Meine Segmente nach niederrheinischen Vorbildern: Der Bahnhof Spyck - 07.04.: Das 2. Segment

#1 von 211064 , 16.02.2023 21:27

Hallo Stummis,

ich habe mich bisher mit meinem Bahnhof Alpen im Forum "Meine Module und Segmente" rumgetrieben. Alpen ist umzugshalber abgebaut und eingemottet, was aus den Segmenten wird, habe ich noch nicht entschieden.

Eigentlich wollte ich erstmal planen ... Eigentlich. Aber ich bin ein impulsiver Mensch und unser Schreiner fragte kurz vor Weihnachten, ob er mir die Reste von Tischlerplatte überlassen dürfe, mit der er unsere Küchenmöbel auf eine für uns annehmbare Höhe gebracht hat. Und naja, da lag also das feine Holz und das Modellbahnervirus sprach zu mir: Wat willste lange planen, ich seh' genau, dass das Holz für mindestens ein Segment reicht.

Ehe ich mich's versah, hatte ich zwischen den Jahren das erste Modul gebaut.



Das Chaos im Hintergrund bitte ich zu übersehen. Das Haus ist noch eine halbe Baustelle - und der Keller eigentlich noch nicht als Moba-Raum gedacht. Aber impulsiv ... Ihr versteht?

Mir war auch sofort klar, welchen Bahnhof ich nachbauen wollte: Das beschauliche Spyck bei Kleve am Rhein. Ein Dorf Spyck gibt es meines Wissens nicht, vielleicht eine Bauernschaft. In Spyck wurden zwischen 1865 und 1912 die Züge der Rheinischen Eisenbahn bzw. auf eine Trajektfähre verladen, überquerten den Rhein und wurden auf der rechten Rheinseite in Elten (heute ein Ortsteil von Emmerich) wieder angelandet, von wo aus es weiter nach Zevenaar ging, parallel zur bis heute betriebenen Strecke (Oberhausen-) Emmerich - Arnheim (NL).

Von 1912 bis 1926 wurden die Fahrgäste von einem Dampfboot übergesetzt (dazu gab es in Spyck außer dem Bahnsteig am Bahnhofsgebäude noch einen rheinnahen Bahnsteig).

Das ist ein spannender Teil der rheinischen Eisenbahngeschichte (Quelle wikipedia). Für die Darstellung im Modell reizt mich aber nicht das Trajekt, sondern die Tatsache, dass sich am Bahnhof Spyck ein Werk des "Vereins deutscher Ölfabriken Mannheim" angesiedelt hatte, das Pflanzenöle herstellt. Das werk existiert noch heute als "ADM Spyck", gehört also zum US-Konzern Archer Daniels Midland.

Der Personenverkehr konnte sich (mutmaßlich mit einem Alibipersonenzug) bis 1960 halten, dem Güterverkehr stand die Strecke bis 1982 zur Verfügung. Wann tatsächlich der letzte Zug gefahren ist, weiß ich (noch) nicht.

Es gibt im Netz einige Fotos der Ölfabrik (z.B. hier), auf denen sich auch Reste der Gleisanlagen im Werk erkennen lassen.
Und dann gibt es einige ältere Luftaufnahmen, die Werk und Werksbahn zeigen, z.B. im Kle-Blatt Blog. Vermutlich stammt das Bild vom Ende der zwanziger Jahre. Ein weiteres Bild zeigt das Werk vom Bahnhof aus, der Fotograf steht da, wo in der Luftaufnahme unten links die Güterwagen auf dem Abstellgleis zu erkennen sind Kle-Blatt Blog: Gruß aus Spyck.

Von Spyck Richtung Kleve schloss sich an den Bahnhof eine lange Vorflutbrücke (20 Öffnungen) über den Griethausener Altrhein an, die in die eigentlichen Eisenbahnbrücke überging - und heute noch als Kulturdenkmal erhalten ist. Auf dem Bild aus dem Kle-Blatt Blog ist 24 065 des Bw Kleve zu sehen, die Tender voraus aus Spyck kommend Richtung Kleve fährt, am Haken mutmaßlich einen Pz, ich meine eine Donnerbüchse zu erkennen. Lang kann der nicht gewesen sein, lt. Gleisplan war der Bahnsteig gerade mal 53 Meter lang. Während das Bild nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden sein muss (die BR 24 war, wenn ich das richtig behalten habe, von 1946 bis 1963 in Kleve beheimatet), ist das andere Bild älter und zeigt einen kurzen Pz, der von Griethausen über die Altrheinbrücke nach Spyck fährt.

Auch wenn ich Spyck für meine Zwecke in die Epoche IV "überführen" werde, ist der 24er-Einsatz Grund genug, meiner 56, die ja auch in Kleve stationiert war) noch eine feine 24er an die Seite zu stellen ...

Vom Bahnhof Spyck selbst habe ich bisher keine Fotos gefunden, aber im Landesarchiv NRW drei Gleispläne (1915, 1937, 1951). Die darf ich allerdings noch nicht zeigen, weil ich noch keine Veröffentlichungsgenehmigung habe - und vorher noch ein bisschen recherchieren möchte. Im Netz gibt es einen Gleisplan von 1940, an dem Ihr euch einen Eindruck verschaffen könnt. Und es hindert mich auch niemand, den Gleisplan abzuzeichnen. Ich habe einen ersten Entwurf gemacht, bin aber mit dem Gleisverlauf noch nicht zufrieden. Beim Vorbild zweigt die Anschlussbahn in die Ölfabrik am Bahnsteigende in einem Rechtsbogen ab und endet 300 Meter später am Rheinufer (in einer Waggondrehscheibe ). Ursprünglich sollten die Segmente so im Raum stehen, dass die Werksgleise im Vordergrund liegen und die Ladestraße und das ehemalige Gleis zum Fährbahnsteig im Hintergrund. Dazu hätten die Bahnhofsgleise verschwenkt und die Gleise der Ölfabrik vom Bahnsteig aus gedacht "geradeaus" fortgesetzt werden müssen. Die Skizze zeigt aber, dass das nicht sehr elegant aussieht. Da muss ich noch rumprobieren. Außerdem möchte ich eigentlich lieber mit dem Programm S21 Modellgleis planen, aber gerade habe ich weder dafür noch für ein anderes Gleisplanungsprogramm Kohle übrig ...



Mit der Testversion von S21 konnte ich aber immerhin den Gleisverlauf für die Einfahrt von der Altrheinseite aus zeichnen und eine dem Gleisplan entsprechende Weiche basteln:

Bild entfernt (keine Rechte)

Die Weiche besteht aus Teilen von Roco und Tillig, was auf der S21-Webseite gut beschrieben ist: Man nehme den vorderen Teil einer Tillig-Weiche und das Herzstück bis zum Ende einer DKW von Roco, dann kommt das dabei heraus:



Die Weiche muss verlötet und mit den nötigen Stromanschlüssen versehen werden. Dann kann ich sie einbauen und mit dem schon eingetroffenen Handantrieb von Martin Meiburg verbunden werden. Vielleicht finde ich über die Karnevalstage Gelegenheit, weiterzumachen.


Viele Grüße
Christoph

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RE: Meine Segmente nach niederrheinischen Vorbildern: Der Bahnhof Spyck

#2 von trillano , 16.02.2023 22:32

Hallo Christoph,
das wird ja interessant! Ich bin sehr gespannt, wie Du Deine Idee mir Spyck umsetzt!
Viel Erfolg und Spaß, auch bei den anderen Hausprojekten..
Bis bald wieder!
Alexander


Mit besten Grüßen
Alexander


Über Besuche in Hoch-Sanderland und Kommentare freue ich mich!
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RE: Meine Segmente nach niederrheinischen Vorbildern: Der Bahnhof Spyck

#3 von SupmaKni , 17.02.2023 07:26

Hallo Christoph,
schön dass es hier weiter geht. Alpen war/ist ein schönes Projekt, ich denke das hier wird mindestens genau so gut werden.
Außerdem wäre es schade gewesen das gute Holz nicht zu nehmen.
Gruß Heiko


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RE: Meine Segmente nach niederrheinischen Vorbildern: Der Bahnhof Spyck

#4 von Railstefan , 17.02.2023 14:23

Hallo Christoph,

jetzt also von Alpen direkt ans Wasser... - gut dass der Rhein so lang ist

Lassen wir uns mal überraschen, was du da alles planst und baust.

Weiter so
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RE: Meine Segmente nach niederrheinischen Vorbildern: Der Bahnhof Spyck

#5 von Johannes W , 17.02.2023 15:07

Hallo Christoph,
das sieht so aus, als ob es ein richtig spannendes Projekt würde. Da will ich auf jeden Fall dranbleiben. Auch die praktische Umsetzung von S21 interessiert mich. Und genau da will ich auch schon einhaken. Bei deiner Weichenkonstruktion fällt mir auf, daß die Geometrie zwar sauber aussieht, die Weichenhälfte links( Tillig) aber im Gegensatz zur Weichenhälfte rechts (Roco) keine Doppelschwellen hat. Dein Start jedenfalls.
Grüße
Johannes


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RE: Meine Segmente nach niederrheinischen Vorbildern: Der Bahnhof Spyck

#6 von Der Dampfer , 17.02.2023 18:27

Hallo Christoph

Ich glaube ich muss einiges Nachlesen im Alpenthread.Du hast also jetzt den Schritt zum Häuschen gemacht?
Und Alpen......das Lemken Werk....alles für die Katz
Das wäre aber schade........
Dann bin ich mal gespannt was du jetzt vor hast!
Beste Grüße und gerne bis später sagt Willi


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RE: Meine Segmente nach niederrheinischen Vorbildern: Der Bahnhof Spyck

#7 von 211064 , 17.02.2023 21:24

Hallo Stummis,

schön, dass Ihr hier vorbeigeschaut habt!

@Johannes W - Stimmt, dem Tillig-Teil der Weiche fehlen Doppelschwellen. Mal sehen, was sich da machen lässt.

@Der Dampfer - Willi, Lemken ist sorgfältig verpackt und wird auch auf einer neuen Anlage einen Platz finden.
Wenn ich den Bahnhof Alpen wieder aufbaue, dann sicher in einer überarbeiteten Fassung, weil es schon einige Stellen gibt, wo ich nicht sorgfältig genug gearbeitet habe. Auch stört mich die viel zu kurze Ladestraße.
Zu Alpen ist das letzte Wort noch nicht gesprochen und sicher noch nicht die letzte Idee ausgebrütet.


Viele Grüße
Christoph

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RE: Meine Segmente nach niederrheinischen Vorbildern: Der Bahnhof Spyck

#8 von KaBeEs246 , 19.02.2023 15:56

Hallo Christoph,

im ersten Augenblick habe ich als ehemaliger Alt-Gladbacher gedacht, du willst den Bahnhof Gladbach-Speik an der ehemaligen Strecke Rheydt - Neersen - Krefeld der Rheinischen Eisenbahngesellschaft bauen.
Gut, vom Rheintrajekt der Rheinischen Eisenbahngesellschaft zwischen Welle und Spyck hatte ich auch schon in Wikipedia und in verschiedenen Büchern gelesen, aber mir war der Name nicht mehr geläufig. Den Gleisplan mit der Betrieb generierenden Ölfabrik kannte ich aus dem Buch Bahnhöfe im Rheinland zur Reichsbahnzeit.
Ein sehr schönes Projekt, auch wenn du in Epoche 4 auf die Fähre verzichten willst. Finde ich aber betrieblich schade, da du mit Fähre die Möglichkeit hättest, zwanglos Züge in Zugkassetten auf ein Regal zu befördern. Hm, viel Rollmaterial wirst du auf dieser Anlage nicht einsetzen. Könntest du nicht doch ein paar Epoche 1 - Fahrzeuge ...

Zitat von 211064 im Beitrag #1
Ich habe einen ersten Entwurf gemacht, bin aber mit dem Gleisverlauf noch nicht zufrieden. ... Die Skizze zeigt aber, dass das nicht sehr elegant aussieht.

Auf Segmenten eine elegante Streckenführung hinzubekommen, ist immer schwierig. Die Rheinische Eisenbahngesellschaft war übrigens der Ansicht, dass eine gerade Streckenführung am zweckmäßigsten sei, wie man obigem Wikipediaartikel entnehmen kann: Wie bei vielen anderen Projekten hatten die Planungen der RhE vorgesehen, durch eine möglichst geradlinige Streckenführung und damit kürzere Fahrzeit der bereits etablierten Strecke Marktanteile abnehmen zu können.
Auch wenn diese Überlegung offenbar nicht zum wirtschaftlichen Erfolg führte, war also Eleganz sicher nicht des Ziel der damaligen Streckenbauer. Was ich an deinem Entwurf nicht gelungen finde, ist der Umstand, dass man den ursprünglichen Zweck des Bahnhofs als Fähranlagestelle nicht mehr erkennen kann. Denn das "durchgehende Hauptgleis" im Bahnhof Spyck führte doch sicherlich geradewegs zum Fähranleger.

Gruß von Ruhr und Nette
Hans


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RE: Meine Segmente nach niederrheinischen Vorbildern: Der Bahnhof Spyck

#9 von 211064 , 20.02.2023 09:03

Hallo Hans,

Danke für deine Gedanken.

Zitat von KaBeEs246 im Beitrag #8


Ein sehr schönes Projekt, auch wenn du in Epoche 4 auf die Fähre verzichten willst. Finde ich aber betrieblich schade, da du mit Fähre die Möglichkeit hättest, zwanglos Züge in Zugkassetten auf ein Regal zu befördern. Hm, viel Rollmaterial wirst du auf dieser Anlage nicht einsetzen. Könntest du nicht doch ein paar Epoche 1 - Fahrzeuge ...




Ich fürchte, weder in Epoche 3 und erst recht nicht in Epoche 4 ließe sich ein Trajekt oder eine Eisenbahnfähre überzeugend darstellen. Und Epoche 1 ... nein, ich bin und bleibe Kind der Epoche 4. Die Zugkassette wird eine andere Ansatzstelle finden. Dass ich für den Betrieb nicht viel Rollmaterial benötige, finde ich nicht weiter schlimm. Ich mag zwar auch mal einem fahrenden Zug hinterherschauen, mehr reizt mich aber der (Rangier-)Betrieb.

Zitat


Was ich an deinem Entwurf nicht gelungen finde, ist der Umstand, dass man den ursprünglichen Zweck des Bahnhofs als Fähranlagestelle nicht mehr erkennen kann. Denn das "durchgehende Hauptgleis" im Bahnhof Spyck führte doch sicherlich geradewegs zum Fähranleger.




Diesen ursprünglichen Zweck erkennt man im Gleisplan seit den dreißiger Jahren nicht mehr. Damals wurde der rheinseitige Bahnhofskopf vereinfacht. Von Kleve kommend lag hinter der Vorlandbrücke die erste Weiche, im Plan von 1915, also nach Ende des Trajektbetriebs, fächerten sich die beiden von der ersten Weiche ausgehenden Gleise sich ca. 150 Meter vor dem Stationsgebäude in je zwei Gleise auf. Vor dem Stationsgebäude lagen also 4 Gleise parallel; das durchgehende Gleis von Kleve war das zweite und endete in einer Art Y-Weiche, die verhinderte, dass Züge direkt in den Rhein entlaufen konnten. Der linke Strang der Weiche führte über die Verbindung zum 3. Gleis abwärts Richtung Trajekt, der andere führte über die von Gleis 1 kommende Weiche in ein Gleis, das ca. 200 Meter weiter endete.

Im Netz (Kle-Blog) gibt es ein Foto (Klick), vermutlich aus den späten zwanziger Jahren, das frühere Gleisführung noch erahnen lässt. Links von der Ölfabrik lassen sich zwei Gleise ausmachen, die wie ein V auseinanderlaufen. Am Ende des linken der beiden Gleise meine ich auch zwei Waggons zu sehen, was immer die "dahinten" verloren haben. Das Ende des anderen Gleises ist hinter dem Zaun der Ölfabrik nicht wirklich zu erkennen.

Im Plan der dreißiger Jahre führte dieses Gleis weiter zu einem Bahnsteig am Rhein, von wo aus die Fahrgäste auf die Fähre nach Welle umsteigen konnten. Auf einem Luftbild von 1953 ist das Gleis allerdings schon von Gebäuden der Ölfabrik verdrängt worden:


Quelle: wikipedia / Bundesarchiv, Bild 195-1316 / CC-BY-SA 3.0

Dieses Gleis ist in meinem Gleisplan wie in den fünfziger Jahren als Stummel oberhalb der Fabrikgleise vorhanden. Dafür könnte ich mehr Platz schaffen und den Bahnsteig für Ausflügler am Sonntag (z.B.) darstellen.


Viele Grüße
Christoph

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RE: Meine Segmente nach niederrheinischen Vorbildern: Der Bahnhof Spyck

#10 von Saryk , 27.02.2023 21:19

Man muss dir echt den Anker hinterher werfen! *lach*

Ich halt mich hier dann auch fest. Auf ein Neues!

grüße,
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RE: Meine Segmente nach niederrheinischen Vorbildern: Der Bahnhof Spyck

#11 von 211064 , 27.02.2023 22:13

Zitat von Saryk im Beitrag #10
Man muss dir echt den Anker hinterher werfen! *lach*







Ein dickes Tau würde auch reichen. Auf der Rheinseite der Ölfabrik gibt es ein paar kräftige Dalben.


Viele Grüße
Christoph

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RE: Meine Segmente nach niederrheinischen Vorbildern: Der Bahnhof Spyck

#12 von 211064 , 10.03.2023 19:54

Hallo Stummis,

Corona hat die ganze Familie erwischt, inzwischen geht es wieder, Basteln macht wieder Spaß.
Heute habe ich gelötet, um die beiden Teile der Weiche wieder elektrisch zu verbinden und gleich das Herzstück zu polarisieren und das Gleisstück vor der Weiche zu versorgen.

Bild entfernt (keine Rechte)

Außerdem habe ich in den letzten Tagen Flexgleis gefärbt, die Stege zwischen den Schwellen rausgeschnitten, um die Schwellen auf einen größeren Abstand zu bringen. Das Tillig-Gleis ist für 160 km/h ausgelegt, in Spyck ist bei 40 km/h Schluss und die Gleisanlage auch nicht mehr taufrisch.

Bild entfernt (keine Rechte)

Alle 30 Meter (~21 Schwellen) liegt eine Doppelschwelle. Ich hab' ja sonst keine Hobbys .

@Johannes W: Ich habe mir verschiedene Weichenzeichnungen und Modelle der EW 190 1:9 angesehen. Die Tilligweichen haben keine Doppelschwellen und im Falle dieser Weiche wären Doppelschwellen zwischendrin auch deshalb schwierig, weil die Weiche gegenüber dem Vorbild verkürzt ist. Von daher habe ich - von Anfang und Ende abgesehen - darauf verzichtet.

Viele Grüße
Christoph


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RE: Meine Segmente nach niederrheinischen Vorbildern: Der Bahnhof Spyck

#13 von KaBeEs246 , 10.03.2023 21:41

Hallo Christoph,

Zitat von 211064 im Beitrag #12
Corona hat die ganze Familie erwischt, inzwischen geht es wieder, Basteln macht wieder Spaß.
dich auch? Nach einer knappen Woche zwangspause hatte ich mich heute auch wieder pinselschwingend - am berühmten Küchentisch - dem Hobby gewidmet.

Und es , wie du dir schon beim Schwellenabstand überlegst, was ein heutiges Industriegleis vom damaligen Oberbau unterscheidet. Auch wenn es mehr Aufwand macht, den ein Laie auf den ersten Blick bestimmt nicht sieht. Das Hobby ist eben vielseitig.

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Victory Bridge in 1945

#14 von KaBeEs246 , 12.03.2023 21:52

Hallo Christoph,

bei deiner Geschichte des Bahnhofs Spyck hast du uns die unmittelbare Nachkriegsgeschichte vorenthalten, die für deine Epochen ja auch keine Rolle spielt. Wusste ich aber nicht, dass es dort noch eine Behelfsbrücke gab.
Darauf aufmerksam wurde ich durch diesen DSO Bericht über ein Eisenbahnunglück.

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RE: Victory Bridge in 1945

#15 von 211064 , 12.03.2023 22:56

Hallo Hans,

da hast Du wohl Recht. Die "Victory Bridge" zwischen Welle und Spyck war ähnlich kurzlebig wie die Kriegsbrücke zwischen Büderich und Wesel (als Ersatz für die gesprengte gemeinsame Brücke von Boxteler Bahn und Cöln Mindener Eisenbahn (Venlo - Wesel - Haltern - Hamburg) und das provisorische Verbindungsgleis über die heutige Schillstraße zum Bahnhof Wesel), deshalb habe ich es nicht erwähnt.

Danke, dass Du den Bericht von Herrn Verweyen bzw. aus DSO verlinkt hast. Ich schaue ja doch fast jeden Tag ins HiFo - trotzdem habe ich das übersehen.


Viele Grüße
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RE: Spyck: erste Probefahrt

#16 von 211064 , 12.03.2023 23:24

Hallo Stummis,

heute ist der erste Zug gerollt. Köf-Pilot Heinrich van Husen genannt Heinzken fuhr souverän über die neuen Gleise, am Haken einen Gs, wohl für die Ölwerke.

Bild entfernt (keine Rechte)

Als er nach gut einer Viertelstunde auf dem Nachbargleis (schließlich musste er dem Fahrdienstleiter Kleve die Ankunft in Spyck melden, den Gs abhängen, über die Kreuzungsweiche vorziehen, die Weiche aufschließen, rüberfahren, zuschließen, das dauert ...) zum Umsetzen zurückkam und die Weiche aufschloss, raunzte er zu mir rüber, ob ich nix besseres zu tun hätte als im Gebüsch rumzulungern, während andere Menschen sauer ihr Geld verdienten. Sprachs, ließ die Köf aufheulen, rollte über die Weiche, warf die Weiche wieder zurück und verschloss sie, dann rollte er gemächlich davon, den Gs ins Ölwerk drücken.

Damit ich mindestens so viel Spaß mit der Modellbahn habe wie Heinzken bei seinem Job, habe ich mir eine Weichenbetätigung aus den Outbus-Werken von Martin Meiburg gegönnt, samt Schlüsselabhängigkeit.

Bild entfernt (keine Rechte)

Stellvorrichtung samt Drahtzug und Mimik unter der Weiche ließen sich problemlos anhand einer gut durchdachen Anleitung einbauen. Ich habe mich dabei allerdings denkbar ungeschickt angestellt, denn mir ist beim Einbau ein Teil der Betätigung auf den Fußboden abgestürzt und die Scheibe für die Verriegelungsfunktion ist in zwei Teile zersprungen. Das konnte ich mit Sekundenkleber wieder richten und Dank der wirklich guten Anleitung auch alles zerlegen und wieder zusammenbauen. Aber ich habe es verkehrt herum gemacht - und lasse es vorerst so, nicht dass mir die Geschichte nochmal aus den Händen rutscht.

Viele Grüße
Christoph


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RE: Spyck: erste Probefahrt

#17 von Claus B , 18.03.2023 20:34

Hallo Christoph,

ich habe mir die Einleitung zu Deinem neuen Projekt angeschaut und finde richtig gut was Du Dir als weiteres Niederrheinthema herausgesucht hast. Wenn ich mir die Vorbildbilder anschaue hast Du Dir ja mit der Ölfabrik eine richtige Nummer herausgesucht. Im Original richtig imposant.
Es gefällt mir auch, das Du so enthusiastisch loslegst.

Ich habe aber auch Kritik! Die Nummer mit der Weiche - halb Tillig und halb Roco - empfinde ich eher als suboptimal, um es mal ganz vorsichtig auszudrücken. Wie kann man auf ein Herzstück durch das fast alle Radsatznormen laufen verzichten um das einer Roco Weiche zu nehmen wo nur NEM Radsätze im Spurkranzlauf durchlaufen und alles andere einsackt und auch entgleist.
Bei Tillig gibt es fantastische Weichenbausätze (auch EW 1 = 15° Abzweigwinkel) und aus einem zweiten Weichenrost (auch einzeln zu kaufen) kann man auch die drei passenden Schwellen heraustrennen und einfügen um eine Preussische Weiche nachbilden. Du kannst Dir ja die Positionen der Doppelschwellen anhand einer Roco Weiche abmessen oder an der Einzelschwellenzahl abzählen.
Bei einer EW 3 ist der Umbau im H0-Modellbahnforum/Anlagenbau beschrieben - und das Trennen der Langschwellen, um ab Herzstück einen geraden Abzweig zu erzeugen, ist auch mit den Tillig Weichenrosten zu machen und m.E. auch bei der EW 1 möglich.
Beim Radius des abzweigenden Gleises hast Du auch keinen (grossen) Gewinn, da sich die Weichen in der Länge und im Abzweigradius nur minimal unterscheiden.
Nur die Gleisprofile unterscheiden sich trotz gleicher Höhe (2,1 mm). Die Tillig Profile sind merklich schmaler und der direkte Ansatz an die dickeren Roco Profile sollte deutlich zu sehen seien.
Und warum zwei fertige Weichen auseinander sägen wenn es mit einem Weichenbausatz und einem zusätzlichen Rost geht? Im übrigen bekommst Du, wenn Du die fertigen Tillig Weichen für die Doppelschwellen demontieren willst, arge Probleme. Du kannst von unten im Schwellenband Löcher sehen. Darin verbergen sich Schweisskugeln die die Schwellen unverrückbar in Position halten. Die musst Du erst mal mit einem Schraubendreher herausknacken. Trotzdem wird es beim Herausziehen der Gleisprofile Probleme geben, da von unten Reste der Schweisskugeln am Gleisprofil hängen. Die lassen sich aber nach dem Entfernen mit einer feinen Feile glätten. Trotzdem besteht die Gefahr einzelne Kleineisen auf der Schwelle zu schrotten. Dann das Gleisprofil dort mit einem Tropfen Sekundenkleber sichern. Beim Einbau der Doppelschwellen wirst Du aber auf min. 1 Einzelschwelle verzichten müssen.

Wenns unbedingt Roco sein soll dann hier ein Bild meiner umgebauten Roco Weiche auf geraden Abzweig inklusive selbstgefeilter Flügelschienen und neuem Herzstück.


Hier habe ich eine EW 3 auf H0 Fine umgebaut. Dazu habe ich aus Platinen gefräste Schwellensätze von einem Kollegen bekommen.
Hier der Umbausatz:


Einsetzen der neuen Flügelschienen - Herzzstück ist schon eingebaut


gerader Abzweig hinter dem Herzstück


Weiterhin viel Spass am gemeinsamen Hobby und bleib gesund.
Glück auf und bis demnächst aus dem fiktiven Essener Stadtteil Altenbeck

Claus


Hier geht es nach Essen Altenbeck



Roco BR 44 - Umbau DRG zu DB Lok
Essen Altenbeck auf YouTube
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viele Grüße - Claus


 
Claus B
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RE: Spyck: erste Probefahrt

#18 von 211064 , 19.03.2023 18:36

Hallo Claus,

Danke für deinen Kommentar. Deine Kritik an der Weiche finde ich gut, denn das Für und Wider dieser Weichenbauart zu untersuchen, war ja eine Absicht bei dem Projekt.

Zitat von Claus B im Beitrag #17

Ich habe aber auch Kritik! Die Nummer mit der Weiche - halb Tillig und halb Roco - empfinde ich eher als suboptimal, um es mal ganz vorsichtig auszudrücken.




Ich lade mal @Weichen-Bernd zur Diskussion ein, der diese Weichenbastelei ja erfunden hat. Hintergrund für die Stückelei aus Tillig EW 1 und Roco DKW ist, dass es außer in Kleinserien keine der EW 49 190 1:9 entsprechende Modellweiche gibt. Das ist sehr detailliert auf Bernds Modellgleis-Webseite beschrieben.

Die Weichen, auch die von Tillig, sind entweder zu steil oder zu lang oder beides, haben keine geraden Herzstücke bzw der Bogen verläuft durch das Herzstück (Stichwort Weiche als geometrischer Bestandteil eines Kreises) und führen ohne Änderungen zu nicht vorbildgerechten Gleisabständen.

Ich bin mit Roco-Weichen bisher gut gefahren, allerdings habe ich auch erst 2 Güterwagen auf RP 25 umgebaut. Entgleist ist da nix (auf den Alpen-Segmenten meine ich), aber Du hast recht, die Radsätze fallen rein, hier besonders bei der letzten Achse des Ommi zu sehen:



Ich erinnere mich dunkel, dass ich mich mit der Herzstückfrage mal beschäftigt habe, das aber für Alpen verworfen habe, weil die Weichen schon eingeschottert waren und mir das Risiko zu groß war, am Ende eine Weiche kaputt zu basteln.

Stellt sich die Frage, wie sich Bernds Idee einer sinnvoll verkürzten EW 49 - 190 - 1:9 und die Kritik am ROCO-Herzstück zusammenbringen lassen. Mir gefällt an der Tillig-Roco-Weiche nicht, dass sehr viele elektrisch unverbundene Schienenstücke entstehen, die teilweise heikel zu löten sind, weil die Kunststoffschwellen sehr schnell Anstalten machen, dahinzuschmelzen. Im Grunde bräuchte die Weiche ein neues Herzstück.

Ich habe mit dem Gedanken gespielt, für die beiden anderen EW 49-190-1:9 von Spyck verkürzte Weinert-Mein-Gleis Weichen zu nehmen, aber hey, die kosten über 50 Ocken/Stück. Das muss ich mir echt 3x überlegen... Vielleicht suche ich doch eher nach einer Selbstbaulösung.


Viele Grüße
Christoph

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RE: Spyck: erste Probefahrt

#19 von trillano , 20.03.2023 22:15

Hallo Christoph,
alle Achtung, mit welcher Begeisterungs Du Dich dem neuen Projekt widmest! Und Spyck mit der Ölmühle scheint mir kein einfaches Objekt zu sein!
Faszinierend finde ich auch Deine Akribie die Weichen betreffend. Ähnlich wie Du hatte ich bei meiner neuen Anlage auch vor, Roco line oder Tillig Elite je nach Bedarf einzusetzen. Wobei ich keinerlei Absicht habe, diese Weichen noch mehr in Richtung Vorbild zu verändern, und Weichenbauer möchte ich auch nicht werden. Da habe ich kein Geschick. Nun hat mich aber auch Claus' Kommentar zu den Weichen sehr verunsichert und ich weiß nicht, mit was ich die neue Anlage bauen werde. Bislang hatte ich hauptsächlich Märklin K-Gleis und etwas Piko A.
Insofern bin ich sehr an Deinen Lösungen zu den genannten Problemen interessiert. Oder noch zu Peco (Code 100) wechseln? Zum Glück dauert es noch einighe Zeit, bis es bei mir losgeht, da bleibt noch Zeit zu testen.
Bis bald wieder!
Alexander


Mit besten Grüßen
Alexander


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RE: Spyck: Weichen

#20 von 211064 , 21.03.2023 08:48

Hallo Alexander,

da Du eher nicht versucht sein wirst, deinen Fuhrpark auf RP25-Räder umzustellen, kannst Du beruhigt sowohl Tillig Elite als auch Roco-Line Weichen und Gleismaterial einsetzen. Beide Gleissysteme lassen sich kombinieren, ich habe schon in Alpen Flexgleis von Tillig und Roco-Line-Gleismaterial verwendet, ohne dass ich betriebliche oder optische Probleme bemerkt hätte. Ganz abgesehen davon, dass auch beim Vorbild unterschiedliche Schienenarten kominiert werden.
Die Tillig-Weichen haben ein Schwellenrost ohne Doppelschwellen (entspricht in etwa der sog. S54-Weiche), die Schwellen der Roco-Line-Weichen entsprechen in etwa der älteren Reichsbahnbauart.
Die Weichen beider Hersteller haben Schwachstellen. Bei der Tillig-Elite-Weiche kommt es wohl immer wieder vor, dass die abgewinkelten Teile der Zungen abbrechen, die die Zungen mit der Stellschwelle verbinden. Bei den Roco-Line-Weichen ist die Strimversorgung der Zungen nicht optimal gelöst. Die Zungen liegen ohne Druck auf einer Metallplatte auf, über die der elektrische Kontakt hergestellt wird. Staub und Kleber (vom Schottern) KÖNNEN hier zu Kontaktproblemen führen. Für beide Schwachstellen gibt es einfache Lösungen. Hubert hat beschrieben, wie er Tillig-Weichen repariert hat, irgendwo in den Weiten des Stummiforums ist auch das Stromversorgungsproblem der Roco-Weichen beschrieben, letzteres ist einfacher zu lösen: möglichst weit hinten ein Kabel anlöten (damit die Zunge sich ungehindert bewegen kann) und unterirdisch mit Strom versorgen und gut ist. Oder Du überbrückst mit feiner Litze den Spalt zwischen Zunge und deren starrer Fortsetzung. Das geht sogar nach dem Einbau noch, ist dann aber pfriemelig.
Geometrisch haben die Tillig-Weichen gegenüber Roco den Vorteil, dass sie schlanker sind (Tillig EW 3 (in der Abb. unten) im Vergleich zu Roco W15) und dabei nicht viel länger (230 mm Roco / 284 mm Tillig).

Bild entfernt (keine Rechte)

Diese Maße lassen sich in Weichenstraßen in Grenzen verkürzen, wenn man Stamm- oder Zweiggleis kürzt.

Mit deiner Gleisplansoftware kannst Du ja durchspielen, an welcher Stelle Du mit welcher Weiche besser fährst - und dir im Zweifel auch aus ein paar Mustern Weichenstraßen zusammenstecken. Es hilft nur ausprobieren, nur Mut!


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RE: Spyck: Weichen

#21 von Claus B , 22.03.2023 16:19

Hallo Christoph,

Zu den Fragen die Du mir in Deiner PN gestellt hast versuche ich so gut es geht Auskunft zu geben:

Als erstes Links zum Umbau der Tillig EW 3:

Herzstücklücke schmaler machen: Schmalere Herzstücklücke wobei ich eher zu 1,2 mm tendieren würde.

Umbau EW 3 Schwellenband: Umbau Schwellenband

Soweit es mir bekannt ist gibt es das Problem der brechenden Stellzapfen eher bei der Langen Tillig Weichen. Da ist der Stellzapfen aus dem Schienenfuß ausgestanzt und beim Stanzen direkt gebogen. Die kleineren Weichen haben den Zapfen am Schienenende und das ist geschliffen. Soweit ich es beobachtet habe sind auch die Biegungen nicht so hart wie bei den langen Weichen. Eventuell kann man die Kehle im Knick blankmachen und einen winzigen Tropfen Lötzinn in die Biegekehle geben. Auch sollte man den Andruck der Flügelschienen an die Backenschienen nicht mit zu dicken Stelldrähten herstellen. Es reicht, wenn die Flügelschiene leicht angedrückt wird. Wenn die Platte auf der die Weiche liegt nicht dicker als 10mm ist verwende ich meist 0,8 mm Stahldrähte.

Zum Umbau der Roco Weiche habe ich nicht viel. Ich habe es damals wirklich nach Gefühl gemacht. Ich habe die Flügelschienen und das Herzstück mit samt den weiterführenden Schienen herausgerissen und die Plastikherzstückspitze und alles was sonst noch hochstand mit einem scharfen Stichel flachgeschabt. Aus einem geschlachteten Roco Flexgleisrest habe ich die Schienenprofile für das Herzstück und die Flügelschienen gewonnen. Die Flügelschienen am Schienenfuß an den Knickstellen von beiden Seiten mit der Roco Säge einsägen. Die Herzstückspitze habe ich im Feinmechaniker Schraubstock (glatte Backen) selbst gefeilt. Ich habe bei den Roco Umbauten jede Herzstückspitze nach erfolgreichen Probeläufen verlötet.
Zur Bestromung der Weiche habe ich von unten an den runden Plättchen in denen sich die Zunge dreht hochflexible Kabel angelötet (0,5 mm²)

An Bildern habe ich das hier:
Weiche von oben


Herzstück


Trennungen und Brücken der Weiche. Die Herzstückspitze geht wie bei Tillig bis zur nächsten Anschlussschiene und wird dort erst isoliert. (silberne Roco Trennverbinder links im Bild).


Anschlüsse der Weiche von unten:

reinigen der Plättchen mit einem Glasfaserradierer zum besseren Löten


vorverzinnen der Plättchen



Kabel vorbereiten


Kabel senkrecht auf die Plättchen löten


5 Kabel an der Weiche (2 X Aussenschiene; 2 X Drehplättchen; 1 X Herzstück) Ich verlöte die Spitze des Herzstückes zusammen mit den Flügelschienen. (schwarzer Draht)


Weiche eingebaut von oben.


Falls noch Fragen sind, entweder hier oder per PN stellen.

Als Spoiler:

Weiche in 1:87




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RE: Spyck: Weichen

#22 von Weichen-Bernd , 22.03.2023 23:37

Hallo Christoph, hallo Stummis,

der Umbau der 15°-Tillig-Weiche zur 10°-Weiche ist Dir doch sehr gut gelungen. Dass die Herzstücke von Roco nicht so ganz zu den RP25-Radsätzen passen, ist ja bekannt. Mich wundert nur, dass die Köf II nicht in das Herzstück fällt, obwohl die Lok doch auch RP25-Radsätze haben müsste. Zumindest meine Brawa-Köf II hat RP25-Radsätze. Das Roco-Herzstück hat eine recht breite Lücke. Vielleicht könnte die Lücke mit einem eingeklebten Paßstück schmäler gemacht werden, damit das Rad nicht in die Lücke fällt. Das Paßstück müsste minimal tiefer als die Schiene sein, damit noch der Strom von der Flügelschiene genommen werden kann. Mit den kurzen Roco-Schienen vor dem Herzstück wäre es besser, die beiden Tillig-Schienen ca. 4 bis 5 Schwellen in Richtung Herzstück zu durchtrennen, Schienenverbinder einsetzten und eine etwas längere Tillig-Schiene neu einzusetzen. Die Tillig-Schienen müssten dann am Herzstück passend gemacht werden.

Mich stören die Lücken der Roco-Herzstücke nicht so sehr. Sobald der Zug mehrere Wagen hat, fällt das weniger auf.

Hast Du Dir auch schon mal diese Weichenverbiegeanleitung angesehen?

Ich finde es sehr schön, dass Du eine 10°-Weiche mit geradem Herzstück zusammengebastelt hast. Das ist eine relativ kurze und zugleich flache Weiche. Im Gesamtangebot der Modellweichen entspricht das der Weiche 49-190-1:9. Das ist die wichtigste Weiche für Rangiergleise und für Zugfahrten im Bogen mit 40km/h. Wenn doch nur Roco oder besser Tillig sich dieser Weiche annähme!

Wirst Du auch umgekehrt die Roco-DKW an einem Ende mit dem Tillig-Herzstück au 15° oder etwas flacher auf 12° zusammensetzten?


Viele Grüße

Bernd

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RE: Spyck: Weichen

#23 von Claus B , 24.03.2023 22:37

Hallo Christopf und alle die mitlesen,

Ich habe in den Tiefen meiner Bastelkiste noch zwei Werke gefunden. Als erstes eine Roco Weiche mit geradem Abzeig, Herzstück ist selbstgefeilt. Wie schon gesagt mein Erstlingswerk "Umbau aus dem Bauch ohne viel Ahnung".
Im Bild darunter mein Umbau einer Tillig EW 3 mit geradem Abzeig und Doppelschwellen nach der Anleitung.



Zudem habe ich heute den neuen Flyer von Weinerts 'Mein Gleis' gesehen in dem eine 'kurze Weiche' gezeigt wird. Erst mal zu den Grundmaßen
- Länge 264 mm; - Radius des Abzweiggleises 1450 mm; - Herzstückwinkel 8,6°
Die Weiche basiert auf der Symetrie der kurzen Dopelkreuzungsweiche.
Die Weiche kostet fertig gebaut ca. 68 Euronen. Eine Flexweiche (verbiegbar) ist 10 Euronen preisgünstiger - der Bausatz ist nochmal 5 Euronen günstiger.
Nach dem Bild gibt die kurze Weinert Weiche das Bild einer EW49-190-1:9 gut wieder. Der Herzstückwinkel ist mit 8,6° zwar grösser als der der Originalweiche mit 6,3° dafür ist diese dann im original umgesetzten Maßstab auch 375 mm lang - also gut 43% länger.

Wenn ich den Preis für eine Tillig EW 3 und eine Roco Kreuzungsweiche zusammenrechne habe ich mit großer Wahrscheinlichkeit mehr Geld für ein gebasteltes Provisorium ausgegeben als für ein funktionssichere Weinert Weiche durch die alle Radsätze rollen. (Ich klammere mal Proto 87 aus)
Roco Line ist ein gutes Gleis - aber das Herzstück ist erstens viel zu weit und zweitens wegen des Radkranzlaufs nicht mehr up to date - leider. Das Rad wird im Prinzip nur vom Radlenker der durchgehenden Schiene beim passieren der Herzstücklücke in der Spur gehalten. Mit einer Änderung am Herzstück könnte Roco wieder im Trend liegen.

Das Tillig eine modernere Weiche ohne Doppelschwellen gebaut hat (die aber auch auf einer Originalweiche beruht) ist für die Epoche 2 und 3 Fahrer schade. Dort gibt es aber ein wirklich funktionsfähiges Herzstück. Aber wenn man einigermassen geschickt ist lässt sich auch die auf Doppelschwellen und geradem Abzweig umbauen. Ich würde heute aber die Kleberei mit den Schwellen lassen (wie in der Umbauanleitung gezeigt und von mir nachgebaut) sondern Schwellen aus Kupferbeschichtetem Pertinax einsetzen und die Schwellen auf das Pertinax löten. Kleineisennachbildungen zum aufkleben gibt es von Tillig oder man nimmt die einfache Variante mit gekürzten Tackerklammern wie die RP 25er Gleisbauer.

Bernd, sei nicht sauer - aber ich habe schon so oft gehört das auf Roco Line Weichen alles durchläuft - auch wenn es ein wenig in die Herzstücklücke fällt. Leider habe ich auch schon sehr oft das Gegenteil erlebt denn mein Zug mit der 50er und 16 Om Wagen - alles mit RP 25 Fine Rädern - ist auf einer Roco Line kläglich entgleist obwohl der Besitzer der Anlage mit Inbrunst behauptete "Da ist bis jetzt alles durchgelaufen". Die Bastelei mit zwei zusammengestückelten Weichen ist für mich leider nur ein viel zu teueres Provisorium und auf meiner Anlage ein komplettes no Go. Ich habe für die Erweiterung von Essen Altenbeck nun alles mit Gleismaterial von Tillig geplant und gekauft.

Christoph, ich wünsche Dir ein gutes Händchen bei der Weichenwahl - mein Angebot zum ausprobieren steht.

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Spyck Fährverkehr in Epoche 1

#24 von KaBeEs246 , 28.03.2023 22:45

Hallo Christoph,

mal wieder ein bisschen , ich hoffe, ich nerve nicht mit dem, worüber ich heute bei db58.de gestolpert bin.



dieses schöne, urheberrechtsfreie Bild van Het Utrechts Archief lässt du dir im Modell entgehen.
Mal ein anderer Blick auf die Ölmühle im Jahre 1913.

Gruß von Ruhr und Nette an den Niederrhein
Hans


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RE: Spyck Fährverkehr in Epoche 1

#25 von Johannes W , 29.03.2023 19:15

Was für ein wunderschönes Bild, Hans. Danke für das Zeigen.

Grüße
Johannes


 
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