieht und denkt: Ouh, das ist aber unorganisch und karg, naja: Dies sind alles technisch notwendige Gleise zum Zugbilden und -speichern. Hier Platz für Landschaft oder Bahnhofsatmosphäre zu vergeuden wäre unangebracht.

So weit, so gut. Alles funktioniert hervorragend und wenn es draußen schöner wäre, könnten meine Züge ja auch mal die Nase rausstrecken - aber das kommt dann eben erst nach dem kompletten Laubabfall!

Viele Grüße,
Guido


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RE: Kellerbahn erster Bahnhof fertig!

#82 von steve1964 , 14.11.2021 16:06

Hallo Guido,
nun ist es allmählich auch im Gartenbahnbereich unübersehbar, daß der Herbst bald zu Ende geht.
Ich warte auf den ersten Schnee.
Bin sehr gespannt auf deine Winteraufnahmen, vielleicht sogar mit einem in klirrender Kälte bei Sonnenschein
senkrecht aufsteigenden Qualmwölkchen aus dem Schlot einer Dampflok ?
Viele Grüße
Steve


Ich baue, also bin ich.


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RE: Kellerbahn erster Bahnhof fertig!

#83 von guido , 15.11.2021 22:05

Hallo Steve,
schön wieder von Dir zu hören, ich vermisse Deine Wagenbauberichte! Zu viel anderes zu tun? Naja, wie bei mir...

Denn meine Photosessions sind ja praktisch zum Erliegen gekommen. Das Oktoberbild im Kalender wartet immer noch - ich hab da eine Idee, aber erst muss all das Laub wieder weg...

Damit bin ich fast fertig und somit kann es bald auch wieder weitergehen.

Viele Grüße einstweilen,
Guido

PS sorry an alle die hier anklickten um Neues zu lesen - evendors mutt da ok mol en Snack syn.


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Rampe im Garten

#84 von guido , 17.11.2021 15:55

Hallo Leute,

da ich heute nach Entfernung des Laubes und endlich wieder einigermaßen trockenen Gleisen wieder mal im garten sein konnte, war auch Gelegenheit, meine gerade vor dem letzten Herbststurm gegossene Laderampe zu inspizieren. Sie war die ganze Zeit mit Folie abgedeckt, aber obwohl noch nicht fertig - sie braucht noch Armierungen an den Kanten, eine Pufferbohle und Sh0-Tafel usw. wollte ich doch mal zeigen, dass wieder eine Kleinigkeit entstanden ist.



Für eine Rampe mit originaltreuen Abmessungen usw. war sowieso kein Platz und wer weiß, wie lang das hält mit scharrenden Waschbären und anderen unkalkulierbaren Umwelteinflüssen. Also hab ich sie einfach mit ein wenig übriggebliebenem Beton in einen Holzrahmen gegossen und glatt gespachtelt.

Sinn ist überhaupt, dass Söhnchen mal eins seiner Autos vom Flachwagen fahren kann, das wär für ihn schon toll im Sommer.

Viele Grüße,
Guido


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Futterzüge und kleine Umbauten/Maintenance

#85 von guido , 21.11.2021 17:26

Hallo wieder einmal,

der Herbstbetrieb ging dieser Tage weiter, diesmal mit dem ersten (!) eigenen Zug des Söhnchens - naja fast ganz eigen, denn noch hat er keine Lok. Seinen Playmo-Lorenwagen zog deshalb vorerst die Reinigungslok, die nämlich noch die LGB-Kupplungen hat.



Oh ja, sehr fasziniert von den Nüsslein für die Vögelchen, und natürlich fuhren wir auch noch einen ganzen Güterzug voll Futter aus dem Keller zum Vogelhaus!



Hier wird fleißig entladen! Die Piko-V20 macht sich besonders vor Spur 1-Loren gar nicht schlecht. Leider war es dann auf der Rückfahrt plötzlich nieselig - und schwupps schleuderte die arme Lok bei geringster Steigung mit den leeren Loren. Auch ein Argument, nicht bei feuchter Witterung zu fahren. Dabei sah es erst so sonnig aus!

Außerdem war anlässlich des letzten Betriebes auf der Erbsbergbahn (Zahnradbahn) klar geworden, dass es doch einer Umfahrungsmöglichkeit bedarf. Der letzte Bauzustand war auf den Bildern zur Kartoffelernte ersichtlich (Bilder so in der Mitte des Beitrages).

Im Bahnhof Primelgrund auf halber Höhe konnten zwar Loks Züge umfahren, aber Kreuzungen mit vom Erbsberg herunterkommenden Zügen waren nicht möglich. Daher baute ich den Bahnhof nochmal um. Übrigens der einzige Bahnhof draußen, der noch 600er-Weichen aufweist: Für die kurzen LGB-Fahrzeuge, die hier verkehren, geht das allemal (Hg 3/3; Schweineschnäuzchen) und auch für die kurzen Maxi-Wagen.

So sieht die bergseitige Ausfahrt jetzt aus:



Und hier nochmal in der Totalen:



Auch wenn z.B. ein VT vom Berg herunterkommt und sich rechts am Bahnsteig befindet, kann jetzt entweder ein (kurzer) Zug mit ihm kreuzen oder aber ein Güterzug immer noch freizügig rangieren.
Für Reinigungsarbeiten am Weg und falls die Gleise mal stören kann man sie einfach abnehmen und beiseite legen, daher kein Schotterbett oder so... schließlich liegt der Bahnhof auf einem Gartenweg.

Zuletzt dann war da noch die vom Söhnchen total versandete Stelle am Gleis. Sowas geht garnicht, spätestens nach einem Regen ist der Sand wieder an den Schienen und wird von Lauf- oder auch Spurkränzen mitgenommen. Heute hörte ich das verdächtige Knirschen unterm Rad hoffentlich zum letzten Mal, denn die ganze Stelle bekam ein neues Schotterbett:



Übrigens bei der Gelegenheit mal ein Vergleich von neu eingeschottertem Gleis zu einem Abschnitt, der jetzt seit zweieinhalb Jahren liegt:



...und dann wurde es auch schon wieder dunkel...

Viele Grüße von der Küklandbahn für heute,
Guido


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Black Weeks...

#86 von guido , 22.11.2021 11:29

Hallo zusammen,

alle werben sie mit dem Black Friday, ich habe schon die zweite ganze Schwarze Woche am Laufen.
Letzte Woche verabschiedete sich der Decoder in meiner Piko-50er, ist bereits als Garantiefall eingeschickt.

Heute morgen schaltete ich die Anlage ein, nach sehr kurzer Zeit hieß es: "Kurzschluss Booster" in der IB. Nochmal neu gestartet, dasselbe Ergebnis. Nun ist der Booster für den Grten zuständig und als ich den Strom abschalten wollte zum Überprüfen gab es ein wundersames Feuerwerk aller möglicher Lämpchen an der IB und sie ward finster, ein verdächtig-ozoniger Geruch lag in der Luft.

Grummel. Jahrelang habe ich die IB problemlos betrieben und habe nur auf Anraten eines "Experten" überhaupt den Booster mit angeschlossen. Also werde ich auch diese einschicken, zum Glück hat mein Gebrauchthändler noch eine andere IB herumliegen, die ich erstmal ersatzweise verwenden kann.

Ich glaube, das mit dem Booster lasse ich erstmal bleiben. Ich fahre sowieso stets nur eine Lok, und die eine IB schaffte bislang auch sogar zwei zur Zeit. Die Streckenlänge ging auch immer bislang.

Ach, Du liebe Technik....

Matte Grüße,
Guido


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RE: Black Weeks...

#87 von KDW , 22.11.2021 15:11

Hallo Guido,
mittlerweile genügt einigen "Konsumfetischisten" der "Black Friday" nicht mehr - ich habe schon Werbungen mit "Black week" gesehen. Offenbar hat sich deine Bahn dann schon diesem neuen Trend angepasst...

Nichts für ungut, ich als "Digitaldecoder- und Digitalzentrale-Verweigerer" (und stattdessen Digital-RC-Fahrer) habe ja gut zu lästern. Dein Pech tut mir ehrlich leid, ich hoffe, dass sich das nicht fortsetzt. Allerdings habe ich kürzlich auch schon eine Pechsträhnen erlebt: Dampfbügelstation meiner Frau defekt, kurz darauf Kaffeemaschine defekt, dann folgte mein Werkstattsauger und zuletzt hat auch noch ein kleines Digitaloszilloskop von mir einen erhöhten Ableitstrom bekommen, so dass ich es jetzt vorerst nur über einen Trenntrafo betreiben kann, damit bei mir nicht jedes Mal der Fehlerstromschutzschalter anspricht. Nun, der Werkstattsauger ist wieder repariert, Ersatzteile für die Bügelstation und die Kaffeemaschine wurden bestellt und sind eingetroffen und werden demnächst eingebaut.

Was den Zustand deiner eingeschotterten Strecke nach 2 1/2 Jahren angeht, so sieht es bei mir recht ähnlich aus, insbesondere das Moos breitet sich im Schotterbett ungeniert aus.
Bei mir sind die auf den nächsten Bildern zu sehenen Gleise seit dem Frühjahr 2018 (also seit gut 3 1/2 Jahren) eingeschottert (nicht die Zahnradstrecke, die ist jünger). Ich habe schon versucht, sein Wachstum durch Übergießen mit kalkhaltigem Wasser zu bremsen; bis jetzt ohne großen Erfolg (vielleicht muss ich die Dosis erhöhen...)







Viele Grüße
Klaus-Dieter


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RE: Black Weeks...

#88 von guido , 22.11.2021 21:23

Hallo Klaus-Dieter,

oh weh, was nicht alles kaputt gehen kann. Wenn man es denn wenigstens reparieren kann! Denn dank Digitalisierung sind so manche ehedem einfache Geräte beim geringsten Defekt jenseits aller Hoffnung, und Ersatzplatinen bekommt man ja selten.

Zur Eisenbahn: Ja, etliches Moos sammelt sich an. Was mich betrifft, so habe ich gar nicht unbedingt etwas dagegen; bei uns bleibt das Moos niedrig und hilft eher, die Kiefernnadeln vom Schotter fernzuhalten. Aber wir wohnen auch auf einem Kalkrücken und es ist nicht feucht genug, um das Moos hoch sprießen zu lassen.

Was die Defekte angeht - mal sehen was sich ergibt. Sehr positiv beeindruckt war ich heute vom Service von Uhlenbrock, die mir nach nur ca. zwei Stunden Mail an die Servicehotline antworteten, mit allen Infos zum Einschicken der IB sowie einigen beruhigenden Worten. Sehr gut! Da fühlt man sich als Kunde gut aufgehoben.

Derweil habe ich die Strecke draußen durchgetestet. Das geht, wenn denn die Zentrale in'n Mors ist, wieder ganz klassisch, siehe Bild:



Oh ja, Lok 25 aus den 80ern, die eigentlich noch der Digitalisierung harrt, kurvte anstandslos mit dem 32 VA-Trafo einmal über die gesamte Strecke von ca. 40 Metern.
Das zeigte
a) dass die Lok wirklich immer noch toll fährt und
b) dass auf der Bahn im Garten tatsächlich kein Kurzschluss ist. Außerdem
c) wenn sogar der olle Trafo die ganze Strecke bedient, wozu habe ich dann eigentlich einen Booster?

Somit vermute ich mal es liegt am Booster, der blinkt auch rhythmisch-spasmodisch, ich schick ihn gleich mit an Uhlenbrock ein.
Wie gesagt bekomme ich am Mittwoch eine Ersatz-IB, auch ein älteres Modell. Das werde ich mir dann als Ersatzgerät vorhalten, falls wieder mal was ist.

Bis dahin und wegen weiterer Updates zu meinen armen geschädigten Geräten - schaun wir mal.

Ach ja Klaus-Dieter, RC Digital ist natürlich auch schön, aber letztlich könnte ja auch dorten mal ein Endverbraucher in Rauch aufgehen. Alles lebt nur seine Zeit; meine IB war gebraucht gekauft und hatte eben ihr Limit vielleicht erreicht.

Viele Grüße,
Guido


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zuletzt bearbeitet 22.11.2021 | Top

RE: Black Weeks...

#89 von KDW , 22.11.2021 22:56

Hallo Guido,
ja, es geht schon viel kaputt, und wie du ganz richtig schreibst, kann durch die vielgepriesene "Digitalisierung" die Problematik sogar noch "verschlimmbessert" werden. Denn wenn gerade an "smarten" Geräten Defekte auftreten, die mit der digitalen Hardware im Zusammenhang stehen, kann man bestenfalls noch darauf hoffen, die defkte Hardware zu identifizieren und eine Ersatzbaugruppe zum Austausch zu bekommen. Aber es fängt dann schon meist mit der Fehlerdiagnose an: Wenn man da nicht die passenden Tools hat (wie sie der Kundendienst hat), kommt man oft nicht weiter.
Nicht von ungefähr halte ich deshalb bei uns auch noch eine Reihe älterer Haushaltsgeräte am Leben. Zuletzt habe ich unsere Waschmaschine (Typ Miele W733, seit 1991 in Betrieb), die zwar auch schon mikroprozessorgesteuert ist, dank der im Gerät beiliegenden Unterlagen (Stromlaufplan und Programmablaufplan) bei einem Hardwarefehler auf der zentralen Steuerbaugruppe reparieren können (vor etwa 3 Monaten). Ob das bei den neusten Modellen auch noch ginge?
Was brauche ich denn eine "smarte" Waschmaschine, die ich womöglich über Smartphone bedienen kann (oder sogar muss), wo ich selbst gar kein Smartphone besitze (Solch eine "Gehirnprothese" hab' ich bisher noch nicht vermisst!)?
Stattdessen wünsche ich mir zunächst eine ordentlich entwickelte Hardware, bei der die Bauelemente nicht ständig an den Grenzen ihrer Spezifikation belastet werden, eine ordentliche Konstruktion mit zuverlässigen Steckverbindern und Leitungen sowie einer erprobten und bugfreien Software. Das Ganze soll nachhaltig nutzbar und auch noch nach vielen Jahren reparabel sein (am liebsten von mir selbst). Ich weiß allerdings, dass dies den Interessen der Wirtschaft zuwider läuft...

So, für meine ausschweifenden Ausführungen möchte ich um Entschuldigung bitten. Zurück zum Thema.
Dass deine alte Märklin-Diesellok aus den 80ern immer noch läuft, wundert mich überhaupt nicht. Im Gegenteil, es hätte mich gewundert, wenn sie es nicht mehr täte (bzw. wenn sie sich nach einer kurzen Wartung nicht wieder zum Leben hätte erwecken lassen). Ich habe eine Märklin BR80 in Spur I von 1979 (von meiner Frau (!) mit einer Startpackung als Hochzeitsgeschenk bekommen), die läuft ebenfalls noch anstandslos (na, ja, ein paar Tröpfchen Öl brauchte sie über die Jahre schon). Aber das ist genau das, was ich in meinem oberen Abschnitt ausdrücken wollte - nicht nur die kurzfristige Nutzung, das "schnelle Vergnügen" (wenn vielleicht auch besonders intensiv), sondern etwas mehr an Langlebigkeit denken. Und da sind die Märklin Modelle beispielhaft. Meine älteren Märklin H0-Modelle kann ich selbst heutzutage alle noch reparieren (falls erforderlich). Die sind für die Ewigkeit gebaut. Für einen (leider schon vor Jahren verstorbenen) Kollegen in meiner Firma (ein passionierter Märklin-Sammler) hatte ich auch mehrfach ältere Modelle repariert, auch von der Mechanik her (z.B. ausgeleierte Gewinde mit angepassten Gewindeeinsätzen ersetzt), das ließ sich alles machen.
Auch bei meiner Märklin Spur I BR38 (P8) habe ich den Motor (den mein "Söhnchen", damals 4Jahre alt, heute 38, bei unbeaufsichtigtem Lauf der Lok und dabei aufgetretener Blockierung hatte durchbrennen lassen) reparieren können. Zwar musste ich den Kollektor neu herstellen (diesmal mit einem Körper aus einem duroplastischen Material, der originale thermoplastische Kollektorkörper hatte sich bei dem Überlaststrom durch Überhitzung verformt) und den Anker neu wickeln (wegen Windungsschluss), aber es ging!

Meine alte BR38


Der reparierte (neu gewickelte) Anker mit selbstangefertigtem, temperaturfesterem Kollektor (Isolierkörper aus Novotext)


Auch die alten konventionellen Märklin-Trafos sind eigentlich unverwüstlich. Ist ja auch eigentlich keine Kunst - was sollschon bei einem "dummen" Transformator schon kaputt gehen, wenn er ordentlich dimensioniert ist und darüber hinaus über einen primärseitigen Überlastungsschutz verfügt? Der tut es noch in 100 Jahren! Dass solche Trafos heute nicht mehr verwendet werden (manche sprechen davon, dass sie sogar nicht mehr zulässig seien) liegt sicherlich daran, dass sie ein potenzielles Sicherheitsrisiko haben, wie der Aufkleber auf der Rückseite deines Trafos bereits ausweistn (in deinem Bild recht schön zu sehen. Wenn man nämlich zwei Trafos sekundärseitig parallelschaltet (natürlich unter Berücksichtigung der Phasenlage bzw. bei richtiger Orientierung der Netzstecker!) und dann aber einen der beiden Netzstecker ziehen sollte, dann liegt an der Pins des gezogenen Steckers Netzspannung an! Die ist zwar vom Hausnetz galvanisch getrennt, jedoch in Höhe von nominal 230V immer noch potentiell gefährlich. Das kann einem natürlich mit heutigen Schaltnetzteilen nicht mehr passieren, denn die arbeiten nicht bidirektional.

Ja, Guido, natürlich kann auch bei unseren RC-Steuerungen etwas kaputt gehen. Gerade vor ein paar Tagen habe ich das kleine Miniservo, das bei meiner ELOISE für das Entkuppeln zuständig ist, durch eigene Blödheit "gehimmelt". Ich hatte bei der Lok ja das Zahnrad ergänzt und bei den anschließenden Versuchen auf dem Prüfstand unglücklicherweis eden Entkuppelmeschanismus blockiert, so dass das Servo überlastet wurde und sich der Motor so stark erwärmte, dass sich das Servogehäuse verzogen hat. Nun blockiert das Getriebe von sich aus. Die Servoelektronik ist zwar noch intakt, aber ich habe das Servo nun komplett ersetzt (Kosten 4,95€). Also doch eine "Black week".

Ich wünsche dir, dass du deine "Flurschäden" bald behoben bekommst und vielleicht noch die letzten Herbststage noch ungetrübten Spaß mit deiner Gartenbahn haben kannst (bevor der Schneepflug zum Einsatz kommen muss...)

Viele Grüße
Klaus-Dieter


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RE: Black Weeks...

#90 von guido , 23.11.2021 11:03

Hallo Klaus-Dieter,

also bei mir musst Du Dich nicht für Ausschweifungen entschuldigen - erstens finde ich ja selbst oft kein Ende und zweitens sehe ich dieses Forum als Medium menschlichen Austausches, da ist es doch schön, auch mal das Eine oder Andere Ausschweifige zuhören...

Zitat von KDW im Beitrag #89
Hallo Guido,
Was brauche ich denn eine "smarte" Waschmaschine, die ich womöglich über Smartphone bedienen kann (oder sogar muss), wo ich selbst gar kein Smartphone besitze (Solch eine "Gehirnprothese" hab' ich bisher noch nicht vermisst!)?



Dito! Ich hab ebenfalls keines und will auch keins haben. Meine Frau auch nicht - wir sind ja so etwas von noch im 20. Jahrhundert...
ich wüsste auch nicht wofür. Die Menschen, die ich kenne, kommunizieren noch ganz normal miteinander und nicht über Soziale Netzwerke. Und wenn man besonders in seiner Jugend (gell, junge Generation???) genügend wertvolle Bücher in die Hand nimmt, muss man auch nicht ständig alles googeln...
Aber naja, das ist so meine persönliche Meinung zum Thema.

Dass Du so allerhand elektronische Kenntnisse hast, ist natürlich beneidenswert. Ich werde regelmäßig zur Reparatur (elektro-)mechanischer Teile herangezogen, immerhin habe ich damit mal die Lebensspanne der Spülmaschine meiner Schwiegermutter um ein Jahr verlängert, da war ein Plastikteil im Programmwählrad gebrochen, das habe ich dann neu gebaut.
Mit Elektronik tue ich mich schwer; ich habe für meine N-Bahn eine komplexe Schaltung mit Diodenmatrix entwickelt, aber jedesmal, wenn ich daran bastele, muss ich mir die Schaltungslogik wieder ganz neu anlernen, weil ich mir diese Dinge einfach nicht merken kann. Daher wirklich mein Respekt an Dich!

Aber auch alte Märklins gehören zu Deinem Repertoir, daher stelle ich hier einfach an Dich (und wer noch so mitliest) eine Frage, die mich seit einiger Zeit bei meiner alten V 100 plagt. Es ist die alte Version mit Motor im Drehgestell (eines angetrieben).
Ein Zahnrad ist gerissen und man bekommt keinen Ersatz.
Es handelt sich um ein Zahnrad
Modul 0,5, 27 Zähne, schrägverzahnt

Zu vernünftigen Preisen bekommt man das nicht; es gibt so etwas auch offenbar nirgends auf Lager und ich müsste es herstellen lassen.
Einfacher wäre es, diese Zahnräder einfach durch gerade verzahnte zu ersetzen - die sind vielleicht nicht massenhaft, aber doch häufig auf dem Markt anzutreffen.

Meine Frage: Geht das so einfach? Oder bedingt das auch eine andere Schnecke?
Oder kann man den Modul der Schrägverzahnung irgendwie auf Geradeverzahnung umrechnen?

Bisher in anderen Foren/Threads habe ich leider keine verwertbare Antwort bekommen...

Na jedenfalls sieht man, auch wenn so ein mechanischer Supergau geschieht, kann man doch noch irgendwas machen. Im Zweifelsfall kommt eben in die Lok auch eine passende Schnecke zum neuen Zahnrad. So teuer ist das ja dann auch wieder nicht...
Viele Grüße,
Guido


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RE: Black Weeks...

#91 von KDW , 23.11.2021 22:25

Hallo Guido,
na so was -

Zitat von guido im Beitrag #90

Dito! Ich hab ebenfalls keines und will auch keins haben. Meine Frau auch nicht - wir sind ja so etwas von noch im 20. Jahrhundert...
ich wüsste auch nicht wofür. Die Menschen, die ich kenne, kommunizieren noch ganz normal miteinander und nicht über Soziale Netzwerke. Und wenn man besonders in seiner Jugend (gell, junge Generation???) genügend wertvolle Bücher in die Hand nimmt, muss man auch nicht ständig alles googeln...
Aber naja, das ist so meine persönliche Meinung zum Thema.


Und ich dachte schon, dass ich einer der Letzten (wenn nicht sogar der Letzte) wäre, der sich noch nicht den "smarten" digitalen Verlockungen ergeben hätte und voll ins Metaversum eingetaucht sei und dem Alexa und Siri jeden Wunsch von den Lippen ablesen würden... Es freut mich, dass es offenbar noch mehrere "letzte Mohikaner" gibt, die über eine gut fundierte eigene Bildung verfügen und diese zu gebrauchen wissen (und selbst nicht die banalsten Dinge goooogeln müssen). Und Leute, die noch auf die ursprüngliche und natürliche Art respektvoll miteinander kommunizieren können. Leute, die wie du noch Bücher zu schätzen wissen und auch mehr als nur ein "Zweitbuch" besitzen (krasses Gegenbeispiel: "Schantall, komm von die Bücher wech, wir lesen nich!").
Das soll nicht heißen, dass ich technikfeindlich wäre (ich habe ja selbst 41 Jahre in der Elektronikentwicklung gearbeitet). Ich will mir nur nicht aus purer Bequemlichkeit eigene, für mich wichtig erscheinende Fähigkeiten schleichend abgewöhnen lassen. Denn ich habe festgestellt, dass sich meine eigenen Fähigkeiten verschlechtern, wenn ich sie aus Bequemlichkeit nicht fordere und mich stattdessen bedienen lasse. Davon ist auch das eigene Denken nicht ausgenommen. "Use it or loose it", diesen Satz kann ich nur bestätigen. So wäre beispielsweise für mich autonomes Fahren erst dann ein Thema, wenn ich selbst aus Altersgründen nicht mehr in der Lage wäre, ein Fahrzeug sicher zu führen, andererseits aber als auf dem Land lebend auf ein Auto angewiesen wäre. Vorher jedoch nicht.

So, nun aber zu deinem Problem mit der V100. Leider kenne ich die Lok nicht aus eigener Anschauung und habe bisher auch noch kein Bild des Getriebes mit seinen Zahnrädern gesehen. Aus deiner Schilderung heraus schließe ich, dass es sich um ein einfaches Schneckengetriebe mit Schnecke, Schneckenrad und ggf. noch weiteren Zahnrädern zur Untersetzung handelt. Ich vermute, dass das schrägverzahnte Rad gerade das Schneckenrad ist (ansonsten macht man die Schrägverzahnung nur, um die bei gradverzahnten Rädern stärkeren Geräusche zu vermeiden).
Als ein Zahnradlieferant ist mir die Firma Mädler bekannt, jedoch habe ich auf die Schnelle auf deren Internetseite kein schrägverzahntes Scheckenrad mit Modul 0,5 und 27 Zähnen gefunden, allenfalls 25 Zähne bei einem Außendurchmesser von 13,7mm (https://www.maedler.de/product/1643/1619...rechts-modul-05).
Ähnlich sieht es bei schrägverzahnten Stirnrädern aus: https://www.maedler.de/Article/26922500.
Bei den gradverzahnten Rädern gibt es etwas mit Modul 0,5 und 27 Zähnen (https://www.maedler.de/Article/21102700), jedoch wird sich das bei der Breite wohl nicht mit der Schnecke vertragen. Mal ganz abgesehen davon, ob die anderen Abmessungen überhaupt für das Getriebe passen.
Hast du vielleicht ein Foto von dem Getriebe?
Je nachdem, wie das Zahnrad aussieht und wie es im Getriebe eingebaut ist, ließe es sich unter Umständen sogar noch reparieren...

Es wäre ja schön, wenn die Lok wieder liefe.

Viele Grüße
Klaus-Dieter


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RE: Black Weeks...

#92 von guido , 23.11.2021 23:12

Hallo Klaus-Dieter,

ich habe jetzt gerade keine Zeit zu schreiben, was mir so alles im Geiste herumgeht, möchte Dir aber nochmals meine enorme Zustimmung mitteilen. Ich bin seit Anfang der Neunziger bei der Digitalisierung (im Bildungswesen) dabei, sowohl als Admin als auch analytisch auf wissenschaftlicher Ebene - und heute verlachen mich die Leute, weil ich kein Smartphone habe.
Die alte Weisheit: Never change a running system - ist abhanden gekommen und ersetzt durch: Change any system, run no system, scheint mir.

Und es freut mich, hier jemanden kennen zu lernen, der ebenso wie ich den Sinn der Technik zu schätzen weiß, ohne sie als hohlen "Lebenssinn" als solches hochzuhängen. Das nämlich hätte ich nicht gedacht, mal wieder so jemanden kennen zu lernen.

Dass digitale Technik einen pragmatischen Sinn haben muss und auch irgendwie moralisch im Alltagsgeschehen eingebettet sein muss, ist ja leider den Alltagstwittern und Co abhanden gekommen.

Um wenigstens etwas Bahniges noch beizutragen (meine Frau wartet auf mich für schönen Abend mit Film und so...), ich habe doch wenigstens den Eindruck dass unsere WLAN-Digitalisierungs-Kollegen mehr Probleme als Nutzen haben, sobald es in den Garten mit ordentlichen Distanzen geht... gibt mir eine Art Oldschool-Befriedigung... jaja, ich bleibe lieber bei handhabbaren Techniken. Auch wenn ich in Spur 1 digital fahre: Es muss einfach praktikabel, robust, nachvollziehbar und so einfach bleiben, dass ich noch weiß, welche Komponente für was zuständig ist. Letztlich ist der einzige Grund für Digital für mich, dass ich keine Lust hatte, für jede poplige Stilllegung ein extra Kabel und Schalter zu verlegen - an Funkfernsteuerung habe ich (leider???) damals gar nicht gedacht...

Naja, bevor ich mich angesichts der berechtigterweise auf ihre alternativen Erfahrungen pochenden Digitalexperten hier um Kopf und Kragen rede (merke: immer noch finde ich: jedem so, wie es ihm gefällt!!!) geh ich jetzt zur Familie aufs Sofa!

Schönen Abend noch,
Guido


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RE: Black Weeks...

#93 von KDW , 24.11.2021 00:21

Hallo Guido,

die Familie sollte auch wirklich die Erste Geige im Leben gegenüber dem Hobby spielen. So wünsche ich euch noch einen schöne Restabend.

Es freut mich ebenfalls, hier jemanden gefunden zu haben, der eine ziemlich ähnliche Einstellung zur Technik hat wie ich selbst. Nämlich, sie als wertvolles Hilfsmittel für die eigenen, echten Bedürfnisse zu nutzen anstatt sie zu einem Selbstzweck zu erheben und aus einer Art "Fortschrittsgläubigkeit" jedem technischen Hype hinterherzulaufen. Ja, ich bin auch schon öfters scheel oder gar mitleidig angesehen worden, weil ich kein Smartphone habe und auch Whatsapp nicht nutze. Dann sitze ich halt im Arztwartezimmer und hole mir den Spiegel oder ein GEO aus dem Zeitschriftenständer anstatt auf ein Smartphonedisplay zu starren...

Was die Digitalisierung im Bildungswesen angeht, so ist das auch seit einiger Zeit ein regelrechter Hype in der Politik. Ich habe darüber auch nachgedacht und sehe die Sache dabei durchaus differenziert. Die Digitalisierung unter Einbeziehung digitaler Medien kann beispielsweise den Schulunterricht durchaus bereichern, und, wie wir jetzt in der Pandemie erleben konnten, überhaupt in solchen Situationen noch über die Distanz aufrecht erhalten. Auch lassen sich komplexere Sachverhalte gut visualisieren, auch durch Animationen. Auch die Möglichkeiten zu eigene Recherchen werden erweitert und überhaupt lässt sich so der sinnvolle Umgang mit digitalen Medien und Werkzeugen erlernen. Dies ist alles zu begrüßen. Auf der anderen Seite muss man aber auch sehen, dass man sich mit der breiten Einführung der Digitalisierung alleine durch die Beschaffung und Wartung der Hard- und Software einen immensen Kostenaufwand ans Bein bindet, und das nicht nur einmalig, sondern zukünftige Updates und Regenerationen der Hardware sind auch zu bedenken. Und wenn man z.B. von jedem Grundschüler ein bestimmtes Tablet fordert: können da alle Eltern mithalten?
Vielleicht sollte man da etwas bedächtiger und nicht rigoros und dogmatisch vorgehen. Denn manche Dinge werden meiner Meinung nach auch schlichtweg überschätzt und der Nutzen althergebrachter Methoden (z.B. das unbeliebte Mitschreiben) oftmals verkannt. Eine Powerpoint-Präsentation mit Animationen kann im Moment des Zusehens durchaus als verstanden erscheinen; ob der Sachverhalt jedoch wirklich und dauerhaft verstanden wurde, ist nicht wirklich sicher.

Was das Thema Digitalisierung bei der Modellbahn angeht, so bin ich mit dir einer Meinung. Bei der H0e-Stecke auf meiner H0-Anlage habe ich alle meine Loks digitalisiert, siehe auch
https://www.egger-bahn.de/german/workshop-10.htm
und
https://www.egger-bahn.de/german/workshop-11.htm

Dies ist sehr hilfreich, da auf dieser Strecke mehrere Loks unabhängig voneinander fahren können müssen, auch ist das Fahrverhalten der Loks einfach besser. Bei der H0-Strecke selbst fahre ich aus Kostengründen (zu viele Loks müssten mit Decodern nachgerüstet werden) noch konventionell. Und bei der Gartenbahn fahre ich aus den bereits geschilderten Gründen per Funkfernsteuerung. Für meine persönlichen Bedürfnisse und die örtlichen Gegebenheiten ist das eine günstige und sehr zufriedenstellende Lösung. Andererseits sehe ich auch, dass bei anderen Erwartungen an das Hobby (z.B. automatisierte Zugführung, Soundfunktionen) die sonst etablierten Digitalsysteme natürlich auch ihre spezifischen Vorzüge haben und viele unserer Kollegen sie auch deswegen nutzen. Also: "chaqun à son gôut!"

Und das muss für diesen Abend reichen!

Viele Grüße
Klaus-Dieter


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RE: Black Weeks...

#94 von Pirat-Kapitan , 24.11.2021 10:19

Zitat von guido im Beitrag #92
Letztlich ist der einzige Grund für Digital für mich, dass ich keine Lust hatte, für jede poplige Stilllegung ein extra Kabel und Schalter zu verlegen - an Funkfernsteuerung habe ich (leider???) damals gar nicht gedacht...


Moin Guido,
mein Einstieg in die digitale Gartenbahnsteuerung war 1997, ich hatte einfach keine Lust mehr, mich jedesmal zur Lok bücken zu müssen und den Betriebsartenschalten im Führerstand von "Abstellen mit Licht" auf "Fahrbetrieb" zu stellen.
Echtdampf mit 40MHz Funkfernsteuerung bin ich damals schon gefahren (die habe ich immer noch).
Mein Eindruck in der WLAN-"Verrücktheit" ist, dass viele nicht die erforderlichen technischen Grundkenntnisse haben und sich gut gemeinten Rat aufschwatzen lassen.
Was technisch nicht geht (z.B. ESP32-WLAN-Platinenantennen auf 5000qm Gartenbahnanlage) geht halt nicht, nur schreibt das der Hersteller / Vertreiber natürlich nicht in seine Produktbeschreibung. Die gleichen Geräte jeweils mit einer externen 6dB Antenne versehen stellen einen Quantensprung in der Qualität der Funkverbindung sicher.
Ich habe noch aus der Jahrtausendwende Funkhandregler mit DECT-Verbindung, Ausgangspunkt war damals Lenz mit seinem Telefonadapter für schnurlose Telefone (nein, NICHT für Handy / Smartphone !). Meine ersten Exemplare von 2002 / 2003 geben nun langsam ihren Geist auf, aber das sei ihnen nach knapp 20 Jahren intensivem Betrieb gestattet. Und natürlich ist Qualität nicht billig, aber dafür preiswert!

Schöne Grüße
Johannes


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