Hallo, Modellbahner, ich habe nach 30 Jahren als Dioramenbauer zum ersten Mal ein Reetdach gebastelt - bin mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Es wirkt alles zu glatt und ist deshalb unrealistisch. Verwitterungsspuren sind zu schwach ausgeprägt - die Spitzen der Reethalme sind nicht erkennbar. Der Dachfirst aus gefärbtem Schmirgelpapier ist natürlich auch problematisch - Foto:
Meine bisherige Bautätigkeit: Ich habe 5 mm dicken Schaumstoff von Noch mit Revell Aqua Color schwarz und hellbraun mehrmals eingeschmiert (verdünnt mit Wasser und etwas Spülmittel). Dann habe ich etwas grünes Patina-Pulver in den Schaumstoff eingerieben. Schaumstoff soll auf jeden Fall Grundlage meines Reeetdachs bleiben. Es gibt viele Beispiele gelungener Reetdächer aus Schaumstoff.
Als Vorlage für den Bau habe ich den Stummi-Artikel "Von Klockenstedt über Büttenwarder nach Klingsiel" genommen. Ich stelle mir die Frage, was beim Bau wohl schief gelaufen ist?
Wer hat Erfahrung mit Reetdächern und kann Tipps geben?
Hinweise zu Internetseiten / Büchern / Zeitschriften mit genauer Beschreibung vom Bau eines Reetdaches wären auch hilfreich.
Danke von Modellbauer Harald
Dioramen in H0, Architekturmodellbau, Modellautos in H0
Ich habe die Erlaubnis von Hr.Vorsteher,Hr.Dahlhaus,Hr.Bügel,Hr.Peplies,Hr.Kleinschmidt,Hr.Pillmann,Bilder von bahnen-wuppertal und vauhundert.de im Forum zu benutzen Thema: Von Schwelm-Loh nach Wuppertal-Wichlinghausen
Abriss Schwelm-Loh/Wichlinghausen.Umstieg auf Spur 0
Warum fängst du einen neuen Beitrag an? Du hast doch schon Antworten.
Mein erster Beitrag wurde im Anfänger-Forum veröffentlicht. Tipps von Fortgeschrittenen sind hilfreicher für mich. Meine wichtigste Frage ist bisher unbeantwortet:
Was ist falsch gelaufen beim Bau des Reetdaches aus Schaumstoff?
Anders gefragt: Was muss ich verbessern?
Dioramen in H0, Architekturmodellbau, Modellautos in H0
die Fragen hättest du auch genauso in deinem ersten Faden stellen können, aber vielleicht kann ich dir ein wenig helfen.
Du sagtest, das Dach sei zu glatt: wenn du es ein wenig unebener haben möchtest, da könntest du folgendermaßen vorgehen (so würde ich es versuchen): als Grundlage passende dünne Polytyrolplatten (z.B. von Evergreen) zurechtschneiden und die wie ein Dach aufkleben. Da könntest du hier und dort 1mm Polystrolstücke draufkleben und die Übergänge zur Platte schleifen, damit du keinen Versatz hast. Darauf dann den Schaumstoff. Achte darauf, dass er vielleicht ein wenig grobporiger ist. Den Unterschied siehst du auf den "Büttenwarder" Häusern sehr deutlich.
Möglicherweise liegt es aber auch daran, dass dein Haus vom Grunriß her eher moderner wirkt, da würden Dachgauben das Bild schon sehr auflockern. Und dann hast du auch gleich einen gewissen Schwung im Dach.
Hallo Harald, auch wenn ich Dir im ersten Thread Dein Hauptproblem nicht lösen konnte, aber Reetdächer sind auch in Realität ziemlich glatt. Und "den" Verwitterungszustand gibt es auch nicht, da gbt es unzählige Möglichkeiten. Hier mal 2 Links http://www.berger-reetdach.de/referenzen/
quote=RonaldRB69|p2542929]Es ist am besten, ein Strohdach mit einem Elektrostaten (falls Sie einen haben, natürlich) mit kurzen Fasern zu machen, als ob Sie einen Rasen schießen würden.
Ich habe damit selbst noch nicht gearbeitet, aber ein Freund hat ein Reetdach mit sgn. Kokosfasern auf eingefärbtem Untergrund realisiert und war damit recht zufrieden.
Gruß Varg
Märklin HO und beim Hobby auch mal Fünfe gerade sein lassen.
ich hatte mir heute einige Reetdächer auf dem Weg zur Arbeit bewusst angeschaut. Einfrisch eingedecktes ist glatt und von der Farbe her goldocker.
Sobald es älter wird und Moos drauf ist, wirkt es unregelmäßig. Du kannst mit Sicherheit etwas hinzugewinnen, wenn du die Moose nicht mit Farbe darstellst sondern turf und dergleichen verwendest. Dann hast du eine dreidimensionale Struktur. Nicht nur "Grüne Grüntöne) verwenden. Von Woodland gibt es de Farbton "Earth" der gerade das dunkle, trocknene Moos gut darstellen kann. Und vielleicht auch mal mit einer Scharfen Klinge winzige Stückchen aus dem Schaumstoff herausrupfen, so wie es die Vögel auch machen, aber das nur minimals, dass sich das Lichr ein wenig bricht.
Zitat von DE2700 im Beitrag #6Und "den" Verwitterungszustand gibt es auch nicht, da gbt es unzählige Möglichkeiten.
Hallo DE2700, das sind zwei gute Beispiele (krasser Gegensatz) - mein Ziel ist das stark verwitterte Dach von der IGBaupflege Webseite. Das Hallenhaus soll die Behausung einer linksalternativen Wohngemeinschaft darstellen. Dafür sieht das Haus und vor allem das Dach zu neu aus. Das Ganze ist in den späten 70ern angesiedelt.
Beste Grüße aus Ostfriesland
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Sobald es älter wird und Moos drauf ist, wirkt es unregelmäßig. Du kannst mit Sicherheit etwas hinzugewinnen, wenn du die Moose nicht mit Farbe darstellst sondern turf und dergleichen verwendest. Dann hast du eine dreidimensionale Struktur. Nicht nur "Grüne Grüntöne) verwenden. Von Woodland gibt es de Farbton "Earth" der gerade das dunkle, trocknene Moos gut darstellen kann. Und vielleicht auch mal mit einer Scharfen Klinge winzige Stückchen aus dem Schaumstoff herausrupfen, so wie es die Vögel auch machen, aber das nur minimals, dass sich das Lichr ein wenig bricht.
Hallo Matthias, ich danke für die Hinweise - ja, genau das werde ich machen. Mit Turf Vermoosung darstellen und minimale Stücke aus dem Schaumstoff schnippeln. Und dann mal sehen, ob ich mit Streumaterial einen realistischeren Dachfirst hinbekomme.
Grüße aus Ostfriesland
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Zitat von RonaldRB69 im Beitrag #7quote=RonaldRB69|p2542929]Es ist am besten, ein Strohdach mit einem Elektrostaten (falls Sie einen haben, natürlich) mit kurzen Fasern zu machen, als ob Sie einen Rasen schießen würden.
Moin nur als kurze Zwischeninfo. Mir ist beim Reinigen ein Flächenstreicher (1:1 und nicht 1:87) beim Reinigen kaputt gegangen (die Borsten haben sich komplett gelöst). Ich habe dann versuch aus den Borsten Reetbündel zu machen. Das Problem ist, dass die in 1:1 mit einem Klopfbrett in "Form" gebracht werden. Auf der Moba ist dies schwierig, ich versuche gerade meine "Pinselbündel! stufig zu schneiden aber die ultimative Technik hab ich noch nicht gefunden.
Hallo zusammen, erst im Sommer dieses Jahres bin ich dazu gekommen, das Reetdach meines Hallenhauses zu überarbeiten. Dabei habe ich die Hinweise von Matthias berücksichtigt. Hier zum Vergleich erstmal der alte Zustand:
Und nach der Überarbeitung:
Beim Bearbeiten des Reetdaches hatte ich ja das Problem, dass der Glanz nicht wegzubekommen war. Ich hatte versehentlich Revell Aqua schwarz in glänzend gekauft. Bei der Überarbeitung habe ich deshalb nochmal alles mit Aqua schwarz matt und braun matt eingeschmiert. Mit einem scharfen Skalpell wurden dann winzige Stücke aus dem Dach entfernt. Dabei hatte ich an einigen Stellen übertrieben. Auf diese Stellen und auch in andere Ecken streute ich sehr feine Flocken / Turf (dunkelgrün). Etwas grünes Patina-Pulver verteilte ich auch. Sieht nach meinem Geschmack deutlich besser aus als vorher und wirkt nicht mehr so eintönig. Das Dach, worauf Ronald hingewiesen hat, ist natürlich besser, aber der Aufwand ist auch deutlich höher.
Beste Grüße und schönen Sonntag noch
Dioramen in H0, Architekturmodellbau, Modellautos in H0
Ich habe den Versuch mit einer nicht zu dicken Schaumgummiplatte versucht, auf das vorhandene Dach geklebt und dann mit Plakafarbe/ verdünntem Leimwasser „verziert“
Ich hab mich bald weggeschmissen, nachdem ich einen alten Bekannten aus Nordfriesland, der in der Zeit seines aktiven Berufslebens (auch) mit Reetdächern zu tun hatte, aber keinerlei Bezug zum Modellbau hat, auf diesen Thread hingewiesen habe.
Haut der doch knochentrocken raus „warum suchen die sich nicht geeignete Halme und bauen das Dach wie in echt?“ .... stelle ich mir in der Praxis eher unentspannt vor und vor allem wenig haltbar.
Aber Euere bisherigen Ansätze sind doch schon mal mehr als nur okay. Vielleicht noch etwas Kleinkram verbessern, aber sonst? Stellt Euch mal vor, was Großserienhersteller da zusammenmurksen würden!
das habe ich bei mir so gemacht. Ich habe Pinselhaare genommen. Es war eine irre Frickelei aber es hält schon Jahre und hält gut. Den Aufwand würde ich wohl kein zweites Mal betreiben. Die Verarbeitung zu echtem Reet lässt sich nicht 1:1 übertragen.
da du nicht fragst, werde ich dir auch nicht antworten, dass es, mit Unterbrechungen, denn man kann immer nur kleine Stücke eindecken und braucht mehrere Lagen, Monate gedauert hat.
Und um diese kleine Kate handelt es sich, einen alten Vau-Pe Bausatz
Hallo zusammen, ich habe das Reetdach inzwischen überarbeitet und dabei die Grasfaser-Methode angewendet. Dabei bin ich so vorgegangen: Ich klebte auf den First aus Schmirgelpapier Kunststoffplatten, damit er an Höhe gewinnt und sich vom restlichen Dach absetzt. Der Schaumstoff blieb auf dem Dach, weil er eine vorbildgerechte Dicke hat. Jetzt wurden Schaumstoff und First mit leicht verdünntem Holzleim bestrichen und dann mit Grasfasern besprüht. Nach dem Trocknen habe ich die Fasern mit Braun und Grün von Revell Aqua bestrichen (von oben nach unten). Zum Schluss wurde alles mit verdünnter Wasserfarbe in unterschiedlichen Tönen patiniert. Der Schornstein wurde auf den First verlegt.
Das Dach sieht jetzt so aus:
Sieht deutlich besser aus als die alte Ausführung mit Schaumstoff.
Schönen Sonntag!
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