RE: Wohnraumkompatible Moba-Anlage.

#1 von Baureihe-38 ( gelöscht ) , 19.10.2011 00:56

Liebe Modellbahnfreunde,

sicherlich habt Ihr Euch auch schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie eine anspruchsvolle und annähernd vorbildgetreu gestaltete Moba-Anlage in beengten Wohnverhältnissen gebaut und untergebracht werden kann, wenn der Erbauer die Ambition hegt, erfolgreich über das Niveau von Fertiganlagen, Teppich- oder Tischbahnen hinaus zu gelangen.

Lange Zeit habe ich gezögert, diesen Thread zu starten weil ich gar kein Bildmaterial dazu beitragen kann und auch nicht im Besitz einer digitalen Kamera bin.

Ich spreche hier ausdrücklich den Maßstab 1:87 mit der Spur H0 an. TT, N und Z kommen für mich wegen des bereits reichlich vorhandenen Materials nicht mehr in Frage.

Ausschlaggebend, diesen Thread zu beginnen, war der Schriftwechsel zwischen >Redundant< und >Badaboba< im Thread >Geschichtete Segmentbauweise< unter der Rubrik >Anlagenbau< am 14. 10. 2011.

Ich kann mir vorstellen, dass dennoch ein ordentlicher Thread zustande kommt, bei dem jeder, der sich angesprochen fühlt, seine Erfahrungen mit uns teilt, berichtet und privates Bildmaterial zur Veranschaulichung beisteuert.

Hier postulierte ich einmal ein paar Punkte zu einer >gut handzuhabenden Moba-Anlage unter dem Gesichtspunkt beengter Wohnverhältnisse in einer Mietwohnung<.

Dazu entwickelte ich folgendes Lastenheft:

1) Schutz vor Staub und Insekten.

2) Gute Erreichbarkeit beim Spielen und zur Beseitigung von Entgleisungen.

3) Leichte Wegschiebbarkeit, wenn der Staubsauger den Rest der Wohnung zu säubern beabsichtigt oder wenn der Dachdecker oder der Heizungsableser kommt.

4) Gute Handhabbarkeit (meinetwegen auch cooles Handling). Der Ärmel soll nicht an Antennen, Oberleitungen und Telegrafenleitungen hängenbleiben, und die Objekte womöglich herunterreißen. Die Häuser und Geländeteile sollen beim Wegräumen (sei es durch Umstellen der Möbel, durch Umzug oder durch Todesfall, ja, ja, das kommt heutzutage immer noch vor) beschädigungsfrei beiseite geräumt oder verpackt werden können.

5) Zerstörungsfreie Zerlegbarkeit in einzelne Baugruppen bzw. -teile und Komponenten BEREITS SCHON IN DER BAU- UND KONSTRUKTIONSPHASE. Besonders wirkungsvoll bei Bahndämmen und Tunnels, sowie von schiefen Ebenen zum Erreichen von Schattenbahnhöfen.

6) Dreck-, klecker- und schmuddelfreies Basteln, Löten und Werkeln in teppichbodenterrorisierten Mietwohnungen OHNE Bastelmöglichkeit im Keller.

Vielleicht fallen Euch hierzu noch ein paar Punkte bzw. >Sollwerte< ein.

Absolute Mustergültigkeit und Vorbildlichkeit in punkto Landschaftsgestaltung haben für mich die Anlagen von >Altburger<, >Appenzellermichel<, >Badaboba<, >BW-Fan<, >GottfriedW<, >Hajoscho<, >Leasindaddy<, >Themo<, >Volvospeed< und >Wulle<. Teilweise stehe ich mit ihnen wegen des Themas bereits auch schon in Kontakt.

Deren Glaubwürdigkeit und Schlüssigkeit einer Landschaftsgestaltung will ich auf eine zerlegbare Anlage übertragen wissen.

Macht Vorschläge zuhauf, Liebe Leute! Vielen Dank für Eure Lesegeduld!!!

Lieber Gruß von Klaus aus Stuttgart.


Baureihe-38

RE: Wohnraumkompatible Moba-Anlage.

#2 von Roland , 19.10.2011 08:53

Guten Morgen Klaus,

das hört sich richtig nach einer Modulanlage an, wenn ich dich richtig verstanden habe.

http://de.wikipedia.org/wiki/Modulanlage


Viele Grüße
Roland

Modulanlage Ep. II mit maßstäblichen Weichen
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RE: Wohnraumkompatible Moba-Anlage.

#3 von Badaboba , 19.10.2011 15:01

Zitat von Baureihe-38


Hier postulierte ich einmal ein paar Punkte zu einer >gut handzuhabenden Moba-Anlage unter dem Gesichtspunkt beengter Wohnverhältnisse in einer Mietwohnung<.

Dazu entwickelte ich folgendes Lastenheft:

1) Schutz vor Staub und Insekten.

2) Gute Erreichbarkeit beim Spielen und zur Beseitigung von Entgleisungen.

3) Leichte Wegschiebbarkeit, wenn der Staubsauger den Rest der Wohnung zu säubern beabsichtigt oder wenn der Dachdecker oder der Heizungsableser kommt.

4) Gute Handhabbarkeit (meinetwegen auch cooles Handling). Der Ärmel soll nicht an Antennen, Oberleitungen und Telegrafenleitungen hängenbleiben, und die Objekte womöglich herunterreißen. Die Häuser und Geländeteile sollen beim Wegräumen (sei es durch Umstellen der Möbel, durch Umzug oder durch Todesfall, ja, ja, das kommt heutzutage immer noch vor) beschädigungsfrei beiseite geräumt oder verpackt werden können.

5) Zerstörungsfreie Zerlegbarkeit in einzelne Baugruppen bzw. -teile und Komponenten BEREITS SCHON IN DER BAU- UND KONSTRUKTIONSPHASE. Besonders wirkungsvoll bei Bahndämmen und Tunnels, sowie von schiefen Ebenen zum Erreichen von Schattenbahnhöfen.

6) Dreck-, klecker- und schmuddelfreies Basteln, Löten und Werkeln in teppichbodenterrorisierten Mietwohnungen OHNE Bastelmöglichkeit im Keller.

Vielleicht fallen Euch hierzu noch ein paar Punkte bzw. >Sollwerte< ein.

Lieber Gruß von Klaus aus Stuttgart.




Hallo Klaus,

die Integration einer Modellbahn in das direkte Wohnumfeld ist m.E. ein spannendes Thema - nicht nur für platznotgeplagte Modellbahner. Raus aus dem Keller- oder Dachbodenexil, hinein ins Zentrum des Wohnens und (familiären) Lebens. Gerade Schaukästen und Betriebsdioramen bieten sich hierfür an und es macht wirklich großen Spaß, die Modellbahn im direkten Lebensumfeld zu haben.

Sog. Schaukastenanlagen wurden jüngst erst in Miba Spezial 86 "Eine Bühne für die Bahn" behandelt. Jaques le Plat hatte früher schon in seinem Buch "Gruß aus Ferbach" minutiös den Bau eines hochdetaillierten Betriebsdioramas geschildert: http://www.der-moba.de/index.php/Gru%C3%9F_aus_Ferbach

Ich möchte Deine grundlegenden Anmerkungen noch ergänzen:

7) Eine möglichst detaillierte Darstellung sollte angestrebt werden, die (nicht nur) eigene gestalterische Ansprüche voll erfüllt

8 ) Verwendung hochwertiger und vorbildorientierter Baumaterialien

9) Installation einer eigenen Beleuchtung

10) Für Betriebsbahner: Fiddleyard statt Schattenbahnhof

11) Gestalterische Integration der Anlage in Design und Funktion des Wohnumfelds

12) Stationäre, temporäre oder kombinierte Integration der Anlage in das Wohnumfeld

13) Anwendung des KISS-Prinzips: http://de.wikipedia.org/wiki/KISS-Prinzip

Beispielhaft für derartige Anlagen sind m.E. die Projekte von Michael Kirsch, der in besagter Miba-Spezial Grundlagen der Beleuchtung dargelegt hat.


 
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RE: Wohnraumkompatible Moba-Anlage.

#4 von skippa ( gelöscht ) , 20.10.2011 23:37

Hallo Klaus,

die Integration der Eisenbahn in das direkte Wohnumfeld hat bei meiner Frau interessanter Weise zu hoher Akzeptanz des Hobbys geführt - schließlich bin ich so bei der Ausübung meines Hobbys noch immer aktiver Teil des Familienlebens.
Gelöst habe ich die Aufgabe mit einer Immer-an-derWand-lang Anlage.

Der eigentliche Bahnhof wurde dabei auf Segmentkästen gebaut mit einer "soliden" Holzrückwand. Zum Staubschutz verwendete ich Rahmen aus Alu-U-Profilen mit PET-Folie beklebt. Das hat sich sehr gut bewährt. Der Schattenbahnhof wurde auf Standardgleiselementen im Regal aufgebaut.

Der Bahnhof selbst ist sehr schmal, 36 bzw 72 cm und die Strecke noch viel Schmaler (bis zu 10cm). Dadurch kommt man immer gut ran und sie nimmt nicht viel Platz. Notfalls kann sie auch mal hinter einem Schrank entlang führen. Durch die Hohe von SOK 125cm können darunter bequem jede Menge Möbel untergebracht werden - Basteltisch, Computerarbeitsplatz, Wickelkomode.

Ein besonderes Highlight war die Vorbeifahrt am Fenster in der Tür zum Wohnzimmer, besonders wenn Besuch da war löste das jedes Mal Begeisterung aus.
Vergangenheit - wir sind umgezogen, mit uns die wichtigen Teile der Bahn (Bahnhof und Brücke) in ein neues, größeres Mobazimmer. Dort steht der Bahnhof bereits wieder und die neue Strecke wird ganz konsequent wieder auf schmalen Segmentkästen gebaut. Ins Regal hinein, vor der Tür vorbei und den Fenstern. Und darunter eine schöne Schlafcouch für die Gäste...

Gruß,
Jens


skippa

RE: Wohnraumkompatible Moba-Anlage.

#5 von Baureihe-38 ( gelöscht ) , 21.10.2011 00:52

Guten Abend, zusammen,

erst heute komme ich dazu, Eure Zuschriften zu beantworten.

@Roland:

Nein, Roland; es handelt sich nicht um eine Modulanlage und auch nicht um eine Segmentanlage, sondern um eine einfach zu montierende und aufzubauende stationäre Quasi-Tischanlage mit dem Anspruch, zerlegbare und zusammensteckbare sowie -schraubbare Landschaftskomponenten zu einem ästhetischen und logischen Gesamtgefüge zu generieren. Die Anlage wandelt sich je nach Bedarf in eine ambulante oder gar mobile Anlage weil sie jederzeit auf- und abgebaut werden kann.

Was Du hast ist, eine Modulanlage mit einer riesigen Gleiswendel am Ende. Solch eine Anlage habe ich nicht gemeint. Also ich möchte solch ein Trumm nicht in meinem Schlafzimmer haben. Ich rede hier explizit von beengten Platzverhältnissen in einer Mietwohnung unter der besonderen Berücksichtigung der zerstörungsfreien Wieder-Abbaubarkeit der Moba-Anlage bei einem häufigen Wohnungswechsel sei es durch berufliche oder unvorhergesehene persönliche Lebensumstände.

Stell Dir einfach einmal eine aus mehreren zusammensteckbaren Einzeltischen eine größere und längere Tischbahnanlage auf mehreren Rollen vor. Die Unterkonstruktion darf auch aus verschraubbaren Tischen aus Loch- und Winkelblechen mit mehreren Sperrholzplatten bestehen. Diese Ebene entspricht der eines eventuellen Schattenbhfs.

Auf diese mobile Tischanlage werden anschließend nach einem genau ausgeklügelten Gleis- und Landschaftsplan die einzelnen Bau- und Landschaftsgruppen, auch der Bahnhofsbereich, so montiert, dass sie ohne hässlichen Lücken und Fugen leicht zusammen zu fügen und wieder auseinander zu nehmen sind. Dabei sollten die Maße der einzelnen Komponenten nach Möglichkeit die einer genormten Umzugskiste nicht überschreiten.

Diese Vorgehensweise stellt den Erbauer vor konstruktive und statische Probleme, weil er gar nicht gleich kreativ darauf losschaffen kann wie der Erbauer einer Spantenanlage, sondern weil er bereits in der Planungsphase die sinnvolle Teilbarkeit eines Landschaftsteils und dessen Stabilität berücksichtigen muss. Dazu gehören auch die jederzeit wieder lösbaren Elektro und Elektronikverbindungen und zwar so, dass man die passenden Anschlüsse bei einem späteren Wiederaufbau sofort erkennt.

EINE KETTENSÄGE ZUM TRENNEN BEREITS ERSTELLTER LANDSCHAFTEN IST NICHT ERLAUBT!!!!!!

Gebäude, Bäume und leicht abzubrechende Teile sollten daher stets lose aufgestellt oder aufgesteckt werden können, aber so, dass sie stabil sind und keine Lücken und Spalten hinterlassen. Demnach müssen schon in der Bauphase konstruktive Mulden oder leichte Vertiefte Ebenen eingeplant werden, in welche die Häuser gesetzt werden können. Dabei kaschiert man eventuelle Spalten mit Pflanzenwuchs oder mit teilweise überlappenden Bordsteinkanten.

Dabei soll in allen anwendbaren Bereichen das KISS-Prinzip des einfachen und überschaubaren Vorgehens zur Anwendung gelangen.

Was ich mir allerdings in diesem Zusammenhang vorstellen kann ist Folgendes:

Ergänzung oder Erweiterung dieser wohnraumtauglichen Anlage durch Module und Segmente.

Eine bestehende Modulanlage kann durch eine zu einem Wendemodul ausgebauten wohnraumtauglichen Anlage sinnvoll erweitert werden.

Die wohnraumtaugliche Anlage kann oder darf an eine bestehende Regalanlage angedockt werden.

Die Anlage muss unbedingt Räder zum Bewegen und Verschieben haben.

Bereits die Unterkonstruktion muss einfach auf- und abzubauen sein.

Und genau um diese konstruktiven Anforderungen geht es mir, bei denen ich Anregungen, Bauanleitungen, Tipps und Hinweise brauche.

Lieber Gruß von Klaus.

@Volker:

Ja, Volker. Das ist es!!! Danke für die Ergänzung der Erfüllungs- und Pflichtenliste.

Das KISS-Prinzip ist absolut unerlässlich, damit man sich nicht verzettelt. Und genau darum geht es doch, dass wir diese Bauanforderungen so einfach und unkompliziert wie möglich umsetzten können, gell!!!!!!?

Lieber Gruß von Klaus.


Baureihe-38

RE: Wohnraumkompatible Moba-Anlage.

#6 von Baureihe-38 ( gelöscht ) , 21.10.2011 00:59

Guten Morgen, Jens,

das ist ja mal spannend, was Du hier schreibst und zeigst. Ja, in eine solche Richtung kann es auch gehen. Ich bin für viele Lösungsvorschläge und Ratschläge zur Umsetzbarkeit dankbar und offen.

Ich habe vorhin zur Beantwortung der Zuschriften so lange Zeit benötigt, dass ich den Eingang Deines Vorschlags erst nach dem Absenden meiner Antworten an Roland und Volker bemerkte.

Herzlichen Dank und lieber Gruß von Klaus.


Baureihe-38

RE: Wohnraumkompatible Moba-Anlage.

#7 von Roland , 21.10.2011 07:55

Guten Morgen Klaus,

meine Modulanlage war nur als Beispiel gedacht. Mann muss die Module nicht so bauen. Die Module können z.B. auch nur so breit sein, dass nur eine zweigleisige Strecke darauf passt. Auch die Länge kann variabel sein. Und mann muss nicht unbedingt am Ende eine Gleiswendel haben.

An deiner Stelle würde ich folgendes machen:
- Module mit einer Breite von 300 mm (So passt noch ein bisschen Landschaft darauf. Einzelne Module könnten auch etwas breiter sein.)
- Länge der Module würde ich so festlegen, dass ganze Gleisstücke verlegt werden können (also ganzzahlige Vielfache der Einzelgleislänge: bei Märklin z.B. 360, 720 oder 1.080 mm)
- Die Eckmodule könntest du so gestalten, dass die Standardgleise von Märklin passen (Winkel von 30° und jeweils an den gewünschten Radius (R1, R2, R3, R4 oder R5) des Gleises anpassen).
- Einzelne Bereiche, die mehr Platz als ein Modul brauchen (z.B. Bahnhof) würde ich als Segmente machen (so, wie bei meiner Modulanlage).


Viele Grüße
Roland

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RE: Wohnraumkompatible Moba-Anlage.

#8 von Barmer Bergbahn , 21.10.2011 10:37

Hallo,

im Nachbarforum gab es auch mal die Vorstellung einer herrlichen Anlage, die zudem hervorragend in die Wohnverhältnisse der Familie eingepasst wurde.

Hier der Link: http://www.nexusboard.net/showthread.php...threadid=317314


Beste Grüße,
Christian


Liebe Grüße
Christian



"Solange es Schlachthäuser gibt, wird es auch Schlachtfelder geben." (Tolstoi)


 
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RE: Wohnraumkompatible Moba-Anlage.

#9 von Baureihe-38 ( gelöscht ) , 21.10.2011 17:04

Guten Abend, Christian und Roland,

danke schön für die Tipps und den Hinweis auf die Beispielanlage.

Lieber Grüße von Klaus.


Baureihe-38

RE: Wohnraumkompatible Moba-Anlage.

#10 von skippa ( gelöscht ) , 22.10.2011 19:50

Hallo Klaus,

Zitat von Baureihe-38
Stell Dir einfach einmal eine aus mehreren zusammensteckbaren Einzeltischen eine größere und längere Tischbahnanlage auf mehreren Rollen vor. Die Unterkonstruktion darf auch aus verschraubbaren Tischen aus Loch- und Winkelblechen mit mehreren Sperrholzplatten bestehen. Diese Ebene entspricht der eines eventuellen Schattenbhfs.

Auf diese mobile Tischanlage werden anschließend nach einem genau ausgeklügelten Gleis- und Landschaftsplan die einzelnen Bau- und Landschaftsgruppen, auch der Bahnhofsbereich, so montiert, dass sie ohne hässlichen Lücken und Fugen leicht zusammen zu fügen und wieder auseinander zu nehmen sind. Dabei sollten die Maße der einzelnen Komponenten nach Möglichkeit die einer genormten Umzugskiste nicht überschreiten.



Das ist gar nicht so schwer würde ich denken - das ganze ist eine Modulanlage in zwei Raumrichtungen (statt nur einer wie klassisch). Du musst nur mit Dir selber ein paar Vereinbarungen treffen. Als erstes musst Du Dir über die Größe des einzelnen Moduls (=Einzelteils) im klaren werden. Kiss: Länge=Breite oder mindestens Länge=2*Breite. Der Lochabstand für die Verbingungsschrauben sollte auch in dieses Raster passen. Beispiel: Länge 50cm Breite 25. Verbindungslöcher alle 12,5cm (=50/4) und jeweils 6,25cm vom Rand entfernt (=50/8).
Dann musst Du Dir ein, zwei drei Landschaftsprofile (Kiss: je weniger desto höhere Austauschbarkeit) ausdenken mit denen Du jede der vier Kanten eines einzelnen Moduls versiehst. Dabei ist die einzige Beschränkung, dass sie an den Ecken jeweils gleich hoch sein müssen (Kiss: maximal drei verschiedene Höhen vorsehen. Nochmal Kiss: flache Landschaft als Vorbild wählen, z.B. Norddeutschland). Die andere Beschränkung ist natürlich die Position der Gleis- und Straßenlage falls vorhanden. Kiss: auf der 25er Länge in die Mitte (12,5cm), auf der 50er Länge bei 1/4 und 3/4 (12,5cm und 37,5cm). Unterbau für Gleise und Straßen könnten gleich aussehen (Graben, leichter Damm etc), so wirds wieder etwas flexibler. Kiss: immer schön im gewählten Raster bleiben!
Dann brauchst Du Dir nur noch entsprechende Kästen bauen - für so viele Gleichteile lohnt sich da auf jeden Fall eine Schablone. Die Kästen zum Beispiel so ähnlich wie mein im Bau befindlicher Schattenbahnhof (leicht, billig und stabil).

Und natürlich auf Füße oder eine Unterkonstruktion stellen. Zum Umziehen kannst Du Dir dann noch Stirnbretter machen und mehrere Module übereinander zu einer stabilen Transportbox zusammenschrauben.

Naja, und für die Landschaft ähnlich verfahren: Bäume, Masten, Autos, Menschen steckbar machen, Häuser mit Magneten befestigen usw.
Aber: an den Modultrennungen entstehen _immer_ Fugen.

Hoffe, diese Ideen bringen Dich ein wenig weiter. Ich finde die 3D-Idee vom Grundsatz her spannend doch ich würde mich von der klassischen Tischform verabschieden (hab ich ja auch ) denn die nimmt in der normalen Wohnung einfach zu viel Raum. IMHO lässt sich immer an der Wand lang deutlich einfacher integrieren. Und dann hat man nicht das 3D-Problem. Wieder Kiss!

Viele Grüße,
Jens


skippa

RE: Wohnraumkompatible Moba-Anlage.

#11 von Baureihe-38 ( gelöscht ) , 23.10.2011 02:27

Guten Morgen, Jens,

das ist ein beispielhafter Vorschlag. Den muss ich mir einmal verinnerlichen und im kleinen Pappmodell nacharbeiten.

Vielen Dank.

Lieber Gruß von Klaus.


Baureihe-38

RE: Wohnraumkompatible Moba-Anlage.

#12 von Redundant , 23.10.2011 11:17

Moin,

da ich ja quasi Anstoßgeber für den Gedanken bin, der diesem Thread vorausging, will ich auch mal was dazu sagen.

Irgendwo hatte ich gelesen, dass Modellbahnanlagen irgendwo zwischen ganz groß und ganz klein einfach nur Zeitverschwendung seien! Ganz so extrem sehe ich das nicht, aber bis ich mit meiner raumfüllenden Anlage (9,85 x 3,98 m) dauert es noch etwas. In besagtem Kellerraum stand aber eine Pressspanplatte in der Dimension 1,08 x 1,25 m in der einen und zwei Unterstellböcke in der anderen Ecke ... klar, dass daraus was Modellbahniges werden musste!

Mein erster Versuch war ein Gleisdreieck/Wendestern mit einem angeschlossenen Oval. Einen Abend nach 20-jähriger Modellbahnabstinenz wirklich spannend, aber dann reicht es auch!

Di dem Thread hatte hks77 einen geilen Gleisplan veröffentlicht, den ich dann auch nachgebaut habe.



Mittlerweile bin ich bei einem Winz-Bahnhof mit mehrgleisigem Industrieanschluss und Schattenbahnhof (mittlerweile noch etwas ausgedehnter). Die Kompaktanlage soll im Leichtbau entstehen – Grundplatte aus Holz und so viel Pappe (Landschaftsprofile, 2. Ebene usw.) wie möglich. Gleismaterial ist das M-Gleis von Märklin (wobei ich doch überlege auf das K-Gleis unzustellen, weil das M-Gleis ein wenig eine "Was-passiert-dann?-Maschine" ist ). Hier mal der Bauzustand vor zwei Tagen:



Die Steigungen sind bei 5 %, aber alte Märklin-Loks mit ein oder zwei Wagons haben damit keine Probleme! Die Brückenpfeiler werden nach und nach durch Papp-Profile aus ehemaligem Umzugskarton ersetzt. Wenn das Bähnchen fertig ist, sollte es sich mit zwei Leuten bequem und sicher tragen lassen. Auf ein rollbares Untergestell könnte man es natürlich auch setzen ...

Die Landschaftsprofile ließen sich zur Not mit einem Klebestift verbinden. Im Moment erscheint mir aber eine Heißklebepistole sinnvoller ... Hier ist im Prinzip auch eine in Bauteilen austauschbarer "Landschaftsüberzug" über einem Leichtbau-Grundkorsett geplant.

Bei mir war die Prämisse, dem analogen Märklin-Material noch eine Art "Gnadenhof" zu geben. Würde ich bei 0 anfangen, würde ich auf dieser Fläche was in H0e oder H0m bauen (Feldbahn oder Straßenbahndepot oder so). Wichtig ist eigentlich, sich auf die Rosinen zu beschränken: Wenn ich Spaß an einem Bw habe, baue ich ein Bw und stelle den zugehörigen Bahnhof gar nicht erst dar – die Kunst des Weglassens eben ...

Viele Grüße,
Thorsten


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RE: Wohnraumkompatible Moba-Anlage.

#13 von Baureihe-38 ( gelöscht ) , 25.10.2011 04:25

Guten Morgen Thorsten,

Dein putziges kleines temporäres Weihnachtsanlägle mit dem goldigen Wendedreieckle für Märklin-M-Gleise bemerkte ich schon am 22. 10. 2011 in Deinem Thread >Wendesternchen bzw. Gleisdreieck für M-Gleis< in der Rubrik Anlagenplanung.

Interessanter wurde dann die Übertragung auf das C-Gleis von >Bjb< und die Erweiterung des Spielablaufs, sowie die mäßigende Gestaltung der Steigungen.

Solche winzigen Minimal- und Spielanlagen sind schon irgendwie niedlich, lustig, originell, spaßig und witzig, aber auf die Dauer besehen halt schon ein wenig >einfach oder rustikal strukturiert<. Für einen dreiwöchigen Spielbetrieb würde ich das ertragen, jedoch nicht länger.

Als ich noch klein war, pflegten wir solch ähnliche Anlagen während der Weihnachtszeit mit den Kindern aus unserem Bekanntenkreis und der Verwandtschaft im fliegenden Wechsel zu konstruieren und umzubauen. Gebaut wurde auf rohen Pressspanplatten oder gleich auf dem Boden. Ein Wendedreieck war fast immer dabei.

Die Kontaktlaschen der M-Gleise waren danach noch verbogener als sie vorher schon waren. Aber das störte die Kinder alle gar nicht. Mädchen waren auch dabei. Manche Buben gingen in ihrer Rohheit sogar so weit, dass sie auf die fiese Idee verfielen, Sprungschanzen für Gleisrampen zu bauen, um die >Weitsprungfähigkeit< einer BR 44 von der eines Schienenbusses zu unterscheiden. Da blutete mir schon damals das Herz.

Überhaupt bin ich mittlerweile völlig perplex darüber, wie wenig zimperlich in den 60er-Jahren mit einer Märklin-Moba umgegangen worden ist. Das zu thematisieren, wäre auch mal einen eigenen Thread wert. Erstaunlich war, dass die Märklin-Bahn solche Schikanen damals ohne größere Schäden ausgehalten hat, obwohl vorsätzlich ramponiert wurde.

An meine Anlage durfte übrigens keiner hin, weil die von meinem Vater gebaut und kontrolliert wurde.

Ja, und da wären wir wieder bei unserem Thema: >Wohnraumtaugliche Moba<.

Weil nämlich mein Vater die Anlage so fürsorglich gestaltete, wollte er auch eine Landschaft bauen und entwickeln, die man schnell aufstellen und drei Wochen nach Weihnachten ebenso komplikationslos abräumen konnte.

Dazu gab es fertig zu kaufende Landschaftsteile und Tunnels von den Firmen BUSCH und NOCH. Die waren in den 60er-Jahren das Non-plus-Ultra der Landschaftsgestaltung. Heute würde man einen Lachanfall darüber bekommen weil diese >Objekte< nicht mal als nostalgisch oder historisch, sondern schlicht nur noch als albern bezeichnet werden können. Denn die Felsenimitate und alpinen Gipfelspitzen aus Kunststoff muten inzwischen an wie gefrorene Wasserfälle oder ausgeblichene Zwergenmützen.

Ein ganz großer Renner war damals der Böschungsbausatz mit Steigung von der Firma BUSCH. Dazu wurden auf ein gleichmäßig ansteigendes Kunststoffgerüst Grasmatten geklebt. Die Radien der Böschungen entsprachen der Gleisgeometrie des M-Gleises. Aber ihr seitlicher Neigungswinkel betrug nahezu 70 – 80°. Das ist heutzutage lächerlich und sieht schaurig aus. Aber sie waren federleicht und verwindungsfrei.

Ich bin immer noch immer im Besitz dieser Landschaftsrampen und hebe sie auch auf. Aber der Kunststoff ist im Laufe von 40 Jahren geschrumpft und hat sich völlig verzogen, so dass die Böschung durchhängt. Außerdem wird das Material mittlerweile bröckelig. Gleise sind hierbei nur noch in Knicken zu verlegen. Wahrscheinlich verflüchtigten sich die Weichmacher.

Aber die Idee war hervorragend!!!

Und so etwas Ähnliches schwebt mir vor, aber mit dem Erkenntnisstand, den Materialien und den Techniken von heute. Styrodur in Kombination mit Glasfaser, Kork, Kunststoffnetzen und Sperrholz finde ich genial!!! Ich bin da noch am Experimentieren. Aber so allmählich gelingt es.

Ich kann mir auch zusammensteckbare Kleindioramen nach einem Baukastenprinzip vorstellen und das Ganze anschließend mit einer schmalen Konsolenanlage kombinieren.

Soweit einmal.

Lieber Gruß von Klaus.


Baureihe-38

RE: Wohnraumkompatible Moba-Anlage.

#14 von Redundant , 25.10.2011 08:23

Hallo Klaus,

eine Art Weiterentwicklung aus dieser Kleinstanlage wäre es, mindestens zwei solcher Segmente zu bauen und dazwischen ein – den Raumverhältnissen entsprechendes Zwischensegment als Fahrtrasse zu legen. Die (verhältnismäßig kurzen) Trennbereiche sollten sich auf jeden Fall besser tarnen lassen als eine mehrfach geteilte Rechteckanlage. Durch die geringe Tiefe musst du sie noch nicht einmal Anlagenteile auf Rollen lagern um sauber zu machen. Dadurch dass nur die Eckpunkte wirklich definiert sind, gewinnt die Anlage eine zerstörungsfreie/zerstörungsarme Flexibilität.

Viele Grüße,
Thorsten


Die vorangegangenen Zeilen sind als Denkanstoß zu verstehen – nicht als Belehrung, Provokation oder was auch immer bösartige Menschen da hineininterpretieren könnten.
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RE: Wohnraumkompatible Moba-Anlage.

#15 von Baureihe-38 ( gelöscht ) , 28.10.2011 00:08

Hallo Thorsten,

ja, das ist eine gute Idee! Darüber machte ich mir auch schon Gedanken.

Damit Du genau weißt, was ich mir vorstelle, kannst Du Dir bitte den Thread >Anlage Weyersbühl< von HaJo Wolf aus Weyersbühl unter der Rubrik Ruhmeshalle anschauen. In der Aktualisierung vom 27. 10. 2011 steht etwas Interessantes drin:

Dort hat HaJo am linken Anlagenrand ein leicht abzunehmendes und nachträglich angefügtes >Landschaftsergänzungsteil< angebracht, das für mich vorbildlichen Charakter hat. Es ist auf dem Bild mit einer roten Linie markiert.

Aus lauter solchen Teilen, die zueinander passen und zusammengefügt werden, soll einmal meine künftige Anlage bestehen.

Frischer Morgengruß von Klaus.


Baureihe-38

   


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