Rangieren im MiniMax Bahnhof auf 2 x 0,4m - eine Timesaver Alternative

#1 von prof_falken , 06.11.2022 01:29

Liebe Stummis,

erstmal vorweg: ich habe nicht vor, diesen Plan in die Tat umzusetzen, es war mehr ein Gedankenexperiment.

Die Prämissen:
Ziel war es, auf möglichst kleinem Platz einen Bahnhof einer Nebenbahn als Regalanlage zu entwerfen, der Rangierspaß erlaubt, ohne dass dazu Erweiterungen notwendig sind. Ich finde ja die Anlagen aus dem Minimax Thread (RE: MiniMax Bahnhöfe und Anschließer) echt super, aber für mich haben diese Entwürfe einen Schönheitsfehler: die Weichen für die Umfahrungen befinden sich meist direkt an der Modulkante. Das ist auch absolut in Ordnung, wenn man diese Bahnhöfe als Module entwirft, an die dann auch an einem oder beiden Enden Streckenmodule angeschlossen werden. Aber als Einzelmodul, als bespielbares Fotodiorama funktionieren sie eben nicht auf den vorgegeben 2x0,4m.

Geplant habe ich in H0 mit RocoLine Gleisen für Rollmaterial, das auch in Ep4+ zum Einsatz kommt. Wer das Ganze in H0e, TT oder gar N umsetzt spart natürlich noch deutlich an Platz, ebenso wer kürzere (und damit steilere, also keine Empfehlung dafür) Weichen einsetzt oder deutlich kürzere Waggons und Lokomotiven einsetzen möchte.

Der Plan:
Bild entfernt (keine Rechte)
Der Bahnhof besteht aus einem Haupt- und Bahnsteigsgleis, einem Umfahrgleis, das direkt am Empfangsgebäude verläuft und zwei Stumpfgleisen für den Güterverkehr. Die Verlängerung vom Umfahrgleis nach links führt zum Güterschuppen, vom Hauptgleis zweigt noch ein langes Ladestraßengleis mit einer Verladerampe und einem Bockkran ab. Rampe und Kran dienen hauptsächlich dazu, die Ladestellen für das Rangierspiel zu markieren und können auch weggelassen werden. Schematisch entspricht der Bahnhof dem realen Bahnhof St. Martin bei Weitra (und wahrscheinlich noch ein paar anderen anderen, die ich nicht kenne): http://www.sporenplan.nl/html_de/sporenp...gerungs_8x.html - lediglich das Schuppengleis ist auf der anderen Seite angeordnet.

Die Gleislängen reichen aus, um einen Waggons mit einer Gesamtlänge von 70cm gerade noch umfahren zu können. Damit gehen sich 2 Silberlinge, 3 Umbauwagen oder 4 Donnerbüchsen aus. Wer den Bahnhof als Kreuzungsbahnhof konzipiert muss einen Waggon abziehen, weil dann auch noch die Lokomotive zwischen den Weichen des Umfahrgleises Platz haben muss. Andererseits: das Umsetzen eines Personenzuges ist jetzt auch nicht das allerspannedste im Alltag eines Modellbahners, daher kommen wir nun zum Rangierspiel:

Das Rangierspiel:
Der Bahnhof hat die drei klassischen Ladestellen eines Landbahnhofs: Güterschuppen, Rampe und Freiladegleis. Im Rangierspiel steht an jeder dieser Ladestellen bereits ein Waggon - idealerweise jeweils ein eigener Waggontyp, also ein G am Güterschuppen, ein Rungenwagen an der Rampe und ein offener Wagen wie Eanos am Freiladegleis. Am Hauptgleis fährt ein Güterzug ein (oder wird dort aufgestellt, ohne Streckenerweiterung), der jeweils einen Wagen der drei Typen am Haken hat. Aufgabe ist es nun, die Waggons an den Ladestellen einzusammeln und die mitgebrachten Waggons an die richtigen Ladestellen zu rangieren. Für effizientes Rangieren sind die Ziehgleise zu kurz, sodass die Waggons meist einzeln bewegt werden. Für die Vorbildbahn ein Ärgernis und wohl ein Grund, den Güterverkehr spätestens in den 80ern hier einzustellen, für den Modellbahner aber eine willkommene Einschränkung, die den Prozess des Rangierens in die Länge zieht.

Das Rangierspiel erinnert dann auch etwas an den Timesaver: das Rangieren ist stark überkomplex, es werden meist nur einzelne Waggons rangiert. Oft wird der gesamte Zugverband am Hauptgleis zu einem der beiden Stumpfgleise am Hauptgleis geschoben, dort der letzte Waggon abgekuppelt und dann von dort via Umfahrgleis geholt und an die korrekt Ladestelle geschoben. Beim Timesaver gibt es zwar auch nur ein klassisches Setup, aber man kann hier durchaus variieren, wo die einzelnen Waggons positioniert werden sollen. In diesem Rangierspiel ist die einzige Variation die Zusammenstellung des einfahrenden Güterzuges und eventuell noch eine vorgegebene Wagenreihung für den abfahrenden Zug. Dafür werden die Waggons nicht nur innerhalb des Bahnhofs herumbewegt, sondern kommen aus der weiten Welt und werden dorthin auch wieder verschickt. In Sachen realistischer Betrieb also ein kleiner Bonus gegenüber dem Timesaver.

Es handelt sich dabei auch um ein ewiges Rangierspiel: es muss nicht nach einer abgeschlossenen Rangiersession neu aufgebaut werden, man kann sofort eine zweite Runde starten, denn der Endzustand des Rangierspiels funktioniert auch als Anfangszustand des nächsten Spiels.

Variationen:
Bild entfernt (keine Rechte)
Durch die relativ kurzen Maximallängen für Zugkreuzungen eigner sich dieser Entwurf deutlich besser als Endbahnhof denn als Durchgangsbahnhof. Und als Endbahnhof bietet uns das genug Vorwand, um den allseits beliebten Lokschuppen unterzubringen. Da die Zufahrt zum Lokschuppen aber über eine Sägefahrt via Freiladegleis erfolgt, muss der Bockkran näher an die Verladerampe rücken. Alternativ kann der Lokschuppen auch über die Einfahrweiche angebunden werden, wenn diese durch ein Kreuzungsweiche ersetzt wird. Oder der Lokschuppen kommt an ein Stumpfgleis rechts vom Umfahrgleis, wenn man auf die zweite Erweiterung verzichtet.

Denn die zweite Erweiterungsmöglichkeit ist ein zweites Ladegleis am Umfahrgleis. Bei entsprechend kurzen Güterwaggons (ca. 16cm LüP oder kürzer) kann diese zusätzliche Ladestelle auch in das Rangierspiel integriert werden, dann werden eben die Waggons an vier statt drei Ladestellen getauscht. Oder man sorgt dafür, dass auch bei Personenzügen ein wenig zu Rangieren ist und macht aus den Personenzügen PmGs, also Personenzüge mit Güterbeförderung. Die Anzahl der Personenwagen wird damit aber auch um eins reduziert, die man an die Lokomotive anhängen kann.

Der Bahnhof als Teil einer größeren Anlage
Als reines Rangierspiel finde ich, dass mein 2-4-7 Layout (Das 2-4-7 Shelf Layout - Ein realistisches Rangierspiel? Eure Meinung ist gefragt!) realistischeren und abwechslungsreicheren Betrieb auf etwas weniger Platz erlaubt. Aber der Entwurf ist für all jene, die nicht auf Personenverkehr und Bahnhof verzichten wollen. Wer aber den Bahnhof nicht nur als Fotokulisse für Personenzüge nutzen will, der sollte der Anlage dann auch eine kurze Strecke und einen Fiddleyard gönnen. Der Fiddleyard sollte zumindest einem Personenzug und einem Güterzug Platz bieten. Mehr, wenn man zwischen mehreren Zügen eines Typs wechseln möchte.

Mit einer Streckenerweiterung verschwindet auch die Überkomplexität des Rangierspiels, da nun genug Platz ist, um das Freiladegleis effizient zu bedienen. Somit kann man das Rangieren in zwei Modi machen: dem einfachen Modus, bei der das gesamte Streckengleis zum Ausziehen benutzt werden darf und den Puzzle Modus, bei dem nur die zwei Wagenlängen am links von der Einfahrweiche genutzt werden dürfen. Für die Markierung dieses Stelle bietet sich natürlich eine Halt für Rangierfahrten Tafel an.

Ansonsten kann der Bahnhof natürlich auch bei allen Gleisovalen als (Durchgangs-)Bahnhof genutzt werden oder als Endbahnhof der klassischen von der zweigleisigen Hauptbahn abzweigenden Nebenbahn.

Fazit:
Als Rangieranlage halte ich den Entwurf nicht für die allerbeste Idee. Aber wer auf einem 2-Meter Regal ein wenig rangieren möchte, keinen Platz für Erweiterungen hat und eine Fotokulisse für seine Personenzüge haben möchte, wird damit zufrieden sein.

Wie seht ihr den Entwurf denn? Kennt ihr Gleispläne mit ähnlichen Prämissen (Rangieren im Bahnhof ohne Erweiterung)? Habt ihr Ideen, wie man den Plan noch verbessern kann oder für weitere Variationen? Ich freue mich auf Feedback.


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RE: Rangieren im MiniMax Bahnhof auf 2 x 0,4m - eine Timesaver Alternative

#2 von WTKruemel , 06.11.2022 09:58

Hallo,

ohne das ich ins Detail eingestiegen bin, schlage ich vor, beim mittleren durchgehenden geraden Gleis links das letzte 42410 durch ein 42412 zu ersetzen und rechts ein 42412 anzufügen.

Gruß

Manfred


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RE: Rangieren im MiniMax Bahnhof auf 2 x 0,4m - eine Timesaver Alternative

#3 von wurz florian , 06.11.2022 10:25

Hallo! Deine Ansicht gefällt mir. Auch ich plane einen kleinen Bahnhof. Wollte was machen, wo ich den Bahnhof mit zur Reha/Kur mitnehmen kann. Ich nehme trix c-gleise. Vorteil von den Gleis sind die Klammern. Bei den üblichen Gleisen sind die Schienenerbinder ein Problem. Bei 2 gleisen ist immer ein Schienenverbinder nicht dort wo es sein soll. Bei dem C-Gleis sind die Klammern und es passt. Ich habe 3x 42 x20 cm. Wo ich zw. den weichen 1 oder mehr schienen verlängern kann. Dieser Bahnhof hat 3 Weichen mit einem Umfahrgleis, einem Ladegleis. wo auch ein kleine kohlehandlung( muss auf einer platte sein) dabei ist.Dann gibt es noch ein viertes Element mit einer Weiche für einen Betrieb. Aber in die entgegengesetzte Richtung. Ich plane ausserdem div. Kurvenelemente, zb. einen halbbogen, 1/4 bogen, 1/3 bogen. Ganz Variabel. Häuser und Fahrzeuge sind austauschbar. Da ich in verschiedenen Epochen und Länder fahren will. Die 20 cm breite sind für das Fensterbrett. Ausserdem können die Platten ( 4 mm Pappel) einfach in einem Karton verschwinden. Vorteil mit so einen kleinen Bahnhof, man kann mit Wagenkarten arbeiten, den man braucht nicht soviele Güterwagen.Ja natürlich haben Schnellzuglok da keine berechtigung mehr, Aber eine 52 oder P8 kann schon fahren. den zb. in Nö gab es viele Züge mit einer 52 und kurzem Zug auf Nebenbahnen( besonders im Weinviertel oder im Burgenland). Güterwagen sind auch zb. vom Kleinbahn, da die bisschen kürzer sind als die anderen. Ich fahre Digital meistens mit Sound.

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RE: Rangieren im MiniMax Bahnhof auf 2 x 0,4m - eine Timesaver Alternative

#4 von prof_falken , 06.11.2022 10:33

@Manfred: Das würde nicht klappen. Ich brauche links die zwei Gleislängen damit hier eine Lokomotive und ein Waggon Platz hat. Wenn sich das auf 1,5 Gleislängen ausginge, dann ja. Aber der Einfachheit halber bin ich mal von 1 Gleislänge = 1 Waggon / die Lokomotive ausgegangen.


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RE: Rangieren im MiniMax Bahnhof auf 2 x 0,4m - eine Timesaver Alternative

#5 von prof_falken , 06.11.2022 22:52

@Florian: Ich mag den Gleisplan. So einer war auch schon mal unter dem Namen Nemerow Bad in der Miba (Spezial 91) und hier findet sich auch ein Baubericht (leicht modifiziert) in 0: https://thesmallgaugeline.jimdo.com/nemerow-bad-in-spur-0/. Gerade in Niederösterreich kommt oder kam das Schema dieses Gleisplans recht häufig vor und ich mag seine Schlichtheit und Eleganz.

Auf 1,2m ist das schon cool, dass du das hinkriegst. Für mich wärs eher nichts, weil ich auf große Amis stehe, und mir die Rangiermöglichkeiten doch ein wenig zu eingeschränkt sind, aber als Mitnehmanlage finde ich es toll, wenn ich bei diesen Ausmaßen aber wahrscheinlich eher zu H0e tendieren würde.


 
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zuletzt bearbeitet 06.11.2022 | Top

RE: Rangieren im MiniMax Bahnhof auf 2 x 0,4m - eine Timesaver Alternative

#6 von Hachzer , 18.12.2022 08:59

Hallo Prof. Falken,
der Gleisplan, den du da entworfen hast, ist mit Verlaub ein absoluter Allerweltsbahnhof, wie es ihn in allen Ecken Mitteleuropas gibt bzw. gab. Hört sich das nach Kritik an? Ist es aber nicht. Eher könnte man den Plan einen Geniestreich nennen, weil du auf wenig Platz und mit wenig Gleisen und Weichen alles unterbringst, was es braucht, damit man nicht nur reichlich und sinnvoll rangieren kann, sondern muss: Umfahrmöglichkeit, Güterschuppen an eigenem Stummel sowie Ladestraße und Rampe. Perfekt.

Was ich auch sehr gut finde ist, dass du nicht nur behauptest, dass man hierauf gut rangieren kann, sondern es genau vormachst und beweist. Bestens. Am Timesaver brauchst du dich nicht zu messen. Der war von John Allen nur als Gesellschaftsspiel gedacht, nicht als Teil einer Anlage. Während ich den künstlich und gewollt wirkenden Timesaver nie empfehlen und auch nie selber verbauen würde, kann man deinen realistischen Bahnhof jedem Anfänger und jedem Fortgeschrittenen anempfehlen.
Gruß

Otto


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zuletzt bearbeitet 18.12.2022 | Top

RE: Rangieren im MiniMax Bahnhof auf 2 x 0,4m - eine Timesaver Alternative

#7 von prof_falken , 21.12.2022 22:33

Hallo Otto,

Allerweltsbahnhof in allen Ecken Mitteleuropas. Seh ich nicht im geringsten als Kritik, ganz im Gegenteil, ich seh das als Kompliment, weil das ja bedeutet, dass das nicht nur ein künstliches Konstrukt ist, auf dem man halt rangieren kann, sondern eben ein Vorbildnaher Entwurf ist, auf dem rangiert werden kann. Und zwar ohne (temporäre) Erweiterung.

Messen tu ich mich eh nicht am Timesaver. Ich vergleiche nur den Entwurf damit, oder den Betrieb. Ohne Streckenerweiterung werden halt sehr oft nur einzelne Waggons bewegt und erstmal irgendwo zwischengelagert (aber nicht auf einem genau dafür vorgesehen Gleis). Das ist nicht wahnsinnig vorbildgerecht und erinnert mich eben an die Abläufe im Timesaver. Mit Streckenmodul wird der Ablauf deutlich vorbildnäher und wenn man dennoch Lust auf ein überkomplexes Rangierspiel hat, dann ändert man eben die Betriebsvorschrift so, dass der Bahnhof für Rangierfahrten nicht verlassen werden darf. Somit hätte man das Beste aus beiden Welten in einem Layout vereint.

Freut mich jedenfalls, dass dir der Entwurf gefällt!

lg chris


fmm hat sich bedankt!
 
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Erweiterung mit Bahnhof und Timesaver
Kurzschluss im Gleisplan

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