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RE: V 36 von Lima, Umbau auf AC und Digitalisierung

#1 von Jumbo-44 , 28.04.2021 17:25

Moin Stummies,

um es gleich Vorwegzunehmen: mit diesem Bericht über meinen Umbau(versuch) einer Lima V36 dokumentiere ich einen nahezu vollkommenen Fehlschlag. Da ich kürzlich aber irgendwo im Forum las, daß Fehlschläge und Irrwege viel lehrreicher seien als die bevorzugt geposteten Erfolgsstories, werde ich eben trotzdem ausführlich berichten.

Die von Lima unter der ArtNr 208234L hergestellte V36 der Deutschen Bundesbahn wurde mir freundlicherweise aus einem anderen Hamburg überlassen


[0333] Lima V36

Vor den erforderlichen Umbauten (DC -> AC, Decodereinbau) wurde die Lok zunächst mechanisch und elektrisch überprüft. Den aufwendigen Antrieb auf alle drei Achsen per Zahnradkombination bekam ich nur durch Ausbau des Zahnrades für die Kraftübertragung auf die mittlere Achse in den Griff. Sie wird jetzt nur noch über die Kuppelstangen mitgeschleppt.
Lokrahmen und -gehäuse sind zwar vollständig aus Kunststoff gebaut, nahezu der gesamte Innenraum (Motorvorbau und Führerhaus) ist aber mit einem den Motor umschließenden Gewichtseinsatz ausgefüllt. Zusammen mit der Stromabnahme von zwei Achsen (4 Räder) und dem verbauten Bühler-Motor mit zwei Schwungmassen erschien mir der Umbau durchaus lohnenswert. Dank der Fülle an beiliegenden Anbauteilen sollte die Lok am Ende auch ganz anständig aussehen können.

Im ersten Schritt mußte die Lok 'entrümpelt' werden: Die Glühbirnenbeleuchtung und der Motor waren über ein Gerüst aus Dräten und Widerständen angeschlossen.


[0327] Das Innenleben im Originalzustand


[0328] Der "Patient" in seine Baugruppen zerlegt


[0329] Das Arbeitsmaterial liegt bereit


[0331] Unter dem Fahrgestell fand ein geringfügig zurechtgebogener Uralt-Nachrüst-Mittelschleifer von Märklin ohne weitere Umbauten (als "Brückentechnologie") seinen Platz.


[0330] Die Masseabnahme erfolgt wie von Lima vorbereitet über alle 4 Räder.

Für den Decodereinbau habe ich das Gewicht im Bereich des Führerhauses zurechtgestutzt.
Den ursprünglichen Plan, wie bei meinem VT 859 eine steckbare Schnittstelle für einen einfacheren Decodertausch einzubauen, mußte ich allerdings aus Platzgründen aufgeben. Den Schnittstellenstecker, einen viel zu langen Kabelbaum und den vorhandenen 'nicht-Micro-Decoder' konnte ich im Führerhaus einfach nicht unterbringen.

Kleiner Einschub: nach dem probeweisen Einbau mittels der vorgesehenen Schnittstellenbuchse funktionierten Motor und schaltbare, fahrtrichtungsabhängige Beleuchtung zwar wie gewünscht, aber nicht zuverlässig. Erst nach aufwendiger und zunehmend ratloser Fehlersuche (kalte Lötstelle? vertauschte Kabel? unzuverlässige Stromabnahme?) konnte ich in der Schnittstellenbuchse den Übeltäter identifizieren. Der Schnittstellenstecker des Decoders reicht einfach nicht weit genug in die handelsübliche 2x4-Buchsenleiste hinein. Dies führte zu unzuverlässigem Kontakt und folglich dem wechselhaften Ausfall einzelner Funktionen. Durch Herunterschleifen der Buchsenleiste war dieses Problem lösbar, wie gesagt scheiterte der Einbau letztlich aber am Platzbedarf.

Der Decoder ist nun über eine kleine Lötleiste mit der Verkabelung der Lok verbunden.

Ein weiteres Mal mußte ich meinen Umbauplan bezüglich der Beleuchtung anpassen. Ursprünglich wollte ich den Umbauaufwand auf das absolute Minimum begrenzen und erst nach ausführlichen Testfahrten über weitere Maßnahmen entscheiden.
Allerdings verhinderte der unter dem Dach eingebaute Decoder im Zusammenwirken mit der hinteren Glühbirnenhalterung jeglichen Zusammenbau.
Also nochmal zerlegt, die Glühbirne gegen eine LED getauscht und das Gewicht weiter gestutzt.


[0332] Blick in das Führerhaus mit Decoderschnittstelle und Halterung für die LED

Aber auch diese Maßnahme sollte sich als nicht hinreichend herausstellen. Die eingeklebte Lötleiste hat sich genauso wie der eingeklebte Decoder wieder gelöst. Das Führerhaus läßt sich mit der neuen "Füllung" einfach nicht zwangfrei aufsetzen.

Zusammenfassend haben sich
- der für den Einbau unter dem Dach zu große Decoder (Abhilfe wird hier nur ein LoPi Micro bringen),
- der zu störrische Kabelbaum des Decoders
- die zwingend erforderliche Umstellung der Beleuchtung auf SMD-LED
- der für manche Weichen zu wuchtige Mä-Schleifer
als "Showstopper" für den Umbau erwiesen.
Zumindest in Form der ursprünglich geplanten "Fingerübung für Zwischendurch".
Die Lok ruht jetzt wieder in ihrem Karton und wartet darauf, daß ich mir die Zeit für einen "richtigen" Umbau nehme.

Die erfahrenen Frokkler unter Euch haben meinen Bericht vermutlich mit Zahnschmerzen gelesen ob meiner vermutlich höchst dilettantischen Herangehensweise. Ich kann mich nur damit herauszureden versuchen, daß ich mich hier auf völligem Neuland bewege, und daß diese intimen Einblicke in die Geschichte meines Scheiterns vielleicht dem einen oder anderen Anfänger in Sachen Umbauten weiterhelfen können.

Nun soll der angesammelte Frust erst einmal in aller Ruhe zu Erfahrung reifen.


Mit einem dennoch fröhlichen "Hummel, Hummel",
Mark


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RE: V 36 von Lima, Umbau auf AC und Digitalisierung

#2 von Railstefan , 29.04.2021 13:20

Hallo Mark,

vielen Dank für deinen Bericht, auch wenn er leider nicht zum von dir gewünschten Ergebnis geführt hat.

Wenn du einen LoPi-Micro einbauen willst, so versuch es mal mit der Version mit NEXT-Schnittstelle - dazu gibt es sehr kleine Adapterplatten z. B. von D&H - dadurch wird der Dekoder nur 2-3mm dicker, aber nicht größer.
Zum Problem mit dem Schleifer: du brauchst vermutlich mehr Platz an dessen Enden, damit er an Weichen hoch genug gedrückt werden kann, ohne die Lok mit anzuheben. Wenn du die mittlere Achse so oder so nicht mehr direkt antreibst, brauchst du dann noch das Verbindungszahnrad Richtung vorderer Achse? Dort brauchst du Platz. Und hinten könntest du mit einem etwas längeren Schleifer hinkommen, der dann bis hinter das dortige Zahnrad reicht.

Viel Erfolg
Railstefan


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RE: V 36 von Lima, Umbau auf AC und Digitalisierung

#3 von Jumbo-44 , 29.04.2021 16:10

Moin Stefan,

danke für Deine Antwort.
Wenn ich das bei ESU gerade richtig gelesen habe, dann liegt der wesentlich Vorteil der NEXT-Decoder in den zwei zusätzlichen verstärkten Ausgängen. Das ist natürlich sehr schön z.B. in Bezug auf die Beleuchtung (hinten extra schaltbar, Doppel-A, evtl. Führerhausbeleuchtug).

Das Zahnrad zwischen den beiden vorderen Achsen auszubauen ist eine Option an die ich noch gar nicht gedacht habe. Ich wollte als nächstes 8wann auch immer das ist) mit unterschiedlichen Schleifern experimentieren. Der Märkjlin Uralt-Schleifer ist an den Enden schon extrem fett konstruiert.

Wenn es neue Entwicklungen gibt werde ich hier in diesem faden dazu berichten.

Gruß,
Mark


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RE: V 36 von Lima, Umbau auf AC und Digitalisierung

#4 von Railstefan , 29.04.2021 16:58

Hallo Mark,

neben den zusätzlichen Ausgängen hat der Dekoder auch keine Kabel, die versteckt werden müssen und ist schön flach.
Adapterplatine verkabeln und dann den Dekoder einstecken.

Ich habe meine Straßenbahn-Lok damit umgebaut - guckst du hier:
viewtopic.php?f=172&t=155557&start=85

Viel Erfolg
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RE: V 36 von Lima, Umbau auf AC und Digitalisierung

#5 von Jumbo-44 , 29.04.2021 19:51

Zitat

neben den zusätzlichen Ausgängen hat der Dekoder auch keine Kabel, die versteckt werden müssen und ist schön flach.
Adapterplatine verkabeln und dann den Dekoder einstecken.

Ich habe meine Straßenbahn-Lok damit umgebaut - guckst du hier:
viewtopic.php?f=172&t=155557&start=85



Moin Stefan,

das sieht richtig gut aus!
So einen Decoder sollte ich mir für den nächsten Versuch besorgen.

Und auch Deinen Anlagen-Faden sollte ich mir mal näher ansehen, da ist mir glaube ich bislang etwas entgangen!

Gruß,
Mark


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RE: V 36 von Lima, Umbau auf AC und Digitalisierung

#6 von Railstefan , 30.04.2021 10:33

Hallo Mark,

du darfst dich natürlich gerne in Erkenrode umschauen

Der D&H-Adapter heißt "Anschlussadapter N18-K" ( bzw "N18-G") und findet sich im Bereich "Soundsystem - Anschluss-Adapter"

Gruß
Railstefan


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RE: V 36 von Lima, Umbau auf AC und Digitalisierung

#7 von DB 94 534 , 03.05.2021 09:22

Hallo

@Jumbo-44 ja ich bekomme bei deinem Bericht Bauchschmerzen. Andererseits ist noch kein Meister vom Himmel gefallen aber manchmal hilft vorher fragen.

Was ich nicht verstehe ist, warum du den Antrieb der mittleren Achse ausgebaut hast? Gibt es diese Lok (oder gab es nur die V20) nicht ab Werk als AC Modell? Lag es am Schleifer von Märklin? Die sind sehr gut wenn ausreichend Platz vorhanden ist aber für beengte Verhältnisse ist z. B. der Brawa oder Liliput besser.

Gruß
Markus


 
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RE: V 36 von Lima, Umbau auf AC und Digitalisierung

#8 von silz_essen , 03.05.2021 12:14

Hallo zusammen,

unter die V20 passt ein langer Schleifer von Märklin (#7185). Dabei sind die "Ohren" außerhalb der Zahnräder. Die V36 hat aber einen längeren Achstand, da muss man sich etwas einfallen lassen. Im Prinzip habe ich das bei meinem Umbau genau so gemacht und die mittlere Achse zahnradmäßig entkoppelt. Im Gegensatz zur Lima V20 bin ich mit der Lima V36 nie so richtig warm geworden. Und da inzwischen eine ausreichende Anzahl Roco, Fleischmann und Lenz, sowie bei Bedarf eine Maschine von Märklin und einige alte Trix-V36er vorhanden sind, habe ich bei der Lima-Lok keine Optimierung mehr betrieben.

Gruß
Martin


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RE: V 36 von Lima, Umbau auf AC und Digitalisierung

#9 von Jumbo-44 , 11.05.2021 19:13

Moin zusammen,

wegen Rechnerproblemen war ich einige Tage offline.

[quote="DB 94 534" post_id=2287617 time=1620026543 user_id=39672]
Was ich nicht verstehe ist, warum du den Antrieb der mittleren Achse ausgebaut hast? Gibt es diese Lok (oder gab es nur die V20) nicht ab Werk als AC Modell? Lag es am Schleifer von Märklin?[/quote]
Da mir die Lok "zugeflogen" ist hatte ich keine Wahl bzgl. des Herstellers oder des konkreten Artikels.
Am Schleifer lag es nicht, schon im originalen Analogzustand verklemmte die mittlere Achse sich. Kuppelstangen und Zahnräder arbeiteten "gegeneinander", und das konnte ich nicht in den Griff bekommen.

Zitat

...habe ich bei der Lima-Lok keine Optimierung mehr betrieben.


Zu diesem Schluß könnte ich am Ende auch gelangen.
Andererseits: Eine Lok bei der man nichts ruinieren kann ist das schönste Übungsobjekt.
Das einzige Lehrgeld ist dann die "verbrannte" Zeit.

Schönen Gruß,
Mark


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