Bahn geerbt: Instandsetzung nach 25 Jahren

#1 von subbuteofan , 05.11.2023 18:59

Hallo zusammen,

im Sommer habe ich eine ca. 2m² große H0-Märklin-Bahn geerbt, die ich jetzt endlich zu mir nach Hause holen konnte. Die Bahn wurde von meinem Großvater vor ca. 50 Jahren recht aufwendig aufgebaut und für meinen Vater und später für die Enkel gut in Stand gehalten und gepflegt. Nun wurde sie allerdings rund zweieinhalb Jahrzehnte lang nur sehr selten genutzt und war währenddessen in einem klappbaren Wandschrank verstaut. Insgesamt gibt es eine Handvoll elektrisch ansteuerbarer Weichen sowie ebenso viele elektrische Signale und ein paar Lichter und elektrisch betriebene Modellbauteile wie eine Wassermühle. Dass es sich um eine analog gesteuerte Bahn handelt, ist bei dem Alter natürlich klar. Der verwendete Trafo trägt die Produktnummer 6177. Habe das Ganze auch mal kurz angeschlossen (nach den vielen Jahren bei dem Trafo womöglich nicht mal die beste Idee - ging aber alles gut!) und festgestellt, dass die Bahnen zwar langsam fahren, aber sich tatsächlich noch bewegen. Auch die Signale und ein Großteil der Laternen etc. ist noch intakt.

Meine Vorkenntnisse in Sachen Modelleisenbahn sind ziemlich gering und beschränken sich auf das "Spielen" mit dem Großvater als Kind; habe ein brauchbares technisches Grundverständnis und traue mir kleine Basteleien schon zu. Noch nichts Großes. Ich möchte die guten Vorarbeiten bei der geerbten Bahn daher nutzen, um mich dem Hobby und dem Thema etwas anzunähern und die Dinge wieder in Stand zu bringen.

Meine Pläne:
- den Trafo 6177 durch 66471 ersetzen. Der alte Trafo stand nicht unbedingt trocken und der Einsatz ist mir insgesamt doch etwas zu heikel bei allem, was man so liest
- Beleuchtung und elektrische Gimmicks reparieren, ggf. komplette Neuverkabelung unterhalb der Bahn.
- Problem der langsam fahrenden Züge beheben
- abgeknickte Bäume und andere defekte Modellbestandteile reparieren
- Ergänzung neuer Beleuchtungselemente in der Landschaft und in den Zügen
- Austausch einer defekten Stahlbrücke
- Aufpeppen einer etwas vergilbt erscheinenden Flussfläche
- ggf: Trennung von Gleisstrom und Beleuchtungsstrom

Fragen dazu:
- ist eine komplette Neuverkabelung der Bahn nach so vielen Jahren ein absolutes Muss oder kann man darauf auch verzichten, wenn das Ganze bis auf 2-3 Birnen eigentlich noch funktioniert?
- könnten die langsam fahrenden Züge durch eine defekte Brücke oder kaputte/rostige Kontakte zwischen den Schienen zu begründen sein oder wo würde man dort klassischerweise die Ursachen vermuten?
- welche weiteren sicherheitsrelevanten Aspekte sollte ich beachten, wenn ich eine Bahn mit so vielen Jahren auf dem Buckel noch mal in Schwung bringen möchte? Gibt es da Risiken, die man vorher ausräumen sollte, insb. mit Blick auf die Elektrizität?

Danke schon mal für alle Rückmeldungen hier. Habe richtig Lust, etwas mehr in das Hobby einzusteigen und mit dieser Bahn voller Kindheitserinnerungen quasi die ersten Erfahrungen zu sammeln. Genügend Material für einen späteren Anbau habe ich auch schon von der Familie geschenkt bekommen, aber immer der Reihe nach.


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RE: Bahn geerbt: Instandsetzung nach 25 Jahren

#2 von Pirat-Kapitan , 05.11.2023 19:39

Moin,
vielleicht solltest Du noch anmerken, um welchen Hersteller (ich vermute Märklin) und um welches Gleismaterial es sich handelt.

Elektrische Verkabelung in Innenräumen muss nicht zwingend altersbedingt schlecht sein, ich würde mir vor allem die Isolierung der Litzen (Leitungen) anschauen, wie weit diese inzwischen brüchig geworden sind.

Grundsätzlich würde ich, auch bzw. trotz des Alters der Anlage, die Anlage für einen Digitalbetrieb vorbereiten.
Dazu gehört für mich Trennung der Anlagenbeleuchtung vom Gleisstrom, also für diesen Bereich eine Neuverkabelung oder Änderung der bisherigen Verkabelung.
Bei Weichen, die bislang zentral mit einem analogen Stellpult geschaltet wurden, kann bei Bedarf das Stellpult durch einen Weichendecoder ersetzt werden, hier sehe ich also keinen Bedarf für eine Neuverkabelung.
Für einen analogen Betrieb sind ggf. stromlose Abschnitte (Abstellbereiche / Signale mit Zugbeeinflussung) vorhanden. Für einen digitalbetrieb müssen diese überbrückt werden.
Langsam fahrende Loks dürften zum einen von der vorhandenen Gleisspannung verursacht sein, zum anderen kann auch das Getriebe / der Motor schwergängig sein (verharztes Fett). Gleisspannung kann man ausreichend genau mit einem handelsüblichen Vielfachmessgerät messen (bitte ohne Rollmaterial auf dem Gleis). Diese Messung an vielen verschieden Stellen der Anlage durchführen, damit bekommt man einen Eindruck, wie weit die Stromverbindung / der Stromfluss innerhalb der Strecke beeinträchtigt ist. Wenn Spannungseinbrüche zwischen 2 Gleisen vorhanden sind, würde ich den Widerstand am Gleisüberstand messen (Mittelleiter zu Mittelleiter und Schienengleis zu Schienengleis).

Zum Trafo kann ich nichts sagen, ich fahre digital DCC.

Schöne Grüße
Johannes
PS: bei einer Überarbeitung der Anlage bitte auch an einen ggf. späteren automatischen Betrieb denken.


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RE: Bahn geerbt: Instandsetzung nach 25 Jahren

#3 von RC-Flieger , 05.11.2023 20:28

Hi
Als kurze Anmerkung, Märklin analog fährt mit 3-Leiter Wechselstrom. Masse auf den beiden Schienen, Bahnstrom auf den Pukos. Und das Zubehör läuft auch auf Wechselstrom. Da kannst du nicht AC von DC trennen. Und muss/darf teilweise auch nicht sein.
Wünsche viel Erfolg bei der Renovierung .

Gruß Thomas


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RE: Bahn geerbt: Instandsetzung nach 25 Jahren

#4 von Peter BR44 , 05.11.2023 20:28

Hallo Johannes,

Zitat von Pirat-Kapitan im Beitrag #2
...vielleicht solltest Du noch anmerken, um welchen Hersteller (ich vermute Märklin) und um welches Gleismaterial es sich handelt.........

Hat er doch!
Zitat von subbuteofan im Beitrag #1
.....im Sommer habe ich eine ca. 2m² große H0-Märklin-Bahn geerbt, die ich jetzt endlich zu mir nach Hause holen konnte.....


Zitat von subbuteofan im Beitrag #1
...- ist eine komplette Neuverkabelung der Bahn nach so vielen Jahren ein absolutes Muss oder kann man darauf auch verzichten, wenn das Ganze bis auf 2-3 Birnen eigentlich noch funktioniert?...

würde erstmal alles kontrollieren und durchmessen und was nicht stimmt ersetzen.

Zitat von subbuteofan im Beitrag #1
....- könnten die langsam fahrenden Züge durch eine defekte Brücke oder kaputte/rostige Kontakte zwischen den Schienen zu begründen sein oder wo würde man dort klassischerweise die Ursachen vermuten?....

Würde das ganze Rollmaterial einer Generalreinigung unterziehen und Verschleißteile erneuern wie z. B. Motorbürsten, Haftreifen, etc..


Viele Grüße Peter

Wenn Du Gott zum lachen bringen willst, schmiede Pläne!

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RE: Bahn geerbt: Instandsetzung nach 25 Jahren

#5 von Sinerb , 06.11.2023 16:02

Willkommen im Club

Neuverkabelung ist erstmal nicht nötig, wenn alles funktioniert. Trafo aus tausch ist Ok.

Wenn alles korrekt verkabelt ist sollte der Bahnstrom Rote Stecker und Rotes Kabel haben,
der Nullleiter oder Masse Braune Stecker und Braune Kabel. Lichtstrom Gelbe Stecker und Gelbe Kabel.
WICHIG um später auf Digital umzusteigen, muß das Anschlußgleis 5131 mit dem Entstörteil aus der Anlage entfernt werden.

Langsam fahrende Loks, kann Oxidierte Kontakte (Schienen) als Ursache haben, lässt gut mit einen Gleisrubber reinigen, besser kein Schmirgel.
Auch fehlende oder gealterte Haftreifen( die nur noch lose in der Nut liegen) und verharztes Öl sind als Ursache möglich. Auch abgenutzte Kohlen die nicht mehr
den richtigen Druck haben können auch Ursache sein. Ersatzteile sind noch verfügbar, Suche über Loknummer bei Märklin möglich oder mit der Artikelnummer wenn
Anleitungen oder Originalverpackungen vorhanden.

Für den Digital Einstieg reicht für die Größe eine MS2, zum Anschluß den Bahnstrom vom Trafo trennen Rotes Kabel, Gleisbox für MS2 mit Roten Kabel
an den Bahnstrom, Braunes Kabel an die Masse(Nullleiter), so lässt schon mal Digital fahren., Für das digitale Steuern sind Decoder m83 notwendig, an einen
Decoder lassen sich 4 Weichen oder Signale anschließen.

Da der Trafo einen Überlastschutz( Kurzschluß) hat und deine Bahn fährt scheint alles in Ordnung zu sein, sonst würde der Trafo abschalten.

Gruß Sinerb


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zuletzt bearbeitet 06.11.2023 | Top

RE: Bahn geerbt: Instandsetzung nach 25 Jahren

#6 von DeMorpheus , 06.11.2023 16:18

Moin,

eine komplette Neuverkabelung macht in meinen Augen erstmal keinen Sinn, wenn alles weitgehend funktioniert.

Im Laufe der Zeit wirst du feststellen, ob irgendwo Probleme bestehen oder die vorhandene Verkabelung einfach nicht das ermöglicht, was du möchtest. Stichwort hier insbesondere Digital. Dann musst du eh vieles anfassen und würdest das, was du jetzt erneuerst, wieder rausreißen.


Viele Grüße,
Moritz

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RE: Bahn geerbt: Instandsetzung nach 25 Jahren

#7 von Railwolf , 21.11.2023 16:46

Hallo,

erstens: Neuverkabelung ist unnötig.
zweitens: Haftreifen, Bürsten etc. müssen auch nicht erneuert werden, wenn sie nicht defekt sind. Haftreifen altern, dann verabschieden sie sich aber auch von selbst, Bürsten altern nicht.
drittens: nichtsdestotrotz brauchen die Loks eine "große Inspektion". Gehäuse aufmachen, Motor und Getriebe mit sr24 von alten Schmierstoffen reinigen, dann sparsamst (!) neu ölen und ein wenig einfahren. Wenn die Bürsten abgenutzt sind, dann erneuern, sonst richtig wieder einsetzen.

Kollegen, was habt ihr eigentlich alle, daß ihr von Digitalisierung redet? Laßt ihn doch erst mal fahren!
Und...

Zitat von Pirat-Kapitan im Beitrag #2
bei einer Überarbeitung der Anlage bitte auch an einen ggf. späteren automatischen Betrieb denken.

bei einer 2m² großen (eher kleinen) Anlage? Echt jetzt?

Übrigens, fahren, fahren, fahren, mit langen Zügen, ist mit den Metall-Modellen die beste Form der Gleisreinigung, bei M-Gleis immer wieder mal nötig. Je länger der Zug ist, um so besser liefert er der Lok Masse-Kontakt über die Kupplungen und Fahrgestelle.


Mit vielen Grüßen

Wolf 🐺


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RE: Bahn geerbt: Instandsetzung nach 25 Jahren

#8 von Willy , 21.11.2023 17:29

Hi,

kurze Teststrecke mit ordentlichen Schienen für Loks herrichten, einen ordentlichen Trafo anschließen, Lok testen und fahrbereit machen und dann mit den instand gesetzten und gut laufenden Lok die Anlage testen.

Nicht alles auf einmal anfangen, Fehler für Fehler beseitigen.

Gruß
Willy,
der analog mit M Gleisen fährt.


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zuletzt bearbeitet 21.11.2023 | Top

RE: Bahn geerbt: Instandsetzung nach 25 Jahren

#9 von Railstefan , 22.11.2023 11:57

Hallo namenloser Kollege,

wenn du in deinem Profil deine Wohngegend eingetragen hättest, würde sich vielleicht ein Stummi in deiner Nähe finden, der dir vor Ort helfen könnte bzw Tipps persönlich geben könnte.

Gruß
Railstefan


Unser Modellbahnverein: http://www.MEC-Erkrath.de
Die Erkenroder Straßenbahn - meine Straßenbahn-Anlage mit DC-Car-System hier im Forum: Die Erkenroder Straßenbahn - WälderJet zu Besuch

Ebenfalls im Klub bekennender Marzibahner


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