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RE: Uhlenbrock 76200 mit Pufferkondensator komisches Verhalten

#1 von ICEVfan , 16.12.2012 15:29

Hallo ihr Stummis,

da ich neu im Forum bin, ganz kurz zu meiner Person:
ich heiße Fabian, bin 19 Jahre alt und bin seit meinem 7.Lebensjahr vom Mobavirus befallen.
Da ich keinen Platz für eine "richtige" Modellbahnanlage habe, bin ich Teppichbahner und beschäftige mich hauptsächlich mit diversen elektrischen Lok - und Wagenbasteleien.

Und nun zu meiner Ausgangssituation:

Ich habe vor einiger Zeit meine Nohab (Mä. 3174, Reihe MY 1126) mit einem Uhlenbrock 76200 ( Decoder für Allstrommotoren ) digitalisiert.
Beim Motor handelt es sich um einen großen Scheibenkollektor ( LFCM ).
Nun habe ich auch noch einen Pufferelko ( 1000uF, 35V ) mit Ladeschaltung aus 100Ohm - Widerstand und Antiparraleldiode eingelötet. Ich hatte gehofft, der Lok eine größere Kapazität verpassen zu können, da relativ viel Platz vorhanden ist. Jedoch hatte ich keinen passenden Elko zur Hand oder ich hätte ganz viele mit geringer Kapazität parralel schalten müssen. Für die Pufferschaltung habe ich, wie es üblich ist, +20V und Ground-Potential vom Decoder angezapft.

Nun aber folgendes Problem:

Beim Testen mit meiner MS2 habe ich bei Langsamfahrt die Lok vom Gleis genommen. Der Motor ging gefühlt sofort aus, bis auf den üblichen Motorauslauf, der auch ohne Pufferung vorhanden ist. Lediglich die Beleuchtung ( auf LED umgebaut ) leuchtete ca. 1s nach. Nun wollte ich wissen, was für eine Elkokapazität erforderlich ist und habe spaßeshalber einen 33000uF - Elko eingelötet, der passt natürlich nicht in die Lok.
Wieder habe ich die Lok bei Langsamfahrt vom Gleis genommen. Der Motor lief ein wenig nach, 2-3s lang würde ich schätzen und die Beleuchtung leuchtete noch sehr, sehr lange nach.
Beim nächsten Test habe ich nebenbei noch die Spannung am Elko gemessen und da fiel mir auf, mit sinkender Elkospannung wird der Motor schon langsamer, also der Tastgrad der Motor-PWM wird nicht erhöht. Sobald die Elkospannung unter 10V sinkt, wird der Motor schlagartig abgeschaltet. Die LEDs werden bei etwa 5V abgeschaltet, was ich auch nachvollziehen kann.

Meine Fragen an Euch sind nun:
Warum ist es so, dass der Motor schon bei weniger als 10V Elkospannung abgeschaltet wird?
Wie kann ich, falls es möglich ist, dafür sorgen, dass der Motor erst abgeschaltet wird, wenn die Elkospannung unter 5V sinkt?
Hat jemand von Euch auch ein solches Verhalten feststellen können und ggf. auch bei anderen Decodern und Motoren?
Da ich auch noch weitere Loks puffern möchte, interessiert es mich, wie viel Elkokapazität ihr, egal bei welcher Motor - Decoderkombination einlöten musstet, um Aussetzter zu vermeiden?


Ich hoffe, der Eine oder Andere von Euch kann mir mit meinen Fragen helfen und deswegen schonmal vielen Dank im Voraus.

Schöne Grüße

Fabian


Gruß

Fabian


 
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RE: Uhlenbrock 76200 mit Pufferkondensator komisches Verhalten

#2 von Asslstein , 16.12.2012 19:38

Hallo Fabian,

warum der Decoder bei unter 10 V den Motor abstellt, kann ich Dir nicht sagen, aber es erscheint mir sinnvoll. Ändern kann das wohl höchstens der Programmierer. Beantworten kann Dir Deine Fragen hoffentlich Uhlenbrock. Wenn Du einen netten Brief an sie schreibst, antworten sie vielleicht.
Ich puffere meine Loks auch. Positiv macht sich das bereits bei 400 µF bemerkbar. Es geht ja auch nicht darum, über weite stromlose Strecken zu kommen, sondern bei Langsamfahrt Bruchteile von mm zu überbrücken.
Was aber mehr Einfluss als die Größe des Elkos hat, sind Decoder und Motor. Die alten Märklinmotoren mit Feldspule haben einen deutlich höheren Strombedarf als z.B. Faulhaber. Aber auch ein Umbau auf Permanentmagnet bringt schon einiges an Stromersparnis. Und komischerweise gibt es Decoder die mit der Energie des Elkos besser haushalten können als andere. Zimo hatte hier z.B. nach meinen Erfahrungen einen deutlichen Vorsprung vor ESU. Wie sich das mit der Version 4 des Lopi oder Uhlenbrock verhält, kann ich Dir allerdings nicht sagen.
Eine richtig wirksame Pufferung, die einer Lok über mehrere Zentimeter hilft und die dabei noch steuerbar ist, bekommst Du nur bei Lenz. Finden kannst Du das unter dem Stichwort USP.

Gruß
Knut


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RE: Uhlenbrock 76200 mit Pufferkondensator komisches Verhalten

#3 von jogi , 16.12.2012 20:56

Hallo , Jogi hier
Noch mit Allstrommotor , da sollte es eigentlich keine Probleme geben .

lies mal hier , ich glaube , dann sind Deine Probleme behoben , und das mit dem Kondensator hat sich erledigt :

viewtopic.php?f=103&t=68985


Oder bastelst Du nur mit dem Kondensator ??

Mit Gold Caps sollte es gelingen , Du brauchst aber mind. 5 Stück . 1F , 5,5V
Da die nur max.5,5V abkönnen mußt Du 5 Stück hintereinander schalten . immer + an den nächsten - ,

Was von den Firmen angeboten wird sind Powerpacks mit Kondensatoren und Spannungspumpen .


Bastelnde Grüße Jogi ;
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RE: Uhlenbrock 76200 mit Pufferkondensator komisches Verhalten

#4 von ICEVfan , 19.12.2012 21:31

Hallo Knut, hallo Jogi,

vielen Dank für Eure Antworten. Wenn ich die Zeit und Lust hab, werde ich Uhlenbrock anschreiben.
Ansonsten ist mir inzwischen noch eine andere Idee gekommen, wie ich mehr Kapazität in der Lok unterbringen könnte. Zum Beispiel könnte ich mit der Spannungsfestigkeit der Elkos von 35V auf 25V runtergehen, da könnte die Bastelkiste auch ein wenig mehr Auswahl bieten Da muss ich aber die maximale Spannung am Elko mit einer parallel geschalteten Z-Diode begrenzen, um den Elko vor den Umschaltimpulsen im Analogsystem zu schützen. Ich fahre zwar digital, aber ich möchte meine Modelle zum Analogbetrieb möglichst kompatibel halten. Oder ich baue eine Reihenschaltung aus Gold Caps ein. Nur darf ich es mit der Kapazität auch nicht übertreiben, da die Lok bei einem Nothalt über die Stoptaste immer noch rechtzeitig zum Stehen kommen soll.

Ich werde noch weitere Lokdecoder puffern, darunter ein Lokpilot V4 und ein paar V3´s, einen Zimo MX630, Märklin mLD und einige Decoder, die serienmäßig in den Loks verbaut sind, z.B den Decoder aus der Märklin BR 185 aus dem Hobbyprogramm. Das ist aber alles Zukunftsmusik, da ich meistens nur an Wochenenden zum Basteln komme. Da werd ich dann aus Interesse wieder mit einem "Monsterelko" experimentieren, um herauszufinden, ob die "Charakteristik", wie ich sie für den 76200 von Uhlenbrock beschrieben habe, auch vorhanden ist oder nicht.



Zitat von jogi
https://www.stummiforum.de/viewtopic.php?f=103&t=68985




Jogi, vielen Dank für den Link und Deinen vielen Tipps, die du in dem Thread gesammelt hast.

Ich habe aber schon, als ich die Lok mit Pufferkondensator ausgerüstet habe, versucht die Stromaufnahme der Lok ein wenig zu optimieren.
Dazu hatte ich schon den einen oder anderen Tipp im Internet gefunden.
Bei meiner Lok habe ich am Schleiferdrehgestell die Masseabnahme mit einer Gitarrensaite optimiert, eine Decoderlitze angelötet und diese direkt an den Dekoder gelötet.
Beim Schleifer selbst habe ich Schleifschuh und Federblech mit einem haardünnen Kupferlackdraht verbunden, den ich an Schleifschuh und Federblech gelötetet habe. Das kommt Deinem letzten Tipp sehr nahe.

Aber was wohl bei mir die Hauptursache für Aussetzter bei Langsamfahrt ist, dass ich die Gleise mal GRÜNDLICH reinigen sollte. Ich habe sonst immer behelfsweise eine Karteikarte aus dünnem Pappkarton genommen und die alle paar Tage mit der Hand über die Gleise gezogen. Ähnliches gilt bei mir mit den Laufflächen der Räder. Ich hab es bisher nie fertig gebracht, mir mal eine Flasche Spiritus zu besorgen und mit getränkten Tüchern dem Schmutz zu Leibe zu rücken.


Ich melde mich spätestens wieder, wenn ich mit meiner Pufferschaltung weitergekommen bin, bis dahin

Schöne Grüße

Fabian


Gruß

Fabian


 
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RE: Uhlenbrock 76200 mit Pufferkondensator komisches Verhalten

#5 von Intelli , 20.12.2012 00:05

hallo fabian,
hoffentlich schaltet sich deine zentrale, bei so vielen elkos, die du noch verbauen willst nicht automatisch ab.
denk doch mal über den ladestrom nach. ( pro elko )
selbst jeder decoder der in einer lok steckt, und auf der anlage steht, hat kleine smd elkos verbaut und verbraucht strom.
trotzdem viel glück.
gruß
intelli


Intelli  
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RE: Uhlenbrock 76200 mit Pufferkondensator komisches Verhalten

#6 von ICEVfan , 27.12.2012 00:39

Hallo zusammen,

ich hoffe ihr hattet alle ein frohes Weihnachtsfest und habt euch alle reich beschenken lassen.

An meiner Nohab habe ich zwar noch nicht weitergebastelt, da werd ich wohl wirklich auf Goldcaps zurückgreifen müssen. An 25V - Elkos hatte die Bastelkiste doch nicht so viel Auswahl, wie erst erhofft.

Dafür hab ich mir die nächste Lok vorgenommen: BR 216 aus einer Startpackung, der Motor ist ein Trommelkollektor ( DCM ), mit Permanentmagnet umgebaut und ein Lokpilot V3.0 verrichtet in der Lok seinen Dienst. Der Lok habe ich 2200µF eingeplanzt und 100µF zur Pufferung für den Microkontroller, wie es halt im Decoderhandbuch beschrieben ist.

Das Verhalten bei Kontaktschwierigkeiten ist auch hier nicht so, wie ich erst dachte und auch zum Verhalten des 76200 von Uhlenbrock unterscheidet es sich.

Wenn man die Lok von Hand auf eine stromlose Stelle schiebt, wird der 100µF Elko entladen und wenn keine Funktionen eingeschaltet sind, bleibt die Spannung des 2200µF Elkos so gut wie vollständig erhalten.
Fährt die Lok ohne Last auf eine stromlose Stelle, wird der 100µF Elko entladen und der 2200µF Elko entlädt sich um ein paar Volt.
Fährt die Lok mit Last ( gebremst mit meinem Finger ) auf eine stromlose Stelle, wird der 100µF Elko entladen und der 2200µF Elko entlädt sich auch fast vollständig.

Mir scheint es, dass der Lokpilot V3.0 bei Spannungsausfall "bewusst" nur Bruchteile von mm überbrückt und je nach Belastung wird dem Elko nur die nötige Energie dafür entnommen.

Hier muss ich gucken, ob die Pufferung ausreicht und sich im Betriebsdienst bewährt.

Schöne Grüße

Fabian


Gruß

Fabian


 
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