Umbau Fahrwerk ältere Fleischmann T3 auf ein Pendelfahrwerk

#1 von Draisine , 20.01.2024 15:11

Ein ähnlicher Umbau wurde m. W. im Forum schon mal beschrieben oder zumindest ein entsprechender Umbau verlinkt.

Ich hatte mir eine ältere T3 für meine Nebenbahn zugelegt und wollte diese digitalisieren. Die ersten Fahrversuche analog zeigten allerdings Kontaktschwierigkeiten beim Befahren meiner Testanlage mit Piko A-Gleis (Weichen). Die Ursache war relativ schnell gefunden. Wie scheinbar damals üblich (die ältere Fleischmann BR94 hat die gleichen Probleme) sind die Radsätze starr im Rahmen gelagert. Das vorhandene Spiel ist minimal. Also wie auch bei meiner Roco V60 durchgeführt, erst einmal das Fahrwerk wie folgt verbessern:

1. Kuppelachse vorne: Umbau auf Pendelachse
2. Kuppelachse Starrachse mit Antriebszahnrad: ohne Maßnahmen
3. Kuppelachse hinten: abgefederte Achse.

Um das Pendeln der Achse zu ermöglichen habe ich die Achsbohrungen nach oben um jeweils 0,5 mm erweitert. Nach unten habe ich die Bohrungen komplett geöffnet. Unter den Drehpunkt der Achse habe ich quer und mittig zur Achse ein Stückchen Messing Rundmaterial (hatte ich gerade zur Hand) mit 1,2 mm eingeklebt (Stabilit). Das Rundmaterial liegt in einer klitzekleinen eingefrästen Nut. Das Maß von 1,2 mm ergibt sich aus den ursprünglichen Abstand der Achse zum unteren Rahmen (siehe Skizze).
Bild entfernt (keine Rechte)

Für die 3. Kuppelachse habe ich ebenfalls die Bohrungen nach oben und unten um ca. 0,5 mm erweitert. Die Bohrung bleibt, diese wird nur als Langloch ausgeführt. Ich hätte natürlich auch nach unten hin öffnen können, habe es an der Stelle allerdings nicht gemacht, da ich den Lokrahmen als Gegenlager für die Achse beibehalten wollte. Mittig unter die Achse habe ich ein 2,6 mm Sackloch (ca. 2 mm ) gebohrt. In diesem Sackloch sitzt eine 2,5 mm Feder aus der Bastelkiste, die ich so gekürzt habe, daß ausreichend Federdruck vorhanden ist, eine leichte Einfederung aber noch möglich ist.

Fertig sieht das ganze dann wie in den Fotos gezeigt aus, auch wenn man nur wenig von dem sieht, worauf es ankommt.
Bild entfernt (keine Rechte)
Bild entfernt (keine Rechte)

Anschließend noch ein Fahrtest nur des Fahrwerks mit handelsüblichem Gleichstromtrafo. Ohne Gehäuse fehlt natürlich Ballast, womit die Stromaufnahme erschwert wird (im zweiten Teil des Filmchens deshalb auch mit einem Kontaktaussetzer). Mit Ersatzballast (hier 10 g) gibt es keine Aussetzer. Der Umbau, ca. 1/2 Tag, hat sich sich gelohnt. Jetzt kann ich digitalisieren, wobei ich noch am Überlegen bin ob nur mit einem Lokdecoder, das wäre das einfachste oder evtl. auch mit Sound. Letzteres könnte angesichts der Platzverhältnisse schwierig werden, möchte ich auch noch einen vernünftig klingenden Lautsprecher unterbringen und dabei nicht das ganze Führerhaus zupflastern.

https://youtu.be/G-RhKoQt0e0

Wer ähnliche Probleme bei Loks mit starrem Fahrwerk hat, nur zu. Der Aufwand ist gering und mit wenig Werkzeug zu bewerkstelligen. Das Ergebnis ist eine zuverlässig und sauber fahrende Lok.

Grüße Thomas


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RE: Umbau Fahrwerk ältere Fleischmann T3 auf ein Pendelfahrwerk

#2 von Draisine , 20.01.2024 16:36

Eine Frage an die Forumsteilnehmer.

Kann mir jemand sagen, wie ich den Kessel vom Lokgehäuse bekomme? Ich überlege, ob ich den Rauchfang als Schallbox für ein kleines Lautsprecherchassis nutzen kann. Der Rauchfang müsste natürlich ausgeräumt werden.

Nachtrag 22.01.24 zum Thema Kessel: die Frage hat sich erledigt. Vermutlich ist der Kessel vorne mit dem Gehäuse verklebt und mir damit das Zerlegen zu riskant. Ich werde notgedrungenermaßen doch die Führerhausdecke nutzen. Chassis 11x15, ca. 10 mm hoch. Der Schallkörper wird mit dem offenen Gehäuseteil luftdicht an die Decke geklebt. Den Lüftungsaufsatz des Führerhauses nutze ich als zusätzlichen Schallraum mit (ebenfalls luftdicht).

Noch eine Frage: hat schon mal jemand das Getriebe umgebaut, d. h. mit höherer Übersetzung. Wenn ja, wie? Alternativ Motor mit geringerer Nenndrehzahl.

Grüße Thomas


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RE: Umbau Fahrwerk ältere Fleischmann T3 auf ein Pendelfahrwerk

#3 von volkerS , 21.01.2024 09:08

Hallo Thomas,
am Motor müsste sich eine Schnecke befinden. Prüfe ob es sich um eine ein- oder zweigängige Schnecke handelt, geht am einfachsten mit einem Bindfaden. Wenn nach dem Wickeln nur in jeder zweiten Nut ein Faden = zweigängig.
Schnecke gegen passende eingängige Schnecke tauschen = 50% Endgeschwindigkeit.
Volker


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RE: Umbau Fahrwerk ältere Fleischmann T3 auf ein Pendelfahrwerk

#4 von Draisine , 21.01.2024 11:40

Zitat von volkerS im Beitrag #3
Hallo Thomas,
am Motor müsste sich eine Schnecke befinden. Prüfe ob es sich um eine ein- oder zweigängige Schnecke handelt, geht am einfachsten mit einem Bindfaden. Wenn nach dem Wickeln nur in jeder zweiten Nut ein Faden = zweigängig.
Schnecke gegen passende eingängige Schnecke tauschen = 50% Endgeschwindigkeit.
Volker

Eine Bindfaden habe ich gerade nicht zur Hand. Wenn ich mir allerdings die Schnecke anschaue so greift das zugehörige Zahnrad mit benachbarten Zähnen in benachbarte Vertiefungen der Schnecke ein. Also müsste es sich nach meinem Verständnis dabei bereits um eine eingängige Schnecke handeln. Schade, wäre auch zu einfach gewesen. Die Stirnzahnräder zu tauschen, bis auf das Zwischenzahnrad müssten die alle größer sein, scheidet aus Platzgründen (Rahmen) und aufgrund der bereits vorhandenen Achsbohrungen leider aus.

Es wäre halt schön gewesen die Geschwindigkeit über das Getriebe etwas runter zu bekommen. Bekanntermaßen sind die alten T3 Renner. Zwar kann ich über einen Decoder mit Lastregelung versuchen einen vernünftigen Langsamfahrbereich hin zu bekommen, da ich hierbei aber fast immer nur mit geringen Spannungen und Momenten am Motor arbeite, ist das nicht optimal. Laut Ersatzteilblatt der 4010 sind Zahnräder m=0,5 verbaut. Beim etwas neueren Model ist die Schnecke und das Gegenzahnrad mit m = 0,4 ausgeführt. In der Skizze habe ich die Unterschiede bei den ET-Nummern 4010 (alt) und 401001 (Nachfolgemodell) in gelb markiert. Der Motor hat auch eine andere Teilenummer, obwohl der vermutlich identisch ist. Kommt wohl von den unterschiedlichen Schnecken, die je nach Modell aufgepreßt sind.

Der Vergleich des Gegenzahnrads zur Schnecke ergibt:

alt (4010): 22 Z, m = 0,5
neu (401001): 28 Z, m = 0,4

Der Durchmesser müsste identisch sein, deswegen ja auch das kleinere Modul. Also müsste der Tausch Schnecke und Gegenzahnrad schon mal mindestens eine Verringerung der Übersetzung auf 22/28 = 0,79, also um etwa 11 % bringen (ohne Übersetzung Schnecke). Nicht viel, wenn der Austausch allerdings mit nur geringem Aufwand und Kosten verbunden ist, warum nicht?

Ich besorge mir das abweichende Zahnrad mit Schnecke und probiere es einfach aus. Bei Fleischmann sind die für kleines Geld sogar noch gelistet und lieferbar.

Bild entfernt (keine Rechte)

Grüße Thomas


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RE: Umbau Fahrwerk ältere Fleischmann T3 auf ein Pendelfahrwerk

#5 von md95129 , 21.01.2024 11:56

Thomas,
Bei meinen Selbstbaufahrzeugen versuche ich auch, ein Fahrwerk mit Dreipunktlagerung zu konstruieren. Bei Industiemodellen ist es meiner Meinung nach viel einfacher, einen ordentlichen Pufferspeicher einzubauen. Meine uralte Schlepptender T3 noch von Röwa mit Glockenankermotor (vor ca. 40 Jahren eingebaut, Getriebemotor leider ohne Schwungmasse) war das reinste Ruckelmonster und eine einzige Enttäuschung. Mit einem Speicher nach Schumo99 hier im Forum ist sie nicht wiederzuerkennen und ich kann noch deutlich langsamer über Plastikherzstücke schleichen als in deinem Video gezeigt.
Gruß


Henner,
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RE: Umbau Fahrwerk ältere Fleischmann T3 auf ein Pendelfahrwerk

#6 von Draisine , 21.01.2024 12:17

Zitat von md95129 im Beitrag #5
Thomas,
Bei meinen Selbstbaufahrzeugen versuche ich auch, ein Fahrwerk mit Dreipunktlagerung zu konstruieren. Bei Industiemodellen ist es meiner Meinung nach viel einfacher, einen ordentlichen Pufferspeicher einzubauen. Meine uralte Schlepptender T3 noch von Röwa mit Glockenankermotor (vor ca. 40 Jahren eingebaut, Getriebemotor leider ohne Schwungmasse) war das reinste Ruckelmonster und eine einzige Enttäuschung. Mit einem Speicher nach Schumo99 hier im Forum ist sie nicht wiederzuerkennen und ich kann noch deutlich langsamer über Plastikherzstücke schleichen als in deinem Video gezeigt.
Gruß


Hallo Henner,

soweit erforderlich und möglich mache ich beides.

Wie gesagt der Umbau des Fahrwerks bei der T3 hat mich ca. einen halben Tag gekostet (mit kleiner Modellbaufräse). Da ich vergleichbares schon mal bei der Roco V60 gemacht habe, die lief anfangs überhaupt nicht, nach dem Umbau aber excellent, wenn nun auch etwas eiernd (ich lerne halt auch noch dazu), wusste ich schon wo ich was, wie und in welchem Umfang ändern musste. Bei der V60 musste ich schon etwas länger drüber nachdenken. Beim Glaskasten von Roco war es anschließend dann schon erheblich einfacher. Ebenfalls ein sehr ordentliches Fahrverhalten, sogar mit Sound (auf Kosten des freien Durchblicks).

Kondensatoren nehme ich zusätzlich mit rein (ab ca. 1000 uF), sofern ich einen geeigneten Platz finde. Hier dient der Puffer aber im Wesentlichen zur Pufferung des Sounds für einige Millisekunden. Ein bißchen auch zur prophylaktischen Verbesserung des Fahrverhaltens.
Bei der besagten T3 ist es halt schwierig mit Platz. Ich könnte einige Tantals an die Decke des Führerstand bekommen ohne, daß die groß auffallen. Das werde ich so wahrscheinlich auch machen. Mit Soundnachrüstung wird es vermutlich allerdings nix werden, da ich den zierlichen Kessel der Lok nicht als Schallkörper mit heranziehen kann, da ich den schlicht und einfach nicht aus dem Gehäuse bekomme. Somit bliebe nur noch der Platz über dem Motor im Führerhaus. Nicht wirklich schön.

Ergänzung 22.01.24: den Lautsprecher habe ich doch ins Führerhaus unter die Decke gesetzt. Der
freie Durchblick ist zwar damit dahin, es ging halt bei dieser Lok nicht anders. Der Sound ist allerdings recht ordentlich und den wollte ich bei der kleinen T3 schon haben. Für den Platz der Tantals muß ich mir jetzt was anderes überlegen. Oder die entfallen komplett. Kommt Zeit, kommt Rat.

Was das Langsamverhalten anbelangt denke ich, daß ich das nach unten hin noch optimieren kann. Mit passendem Decoder und besserer Getriebeübersetzung. Die T3 von Fleischmann ist halt recht lang übersetzt. Langsamer ging in dem Video nicht, das war zumindest im ersten Teil die Mindestgeschwindigkeit bei DC-Versorgung mit einfachem Fahrpult, bei dem die Lok überhaupt erst losgefahren ist. Ohne vorher das Getriebe und die Räder zu schmieren und zu ölen. Mir ging es darum zu zeigen, daß die anfänglichen Kontaktprobleme beseitigt sind und auch die berüchtigten Piko A-Weichen mit ihren isolierten und tiefen Herzstücken bei kurzen Loks kein Problem darstellen, sofern die Radstromaufnahme paßt. Selbst mit leichtem Fahrgestell, was aber halt nicht immer geht (wie man ja sehen konnte), was aber auch nicht der gängigen Fahrpraxis entspricht.

Grüße Thomas


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